Slam B-Revue

Den Slam B, der Poetry Slam vom Literaturhaus moderiert von Diana Köhle gibt es seit zwölf Jahren und ich hatte,j meine Leser wissen es wahrscheinlich, gewisse Anflaufschwierigkeiten hinzugehen. Das Alter hat mich daran gehindert.

“Das sind ja lauter Kinder!”, habe ich wohl gedacht, “da falle ich auf und passe nicht hinein und als ich mich dann einmal getraucht habe, habe ich fast keinen Platz bekommen ,denn fünf nach sieben waren schon alle Sitzplätze besetzt, das heißt mit Kleidern belegt und reserviert.

Eine alte Dame, deren Mutter beim Tagebuchslam mitgemacht hat, hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, daß das eigentlich nicht so sein sollte, so bin ich später hingegangen und wurde einmal auch von einer Slamerin aufgefordert, es doch auch zu versuchen, aber da denke ich, habe mich mit meinen Texten und meiner Art des Vortrages wohl wirklich keine Chance, obwohl ich es damals im Cafe Stein, als man sich noch dafür bewerben mußte,nur die besten wurden ausgesucht, versuch habe.

Jetzt kann oder könnte man einfach hinkommen und wird ausgelost, wenn mehr Kanditagen vorhnden waren, aber seit es Corona gibt ist alles anders und der Slam B von März 2020 wurde ja abgesagt.

Dann kam die vorsichtige Veranstaltungsöffnung, der Sommer und die coole Meile Zieglergasse beim Wien-Wahlkampf und da gab es einen Slam, moderiert von der Slammeisterin Mieze Medusa auf der Bühne. Aber dann kamen wieder Verschärfungen, Lockdown zwei und drei und ein neuerlicher Veranstaltunstop ab November. Vorher hat es ja Livesveranstaltungen im Literatuhaus mit Maske natürlich, gegeben, dann nur mehr Livestream und da gibt es, habe ich, erstaunt gesehen wieder den Slam B, den letzten habe ich aber wegen der Hörspielnacht versäumt, aber heute, obwohl ich nicht, wie erwartet, in harland bin unddachte mir noch, ich bin gespannt wie das geht, weil man beim Slamen ja schreien und spucken kann?

Aber alles gut gelöst, keine gestreamte publikumslose Liveveranstaltung, wie tut man das bei einem Slam und, wie gewinnt man den, wenn das Publikum nicht klatschen und pfeifen darf?

Diana Köhle und das Literaturhaus haben eine Lösung gefunden und so slamte, als ich in den Stream kam, gerade ein junger Mann im weißen Hemd mit roten aufgedruckten Mund vom Marillenknödel essen bei seiner Oma, die ihn fragt, ob er schon eine Freundin hat? Dann kam Diana Köhle mit einem ebensolchen Hemd oderT-Shirt und begann von dem Hans zu erzählen, der, glaube ich, mein Psychologenkollege ist, im Literaturhaus lebt und einmal, weil es im Literaturhaus so laut war, hinunter kam und dann gleich den Slam begann.

Diese Geschichte erzählt Diana Köhle meistens bei den Slams, jetzt erzählte sie es wieder und zeigte dann ein Video vom damaligen Liveauftritt, denn die Slam Revue ist eine Zusammenfassung von berühmten Auftritten der letzten Jahre, die Diana Köhle mit David Samhaber, das ist der Marillenknödelslamer, moderierte.

So sah man auch den Tschif, der 2017 gestorben ist, der hatte einen “I can englisch-Text”, Christian Schreibmüller war leider nicht bei den Videoauftritten, aber Elias Hrschl,der mehrmals Slammeister war, jetzt aber, wie Diana Köhle erwöhnte ein berühmter Autor ist und sogar schon den “Priessnitz-Preis” gewonnen hat, der war damals sechzeehn bei seinem ersten Slam oder so und nahm interessanterweise am Schreibtisch statt, der damals dort stand und las seinen Deutschaufsatzvor. Eine Frau erwies sich als Stimmenaktobatin und mimte einen Betrunkenen. Von AMS-Auftritten wurde geslamt, alles charmant moderiert von Diana Köhle und David Samhaber und ein paar Facebooknachrichtengab esauch.

Das Ganze hat eine Stunde gedauert und so habe ich einen Eindruck der Slamsessions bekommen, die ich versäumte und die nächste Slam-Revue findet, glaube ich, in einem Monat statt.

Zeitschriftenvorstellung Triedere

In der “Alten Schmiede” gibt es derzeit die dritte ” Nachtschicht-Staffel”, wo sich Walter Famler und Oliver Scheibner immer ein oder zwei Gäste einladen und mit ihnen unterschiedliche gesellschaftliche Themen diskutieren. Da geht es um die Philosophie und die Politik, die Schule, das Theater und nur sehr wenig um Literatur, aber am letzten Sonntag, wo die dritte Staffel begonnen hat, war das etwas anders, denn da wurden Dieter Bandhauer und Matthias Schmidt vom “Sonderzahl-Verlag” vorgestellt,der ja auch sehr essayistisch-experimentell ist. Herbert j. Wimmer verlegt dort seine Bücher, ich habe einmal die “Rom-Anthologie” gelesen und kann mich an eine Theateraufführung am Petersplatz erinnern,wo ein Bandmit Dramuletten vorgestellt wurde, in dem die “Alte Schmiede” damals in die Saison ging.

Den “Kreisky- Preis” hat Dieter Bandhauer auch einmal gewonnen. Daß sein Verlag zwei Zeitschriften herausgibt, habe ich auch nicht gewußt. Die wurden, glaube ich, hauptsächlich im Sonntagsvideo vorgestellt und auch der Herausgeberder Zeitschrift “Triedere”, das ist ein Ausdruck der von Robert Musil kommt, nämlch Matthias Schmidt, der offenbar der Mitarbeiter und Nachfolger Dieter Bandhauer sein dürfte und diese Zeitschrift beziehungsweise, das neue Heft, das Autoren, die, nicht, die deutsche Muttersprachen haben, das von Ann Cotten, die ja auch nicht in Österreich geboren wurde, wurde Donnerstags in der “AS” vorgestellt, was ich am Sonntag sehr bedauerte, denn da war ich ja noch der Meinung,daß wir dieses Wochenende nach Harland fahren, das habe ich mich wegen der steigenden Inzidenzen dann nicht getraut, so daß ich mich nach meiner sechs Uhr Stunde,die das verhindert hätte, mich in die “Alte Schmiede” streamen konnte und das war interessant, obwohl ich ja keine so besondere Zeitschriftenexperten bin und habe also ein mir bisher unbekanntes Journal kennengelernt.

Als man noch in die “Alte Schmiede” gehen konnte, die man ja durch die Zeitschriftengalerie betritt und dort vorher in der Pause oder auch nachher wenn es Wein gab, herumstand, lagen manchmal auch Zeitschriften zur freien Entnahme auf, die ich mir aus Platzgründen manchmal nicht genommen habe und jetzt eine neue experimentelle Zeitschrift, denn die1982 in Iowa, geborene Ann cotten, ist auch eine experimentelle Autorin und sie hat die Autoren für das Heft ausgesucht drei heute lesen lassen und da war für mich nur ein bekannter dabei. Nämlich der 1982 in Ungarn geborene Zoltan Lesi, den ich, glaube ich, sowohl in der “Gesellschaft”, vielleicht auch im Literaturhaus und bei Stephan Teichgräbers Festival kennenlernte, aber als ich in den Stream kam, ich war wieder ein bißchen spät daran, weil ich noch auf die Bank mußte, hat gerade die 1985 in Rumänien geborene Alexandra Patzgu gelesen, die war ein bißchen schwer zu verstehen, hat aber, glaube ich, ich von der Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft gelesen und der 1995 in Kabul geborene Ibrahim Rahimi, der seit 2015 in Wien lebt, las etwas von einem Begräbnis. Zoltan Lesi, dessenMutter Deutschlehrerin war, hatte einen interessanten Text, wo es um die Zwangsimpfung ging und Ann Cotten erkundigte sich im anschließenden Gespräch,was für die Autoren Sprache bedeutet?

