Von der 1977 in Südkorea geborenen, in Wien lebenden Autorin, habe ich das erste Mal bei einer Generalversammlung der IG Autoren im Literaturhaus gehört, als ich Barbara Neuwirth fragte, wer heuer das Wiener Autorenstudium bekommen hat?
Eine tolle junge Autorin hat sie geantwortet und ich habe gedacht, wow, zuerst habe ich immer gehört, ich wäre für ein Stipendium zu jung, jetzt bin ich zu alt und die Zwischenzeit, wo ich welche bekomme, offensichtlich versäumt.
Inzwischen bewerbe ich mich auch für die Staatsstipendien nicht mehr und habe von Anna Kim schon einiges gehört und gesehen und gestern nach einigen Stunden Radiosonaten-Korrektur, das geht jetzt wieder gut, ihr erstes Buch “Die Bilderspur”, 2004, bei Droschl erschienen, gelesen.
Bekommen habe ich es bei einem der Büchertürme von Literatur im März und es lange nicht gelesen, wahrscheinlich weil der Droschl-Verlag für mich unbewußt immer noch den schwer lesbaren experimentellen Touch hat, was nicht mehr stimmt und besonders auch bei dem zweiten Buch “Die gefrorene Zeit”, was ja das erste war, was ich hörte, als ich vor zwei Wochen zu “Rund um die Burg gegangen” bin, nicht zutrifft.
Denn da geht es sehr konkret um den Balkankrieg und das Leben einer Fluchthelferin beim roten Kreuz und die sehr konkreten Fragen, die die Ich-Erzählerin Nora an den Ehemann, der seine verschwundene Frau sucht, richtet, haben mich in der Freitagnacht vor zwei Wochen im Lesezelt auch sehr beeindruckt.
Gestern habe ich “Die Bilderspur”, das erste Buch der Autorin gelesen, die, wie schon erwähnt, 2004 ein Autorenstipendium der Stadt Wien bekommen und 2005 beim Bachmannpreis gelesen hat. Diesen Text “Das Archiv” kenne ich auch, denn ich verfolge seit einigen Jahren das Bachmannwettlesen ja genau.
Es war also eine nicht mehr unbekannte Autorin mit der ich mich gestern einige Stunden beschäftigt habe und “Die Bilderspur” ist auch sehr beeindruckend, auch wenn konkret nicht viel passiert.
Nicole Katja Streitler nennt das Buch in ihrer Rezension vom 25. 10. 2004 ein beachtliches Sprachkunstwerk und im Klappentext liest man von Fremdsein in Kultur und Sprache und das Suchen nach einer Heimat, was ja auch in der Autorinnenbiografie zu finden ist.
Es geht also in den drei Teilen, des sehr dünnen Buchs, es hat nur 86 Seiten, sehen-finden-verlieren, um eine Tochter und einen Vater und eine wirklich sehr poetische Sprache in vielen Bildern.
Ihre Hände heißen Greifzu, steht da beispielsweise an mehrern Stellen, die Tochter sucht nach Bilder in der Galerie Grün drei Straßen weiter, erzählt inzwischen Bildgeschichten und wird mit der Krankheit des Vaters konfrontiert, den sie im Knochenkostüm erlebt, rollstuhlspazieren schiebt und auch immer wieder über die schmerzlich schwärzlich verfärbten Ränder seines Dekubitus stolpert.
Sehr poetisch sprachlich schön gefärbte Stunden gestern abend in meinem Badezimmer also, wenn ich auch, was ich nicht verhehlen will, das realistische Erzählen bevorzuge.
Aber dahin ist Anna Kim, wie an ihrem neuen Buch zu merken ist, inzwischen auch gekommen.
Wochenendrecherchen
Da Alfred am Samstag nach St. Pölten zu seiner Fünfunddreißigjährigen-Matura-Feier gefahren ist, habe ich bei der Ö1 Berichterstattung zu der langen Nacht der Museen meine Geburtstagsfestausschreibung gemacht und Sonntag Vormittag die neuen Ohrenschmaustexte durchgesehen.
