Gesellschaft im Kasten

Da gibt es ja die Katalogkasten, die Stichwortzitatsammlungen, die nach der Digitalisierung wohl nach und nach still und heimlich aus den Bibliotheken verschwunden sind.

Nicht so im Literaturhaus, da hat Evelye Polt-Heinzl den Wertheim-Kasten in einen Zitatkasten verwandelt. Literarische Stichworte eingefügt und ihn wohl seit 2012 Jahr für Jahr erneuert und heuer wohl erstmal an eine Autorin den Auftrag erteilte, diesen für eine Ausstellung zu füllen und die 1964 in Salzburg geborene kenne ich schon lang.

Wo und wann ich sie kennengelernt habe, weiß ich gar nicht so genau, ich kann mich aber an eine IG-GV erinnern, wo ich damals von St. Pölten nach Wien pendlete mit dem Korb in dem die Texte, die 1996 für das Nachuchsstipendium drinnen waren, die ich mir im Zug durchsah, teilgenommen habe und da saß Margret Kreidl in den ersten Reihen und sagte, es ist ganz egal, ob drei oder fünf leute zu einer Lesung kommen, das ist trotzdem okay.

Sie verlegt inzwischen bei der “Edition Korrespondenzen”, stand einmal, glaube ich auf der Hotlist, ich sehe sie und ihren Lebensmenschen Lukas Cejpek manchmal bei Lesungen und auf Messen und weil ich ja ein bißchen legasthen bin oder auch ein wenig schlampert bin, habe ich, als ich vor kurzem von “Kremayr und Scheriau” ins Belvedere bekommen habe, mich dort sofort angemeldet, und das  Greiner mit Kreidl verwechselt, worauf mich dann erst Stephan Teichgräber im “Doml” aufmerksam machte. Das sind so die kleinen Aufreger im Leben und nicht wirklich wichtig und Wien-Stipendiatin ist Margret Kreidl wahrscheinlich auch, jedenfalls im Mai im “Musa” da hatte ich aber so viele Stunden, daß ich nicht hingehen konnte, was mir sehr leid tat.

Also heute und da bin ich trotz meiner sechs Uhr Stunde nicht zu spät gekommen, obwohl mir sowohl Bus, als natürlich die Straßenbahn vor der Nase weggefahren sind, denn die Leute standen noch im Foyer und besichtigten die Ausstellung, die ja heute mit einem großen Programm eröffnet wurde und Margret Kreidl war wohl schon den ganzen Tag im Literaturhaus, um vorzubereiten und ist da von der Stiege gefallen und hat sich das Bein gebrochen oder geprellt, so daß sie ihr Publikum und es war die ganze literarische Prominent zum Teil aus Hamburg und Berlin eingeflogen, anwesend, denn Margret Kreidls Idee  für ihr Zettel-Projekt, sie hat ja ein Buch geschrieben das “Zitat,Zikade” heißt, war, daß sie sechsundfünfzig literarische Lebensmenschen, denn schreiben ist ja Kommunikation, sagte sie in der Einleitung, bat ihr jeweils ein Ding für eine Lade des Zettelkastens zu spenden und so saß ich hinter Gerhard Rühm, Gerhard Jaschke und Karin Peschka, sah Lukas Cejpek natürlich, denn der hat einen Chor einstudiert, wo vier Schauspieler auftraten und im Chor Zitate vortrugen.

Robert Huez begrüßte, Evelyne Polt-Heinzl erzhlte etwas zum Projekt und die vier Chorstimmen zitierten Namen wie Brigitte Salanda, Gustav Ernst, Marie Luise Lehner,  Erika Fischer,  Dieter Sperl und und und…

Das sind, wie das Margret Kreidl sitzend, erläuterte die sechusundfünfzig Freunde, die ihre Gaben in den Kasten legten. Ein paar waren anwesend, die Margret Kreidl feierliche begrüßte und ihren Lebensbezug erläutetete, Ilse Kilic richtig ist auch dabei und Gabriele Petricek und Birgit Schwaner, die mich freundlich grüßte, im Publikmum und zu meinen Erstaunen sah ich da auch den Otto, von Alfreds Wandergruppe, der meinen Blog, meine literarische Ausdrucksform, das erste halbe Jahr seines Bestehens freundlich kommentierte.

Er hat, wie ich später erfuhr, seine Lieblingsbuchhändlerin Brigitte Salanda zur Lesung begleitet und die Mulitmedia Künstlerin Reni Hofmüller hat eine musikalische Beigabe im Sinne Pöasmodiumsstruktursgeeflecht beigesteuert.

Dann gab es noch einen analogen Chor eines amerikanischen Germanisten und danach Getränke und Knabberstangen, bevor mann diesmal die Stiegen, die ja sonst streng abgesperrt sind, in die Bibliothek hinaufwandert und sich den Zettelkasten mit seinen Leihgaben ansehen konnte.

Interessant interessant, die experimentelle Literaturszene und ein” Salz-Zeitschrift für Literatur”, wo Margret Kreidl einen Text drinnen hat, habe ich auch bekommen.

Zwei Duoveranstaltungen

Heute wieder nach einigen Stunden und zwei Befundbesprechung Utopie-Workshop mit Stephan Teichgräber im Doml, wo ich ja inzwischen seit einem Monat oder so mit ihm alleine bin und was meine Seite betrifft, die eineinhalb Stunden eher zum literarischen Plaudern als zur Werkanalyse benütze.

Aber ich habe mich darauf vorbereitet, habe ich ja am Donnerstag am Fronleichnahmstag meine Bibliothek durchgeputzt und sowohl den “Report der Magd”, als auch die “Rote Zora” gefunden und beide Bücher mit dem vom Jaroslav Rudis in den Workshop mitnehmen wollen und gestern im tschechischen Zentrum hätte ich ihm auch ein Buch über die tschechischen Verlage mitnehmen können, das dann aber dort geleassen und heute auch nur das Altmann-Buch, neben den Orwell, den ich ja immer mitnehme eingepackt, denn wir tun, seit wir zu zweit sind ja nicht mehr ganz so viel, sondern plaudern.

So habe ich Stephan Teichgräber erzählt, daß heuer Tanja Malartschuk beim “Bachmannpreis” lesen wird. Er hat es aber schon gewußt und sie auch einmal in Prag getroffen und hat auf der ukrainischen Seite ihre Werke gegooglet, weil mir erst nach und nach eingefallen ist, daß das Buch das ich von ihr gelesen habe “Biografie eines zufälligen Wunders” heißt.

Dann sind wir aber doch wieder zum Orwell gekommen, haben wieder festgestellt, daß die deutsche Übersetzung offenbar weniger poetische Vergleiche oderMetaphern hat, als die englische Originalausgabe und sind dann auf die “Kleine Grammatik gekommen, die es im Anhang gibt.

Orwell hat da ja eine besonder Sprache gefunden und Vergleiche mit Kemperers LTI liegen natürlich nahe, aber auch der Vergleich zu dem leichter lesen, wenn man alles verkürzt und die Frage wo und wie der Neusprech sinnvoll und nützlich oder das Gegenteil ist und auch der Vergleich zu der neuen Rechtschreibordnung.

Da zitiere ich ja immer gerne die Geschichte, wo ich einmal vor dem offenen Bücherschrank in der Zieglergasse stand. Eine Menge Nöstlinger oder andere “Jugend und Volk Bücher” aus den Siebzigerjahren, ganz schöne, lagen drinnen und draußen stand eine Frau mit einem Mädchen das gerne danach greifen wollte.

“Achtung!”, rief die Mutter.

“Pass auf das ist noch die alte Rechtschreibordnung!”

Und das Kind mußte zwangsläufig nachgeben. Ich habe mit der Mutter ein bißchen diskutiert und kann darüber nachdenken, ob das jetzt Leseförderung ist oder nicht und es war ein interessanter Workshop- Nachmittag.