Man kann viel damit machen. erklärte Ibrahim Rahimi, Zoltan Lesis Mutter war, wie beschrieben, Deutschlehrerin und Alexandra Pazgu ist in die deutsche Schule in Sibiu gegangen. Dann ging es auch um die Fehler und das war interessant, weil mir, die obwohl ich ja deutsche Muttersprachlerin immervorgeworfen wird, daß ich zuviele haben und man das nicht darf. Ann Cotten meinte aber, auf einen Fehler wird man aufmerksam, sind es zwanzig, wird es interessant und man konzentriert sich auf den Text und Zoltan Lesi erwähnte Tomer Gardi, der seine Fehler ja offenbar bewußt in seineTexte einpasst und anschließend gab es noch ein Gespräch zwischen Lena Brandauer, die ja die Zeitschriftenreihe mitgestaltet und Matthias Schmidt, der Literaturwissenschaftler ist und schon während seinem Studium eine Zeitschrift machen wollte.

“Triedere”gibt es seit 2009. Da hat noch Alexander Sprung mitgestaltet. Matthias Schmidt zeigte einige der Zeitschriften her. Die Nullnummer gibt es nicht mehr und jede Nummer hat, glaube ich, ein eigenes Thema, das immer jeweils von einem Autor, wie beispielsweise bei diesem Anne Cotten gestaltet wird.

Interessant und in der Donnerstag-Nachtschicht ging es um Depression, Euphorie und Angst.

Osterruhe

Die Karwoche naht und damit das zweite Corona-Ostern oder, wie das heißt und eigentlich wollten wir heute wieder nach Harland fahren um das Wochenende dort zu verbringen.

Im Vorjahr bin ich erst wieder am Gründonnerstag nach Harland gekommen, weil wir nicht wußten, ob man das durfte und heute weiß ich nicht, ob ich dann am Montag von dort wieder nach Wien zurückkomme.

Was ich ja muß, weil mich die Klienten da anrufen, denn die Zahlen steigen ja und steigen. Sind jetzt schon bei dreitausend angelangt, ,die Insistenz, also wieviele leute sich von hunderttausend anstecken liegt in Wien und Niederösterreich, weil es gibt ja ein Ostproblem, da die Tschechen und die Slowaken angeblich das britische Virus zu uns bringen, schon über oder an dreihundert und sind sie bei vieruhundert angelangt, kann man nur mehr mit negativen Test ausreisen und da gibt es schon vierzig niederösterreichische Orte von Baden bis Lilienfeld und dann sind ja gestern, statt der geplanten Gastartenöffnung, damit sich die Leute kontrolliert mit Test treffen und sich mit Takeaways nicht “illegal” im Hinterzimmertreffen können und die Intensivstationen sind schon voll.

“Warum wurden die nicht erweitert?”, könnte man ja fragen.

Ab Herbst, wo sich die zweite oder dritte Welle ankündigte, war ja Zeit dazu und warum baut man in den Schulen keine Lüftungssysteme ein, wo wir jetzt ja wissen, daß das britische Virus auch offenbar die Kinder angreift.

Im Jänner hörte man noch,das wäre nicht so gefährlich und Primar Wenisch vom KFJ sagte auch einmal, er hätte es im Griff. Stimmt offenbar doch nicht so nicht, denn die Hysterie und die Aufregung steigt und die Impfungen, die Gamechanger und Hoffnungsträger, scheinen offenbar nicht zu klappen. Keine Dosen, weil in Europa offenbar ungerecht verteilt und ob man dann immun ist und die Maske und den Test ablegen darf, ist auch nicht so klar. Es wird zwar nicht darüber gesprochen, aber Kanzler Kurz will im April den grünen Impfpaß einführen, damit man sich dann wieder frei bewegen kann. Also da sind dann die Testungen und Impfungen eingetragen mit dem man dann Kaffee trinken und ins Theater gehen kann und jetzt wird auch noch die Testpflicht im Handel eingeführt, denn wenn wir schon nicht impfen können, müßen wir alle testen und der Physiker Werner Gruber forderte auch im OE24-TV, daß es einen Testzwang geben sollte, weil das Epidemiegesetz das angeblich erlaubt.

Das, glaube ich, zwar eigentlich nicht, daß da, wenn nur ein Prozent von diesem Virus betroffen sind, das so nötig ist, aber Gesetze kann man ja, wie man sieht verändern und das wird auch versucht.

Also was machen mit den ansteigenden Zahlen, die derzeit um die dreitausend liegen? Im November lagen sie bei neunhundert und getestet wird jetzt so viel,wie nie und eigentlich sollten ja die Gastgärten geöffnet werden. Aber wieder verschärfen, weil Ostern kommt und da sollen sich die Leute ja nicht treffen, also müßen neue Verschärfungen her. Man hörte, daß die Osterferien um eineWoche verlängert werden sollen, und Testpflicht auch in den Geschäften. Der Handel schrie auf, es gab diesbezüglich Demonstrationen und so wurde, weil die Zahlen ja in Wien, NÖ und Burgenland besonders hoch, in Vorarlberg dagegen sehr niedrig sind, ein sogenannter Ostgipfel einberufen, wo die drei Landeshauptleute oder Bürgermeister darüber entscheiden sollten.

Der Gesundheitsminister und die Virologen drängten zur Verschärfung, die Verhandlungen dauerten lang und gestern abend wurde dann bekanntgegeben, daß es eine Osteruhe geben wird. Ab Gründonnerstag alles geschlossen, dann auch Test im Handel, Ausgangssperre und Maskenpflicht im Freien, wo Menschen auf der Straße sind. Also kann ich auf keine Demonstrationen mehr, aber da würde ich ohnehin nur in den Kessel getrieben und als Nazi hingestellt

Was machen wir also? Ein Leben lang zu Hause bleiben, wenn man sich nicht testen und maskieren will? Schaut offenbar so aus, weil die Impfung ja nicht funktioniert. Aber wenn ich jetzt in Wien bleibe, kann ich in Harland auch nicht radfahren. Das ist sicher nicht gesund und eigentlich wollte ich ja meinen eigenen Osterspaziergang machen. Also amKarsamstag zur ” Seedose”fahren, dort den Schrank plündern und mit den dort gefundenen Büchern, um den See spazieren und darüber bloggen. Am Samstag am Markt, die Doris Kloimstein treffen, da wollte der Alfred sogar Sessel mitbringen. Aber da rückt die Polizei sicherlich an, weil mehr als vier Personensind ja eine Versammlung sind und es eine Ausgangssperre gibt, obwohl man sich ja in Freien nicht so anstecken kann.

Was es also bringt die Leute in ihre Wohnungen zu drängen, ist mir nicht ganz klar. Aber es ist alles so widersprüchlich und ich habe ja genug zu lesen und zu schreiben. Die Ostergeschichte ist schon konzipiert. Einen kleinen Garten gibt es in der Krongasse Aber da mein Computer jetzt wirklich wohl bald zusammenbricht, kann ich mich nicht gut dorthin setzen.

Also schlimm, schlimm, schlimm und wieder die Frage stellen, was läuft hier ab? Wie kommen wir hier heraus und es ist natürlich spannend in einen dystopischen Roman zu leben, aber als Romanfigur fühlt man sich auch nicht so gut, weil man da ja nach Belieben, wie es der Autor oder der Diktator will, hin undhergeschoben werden kann.,

Und gesund, die Leute ein Jahr lang einzusperren, ihnen Masken und Tests aufzuzwingen und ihnen permanent Angst zu machen, ist es wahrscheinlich, wie wohl alle pschologen sagen nicht, aber die werden ja nicht sehr gehört.

Der Weltreporter

Ich will ja, wie ich immer schreibe, einen utopischen Roman über Corona schreiben, sowas, wie1984 schwebt mir da wohl vor und habe es auch schon dreimal versucht. Die Ergebnisse werden wohl wieder ziemlich unbemerkt bleiben und ich bin auch nicht ganz sicher, ob man das kann, wenn man so mitten in einer Sache steckt und das Ende nicht sieht.

