DichtFest diesmal zur Gänze

2016 hat es ja mit dem “DichtFest” der Veranstaltung, die Christine Huber schon lange in der “Alten Schmiede” organisiert, nicht so ganz geklappt.

Im Jänner waren wir von der Anna zum Essen eingeladen und vorher machte ich einen Recherche und Einkaufstag so daß ich die Stunde bis es Zeit für das Restaurant war, zum Aufwärmen in der “Alten Schmiede” verbrachte und auf diese Art und Weise, den Wein, den es ja nachher immer gibt versäumte.

Macht ja nichts, man soll ja nicht so gierig sein und dann hat, als wieder mal ein “DichtFest war Marlese Streeruwitz im Literaturmuseum gelesen, ich wollte nachher noch ein Glas Wein trinken und so bin ich in die “Alte Schmiede” gegangen und bin, glaube ich, zu ein einhalb Lesungen noch zu recht gekommen.

Dann war im Literaturmuseum eine Veranstaltung zum fünfundneunzigsten Geburtstag von Ilse Aichinger, die dann in eine in Memorian umgewandelt wurde und die hat lange gedaucert, aber Elisabeth Wandler Deck hat mich ja zur ihrer Veranstaltung eingeladen und dann bin ich wirklich nur mehr zum Wein gekommen.

Peinlich vielleicht, aber ich bin ja eine Stammbesucherin der “Alte Schmiede” jeder kennt mich dort und während Irene Halpern einmal, lang lang ins her in dem Hofraum, den es ja nicht mehr gibt, in der ersten Reihe saß, sitze ich im Schmiedemuseum, wenn ich kann in der zweiten und diesmal hat es auch geklappt und es war, ich schreibe es gleich, eine sehr tolle Veranstaltung mit diesmal nur fünf beziehunhgsweise vier Dichterinnen und einem Dichter, so gab es keine Pause.

Christine Huber leitete ein, beziehungsweise moderierte und der erste Leser war Christian Teissl, ein Name, der mir wohl bekannt erschien, das Gesicht dazu habe ich wahrscheinlich noch nicht gesehen oder ich kann mich nicht daran erinnern, der Gedichtband heißt “Stadtauswärts”, bei der neuen Reih “Neue Lyrik aus Österreich” erschienen und enthält viele schöne Gedichte, die durch ein ganzes Leben gehen.

Es fing aber mit einer “Wortwerkstatt”, passend zur “Alten Schmiede” an und ging dann von der Kindheit bis zur Schulzeitund auch die zweite Lesende, die jüngste in der Runde, die  1989 geborene Astrid Nischkauer, die ich schon vom Sehen kannte, erwies sich als starkes Talent.

Ihr Band heißt “Poesie passieren und passieren lassen” und ich habe ein paar der starken Sätze mitgeschrieben : “Mehrmals träglich werfe ich einen Marienkäfer zum Fenster hinaus” oder “Einen Kugelschreiber habe ich schon ausgeschrieben seit ich hier bin, habe aber zwei zur Reserve.”, toll nicht wahr?

Dann folgte Mechthild Podzeit Lütjen, die sich aus mir nicht einsichtbaren Gründen neuerdings Podzeit-Jonke nennt und, daß die eine starke lyrische, wenn auch offenbar nicht besonders stark beachtete Stimme hat, habe ich schon gewußt, habe ich ja einmal eine kurze Zeit mit ihr im Rahmen der “Frauengruppe des ersten Wiener Lesethaters”, die nicht mehr so heißen darf, regen Kontakt gehabt und auch mehrmals mit ihr gelesen.

Ihr Band heißt “welche liebe, der geheime grund” und ist bei  “Lex list 10” erschienen und Susanne Ayoub, die in Bagdad geborene, die sich jetzt schon sehr lange mit ihrem Bagdad Projekt beschäftigt, kenne ich natürlich auch.

Da gab es ja einmal einen Film und der Roman “Der Edelsteingarten” steht auf meiner Leselisten, “Engelsgift”, der Roman mit dem sie zu einem großen Verlag gefunden hat, habe ich vor kurzem im Schrank gefunden und in den Gedichten “Über die Liebe, Über die Heimat, Über den Tod” geht es auch über ihre wiedergefundene Familie und ein Gedcicht über Amerika oder in Amerika geschrieben, gab es auch und Sussanne Ayoub sagte dazu, daß sie, als im Irak Geborene, jetzt vielleicht nicht mehr in dieses Land einreisen darf.

Auguste Laar kenne ich vom “Schamrock-Festival” und  ist sehr experimentell und sehr sprachgewalttig und so war dieses Dichtfest ein wirklich starkes Stück der lyrischen Gegenwartsliteratur, interessant und nicht alltäglich.

Olga Martynova, die ja gestern in der Alten Schmiede gelesen hat und sich offenbar noch in Wien aufhält, war mit Henrike Blum im Publikum und hat sich nachher mit Astrid Nisachkauer unterhalten, was ich sehr interessant und toll finde und weil ich ja immer gene Geheimnisse weitergebe, Kurt Neumann hat anschließend beim Wein und bei den Knabbereien Chrtistine Huber einen Gedichtband von Christl Greller üergeben, mal sehen, ob sie bei den nächsten Dichtfesten zu erleben ist?

Olga Martynovas dritter Roman

Von der 1962 in Russland geborenen Autorin Olga Martynova, die seit 1990 in Deutschland lebt, habe ich, glaube ich, 2010, das erste Mal etwas gehört, als sie mit ihrem Debutroman “Sogar Papageien überleben uns” auf die Longlist des dBps kam. Das Buch habe ich dann beim “Augustin-Flohmarkt” gefunden und 2015 gelesen.

2012 hat sie dann den “Bachmannpreis” gewonnen, dazwischen habe ich sie glaube ich bei einem “Manuskripte-Fest” in der “Alten Schmiede” gehört, denn die “Papgeien” sind ja  bei “Droschl” erschienen, wie ihr zweiter Roman “Mörickes Schlüsselbein” 2013.

Dazwischen gab es noch den Gedichtband “Von Tschiwirik und Tschiwirka”, den ich mir einemal bei einem “Morawa-Abverkauf” kaufte, aber noch lesen muß.

Daraus war sie aber, glaube ich, auch bei der Poliversale, dem Lyrik-Festival in der “Alten Schmiede”, zu hören und jetzt gibt es schon den dritten Roman “Der Engelsherd”, der heute in der “Alten Schmiede” vorgestellt wurde.

Annalena Stabauer moderierte und zählte in ihrer sehr ausführlichen Einleitung, die drei Erzählstränge auf. Da gibt es ein Journal eines Engelsammlers und dann noch zwei Erzählstränge.

In dem einen geht es, um einen alternden Schriftsteller namens Caspar Waidegger, der mit seiner jungen Freundin Laura Schmitz lebt, der hat aber eine behinderte Tochter namens Marie, die er in einHeim gegeben hat und im dritten Strang schreibt er einen Roman über eine Schauspielerin, die aber eigentlich seine Mutter ist, die im dritten Reich ein behindertes Kind in einem Heim hatte, das dann ein Eutanasieopfer wurde.