Nächste Woche fällt es wieder aus, also haben wir noch ein paar Nachmittage, wo wir uns der Utopie des Neusprechs widmen können und ich ging in meine Praxis, machte eine Stunde und empfing dann, was ich ohnehin schon wußte, Doris Kloimstein zur Schreibgruppe. Denn Peter Czak, der die Gruppe eigentlich verschieben wollte, meldet sich derzeit nicht, Klaus Khittel schon und hat auch Interesse, aber leider keine Zeit, der Robert keine Zeit am Mittwoch und die Ruth diesmal einen anderen Termin.

Also haben wir wieder eine Flasche Wein getrunken uns sehr gut über den Literaturbetrieb, den Schmähungen und den Kränkungen, denen man in diesen ausgesetzt ist und noch über vieles anderes unterhalten und diesmal nichts geschrieben und ich kann denen, die an meinen Korrigierfortschritten interessiert sind, frohlockend vermelden, daß ich am Samstag und am Sonnstag da sehr produktiv gewesen bin.

Am Samstag war ich wie vorgenommen beim Friseur und habe ein wenig eingekauft, dann den Text szeneweise zu Ende korrigiert. Am Sonntag das Ganze einmal von vorn nach hinten durchgesehen und bin darauf gekommen, daß vieles noch nicht so passt.

Da habe ich ja auch zeitliche Probleme, denn wann wurde 2017 der Nobelpreiskanditat bekanntgegeben, vor oder nach Frankfurt und vor oder nach der Wahl+<ich glaube erst nachher. Daher mußte ich noch einiges umändern, aber sonst bemühe ich mich sehr zwischen meinen Stunden den Text nicht zu vernachläßigen, so daß ich möglichst bis Ende Jun,i wenn der Alfred wieder zurückkommt, damit fertig bin und mit frischen Plänen für das Neue in die Sommerfrischenwochenende starten kann.

Mal sehen wie es geht? Die Schreibgruppe habe wir einstweilen ad Acta gelegt, denn es kommt ohnehin die Sommerpause und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

Wien-Tschechien-Italienreise

“Reisen wir” heißt eine Reihe in der “Gesellschaft für Literatur”, wo offensichtlich Reisetexte vorgestellt werden. Da war ich schon einmal bei Mirco Bonne und heute hat meine literarische Veranstaltungsreise eigentlich im von 1938 angefangen. Denn da gibt es ja heuer ein Gedenkjahr und deshalb eine Ausstellung in der “Wien Bibliothek” mit einem Begleitprogramm.

Und da ging es heute im Seminarraum um den Proagandafilm und das ist ja ein sehr interessantes Thema und ich habe mir da Werbefilmchen vorgestellt, wie etwa ein schöner junger SA Mann blond und blauäugig einem ebenso schönen naiven Wiener Mädel erklären soll, wo sie am 10. April ihr Kreuzerl machen soll.

Aber mitnichten, es wurden von Michael Loebenstein und Ingo Zechner, zwei Herren, die trotz der Hitze weiße Hemden trugen, unter derModeration der Direktorin Sylvia Mattl-Wurm nur die Filme gezeigt, die schon in der Ausstellung, da war ich ja bei der Eröffnung zu sehen sind und die haben mich nicht sehr interessiert, weil es da ja um eine Gastwirtschaftstagung im Rathaus, eine Rede des damaligen Bürgermeisters im Apollokino,  wo er den deutschen Buben und Mädeln die Rolle des Sparens erklärt und dann wurde noch irgendein Nazibonze eingeflogen, der den Beamten am Rathaus sprich Adolf Hitler Platz, so hieß er ja damals, offenbar das neue Regime erklärte.

Die wurden besprochen und kommentiert und dann gab es noch zwei Minuten aus der damaligen Polizeileistungsschau, die dese seit 1927 jedes Jahr zu Weihnachten präsentierte und war zu sehen, wie die Wiener Polizisten ihre Knüppel abgeben und die deutschen ins Rathaus einmarschierten.

Interessante aber allemal für die Historiker und wenn ich mit der Mareike Fallwickl fertig bin, steht ja das Flügge-Buch auf dem Programm, da habe ich mich also in das Jahr 1938 schon ein wenig eingesehen und die Plakate habe ich ja auch schon studiert.

Danach also weil es zeitlich passte und es auch keine Alternative gab in die “Gesellschaft für Literatur”, obwohl mich das Buch über den Po, des italienischen Reiseschriftstellers Paolo Rumiz übersetzt von Karin Fleischanderl eigentlich auch nicht so interessierte und ich dachte, da bin ich wahrscheinlich alleine dort und kann mich mit Gustav Ernst unterhalten.

Mitnichten, wie man sich irren kann, könnte ich schon wieder schreiben, aber vorher bin ich an der Buhhandlung Kuppitsch vorrüber am tschechischen Zentrum vorbeigekommen und habe da wieder wie schon im April ein paar Leute mit einem Weinglas vor der Tür stehen sehen.

Also nichts wie hinein. Denn es gab wieder eine Ausstellung, diesmal feierte, wenn ich es richtig verstanden habe, ein tschechisches Gymnasium den Abschied einer Lehrerin mit einer Ausstellung ihrer Werke. Vielleicht war es auch kein tschechisches Gymnasium, es war jedenfall fast nur Tschechisch zu hören und es gab Wein, Brötchen und kleine süße Schnecken und dann nach Italien.

Bella Italia lag diesmal, wie Tschechien in der Herrengasse und oh Überraschung der Vortragssaal sehr voll, so daß schon Sessel im zweiten Raum aufgestellt waren und heiß war es auch.

Ich habe trotzdem, Glück muß man haben, einen Platz in der zweiten Reihe bekommen, mich mit meiner Nachbarin über meine Waldviertler Sandalen unterhalten, Gustav Ernst, der prompt in der ersten Reihe saß zugewinkt und jetzt sehr viel Italienisch gehört.

Karin Fleischanderl, die Übersetzerin moderierte, der 1947 geborene Reiseschriftsteller war sehr charmant und erklärte, daß die Italiener kein Verhältis zu ihren Flüßen haben, so ist der Po verschmutzt. Die Mütter warnen ihre Kinder ins Wasser zu gehen und ihm wurde abgeraten eine Flußreise zu unternehmen.

Das hat ihm natürlich gereitzt, so hat er diese mit dem Kanu, der Barke und dem Segelboot und einigen Freunden unternommen, eine Frau in Schwarz dabei gesehen, auch noch etwas von einem früher erschienenen Buch, das der “Leuchtturm” heißt  und von der Phantasie erzählt, die man bekommt, wenn man einige Zeit allein auf einer kleinen Insel auf einem Leuchtturm verbringt.

Er hat dann noch viele Fragen aus dem Publikum beantwortet. Es gab einen Tisch mit vielen Büchern, die man, wie Karin Fleischanderl wieder aufforderte, kaufen und sich signieren lassen konnte und ich habe an einem Abend sowohl eine Zeitreise in die Vergangenheit, als auch in das kulinarische Tschechien und eine Reise auf den Po gemacht und dabei bin ich ja gar nicht reiselustig und staune momentan nur über die Mails die mir der Alfred derzeit aus dem schönen weitentfernten Amerika schickt.

Werkstattgespräch in der AS und Bekanntgabe der heurigen Bachmannleser

Heute gab es in der “Alten Schmiede” in der ich nun schon länger nicht mehr war, die Vorstellung von zwei unveröffentlichten Texte, die von Daniel Terkl moderiert und vorgestellt wurden.

Und zwar stellte Stephan Eibel Erzberg, der mir ja manchmal liebe Mails schickt und mir einen sehr euphorischen Beschreibungstext für das “Literaturgeflǘster-Texte-Buch” schrieb, seine noch nicht erschienenes Manuskript über eine Arbeitersiedlung am Erzberg in den Siebzigerjahren vor.