Andere Autoren können es und tun es wohl auch wahrscheinlich und so ist jetzt Hannes Steins “Der Weltreporter – Ein Roman in zwölf Reisen” zu mir gekommen und der ist in vieler Weise interessant.

Bei “Amazon” steht, es ist gar kein solcher, sondern zwölf phantastische Reisegeschichten, die, weil der Verlag es so wollte, in eine Rahmenhandlung hineingefügt wurde und dann gibt es noch einige andere interessante Aspekte, bevor ich ins Detail gehe.

Nämlich schonmal das Vorwort, wo Hannes Stein schwört, daß es kein Covid-Roman ist, denn das Manuskript war schon im Jänner 2020 fertig und da hatte man das Wort gerade erst einmal gehört. Dann geht es um das Lügen und da gibt es sowohl die Relotius-Geschichte, die von dem Reporter, der Preise für Reportagen bekommen hat, die er sich selbst ausdachte. Tom Kummer hat auch so eine Geschiche und Daniel Kehlmann, der jetzt mit den Allgorithmen schreibt, hat ja in “F,” glaube ich, behaupet, daß alle Schriftsteller lügen. Da kann man viel darüber nachdenken, wie das gemeint ist, denn natürlich lügen sie nicht. Sie denken sich was aus und lernen in Schreibseminaren, daß sie übertreiben müßen,um gut zu sein und die Geschichte,daß jeder Mensch vier bis achtzigmal oder so am Tag lügt,wird auch in dem Buch erwähnt.

“Nein ich doch nicht!”,wird man da denken. Aber dann sagt man nicht,daß die Suppe versalzen ist, die Freundin schlecht ausschaut, der Partneraus dem Mund riecht und mit all dem hat sich, glaube ich, der1965 in München geborene in Salzburg geborenen Weltreporter Hannes Stein, der jetzt, glaube ich, in New York lebt, beschäftigt, von dem ich schon “Nach uns die Pinguine” gelesen habe.

Ich habe auch ein Gespräch zwischen Hannes Stein und einem Literaurhausleiter, glaube ich, über das Buch per stream verfolgt und ich kann sagen und das hat auch Hannes Stein so angesprochen, es ist nach einem ziemlich konventionellen Muster gestrickt.

Eine junge Studentin namensJulia trifft in einer Hotelbar einen alternden Journalisten Bodo von Unruh, der in einem berühmten Journal arbeitet und der tischt ihr zwölf phantastische Geschichten auf.

Nein, stimmt so nicht. Die Geschichten sind ja, wie schon geoutet, in die Rahmenhandlung eingefügt und zu der kommt noch dazu, daß das Ganze in einer Pandemie spielt. Es ist nicht Covid schwört Hannes Stein in seinem Vorwort. Aber man kommt in die Hotelbar nur hinein, wenn man über einen Immunitätsausweise verfügt. Die Beiden verfügen über einen solchen. Julia, die Philosophie studiert und sich vor allem mit griechischen Philosophen beschäftigt, hat den Kontakt zu ihrer Familie darüber verloren und fährt jetzt Taxi. Sie geht mit dem alternden Reporter Bodovon<unruhgleich ins Bett. Ja, dastun die modernen Frauen. Ihr fällt an ihm einestarke Bräune auf.

“Ja, ich war in den letzten drei Monaten in Braislien!” sagt er. Dann entfällt seiner Briefkasrte ein Abo eines Solariums. Julia denkt sich nichts dabei und die erste Geschichte, daß es im brasilianische Urwald eine Münchner Räterepublik gibt, die eine Mischung zwischen Monarchie und Sozialsmus ist und der Ludwig VII, der dort herrscht, ist ein Schwarzer.

Dann sitzt Julia in der Vorlesung. Da kann man auch nur mit Ausweis oder zu bestimmten Zeiten hinein, Bodo schickt ein SMS und lädt sie zum Essen ein. Das wird mit den bestsen Küchenutensilien hergestellt, schmeckt aber so scheußlich, daß sie dann Pizza bestellen und die nächste Geschichte führt in ein Restaurant am Rande der Welt, das “the fobidden pleasures” heißt. Wenn man dort hinwill muß man nicht nur hundertfünfzigtausend Dollarzahlen, sondern auch unterschreiben, daß man freiwillig will und allen Aufforderungen folgen muß. Dann wird man narkotisiert, bevor man hingefahren wird. Dann kommt man zu einem Container,wo ein paar Vips sitzen und Blechgeschirre serviert bekommen. Auf der Menukarte steht “Mehlwurmcockt”ail” “lauwarmes Vogelnest”, Fliegenpilzrisotto”etcetera. Alles serviert mit köstlichen Weinen und alles schmeckt auch köstlich,obwohl man sich da zuerst überwinden muß. AmSchluß kommt noch das “Fünferlei vom Langschwein”, der Koch liegt in seinem Blut und man kann darüber nachdenken, wie das mit dem Essen so ist, wieso manche Menschen kein Schweinefleisch essen und die Chinesen angeblich Hunde als Delikatessen verspeisen.

Julia lernt auf ihren Taxifahrten eine alte Italienerin namens Graziella Brunesci kennen, die ein Detektivbüro führt und sie nach der Wahrheit fragt und die dritte Geschichte führt uns nach Sibiren,beziehungsweise in den Staat Utopia, der hinter einer verborgnen Mauer liegt, wo die Menschen ein Schlaffaffenleben führen,es fliegende Autos gibt,die Babies aber, wenn sie die Wahrscheinlicheit haben, später krank zu werden auf Euthansanaaiestationen kommen.

Dann gehts nach England und zu der Erkenntnis, daß Shakespearre eine Frau war und während Bodo nach Afghanistan fährt und dort in der “Eidgenossenschaft in Neu-Bern gekidnappt wird, fängt Julia etwas mit einem afghanischen Studenten namens Achmed an.

Dann geht es nach Israel nach Hebron, denn Bodo will eine schwarze jüdische lesbische Bestellerautorin, deren Name Yael Maerisira ist, die im Rollstuhl sitzt, faschischte Ansichten hat und sich einen Diktator für Israel wünscht, interwieven.

Nach Deutschland zurückgekommen lädt er Julia und ihre Freunin Renate in ein Spitzenrestaruant ein, die orangen Ausweise zeigen, Renate wird in der Nase gebohrt, nein, das konnte Hannes Stein wahrscheinlich nicht im Jänner letzten Jahres wissen und Julia möchte endlich den Fotografen ihres Freundes, der ihn auf allen seinen Reisen beleitet, Jacques Lacoste , der ihn auf allen seinen Reisen begleitet, kennenernen. Er kommt aber nicht, schickt stattdessen ein SMS, daß er nach Amerika muß und Bodo ihm nachfolgen soll. Das führt zu einem Streit zwischen ihm und Renate und eine Diskussion über “Sinbad dem Seefahrer”, die Julia offenbar noch mehr die Augen öffnen soll.

Die Reportage über Amerika wird offenbar in der Zukunft geführt, in der das Buch auch zu spielen scheint, denn der fünfundvierzigste Präsident, ich habe nicht nachgezählt, aber di e Baseballkappe und die Beschreibung stimmt wahrscheinlich, wurde längst abgewählt und vergessen. nur ein kleines indianisches Dorf hält ihm noch die Treue und dann steht Julia mit ihrem Taxi Epiket lesend vor einem Sexcluc namens “Aphrodite” und wänd sie noch über die Freiheiten, die der Mensch hat nachdenkt, steigt einer ein, der Bodo verdächtig ähnlich sieht. Aber der ist doch in Indien. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd, wo Bodos Nachbarin Julia droht, die Polizei zu holen, während sie ihm mit “Mistkäfer und ungeputztes Arschloch!”, beschimpft.r

Bodo berichtet dagegen aus einem Aschram, wo der Guru seinen Schülern den “traszendentalen Orgasmus”beibringt, das heißt, er kann seine Schüler lehren, eine Frau in einem Bus oder in einem Hörsaal dahin zu bringen, also eine ganz schöne Männerfiktion, könnte man so sagen und als Julia den Zurückgekommenen zur Redre stellt, erzählt er ihr von einem Doppelgänger.