Danach Otto Lambauers “Wau 9” gelesen, der mich durch seine akribische Berichterstattung der Manuskripte 177 verwirrte.
Denn da hat er Andrea Stift, die sowohl in diesem Heft, als auch in der Kolik-Nummer, die er in der Vorwoche besprach, einen Text hatte, lobend erwähnt und ich weiß ja, daß ihm die 1976 geborene Steirerin beindruckt, hat er mich doch vor circa einem Jahr im Literaturhaus oder war es woanders auf diesen Namen angesprochen.
Da bin ich durch die vielen Namensähnlichkeiten, der meist in den Siebzigerjahren geborenen Nachwuchsautorinen durcheinandergekommen, so daß ich nicht gleich antwortete, weil ich augenblicklich nicht wußte, wer ist jetzt gemeint?
Also Gelegenheit Ordnung in die vielfältige österreichische Literaturlandschaft zu bringen.
Da gibt es also Andrea Stift, die seit einem Jahr GAV-Mitglied ist, in
Graz lebt und, wie ich herausgefunden habe, am 24. Oktober um 19 Uhr in der alten Schnmiede zum Auftakt der Generalversammlung bei der von Ruth Aspöck moderierten Veranstaltung der 2007 aufgenommenen Mitglieder liest.
Da werde ich zwar wahrscheinlich im Literaturhaus sein, denn da gibt es ein Fest für Heinz Lunzer zu seiner Pensionierung, bei dem Friedrich Achleitner und Friederike Mayröcker lesen, ich habe aber herausgefunden, daß Andrea Stift, deren zweites Buch kürzlich erschienen ist, eine auffallend übersichtliche Homepage hat und auch einen Blog namens “Knautschzone”, betreibt in dem ich mich hineingelesen habe und da gibt es viel Interessantes über den Literaturbetrieb zu erfahren.
So schreibt sie zum Beispiel über ihr “Rom-Stipendium” und zeigt Fotos von der nicht besonders ästhetischen Unterkunft und das hat auch Peter Paul Wiplinger in der Autorensolidarität 1/08 unter dem Titel “Schöner Wohnen” ausführlich getan. Das Bundesministerium hat ihn in der Folgenummer dann auch geantwortet.
Damit ich mich bei den Andrea und Lindas in Zukunft besser auskenne, habe ich gleich weiterrecherchiert.
Da gibt es noch Andrea Winkler, 1972 in Oberösterreich geboren, die ich im Gegensatz zu Andrea Stift schon lesen gehört habe. Zweimal sogar, bei der jungen Literatur im Frühling im Literaturhaus, die dort von Thomas Ballhausen (der auch am 24. 10. liest) veranstaltet wurde und dann bei “Rund um die Burg” um acht Uhr früh.
Da bin ich zwar gerade vom Frühstück mit Otto zurückgekommen, aber ihr Buch “Hanna und ich” wird ja sehr gelobt.
Die dritte Andrea ist Andrea Grill, 1975 in Bad Ischl geboren, die in Bologna lebt und voriges Jahr beim Bachmann-Wettlesen mitmachen durfte und am 7. Oktober im Literaturhaus bei den albanischen Tagen ihr Buch “Tränenlachen” (Otto Müller) vorstellt.
Um die Verwirrung noch zu steigern gibt es noch Linda Stift, deren zweiter Roman “Stierhunger”, mich, als ich ihm einmal Freitag Mittag in Ö1 bei den dortigen Verlagsbeipielen hörte, sehr beeindruckte, während ich zu “Kingpeng”, des Themas und der Sprache wegen, ein wenig Distanz verspürte.
Und dann viel älter, Evelyn Grill, die ich von allen Frauen am besten kenne. Hat sie doch Elfriede Haslehner in den Siebzigerjahren für den Wiener Frauenverlag entdeckt. Ihr erster Roman wurde in der sozialistischen Frauenzeitung “Die Frau” abgedruckt, die meine Mutter abonniert hatte. Später ist sie nach Deutschland gezogen und literarisch berühmt geworden. Ich sehe sie manchmal bei den GAV-Veranstaltungen, einmal waren wir zusammen in Vorarberg und voriges Jahr haben wir uns beim Empfang der Buchwoche im Wiener Rathaus getroffen. Elfriede Haslehner hat mir ihr Buch “Ins Ohr” geschenkt, das ich noch lesen muß.