“Ehern” heißt der Text und die Stellen, die der 1953 in Eisenerz Geborene las, drehen sich um das Weihnachtsfest und um die Kinder, die in dieser Siedlung lebten und obwohl Stephan Eibel Erzberg in den Neunzehnsiebzigerjahren kein Kind mehr war, vermute ich stark, daß es sich, um seine Jugenderinnerungen dabei handelt.

Der kleine Elisas geht mit seinem Vater in den Wald, um einen Christbaum zu suchen und der erzählt ihm, daß das Christkind am Tag unsichtbar und im Wohnzimmer bleibt das Fenster offen, damit es hineinfliegen kann. Die Kinder gehen Schlittenfahren. Elias geht nicht mit, weil er von den größeren Buben nicht hören will, daß es das Christkind nicht gibt und weil Bananen am Gabentisch liegen, ist er sich ganz sicher, daß doch eines existiert, weil Banananen waren in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren im örtlichen Konsum nicht zu kaufen.

Im anschließenden Gespräch verlautete Stephan Eibel Erzberg, daß es schon in den goldenen Siebzigerjahren, wie man sie heute nennt, mit einer absoluten SPÖ-Regierung erste Anzeichen von heute, Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, etcetera gegeben hat.

für mich waren diese Jahre, wo ich Psychologie studierte, trotzdem die besten meines Lebens und Stephan Eibel Erzberg, der eigentlich nur Eibel heißt, hat das Erzberg seinem Namen angehängt um zu zeigen woher er, der sehr früh nach Linz und später nach wien gegangen ist, kommt.

Eine Zeitlang wollte er sich auch Abenteuer Erzberg nennen. Das schien ihm aber zu lang, während der zweite Leser der Runde, den ich wegen seiner Namenskürze fast übersah, nur seine Initialen G.G.H publiziert. Er wurde 1961 in Stuttgart geboren, studierte Kunstgeschichte und heißt wahrscheinlich Georg G. Holländer, ob ich das richtig geschrieben habe, weiß ich jetzt nicht, wie aus dem Gespräch deutlich wurde und seine unveröffentliche Novelle “Totentanz” handelt von einem hundertjährigen Mann der nach Basel fährt, um  seine Verlassenschaft zu ordnen und dort kommt er mit zwei jüngeren Menschen, darunter mit einem Mädchen namens Lara in Berührung.

Zuerst las G.G. H aber ein Gedicht passend zu Stephan Eibel Erzbergs Textpassage, das vom Winter handelt und am Schluß fofrderte Daniel Terkl seine Gäste auf noch ein Gedicht zu lesen. Je drei sind es dann geworden und am Vormittag wurde die heurige Bachmannpreisleserunde bekanntgebeben von der ich gleich verlauten kann, daß da nur eine Österreicherin dabei ist, nämlich Raphaela Edelbauer, die den Rausiser Preis gewonnen hat und die ich auf der letzten “Buch Wien” hörte, sowie Tanja Maljartschuk, die ich schon auf einigen Lesungen hörte und auch schon was von ihr gelesen habe und von den deutschen Autoren kenne ich Jakob Nolte, da habe ich gerade die “Schrecklichen Gewalten”, das auf der letzten dBp- Longlist stand gelesen und bin also sehrgespannt, wer es heuer werden wird.

Aber vorher gibt es ja noch ein Jubiläum zu feiern und da wird man wahrscheinlich, kann ich schon verraten ein paar der “Literaturgeflüster-Bücher”, die zum fünften Jahrestag erschienen sind, gewinnen, wo man sich dann Stephan Eibel Erzbergs euphorische Beschreibung anschauen kann.

Traumrakete

Jetzt kommt das neue Buch, der 1963 geborenen Ruth Cerha, Tochter des Komponisten, von der ich schon zwei Bücher “Zehntelbrüder” und “Bora” gelesen habe und von der ich das erste Mal auf der “Rund um die Burg-Veranstaltung-neu” etwas hörte.

“Zehntelbrüder” ist so weit ich mich erinnern kann, ein Patchworkroman, ähnlich wie die, die Elfriede Hammerl schreibt, “Bora” eine Kroatiengeschichte und ich würde wahrscheinlich übertreiben oder hochstapeln, wenn ich ähnlich wie “Claire-Klara-Clarisse” schreiben würde, denn ich weiß schon, ich spiele ja leider in einer ganz anderen literarischen Liga und “Traumrakelte” von dem ich nur begeisterte Rezensionen gelesenhabe, die ich ganz erhlich nicht ganz nachvollziehen konnte, obwohl es kein schlechtes Buch ist, wahrlich nicht, liegt irgendwo dazwischen und es ist und das ist vielleicht interessant, ein Buch, in dem die männliche Midlifekrise wieder von einer Frau erzählt wird.

Da habe ich ja im Sommer viele von Männern geschriebenen gelesen und wenn wir schon bei der Frage sind, was ein gutes Buch ausmacht, daß es berühren muß, natürlich und was Neues noch nie dagewesen enthalten muß, dann kann ich das letztere nicht finden, denn ich denke eher, Ruth Cerha hat da die verschiedensten gängigen Themen durcheinandergeworfen, aus jedem Dorf einen Hund genommen und dann das Ganze irgendwie hintereinander aufgezählt, so daß ich meinen würde, es fehlt eigentlich der straff komponierte Plot und natürlich ja, etwas Neues gibt es, es geht über das Träumen und ist eigentlich ein Sachbuch über das luzide Träumen mit Handlung erzählt.

Um was geht es also? Um eine Wiener Mittelschichtfamilie? Nein, eigentlich nicht, denn Dave, der Sohn einer Österreicherin, die vor den Nazis nach N Y flüchten mußte und sich dort verheiratet hat, wurde in Amerika geboren und ist die ersten sechs Jahre in der großen Stadt aufgewachsen, dann mit der Mutter nach Wien gekommen und hat hier ebenfalls eine Amerikanerin, Janet, eine erfolgreiche Chirurgin geheiratet.

Die Beiden, er ist ein nicht so erfolgreicher Musiklehrer und, wie geschrieben wird, schwer depressiv, von Alpträumen geplagt, die er mit seinem Therapeuten bespricht, haben drei Kinder.

Max, der ein Elitegymnasium besucht und kurz vor der Matura aussteigt, Mel die Pubertierende von der eigentlich nur erzählt wird, daß sie gut in Mathe ist und Nobbs oder Noah, der sechsjährige, der in der Welt seines Raumschiffes beziehungsweise, der Traumrakete lebt und zu seinem Vater eine sehr gute Beziehung hat.

Der von seinen Schülerin frustriert, ist eigentlich ein guter Vater und die Kinder sind erstaunlich vernünftig, gelassen und cool und das zähle ich eigentlich zu den Stärken des Romans, träumt ständig von Frauen mit und ohne Kopf, vergräbt Leichen, wird gejagt und Janet, die erfolgreiche, versteht wahrscheinlich nicht warum er sich so aufführt.

Er hat auch eine schlechte Beziehung zu seinem Vater James. Warum,  wurde mir nicht ganz klar, wahrscheinlich habe ich  beim Lesen nicht so aufgepasst, was auch etwas schwierig war, weil ständig Träume von realen Episoden, sich im Buch abwechseln.

Die ehe der Beiden ist schlecht. Er träumt von anderen Frauen und spricht mit seinem Therapeuten darüber und einmal weckt Janet ihm auch auf, weil er im Schlaf Orgasmusgeräusche von sich gibt.

Harter Tobock eigentlich, aber das ist es auch, als Janet ihm mitteilt, daß sie sich scheiden lassen wird, weil sie einen anderen Mann kennengelernt hat. Sie teilen dann sachlich die Kinder unter sich auf. Das heißt, Mel verbringt das nächste Jahr ohnehin in Amerika. Max zieht zu einem Freund und Dave wird mit Nobbs in eine kleinere Wohnung ziehen.