Das hat die Detektivin Julia auch einmal erzählt. Die nächste Reportage handelt von der Besteigung des Mount Everest. Dort erlebt der Held in seinen Fieberträumen offenbar eine Begegnung mit dem Yeti und in eine österreichische Alpenhütte kehrt am Gipfel dann auch noch ein, bevor er zu der bayrischen Burg des ostdeutschen Soziologen Ernst Ablbrecht Hochmeisters aufbricht, der seine Schweinchen Siegfried und Hagen nennt und mit seinen zehn adoptierten indonesischen Kindern wieder an Götz Kubitschek erinnert, obwohl seine Frau eine Polin ist und der sich am Schluß am Blut berauscht.

Julia besucht Bodos Appartement. Dazu hat sie inzwischen den Schlüßel und will endlich in das Appartement des Fotografen eindringen. Die schlaue Studentin knackt den Code. Drinnen ist aberkein Bett , sondern eine Fotoausrüstung, ein Gardarobenständer und eine teure Computeanlage. So schnappt sie die Visitenkarte der Detektivin und ruft diese an. dann geht es in die Oper und danach präsentiert Julia das Ergebnis der Detektivin, man kann alles faken und einen Film darüber bestellen.

Julia beginnt ihn zu erpressen und die vorletzte Reportage kommt aus Australien, da bleibt dann auch der Fotgraf hängen und die letzte Reportage stammt von Julia selbst, denn Bodo hat sogar seinen Immuausweis gefälscht. Er leidet an der Krankheit und stirbt und im Himmel beginnt er dann mit mit Jesus, mohamed, Krisha und wem auch immer zu pokern und seinen Kaffeesud zu lesen, bevor er hinter der geheimnisvollen Tür verschwindet.

Wir bleiben zurück und denken “Wui! Da hat sich einer aber enorm ausgelassen, sowohl Kapitalismus als auch Kommunismuskritik geübt und dabei wahrscheinlich großen Spaß gehabt! Ein grandioser Roman über alles, der, wie offenbar bei Hannes Stein üblich keine Grenzen kennt und jedes Tabu bricht, auch wenn man dabei, was bei Hannes Stein nachweislich nicht der Fall ist, seine Heimatgrenzen nie verlassen hat.

Zweimal “Alte Schmiede”

Im Literaturhaus Graz gibt es derzeit Livestreamsveranstaltungen zu einem Jahr Corona,wo sich Klaus Kastberger mit seinen Gästen zuerst mit der Literatur, dann mit der Kultur und heute mit der Gesellschaft beschäftigte.

Ich habe mir am Nachmittag den vor zwei Wochen erschienenen Teil angehört, wo Herbert Ohrlinger vom “Zsolnay-Verlag, Ilse Kilic und noch zwei Gästen, darunter der Leiterin des Berliner Literaturhauses, die Lage der Literatur seit März 2020 diskutierte und das ist interessant, wie da die Präsenzveranstaltungen sich in Livestreamveranstaltungen verwandelten und die Literaturhausleiter machten sich Sorgen, um das Verschwinden des Publikums und da ist auch interessant, daß dieses jetzt per Livestream nicht nur ins Wiener Literaturhaus sondern auch in das Berliner, Salzburger, Stuttgarter Schriftstellerhaus, Stifterhaus, etcetera, begeben kann, wo man sonst unter anderen Umständen, nie hingekommen wäre und so werde ich mich an diesem Abend zweimal in die “Alte Schmiede” begeben, wo es zuerst, bevor es in die dritte Staffel der Nachtschicht geht, ein Werkstattgespräch gab, wo Johannes Tröndle zwei unterschiedliche Autorinnen, eine ältere und eine junge mit zwei unterschiedlichen Texten vorstellte.

Die Erste war die1995 in Deutschland geborene Fiona Sironic mit ihrem Romanprojekt “Das ist der Sommer in dem das Haus einstürzt” Fiona Sironic ist oder war Sprachkunststudentin, hat dort auch in der “Jenny” veröffentlicht und 2019 im Literaturhaus Berlin, glaube ich, den zweiten Platz beim “Open Mike” mit ihrem Romanauszug gewonnen.

Johannes Tröndle erzählte etwas von einem besonderen Sprachstil, es geht um eine junge Frau namens Helen, die offenbar in ihren Heimatort zurückkehrt, ihre Mutter, “die Trottel” nennt, zwei Freunde hat mit denen sie auf den Kirmes geht, an einer Angststörung leidet und daher oft dissioziert, interessant, wie die jungen Frauen die Welt sehen und was sie alles schon von psychischen Störungen wissen, sie lebt in einer digitalen Welt. Das Riesenrad mit dem sie mit ihrer Freundin fährt,, verschwindet auch irgendwie, Teddybären und Stoffrosen werden gschoßen und die jungen Leute driften auch in digitale Welten ab, was etwas ist, was Fiona Sironic, wie sie im Gespräch enthüllte, besonders interessiert und sie läßt ihre Leser die Zeit auch an den verschiedenen Smartphones und Spielkonsolenformen erkennen, was für die Handylose interessant ist und zu der 1946 in Linaz geborenen Katharina Riese hinüberführt, die sich in ihren ” V-Projekt” mit ihren1947 verstorenen Vater beschäftigt, der ein sudentendeutscher Nazichemiker war, offenbar irgendwie wie Hitler ausschaute, eine vegetarische Biowurst erfand und den dieTochterin ihren “Satellitentexten”und Fotospuren nachspürt.

Einige davon sind schon in den “Facetten” erschienen. Ich kenne Katharina Riese, glaube ich, als Feministin durch Elfriede Hasleher, habe sie damals zu meiner Frauenlesung in die “AS”eingeladen, die ich, glaube ich, 1997 im Rahmen der GAV organisierte. Damalsgab es,glaube ich fünftausend Schilling Honorar, habe sie sonst schon ein paar Mal in der “AS”oder bei anderen Gelegenheiten gehört und interessant ist dieses “V-Projekt”, Katharina Riese mag ja, wie sie Johannes Tröndle erzählte, eher kurze Texte und eine Stelle ihrer “Satellitentexte”,die sie vorlas, beschöftigte sich auch mit der Frage, wie man Zeit beschreibt, die jüngere Fiona Sironic hat die Anwort mit ihren Smartphonemodellen, schon vorweggenommen. Die Rekonstruktion des unbekannen Vaters ist aber auch ganz interessant. Vielleicht wird noch ein Buch daraus. Ich bin gespannt und in der dritten Nachtschichtstaffelwird es dann zu Franzobel gehen, der ja 1995 den “Bachmannpreis”gewonnen hat ,eine Weile auch “Ohrenschmausjurymitglied” war und schon einige sehr interessante Bücher geschrieben hat und jetzt mit Walter Famler über seinen neuen historischen Roman “Die Eroberung Amerikas” ein Stückchen las und darüber diskutierte, wo er wieder eine sehr deftige Sprache verwendete. Der Vielschreiber Stefan Griebel, der wie Katharina Riese aus Oberösterreich kommt und1967 in Vöcklabruck geboren wurde, hat auch schon einige Krimis geschrieben und diskutierte in der “Nachtschicht”, die ja sehr theoretisch ist, mit Walter Famler auch über seine Theaterstücke und die politische Situation, den Rechtsruck, die Sprache der FPÖ, was sich durch Corona ja wieder sehr gewandelt hat.

Corona-Ohrenschmausverleihung

Den “Ohrenschmaus-Literaturpreis für und von Menschen mit Lernbehinderunng” gibt es seit 2007 und durch den Otto, meinen, wie ich immer schreibe, literarischen Begleiter, der mich zu Beginn meines Bloggens, sehr unterstützte, ein Schulkollege vom Alfred, den ich durch die Wandergruppe kennengelernt habe und der, obwohl Musiktherapeut und Germanistik studierte, bei der Caritas arbeitet, bin ich in die Jury gekommen.