Wie das jetzt genau mit den Engeln zusammenhängt, Kurt Neumann nannte es eine metaphysische Ebene, ist mir gar nicht so sehr klar geworden, ich bin da, glaube ich schon viel weltlicher bei den Zusammenhängen zwischen der behinderten Marie und dem behinderten Kind, der Mutter, die ja die Schwester des Dichters sein müßte, hängengeblieben, weil mir das zu sehr zufällig erschienen ist.

Olga Martynaova, die in ihrer Einleitung noch etwas von Zahnschmerzen und daß sie trotzdem nach Wien gekommen wäre, weil sie gerne in der “Alten Schmiede” liest, erzählte, ist in dem Buch auch ziemlich hin- und hergesprungen und hat dazwischen auch immer viel erzählt, so daß mir klarwurde, daß es eine sehr komplizierte Handlung mit sehr vielen Ebenen und Verschränkungen zu haben scheint.

Es ist auch, um den Unterschied zwischen dem “guten” und dem kitschigen Roman dabei gegangen und ein wenig läuft man wohl auch in Gefahr, in den Kitsch abzugleiten, wenn man die Eutanasieprogramme des dritten Reiches in Verbindung mit den Engeln bringt, habe ich zwischendurch gedacht, müßte das Buch aber wohl vorher lesen, um eine Aussage darüber machen zu können.

Olga Martynova meinte jedenfalls, daß sie die Engeln, als Erzählstimmen oder als Verbindungsstücke brauchte, um zwischen den Ebenen hin und her zu switchen.

Sie hat dann auch ein Stück von Maries Halbschwester gelesen, die sie besuchte und in dem Heim ein Praktikum machen will, weil sie sich als psychiatrische Krankenschwester ausbilden lassen will.

Da haben wir schon wieder eine neue Ebene und einen Traum, wo Dr. Freud auftaucht, gibt es auch.

Also sehr kompliziert. Olga Martynova erzählte noch etwas von ihren Recherchen zu dem Buch und von den Kinderköpfen in Formaldehyd, meinte sie hätte diese Dinge nicht erfunden und da wären wir ja in der Nähe des Spiegelgrundes und des Schloß Hartheim, aber das Heim in dem sich Marie befindet hat einen anderen Namen.

Wenn ich es recht verstanden habe, ist es das Schloß, in dem auch Hölderlin und noch ein russischer Dichter einmal Patienten waren.

Olga Martynova hat in der Dikussion noch den Bogen zur Sterbehilfe gezogen und ich denke, glaube ich, wie Kurt Neumann, daß das sehr verschiedene Themen sind, aber sicher interessant in einer sehr poetischen Sprache auf die  verschiedenensten Formen von psychischen Leiden, Behinderungen, lebenswerten oder lebensunwerten Leben, etcetera, hingewiesen zu werden.

Wie, das nun mit den Engeln zusammenhängt, verstehe ich noch immer nicht so ganz, dazu müßte ich das Buch erst lesen, vielleicht kommt es einmal zu mir, Kurt Neumann meinte noch daß es eine russische Tradition wäre, sich den schwierigen Themen mit der Metaphorik anzunähern, was ja auch sehr interessant ist.

Noch ein Detail ist mir jetzt eingeallen.- Es gibt da offenbar noch ein Theaterstück das Olga Martynova geschrieben hat, das aber noch nicht aufgeführt wurde, das hat sie jetzt ihrem Dichter in den Mund oder in die Feder gelegt und wollte es zuerst auch am Ende des Buches abdrucken, dann hat sie es sicher aber überlegt und nur darauf hingewiesen.

Martin Amanshauser Reisen

Der 1968 in Salzburg geborene Sohn von Gerhard Amanshauser Martin Amanshauser von dem ich einmal beim “Standard” “Nil” oder “Alles klappt nie”, so genau weiß ich das nicht mehr, ich habe jedenfalls beide Bücher in meinem Bibliothekkatlog habe, ist seit 1999 Reisejournalist, hat eine Kolumne “Amanshausers Welt” in der “Presse”, einige Bücher darüber geschrieben und hatte in der”Alten Schmiede” auch mal eine Reihe, wo er über das falsche oder richtige Reisen referierte.

Damals hatte er, wie Kurt Neumann heute in der “Alten Schmiede” einleitete, auch eine “Stunde der literarischen Erleuchtung”, die offenbar dem Reisen gewidmet war und jetzt, nach dem eine neues Reisebuch erschienen ist, wieder eine solche und da stellte er Roger Willemsen “Die Enden der Welt” vor, ein Buch das ich schon gelesen habe.

Am 14. August einen Tag vor seinem sechzigsten Geburtstag habe ich es gelesen, am 7. Februar vor einem Jahr ist er gestorben und ich bin eigentlich auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, weil ich an “Das hoheHaus – ein Jahr im Parlament”, das ich auch einmal im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen habe, dachte, aber Martin Amanshauser ist  ein Reiseschriftsteller und beschäftigt sich mit diesen Themen und interessant ist auch, daß ich das meiste von Roger Willlemsens Reisebilder schon wieder vergessen hatte.

Martin Amanshause lobte ihn aber sehr und meinte, daß er wahrscheinlich nicht in “Wikipedia” recherchierte und las sichdurch das Buch und dann kam ein für mich bisher unbekannter Autor, der 1951 geborene Bill Bryson, ein Amerikaner, der aber schon lange in England lebt,  irgendwann nach Amerika zurückgekommen ist und ein Buch über das vergessene Amerika “Straßen der Erinnerung” geschrieben hat, das wie Kurt Neumann in der Einleitung erklärte,von den Orten handelt, wo die Leute leben, die Donald Trump gewählten haben. Der, beziehungsweise sein Tower kommt in dem Buch, es ist 1989 in Englisch, 2006 auf Deutsch erschienen und Martin Amanshauser meinte, daß er mit diesen Reisen, die amerikanische Kleinstadt finden wollte, dafür ist er über die Highways gefahren und hat das offenbar sehr langweilig gefunden.

Seltsamerweise gibt es aber auch ein paar Kapiteln über New York, die Martin Amanshauser vorstellte und dann kam ein Kapitel über La Vegas, wo er einige Dollars umwechselte, die dann verspielte und beim Hinausgehen eine Frau beobachtete, die sechshundert Dollar gewann, die in deinem Kübel packte und die er bedauerte, weil es wie wahrscheinlich etwas zynisch meinte nun dauern würde, bis sie essen gehen könne.

Martin Amanshauser deutete noch an, daß er keine Spieler wäre und einmal in Hongkong, glaube ich, mit einem sehr unguten Gefühl zwanzig Dollar gewechselt hätte, da kann ich anmerken, daß ich, der Reisemuffel 1989 mit dem Alfred und der kleinen Anna auch fünf Wochen in Amerika war, in New York, Hollywood, San Fransico, Conneticut und in Las Vegas, abe,rdort in den Casinos nur die Gutscheine einlöste, die man dort, glaube ich, bekam.