Da bin ich von der jungen und der älteren österreichischen Frauenliteratur nahtlos in mein Badezimmer und zum eigenen Leseverhalten gekommen. Denn da hat sich an diesem Wochenende auch viel getan.
Ich habe nämlich sowohl Angel Wagensteins “Pentateuch” als auch Soma Morgensterns “Der Tod ist ein Flop” ausgelesen und das ist ein rasanter Themenwechsel.
Von den jungen Frauen mit der starken Sprache zu den traumatisierten alten Männer, die das vorige Jahrhundert in allen seinen Scheußlichkeiten erleben mußten und das auf zwei verschiedene Arten verarbeitet haben.
So hat Angel Wagenstein einen Schelmenroman daraus gemacht, während sich Soma Morgenstern in surrealistischer Weise mit dem Tod beschäftigt und während er ihm den Schrecken zu nehmen versucht, verstarb, so daß der Roman Fragment geblieben ist.
Also ein sehr intensives Wochenende und jetzt werde ich mich wieder dem zeitgenössischeren widmen.
Habe ich in meinem Badezimmer ja noch Anna Kim, Andreas Maier, Birgit Vanderbeke und vieles mehr liegen.
Mit dem Lesen von Anna Kims “Die Bilderspur” habe ich auch schon begonnen.
Literarisches Geburtstagsfest
Das nächste Highlight, das ich selbst veranstalte, ist mein literarisches Geburtstagsfest. Das heißt, eine eigene Lesung und ein paar von sehr lieben, meist Kolleginnen, hie und da ist auch ein Mann dabei, mit Buffet und Festcharakter, das ich mir schon an die zwanzig Jahre selber zum Geburtstag schenke.
1986, damals noch in der Otto Bauergasse, habe ich damit angefangen. Das heißt, da war es noch nicht mit meinem Geburtstag verbunden, sondern im Oktober und als literarischer Salon geplant.
Ich bin aber bald darauf gekommen, daß mein Bekanntenkreis und mein Kommunikationstalent für monatliche Veranstaltungen nicht ausreicht.
Einmal im Jahr passt es schon besser und so war 1987 das erste Geburtstagsfest.
Ich habe aus “Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt”, gelesen, denn das tue ich ja gerne und die Frauen vom Arbeitskreis schreibender Frauen, den es zwar schon nicht mehr gegeben hat, aber der Kontakt zu Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Valerie Szabo-Lorenz hat ja noch lang bestanden, beziehungsweise besteht er immer noch.
1987 hat auch Brigitte Guttenbrunner gelesen, zu der ich den Kontakt inzwischen verloren habe. Und die Valerie ist 1996 gestorben.
Dazwischen bin ich von der Gumpendorferstraße über die Reinprechtsdorferstraße in die Krongasse gewechselt, Arthur West hat bei mir gelesen, der 2000 gestorben ist, wie es auch einige meiner Stammgäste, wie meine alte Freundin Hansi Berger oder den Präsidenten des Clubs der logischen Denker, Josef Lembacher, der meinem Fest seinen Persönlichkeitstempel aufprägte, nicht mehr gibt.
Heute habe ich die heurige Lesung vorbereitet, die am 7. November stattfinden wird.
Die Einladungen ausgedruckt, die Adressen herausgesucht, die Kuverts adressiert und mit Marken beklebt.
Denn das tue ich immer noch mit der Post und meine Leseliste hat auch wieder Besonderes aufzuwarten.
So wird wieder Elfriede Haslehner lesen, Ruth Aspöck, die auch schon lang bei mir liest. Lidio Mosca-Bustamante, der argentinische Schriftsteller, den ich bei Hilde Schmölzer kennenlernte, zum zweiten Mal und zum ersten Mal habe ich Anni Bürkl eingeladen, die direkt aus ihrer “Romanwerkstatt” kommen wird.
