Änderungen in den Handlungsverläufen

Im Jubiläumsjahr, zehn Jahre “Literaturgeflüster” und fünfundvierzierig Jahre literarisches Schreiben, habe ich zu Anfang des Jahres ein paar Artikel gepostet, die ein bißchen was über literarisches Arbeiten aussagten:

Dreizehn Bücher

Bekannte Gestalten

Bücherschrankmotive

Depressive Frauen

Scheibweisen

Die Kinderbücher

Die politischen Bücher

Dann ist im Jänner der Bloggeschichten Band “Besser spät als nie” erschienen. Ich habe die “Unsichtbare Frau” fertig korrigiert” und jetzt mit etwas neuem, nämlich mit “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman” angefangen und darauf habe ich ja mein ganzes Strowitwenmonat Juni, während ich noch korrigierte gewartet. Notizen wurden in dieser Zeit eher schlampig gemacht. Vor zwei Wochen bin ich mit dem Korrigieren fertiggeworden und ich habe mich in der Sommerfrische mit Elan in das neue Projekt gestürzt. Das beginnt bei mir ja immerm mit den Schreibritutaen, Fensterputzen, alles herrichten, Recherchieren und diesmal kam noch pünktlich und zeitgleich Jurenka Jjurks “Zeitmanagementseminar für Autoren” hinzu. Das habe ich zwar nicht gebucht, weil ich glaube ich ohnehin ein gutes Zeitmanagement habe und auch gut diszipliziert bin, aber mir die zwei Vorbereitungswebinare angeschaut und dabei über meine eigene Schreibtechniken nachgedacht.

Mein größtes Handicap ist ja, lieber Uli es tut mir leid, die mangelnde Anerkennung, das Gefühl nicht schreiben zu dürfen und immer wieder gesagt zu bekommen, daß ich es nicht kann, obwohl es mir ja so wichtig ist und ich es schon so viel und lange praktiziere. Mein zweitgrößtes Handicap ist, glaube ich, die Hemmung und der Widerwille mich zu meinem Werk zu setzen, wozu soll ich das tun, wenn es ohnehin nichts bringt, dann kommt bei mir natürlich auch, wie Jurenka Jurk das trefflich nannte, die Selbstidisziplinierungspeitsche, die ich munter schwinge und durch die Webinare bin ich auch auf einiges draufgekommen.

Eine gute Vorbereitung hilft, um am Ball zu bleiben, wahrscheinlich auch das regelmäßige Schreiben, die täglichen fünf Minuten halte ich dagegen für mich für eher sinnlos, denn bis ich in den Text hineingekommen bin, sind sie schon um.

so habe ich in der letzten Woche seit ich an der “Magdalena Kirchberg” auch schon sechs Szenen, neunundzwanzig Seiten und 14392 Worte geschrieben habe, auch einige Artikel verfaßt, um auf meine Schreibtechnik hinzuweisen und das ist ja vielleicht auch für meine Leser interessant, wie ich das bei meinem realistischen psychologischen sozialkritischen Roman- und Erzählungsschreiben halte.

Ich bin keine große Plotterin, das heißt ich erarbeite mir nicht einige Monate lang Szene für Szene und setze mich dann nicht hin, um den Roman in einem Schwung hinunter zu schreiben. Das würde mir als zu langweieilig erscheinen und das wäre wohl auch ein Kriterium um den Profi – vom Hobbyautor abzugrenzen. Aber nein, ich bin keine letztere, lieber Uli, noch immer nicht.

Also beginne auch ich mit einer vagen Idee, bei der Magdalena Kirchberg war es das weiße Auto auf der Straßenkreuzung, dazu schreibe ich mir, weil ich zu dem Zeitpunkt, wo ich diese Idee habe, ja meistens noch am Korrigieren des Vorläufers bin, ein paar Szenen auf und bevor ich beginne fülle ich zu meinem Figuren ein paar Charakterbögen aus und dann schreibe ich mehr oder weniger begeistert  die Szenen hinunter. Diesmal überwiegt die Begeisterung, denn durch Jurenka Jurks Webinar ist mir klar geworden, die gute Organisierung das gute <konzept macht es.

Also habe ich, wie jetzt, acht notierte Szenen im Notizbuch, sechs davon sind schon geschrieben und wenn ich besonders nach längeren Unterbrechungen, da ich ja nicht täglich schreibe, wieder weitermachen will, hole ich meine Notizen heraus und fange dann an.

Das ich meistens ein Gefühl der Hemmung dabei habe, das “Ich muß, aber kann oder darf nicht so richtig!”, ist eher das Unangenehme daran und dann komme ich wieder zum Zeitproblem. Ich habe eine Stunde Zeit und beginne eine Szene, aber dann läutet das Telefon, der Klient kommt früher, der Alfred oder sonstwer will etwas, ich war mitten im Satz, bzw. Sezne, habe unterbrochen, dann schreibe ich weiter und es wird anders, als es geworden wäre, wenn die Unterbrechung nicht stattgefunden hätte.

Das finde ich spannend, weil es ja das Interessante,Unerwartete und auch nicht Planbare ist und das worüber ich in meinen heutigen Schreibartikel berichten will.

Ich war einmal vor <jahren in der “Alten Schmiede” und habe da, glaube ich, Jürgen Benvenuti aus seinem “Kolibri” lesen gehört, das schon auf meinen Bücherstapel lag, ich das Lesen dann aber doch nicht schaffte, der sagte im Gespräch mit Kurt Neumann oder einem anderen Moderator, etwa folgendes, das die Figuren manchmal etwas ganz anderes, als von ihm Geplantes machen, ich habe zugehört, “Wui!”, gedacht und “Das  glaube ich nicht!”, aber so ähnlich, wenn auch nicht so krass, ist das mit meinen veränderten Handlungsverläufen.

Im momentanen Text, wo ich jetzt ja die sechs Szenen habe und noch zwei im Notizbuch, ist noch nicht so ganz klar, wie und was da jetzt mit diesem Konflikt zwischen der Magdalena und ihrer Tochter ist und einen gesamten Handlungsverlauf habe ich noch nicht.

Noch nicht die Mitte und das Ende, nur den Anfang und da kann sich noch viel verändern, daß die Magda am Ende schwanger wird, ist geplant und, daß das Buch der Maria Mallutschek, dieser erfolglosen Dichterin, meinem alter Ego also, die mit fünfundachtzig, während sie fünfzehn erfolglos gebliebene realistische Romane hat, plötzlich mit konkreten Texten Erfolg hat, am Ende vorgestellt wird und sie schimpft darüber ist mir heute eingefallen.

Ansonsten weiß ich über mein geplantes Buch viel oder dann doch noch sehr wenig, ich habe die Figuren, weiß, daß die Magdalena, einen Roman schreiben will oder das vielleicht auch nicht wirklich, denn es war ja auch eine Idee, daß sie ihr Leben, die Veränderung, die die Pensionierung mit sich bringt, bloggt.

Die fünfte Szene, die ich vor kurzem geschrieben habe, beschäftigt sich auch genau damit. Sie hat ihr ehemaliges Praxiszimmer aufgeräumt, setzt sich vor den Laptop und schreibt “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman” hinein. Aber der wird “Die Begegnung” heißen, das sind die drei im weißen Auto und, wie es mit diesen ist, ist mir bis jetzt noch überheupt nicht klar. Ich weiß zwar, wie sie heißen, Oberarzt Rössler, Sofia Böhm und Mathes Enk, die ersten zwei waren Geburtshelfer und Hebamme bei Magdalenas Geburt, der dritte, ein Psychiater der Magdalena am Krankenbett besuchte. Er ist aber auch der Jugendfreund der Maria Mallutschek, der sie jeden Tag besucht, aber eigentlich schon vor fünfzehn Jahren gestorben wird.

Es ist also noch nicht so klar und ich kann auch noch nicht spoilern, ob das jetzt eine Geschichte über das Romanschreiben, wie bei den “Berührngen” wird oder eine über eine depressive fünfundsechzigjährige Frau mit einem Tochter Konflikt. Das die Magda den Blogroman oder das Schreiben darüber mitliest und dadurch zu ihrer Mutter findet, ist auch geplant.

Viel mehr noch nicht, aber das ist eigentlich sehr viel und ich freue mich und das ist sehr schön auf das Weiterschrieben und natürlich auch auf die veränderten Handlungsverläufe, die vielleicht schon die Unterbrechung durch den Schweizurlaub, wo ich  wahrscheinlich nicht zum Schreiben komme, mit sich bringen wird.

Radausflug zum Hauermarkt nach Wagram an der Traisen

Die Sommerfrischenhalbzeit ist abgeschlossen, die diesmal, da der Alfred ja erst am ersten Juli aus den USA zurückgekommen ist, etwas langsam angelaufen ist.

Sind wir doch erst die Woche darauf nach Harland, da war der “Bachmann-Preis” und der Schwiegermutter sechsundachtzigster Geburtstag und ich habe korrigiert und korrigiert und bin nur pro forma und ganz kurz mit dem Rad eine Runde bis zum dem Sportverein nach Spratzern und wieder zurück gefahren. Dazwischen drei Tage Wien mit Praxis, den letzten Veranstaltungen, der Podium Sommerlesereihe, den Filmfestivals am Rathaus und am Karlplatz,  sowie an den Donnerstagen die O-Töne.

Den Martin haben wir in Pernitz einmal besucht und sind mit ihm die Myra-Fälle hinaufgeklettert. Bei der Ingrid waren wir letzte Woche in Nejuwaldegg.

Am Hochschwab waren wir auch, dazwischen bin ich mit dem Korrigieren fertiggeworden, habe das neue Projekt angefangen und bin mit dem Rad nach Wilhelmsbeurg und in das Traisenpark Einkaufscenter, sowie eine Runde um den Viehofenersee und zur Seedose gefahren.