Ich kann mich so an einen Krabbencocktail erinnern und an ein blaues Häferl, das ich irgendwo noch immerin einer Schachtel auf einem Regal haben sollte.

Dann kam eine Pause, die diesmal zum Glück nur eine halbe Stunde dauerte, in der Margit Heumann, Erika Kronabitter, Dine Petrik erschienen und Markus Köhle Martin Amanshauser neues Buch “typisch Welt 111 Geschichten zum weiter reisen” die offenbar zum größten Teil seine Kolumnen sind, vorstellte.

Die handeln von siebzig Ländern und Martin Amanshauser ist, wie Markus Köhle erzählte, viel unterwegs auf privaten und auf Pressereisen, zehn bis zwölf Mal im Jahr, ergänzte, glaube ich, der Autor und erzählte dazu, daß es sich dabei, sowohl um Reisen zum Neudsiedlersee, als auch in den Nepal handelte und las sich auch da durch das Buch.

Las Geschichten, die in Gambia aber auch in Italien oder Österreich, etcetera spielen.

Das Publkum durfte  auch Länder nennen und mit dem Weiterreisen wird es bei mir wahrscheinlich ein wenig hapern, bin ich nicht sehr reiselustig, obwohl ich mir kurz überlegte, ob ich nicht das Buch, das  ein schönes Cover hat, nicht anfragen soll?

Ich tue es wahrscheinlich nicht, das “Bananenblatt” eine Zeitschrift aus dem “Holzbaum-Verlag” hat aber auch gerade eine Sondernummer zu diesem Thema, die noch kommen sollte und ich selber gehe auch übermorgen auf eine Reise zu einer Lesung nach Salzburg zum Thema “Angekommen”, wo es um die Flüchtlingswelle geht und da kann ich diesen Artikel vielleicht mit einer Frage aus dem Publikum an Martin Amanshauser beenden, wohin er noch gerne fahren oder was seine Traumziele wären?

“In das unzerstörte Syrien!”, war seine Antwort.

Liaisonen, Abhängigkeiten und vermeintlich Berichtenswertes

So ganz habe ich den Titel der heutigen von Renata Zuniga moderierten “Textvorstellungen”, was das vermeintliche betrifft, nicht verstanden, wurden da ja drei sehr unterschiedliche Bücher, die dann irgendwie doch zusammenpassten, vorgestellt und eines davon habe ich sogar schon gelesen und habe es bei einer Lesung gehört.

Bin aber obwohl ich das dann ja nicht mehr so gerne tue, trotzdem in die “Alte Schmiede” gegangen, weil ich außer Ruth Aspöck, noch Carina Nakolny, die Frau oder Freundin des Tischlers, der Alfreds Küche in der Krongasse machte und mit der ich beim ersten “Fest für Kunst und Kultur” im Amtshaus Margareten aufgetreten bin, kannte.

Ja, die Leute sind aufgestiegen, während ich mir von meinen Kritiker die Frage gefallen lassen muß, ob ich sicher bin, daß das Schreiben das richtige für mich ist und  vom Dritten im Bunde, de 1952 in Feldkirch geborenen und in der Steiermark lebenden Günther Freitag habe ich schon den Namen gehört und bin mir nicht ganz sicher, ob ich nicht schon einen Ausschnitt seines 2015 bei “Wieser” erschienenen Romans “Die Entführung der Anna Netrebko”im Radio hörte.

Und der hat nach einer kurzen Einleitung von Renata Zuniga auch mit dem Lesen begonnen und ich muß sagen, es ist ein Buch das mich sehr interessierte, ging es darin ja nicht nur über Opern, sondern auch um psychologisch schwierige Beziehungen.

Zumindest habe ich das so verstanden, es kann sein, daß Günther Freitag es eher gesellschaftskritisch anlegte und um Abhängigkeiten ging es auch, zumindest hat der Autor  diese Stücke gelesen.

Der Ich-Erzähler ist ein vierzigjähriger Sohn einer berühmten Anwälte, bei der er noch immer lebt und in deren Praxis er die langweiligen Fälle übernehmen darf, während ihm die Mutter ständig vorwirft, daß er ein Versager ist.

Die geht in jede Oper und hört sich alle berühmten Tenöre aller berühmten Verdi, Puccini etcetera Opern an, dann schleppt sie, wenn der Sohn vierzig ist, wird sie wohl so zwischen sechzig und siebzig sein, junge Aspiranten unter Vorspieglung ihnen vielleicht einen Job zu verschaffen ins Bett und der Sohn muß sich die Vögelgeräusche anhören. Das ist vielleicht ein bißchen männlich übertrieben, aber lustig war die Stelle, wo einer der Kandtiten kurz vor dem Orgasmus abbricht und eine schriftliche Zusage eine fixe Stelle in ihre Praxis zu erhalten verlangt.

Er hat sie nicht bekommen, die Mutter war frustriert und der Sohn mußte wieder eine Operarie hören und, als dann die ehrgeizige autoritäre Mutter einen Schlaganfall erleidet, fährt sie mit einem roten Helm superschnell mit einem Rollstuhl durch die Gegend das ist auch tragisch.

Der Sohn dürfte sich dann von der Mutter ab- oder doch nicht ablösen, in dem er sich in die Stimme der Anna Netrebko verliebt.

Für mich sehr nachvollziehbar und spannend,  Ilse Kilic hat es, glaube ich, nicht gefallen, daß die Frau als ein Monstrum bezeichnet wurde, der Sohn der mit Vierzig noch bei der Mutter lebt, zwar über sie schimpft, sich aber weder ablösen noch eine Stelle bei einem anderen Anwalt suchen kannt, ist selber eines meinte sie. Ich denke er wurde durch die Mutter zerbrochen, halte das leider sehr realistisch und würde das Buch gern lesen.

Das Buch der 1963 in Linz geborenen Carina Nekolny “Fingerspitzen” in der “Edition Meerauge” erschienen, passt in einer ganz anderen Art und Weise zu den Abhängigkeiten.

Wieder sehr psycholigisch, tragisch und wahrscheinlich etwas weniger lustig, handelt es doch von einer Familie, die Zimmer vermietet und einen achtzehnjährigen taubblinden Sohn hat.

Einen solchen hat Carina Nekolny einmal in einer Pension kennengelernt und schildert jetzt seinen Schicksal aus der Sicht des Vaters, der Mutter und des kleinen Bruders.

Ruth Aspöcks essayistisches Teilmemoir “Die alte Dichterin, die Literatur und die Kunst” passt da scheinbar viel weniger hinzu oder doch ein bißchen, geht es  irgendwie auch, um Abhängigkeiten und, wie ich meine höchstwahrscheinlich tatsächlich Berichtenswertes, berichtet sie darin doch ausgehend vom Ausräumen ihrer Bücherei über ihr versäumtes Leben, ihren literarischen Werdegang und und und.

Es war sehr voll in der “Alten Schmiede”, viele bekannte, aber auch unbekannte Gesichter. Klaus Khittl, Ottwald John, Erika Kronabitter, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Christl Greller Axel Karner, Michaela Hinterleitner, Lukas Cejpek und  ebenfalls noch viele mehr.