Also ein stattliches Leseangebot. Dazu lade ich meinen Bekanntenkreis ein und werde wieder an die vierzig Einladungen verschicken. Wenn zwanzig Leute kommen, ist das Zimmer voll und es gibt keine Sitzgelegenheiten mehr.
Alfred macht seit einigen Jahren das Buffet. Ich moderiere die Veranstaltung und bin jedes Jahr sehr aufgeregt, ob genügend Leute kommen und habe mir schon oft geschworen, mir das nicht mehr anzutun. Werde aber sofort wieder wortbrüchig, denn es ist jedesmal ein sehr schönes Fest und etwas ganz Besonderes.
Literarische Hausmusik sozusagen, mein höchstpersönlicher Beitrag zum Wiener Literaturleben.
Ich werde aus “Der Radiosonate oder das einsame Jahr” lesen, auf meine neue Bücher hinweisen, zwei sind ja in diesem Jahr erschienen und sicher auch das “Literaturgeflüster” vorstellen und ein paar Bücher bekomme ich meist auch geschenkt.
Lese- und Schreibgelegenheiten
Heute morgen hörte ich im Leporello, daß Dimitre Dinev in einer Apotheke gelesen hat, um die Literatur auch an literarisch ferne Orte zu bringen.
Literarische Lesungen in einer Arztpraxis sind mir ja bekannt, denn da war ich schon mehrmals in einer Gemeinschaftspraxis im dreizehnten Bezirk und würde dort auch gerne einmal lesen. Zumindestens habe ich mich schon angemeldet und mit einer Frau aus der grauenfruppe und einer Psychotherapiekollegin, die dort tätig ist, darüber gesprochen und ich selbst veranstalte ja seit ca zwanzig Jahren jährlich ein literarisches Geburtstagsfest, das derzeit in der Krongrasse in meiner Praxiswohnung, als ich aber noch eine räumliche getrennte Praxis hatte, dort stattgefunden hat.
Dann habe ich mich auch ein wenig intensiver unter den literarischen Blogs umgesehen und ein paar neue dabei gefunden. Die “Sprachspielerin” oder den “Sprachbloggeur” beispielsweise. Im deutschen Raum scheint es da ja mehr als in Österreich zu geben, aber wieder interessant, Christiane Zintzen hat schon darüber geschrieben, als ich von Blogs noch keine Ahnung hatte und nicht viel mehr als den von Anni Bürkl kannte.
Am Abend habe ich mich wieder einmal in den Bereich der Schreibseminare begeben, die mich irgendwie, zumindest theoretisch interessieren und zwar bot da das writersstudio einen Infoabend zum Seminar “Writers Tricks für Fachtexte” an.
Außer einer anderen Psychotherapeutin gab es zwar keine Interessenten, es war aber trotzdem lehrreich, habe ich in der zehn minütigen Frei-Schreib-Übung mein Problem bearbeitet, daß ich im letzten Monat vor sovielen Sachzwängen, Wohnungsputz, Literaturgelüster, Marathonliteraturveranstaltungen, Annas Krankheit etc. nicht viel zum Korrigieren der “Radiosonate” gekommen bin, obwohl ich den Text ja mag und ich zu Weihnachten fertig sein will, weil schon das nächste Projekt wartet und das Buch auch wieder Anfang des nächsten Jahres erscheinen soll.
Es war also interessant in die Welt des lustvoll gecoachten freien Schreibens einzudringen, denn die kleinen Teufeln, die mir zuschreien “Das darfst du nicht, dazu bist du nicht gut genug!”, trage ich ja in großen Mengen in meinem Kopf herum.
Auf dem Weg in die Kaiserstraße habe ich einen kleinen Umweg über die “Buchlandung” gemacht und dabei wieder eine Kiste von Ein Euro Büchern gefunden.
Zwar nichts wirklich aufregendes, aber Peter Esterhazys Marginalien zu Harmonia Caelestis habe ich mir gekauft und dann kam gestern noch die Erinnerung an meine übernächsten Lesung, die höchstwahrscheinlich die letzte in diesem Jahr sein wird.