Dazwischen das Alltägliche. Samstag Markt, da haben wir gestern die Doris Kloimstein getroffen, die mir einen Sack voll Bücher, ihre Urlaubslektüre, sie ist einfach in die Buchhandlung Schubert gegangen, hat dort gefragt, was die leute am meisten lesen und hat dort eine “Kängaruhtrilogie”, das Machwerk eines Kabarettisten, überreichte.

Auf der Rudolfshöhe waren wir ein paarmal auch und dieses Wochenende war wieder Hauermarkt in Wagram an der Traisen.

Steckerlfische, richtig gemacht

Steckerlfische, richtig gemacht

Das Traisental ist ja ein Weinbaugebiet und wir haben auch unseren Lieblingswinzer, zu dessen Verkostungen wir regelmäßig radeln. Zu Pfingsten gibt es den Pfingstmarkt in Nußdorf an der Traisen, nach Traismauer ins Donaugasthaus radeln wir zu Ostern meistens auch und im August gibts den Hauermarkt in Wagram an der Traisen in der dortigen Kellergasse. Zweimal waren wir schon dort. Voriges Jahr wollten wir auch hinradeln, leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber diesmal hat es wieder geklappt. Zum größten Teil jedenfalls. Auf der Rückfahrt sind wir ein bein bißchen naß geworden. Das macht mir aber eigentlich nicht viel aus.

Also in der Früh aufgestanden, die Wasserflasche eingepackt, das Sonnenkappel, da habe ich vor kurzem ein lustiges buntes gefunden, aufgesetzt. Der Alfred hat vorsorglich die Klappräder von Wien mitgenommen, damit wir bei der Rückfahrt in Traismauer einsteigen und bis nach St. Pölten mit dem Zug fahren können und sind dann losgeradelt.

Kurz vor zwölf waren wir am Ziel, das heißt, in der Kellergesse, wo es an beiden Seiten Stände mit Essen, Trinken und Weinproben gab. Am Eingang standen junge Mädchen die das Gratissechzehntel, Wein und Brot, leider nur ein Weißer, anboten. Aber ich habe mich, da ich gerne Hugo trinke, Sangria und Erdbeerbowole, ohnehin schon auf Kaiserspritzer umgestellt und da gab es mal einen zu der gebackenen Blunze beim Winzerhaus Schöller.

Der Alfred hat ein Surschnitzl gegessen, was er alsbald bereute, nicht, daß es nicht gut war, aber auf der anderen Seite beim Haimel, gab es Steckerlfische und die dufteten köstlich.

Dazu mußte man dort aber erst einmal hinkommen. Ein bißchen an den Weinreben vorbei. Wir sind aber zu hoch hinaufmarschiert, so daß wir fast nicht hingefunden hätten.

Dazwischen haben wir aber noch Erdbeerfrizzante gekostet, beziehungsweise eine Himbeerbowle getrunken. Der süße Schlatz eben, der gut schmeckt, aber die Kalorien macht. Dann hat der Alfred, die Fische fotografiert und beschloßen sich vor der Rückfahrt doch eine Forelle zu gönnen. Einen Eisckaffee gab es auch noch uind dann auf nach Traismauer, das einen Kilometer von Wagram entfernt ist. Der Zug kam bald und wir waren bis auf drei Burschen, glaube ich, die einhzigen Gäste. Auch einen Schaffner habe ich nicht gesehen,  nur eine sympathische Frauendurchsagstimme, die die nächsten Haltestelle und Austiegsrichtungendurch gab.

Der Alfred hat sich dann ein paarmal bei mir erkundigt, ob ich nicht doch bei der “Seedose” aussteigen will.

“Nein!”, habe ich tapfer geantwortet.

Ich habe doch scchon genügend Bücher und das war auch gut so. Denn, als wir St. Pölten erreichten, hatte sich der Himmel verdunkelt und der Regen hat begonnen, so daß ich wiedermal ein bißchen naß wurde. Ansonsten ein schöner Ausflug und eine schöne schöne Abwechlung in der Sommerfrische.Morgen geht es wieder intensiv mit dem Romanschreiben weiter, was eigentlich ganz gut geht.

Flammenwerfer

Jetzt kommt wahrscheinlich das letzter Buch aus meiner Backjahresliste, bevor es an das große Buchpreis und Herbstneuerscheinungs– beziehungsweise Urlaubslesen geht und da habe ich aus der Reihe der Schmankerln die noch auf mich warten Rachel Kuschners “Flammenwerfer” aus den noch auf mich wartenden Schmankerln gezogen, ein Buch, das 2013 im Original 2015 in deutscher Übersetzung bei “Rowohlt” herausgekommen ist und ich es wahrscheinlich Ende 2015 oder Anfang 2016 oder  aus einem der Schränke gezogen habe.

“Unververkäufliches Leseexemplar”, ist auf dem Cover aufgedruckt.

“Wir bitten Sie Rezensionen nicht vor dem 27. Februar 2015 zu veröffentlichen”.

Nun da ist es schon an der Zeit dazu und das Buch, kann ich mich erinnern, ist damals durch alle Munde und Blogs gegangen und heute, wie ich fast vermuten würde, schon vergessen, weil sich ja alle Blogger durch die brandtheißen Neuerscheinungen lesen und die anderen ohnehin lieber Netflix hören und die Bücher auch nicht mehr kaufen.

Sie legen sie noch in die Schränke  und “Flammenwerfer” auf das ich sehr neugierig war, hatte, glaube ich, sowohl gute, als auch schlechte Rezensionen. Die schlechten habe ich, wenn ich mich nicht irre in Ö1 gehört, die guten flammenden stehen am Buchrücken:

“Wow was für ein Buch! Alle,  wirklich alle sollen es lesen, es ist das beste, was zeitgenössische Literatur zu bieten hat, ein absolutes Meisterwerk” und Jonathan Franzen, von dem ich heuer auch schon was gelesen habe, hat noch “Ich liebe Kushners Flammenwerfer”, dazugeschrieben.

Weiter oben kann man etwas vom Inhalt erfahren “Dieses Buch ist ein erzählerisches Naturereignis – ein Roman über eine schnelle junge Frau auf einem Motorrad, ihre Liebschaften im New Yorker Kunst-Untergrund der späten Siebziger und ihre politischen Verwicklungen im Italien der roten Brigade”.

Wow, welche Vorgabe, könnte man meinen und, sich fragen, warum habe ich eine Woche gebraucht mich durch die fünfundert Seiten zu lesen, fast könnte man sagen, gequält und manche Kapitel habe ich direkt überflogen und mich bei den vielen verschiedenen Namen auch nicht sehr ausgekannt. Bei “Amazon” läßt sich auch nachlesen, daß manche der Rezenseten diese enthusiatstischen Vorgaben nicht ganz teilten.

“Das Buch ist gut geschrieben. Langweilig ist es trotzdem, da die Charaktäre kein Leben eingehaucht bekommen. Alles plätschert, psychologisch treffen beschrieben, ins Nirgendwo, so als hätte sich die Autorin beim Schreiben gelangweilt.”

Rachel Kushner, entnehme ich dem Buch, wurde in Oregon geboren, studierte Literatur und kreatives Schreiben an der Columbia Universität, arbeitete in diversen Kunst- und Literaturmagazinen und liebt schnelle Motorräder und Skirennen.” Flammenwerfer” ist ihr zweites Buch, mit ihm und dem ersten wurde sie für den National Book Award nominiert, was, wie noch weiter steht, noch nemanden vor ihr gelungen ist.

Hm, wieder sehr viel autobiografischen könnte man meinen und unken.

Es gibt dann auch ein Nachwort der Autorin, das erklärt, wie sie zu dem Schreiben des Buches gekommen ist. Der Beginn war ein Foto ihrer Sammlung, das auch das Cover ziert, ein Frauenkopf mit verklebten Mund, zwei kleine  Plasterstreifen in Kreuzform, am Cover steht auf einem noch “Roman” darauf.

Damit ist sie wohl ausgezogen, die Siebzigerjahre in New York mit den Siebzigerjahren in Italien, den Tod Aldo Moros, den Entführungen durch die roten Brigaden, etcetera zu verknüpfen und dann ist das entstanden, was am Buchrücken noch so beschrieben wird “Als dieser Roman 2013 in new York erschien, löste er ein unbeschreibliches Echo unter Rezensenten und Autoren aus. Einmütig stellten sie fest, daß “Fallenwerfer” über alle vorgefassten Meinungen, was heute einen guten Roman auszumachen habe, hinwegfegt und alle seine Leser mitreißt und begeistert”.

Man kann es dem oben geschriebenen wahrscheinlich schon entnehmen, daß ich diese Meinung auch nicht ganz teile und fast glauben, wirde da wird in den fünfunhunderfünfzig Seiten ziemlich unstrukturuert vor sich hin geschrieben, Geschichten und Ereignisse aneinandergereiht und nach dem, was ich mir in den letzten vierzig Jahren über das Bücherschreiben angeeignet habe, erstaunt mich fast, daß das so große  Beigeisterungswellen auslöste, denn ich würde sagen, da gehört viel mehr strukutriert, eine Handlung hineingebracht, nicht bloße Fakten, Material und Konzeptwissen aneinandergereiht.

Dann werde ich versuchenden roten Faden der Handlung zu finden, was mir, wie ich fürchte, nicht sehr gelingt, denn eigentlich habe ich den  ja nicht entdeckt.

Da ist also Reno, die junge Frau und Konzeptkünstlerinn mit den schnellen Motorrädern, die fährt am Anfang des Buches über die großen Salzseen, hat dabei auch einen Unfall, macht aber einen Rekord. Dann kommt sie nach New York, lernt dort ihre Freundin Giddle kennen, arbeitet bei einem Fotografenteam und Sandro Valero, Sohn einer italienischen Autoreifendynastie lernt sie auch kennen.

Mit ihm verbringt sie einen Sommer in Italien, im Haus oder Schloß seiner Mutter, die dort mit einem alten Dichter lebt, das Hauspersonal ignoriert sie, denn sie ist nicht vom feinen italienischen Adel, wo man nicht “Haus” sondern” Eigenheim” zu sagen hat.