2007 fand die Preisverleihung im Literaturhaus statt, seit 2008 im der Ovalhalle im Museumsquartier, ich war immer dabei und habe bis auf einma lauch eine Laudatio gehalten, aber seit einem jahr ist alles anders und so fand die Preisverleihung für 2020 nicht, wie sonst Anfang Dezember, sondern erst heute statt und zwar nicht mehr im MQ, sondern im Studio 44, wo sonst immer der “Alpha”, den es auch nicht mehr zu geben scheint und zwar nicht Corona bedingt, sondern weil es dort mehr Platz als in der Ovalhalle gibt und der “Ohrenschmaus” ja großen Zulauf hat, aber Corona bedingt waren nur wenige Leute in den großen Saal und das ganze fand für die anderen online statt und es haben diesmal auch weniger Leute als sonst eingereicht.

Sechsundsiebzig Einreichungen gab es heuer und die Jurysitzung fand am fünfzehnten Jänner auch nur Online statt.

Jurmitglieder sind jetzt Günter Kaindlstorfer und Vea Kaiser die auch bei der Zoom-Sitzung waren, ich wurde telefonisch zugeschaltet. Ludwig Laher, Heinz Janisch und Felix Mtterer, der Schirmherr fehlten und weil Corona bedingt nur so wenige Leute eingereicht haben, sonst waren es immer über hundert, gab es noch einen Sonderpreis und eine neuerliche Ausschreibung Texte zum Thema “Mut” einzureichen, wo fünfzehn in einer anderen Jurysitzung ausgesucht wurden, die dann auf die Schokolade sollte, denn die Zotter-Schokolade mit dem Preisgedicht ist ja auch eine Spezialität des “Ohrenschmauses”.

Heute also eine Online-Preisverleihung und weil ich ja nicht mit Maske und Test zu Veranstaltungen gehe, habe ich auch keine Laudatio gehalten, die haben Günter Kaindlstorfer und Vea Kaiser als Videobotschaften geschickt. Heinz Janisch war live anwesend und die Moderatoren waren wieder Danzi Linzer und ein David Stockenreitner, Maria Hofstätterund Grgor Seberg haben die Texte gelesen und zuerst wurde wieder die so genannte Ehrenliste vorgestellt und da gab es wieder einige Bekannte, nämlich Peter Gstöttmaier der ja wirklich ein Sondertalent ist, schon mehrmals gewonnen hat und auch diesmal einen sehr berührenden Corona-Text hatte “Nix geht mehr, ois steht”, Viktor Noworski auch ein Vorjahrssieger war dabei, es gab einen Text der die “Kakerlake” hieß und dann einen über die “Kaffeebohne”.

Sehr berührend der Text von Daniela Tödling “On the Pyre” und und und..

Zwölf Leute standen auf der Ehrenliste, die sich diesmal nicht in der Gruppe präsentieren konnten und dann kam noch eine Grußbotschaft vom Schirimherr Felix Mitterer aus Tirol, bevor es zu den Hauptpreisen kam und wieder sehr berührend die 1997 geborene Hanna Gugler mit ihrem Text “Ich, mein Freund und das miese Coronavirus”. Günther Kaindlstorfer hielt aus seinem Wohnzimmer die Laudatio und prostete Hanna Gugler dann mit Wodka zu, da der letzte Satz lautet “Ich wünsche mir so sehr, dass das Cornavirus endlich aufhört, und das nervt so lange schon, und ich möchte meinen Freund wieder normal treffen und was unternehmen, und ich möchte so gerne meinen Geburtstag endlich nachfeiern, das vermisse ich auch so sehr, wirklich mit Grillparty und auch mit Wodka trinken. Auch das brauchen wir nach diesen Scheiß-Virus-Zeiten”.

Der zweite Preisträger, der 1965 geborene Gerhard Bürscher, der ein Schädelhirntrauma nach einem Motorradunfall erlitt, hatte mit seiner Zahnarzgeschichte, einen ebe,nfalls sehr berührenden Text, den die Laudatorin Vea Kaiser zwischen Jandl und Kafka ortete und der dritte Preisträger, der 1968 geborene Wilhelm Michael brachte seinen Text “Was ich alles bin”, in fünfzehn Zeilen alles ein, wie Heinz Janisch in seiner Laudatio betonte “Ich bin ein Schreiberling/ Ein dicker Mensch/Ein Zuhörer/ Ich bin ein Rapid Fan/Ein Klugscheißer/Ein nervöses Bündel/ ich bin ein Schwarzhumoriger/ich in ein Kino Geher/ ich bin ein lebendes Kinoprogramm/Ich bin ein Cola Süchtiger/ Ein politischerZeuge/Ich in ein Wortspieler/ ich in ein WC Hocker/ Ich bin ein Blindgänger/ als Mensch könnte ich auch durchgehen.”

Dann folgte die Tanzeinlange, die diesmal auch nur online erfolgte, bevor die fünfzehn Muttexte vorgestellt wurden.

Peter Gstöttmaier war natürlich auch wieder dabei “Des is mei Anschauung /jetzt brauchst Mut/Woar net oiweu so/Bleibt a net oiwei so/Oba es wird wieda guat/Ondas oba a guat/Nächstes Sunniwendfeuer mechat meine Maskn vabrenna und olli Leut die Händ schütteln!”

Christian(e) Kargl, auch ein alter Teilnehmer, der auch einen berührenden Chris Pichler Song auf der Ehrenliste hatte, war wieder dabei und auch Herbert Schinko.

Franz Joseph Huainigg der Initator der Veranstaltung hat die Schokolade wieder angebissen, der Schokoladier Josef Zotter hatte genauso eine Grußbotschaft, wie die Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer, die allen Preisträgern herzlich gratulierte. Fotos gab es von den Hauptpreisträgern auch und eine Verabschiedung der Organistatorin Estiverli Rafyi, der Nachfolgerin von Gerlinde Hofer, die ich gar nicht mehr persönlich kennenlernte, die nach Spanien geht. Zwei junge Damen sind ihre Nachfolgerinnen und abschließend folgt mein Wunsch, daß die Preisverleihung, das nächste Jahr ohne Maske und Test stattfindt und ich wieder eine Laudatio halten kann, was ich ja serhr gerne würde. Aber leider bin ich auch technisch nicht so affin, daß ich eine Videobotschaft geschafft hätte.

Ich bin gespannt, habe bis dahin auch die Texte zu lesen, die man, glaube ich, wie die Schokolade auch bald kaufen kann, was ich sehr empfehle!

Abels Auferstehung

jetzt wäre es sich wahrscheinlich ausgegangen,Thomas Ziebulas zweiten Leipzig-Krimi mit in diese Stadt zu nehmen, wenn es die Buchmesse, wie geplant gegeben hätte. Hat sie aber nicht, denn sie wurde schon lange auf Mai verschoben, weil da das Wetter ja schöner ist und man die Messe auch im Freien abhalten hätte können. Jetzt gibt sie angesichts der steigenden Zahlen aber doch wieder nur Online oder überhaupt nicht und Thomas Ziebulas zweiter Stainer-Roman spielt im März 1920 und schließt sich nahtlos an den ersten an.

Also ein richtiger Fortsetzungsroman, denn einige Personen außer dem Inspektor kennen wir schon und der kommt zu Beginn vom Begräbnis seiner Frau zurück. Wir erinnern uns, so endet der “Rote Judas”, betrinkt sich, flucht vor sich hin und auch die Rosa Sonntag, die Malerin, die auch in einem Nachtclub singt und ihren Bruder Hagen kennen wir auch, sowie die letzte Straßenbahnfahrerin Fine König, die jetzt, nach dem die Soldaten aus den Gefangenenlagern zurückkommen sind, wieder an den Herd zurück soll und vielleicht die Art, wie der Mörder sein Geständnis durch das ganze Buch hindurchzieht.

Der beschreibt zu Beginn, wie man dazu kommt, einfach vor sich hinzutöten. Man fängt einmal damit an, der Krieg hat es vielleicht auch beigebracht und die Hemmungen genommen, kann man nicht mehr aufhören und muß am Ende, wenn die Leichen schon den Weg säumen, selbst den Strick nehmen.