Und zwar lese ich am 12. November bei den “Literaturtagen im November” um 19 Uhr in der Galerie Heinrich, 1160 Thaliastraße 12 unter dem Motto “Frauensicht auf Vergangenheiten” gemeinsam mit Monika Giller, Judith Gruber-Rizy, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler und Hilde Schmölzer, also den Frauen der Frauen lesen Frauengruppe des ersten Wiener Lesetheaters.
Judith Gruber-Rizy hat mich gebeten viel Werbung dafür machen.
Also nütze ich die Möglichkeiten dieses Blogs für ein Experiment und biete ein kleines Gewinnspiel an.
Der oder die erste, die mich am 12. November in der Galerie Heinrich anspricht, daß er oder sie durch das Literaturgeflüster zu der Lesung gekommen ist, erhält meine Erzählung “Novembernebel”.
Dietmar Füssel und Anni Bürkl haben mich wohl animiert, selbst ein kleines Gewinnspiel auszuschreiben, denn ich war diesmal wirklich die erste bei Dietmar Füssels monatlichen Gewinnspiel und habe ein handsignierte Exemplar der Literaturzeitschrift “Log” gewonnen, auf das mich schon freue.
Am Ende der Leitung
Nach dem Veranstaltungsmarathon der vergangenen Woche, habe ich vor, diese Woche etwas leiser zu treten und nur zwei Literaturverstaltung eingeplant. Eine davon am Dienstag und die war eigentlich ganz unkonventionell.
Das Mail zu der Preisverleihung des Literaturwettbewerbs hat mir vorige Woche über Alfred ein Christian Jeitler geschickt und ich erkannte in der Ankündigung den Namen Reinhold Schrappeneder.
Ist er doch ein GAV-Kollege und liest seit einigen Jahren am “Tag der Freiheit des Wortes”.
Die Veranstaltung war im Museumsquartier und wurde von einem Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte organisiert.
Reinhold Schrappeneder hat mich ein paar Tage später ebenfalls darauf aufmerksam gemacht und im Publikum, bei dem ich anfangs außer Alfred und ihm niemanden kannte und mich daher ein wenig verloren fühlte, tauchte plötzlich Iris Franc, die wir von Annas Kindergruppe kennen, auf und erzählte, daß sie oft zu den Diskussionen von q/talk geht, weil ihre Tochter Ly, der Liebling des Vereins ist und das Ganze war ein Science Fiction Wettbewerb, ausgeschrieben zum Vereinsjubliläum. Dreihundert Autoren haben ihre Texte eingereicht, drei die Preise gewonnen und siebenundzwanzig wurden in dem Buch “Am Ende der Leitung” vorgestellt, das Alfred gleich gekauft hat.
Ich kenne Reinhold Schrappeneder als eher politischen Autor. Sein Text wurde auch als der Literarischste vorgestellt. Es geht dabei um eine dem Innenministerium unterstellte Abteilung zur Überwachung, Beeinflussung und Liquidierung dissidenter Autoren und dem Kampf des Autors mit seinen Protagonisten, den Erzählsträngen, der Erzählstruktur und den verschiedensten Metaphernspielen, was man auch als eine Satire auf die vielfältig angebotenen Schreibseminare verstehen kann, als zweiter Preis eines Science Fiction Wettbewerbes ausgeschrieben von einem Verein zur Wiederherstellung von Bürgerrechten. Der Erste und der Dritte waren dann gewohnter auf das Thema zugeschnitten und von den dreihundert einreichenden Autoren, waren, wie ich hörte, viele aus Deutschland und auch viele Männer dabei.
Bei meinen Internetrecherchen stoße ich öfter auf Sciene Fiction Autoren, während mir das eine eher fremde Schreibweise ist. Es war aber interessant, an diesen Abend, an das für mich Ungewohnte zu stoßen und mich dabei lange mit Iris Franc zu unterhalten.
Ohrenschmaus
Diesmal möchte ich etwas über den Literaturpreis “Ohrenschmaus” von und mit Menschen mit Lernschwierigkeiten schreiben, den ich in meinen Blogs schon öfter erwähnt, aber noch nicht genauer vorgestellt habe.