So feine Spitzen gibt es auch. Sandro betrügt sie schließlich mit seiner Cousine. Die roten Brigaden entführen seinen Bruder und bringen ihn um. Es wird auch von der Konzeptkunst erzählt, wo Frauen ihren Arsch oder ihre Titen in einen Kasten stellen und die Männer ihn berühren können und noch während man “Wow !”,denkt”das habe ich doch schon wo gehört!”, wird schon Valie Export erwähnt und kommt auch in dem Nachwort der Autorin vor, wo sie eben erzählt, daß sie die beiden Strömenungen der siebzigerjahre, Italen, New York  und  wahrscheinlich noch viel mehr verknüfen wollte.

Freud wird zitiert oder kritisiert, Sylvia Plath erwähnt und immer wieder Geschichten erzählt. Zum Beispiel von einem, der irgendwohin Kaninchen liefern sollte, aber nicht darauf achteten , daß sie ja zwischen durch Nahrlung, Luft und Wasser brauchten, so daß sie am Ende tot ankamen oder eine von einemMatrosen und auch immer wieder schöne Sätze, die beeindrucken.

Am Schluß gibt es Fotos und auch das Material wird zitiert, aus dem Rachel Kushner ihren Jahrhundertroman, der offenbar doch kein solcher ist, montiert hat und ich bin vielleicht wieder ein bißchen klüger geworden, was das Romanschreiben und die Industrie herum betrifft, weiß nicht, ob mein Leseexemplar gelesen oder so entsorgt wurde und natürlich ist es interessant von einer weiblichen Motorradfahrerin, der amerikanischen Konzueptkunst, dem Feminismus, den Kampf, um das rote Italien und noch viel es mehr zu lesen und war, wie schon erwähnt, erstaunt, daß ein für mich eigentlich eher unstrukturiertes Aneinanderreihen von Fakten und Erlebnissen, wenn auch nur für kurze Zeit ein so großes Medienecho auslösen konnte.

Interessant ist vielleicht noch zu erwähnen. Reno geht als einzige Frau alleine in ein Pornokino. Dort wird zwar kein Popcorn verkauft. Es rascheln aber alle trotzdem mit Papiertüten. Auf einmal geht das Licht aus, der Kartenverkäufer kommt mit einer Taschenlampe heirein und bitte alle ruhig den Saal zu verlassen, denn in New York gab es inzwischen einen großen Stromausfall, der zu Plünderungen und Katastrophen führte, was auch noch beschrieben wird.

Vielleicht sind es Wenungen, wie diese, die diesen Hype und das Mär, um den noch nie dagewesenen Schreibstil auslösten.

Nochmals interessant und wahrscheinlich ein Druckfehler, der Satz auf Seite 13 “Mein Onkel Bobby, der seinen Lesbenunterhalt mit dem Transport von Schrott verdiente…”, passt aber zu dem Buch und seinen Stil sehr gut.

Negatives Feedback

Jetzt kommen wieder einige Artikel über mein Schreiben, zu meiner eigenen Orientierung, denn ich habe ja jetzt wieder ein Projekt begonnen und mich diesbezüglich schon mit dem Konzept, dem Zeitmanagement und dem regelmäßigen Schreiben, was sicher sehr zu empfehlen wäre, bei mir wahrscheinlich aber nicht so stattfindet, beschäftigt und dann kommt auch noch ein wichtiges Thema, das man in diesem Blog auch öfter finden kann, nämlich mein Handicap, warum geht es ausgerechnet bei mir nicht? So blöd bin ich ja auch nicht, daß ich immer und ewig an der untersten Stelle stehen bleibe, obwohl ich ja doch so sehr bemühe?

Negatives Feedback habe ich diesen Artikel genannt und das ist, glaube ich, etwas das mich prägte und ich vielleicht  noch immer nicht so ganz verstehe, warum ausgerechnet ich nicht das Interesse, der anderen finde.

Gut ich habe Flüchtigkeits– und Rechtschreibfehler, schreibe auch knapp am Gebrauchsstil und der Journalistik vorbei, habe aber doch interessante Themen, schreibe politisch, realitstisch und übers Schreiben und schreibe auch schon sehr lang und sehr viel.

Warum also klappt es bei mir ausgerechnet nicht? Ich fürchte, das wird mir auch dieser Blogartikel nicht beantworten. Habe aber, glaube ich, schon als Volksschülerin am Wochenende Aufsätze und Geschichten geschrieben,  die auch meiner Lehrerin gezeigt, die mir, wie ich mich erinnern kann, auch positives Feedback gegeben hat.

1971, zwei  Jahre vor meiner Matura habe ich dann gewußt, nach der Matura will ich sowohl schreiben, als auch Psychologie studieren und habe im Mai 1973 auch damit angefangen. Eine Geschichte über eine frazösische Hure. Sie ist fertig geworden. Ich habe sie nicht bearbeitet und damals auch keine Ahnung gehabt, wie das gehen könnte und, daß man das muß.

Denn Schreibschulen gab es damals, wie ich Jurenka Jurk gerade in einem Video sagen hörte, nur in Amerika und in Leipzig. Ich habe sie aber einem alten Herrn, der mit mir nach seiner Pensionierung Psychologie zu studieren begonnen hat und der hat wohwollend “Eine nette Broschüre!”, gesagt, was mich verunsicherte, denn es war ja eine Erzählung.

Rückfragen habe ich mich aber nicht getraut. Damals dachte ich in den Ferien und am Abend zu schreiben, merkte bald, das geht nach dem Studium, das ja auch neu für mich war, ich aber nach der Straßergasse, als eher leicht empfunden habe und ich habe auch einmal versucht meiner berufstätigen Mutter, den Inhalt meines Schreibertags zu erzählen, habe aber erschrocken aufgegeben, als sie mich hilflos angesehen hat. Man merkt schon, feed back war  nicht da, ich habe zwar einmal im Gartenhäuschen im Sommer 1973 im Radio gehört, daß sich die GAV gegründet hat. Aber GAV, was bitte ist die GAV und, daß ich eigentlich nicht wie Gert Jonke, Andreas Okopenko, die damaligen Größen, des letzteren Lexikonroman gerade im Radio gleaufen ist, schreiben möchte, habe ich auch erst später herausgefunden.

Ich habe dann noch ein paar Geschichten angefangen, bin aber daran gescheirt und bin erst 1976 mit der “Einladung zum Tee” mit einer Geschichte fertig geworden, die ich wieder herzeigen wollte. Dazwischen habe ich aber, glaube ich, etwas über den Torquato Tasso, das heißt die Aufführung davon und eine nach dem Lohengrin inspirierte Erzählung geschrieben, aber das war wohl auch nicht, was ich für gelungen hielt. “Die Einladung zum Tee” diese kurze und sicher sehr traditionelle Dreiecksgeschicte, aber dem Gerhard K. und der Monika gezeigt. Die Beide, obwohl sie sich nicht kannten und es nicht gleichzeitig geschah, ungefähr sagten “Das ist schlecht, ich kann dir aber auch nicht sagen, wie du besser wirst!”

Uje uje, sage ich noch heute und habe mir schon damals gedacht, ob ich jemanden so kritisieren könnte? Heute denke ich, daß man das einer jungen gehemmten Studentin nicht sagen soll.

Da sagt man “Gut, ich sehe das ist dir wichtig, fein!” und wenn man will und kann, kann man ja noch die Textkritik hinzufügen.

Es stimmt schon, daß, ich glaube, daß Daniel Kehlmannns erste Geschichten vielleicht auch nicht besser waren und, daß der vielleicht jemanden hatte, der nicht “Fein!” und auch nicht nur nur “Schlecht!”, sagte, sondern “Komm, setz dich hin und mach es so uns so!”

Das fehlte mir oder eigentlich doch nicht so, denn die Monika hat mich ja dann in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gebracht und 1980 habe ich auch in der “Alten Schmiede ” bei diesem “Literatureck”, dem Vorläufer der “Textvorstellungen” gelernt. Da bekam man kein Honorar, aber hatte zwei Dichter, die dazu was sagten, bei mir waren es die Marie Therese, die ich damals schon vom Arbeitskreis kannte und der Gustav  Ernst und bei der Anmeldungen sagte sie einem schon, man würde kritisiert werden.

Man sagt mir manchmal, daß ich sehr empfindlich auf Kritik reagiere. Es stimmt auch, daß ich mit der ersten harschen Kritik nichts anfangen konnte und sie auch nicht verstanden habe.Heute würde ich verstehen, wenn mich jemand kritisiert und auch wissen, was stimmt und was stimmt nicht, es kommt aber keine mehr, da ich ja selbst veröffentliche, beziehungwweeise, die auf den Blog von mir gewünschten Leserrunden keinen entsprechenden anklang finde, was ich eigentlich sehr schade finde.

Über den Arbeitskreis, wo ich ja die MarieTherese Kerschbaumer, die Elfriede Haslehner, die Erika Danneberg, die Christa Stippinger, Hilde Langthaler, El Awadalla und und kennenlernte, bin  dann 1987 in die GAV gekommen,  habe dann herumgeschickt und herumgeschickt und die “Hierachien” den Roman, den ich über meinen Abgang in der Klinik geschrieben habe in der “Edition Wortbrücke” dem Kleinverlag den der berühmte Jack Unterweger damals in der Strafanstalt Krems Stein hatte, herausgebracht. Da hatte ich was mich sehr erstaunte und auch nicht so wirklich verstanden habe, einige sehr scharfe Kritiken, einige in dieser Nö  Literaturzeitschrift von diesem Kleinverleger von dem ich eigentlich gedacht hätte, er wäre an dem Manuskirpt nicht so unin teressiert. So kann man sich täuschen. Der “Falter” hat eine kleine uninteressierte Kritik bebracht und ein paar kleinere Zeitschriften haben sich wirklich darum bemüht.