Es fängt auch für die, die den ersten Band gelesen hat, vielleicht ein unverständlich an, in die Handlung hineinzukommen, denn da wird einer zuerst in Basel in den Rhein gestürzt und man denkt “Wui!”

Dann kommt Paul Stainer vom Begräbnis seiner Frau zurück und wacht betrunken auf und von einem Fechtduell der Leipziger Burschenschafter der illegalen oder vielleicht schon legalen Nazis, ist auch schon im Klappentext die Rede.

Dann geht zu Marlene Wagner, das ist eine ziemlich freidenkende Journalistin der Leipziger Volks- einer linken – zeitung, die soll über das Fechtduell schreiben, ein Herr Thorwald kutschiert sie dorthin, der jüdische Student Fritz Sternberg, der es schon vor dem Krieg geplant hat, wird später tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden und das Buch besteht aus drei Teilen.

“Der Maler” das ist jener Fritz Sternberg, ist der erste, “Die Journalistin”, die zweite, denn die wird später auch ermodet und der dritte heißt “Das Mädchen”, das ist die siebzehnjährige Tochter der Straßenbahnfahrerin und die kommt, spoilere ich, gleich, mit dem Leben davon und so geht es dahin und wir in die Handlung hinein.

Paul Stainer hat mmer noch Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis und seiner “Kriegsneurose”. Deshalb soll er degradiert werden, denn die nationalen Vorgesetzen haben etwas gegen ihn und Rosa Sonntag, die auch Malerin ist, will ihren Bruder, der ihr ja im ersten Teil übel zusetzte, eines auswischen.

Sie ist nicht nur Sängerin, sondern auch Malerin und soll das Hochzeitsbild ihrer Frunddin Clara malen. Die war schon mal verheiratet, mit Adrian Adamek, der in Verdin gefallen ist. Jetzt will sie seinen Bruder Konrad, einen Pelzhändler heiraten und einen dritten Bruder, Roman gibt es auch. Der lädt Marlene Wagner zum Abendessen ein, die wird aber ermordet, weil den Nationalen ihr Burschenschaftsartikel nicht gefallen hat? Und vorher war sie in Basel, weil der tote Soldat ihr Bruder sein hätte können. War er aber nicht und der Tote hatte ein Zigarettenetu bei sich, dem Marlene nachspürt, weil sie einen Artikel über den toten Soldaten schreiben will.

Nach und nach klärt sich alles auf und man erfährt auch viel, wie es in Leipzig vor hundert Jahren ausgeschaut haben soll und, daß es schon damals schwierig war, wenn man mit einer Siebzehnjährigen im Bett erwischt wurde oder auch nicht, denn die konnte man damals noch schnell heiraten.

Mona König weiß aber nicht, ob sie das will? Geht sie doch noch zur Schule und verdingt sich als Komparsin im Theater, wo gerade “Macbeth” gespielt wird. Dort kommt es zu einer Verfolgungsjagd. Am Schluß klärt sich, wie schon beschrieben alles auf. Der Mörder, es war wieder eineÜberraschung und ein anderer als erwartet, hängt sich auf. Stainer entschuldigt sich bei dem Verdächtigen, der er vorher hart angefaßt hat und hat seine Gedächtnis wieder zurückbekommen und jetzt können wir gespannt sein, wie es weitergeht und ob ich jemals wieder ohne Maske und grünen Impfpaß nach Leipzig komme, um dort vielleicht den möglichen dritten vierten oder fünften Teil zu lesen?

Vom Indiebookday zur Antirassismusdemo

Motto

Motto

Heute am zwanzigsten März ist wieder Indiebookday, diese Aktion der unabhängien Verlage die damit auf die kleineren Verlage aufmerksam machen wollen und dazu aufrufen, daß man an diesem Tag in eine Buchhandlung gehen soll und sich ein Buch aus einem unabhängigen Verlag, egal welches, eines das man immer schon haben wollte, sagen die Veranstalter und sich mit diesem posten soll. Das gibt es schon seit einigen Jahren und ich habe meistens darüber geschrieben und auch versucht ein bißchen auf meine Bücher aufmerksam zu machen, obwohl da nicht ganz klar ist, ob die selbstgemachten, als Indiebücher gelten, obwohl ich einmal sogar einen Artikel darüber geschrieben habe, einmal war ich auch bei einer Veranstaltung und habe ein Buch dabei gewonnen, das ich noch immer nicht gelesen habe, ich gebe es zuund dann kam Corona und so gabs im Vorjahr Ausgangssperre, die Buchhandlungen waren geschloßen und der Indiebookday hat nur über das Netz oder Online stattgefunden und heuer, wo die Buchhandlungen in Österreich seit Anfang Februar, in Deutschland seit Anfang März wieder offen sind und man sich mit FFP2-Maske hineinbegeben kann, hätte ich fast darauf vergessen, hätte mich nicht Marina Büttner, die ich, glaube ich, 2015 durch mein Buchpreislesen kennengelernt habe und mit der ich seit 2016 auch in der Bloggerdebutjury bin, darauf aufmerksam gemacht,so daß ich darüber schreiben kann.

ÖGB

ÖGB

In die Buchhandlung gehen, lasse ich aus und dieBücher, die ich im “Bücherschrank” finde, gelten vielleicht nicht richtig. Ich habe aber einige Indiebooks auf meiner Leseliste, bieten mir ja immer wieder junge Autoren ihre Bücher an und es kommen, glaube ich, auch einige aus den kleineren unahängigen Verlagen zu mir, Da könnte ich meine Leseliste danach durchforsten.

Da habe ich ja gerade Fabian Neidhardts “Immer noch wach” gelesen, der auch ein Bloggerjurymitglied ist, hat sein Buch bei “Haymon” herausgebracht, und der gilt, glaube ich, als ein solcher. Auch “Kremayr und Scheriau”,wasmich ja eine Zeit verwunderte, weil ich den eigentlich als Großverlag eingeschätzt hätte, aber da habe ich die “Ameisenmonarchie” gerade gelesen und werde mich demnächst an den “Reigen reloaded” machen, die “Wäscheleinen Schaukel” ist wahrscheinlich in einen Indiebookverlag erschienen und Kai Lüddders “Mauern” glaube ich auch.

Neues grünes Motto?

Neues grünes Motto?

Dagegen gilt “Aufbau” von demich gerade den ersten Band der “Kopenhagenertrilogie” von Tove Dietlevsen ausgelesen habe und Hannes Stein “Der Weltreporter” das ich demnächst beginnen, das bei “Galllini-Berlin” erschienen ist, glaube ich, nicht als solches.

Aber mir ist ja eigentlich, wie ich immer schreibe, ganz egal, ob das Buch das ich demnächst lese, in einen kleinen oder großen Verlag erschienen ist, obwohl ich ja immer eine Lanze für das Selbstgemachte breche und meine Bücher im Zuge dieser Aktion ganz gern promoten will, also wer gerne ein solches von mir lesen und besprechen oder kommentieren will, bitte bei mir melden und um wieder auf den Samstag zurückzukommen, der bei mir ja seit es Corona gibt, eigentlich ein Demotag ist oder die Gelegentlich aus dem Haus zu kommen, denn wenn ich in Wien bin, gehe ich eigentlich seit einem Jahr nur auf die Bank, um meine Zahlscheine einzuzahlen und meine Kontoauszüge zu beheben.

Aber gerne doch ...