Da ist er aber gerade erst von seinem Osterurlaub zurückgekommen, den er in New York bei seinem Onkel Biull einem Vietnamverteranen, der 1972 mit einem Bein und blind aus dem Krieg zurückkam und ihm von seiner Schwester erzählt, die während er Vienam war, sich mit Herorin den Todesschuß setzte.

Sie ist die Frau, die Dave am Anfang des Buches in seinem Traum vergraben hat, von deren Existenz er aber nichts wußte und nachdem er zurückgekommen ist, unterbricht er seine Unterrrichtsstunde und erzählt den frustrierten Schüler, statt, wie vorgesehen von der Instrumentenkunde von New York und gibt ihnen die Aufgabe in der nächsten Woche die Straßenmusiker in der U-Bahn zu filmen, was sogar den alten Direktor begeistert.

Aus jedem Dorf ein Jund, Dave kommt aus einer jüdischen Familie. Sein Nachbar Hamid ist ein Syrier und Max ist von den Zuständen in Traiskirchen, das Buch spielt Ende 2014 Anfangs 2015 bis zum Sommer, beeindruckt und beschließt den flüchtlingen zu helfen. Die Familie wohnt in Döbling, Max besucht ein Elitegymnasium also doch das Mittelschichtleben, das wahrscheinlich auch Ruth Cerha erlebte, von der ich in Mareike Fallwickls Blog, deren Buch, als nächstes bei mir dran ist, gelesen habe, daß sie den Roman haußtsächlich in New York geschrieben habe und die “Amazon-Leser” schwärmen sämtlich oder einige von ihnen von den tollen New York Schilderungen, die in dem Buch enthalten sind.

Nun ich war auch einmal vierzehn  Tage in New York und war von der Stadt, die sich inzwischen sicher verändert hat, begeistert und etwas, was mich gestört hat, sind daß ganze Passagen in dem Buch in Englisch sind.

Ein Mittelschichtroman also mit allen Themen, die die Mittelschichtleserinnen wahrscheinlich interessieren und die ihnen bekannt vorkommen, obwohl ich den Sachbuchtext von dem luziden Träumen ganz ehrlich eher langweilig empfand, aber von einigen der schon beschriebenen Stellen, durchaus beeindruckt war.

Hotel Berlin

Ich bin ja irgendwie ein Fan der 1888 in Wien geborenen und 1960 in Holllywood gestorbenen Vicki Baum, die schon 1931 in die USA ging, die Staatsbürgerschaft annahm und ihre späteren Bücher auf Englisch schrieb und habe in dem berühmten Bücherkasten meiner Eltern einige ihrer Bücher in Büchergilde-Gutenberg-Ausgeben gefunden und gelesen.

“Hotel Shanghai” und “Marion” beispielsweise, wie ich mich erinnern kann und in den Bücherschränken findet man auch einiges von ihr, so daß ich schon eine kleine Vicki Baum Sammlung habe.

“Menschen im Hotel” beispielsweise habe ich dort gefunden und schon vor ein paar Jahren gelesen und das ist wohl der bekannteste Baum-Roman, der auch unter dem Titel “Grand Hotel” mit Heinz Rühmann verfilmt wurde. 1929 wurde er geschrieben und trägt die Bezeichnung “Kolportage Roman”.

“Stud. chem. Helele Willfüer” habe ich auch gefunden und im Jahr 2016 hatte ich sogar einen eigenen Vicki Baum Schwerpunkt mit sechs ihrer Romane vor, nur leider habe ich da schon “Buchpreis” gelesen, die Verlage haben mir zugeschickt und da ich da ja schwer nein sagen kann und Rezensionsexemplare immer vorziehe sind es nur drei Bücher geworden.

Und heuer habe ich die “Goldenen Schuhe” auf meiner Liste, aber ob ich da zum Lesen dazu komme ist auch schon fraglich, habe ich ja wieder das doppelte oder dreifache Buchpreislesen vor und auch schon ein paar Herbstvorschauen  angefragt.

Und da ich mich ja sehr für die Zwischenkriegszeit interessiere, habe ich mich mit Vicki Baum auch theoretisch beschäftigt und herausbekommen, daß es außer den “Menschen im Hotel”, das in den Zwanzigerjahren spielt und dem 1939 erschienenen “Hotel Shanghai”, das sich mit der Situation, der aus Nazi-Deutschland Geflüchteten beschäftigt, noch einen dritten Hotel Roman, nämlich “Hotel Berlin” oder wie in “Wikipedia” steht, “Hier stand ein Hotel”, 1943 im Exil und auf Englisch geschrieben, das sich mit Nazi-Deutschland, beziehungsweise den letzten Tagen des dritten Reiches beschäftigt.

Das hat mich natürlich neugierig gemacht und ich war sehr begierig auf das Buch, habe in den Bücherschränken immer  danach ausgeschaut und mich auch vor kurzem im Literaturhaus mit der Herausgeberin von “Makkaroni in der Dämmerung”, verstreuten Baum Texten darüber unterhalten und gefragt, ob “Atelier” vielleicht auch an eine Herausgabe denkt.

“Das Buch ist sehr schwer und nur antiqurisch zu bekommen”, hat die mir, glaube ich, gesagt und dann bin ich vor zwei Wochen, als ich in der Wien-Bibliothek um mir die Präsentation von “Wien 1938″ anzuhören, an der Buchhandlung Jeller vorbeigegangen und habe gesehen,”Wagenbach” hat es neu herausgebracht.

Vorige Woche habe ich es dann bekommen und da ich da vorrübergehend mit dem Rezensionsexemplar- Lesen fertig war, jetzt liegen inzwischen schon wieder vier auf dem Badezimmerstapel, habe ich es jetzt gelesen und  muß sagen, das Buch ist, was ich, glaube ich, schon gehört habe, sowohl sehr kitschig, als auch sehr interessant.

Letzteres vor allem durch das Vorwort das Vicki Baum wohl ihrer Erstausgabe vorangestellt hat, wo sie die Frage, die mir eine Stammbesucherin erst vor ein paar Tagen gestellt hat, ob es sich bei dem Hotel, um das berühmte “Adlon” handelt, damit geantwortet, daß auch bei “Menschen im Hotel”, weder das “Adlon” noch das “Eden” gemeint war und daß die Idee zu dem dritten Hotel-Roman ihr durch die Überlegung gekommen ist, wie es den Menschen im Hotel wohl 1943 gehen würde, so daß sie es wohl, als eine Fortsetzung gedacht hat.

Als prophetischer Roman wird das Buch auch  bezeichnet, nimmt Vicki Baum, da es ja in den letzten Tagen des Krieges spielt, einiges vorweg und das Material dazu hat sie, wie sie schreibt aus den Erzählungen Emigrierter entnommen und erfragt.

So gesehen ist diese Phropezeiung wohl besonders spannend und ich kann mich an die “Menschen im Hotel” nicht mehr so genau erinnern, das Buch beginnt aber, glaube ich, auch in der Hotelhalle mit den Portieren und Rezeptionisten.

Hier ist es auch so. Es war gerade ein Luftangriff, die Menschen sind noch, wie vorgeschrieben im Luftschutzkeller und kommen erst allmählich heraus und das Hitler Bild hat es wieder, wie in den letzten Tagen zuvor durch die Angriffe von der Wand geschmissen, so daß es der Portier mürrisch aufhebt und nach einer Stelle sucht, wo er den neuerlichen Nagel einschlagen kann.

Die Portiere sind zweite oder dritte Auswahl, nämlich alte oder schon kriegsgeschädigte Männer, einer davon hat aber schon einen Einberufungsbefehl bekommen, man braucht frischfleisch, der flucht, während der hinkende Hotelarzt sich nach einer solche sehnt, um sich als nützlich zu erweisen.

Da diese nicht kommt, muß er sich den Hotelgästen widmen und hat da auch einiges zu tun, denn das Hotel ist ein Nazihauptquartier, Konferenzen werden abgehalten und nur die alte Botin, die regelmäüßig mit den Telegrammen kommt und damit die Horrormeldungen des Tages berichtet, ist soetwas wie ein kritische Stimmung und außerdem eine sehr skurrile Person, denn es sitzen ja auch die Gestapoleute vor und neben der Tür und halten alles in Aufsicht.