Später habe ich dann keinen Verlag mehr gefunden und ab  2000 damit begonnen es selbst zu machen, da ist man bezüglich Kritik natürlich weg vom Fenster. Das heißt ein paar Rezensionen hat es schon gegeben, aber viele davon haben auch nur eher den Inhalt widergegeben, so daß ich gedacht habe, die fangen nicht wirklich was damit an und nehmen sich auch nicht die Zeit dafür und seit ich seit 2009 blogge nehme ich mir hier den Raum für meine Bücher, es gibt die Vorschauen, die Buchpromotionen, die Schreibberichte, die Artikel über mein Schreiben und meine Bücher, die aber, glaube ich, auch nicht wirklich interessieren oder Anklang finden. Manchmal denke ich, die Leute trauen sich nicht meine Bücher zu lesen, was ich auch nicht versthe, denn ich habe schon Bücher rezensiert, wo ich immer noch der Meinung bin, sie sind schlechter als meine, aber das muß und habe ich nicht geschrieben.

Es reicht ja, ich fasse den Inhalt zusammen und gebe meine persönlichen Eindrücke wieder und das würde mir auch bei mir genügen. Nun gut, der Otto, mein literarischer Begleiter des ersten bloggerjahr hat mir ein paar wohlwollende Rezensionen geschrieben und Jusophie hat bei der “Mimi” was ich auch noch nicht so ganz verstehe zuerst geschrieben, sie würde nur” ungern im Sinne einer Schreibanleitung darüber schreiben”, obwohl sie sich das Buch da deshalb genommen und und ich eigentlich die “Mimi” für nicht so schlecht halte.

Sie hat es dann doch getan und mir was darüber geschrieben, was ich auch nicht so ganz verstanden habe, glaube aber inzwischen mein eigenes Schreiben inzwischen einschätzen zu können, mich damit auszukennen und es in Vergleich zu anderen stellen zu können.

Kunststück, wenn man so viel liest, wie ich, so viel schreibt und sich mit dem Schreiben, dem eigenen und dem der anderen beschäftige und ich glaube auch, daß ich mit wohlwollender konstruktiver Kritik etwas anfangen kann und die wird ja  in den Schreiseminaren inzwischen geboten. Aber die besuche ich ja nicht wirklich, ich war zwar, um das Jahr zweitausend einige Zeit in dieser Schreibwerkstatt, der Eveline Haas, die die Gewerkschaft veranstaltete, nachdem ich den “Luitpold Stern-Preis” gewonnen habe, die ich als sehr angenehm empfunden habe. Dort wurde nicht kritisiert und mit dem Arbeitskreisfrauen habe ich mich auch lange getroffen. jetzt gehe ich zu den Schnuppertagen des Writerseminar, dort habe ich mir Feedback geholt und ansonsten glaube ich mein Schreiben auch gut einschätzen zu können, bin damit mehr oder weniger zufrieden. Erfolg und Feedback hätte ich natürlich gern und viel mehr und starte jetzt mit der “Magdalena Kirchberg und ihrem Roman weiter” ein Projekt, das zumindestens bis jetzt sehr sehr gut geht und ich auch damit zufrieden bin.

Regenguß, Belvedere-Ausstellung, Seeseiten-Buchhandlung und noch einmal Bekanntes bei den O-Tönen

Ich bin ja vor ein paar Monaten irrütmlich zu einer Buchpräsetation ins Belvedere gegangen, weil ich ein bißerl schlampert oder leicht legasthen, wie ich bin, die Margit Kreidl mit der Margret Greiner verwechselt habe und habe mir da von Ursula Rinderer von “Kremayr und Scheriau” eine Freikarte vermitteln lassen, die auch für einen Ausstellungsbesuch gültig war.

Die habe ich eigentlich in meinen Strohwitwenmonat Juni einlösen wollen, da habe ich aber korrigert und bin damit erst vor zwei Wochen fertiggeworden, so daß ich meine Rituale, die wie Fensterputzen und ein bißchen Recherche schnuppern absolviert und mit meinen neuen Text begonnen habe und weil ich heute die letzte Stunde bis zwöf hatte, habe ich daran  gedacht und außerdem wollte ich schon immer oder sehr lang, die berühmte Seeseiten-Buchhandlung in der Seestadt aufsuchen, weil sie ja zur Buchhandlung des Jahres gewählt wurde und außerdem die Eigentümerin Bettina Wagner diesmal  in der Jury des öst Bp sitzt.

Dann ist es ein bißchen hektisch geworden, denn ich habe vorher endlich “Flammerwerfer” ausgelesen und besprochen, die Wäsche mußte aufgehängt werden und nach einem Mittagsschlaf hat es mich auch verlangt, so habe ich mir in dem Asia-Imbiß in der Margaretenstraße sechs Avokado-Makis, die ich ja sehr gerne mag, geholt und bin um drei weggegangen.

Da mußte ich noch auf die Post, weil die ja die Preise erhöht haben und man auffrankieren mußte und als ich vor einer Kreuzung auf der Wiedner Hauptstraße stand, hat mich eine nette Dame angesprochen und “Schauen Sie, es kommt ein Gewitter!”, gesagt.

Das hatte ich gar nicht beachtet, weil ich gerade nach der Post Ausschau hielt und die nicht fand, so habe ich nach der zurückgefragt und bin ein Stück in die andere Richtung gegangen, weil das Postamt verlegt worden ist.

Der Postler war sehr freundlich, die zehn Cent wurden aufbezahlt und als ich mich dann in Richtung Belvedere aufmachte überraschte mich der Regen und da gehört es wohl auch zu meinen “Schrullen”, daß ich, der Badewannentyp, der seine Bücher ja dort liest, mich nicht unterstellen, sondern diese warmen Sommer Regengüße eigentlich ganz gerne mag. Nur ins Belvedere mit einer tropfenden Hose und patsch naß von den Ohren bis in die Zehenspitzen?

Die Hose habe ich mir dann vorher, damit ich in der Gemädegalerie keine Tropfspuren hinterlasse mehrmals ausgerungen, die Klimt- Ausstellung war schon weg oder ich habe sie nicht gefunden, stattdessen gab es eine Blumenausstellung mit ein paar Klimt und Schiele Bildern.

Dann hatte der Regen aufgehört und diesmal habe ich die berühmte Buchhandlung in der Janis Joplin Promenade auch problemlos gefunden und bin nur ein bißchen umständlich, weil drei Mal die U-Bahn gewechselt hingefahren.

Ich war ja schon fünfmal in der Seestadt diesen neuen Stadtteil, auf den ich aufmerksam wurde, wei E. A. Richter dort wohnt und in der ersten MUSA-Veranstaltung auch ein Seestadt-Projekt von Andrea Grill präsentiert wurde, das erste Mal habe ich nur ein Baustelle gefunden. Dann habe ich nicht gegneist, daß ich wenn der Zug bis Aspernstraße fährt, auf den nächsten warten muß, das dritte Mal war ich dort, aber es war Pfingstsonntag und die Buchhandlung habe ich nicht gesehen und das vierte Mal bin ich mit der Ruth und dem Alfred dortgewesen, als wir unsere Fototour machten. Da habe ich auch keine Buchhandlung gesehen, es war aber ohnehin Sonntag, aber das Nachbarschaftsbücherregal wieder aufgesucht und dort den Thilo Saranzin gefunden. Ein Buch das, zum Erscheinungsdatum   sehr angefeindet wurde, aber jetzt offenbar schon selbstverständlich ist und seine Nachfolger gefunden hat. Ein paar Tage oder Wochen später habe ich mir dann beim “Morawa-Abverkauf den “Seestadt-Krimi ” von Fritz Lehner gekauft und jetzt habe ich sofort die Janis Joplin Promenade und die kleine Buchhandlung gefunden.

Die Chefin war sehr freundlich und ich habe mir die Bücher angeschaut, die dort lagen und die ich entweder schon gelesen habe oder auf meinen Stapeln lieben, denn da kommt ja jetzt sehr viel vom Herbstprogramm und ich lese auch gerade Didi Dobrers “Als die Kirche den Fluss überquerte”, das am ersten August erschienen ist, dann natürlich zur freien Bücherentnahme. Dort gab es, zwar ohne Umschlag, aber immerhin Bettina Balakas “Die Prinzessin von Aborio” und ich bin mit der U-Bahn zurück ins Museumsquartier zu den O-Tönen, die diesmal wieder in der Arena 21 stattfanden und habe mich dort Didi Drobna lesend langsam von der Reihe fünf bis zur zweiten vorgekämpft. Denn ich sitze ja gerne vorn, war aber später dran. So waren die ersten zwei Reihen schon reserviert und es hatten auch schon Leute ihre Schals und Jacken ausgelegt und weil der Alfred fotografiert, sollte ich auch am Rand sitzen. In der vierten Reihe war zwar noch was frei aber dort stand eine Leiter. Also habe ich mich in die Fünfte gesetzt, dann waurde die Leiter weggestellt und jemand besetzte, die Reihe bevor ich mich noch umsetzen konnte, nahm den Schal aber wieder weg und dann kamen die Veranstalter und überprüften die Reservierungen und habe, ob Zufall oder Absicht, die in der zweiten Reihe, wo ich gerne sitzen wollte und auch das letzte Mal saß, weggenommen, hurra!