Aber gerne doch …

Aber seit Jänner finden ja regelmäßig Demos statt. Am sechzehnten gab es eine Große um den Ring, die war noch legal und man konnte wenn man den ein Meter Abstand hielt, auch ohne Maske daran teilnehmen. Das hat sich dann gleich am nächsten Tag geändert, denn dann gab es schon, die vorher von den Medien sehr oft beschworene Maskenpflicht und einen zwei Meter Abstand. So wurden ab da die meisten Demos, auch die die FPÖ anmeldete, verboten und und fanden Online statt und die nächsten waren dann illegal. Das heißt die Teilnehmer wurden meistens eingekesselt und angezeigt und ich habe auch das Problem, daß diese Demos sehr verrufen sind, weil sie als rechts gelten. Ein Herr Küssel nimmt regelmäßig daran teil, die Identitären und die FPÖ und von der letzten, auf der wir auch waren, hieß es dann, die ist eskaliert, weil die Teilnehmer am Rückweg eine Versicherung stürmten und sogar einen Wachmann verzletzten. Es stellte sich heraus, daß die Polizei alle Brücken zum ersten Bezirk abgesperrt hatten und wir wären vielleicht auch in den Kessel gekommen, wenn der Alfred nicht bei der Urania bei der Polizei durchgesetzt hat, daß sie uns durchließen. Die Presseberichte über diese Demos sind aber alle sehr negativ, von Schwurblern, Hooligans und Covidioten ist da ist Rede, das bin ich alles nicht. So habe ich schon seit der Großdemo nach linken Demos Ausschau gehalten. Am Donnerstag gibt es da jetzt auch wieder Demonstratonen am Platz der Menschenrechte und vor drei Wochen waren wir auf einer am Ballhausplatz, da habe ich dann ein Pickerl zugesteckt bekommen, das zu einer “Aufstehen gegen den Rassismus-Demo” am Karlsplatz aufrief. Denn da wurden ja vor ein paar Wochen ein paar Schüler abgeschoben und die “Black lives matter-Bewegung” gibt es auch und weil der Alfred ja immer nach den Grünen Ausschau hält sind wir statt in eine Buchhandlung dort hingegegangen, haben der Musik und den Reden zugehört und sind dann über den Platz der Menschenrechte bis zum Volksstheater gegangen, wo am Balkon eine Schauspielerin stand und auch ein Programm gegen den Rassismus vorbereitet hat.

Buchhandlung Jeller

Buchhandlung Jeller

Dann ging es zurück zum Resselpark, wo Schülervertreter und andere Aktivisten ihre Statements abgaben und zum Wachsein gegen den Rassismus aufriefen. Es war zwar ziemlich kalt, aber eine gute Stimmung und am Rückweg sind wir ,um den Indiebookday doch ein bißchen zu feiern zum “Wortschaft” gegangen, wo es ein paar Funde gab

So habe ich John Streelecky “Das Cafe am Rande der Welt” ein esoterischer Bestseller glaube ich, den ich schon einmal bei “Rund um die Burg” hörte und Yann Martels “Die hohen Berge Portugbals” aus dem “Fischer Verlag”, sowie Ines Geipels “Umkämpfte Zone- mein Bruder, der Osten und der Haß “von “Klett-Cotta” gefunden. Also wieder Lesestoff um die Krise, man spricht ja wegen der ansteigenden Zahlen, die besonders in Ostösterreich sehr hoch, daß ein Osterlockdown kommen soll, so daß wir im schlimmsten Fall, wenn die Mobiliät eingeschränkt werden soll, zu Ostern nicht nach Harland kommen, besser auszuhalten und die Anti-Corona Demo, die es wieder gegeben hat, haben wird diesmal versäumt.Das heißt, bevor wir weggegangen sind, haben wir in OE24 gehört, daß sie vom Westbahnhof in Richtung Karlsplatz marschieren. Da haben wir sie auf der Wiedner Hauptstraße, glaube ich, auch gehört, dann aber nicht gesehen und jetzt habe ich gehört, daß sie am Gürtel eingekesselt und sogar Pfefferspray verwendet wurde, was eigentlich sehr sehr arg ist, da der Einsatz für die Freiheit ja auch sehr wichtig ist.

Immer noch wach

Das zweite Buch eines Bloggerdebutjury-Kollegen, das erste oder wahrscheinlich doch zweite Buch, des 1986 geborenen Fabian Neidhardt, den ich aus oder vom “Literaturcafe” kenne und der irgendwie auch ein Selfpublisher ist oder war und jetzt ein Buch bei “Haymon”, herausgebracht, wow!

Früher habe ich dort ja auch einmal meine Manuskripte hingeschickt. Der Titel verwirrte mich anfangs, weil mir nicht ganz klar war, worum es geht, um einen Scheintod oder in ein Hineingleiten in eine andere Welt? Eigentlich nicht wirklich das, was mich sehr interessiert, obwohl ich über den Tod, das Sterben, das Älterwerden, die Demenz oder auch um die Therapieverweigerung oder eine mißglückte Sterbehilfe geschrieben habe.

Das Buch ist dann bald zu mir gekommen. Es steht noch drin, daß man es vor März nicht besprechen soll. Nadine Rendl sagte mir, es wäre aber schon der Februar, daß es erscheint. Jetzt habe ich es aber doch vor März nicht geschafft und mir daher auch vorher das Gespräch zwischen ihm und Wolfgang Tischer im “Literaturcafe” angehört, das Buch gelesen und jetzt bin ich wieder einmal baff.

Bin ich ja ein alter Leseprofi, so daß man sagen könnte, da ist mir nicht mehr sehr viel fremd und ich beschäftige mich auch meistens sehr erfolglos, wie man die “Heldenreise” anwenden kann, habe zufällig Benedict Wells neues Buch, das, wie ich es nennen würde, sehr gut konstruiert ist und das Beste von all den schon geschriebenen Büchern wiedergibt und Anja Baumheiers “Erfindung der Sprache” die das auf einem sprachlich etwas weniger erhöhten dafür aber unterhaltsameren Niveau ebenfalls tut, vor kurzem gelesen und nun Fabian Neidhardts “Immer noch wach” und es beginnt eigentlich ganz konventionell, so wie man es schon öfter gelesen hat und ich es auch in “Im Namen des Vaters” beschrieben habe.

Da ist Alex, er ist dreißig, hat ein Cafe und eine Freundin namens Lisa, einen besten Freund namens Bene, mit diesen führt er das Cafe und als er sieben war, ist sein Vater an Magenkrebs gestorben. Die Mutter hat lang getrauert und nicht vom Vater erzählt. Dann findet sie einen Freund und als der sie verläßt, stirbt sie, es war ein Herzinfakt, nicht der Strick, glaube ich, Fabian Neidhardt nennt es am gebrochenen Herzen. Alex studiert BWL und eröffnet dann mit Bene, das Cafe, das “Türrahmen” heißt, was, wie ich dem Gespräch zwischen Fabian Neidhardt und Wolfgang Tischer entnahm, sehr originell findet.

Dann bricht er irgendwie zusammen, hat Kopfweh und Magenschmerzen und der Arzt sagt “Sie haben Krebs und ich erkläre Ihnen nun, was wir machen können! Sterben werden Sie aber ohnehin!”

Das fasse ich jetzt einmal so zusammen. Da gibt es das Trauma mit dem Vater und Alex entscheidet sich, sich nicht behandeln zu lassen, sondern zuerst seine To do – Liste abzuarbeiten. Das klingt jetzt etwas klischeehaft und wird auch so beschrieben und dann will er ins Hospiz und Lisa und Bene zurücklassen. Sie sollen ihn nicht besuchen, weil er nicht will, daß sie ihn in seinem letzten Zustand sehen. Auch ein wenig klischeehaft und gut konstruiert, weil ich nicht sicher bin, ob das wirklich jemand so macht und sich das traut, die Chemo, die einen letztlich ja zerstört zu verweigern. Die Idee, aber dann wenn die Schmerzen kommen in ein Hospiz zu gehen, finde ich gut und merke sie mir für den Fall, daß…

So beginnt das Buch, das immer zwischendurch erzählt, in die Vergangenheit geht und wieder zurück, etcetera.

Er bekommt, ich weiß nicht, ob man das braucht, von seinem Arzt die Befürwortung für das Hospiz, zieht hin. Dort ist wirklich alles schön und liebevoll. Er muß aber nach elf Wochen eine Untersuchung für die Verlängerung machen. Aber erst kotzt er sich aus, verläßt tagelang nicht sein Zimmer, bis er Kaspar, einen alten Krebskranken, der nicht sterben kann, kennenlernt und ins Leben bzw. ins Hospiz findet. Lernt die anderen Patienten kennen, läßt sich durch das Haus führen und dann sind die elf Wochen vorbei und jetzt wird es wirklich originell, weil zumindestens von mir noch nicht gelesen.