Ansonsten gibt es noch einige kuriose Bewohner, nämlich den Nazidichter Johannes König, den einzigen von Rang, der nicht emigriert ist und jetzt Jubelgedichte schreibt und sich um den Verstand trinkt und der spielt mit einem englischen Dichter Schach, der herzkrank ist, von den Nazis gefangengehalten und gezwungen wird, Jubelberichte für die Engländer im Rundfunk zu lesen, obwohl eigentlich niemand mehr an den Endsieg glaubt oder doch, die Schauspielerin Lisa Dorn, ein ehemaliges Wiener Arbeitermädel, das einmal dem Führer Blumen überreichen durfte und sich dadurch in die Herzen der Bonzen und der Frontsoldaten einspielte, glaubt das noch und ist blond und blauäugig, die Geliebte eines altes General, der selbst schon nicht mehr  an den Sieg glaubt, sondern mit anderen Generälen einen Putsch versuchte, der aber gescheitert ist.

Die Telegrammbotin, die in die Idylle kommt, ein verwundeter Fliegerleutnant,  der drei Tage Urlaub hat und sich nach den Mädels sehnt, ist auch noch eingetroffen, hat triumphierend verkündet, daß man Martin Richter, der hingerichtet werden sollte, den Nazis aber davon lief, noch immer nicht gefunden hat. Der soll sich, wie man munkelt in dem Hotel verstecken, so wird nach ihm gesucht und dann passiert, was man heute wahrscheinlich so nicht mehr schreiben kann, daß die blonde blauäugige Schauspielerin vom Theater zurück kommt, der General will zwar zu ihr aufs Zimmer, kann aber nicht, weil gerade für die Bonzen ein Bankett stattfindet, so zieht sie sich, um ihre Rollen zu studieren und einen ruhigen Abend zu haben, in dieses hzurück.

Geht ins Bad, läßt sich das Abendessen servieren, das von einem anderen Kellner, als den erwartetetn Gaston gebracht wird. Ihr Zimmer wird durchsucht und als sich die Gestapo wieder entfernt, ist der Kellner in Ohnmacht gefallen und sie verliebt sich in den geflüchteten Martin Richter und beginnt ihn zu verstecken, beziehungsweise aus dem Hotel zu schmuggeln.

Denn Vicki Baum, die Unterhaltungsschriftstellerin, versteht ihr Handwerk und und weiß äußerst spannend zu erzählen. So passiert in den vierundzwanzig Stunden in denen die Handlung passiert sehr sehr viel.

So wird der General, dessen Putsch ja gescheitert ist, zum Selbstmord gezwungen. Er will mit Lsa nach Stockholm fliehen, so kommt er in ihr Zimmer und Martin muß sich im Bad oder hintern Vorhang verstecken. Sie weigert sich standhaft mitzukommen und redet sich auf ihre Proben aus.

Ein mutiger Hotelpage, der sich an dem Hinausschmuggeln, denn die Kellner, die das zuerst versuchten, wurden verhaftet, gibt es auch und ein kleines Animiermädchen, das von Nazis zum Ausspionieren der Gäste eingesetzt wird, das Lisa um ihre schönen Kleider beneidet und sich nach ein paar neuen Schuhen sehnt, weil ihre schon sehr zerfetzt sind, die hat, was man nicht gleich merkt, das Herz auf dem rechten Fleck und kommt, glaube ich, nicht zu den Schuhen und Martin taucht am nächsten Tag, während Lisa im Theater ist, bei dem englischen Dichter auf, der ihm rät, sich in einer Uniform aus dem Hotel zu begeben, die wird gefunden und während Lisa mit ihm das richtige Umgehen darin, übt, kommt ein weiterer Nazibonze und durchsucht wieder Lisas Zimmer, der Flieger taucht auf und will in Lisas Bett und einen Todesfall gibt es unglücklicherweise auch.

Der General darf noch mit Lisa Mittagessen und sein Testament aufsetzen, muß sich aber bis halb fünf erschießen, was er auch  gehorsam tut und dann taucht noch eine alte jüdin auf, die ihren Stern in ihrer Handtasche versteckt und als der nächtste Luftangriff kommt, muüssen alle in den Luftschutzkeller und das Hotel wird, wie schon der Name einer anderen Auflage sagt, ziemlich zerstört. Lisa kann aber mit den Pagen entkommen und zu Martin, der heil und muter bei dessen Vater untergebracht ist, fahren:

“Ich komme, Martin. Warte auf mich”, sagte Lisa Dorn.”, lautet der letzte Satz, des zwei Jahre vor Kriegsende geschriebe Buchs, das daher ein wenig unlogisch endet, weil der der Krieg ja trotz des wieder hinuntergefallenen Hitlerbildes, das zwar diesmal von dem Hotelprotier, der zu seiner Einberufung  ging, nicht mehr aufgehoben wurde: “Soll ein anderer dich aufheben, mir ist das schnuppe”, weiterging und Lisa und Martin wahrscheinlich noch mit Verfolgung rechnen mußten.

Es ist aber trotzdem ein sehr interessantes Buch und auch wenn man heute anders darüber schreiben würde, ist es sehr zu empfehlen und ich habe das Lesen sehr genossen. Wenn man auch über das beschriebene Frauenbild heute ein wenig den Kopf schütteln würde, ist das, wie Vicki Baum, die schönen blauäugigen naiven Mädel und ihre Karrieren beschreibt, warhscheinlich gar nicht so schlecht beobachtet.

 

Strohwitwenstart mit Bücherräumnachmittag

Ich freue mich ja immer wenn der Alfred mit dem Karli für ein paar Wochen in die USA, nach China, Australien, etcetera, fliegt,, beziehungsweise versuche ich diese Wochen dann ganz besonders zu zelebrieren.

So habe ich da einmal zu Pfingsten einen Lesemarathon gemacht und im Vorjahr bin ich sowohl mit der Ruth in den öffentlichen Raum aufgebrochen, als auch für mich ein bißchen patschert in der Seestadt herummarschiert und habe dann aus den Recherchen, die ich da eigentlich machen wollte, die Kurzgeschichten für Annika Bühnemanns Challenge beziehungsweise mein “Besser spät als nie” geschrieben.

Für  heuer, der Alfred ist am Donerstagmorgen in die USA gestartet, hatte ich etwas Ähnliches vor, durch die Stadt marschieren, ein bißchen  konsumieren und die Ideen für mein nächstes Projekt sammeln.

Aber meine Leser wissen es, ich bin ja mit der “Unsichtbaren Frau” noch nicht so weit, also werde ich die an den vier Wochenenden möglichst intensiv korrigieren und mir dann vielleicht zur Belohnung ein Eis gönnen. Unter der woche komme ich wahrscheinlich, da ich ja derzeit viele Stunden habe, höchstwahrscheinlich wenn ich aufpasse nur zu Literaturveranstaltungen, aber nicht viel zu schreiben.

Nun  gut, das ist fein und wichtig und kann man beispiesweise in Writingretreats auch zelebrieren, habe ich gedacht und dann, daß ich am Feiertag noch nicht wirklich dazu kommen werde, weil ich ja abrechnen muß.Das habe ich dann aber schon am Mittwochabend getan und mir am Donnerstag nur noch die WGPV- Rechnungen ausgedruckt.

Ich bin da ja sehr fleißig und konsequent und habe diesbezüglich nur die “Grundbücher” in der “AS” versäumt, zu denen ich eigentlich gehen hätte können, aber da hätte ich die WGPV-Rechnungen höchstwahrscheinlich am Donnerstag geschrieben und dann hatte ich noch eine andere Idee.