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Es lasen wieder zwei bekannte, beziehungsweise Autoren, wo ich zwar noch nicht die Bücher gelesen habe, aber schon bei Lesungen war, wie beispielsweise bei Ljuba Arnautovic “Im Verboregenen”, wo “Picus” mir zwar die Vorschau schickte, dann aber offenbar doch entschied, daß ich so viele Flüchtigkeitsfehler mache, das Buch also nicht zu mir kam, was ich sehr schade finde. Aber vielleicht kommt es auf die Debutshortlist und dann frage ich es noch einmal an und außerdem war ich ja sowohl bei Lesungen in der “AS”, als auch in der “Gesellschaft für Literatur” und Lubja Arnautovic hat wieder die Stelle gelesen, wo die Genoveva, also ihre Großmutter, die Sachen des Judens, den sie versteckt, an die Donau legt und dann die Polizisten zu der Ziehmutter kommen und seine Sachen suchen, als auch die von den zwei kleinen Buben, die am 12. 2. 1934 auf ein Kinderfreunde-Maskenfest gehen wollen, aber wegen des Bürgerkriegs nicht können. Die hatte ich schon gehört, die wo die Genoveva mit einer Nonne von der Gestapo in einen Keller gesperrt und vom Wasser fast überflutet wird, glaube ich, aber noch nicht.

Daniela Strigl war heute nicht da. so hat Paul Jandl, der Norbert Gstrein moderierte, ihren Text vorgelesen und Norbert Gstreins “Die kommenden Jahre” habe ich schon in Krems bei der letzten “Buch und Wein” gehört. Ein interessantes Buch, denn es umfaßt die Flüchtlingsproblematik, geht es da ja um ein Paar, Richard und Natascha, er Gletscherforscher, sie Schriftstellerin und nimmt eine syrische Flüchtlingsfamlie auf und läßt sie in ihrem Gartenhäuschen wohnen. Das kommt in die Medien. Dann kommen auch die Störer, Richard ist das peinlich und das sind auch die Stellen, die Norbert Gstrein sowohl in Krems, als auch jetzt gelesen hat.

Norbert Gstrein

Norbert Gstrein

Paul Jandl nannnte es einen satirischen roman und betonte in der Einleitung, daß Norbert Gstrein, sich nicht festlegen läßt und bei ihm immer alles anders, als erwartet ist und ich bin gespannt, ob das Buch, was ich ja eigentlich annehme auf eine der beiden Buchpreislisten kommt?

Dann werde ich es wahrscheinlich lesen, denn “Suhrkamp” schickt es mir vermutlich zu und ich habe mich in den letzten Tagen auch mit der Flüchtlingsproblematik, beziehungsweise mit einem Text von meinem Freund Uli beschäftigt, der auch sehr satrisch ist, aber eher ein zyniischer Rundschlag ist, während Norbert Gstrein, ja vorsichtig und bedeckt bleibt und seinen neuen Roman wieder mit einigen Handlungsverläufen sehr genau zusammen setzt. Mal sehen, ich bin gespannt und meine Sachen sind inzwischen auch getrocknet und Angst mich zu verkühlen habe ich eigentlich nicht, bin ich ja vor ein paar Wochen, als wir am Hochschwab waren, genauso naß geworden und bin auch nicht krank geworden.

Zum letzten Mal lebenslang

In die Podiums-Sommerlesereihe, die Christa Nebenführ, wie sie betonte, heuer zum letzten Mal kuratiert und die im nächsten Jahr von Birgit Schwaner fortgeführt werden wird, bin ich ich dieses Jahr nur dreimal gekommen.

Beim Auftakt mit Ljuba Arnautovic, Harald Darer und Barbara Keller in die “Alte Schmiede”, dann war ich einmal im Cafe Prückl als Patricia Brooks und Gabriele Petricek ihren neuen mehr oder weniger experimentellen Romae vorsteltlen und jetzt gabs die Abschlußveranstaltung im Cafe Florianihof, vielleicht Ilse Kilic  und Fritz Widhalm zu Ehren, die dort in der Nähe ja ihr Glücksschweinmuseum haben mit drei weiteren Buchvorstelleungen, nämlich dem von Reinhardt Wegerth, Judith Gruber-Rizy und Petra Ganglbauer und als ich das Kaffeehaus in der Florianigasse, das sich, glaube ich, genau gebenüber dem Standesamt befindet, in dem ich geheiratet habe und wenn ich mich nicht irre, ein paar Mal bei dem Kinderbuchstammtisch in den Neunzigerjahren war, wo ich meine beiden Kinderbücher “Lore und Lena” und “Mutter möchte zwanzig Kinder” geschrieben habe, war es sehr heiß und sehr leer.

Die Leute, wie Ruth, Thomas Northoff, die Kilics und und sind draußen gesessen und wurden von Christa Nebenfuhr in den Saal geholt, wo schon Hermann Hendrich und Waltraud Haas wartete und Christa Nebenführ stellte, nachdem sie wieder auf den Folder hinweis, damit man sehen konnte, was man alles versäumt hat, ich beispielsweise Sisi Klocker, Thomas Stangl, Isabella Breier, Birgit Schwaner Barbara Rieger, Erwin Uhrmann, Christa Nebenführ, Dorothea Nürnberg beispielsweise und auch noch einige andere , den ersten Autor nämlich Reinhart Wegerth vor, der Jus studiert hat mit Nils Jensen und einigen anderen die Zeitschrift “Frischlfleisch und Löwenmaul in den Siebzigerjahren gegründet hat, wo ja eigentlich unser Arbeitskreis schreibender Frauen-Buch “Gewalt gegen Frauen- Frauen gegen Gewalt” erscheinen hätte sollen und der unter anderen auch lange Redaktuer in der AS var und mich hier ein paar Mal zu den Textvorstellungen eingeladen hat, er hat auch einige Bücher geschrieben, eines habe ich gelesen und sein neues “Himmelsstiege” behandelte ein sehr berührendes Thema nämlich den Krebstod seiner Frau, die er zwei Jahre lang durch alle Bhandlungen im AKH etcetera begleitet und das sehr lakonisch aufgeschrieben hat.

“Judith Gruber-Riyzs lebensveränderter Text “Eines Tages verschwand Karola” habe ich ja schon gelesen und auf bei der Präsentation im der Buchhandlung Kuppitsch gehört und dann kam die GAV-Präsidentin Petra Ganglbauer 1958 in Graz geboren mit einer Liebeserkärung an diese Stadt, wo sie Graz mit allen seinen Sinnen, “Graz riecht nach Lebertran oder ist eine Schneekugel” von allen seinen Seiten und die Erlebnisse, sowie die Bücher, die sie dort geschriebe hatte, beschrieb.

Drei sehr interessante und auch sprachlich und formal verschiedenen Texte also, die auch in sehr interessanten österreichischen Kleinverlagen erschienen sind, sehr interessant und sehr heiß, wie schon beschrieben und jetzt geht es weiter mit dem Sommer und im nächsten Jahr wird die Sommerlesereihe vielleicht ganz anders oder aber auch sehr ähnlich sein und natürlich wäre es sehr schön, wenn ich dort lesen könnte, denn ich habe ja  auch nicht ganz Uninteressantes zu bieten und jetzt auch wieder mit Elan und Schwung ein neues Projekt begonnen, das sich dort vielleicht präsentieren läßt.

Regelmäßig schreiben

Jetzt habe ich mit dem neuen Projekt “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman”, begonnen,  an dem ich schon seit Jahresbeginn plane und in den letzten drei Schreibgruppen oder auch in der letzten mit der Doris Kloimstein ein bißchen daran gearbeitet habe. In der Jänner bis März Schreibgruppen waren es aber die selben Romananfänge, die Magdalena geht vom Literaturhaus nach Hause und überlegt, je nach dem damaligen Thema, was soll ich jetzt in meiner Pension beginnen? Sieht das weiße Autor mit den drei Personen, damals waren es noch der Chirurg, der Psychiater und die Schwester Hildegard und es gab auch einen Psychiatrieaufenthalt, der Magdalena, von dem ich jetzt aber weg bin, während ich inzwischen den Momo Shalir und die Nastasja Stankic, den Nachbarn und die Supermarktkassiererin dazu bekommen habe und die Magda- Lena, die Tochter, die Flüchtingsbetreuerin in Graz ist und einen noch nicht so ganz klaren Konflikt mit ihrer Mutter hat, gibt es auch und ich habe in dem letzten halben Jahr nur sehr wenig an dem Projekt gearbeitet, denn da habe ich  hauptschlich neben meiner Praxis an der “Unsichtbaren Frau” korrigiert.

Dadurch hat es sich in der Invensivität natürlich verwischt und auch verändert und jetzt, da ich seit einer  Woche mit dem Korrigieren fertig bin, ich fürchte ich habe zwar wieder einen Fehler entdeckt, aber ich bekomme es, wenn der Alfred mit dem PDF fertig ist, ohnehin noch zum Korrigieren, bin ich, wie durch einen Wunder oder ausnahmsweise einen guten Zufall in einen Flow hineingekommen.

Denn das ist ja, glaube ich, mein Problem beim Schreiben, die Hemmung, ich habe es in den letzten Schreibartikel schon so beschrieben. Das Denken, es wird nicht, ich kann nicht, das ist nicht so gut, wie es soll, die mich am Hinsetzten und Beginnen hindert und ich habe dann meistens auch kein so gutes Gefühl sondern einen Widerwillen, obwohl ich den natürlich überwinde und auch schon sehr viel geschrieben habe, aber ich bin vielleicht doch nicht so dicht dabei, wie es sollte und das dürfte jetzt anders sein, denn die letzten Tage waren bezüglich Text sehr produktiv.

Da habe ich mich einmal vor einer guten Woche hingesetzt und das Konzept aufgeschrieben und das ziemlich sehr genau und dicht, dann mir die schon vorhandenen Textstellen und, die sich darauf beziehenden Textstellen ausgedruckt, die Charakterbögen für die Magdalena, die Magda, den Momo, die Nastasja und die Maria Mallatschek, das ist die demente Dichterin, die plötzlich konkret zu schreiben anfängt und vom Momo betreut wird, gemacht.

Wie weit der OA Rössler und die Sofia Böhm eine eigene Stimme bekommen ist, mir noch nicht ganz klar, denn ich bin ja keine Schneeflockenplanerin, sondern schreibe mir ein ungefähres Konzept, das diesmal recht dicht ist und hantle mich von Szene zu Szene weiter und mit der ersten habe ich am vorigen Samstag begonnen, das ist die Quintessenz, der drei Schreibgruppenvarianten könnte man so sagen, aber viel dichter und viel länger.