Zumindestens nicht so. Die Spontanremisssionen, wo der Krebs dann später wieder kommt, gibt es und das würde man auch erwarten, am Ende des Buches, nicht in der Mitte. Er geht zur Untersuchung und die Ärztin teilt ihm einige Tage später mit, es war ein Irrtum, der Tumor ist gutartig und er kann im Hospiz nicht bleiben. Wui, was tut er dann? Hat er seinen Anteil an dem Cafe ja schon an seine Freundin Lisa überschrieben und als er mit seinen Koffer das Cafe erreicht, sieht er sie mit seinem Freund Bene in inniger Umarmung, wui, was macht man dann?

Das habe ich ein wenig klischeehaft empfunden, es geht aber gleich weiter mit den Listen, denn in den elf Wochen sind in dem Hospiz einige Leute gestorben. Einer der vorher mit ihm Schach spielen wollte, einer der auf einen Achttausenderr wollte, einer wollte tanzen und eine heim in das Dorf aus dem sie stammt. Das will er nun für sie erledigen. Trauerbewältigung würde ich diagnostizieren und vielleicht auch nicht wirklich realistisch. Es gelingt auch nicht alles, denn auf einen Achttausender kann man nicht wirklich, wenn man vorher noch nie wandern war und als ihn der, der ihm das klar macht, verläßt, steht plötzlich Bene am Tisch und schreit ihm” Arschloch!”, entgegen. Das habe ich einmal bei einer meiner Klientinnen, deren Freund sich erschoßen hat und sie mit dem neugeborenen Baby zurückließ, auch so erlebt. Sie sprechen sich aber aus und er erfährt, Lisa ist nicht seine Freundin und hat das Kind, das von Alex war, inzwischen verloren, also wieder zurück?

Geht noch nicht gleich, denn da ist ja Kaspar, der auch noch nicht so ganz loslassen kann. Der tut es dann, hinterläßt Alex sein Boot, aber der schüttelt den Kopfund fährt wieder heim, beziehungsweise zu dem Cafe.

“Ich weiß nicht , was passieren wird. Und das ist okay. Hauptsache, ich bin dabei.”, lautet der vielleicht etwas flapsig klingende letzte Satz.

Einen Abspann gibt es auch in dem Fabian Neidhardt, die Entstehung des Buches erklärt. Er hat dafür auch in einem Hospiz praktiziert und am Anfang steht noch “Wir freuen uns daß du diesen Text in Händen hältst und hoffen, daß er dich genauso sehr verzweifeln lässt und genauso sehr tröstet, wie uns, dass er dich berührt, überrascht und dich auch noch nach der Lektüre noch lange nicht losläßt.”

Etwas was inzwischen auf vielen Klappentexten steht und dann meistens nicht zutrifft. Bei diesem Buch aber schon. Harte Kost vielleicht für einen jungen Menschen, der den Tod vielleicht gerade erst bei seiner Geroßmutter erlebte. Aber etwas, was jeden von uns betrifft und das man vor allem auch in Corona-Zeiten nicht verdrängen soll.

Ein gutes Buch also, hervorragend geschrieben, gehört als Pfichtlektüre in jede Krankenpflegeschulebibiliothek und darüber was da jetzt konstruiert, übertrieben oder unrealistisch ist, zu diskutieren, ist sicher auch sehr spannend, denn die Meisten wird nach der Krebsdiagnose wahrscheinlich immer noch eine Chemotherapie erwarten und wird vielleicht von den Alternativen träumen. Dieses Buch zu lesen, kann eine solche sein.

Nach vorn, nach Süden

Jetzt kommt ein Jugendbuch,ein Roadmovie, der erste Roman von Sarah Jäger vom Debutblog, der Mitorganisatorin des Bloggerdebutpreises, der Buchhändlerin, deren zweites Buch, glaube ich, gerade erschienen ist oder erscheinen wird.

Ich lese jetzt einmal das Erste und das isti nteressant, weil es Elemente enthält mit denen ich mich auch schon beschäftigt habe und von Städten handelt, die ich schon bereist habe.

Es beginnt und das ist mir auch sehr sympathischin einem Hinterhof, einer deutschen Stadt, Essen vielleicht, steht nirgends, aber da ist ja das Cafe, wo der Bloggerdebutpreis vergeben wird, eines Pennyladens, wo die Jugendlichen abhängen, die dort, als Aushilfen beschäftigt sind oder waren, die Verlierer der Gesellschaft sind, ledige Mütter oder Dauerpraktikantin derTürke Can ist auch dabei und unser Pavel und Marie, die als das Buch beginnt, gerade Geburtstag hat, deshalb gibt es im Hinterhof eine Party. Can verbrennt die Würstchen und Marie trauert immer noch Joe nach, der vor einem halben Jahr verschwunden ist und ihr nur ein paar Karten von Fulda, Frankfurt, Würzburg Ulm, Freiburg, also immer weiter nach Süden kommen und so beschließen sie ihn zu suchen, weil ja Sommer ist und man sich da ja gern auf Reisen begeben kann oder konnte, es hat aber nur eine der <jugendlichen einen auto und einen Führerschein und das ist die Erzählerin, die Germanistik studiert, sich als Außenseiterin fühlt und von den anderen nur Entenarsch genannt wird.

So fahren Can, Marie und sie am nächsten Morgen los, haben aber ein Problem, denn Entenarsch hat noch wenig Fahrpraxis und daher eine Autobahnphobie. Sie fahren zuerst auch nach Münster, um sich von Joes Mutter informationen zu holen und die erzählt gleich das Problem. Sie ist nämlich, weil ihr das Leben mit Mann und Kind langweilig war, mit ihrem Freund abghauen, als er zwölfwar und hat dem Sohn nur “Elfchen” geschickt.

“Aha, das Trauma!”, könnte man nun denken. Sie erzählt auch von einem Freund, der in Fulda wohnt und zeigt das Fotoalbum von den Nordseeurlauben, die sie früher mit Mann und Kind immer machte und die Reise geht nach dem die Drei bei einer Pennyaushilfe übernachtet haben, einmal Penny ist immer Penny und alle halten offenbar zusammen, los nach Fulda. Dort treffen sie den Freund im Park und der erzählt, daß Joe zwar bei ihm war, aber wieder weg ist und erzählt von einem Festival, wo er Joe treffen will.

Das findet am Mittwoch statt, so fahren die drei zurück. Denn das Geld geht ihnen aus und Can hat auch zu wenige T- Shirts mit. Es kommt auch zu einer vorsichtigen Annähering zwischen ihm und Entenmarsch und enthüllt ihr sein Trauma. Die geht dann in ihre kleine Wohnung räumt sie auf, schmeißt ihre Lehrbücher den Müll und beschließt das Studium zu lassen, dann hebt sie ihre Ersparnisse ab und die Reise geht wieder los. Diesmal fährt auch Vika mit ihrer kleinen Tochter mit, denn ihr Ex, der Otto macht in der Band, die auch bei dem Festival auftritt. Kurz vor dem Gelände bricht Entenarschs Auto zusammen, was die Suche ein wenig erschwärmt und Joe erscheint auch nicht beim Festival, so daß Marie mit einer Erbsendose und einer Wodkaflasche fast durchdreht, was weitere Spannung in das Buch bringt und die Gruppe, die inzwischen mit einem geborgten Wohnmobil nach Ulm gefahren ist, beschließt nach Süden aufzubrechen. Entenarsch ist aber inzwischen die Nordsee eingefallen,findet Joe auch dort und am Schluß erfahren wir noch ihren Namen.

Sie heißt Lena, ich hätte vorher fast an Dörte oder Doris gedacht und das Leben geht auch im Hinterhof weiter oder wird doch nicht so wie man es sich wünscht und es sich plant und jetzt bin ich auf Sarah Jägers zweites Roman gespannt.

Aber vorher steht noch Fabian Neidharts “Immer noch wach” am Programm und der ist ja auchJurymitglied beim Bloggerdebutpreis und tritt auch in Wolfgangs Tischer Literaturcafe prominent auf, so daß sich der Bloggerkreis und die Erfahrungen, die man dort macht, wieder schließt.