Das ist ein wichtiger Preis und eine wichtige Idee, die vor zwei Jahren Franz-Joseph Huainigg hatte. Ich habe gehört, er hat sich einen solchen Preis zum Geburtstag gewünscht.
Erfahren habe ich durch Otto Lambauer davon, der sich sozusagen als graue Eminenz darum bemüht und von mir wissen wollte, an wen man sich im Literaturhaus wenden kann, da die Preisverleihung voriges Jahr dort stattgefunden hat.
So bin ich in die Jury gekommen und das war für mich eine sehr wichtige Erfahrung. Interessiere ich mich ja sehr für Literatur im Allgemeinen und im Besonderen und was Menschen mit mentalen Beeinträchtigungen schreiben, davon hatte ich, wie wahrscheinlich die meisten, wenig bis keine Ahnung.
Ist das ja ein total neues Land , das erst betreten wird. Es gibt nur wenig Veröffentlichtes in dieser Richtung und wenig anerkannte Schriftsteller und sicher sehr auch viel Unkenntnis und Vorurteile.
So war dieser Literaturpreis Neuland, als er voriges Jahr unter dem Ehrenschutz von Felix Mitterer, das erste Mal vergeben wurde. Und ein großer Erfolg, gab es doch an die hundert Einreichungen, so daß sich die Jury, der noch Barbara Rett, Kurt Palm, Heinz Janisch und Friedl Hofbauer angehörten, schwer tat, die Preisträger zu finden.
Es gab auch eine lange Ehrenliste, einen Sonderpreis und letztlich drei gleichwertige Preise in den Sparten Lyrik, Prosa und Lebensbericht und noch eine von der Firma Zotter gestaltete Schokolade mit einem Preisträgergedicht.
Als ich mich vor einem Jahr durch die eingereichten Texte wühlte, machte ich eine interessante Erfahrung. So wußte ich auf einmal, wie Ernst Jandl zu der Sprache seiner “Humanisten” gekommen ist und es ist auch diese Sprache, die in dem Lyrikpreis gewürdigt wurde, den voriges Jahr, die vierzigjährige Renate Gradwohl mit einigen ihrer Gedichte gewonnen hat.
Der Text “Der böse Gerhard” ist auf der Innenseite der handgeschöpften Hibiskus-Kamillen- Schokolade mit Elisabeth Seidls Zeichnung vorn, zu finden. Einen weiterer, nämlich “Küssen lernen”, gibt es im Pressetext zur heurigen Ausschreibung.
Andreas Burtscher und Herbert Offenhuber waren die weiteren Hauptpreisträger des vorigen Jahrs. Ihre und die Texte allerer anderen sind unter www.ohrenschmaus.net/texte nachzulesen.
Es gab im Dezember eine bummvolle Preisverleihung im Literaturhaus mit vielen Preisträgern und viel Prominenz und heuer eine neue Ausschreibung, deren Einreichungsfrist morgen endet.
Ich habe mich bereits in den schon vorhandenen Texten ein wenig umgesehen. Die letzten Texte werden in einer Woche kommen und diesmal sollen je zwei der schon erwähnten Jurymitglieder sich die Sparten Lyrik, Prosa, Lebensbericht ansehen und je drei Vorschläge machen, die von den vorjährigen Preisträgern endbewertet werden.
Die Preisverleihung wird am 9. Dezember um 19 Uhr im Museumsquartier stattfinden und Otto Lambauer hat, wie schon mehrmals erwähnt, bei der “Rund um die Burg-Veranstaltung” auf den Preis und die Literatur von Menschen mit Lernbehinderung aufmerksam gemacht.
Was, wie ich denke, ein weiterer Hinweis ist, wie vielschichtig die Literaturlandschaft ist und wie wichtig über den Tellerrand hinauszublicken, um auch ein bißchen über das Geschriebene jenseits der Mainstreamlandschaft Bescheid zu wissen. Für mich jedenfalls, denn ich lerne viel dabei.
Bücherflohmarkt
Das FAZ-Lesezimmer zum deutschen Buchpreis stellt derzeit die Frage nach der Zukunft des Buchs?