Die Magdalena geht vom Literaturhaus, wo sie bei einer Lesung von Mario Wurmitzers “Im Inneren Klavier”, denn das Buch habe ich am Freitag im Seedosenschrank gefunden, wow, nach Haus, sieht das Auto, denkt, was fange ich mit der Pension an, denkt an Magda in Graz und beschließt einen Roman zu schreiben, weil sie das immer schon gerne wollte, aber im Laufe ihres Berufslebens darauf vergessen hat. Das war eigentlich sehr dicht und dann ist noch etwas passiert, was ich im vorigen Artikel beschrieben habe. Ich habe von Jurenka Jjurk vom “Schreibfluß” nämlich eine Einladung zu einem Schreimanagementseminar bekommen. Die hat immer ein genaues Programm und ein Webinar dazu, das ich mir angehört habe. Daß ich eigentlich ganz gut im Zeitmangament bin, habe ich auch gewußt, aber wenn mir plötzlich eine Stunde ausfällt, ich denke, ich sollte jetztschreiben, aber nicht so richtig im Fluß bin, wird nichts daraus, beziehungsweise die Szene schlecht. Daß aber bei solchen Zweifeln ein Freewriting hilft, habe ich mir auch gedacht. Also habe ich mich zwischen dem Romanplanen ein bißchen mit Jurenka Jurks Projekt beschäftigt, die noch ein Webinar dazu hatte und  meint, weil sie ja wahrscheinlich hauptsächlich berufstätige Klienten hat, man sollte, um den Roman fertig zu kriegen, regelmäßig schreiben. Jeden Tag von fünf Minuten bis zu einer Stunde oder so und das ist es, was ich in den letzten Jahren eher nicht praktizierte. Da geht es ja so, ich habe immer das momentane Projekt und dann das nächste in Planung. Da mache ich, während ich am Alten korrigiere, Notizen in mein kleines derzeit graues Buch, dann bin ich mit dem Korrigieren fertig und ich fange mit dem Schreiben an, habe da im Buch die Szenenfolge und schreibe, die dann mehr oder weniger intensiv und störungsfrei hinunter, bin so zwischen vier, wenn ichs beim “Nano” tue oder sechs Wochen mit dem Rohkonzept fertig und dann korrigiere und korrigiere ich ein paar Wochen bis Monate lang, bis es soweit sitzt, daß ich es dem Alfred geben kann und konzipiere dann wahrscheinlich schon das nächste, schreibe also nichts.

Wenn man genau ist, könnte man sagen, ich schreibe, die sechs Wochen am Rohkonzept und das cirka ein bis zwei Mal im Jahr und den Rest plane oder korrigiere ich. Ich bin zwar immer, auch wegen dem Blog auf dem ich ja auch sehr viel über mein Schreiben und meinen Schreibprozeß schreiben, bei meinem Schreiben, aber täglich schreiben und wenn es auch nur die fünf Minuten sind, halte ich für mich für unmöglich, denn das wären dann die Seiten, die nachher wegkommen, aber irgendwie gehört, das wohl auch zum Schreibfluß und zu der Schreibarbeit dazu, wie Jurenka Jurk, glaube ich, in ihrem letzten Webinar so sagte, denn sie meint, auch das Recherchieren und das Planen ist ja Schreibarbeit und dann stimmt es wieder, denn irgendwie bin ich immer bei meinem Projekt entweder bei dem in Planung oder dem in Überarbeitung und wahrscheinlich befeuert durch das Webinar, habe ich das letzte Wochenende auch sehr viel geschrieben und es geht auch sehr gut, ich klopfe auf Holz und hoffe, daß es sich nicht so schnell ändert.

So habe ich dann am Sonntag, die erste Momo-Szene geschrieben, dann kam heute, die erste der Nastasja und dann noch eine mit der Magda-Lena und geplant habe ich vorläufig sieben. Die nächste wird dann die sein, wo die Magdalena zu schreiben beginnt, dann stellt sich die Maria Mallatschuk vor und erzählt ihrer Nichte Ruth, daß sieMatthes Enck, ihren früheren Verehrer, drei jahre älter, als sie, jetzt regelmäßig besucht und sie mit ihm auf einen Ball gehen wird “Aber der Tante ist doch schon fünfzehn Jahre tot!”, sagt entsetzt die Nichte und die Nastasja beschließt mit Phil Körner, dem tätowierten Liedermacher zu seinem Konzert ins Amerlinghaus zu gehen.

Zwanzigeinhalb Seiten, vier Szenen und 10250 Worte sind es schon. Der Konfklikt mit derMagda-Lena ist, wie beschrieben noch nicht so ganz klar und, wie das mit dem Roman werden wird, ob die Magdalena jetzt ihr Leben oder den Roman mit OA Rössler und Sofia Böhn hineinstellt, ist auch nicht so ganzu klar.

Ich habe aber ein gutes Gefühl, bin sehr motiviert, nehme mir vor dran zu bleiben und mich auch von dem “Du kannst es nicht oder es wird doch nicht so wie du es willst oder es wird sich wieder niemand dafür interessieren!”, aus dem Konzept bringen zu lassen. Ich schreibe so gut ich es kann und das schon über vierzig Jahre und sehr viel und wenn die Coming of AgeJungautorien ihr Sex und Crime in einem Schwung auf das Papier bringen, kann ich das mit meinen depressiven Frauen und der Realisitik höchstwahrscheinlich auch tun  und werde jetzt wahrscheinlich in der nächsten Zeit intensiv schreiben, zwar höchstwahrscheinlich doch nicht täglich, weil ich an den Praxistagen nicht so dazukommen werde und in der Schweiz wahrscheinlich auch nicht, aber das Konzept, um den Fahrplan nicht zu verlieren hilft, wahrscheinlich sehr und auch die täglichen Notizen, das weiter Planen und wenn ich eine Szene geschrieben habe, korrigiere ich sie zuerst mal durch und wenn ich dann, was immer wieder mal passiert, irgendwie stecke bleibe und nicht weiterkomme, korrigiere ich das Ganze von vorn und habe so höchstwahrscheinlich auch schon meine Schreibrituale, um im Schreibfluß zu bleiben, schließlich schreibe ich schon sehr lang und  auch sehr viel.

Zeitmanagement

Ich bin, glaube ich, eine, die sehr gut mit ihrer Zeit umgehen kann und auch sehr diszipliniert arbeitet. Trotzdem habe ich, was das Schreiben betrifft, wahrscheinlich immer noch mit einer Hemmung und dem “Das kannst du nicht!”, zu kämpfen. Wahrscheinlich ist es auch ein “Du darfst es nicht!”, was sich bei mir irgendwann einmal eingeprägt hat, obwohl ich meine Sachen eigentlich mag und eigentlich auch glaube, daß ich gut schreibe.

Da sind es eher, die anderen, die dann kommen und sagen, das ist es nicht und damit muß man, von wegen dem inneren Kritiker, auch einmal umgehen.

Ich versuche es natürlich unentwegt und  ein wenig stur, seit über fünfunfvierzig Jahren und denke auch immer, ich muß schreiben, zwinge mich dazu, dann wird es nicht, wie ich will, etcetera.

Das ist natürlich nach fünfundvierzig Jahren Schreiben und zehn Jahren Bloggen besser geworden, denn man kann ja sagen, ich beschäftige mich fortwährend damit und bin auch davon überzeugt, daß Übung den Meister macht und man, wenn man etwas kontinuierlich praktiziert, auch besser wird.

Da sind es wieder die anderen, die den Kopf schütteln und “Das stimmt nicht, du schaffst es nie!”, sagen, und so ist das Hinsetzen und anfangen oft ein Krampf. Ich spüre Widerwillen, muß mich dazu zwingen und es wird  nicht so, wie ich es wollte.

Das war glaube ich auch 2012, als ich zuerst “Paula Nebel” und dann die “Wiedergeborene” geschrieben habe, der Anlaß für die Krise, in die ich damals kam, die dann zum “Literaturgeflüster-Texte-Buch” führte und jetzt nach über vierzig Büchern fühle ich mich etwas ausgeschrieben.

Trotzdem schreibe ich weiter, bemühe mich was Neues zu schaffen und setze mich auch mit dem Prozeß des Schreibens intensiv auseinander. Da gehe ich ja zu den Schnupperseminaren des “Writersstudios” und im Laufe der Zeit haben auch einige Schreibtrainerinnen im Internet zu mir gefunden oder ich zu ihnen.

Eine sehr engagierte ist ja Annika Bühnemann, da habe ich ja mein zuletzt erschienenes Buch nach ihren Schreibimpulsen geschrieben und mir auch ein letzten “Nanowrimo” ein paar Schreibtips von ihr zuschicken lassen, obwohl ich ja eigentlich glaube, daß ich das Schreiben schon kann, beziehungsweise es in den letzten fünfundvierzigJahren erlernt habe, denn ich weiß natürlich, daß man es lernen muß.

Das kann  durch das learnig by doing oder durch Schreibseminare gehen und die sind in den letzten Jahren  auch, wie die Schwammerln aus dem Boden geschossen, weil auch viel autoren davon leben.

Als ich zu schreiben angefangen habe, hat es da noch kaum etwas gegeben. Da mußte man sich noch von der Muse küssen lassen oder das Handwerk selbst erlernen. Jetzt gibt es die verschiedensten Schreibschulen und Akademien und über Annika Bühnemann bin ich, glaube ich, zu den Webinaren von Jjulia K. Stein gekommen, die auch Videos macht und zum Beispiel beim letzten “Nanowrimo” jeden Tag etwas darüber erzählte.