Denn ich habe ja zu Pfingsten, als der Alfred auf Betriegsurlaub un Budapest war, einige Artikel darunter einen über Bücher geschrieben, nämlich daß ich zuviele habe und die dann erstens nicht alle lesen kann und zweitens auch nicht immer finde.

Und da suche ich ja seit einiger Zeit nach Margaret Atwood “Der Report der Magd”, weil ich herausgefunden, das jetzt bei den Bloggern in aller Munde ist und inzwischen auch verfilmt wurde.

Das habe ich vor einem Jahr oder so gefunden und gar nicht gewußt, daß das so ein Kultubuch ist, es ist aber auch ein untopischer Roman, also könnte ich es Stephan Teochbräber beim Seminar zeigen, aber ich wußte, angesichts meiner Bücherberge nicht recht, kein Kunststück, weil ich die ja immer um,räume wenn mir was herunterfällt oder so, wo ich es habe.

“Die Rote Zora” wollte ich Stephan Teichgräber auch zeigen und dann bin ich vor einigen Wochen auch darauf gekommen, daß ich sowohl Jaroslav Rudis “Die Stille in Prag” als auch Colson Whiteheads “Der “Koloß von New York” habe, von dem ich ja erst seit kurzem “Undergroundrailroad” gelesen habe und da eigentlich glaubte, ich hätte von dem Autor noch nie etwas gehört.

So ist mir vor ein paar Tagen eingefallen, daß ich mein Strohwitwenmonat, man könnte es auch Stadtschreiberstipendium nennen, denn das sind ja auch so Ideen, die ich immer habe und manchnmal meine Sommerfirsche in Harland damit begonnen habe, mit einem Bibliothekswochenende starten könnte, denn mein Schlafzimmer ist ja eigentlich eine solche, zumindest gibt es da Regale an der Längsseite, zwei kleine Bücherkasteln und einen großen Bücherstapel an der Wand rechts neben dem Bett gestapelt und ich habe auch schon einmal einen Strohwitwenmonat mit dem “Leben in der Bibliothek” verbracht und habe auch das “Bibliotheksgespenst” geschrieben. Ich räume also herum, suche die Bücher, dachte ich mit ein wenig Schuldgefühlen, denn eigenlich sollte ich ja korrigiere und füchtete, daß ich mich darum herumdrücken könnte.

Das mit der Bibliotheksräumung oder Säuberung, denn Staubwischen wäre da sicher auch sehr gut, wurde noch dadurch beflügelt, daß einige You-Tuber, die sich die “Kingsianer” nennen, weil sie den großen Meister des Horrors verehren, zu Pfingsten eine Nacht im “Riesen-Hugendubel” in Frankfurt verbracht und dort ein Hangout veranstaltet haben, wo sie herumtappten und nach Bücher suchten. Das habe ich in anderer Form auch schon getan und eine Nacht in einer Buchhandlung zu verbringen, reizt mich eigentlich auch nicht so sehr, obwohl alle Blogger davon schwärmen.

Warum auch, ich kann ja am Tag hingehen und Bücher kaufen, tue das aber meistens nur aus den Abverkaufskisten und wenn ich bei Anna Jeller “Hotel Berlin” in der Auslage stehen sehe, ist mein erster Gedanke zwar “Das kaufst du dir!”, aber dann maile ich doch lieber “Wagenbach” direkt an.

Die Viedos der Booktuber habe ich mir aber in den letzten Tagen gern angeschaut und da konnte ich beispielsweise auch das “Hotel Berlin” entdecken oder den “Report der Magd” in einer schönen Ausgabe, meine ist zwar, wie ich jetzt gleich verraten kann, nicht so schön, ich habe das Buch und auch noch einige andere aber inzwischen gefunden und bin diesbezüglich sehr zufrieden.

Obwohl natürlich keine Ahnung, wann ich das alles lesen werde, ich kann es aber am nächsten Mittwoch ins “Doml” mitnehmen und es Stephan Teichgräber zeigen, wenn der Workshop nicht, so wie diese Woche, ausfallen sollten.

<ich habe den ersten Strohwitwentag, der Alfred ist am Feiertag so gegen sieben losgestartet, also in der Badewanne begonnen und da Ruth Cerhas “Traumrakete” gelesen.

Dann habe ich die Rechnungen ausgedruckt und gekocht und nach dem Mittagsschlaf mit meinem Bibliotheksnachmittag begonnen.

Das heißt mir den “Hugendubel-Hangout” aufgedreht, ein Staubtuch genommen und systematisch, die Bücherreihen in den zwei Zimmern. wo ich sie stehen habe, abgesucht.

Von zwei bis halb sieben habe ich das getan, dabei wie die Booktuber sagen würden, leckeren Kaffee und Rotwein mit frischgepressten Orangensaft, die der Alfred immer noch beim “Groupie”, der sie aus Siziliien importiert, gekauft hat und geräumt und geräumt und ich sage es gleich, alle erwähnten Bücher und noch einige andere gefunden und bin jetzt froh wieder eineÜbersicht über meinen Bücherstand zu haben.

Denn da habe ich gleich entdeckt, daß ich von Margaret Atwood der großen alten Dame, die in meiner “Unsichtbaren Frau” fast den Nobelpreis bekommen, beziehungsweise genauswenig, wie die Lilly Schmidt bekommen hag, noch einiges andere gefunden habe,  nämlich “Der lange Traum”,  dann die “Giftmischer” und “Alias Grace” und von Stephen King, den meister, habe ich auch einges gefunden, obwohl ich ja keine so besondere Horrorleserin bin und daher, wie ich mich erinnern kann, einmal als ich ins “Doml” ging, eine ganze Sammlung seiner Bücher im “Wortschatz” stehen ließ. Ich habe aber “Colorado Kid” “In einer kleinen Stadt” “Misery” und “Menschenjagd” und von Frank Schätzing, auch ein Schwarm der Kingsianer habe ich den “Schwarm” und noch ein anderes Buch und wußte eigentlich bisher nicht, daß der ein Sci Fi Schreiber ist.

Ich habe auch von Philip Kerr, der ja im März gestorben ist, einiges und von Tom Wolfe “Ich bin  Charlotte Simmons”  und dann habe ich mir noch, passend zur politischen Situation, 1968 und danach Leander Scholz “Rosenfest” und Hosea Dutschke “Rudi und ich” einmal gefunden und jetzt herausgesucht und danach, obwohl ich mir ja schon im Badezimmer keinen kleinen Stapel Schweizer Bücher für unseren Schweiz Urlaub in August vorbereitet habe, noch ein paar diesbezüglich Bücher gefunden, nämlich Peter Stamms “Nacht ist der Tag”.

Da liegt zwar schon “Seerücken” im Badezimmer  und von Urs Widmer die “Schweizer Geschichten” und “Der Geliebte der Mutter”.

Mal sehen, ob ich da zum Lesen kommen. Ich bin jetzt aber sehr zufrieden, kann meine Strohwitwenzeit mit einem entsprechenden Artikel beginnen. Am Freitag dann noch einige Stunden machen. Am Samstag einkaufen und vielleicht zum Friseur gehen und dann wenn ich es schaffe, drei bis vier Writerretreas, so daß ich mit der “Unsichtbaren Frau” möglichst fertig bin, wenn ich in meine Sommerfrischenwochenende gehe.

Ja richtig, ein großes Jubiläum  gibts da vorher auch zu feiern und anschließend geht es wieder an das “Bachmannlesen” und da werden dieNamen der Glückchen, die da heuer eingeladen wurden, am Montag bekanntgegeben. Mal sehen, wie viele ich davon kenne.