Mit Klaus Khittl, Oswald John, der Ruth und dem Alfred sind wir dann noch inc Cafe Hawelka, das ehemals und immer noch sehr berühmte Künstlercafe in die Dorotheagasse gegangen und die Ruth wird morgen in Linz im Stifterhaus ebenfalls aus ihrem Buch lesen.

Noch einmal Oberösterreich

Die oberösterreichische Literatur ist in letzter Zeit in Wien sehr oft zur Geltung gekommen und zwar hat es schon vorigen Donnerstag im “Werkl am Goethehof” begonnen, wo Judith Gruber-Rizy Franz Kain vorstellte.

Weiter ging es am Dienstag im Literaturhaus mit “Oberösterreich erforschen” präsentiert von Helmut Rizy und daraufhin habe ich mich entschlossen, diesen Donnerstag in die “Alte Schmiede” und nicht in die “Gesellschaft für Literatur”, wie ich es eigentlich plantem zu gehen, denn dort präsentierte sich in der “Literatur als Zeit-Schrift-Reihe”, die oberösterreichische Zeitschrift “Rampe” in der ich, lang lang ists her, auch ein paar Texte hatte.

Inzwischen präsentiere ich ja mich und mein Schreiben fast ausschließlich im Internet und im “Literaturgeflüster”, was, wie ich in der Veranstaltung wieder hören konnte, ja immer noch nicht als sehr literarisch gilt, für mich ist es aber trotzdem eine gute Möglichkeit der Präsentation und ein schönes Archiv und diesbezüglich werde ich gleich einmal nachsehen, wann ich welche Texte in der “Rampe” hatte.

Und zwar hatte ich den “Brief an die Herren der Akademie”, ursprüglich, glaube ich, für den Frauenverlag geschrieben und in St. Pölten einmal gelesen, in der “Rampe” 1/89 und die “Geschichten vom lieben Gott”, die ich auch beim “Sichten und Vernichten Symposium” in Salzburg vortrug, in der “Rampe  2/93”

Das ist lange her, die Belegexemplare liegen noch in Harland und Honorar gab es auch dafür, dreihundert Schilling pro Seite, hörte ich, heute in der “Schmiede”, das war viel Geld und die “Rampe” war damals und vielleicht noch heute eine der wenigen Zeitschriften wo es Honorar gab und geantwortet haben sie auch immer und die Fahnen zur Korrektur geschickt.

Aber ich greife vor, erst stellte Lena Brandauer, die gemeinsam mit Daniel Terkl und Paul Dvorak die Reihe betreut, das Podium vor.

Die Zeitschrift gibt es seit 1975, da war Fritz Lichtenauer mit dem ich auch immer korrespondierte, der Redaktuer, inzwischen wird das von Bernhard Judex erledigt und die Zeitschrift, die glaube, ich gegründet wurde, um die oberösterreichische Literatur zu fördern, gehört heute zum “Adalbert Stifter Institut”.

Früher gab es zwei Hefte pro Jahr, jetzt gibt es vier, eines ist einem Thema gewidmet, eines frei, die beiden anderen sind, glaube ich Themenhefte, die Oberösterreichern bzw. den oberösterreichischen Preisträgern gewidmet sind.

Es wurden aber immer auch nicht Oberösterreicher genommen, das ist auch der Grund, warum ich Texte drinnen hatte und mein erster Text wurde, glaube ich durch Gerald Bisinger vermittelt und der hatte im ersten oder zweiten Heft, das es gab ein sogenanntes “Scheißgedicht”, das hat der Frau Fussenegger, die damals auch im Redaktionsteam saß nicht gefallen, so gab es ihr Dementi und das war alles in Dias zu sehen, die August Bisiner, Gerald Bisingers Sohn, der ja in der “Schmiede” der Techniker ist, an die Wand projezierte.

Denn vor dem Gespräch mit Fritz Lichtenauer stellte Bernhard  Judex die Hefte vor, erzählte, was dazu, sagte, daß es immer Antwortbriefe gab und las auch ein Beispiel eines enttäuschten Autors vor.

Dann wurden zwei Autoren, nämlich  Claudia Bitter und Constantin Göttfert vvorgestellt, die Texte in den neueren Heften drinnen haben und zu ihren Erfahrungen mit der “Rampe” befragt.

Die 1965 in OÖ geborene Claudia Bitter kenne ich, glaube ich, weil sie beim “Siemens Literaturpreis” gewonnen hat und den 1979 geborenen Constantin Göttfert, der in Leipzig studierte, habe ich schon bei einigen Lesungen gehört.

Claudia Bitter hatte öfter Texte in der “Rampe” weil sie auch öfter vom Land OÖ Prämien bekommen hat, sie schickt ihre Texte auch gerne an Zeitschrfiten und schreibt auch extra Texte dafür, Constantin Göffert hat glaube ich erst einen Text und ist meistens auch mit seiner Romanarbeit beschäftigt, so daß er nur hinschickt, wenn er einen passenden Text hat.

Dann wurde noch ein Themenheft präsentiert, nämlich das, das der 1972 in Wels geborene FlorianNeuner über den 1960 in Ried am Innskreis geborenen Christian Steinbacher herausgegeben hat.

Florian Neuner hat schon drei Themenhefte unter anderem eines das Waltraud Seidlhofer gewidmet war, betreut und erzählte etwas über die Arbeit und die Zusammenstellung des Heftes, das man dann am Büchertisch kaufen konnte, dann kam der Autor selber, der einmal den “Wartholz-Literaturpreis” gewonnen hat, aber auch “Heimrad Bäcker Preisträger” ist und sehr experimentell und visuell arbeitet, gab eine wahre Werkschau von sich, worin er die Zeit zurück bis zu den Anfängen seinen Schreibens zurückging und in dem er performte und deklamierte auch seine anderen Bücher vorstellte.

Ein sehr interessanter Abend, der einen genauen Einblick in die oberösterreichische Literatur und ihre Förderung gab, die so reichhaltig ist, das man nicht alles haben kann, denn während der in Ried am Innkreis geborene Christian Steinbacher seine Anagramme und Zettelgedichte präsentierte, trat in der Hauptbücher der 1958 in Wels geborene und in Ried am Innkreis lebende Dietmar Füssel auf und stellte seinem historischen Roman aus dem alten Ägypten “Wiederholte Geburten” vor, aber den habe ich ja schon gelesen, während ich das bei Christian Steinbachers “Die Treffsicherheit des Lamas”, das noch aus den Büchertumen der Literatur im März stammt, noch immer nicht getan habe.

Zum Glück publiziert Christian Steinbacher aber nicht nur in der “Rampe” sondern auch im “Feribord” und da ist ihm das Heft 24 gewidmet und daraus las er auch ein Stückchen vor.

In der “Zeitschriftenreihe” wurden schon “Literatur und Kritik” und sechzehn andere vorgestellt.

Ein Büchner-Preisträger in der Alten Schmiede

In der “Alten Schmiede” stellte heute der “Büchner-Preisträger” von 2004, der 1943 geborene Wilhelm Genazino seinen neuesten Roman, Kurt Neumann meinte, es wäre eher eine Erzählstruktur “Außer uns spricht niemand über uns” vor und es war gar nicht so voll, wie am Montag bei Georg Stefan Troller.