Zu dieser Zeit hat auch Jurenka Jurk ihre Autorenmesse, die zeitgleich mit der “Buch-Wien” stattfand abgehalten,  so daß ich nicht wirklich intensiv zu den Videos gekommen bin, aber da hat sie das Thema Schreiben lernen von allen Seiten beleuchtet und dann auch einen Lehrgang zum Romanschreiben entwickelt, wo man mit ihr  in einem Jahr sein eigenes Buch entwickeln kann und als ich letzte Woche endlich mit dem Überarbeiten der “Unsichtbaren Frau” fertig war und dachte, daß ich jetzt wieder in eine Sommerschreibklausur bezüglich der “Magdalena Kirchberg” starten kam, habe ich einige Mails von ihr bekommen, in denen sie mich auf ihren Zeitmangementkurs für Autoren aufmerskam machte. Es gab ein Einführungswebinar, das ich mir angesehen habe und daraufhin mir Gedanken über mein eigenes Zeitmanagment beim Schreiben  machte, das ich ja eigentlich, wie schon erwähnt, für recht gut halte.

Aber ich bin auch eine Frau mit einem Brotberuf, für die das Schreiben nur zwischen den Stunden, in den Ferien, am Wochenende, etcetera, erfolgen kann. Da braucht man Disziplin, wie Jurenka Jurk in ihrem Webinar auch erwähnte, um sich hinzusetzen und die habe ich eigentlich. Es ist nur gleich der Kritiker da, der sagt, schon wieder nicht gut genug, so gut es vielleicht auch geworden ist.

Jurenka Jurk rät täglich zu schreiben, auch wenn man nur ein paar Minuten hat, um in den regelmäßigen Schreibfluß hineinzukommen.

Das klappt bei mir nicht ganz so, sondern ich habe im Gegenteil,  die Erfahrung gemacht, daß ich, wenn beispielsweise einmal ein Klient ausfällt und mein Gewissen sagt, jetzt setzt dich hin und fang an und es ist dann nicht wirklich die Zeit da, hineinzukommen, es  eine schlechte Szene wird.

Eine interessante Erfahrung habe ich auch beim dem Schreibmarathon des “Writersstudios” letzten November gemacht. Da habe ich an der “Unsichtbaren Frau” geschrieben und das ist eigentlich sehr gut gegangen. So kann ich diese “Writerretreats”, wo man sich in in die Kursräume setzt und alle schreiben vor sich hin, sehr empfehlen, weil das sehr motivierend und antreibend ist, aber man muß natürlich auf die eigenen Kräfte achten. Denn damals war sehr viel zu tun, ich hatte meine Abrechunung zu machen und am Samstag war ein langer Schreibtag mit einer Nachtschicht von sieben und elf. Da habe ich den ganzen Tag bleiben wollen und bis sieben auch sehr gut geschrieben. Nach sieben war auf einmal alles weg, ich bin leer gewesen und mir ist nichts mehr eingefallen. Ich bin nach Hause gegangen und am nächsten Tag wieder hin und habe weitergeschrieben.

Zum Schreiben braucht man viel Disziplin, die ich eigentlich auch habe, denn ich schreibe jetzt wieder weiter und fange etwas Neues an. Zwar wahrscheinlich wieder was von einer depressiven Frau, obwohl ich nicht so sicher bin, ob das die Magdalena Kirchberg wirklich ist. Sie geht jedenfalls in Pension, stellt fest, daß sie keine Freunde hat, sieht das Auto mit den drei Personen, die sie an ihre Hebamme und den Gynäkologen vor dreißig Jahren, als sie ihre Tochter Magfa geboren hat, erinnert, beschließt einen Roman  zu schreiben und und und….

Das ist nichts wirklich Neues, in der “Dora Faust” findet man vielleicht dieses Motiv, in der “Pensionsschockdepression” auch, aber auch die Großen der Literatur, die Midlifekrise-Männer, wie Philip Roth oder auch die die im letzten Jahr auf der Longlist des dBp standen, machen das auch und “schreiben immer den selben Roman, sein Leben lang” und dann wird es doch wieder etwas anderes und das habe ich auch bei der “Magdalena Kirchberg” vor und was das Zeitmanagement betrifft, habe ich vor, die Anregungen die ich durch Jurenka Jurks Webinar bekommen habe, auch intensiv zu nützen.

Jetzt ist es Ende Juli, ein Monat habe ich noch die Sommerfrischenwochenenden, wo  ich ja früher in eine intensive Schreibklausur gegangen bin. Das Konzept dazu habe ich mir schon vor ein paar Tagen notiert. Ich weiß so ungefähr was und worüber ich schreiben will, habe die erste szene  im Kopf, beziehungsweise sie auch schon bei drei Schreibgruppen mehr oder weniger angeschrieben.

Magdalena geht nach Hause, denkt jetzt bin ich in Pension, was fange ich da an, ich habe ja kaum Freunde , meine Tochter lebt in Graz, sieht das auto, beschließt einen Roman darüber zu schreiben und mein Roman beginnt.

Nicht neu, ich weiß, aber etwas wirklich Neues kann man wohl auch nicht wirklich schreiben. Aber vielleicht kann ich damit auffallen,  Erfolg haben, etcetera….

Was da für mich wichtig wäre, ein wenig besser mit der Hemung umzugehen, ein Vorsatz wäre, wenn ich anfangen will und die inneren Stimmen von “Ich mag und kann nicht!”, kommen, wirklich das Konzept und das leere Blatt herzunehmen und mit einem Freewriting zu konzipieren, was ich da jetzt schreiben will. Die Geschichte langsam wachsen lassen. Eine meiner Fallen wäre auch die Ungeduld, daß ich vielleicht wirklich den großen  Roman in einer Woche schreiben will, was natürlich nicht geht. So gesehen ist vielleicht das “Nanworimo” schreiben, wo man ja in einem Monat fertig sein soll, nicht ganz das Richtige für mich oder ich schon darüber hineweg.

Diesmal wirklich Zeit lassen,  den Roman kommen und sich entwickleln lassen, das nehme ich mir immer vor. Bisher ist es mir vielleicht noch nicht so ganz gelungen. Vielleicht geht es diesmal, ein wenig gelassener bin ich ja schon.

Habe die Einladung zu dem Zeitmangagementkurs also sehr konstruktiv gefunden und mir meine eigenen Gedanken darüber gemacht, in meinem Praxiszimmer auch ein kleines Zeitmanagementbüchlein gefunden, das einmal im “Wortschatz” oder einem der Schränke lag und ich habe auch einmal einen solchen Workshop gemacht, wo man sein Tempo bestimmen sollte und ich gemerkt habe. ich bin sehr schnell. Nun gut, soll so sein.

In den letzten Jahren, wo ich ungefähr drei Texte, die alle vielleicht nicht so ganz und wirklich fertig waren, pro Jahr geschrieben habe, hat der Alfred immer zu mir gesagt “Lass dir Zeit, sei nicht so schnell!”

Da habe ich immer ein bißchen schuldbewußt genickt, bin aber nicht wirklich langsamer geworden. Warum auch, es ist ja gut, daß ich so viel und dizipliniert schreibe. Schade, daß es niemanden auffällt. Aber eigentlich muß das auch nicht wirklich sein oder man kann halt nichts dagegen machen, wenn es so ist.

Den Roman also wachsen und kommen lassen, mal sehen, ob es mir diesmal gelingt? Ich bin sehr zuversichtlich und habe nachdem ich Anfang der Woche noch in Harland mein Rohkonzept notiert habe, am Mittwoch meine Rituale, wie Fensterputzen etcerta, in Wien erledigt. Denn damit starte ich immer gerne in ein neues Projekt. Ich habe auch diesmal ein paar Recherche, beziehungsweise Konsumtage vor, die ich eigentlich schon im Juni machen wollte, als ich Strohwitwe war, aber da war ich mit dem Korrigieren noch nicht fertig, so bin ich am letzten Montag in Wilhelmsburg mit dem Rad gewesen und am Freitag im Traisencenter. Da habe ich übrigens ein paar tolle Bücher in der Seedosen-Telefonzelle gefunden, habe jetzt noch den Gutschein für das Belvedere und in die Buchhandlung in der Seestadt will ich auch noch schauen. Aber dann kann ich Losstarten mit dem neuen Projekt und nach dem Urlaub in den Herbst hineinschreiben, solange ich dazu brauche.

Da raten die Schreibratgeberinnen sicher auch dazu sich Zeit zu lassen. Regelmäßig schreiben geht bei mir vielleicht nicht täglich, weil ich wahrscheinlich mehr als fünf Minuten brauche, um eine Szene hineinzukommen. Aber ein Konzept zu haben hilft und das hat sich bei mir schon angesammelt.

Mal sehen, wie es wird. Ich werde darüber berichten und würde mich über Feedbacks und Tips natürlich freuen.Schreibe aber auch gern für mich selbst vor mich hin, weil das, glaube ich, auch sehr hilfreich ist, eine eigene Struktur zu finden.

Bis ans Ende Marie

Jetzt habe ich es ausgelesen,  diese “emotionae Achterbahnfahrt durch die Wesenzüge einer jungen Frau”, wie es Michael Stavaric am Buchrücken nannte und Daniela Strigl hat es bei den O- Tönen einen Coming of Age Roman genannt, der bei einer Debutschiene natürlich nicht fehlen darf.

Was ist ein Coming of Age Roman?, habe ich wohl gedacht und ein wenig ratlos auf das aufgeschlagene Buch, bei dem ich gerade hundert Seiten gelesen hatte, geschaut und bin jetzt während des Zuendelesens daraufgekommen, daß wohl hier oder überhaupt, das Erwachsenenwerden und in die Weltgehen junger Menschen gemeint ist.

Gottfried Keller hat das, wohl wenn ich mich nicht irre bei seinem “Grünen Heinrich” auch getan. Ein Entwicklungsroman also. Aber kann man das Ertasten einer zwanzig bis fünfundzwanzigjährigen Psychologiestudentin, die von einem Dominik träumt, von ihrer Mutter immer wieder gesagt bekommt, daß sie besser Medizin studiert hätte, aber das wegen ihrer Blutphobie nicht könnte, wirklich so nennen?