Im Frühling sterben

Jetzt kommt wieder ein Buch von meiner “Backlist” und eines, das nicht auf der Longlist des dBp 2015 gestanden ist, hat sich das doch Ralph Rothmann verbeten, was im Sommer 2015 für einiges Aufsehen erregte, jetzt aber fast vergessen ist, obwohl im “Frühling sterben” ein Roman über die letzten Tage des Krieges und das Schicksal zweier siebzehnjähriger Jungen, von denen einer nicht an die Front wollte, ein sehr eindrucksvolles Buch ist, das auf meiner Leseliste landete, weil ich es mir als 2015 auf der “Buch-Wien” wieder beim ö1 Quizz angetreten bin, aussuchen durfte und da ich ja so viele Bücher auf meiner Liste habe und in letzter Zeit sehr viel Rezensionsexemplare bekomme habe, jetzt erst zum Lesen komme.

Den 1953 geborene Ralph Rothmann, habe ich einmal bei einer “Literatur im März-Veranstaltungen” kennengelernt und einige Bücher von ihm gelesen, weil er offenbar schon sehr viel geschrieben hat und die kleinen aber feinen “Suhrkamp-TB-Bändchen dann meist um einen Euro zu mir gekommen.

“Im Frühling sterben” habe ich im Hardcover gelesen und es behandelt, wie auch im Klappentext steht, die Geschichte zweier siebzehnjähriger Melkerlehringe, die im Frühjahr 1945, als keiner mehr an den Endsieg glaubte, sehr zuversichtlich waren, nicht an die Frot zu müssen, denn Melken ist ja eine kriegswichtige Tätigkeit.

Dann wollt Walter, der Vater des Ich-Erzählers, wie man dem Prolog und dem Epilog entnehmen kann, mit seiner Liesl auf ein Tanhzfest und dort blieb, den jungen Burschen nichts anderes übrig, als sich freiwillig zur Waffen-SS zu melden, denn Befehl ist Befehl.

So wurden sie schnell ausgebildet und konnten es immer noch nicht glauben, daß sie sie ausrücken mußten, kamen dann aber nach Ungarn, wo Walter das Glück hatte, nur als Fahrer, sie haben bei ihrer Ausbildung auch den Führerschein gemacht, eingesetzt zu werden, während Fiete oder Friedrich, der das Gymnasium abgebrochen hat, an die Front mußte und weil er das nicht wollte oder auch, weil seine Freundin Ortrud schwanger war, desertierte und die Kameraden hatten dann den Auftrag oder die Ehre ihn zu erschießen, denn Befehl ist Befehl und wer sich weigerte, konnte sich gleich selbst dazustellen, etwas was Liesl ihren walter, als sie ihn ein paar Monate später wieder sah, denn der Krieg war ja bald vorbei und der Iwan oder die Amis schon am Anrücken, so gar nicht glauben wollte.

Aber was sollte man machen, man konnte nicht verweigern, wie Walter ihr Auskunft gab und später, wie im Prolog zu lesen stand, am Alkohol zugrunde ging und auch schlecht hörte und seine Kriegserlebnisse offenbar nie verarbeitet hat.

“In eindrucksvollen Bildern wird das”, wie im Klappentext steht, von Ralph Rothmann beschrieben und jetzt kann man, wenn man will, das Buch mit der Longlist von 2015 vergleichen und raten oder spekulieren, ob es auf diese gekommen wäre und den Preis vielleicht gewonnen hätte.

Ein eindrucksvoller Roman über den Krieg, die Wehrmachtssoldaten und die jungen Burschen, die ohne es zu wollen, an die Front geschickt wurden, ist es allemal und auf der Kritlit, auf der ich ich  vor einer Woche war, hat Robert Streibel auch das wiederaufgelegte Buch eines ehemaligen Wehrmachtssoldaten vorgestellt, dessen Freund zwar nicht desertierte, sondern Widerstand leistete und ebenfalls erschossen wurde.

Erinnerungen aus der Sackgasse

Von der 1964 in Tokyo geborenen Banana Yoshimoto, die eigentlich mit Vornamen Mahoko heißt, habe ich vor Jahren, ich weiß gar nicht, ob ich vorher oder nachher zehn Tage in Japan war, ihr inzwischen zum Kultbuch gewordenes “Kitchen” gelesen und den Stil, wie ich mich erinnern kann, ein wenig fremd und eigenartig gefunden.

Nun, das Japanische eben, von dem ich damals wohl noch wenig Ahnung hatte, inzwischen ist die japanische Literatur sehr “in” geworden. Die Blogger schwärmen sämtlich davon und “Diogenes” hat jetzt einen Erzähband mit fünf Erzählungen der Autorin herausgebracht, die, wie sie in ihrem Nachwort schreibt und sich wohl auf die japanische Art bei ihren Lesern dafür entschuldigt, alle sehr traurig sind, obwohl oder weil sie von der Liebe handeln.

Nun das habe ich beim “Geisterhaus” gar nicht so empfunden, da hat mich wohl der Stil und diesmal auf sehr angenehme Art und Weise positiv überrascht.

Die Ich-Erzählerin Setchan, die wohl am Anfang noch sehr jung ist, Tochter eines Restaurantbesitzerpaars, das sie gern einmal übernehmen will, studiert noch auf einer sogenannten “Idioten-Uni” und da, beziehungsweise beim Jobben lernt sie Iwakura kennen, dessen Eltern haben eine Biskuitrollen-Bäckerei und die soll er übernehmen, will aber nicht so recht. Deshalb ist er sehr sparsam und lebt in einem verfallenen Haus, das bald abgerissen werden soll. Dorthin lädt er Setchan ein und bitte sie für ihn Nabe, das ist, wie ich den Anmerkungen entnehme, ein japanisches Wintergericht, zu kochen. Dort erzählt er ihr, daß in der geräumigen Wohnung, die ehemaligen Hausbesitzer wohnten und  sie oder ihre Geister sind immer noch dort anzutreffen.

Das wird eigentlich sehr einfach und wohl auch, als Symbol für die Familientraditionen und das sich Finden erzählt. Denn Setchan kommt noch einmal dorthin, um für Iwakura zu kochen, was eigentlich ein Symbol dafür ist, daß sie Sex miteinander haben wollen. Da erzählt er ihr, daß er nach Frankreich gehen und dort einen Patisserie-Kurs machen wird. Zum Abschied beschließt sie für ihn oder eigentlich für die Hausbesitzer deren Lieblingsessen Schweinfleisch Curry und  Reisomlett zu kochen  und ihnen zu opfern. Dann geht er dahin und sie sehen sich länger nicht, haben ihre Liebschaften, sie übernimmt das Restaurant ihrer Eltern und als seine Mutter stirbt, kommt er zurück, um mit seinem Vater die Buskuitrollenbäckerei zu übernehmen. Sie heiraten auch und verbringen ihre Hochzeitsreise in Nizza, weil er so gut franhzösisch kann.

Eigentlich eine sehr fröhliche und hoffnungsvolle Geschichte, finde ich und sie hat mich überrascht, weil ich ja  zwischen dem zweiten Weltkrieglesen und vor Mareike Fallwickl so gar nicht auf  japanische Literatur eingestellt war.

Etwas verwirrender fand ich dagegen die Geschichte “Maamaaa!”

Da erwischt eine Verlagsangestellte in der Betriebskantine ein vergiftetes Curry, das ein Mitarbeiter hineinmischte, der vorher eine Autorin stalkte und entlassen wurde. Sie kommt ins Krankenhaus, geht danach aber gleich arbeiteten, ist aber offenbar doch mit ihren Nerven zu Ende, so daß sie einem anderen Autor, dem sie ein Manuskript bringen soll, der sie nach ihrem Befinden fragt, anzuschreien beginnt. Das endet in die üblichen japanischen Entschuldigungsrituale, der Chef rät Urlaub zu nehmen, was sie tut, um dann gleich ihren Verlobten zu heiraten und in die Familiengeschichte mit ihrer Mutter, wie schon der Titel besagt, gleitet das Ganze dann auch noch ab, was mir aber etwas zu aufgesetzt erschien.

Poetischer die Geschichte der sachlichen Schriftstellerin, einer Buchhändlerstochter, die in ihren Romanen “die Dinge bis in die allerletzen, tiefsten Winkel durchdringen will”.