Das ist auch etwas, was ich nie verstehen werde, habe Wilhelm Genazino einmal bei einer der Studentenlesungen im Literaturhaus  und einmal bei der “Literatur und Wein” in Göttweig gehört.

Im Publikum saßen Leute, die behaupteten, daß sie alle seine Werke gelesen hätten, wobei mir einfiel, daß ich gar nicht wußte ob ich einmal was gelesen habe, in meinen Regalen habe ich aber “Die Liebesblödigkeit”, “Ein Regenschirm für alle Tage” und auch den dritten Teil der von Kurt Neumann erwähnten “Abschaffeltrilogie”  – “Falsche Jahre”,  stehen und “Mittelmäßiges Heimweh” habe ich gelesen, aber offensichtlich schon wieder vergessen. Dagegen ist mir in Erinnerung, daß es mich in Göttweig sehr störte, daß die Leute während der Lesung so laut gelacht haben, ich habe. glaube ich. den Autor am Signiertisch darauf angesprochen, ob er diese Stellen auch so lustig gefunden hätte. Er hat glaube ich, “nein”, gesagt, vielleicht war das aber nur die Höflichkeit des Autors, denn Kurt Neumann hat in seiner Einleitung auch die Komik angesprochen und während der Lesung  mehrmals geschmuzelt.

Es geht um den kleinen Mann, hat er glaube ich, eingeleitet, daß Genazino in einer Werkreihe, Trilogie, etcetera darüber schreiben würde, meinte, daß die Erzählstruktur an Becket mahnen würde und erzählte dann von einer Carola mit der der Ich-Erzähler befreundet sei, sich im Laufe des Romans aber von ihr trennen würde und, daß die eine Marathonläuferin, zur Alkoholikerin wird und sich dann, glaube ich, auch umbringt.

Friedrich Hahn sollte den Autor später fragen, ob ihm das nicht leid täte, seine Figuren sterben zu lassen, was er, glaube ich,  auch verneinte und er las das erste und das siebente Kapitel.

Ein Mann geht spazieren könnte man so sagen und macht dabei seine Alltagsbetrachtungen, er ist Rundfunksprecher, offenbar nicht sehr erfolgreich, denn Carola schlägt ihm vor, sich arbeitslos zu melden, das ist aber unter seiner Würde, beziehungsweise will er vom Arbeitsamt nicht umgeschult werden und im ersten Kapitel geht er durch die Stadt und in eine Pizzeria, beobachtet einen Marathonlauf, bei dem auch Carola, mit der er nicht zusammenlebt, teilnimmt, was er nicht wußte, er beobachtet ihr Tatoo und noch verschiedenes andere und im siebenten Kapitel beschließt Carola sich von ihm zu trennen.

Dann konnte man Fragen stellen und es gab diesmal eine sehr intensive Diskussion, die sich auch, was ich sehr interessant fand, weil ich mich ja derzeit intensiv damit beschäftigte, um das Schreiben, beziehungsweise, um die Einfälle geht.

Kurt Neumann fragte, glaube ich, wie der Autor zu seinen Einfällen kommt? Der antwortete, daß man das nicht wisse, soweit ist die Wissenschaft noch nicht und selbst Einstein hat das noch nicht erforscht. Er hat aber immer einen Zettel und einen Stift bei sich und schreibt alles, was ihm so begegnet und ihm interessant erscheint, auf.

So ein Heftchen habe ich auch in der Tasche, schreibe aber weniger intensiver, als ich eigentlich sollte oder wollte und Wilhelm Genazino scheint sich ganze Aktenordner mit diesbezüglichen Stichworten anzulegen, die er dann dementsprechend verwendet, was ich sehr interessant findet.

Eine Dame lobte die Beobachtungen und den Blick von Außen, wie Genazino beispielsweise den Blick in die Pizzeria beschreibt und ein anderer wollte wissen, ob es eigentlich einen Kommentarband gibt, was Genazino wieder verneinte und meinte, daß das eher etwas für Germanisten sei, die Leser solche Bücher aber nicht kaufen würden.

“Ich hoffe es sind hier keine Germanisten!”, setzte er hinzu. Lautes Gelächter, also offenbar doch sehr viele, aber Genazino ist ja selber Germanist, hat das, sowie Soziologie und Philosophie studiert und wird sich weiter mit der Sprache bemühen und seine Einfälle zu Romanen machen und ich habe und das ist vielleicht interessant, mir aus der Lesung mitgenommen, daß ich vielleicht meine  einundvierzig Szenen, die ich inzwischen habe, sprachlich überarbeiten sollte und mir vielleicht von Genazinos Sprachgewalt ein Vorbild nehmen, denn da habe ich heute, fürchte ich, ein bißchen vor mich hingeschluddert.

Ich bin zwar mit meinem Rohkonzept fast fertig und die Therese ist von Salzburg nach Berlin gefahren, aber vor allem da könnte ich die Szenen noch besser ausarbeiten und die Therese im Brecht Haus beispielsweise entsprechende Erlebnisse machen lassen. Wenn es mir da gelingt vielleicht einundvierzige farbige Kurzgeschichten daraus zu machen, hätte mein Roman sicherlich gewonnnen.

Mal sehen, ob es mir gelingt. Ich habe es jedenfalls vor und werde mit dem Rohkonzept demnächst fertig sein. Vier Szenen fehlen mir, glaube ich, noch und derzeit stehe ich bei 43 435 Worte beziehungsweise über achtundachtzig Seiten. Wenn ich die letzten Szenen, die sehr kurz geworden sind, durch genauere Details noch entsprechend verlängere, komme ich vielleicht auch auf das Nanworimoformat, die Rohkonzeptzeit würde entsprechend stimmen.

Erlebtes und Erinnertes von Georg Stefan Troller

Robert Schindel

Robert Schindel

Den 1921 geborenen  geborenene Regisseur und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller, kenne ich, seit er 2005, den “Theodor Kramer Preis” bekommen hat. Der Alfred hat da, glaube ich, sein Buch “Das fidele Grab an der Donau” gekauft oder war das erst später, als wir anläßlich eines “Theodor Kramer Symposiums” im Metrokino waren und dort einen seinen Teil der Filmtrilogie “Wohin und zurück” gesehen haben und bei den Wiener Vorlesungen ersehe ich gerade meinem Archiv habe ich ihn auch schon gehört.

Und heute war der über Fünfundneunzigjährige, der am 10. Dezember seinen Geburtstag feierte, in der “Alten Schmiede” um, wie er launig sagte, sein vorletztes Buch “Unterwegs auf vielen Straßen” vorzustellen und da der Alfred irgenwie ein Troller Fan ist, bin ich mit ihm hin, ich wäre höchstwahrscheinlich eher in die “Gesellschaft für Literatur” gegangen, wo Britgitte Schwens-Harrant Felizitas Hoppe vorstellte.