Im Klappentext steht, das habe ich schon erwähnt, geschrieben, daß Marie all das, was die namenlosgebliebene Ich-Erzählerin hat, nicht besitzt: “attratktiv und beliebt, dominat und extrovertiert”.

Die Erzählerin ist verliebt in einen Dominik, der wohl beides, sowohl, die begehrte MedIzin, als auch das “Nebenfach Psychologie”, studiert.

All das, was ich in den Siebzigerjahren, als die Erzählerin noch nicht geboren war, irgendwie auch erlebte und  eine ebenfalls Psychologie studierende Freundin in eine Schizophrenie abgleiten sah und ins berühmte Melkweg in Amsterdam, hat sie mich wegen der Selbsterfahrung auch mitnehmen wollen. Da bin ich standhaft geblieben und habe nicht gekifft und Gras gerochen.

Die Ich-Erzählerin, die am Anfang des Buches, Marie die Musikerin, die offenbar in einer Bar kellnert, kennenlernt und auch eifrig, die Werke Freuds studiert, tut das aber. Sie hascht und trinkt und macht auch ihre sexuellen Erfahrungen. Geht mit Marie, die wie weiter im Klappentext steht, immer herausfordert und Grenzen überschreitet, auf einen Berg. Ißt Schnitzel mit ihr oder eigentlich tut das nur Marie. Denn die Namenlose ist ja Vegetarierin und, als sie das Ketschup sieht, in das Marie ungeniert ihr Pommes taucht, denkt sie wohl verzweifelt”Es ist nur Ketchup!”

Ich tue mir ja, das habe ich schon öfter geschrieben mit poetisch schönen Texten, die ohne Struktur und Inhalt dahinplätschern schwer. Ich brauche die Struktur der Handlung, sowei die zeitliche Chronologie und die scheint mir nicht gegeben, denn mir war öfter nicht ganz klar, ob das, was da jetzt beschrieben wird, vorher oder nachher in der Kindheit der Protogonistin, in ihren Träumen oder auch in ihren Wahnvorstellungen passiert? Denn sie geht weiter hinten in eine Vorlesung, wo der Professor etwas von der Schizophrenie und ihren Sympomen erklärt und sie ihm nachher erzählt, daß sie sich krank fühle.

Aber vorher ist sie noch mit ihren Freunden und mit Marie nach Venedig zu einem Festival gefahren. Hat dort auch etwas mit ihren Haaren angestellt, was die Mutter, selber Ärztin oder Arzgattin, die vom Ehemann mit Tabletten versorgt wird, auch das habe ich von Arztsöhnen erzählt bekommen, daß das in den Sechziger- und siebzigerjahren so war, aber Barbara Rieger wurde ja erst 1982 in Graz geboren, entsetzt und die Tochter auf der Grillparty, die sie gibt, als “Die Rebellin!” vorstellt.

Es gibt auch eine Großmutter, der es schlecht geht, im Rollstuhl sitzt, und wenn ich mich nicht irre, stirbt und Marie zieht zur Erzählerin in eine Wohngemeinschaft. Da erzählt sie der Großmutter schon, daß ihr das nicht guttut. Später wird Silvester gefeiert. Da hat die Mutter der Tochter geraten, ja nicht betrunken auf das Dach zu klettern. Sie bleibt daher mit Tom, das ist offenbar der Kneipenbesitzer, bei dem Marie arbeitet, unten und geht mit ihm ins Bett.

“Tut es weh? fragt Tom. Maries Augen sehen mich an, ich beiße sie zärtlich, ich beiße sie fest. Bist du bereit?  Ihre Augen, ihr offener Mund, ich verschlinge sie zärtlich, sie schnappt nach Luft. Komm sagt er. Ich beiße sie tot.”

Das war offenbar das Ende oder auch nicht. Denn auf der nächsten Seite geht es noch ein bißchen weiter.

“Das Feuerwerk ebbt langsam ab. Tom zieht seinen Penis aus mir heraus, entfernt das Kondom, knotet es zu, lässt es auf den Boden fallen und sieht mich an. Ich bemerke, dass ich weine und lache, ich lache und weine. Marie sagt er. Alles okay sage ich.”

Das ist also ein Coming of Age Roman. Aber vielleicht sind die, wie im Klappentext steht “Begegnungen mit Mare, die immer merkwürdiger und bruchstückhafter werden, als würde etwas nicht stimmen, eine Art Störbild, das sich über die Realität legt”, nur eine Verschmelzung vom Realbild in den Traum und die Marie nur die Wunschverstellung der Namenblos bleibenden?

So etwas habe ich auch schon gelesen und das Cover deutet auch auf die beiden Seiten. Die Dunkle und die Helle hin da sieht man zwei Frauengestalten in weißen und dunklen gepunktenten Blusen und ihre Gesichter sind auch jeweils schwarz oder weiß angemalt.

Ein spannendes Buch, schließt die fast Fünfundsechzigjährige, die in den Siebzigerjahren Psychologie studiert hat und da auch, wie Daniela Strigl einleitete, die Universität erlebt, die Barbara Rieger beschreibt. Ein Buch wahrscheinlich für jüngere Leserinnen von einer jüngeren Frau geschrieben.

Interessant das Erwachsenewerden der heutigen Psychologiestudentinnen zu erleben, die sich auch ihren Weg zwischen Sex, Kondome, Gras und Whisky in die Erwachsenenwerlt erkämpfen müssen und dabei nicht in der Psychiatrie landen sollen.

Finsterwalde

Jetzt kommt nicht nur vom Erscheinungsdatum ein brandtaktuelles Buch, sondern auch eines, das “relativ bald oder vielleicht zwei drei Jahre später”, spielt.

Also eines, wo es, wie im Klappentext steht “Die die EU nicht mehr gibt und überall in Europa die Politik von Nationalismus und Ausgrenzung bestimmt wird” und eines das ich vom Kanal “Goldschrift”, der Berliner Lehrerin, die sich sehr für Bücher um den Holocaust interessiert, empfohlen bekommen hatte.

Max Annas “Finsterwalde”. Der Autor war Journalist, hat in Südafrika gelebt und schon einige aktuelle Politthriller geschrieben und Finsterwalde ist ein kleiner Ort in Ostdeutschland, eine ausgegrenzte Stadt, die in der sehr nahen Zukunft, die das Buch, das wohl eines für jüngere Leser ist, die die Spannung lieben und dennoch über die politische Lage nachdeknen wollen, behandelt, zu einem Lager umgewandelt wurde, wo die Schwarzen, die nicht rechtzeitig auswandern konnten, hingebracht werden.

Marie und und ihre zwei Kinder Kodjo und Antoinette sind dabei. Marie war Ärztin in Berlin und wollte die Stadt wegen der Beerdigung ihrer Mutter erst ein paar Tage später verlassen. So befindet sie sich jetzt hinter Absperrgittern und Zäunen in der aufgelassenen Stadt, oben fliegen die Drohnen vorbei und werfen Nahrungsmittel herab, draußen patrouilliert die Polizei und die Sicherheitsdienste.

Ein bedrohliches Bild und Max Annas weiß sehr geschickt mit der Spannung zu jonglieren oder übertreibt damit vielleicht sogar ein bißchen, so daß man mit dem Lesen fast nicht mehr mitkommt.

Maries Praxis ist also leer und muß wieder bevölkert werden. Dazu kommt schon ein Paar, Eleni und Theo, mit ihren Kindern aus Athen geflogen, denn die Leute vom bankrotten Griechenland werden offenbar in das leergewordene Berlin umgesiedelt.

Die Praxis und die Wohnung Maries wurde von den persönliches Gegenständen der früheren Besitzer geräumt. Marie hat trotzdem ihre Spuren in Form von ein paar Fotos hinterlassen, die Theo, der älter, als die Ärztin Eleni und auch nicht der Vater ihrer Kinder, sondern ein ehemaliger Radioreporter ist, findet und sich damit nach Finsterwalde auf ihre Spuren macht.

Was aber natürlich auch nicht so einfach ist, denn die Eingewanderten haben Fußfesseln abbekommen, die sie ein Jahr zur Bewährung tragen müssen und sie dürften sich auch nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes, wo auch überall die Polizei patroulliert, einmischen.

Theo, hat aber schon früher in Berlin gelebt und hier auch ein paar alte Freunde und die führen ihn dorthin, wo man die Fußfessel deaktivieren kann. So schleicht er sich langsam langsam während die Kinder im Kindergarten und mit Eleni bei einer Fortbildung sind, an Finsterwald heran und trifft dort bald auch auf Marie, denn die Leute im Lager, wo natürlich auch Gewalt herrscht und ein früherer schwarzer Polizist erschlagen wurde, müssen sich organisieren, halten Versammlungen ab und kommen so auf einen toten Priester und sein Handy, das ihnen zeigt, daß es in Berlin noch drei verlassene und in einem Keller versteckte Kinder gibt, die sie retten wollten.

So kriecht Marie mit Kodjo und zwei jungen Männern durch die Gullies hinaus und treffen im Wald bald auf Theo. Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd beginnt. Überall sind Polizeistreifen, Schüße fallen. Es gibt aber auch Widerstandkämpfer und Leute auf einem Bauernhof, die helfen und so werden die Kinder schließlich gefunden. Kodjo befindet sich auf dem Weg nach Dänemark, Theo kehrt zu Eleni und den Kindern und Marie ins Lager zu Antoinette zurück und die Leser sind vielleicht  in Zeiten, wie diesen, wo die jungen und die alten Rechten, jede Gewalttat  zu einem Bedrohungsszenario und Austauschszenario aufbauschen, die vielleicht, wenn wir nicht sehr aufpassen sehr bald in ein zwei Jahren oder früher zu  den geschilderten Zuständen  führen können, ein wenig ratlos und können nun überlegen, was zu machen ist, , daß solches doch nicht passiert.