Da geht es um das Licht und das Wasser und um ihre Jugenderinnerungen an den kleinen Makoto, den Nachbarsbub, der als unehelicher Sohn trotzdem im Hause seines Vaters wohnte, mit ihr befreundet war und die unergründlichsten Gespräche mit ihr führte. Eines Tages war er bei ihr und wollte nicht nach Hause, ihre Mutter rief bei der Familie an, ob er nicht übernachten könne?

“Das geht nicht!”,  sagte die. Das Hausmäüdchen holte ihn ab. Am nächsten Tag war er tot, weil ihn seine leibliche Mutter mit in einem erweiterten Selbstmord nahm.

Dann geht es wieder oder ebenfalls, um die unerfüllte Liebe, denn  Tomo-, die auch schon traumatische Erfahrungen durchlebte, mit Sechzehn wurde sie vergewaltigt und dann wurde ihre Mutter auch noch von ihrem Vater verlassen, das heißt die Sekretärin hatte sich vorgedrüngt und saß schon, bald schwanger, am Kankenbett, als Mutter und Tochter ihn dort nach einem Schiunfall während des Betriebsausflugs besuchen wollten, -ist in einen Mann verliebt, den sie in der Kantine des Hauses in dem sie arbeitet fast täglich sieht. Er sitzt mit seiner Freundin dort, sie wartet, so lange bis die verschwunden ist und dann wird sich vielleicht etwas zwischen den beiden anbahnen oder schiefgehen, man weiß es nicht so genau, meint die Autorin hintergründig und kommt zu ihrer, wie sie schreibt Lieblingsgeschichte, “Den Erinnerungen aus der Sackgasse”, wo  Mimi miterleben muß, daß ihr ihr Verlobgter mehr und mehr entgleitet. Sie ist langsam von Begriff, er arbeitet in einer anderen Stadt und antwortet ihr immer weniger auf ihre Mails. So fährt sie hin, sieht das Auto für das sie ihm das Geld geborgt hat, vor der Türe stehen. Es öffnet die Geliebte und sagt “Tut mir leid, das ist uns so passiert!”

Sie bespricht mit ihren Eltern, daß sie eine Weile allein sein will und zieht in das Haus ihres Onkels, in dem sich eine Bar befindet, die “Sackgasse” heißt. Mit dem Geschäftsführer dort freundet sie sich an. Er holt sie aus ihrer Traurigkeit heraus und bringt ihr  das Auto zurück und später, schreibt die Autorin werden sie sich wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen, die Erinnerungen und die Gefühle werden aberommer immer vorhanden sein.”

“Fünf starke Erzählungen, herzergreifen und liebeswert!”, steht am Klappentext. Das Buch ist “dem großen Fujiko F. Fujio” gewidmet, “dem Schöpfer von Doraemon”.

Das das eine Mangaserie ist, die seit Dezember 1969 durchgehenden im japanischen Fernsehen läuft, erfährt man in den Anmerkungen und wer mehr darüber, beziehungsweise über die traditionellen japanischen Süßigkeiten, Zeremonien und Riten erfahren will, dem sind die poetischen und manchmal etwas hintergründigen Geschichten, sehr zu empfehlen.

Zwei neue Kriegsbücher

Über den Worl War II, seinen Anfang und seine Auswirkungen habe und werde ich letzter Zeit ja einiges gelesen und heute hatte ich, da es sich mit meinen Stunden gerade ausgegangen ist, Frau Elisabeth  wird mich wieder rügen, weil zehn Minuten zu spät in der “Gesellschaft für Literatur”, die Qual der Wahl.

Island Poesie in der “Alten Schmiede”, ein “Exil-Literaturabend” im Literaturhaus, zu denen ich ja regelmäßig gehe und Dine Petrik und Ditha Brickwell in der “Gesellschaft” und die erstere hat mich ja zu ihren Veranstaltungen eingeladen, als ich sie das letzte Mal in der Herrengasse traf.

Trotzdem hätte ich eher zum Literaturhaus datiert, aber das Monatsende zahlt, ich muß die Betriebskosten für Juni zahlen und da ich am Freitg wahrscheinlich nicht aus dem Haus komme und es ja auf dem Weg zum Literaturhaus keine Bank Austria mehr gibt, auf den zur “Gesellschaft”, in die “AS” wäre ich zu spät gekommen und wollte eigentlich auch nicht hin, aber schon, war die Qual der Wahl entschieden und Manfred Müller leitete die Veranstaltung ein, daß beide Bücher der 1941 sowie 1942 geborenen Autorinnen vom Krieg handeln würden.

Dine Petrik, die 1942 im Burgenland geborene, die sich mit Hertha Kräftner beschäftigte und schon sehr viele Bücher, Lyrik, Prosa, Reiseberichte geschrieben hat, saß schon am Leseplt und ihr Buch ist, obwohl Manfred Müller es in seiner Einleitung nicht erwähnte, stark autobiografisch, obwohl man das, wie er später sagte, gar nicht merkt “Stahlrosen zur Nacht. Stophen eines Romans”, heißt das Buch sehr poetisch, bei “Flucht in die Nacht” war ich bei der Präsentation in der “Alten Schmiede”.

Worüber dieses Buches handelt weiß ich gar nicht mehr genau, vielleicht hat es ein ähnliches Thema, denn Dine Petrik hadert, glaube ich, sehr mit ihrem Schicksal, als eine Nachhzüglerin im Krieg geboren zu sein, der Vater und die Brüder waren eingezogen, die Mutter offenbar sehr streng und dieser Roman erzählt das Warten der Tochter auf den Vater und die Enttäuschung zu erkennen, daß er gar nicht der glorrreiche Held sondern ein Nazi war.

Im anschließenden Gespräche betonte Dine Petrik, wie schwer es ist, die Autobiografie auf das Papier zu bringen, daß das meistens gar nicht gelingt und, daß am Ende das, was dabei herausgekommen ist, Fiktion ist und vieles von dem, was sie erzählen wollte, noch nicht gesagt.

Ditha Brickwell, die 1941 in Wien geborene, die inzwischen in Berlin lebt, die ich meistens bei den GAV-GV sehe und die mich einmal zu ihrer Veranstaltungsreihe einladen wollte und das dann doch nicht tat, obwohl wir uns schon diesbezüglich im Cafe Hummel getroffen haben, hat für ihr neues Buch auch das Kriegsthema gewählt und ein bißchen ist auch dieses Buch “Fedjas Flucht”, das vom slowenischen Bürgerkrieg, der zwischen 1943 und 1945 stattfand, handelt, autobiografisch, zumindest hat Ditha Brickwell einen Teil der Geschichte, wie sie sagte, in eben diesem Cafe Hummel, offenbar ihrem Wiener Stammlokal, erzählt bekommen.

Es geht um drei Brüder, beziehungsweise drei Buben, die 1943 “herumballern” und dabei offenbar die Nazis auf die Spur nach Lubijana bringen und dann sollen die Soldaten denPartisanen übergeben werden. Die Mutter holt aber ihre Söhne vom Zug heraus und der kleine Fedja, der jüngste, ist es, der diese Geschichte erzählt, beziehungsweise Ditha Brickwell seine Stimme dazu lieh.

Eigentlich ist das Buch ein großes Plädoyer gegen den Krieg und Ditha Brickwell hat, wie sie sagte, zehn oder zwölf Jahre daran geschrieben.

Manfred Müller forderte wieder zum Kaufen und zum Weiterlesen auf. Aber auf mich warten nach Ruth Cerha und Mareike Fallwickl, endlich endlich habe ich das Buch bekommen, mal sehen, ob es mir auch so gut, wie die den anderen Bloggern gefällt, noch “Wien 1938” der dicken Schinken über den Anschluß an das Nazi Deutschland, so daß ich das wohl auslassen werde, denn man kann ja nicht alles lesen, obwohl das Frau Elisabeth wahrscheinlich nicht gefällt.