Da ich noch eine Diagnostik fertig zu machen hatte, war ich spät daran, so daß mir die Assistenten, als ich die Stiege ins literarische Quartier hinunter gehen wollte, sagten “Es ist schon sehr voll!”

Der Alfred hatte mir aber zum Glück einen Platz hinter August Bisingers Technikpult reserviert und dann ging es bald los, zuerst mit einem Interview, das Robert Schindel, mit Freund George machen sollte, der das aber, da er ja selber immer Interviews machte, offenbar gar nicht so gerne mochte.

So nur ein paar Dinge zu seinem interessanten Lebenslauf, 1921 in Wien geboren, den Nazis knapp entkommen, mit Siebzehn kam er über Paris nach Amerika und wurde dort in die US Army eingezogen. Seit 1949 lebt er in Paris und zu dem letzten oder vorletzten Buch so genau habe ich es nicht verstanden, weil Georg Stefan Troller noch aus einem anderen gelesen hat, kam es, glaube ich, weil er einmal in den Keller ging, dort einen Koffer voller Unterlagen fand  und dort sein “Erinnertes und Erlebtes machte.

Zuerst hat er aber aus  “Mit meiner Schreibmaschine” ein Kapitel gelesen, wo er als Fünzehnjähriger durch seine Gymnastiklehrerin, die Bekanntschaft des Antisemiten  Louis-Ferdinand Celine machte, die in ihn verliebt war und den er, weil er schon damals gut Französisch konnte, die Sozialeinrichtungen Wiens zeigen mußte. Später hat er ihn dann noch einmal wieder getroffen, nicht mit ihm gesprochen, seine Frau Lucette hat ihm aber freundlich nachgewunken.

Georg Stefan Troller

Georg Stefan Troller

Dann kamen einige Kapitel aus dem neuen Buch, zuerst seine Erlebnisse, die er auf Deutsch in seinem Kriegstagebuch aufgeschrieben hat. Ist er doch als Soldat nach Deutschland gekommen, hat dort mit den Besiegten gesprochen, die sich alle verteidigten, daß sie nichts gewußt hätten, ohnehin Juden versteckten oder Feindsender gehört hätten und Kaugummis haben wollten und ist auch nach Dachau gekommen, wo es die Leichenberge zu sehen gab.

Dann kamen lustigere Kapitel, die von seinen Interviews handelten die er mit Brigitte Bardot, Picasso etcetera machte und den Hoppalas war auch ein Kapitel gewidmet. So hat er durch das Mißgeschick einer Putzfrau einmal, den Koffer verloren in dem alle seine Ehrungen waren und als er dann zu einem Treffen eingeladen wurde, wo er mit so einer goldenen Kamera über den roten Teppich marschieren mußte, wurde er dann als “Niemand” verkannt.

Nachher gabs das Buch zu kaufen und weil das der Alfred machte und es sich signieren ließ, bin ich noch lange sitzen geblieben und habe beobachten können, wieviele Leute das eigentlich tun und es war heute auch ein sehr gemischtes Publkum anwesend, so habe ich eine von Christel Fallensteins Betreuerinnen, die Sprachkunststudentin Frieda genauso gesehen wie Konstantin Kaiser, Dieter Scherr, von den IG Autoren, der einmal von mir ein Portrait in der “Autorensolidarität” brachte, Sabine Gruber und und und….

Und morgen  wird, wie Kurt Neumann noch erklärte im Metrokino Georg Stefan Trollers Werkschau mit dem Film “Selbstbeschreibung” eröffnet, aber da werde ich wahrscheinlich ins Literaturhaus gehen.

Und von mir kann ich noch vermelden, daß ich meine Handlung jetzt so ziemlich konzipiert habe. Wahrscheinlich wird das “Frühstück”oder die Bibliothekgespenstgeschichte, dreiundvierzig Szenen haben,fünfunddreißig sind davon schon geschrieben.

Letzte Textvorstellungen mit Angelika Reitzer

Vor Weihnachten ging es noch einmal zu den “Textvorstellungen in die “Alte Schmiede”, wo Angelika Reitzer unter dem Motto “Das ganze Leben”, Bücher von Christoph Linher, Hubert Weinheimer und Amaryllis Sommerer vorstellte, die zwar bei einem der Bücher das Wort “Leben” im Titel trugen, ansonsten aber Erinnerungen beziehungsweise Monologe über Schuld und Sühne waren.

Christoph Linher und Hubert Weinheimer, zwei 1983 geborene junge Männer, die sowohl Musiker, als auch Schreibende sind und beide waren mir bis dato unbekannt.

Die “Textvorstellungen” bieten ja immer die Chance zur Neuentdeckung und zum Kennenlernen und Angelika Reitzer stellte die Texte der beiden jungen Männer auch sehr gründlich vor.

“Farn” heißt die “Erzählung aus dem Off”, des aus Feldkirch kommenden  Christoph Linher, bei “Murry Salzmann” erschienen und im ersten Satz wird ein “Höller” zitiert, eine Figur, die wie Angelika Reitzer erklärte auch bei Thomas Bernhard zu finden ist und der junge Mann, der für diese Erzählung auch schon einen Literaturpreis bekommen hat, scheint, wenn ich mich nicht sehr irre, ein ähnlich erzählerisches Talent, wie Valerie Fritsch zu sein, die Angelika Reitzer, die vor sieben Jahren, wie Kurt Neumann im Anschluß erklärte, ihre “Textvorstellungen” ja begonnen hat, dort auch vorstellte.

Die Erzählung ist ein Monolog, einer sitzt in einem Haus mit einer Fußfessel, wird nur vom Bewährungshelfer Höller besucht und resumiert sein Leben.

Es geht um eine Schuld, einen Unfall, eine Fahrerflucht, aber auch um eine Beziehungskrise und dem Verlassenwerden durch die Ehefrau und schöne Worte. Einige wunderschöne Wortschöpfungen und wiedereinmal dem Sujet nicht ganz angepasst, weil die, die mit Fußfesseln in ihren Häusern sitzen, wahrscheinlich keine so schöne Sprache haben oder doch vielleicht, handelt es sich ja um einen Bildhauer und um ein großes literarisches Talent, wie ich vermuten würde.

Der zweite junge Mann wurde im Salzkammergut geboren und lebt als Musiker in Wien und er hat mit seinem Debutroman auch einen Monolog geschrieben, da befindet sich ein Schauspieler an einem einsamen Strand “Gui Gui oder die Machbarkeit der Welt”, heißt Hubert  Weinheimers 2014 erschienener Roman, den er, wie er im Anschluß erzählte, in drei Monaten niedergeschrieben hat.

Ausgangspunkt war die Idee eines bestellten Selbstmordes oder Mordes. Der Schauspieler wurde von seinem Bruder gezwungen ihn zu erschießen. Jetzt haust er in einem Zelt, schreit seine Wut heraus und resumiert sein Leben. Sprachlich nicht ganz so anspruchsvoll, wie der Monolog von Christoiph Linher, dafür aber excellent vorgetragen und die dritte im Bunde Amaryllis Sommerer, Geburtsdatum ist von ihr keines im Programm angegeben, wird wahrscheinlich in den Sechzigern gewesen sein, war mir dann bekannt, habe ich von ihr zwei bei “Milena” erschienene Bücher ja im Schrank gefunden und von der 2016 auf die 2017 Leseliste geräumt, ich habe sie glaube ich auch schon einmal bei Angelika Reitzer in der “Alten Schmiede” gehört und ihr bei “Picus ” erschienerner Roman “Wie das Leben geht” hat sie auch auf der letzten “Buch-Wien” im “Literaturcafe” vorgestellt.

Es ist eine Vater Tochter Geschichte oder Franz hat die Krebsdiagnose bekommen und so sinniert er auch über sein Leben nach. Er tut es nicht ganz allein, seine Frau Helli und seine Tochter Katja scheinen im Buch auch Stimmen zu haben. Aber sonst gibt es wieder Ähnlichkeiten zu den vorher präsentierten Texten. Franz ist ein Kriegskind, wie es Amaryllis Sommerer nannte, nämlich mit Sechzehn noch rasch an die Front geschickt und zurückgekommen, wie auch mein Schwiegervater.

Das Buch spielt in den Achtzigerjahren und als Franz die Diagnose bekommt, geht er sein Leben durch und spricht von seinen Traumen, er hat dann in den Fünfzigerjahren eine Art Doppelleben in einem Wiener Spielerlokal geführt, seine Helli geheiratet und die Tochter, die nach der Matura, den Ottakringer Gemeindebau verlassen hat, wird von ihm nach der Diagnose angerufen.

Sprachlich ist die Krimischreiberin Amaryllis Sommerer realistischer, als die beiden vorher vorgestellten Texte,  das Suet ist mir auch vertraut, bin ich ja auch in einem Gemeindebau aufgewachsen und mein Vater stammt aus Ottakring.

Eine sehr interessante Mischung also und als es vorbei war, ergriff Kurt Neumann das Wort, wünschte frohe Weihnachten und wies darauf hin, daß Angelika Reitzer mit Ende des Jahres die Redaktion der “Alten Schmiede” verlassen und sich wieder mehr ihrem eigenen Schreiben widmen wird.

Er verwies darauf, daß man sie damit im neuen Jahr mit dem neuen Buch in der “Alten Schmiede” als Autorin hören würde könne und  auf die erste von ihr redigierte “Textvorstellungen” und da fiel mir ein, daß ich, die ja als sehr anspruchsvoll empfunden haben.

In der ersten hat sie Anna Weidenholzer vorgestellt, die ersten drei “Textvorstellungen” hatten alle sehr anspruchsvolle Namen, später hat sich das geändert, ich habe auch einige davon versäumt und Angelika Reitzer hat sich später auch den Buchdebuts und der Lesart zugewandt.

Ich habe sie ja persönlich in der Hauptbücher kennengelernt, als ich dort das Buch der Theodora Dimova vorstellte und ich habe auch zwei ihrer Romane gelesen, bin gespannt wie es weitergeht mit den “Textvorstellungen” und ob ich dort auch wieder einmal lesen werde, gespannt auf Angelika Reitzers neues Buch und auch, ob ich von Christoph Linher, den ich, wie schon erwähnt für eine ähnlich starke literarische Stimme wie Anna Weidenholzer, Sandra Gugic oder Valerie Fritsch halte, die ja inzwischen Karrieren machte, noch etwas hören werde.

Und ein Adventkalenderfenster aus der “Nika, Weihnachtsfrau” gibt es auch.

Fünfzig Jahre Literatur und Kritik

Die “Alte Schmiede” hat ja seit einigen Jahren eine eigene Zeitschriftengalerie und auch eine eigene Veranstaltungsreihe, wo immer wieder die Literaturzeitschriften dieses Landes vorgestellt werden und heute war “Literatur und Kritik”, diese Salzburger Zeitschrift, die dem “Otto Müller Verlag”, der ja manchmal so freundlich ist, mir seine Bücher zu schicken, an der Reihe.

Karl Markus Gauss, der die Zeitschrift jetzt gemeinsam mit dem Verleger Arno Kleibel, einem Enkel von Otto Müller, der 1937 den Verlag gründete, herausgibt, war im Programm angekündigt, wurde dann aber vom Verlagsleiter vertreten, der kurz die Verlags-beziehungsweise Zeitschriftengeschichte erzählte.

1966 wurde die Zeitschrift von Gerhard Fritsch gegründet, dann wurde sie lange von ihm und mit Jeannie Ebner herausgegeben, zwischenzeitlich war dann auch Kurt Klinger der Leiter, bis Arno Kleibel Karl Markus Gauss dafür gewann, der es eine Zeitlang mit Max Bläulich von dem ich ja ein Buch gelesen habe, machte, jetzt machen es die beiden allein, geben fünf Hefte pro Jahr heraus und bemühen sich qualitätsvolle und anspruchsvolle Literatur dabei zu bringen.

Mir ist es ja leider nie gelungen etwas in der Zeitschrift zu veröffentlichen, einmal hat mir das Karl Markus Gaus in einem Brief begründet, warum er meine Texte nicht nimmt, jetzt schicke ich nicht mehr hin und der fünfzigste Jahrgang wurde auch von drei durchaus anpruchsvollen Autoren präsentiert.

Der Schwede Richard Swartz, dessen Präsentation seines Wiener Flohmarktlebens ich einmal in der “Alten Schmiede” hörte, war der erste und er brachte einen Text über den braven Soldaten Schwejk, in dem er es bedauerte, daß den die Tschechen nicht so schätzen.

Was mich ein wenig wundert, denke ich doch, daß der in Prag sehr wohl vermarktet wird. Wir hatten auch eine zeitlang so eine kleine Figur in unserem Auto hängen und ein Denkmal gibt es in Prag, glaube ich, auch.

Aber natürlich ist diese Figur nicht so lustig, wie sie wahrscheinlich von Fritz Muliar dargestellt wurde, sondern tieftraurig und wenn der Roman zu Ende ist, Jaroslav Hasek hat ihn ja nicht fertiggeschrieben, hat Josef Schwejk, wie Richard Schwartz betonte, die Kriegsfront noch nicht erreicht.

Dann kam Milena Michiko Flasar, wie Arno Kleibel, wie er betonte, in St. Pölten geboren und las einen Text der in der Mai Nummer erschienen ist, wo es um die Schriftstellerin, als Mutter geht und sie von ihrem kleinen Sohn  berichtete, neben dem sich die Literatur ohne schreiben erleben läßt.

Dann folgte Erwin Riess, in Wien geboren und in Krems aufgewachsen, wie er betonte und er las einen Text, wo der Herr Groll mit dem Dozenten nach Rom fährt und dort, den einziges nicht katholischen Friedhof besucht, wo eine Lehrerin gerade ihre Schüler herumführt und ihnen etwas von “Frankenstein” erzählt und das Grab von Antonio Gramsci, der zwischen 1923 und 1924 in Wien war und sich dort mit Wilhelm Reich im Kaffeehaus traf, befindet sich dort auch.

Von dem Kaffeehausbesuchen wird man aber erst in der nächsten Nummer lesen können. So wünschte Arno Kleibel einen schönen Abend und ich bin mit der Ruth ein Stück bis zur Oper gegangen, die mir erzählte, daß sie während ihres Rom-Aufenthalte, die hatte dort eine Stipendium, diesen Friedhof öfter besuchte.

Ilse Aichinger Hommage, versäumtes DichtFest und mehr denn je vdB

Ilse Aichingers fünfneunzigster Geburtstag wurde am ersten November gefeiert. Die 1921 geborene Autorin, die mit der “Größeren Hoffnung” bekannt geworden ist, trat ja schon lange nicht mehr öffentlich auf.

Als bei der “Edition Korrespondenzen”, 2001 oder so, einige ihre Bände,  herausgekommen bin, war ich bei einer Veranstaltung, ich glaube, in der Felderstraße und habe mir, stat dem Buch, das ich mir dann vom Alfred zu Weihnachten schenken ließ, das Verlagsprogramm signieren lassen, womit ich einige böse Blicke erntete.

2001, nach nine elfen, war sie, glaube ich, auch einer der ersten, die darüber geschreiben haben und beim “Rund um die Burg” hat sie da, ich glaube, im Ramen des “Literaturhauses” daraus gelesen.

Vor ein Uhr Mittag, die zittrige kleine Frau, die die Uhrzeit ein wenig überzog, um eins füllte sich das Zelt plötzlich mit älteren Damen, die etwa fünf Minuten später “Wir wollen den Grieser hören!”, schrien und nicht zu bremesen waren, als ich ihnen sagte, daß da wohl die berühmteste zeitgenößigsche österreichische Autorin am Podium saß.

Die wollten sie nicht hören und als sie fertig war, erschien Dietmar Grieser mit seinem neuen Buch, stellte es den Begeisterten vor und ich dachte mir, daß er vielleicht einmal hier sitzen und ein Kapitel über Ilse Aichinger lesen wird und alle hören ihm andächtig zu.

Diese Geschichte habe ich ihm auch einmal erzählt und er hat mir, glaube ich, geantwortet, daß er geduldig gewartet hätte, bis er an der Reihe war.

Ilse Aichinger ist dann später krank geworden, ein Pflegefall und nicht mehr zu ihrer Hommage bezüglich des neunzigsten,  auch nicht mehr ins Kono und ins Kaffeehaus gegangen und, um den fünfundneuzigsten waren die Ö1 Programme auch voll von den Hommages an sie.

Als wir am ersten November von Harland nach Wien zurückgefahren sind, gab es gerade die “Größere Hoffnung” im Radio. Ein Buch, das ich als Studentin gelesen habe und jetzt erst erkannte, wie sprach experimentell und ungewöhnlich es eigentlich ist.

Als ich bei der “Buch Wien” endlich beim “Bücherquizz” antratt und offensichtlich so nervös war, daß ich statt des Büchergutscheins, nur die Trostweinkiste gewonnen habe, wurde nach ihr gefragt.

Das Hörspiel “Knöpfe” habe ich erkannt, denn das hat mir meine entfernte Cousine Elisabeth einmal zum Geburtstagsfest gebracht, dafür den Clemens mit den Günther Eich verwechselt, den Sohn mit dem Vater und als ich am Freitag darauf zum Stand des Hauptverbandes kam, um mich mit den “Ohrenschmaus-Leuten” zu treffen, erfuhr ich die Nachricht, Ilse Aichinger ist gestorben.

Zum Geburtstag hat es eine Reihe von Veranstaltungen gegeben, die dann zu einer Totenfeier wurden.

Die in der “Alten Schmiede” habe ich wegen der Hilde Schmölzer versäumt. Die Ruth ist dort gewesen und heute hätte ich wieder eine große Auswahl an Veranstaltungen gehabt, weil wieder der “Umgang durch den siebenten Bezirk”, aber auch das Archivgespräch im Literaturmuseum und Elisabeth Wandeler-Deck hat mir ein Mail geschrieben, daß sie in der “Alten Schmiede” beim Dichtfest liest und da gab es ja schon einmal eine Doppelveranstaltung, wo ich gerade noch beim vorletzten Leser und nachher zum Glas Wein zurecht gekommen bin. Das läßt sich wiederholen, habe ich gedacht und Elisabeth Wandeler-Deck diesbezüglich gemailt und dann war es im Literaturmuseum, als ich kurz vor sieben dort eintraf, weil ich mir vorher noch eine neue Batterie für meine Uhr holen mußte, sehr voll.

Aber zum Glück hatte meine Hauptschulkollegin Christa Unterauer, die ich öfter bei solchen Veranstaltungen treffe, den Platz neben sich frei und dann gab es ein tolles Programm zum fünfundneunzigsten Geburtstag beziehungsweise zum Gedenken.

Die Burgschauspielerin Anne Bennet las Gedichte und ein Stück aus der “Größeren Hoffnung”, Pamelia Stickney spielte dazu auf dem Theremin, dann gab es eine Gesprächsrunde mit Andrea Winkler und den Literaturwissenschaftlerinnen  Christine Invovic und Vivian Liska. Ronald Pohl hätte moderieren sollen, war aber krank, so wurde er  vertreten und die drei Diskutantinnen stellten jeweils ihren persönlichen Zugang zu der berühmten Dichterin vor.

Vivian Liska begann mit zwei kurzen Texten aus den “Kurzschlüssen”, wo die Aichinger durch Wien, üer den Stephansplatz, in die Judengasse, etcetera geht und die Germanistin erklärte genau den literarischen Bezug.

Die Sprachkünstlerin Andrea Winkler zietierte die “Notizen” aus “Kleist, Moos Fasanew” und Christine Ivanovic deren Studentenprojekt ich, glaube ich, schon in der “Gesellschaft für Literatur” hörte, kam wieder mit dem “Dover-Text”.

Sie scheint auch eine wahre Aichinger Expertin zu sein, erzählte von ihrem Leben und ihrem Aufenthalt in Ulm, wo sie mit  Inge Scholl in Kontakt kam und meinte in der Schlußrunde, daß man sich mit Ilse Aichinger ganz beschäftigen müsse, weil das Halbe, also das Anlesen nicht reiche.

Es war auch eine Diskussion auf sehr hohen Niveau. Ich habe ein etwas niederes und so ist auch mein oben geschilderter Zugang zu der berühmten Dichterin und diese Veranstaltung hat ein bißchen länger, als die letzte gedauert, so daß ich diesmal wirklich nur zum Wein in die “Alte Schmiede” gekommen bin.

Elisabeth Wandeler-Deck und Gerhard Jaschke, die ich versäumte begrüßte und ein bißchen Wein getrunken habe und noch etwas gibt es außer auf den Hinweis zu meinem Adventkalenderfenster bezüglich der “Nika, Weihnachtsfrau” zu erwähnen.

Wir haben juchu, fast zum Krampus einen Nikolo bekommen und mehr denn je, vdB, statt der vorherigen angezweifelten dreißigtausend Stimmen sind es dreihundertfünfzigtausend geworden oder 53,79%