Wie seine Vergangenheit aussieht, konnte man dieses Wochenende beim Flohmarkt in der Josefsstraße ablesen. Wo die freiwilligen Helfer sozusagen ein Jahr lang die St. Pöltner Haushalte nach Bücherspenden abklapperten und das solcherart Gesammelte für einen guten Zweck um fünfzig Cent beziehungsweise einen Euro verkauften.
Wenn man zwei Bücher nahm, bekam noch ein drittes geschenkt dazu. Ich habe mir auf diese Art und Weise fünfzehn Bücher um sieben Euro erstanden und war erstaunt, denn es gab viel weniger die alten Büchergildeausgaben, die ich mir erwartete, sondern, den deutschen Buchpreis 07, Julia Francks “Die Mittagsfrau” und Clemens J. Setz, einen Gewinner der heurigen Bachmannpreise mit dem ebenfalls 2007 erschienen “Väter und Planeten”.
Ich fand zwar auch die raren Gustostückerln, von denen ich mir nicht sicher war, ob ich sie nicht schon hatte.
Erich Maria Remarque “Im Westen nichts Neues” aus dem Jahr 1929 und Vladimir Nabokov “Lolita” in einer Ausgabe von 1959, sowie Fritz Habecks Kriegsroman “Der Ritt auf dem Tiger” von 1958.
Hatte ich noch nicht, ebenfalls auch nicht Joseph Roths “Kapuzinergruft”, was ja zu der Literaturdebatte mit Otto Lambauer passen würde. Aber das habe ich liegengelassen, die anderen nach Harland gebracht. Mal sehen ob und wann ich das lese. Realistischerweise werde ich nicht zu allem kommen und der Bücherflohmarkt in dem nicht besonders ästhetischen Pfarrsaal der Sechzigerjahre war auch sehr interessant.
Da werden die St. Pöltner Haushalte im September ausgeräumt, damit wieder Platz für das ist, was Frankfurt und Buch-Wien empfiehlt und zu Weihnachten auf dem Gabentisch landet.
Meinen Leseplan werden die fünfzehn neuen Bücher nicht sehr durcheinanderbringen.
Habe ich doch alles außer Ken Follets “Der Schlüssel zu Rebecca” in Harland gelassen, so daß ich, wie vorgenommen nach Angel Wagensteins “Pentateuch”, Anna Kims “Bilderspur” und Andreas Maiers “Klausen” lesen will.
Durcheinandergebracht hat mich am Freitag, bevor ich nach Harland gefahren bin, etwas anderes.
Bin ich doch draufgekommen, daß ich ein Buch von Soma Morgenstern besitze. Zwar nicht die Josef Roth Biografie, auf die mich die Roth Ausstellung im Literaturhaus aufmerksam machte. Nein, ich kenne ihn schon ein bißchen länger. Als ich im April nämlich meine Freundin Irmgard Gelter in Hütteldorf besuchte, hat ihr Mann ebenfalls seinen Bücherschrank geleert. Ich konnte mir nehmen, was ich wollte und da war Soma Morgensterns “Der Tod ist ein Flop” dabei, das ich in mein Badezimmer legte, ohne mir den Autorennamen besonders einzuprägen. Das tat ich erst in Verbindung mit Josph Roth. Und noch etwas hat mich Freitag abend beschäftigt.
Die Einladung der GAV nämlich zur nächsten Generalversammlung am 25. Oktober. Da waren auch die Juryvorschläge für und gegen die Neuaufnahmen angeführt.
Da werde ich wieder einige Veti einlegen müßen. Hat mich doch Monika Gillers Text über das eigene Sterben “Auf dem Totenbett”, (ich habe schon berichtet), sehr beeindruckt und auch Susanne Schneider ist mir auf den diversen Poet-Nächten durch ihre realistischenTexte positiv aufgefallen. So hat sie vor zwei Jahren, glaube ich, eine Geschichte gelesen, in der es, um das Mobbing, die erste Liebe, bzw. die Sprachschwierigkeiten einer chinesischen Chorsängerin in der Wiener Oper ging und Elisabeth Chovanec entspricht vielleicht nicht den strengen GAV-Kriterien, ich kenne sie aber als bemühte Autorin der Poet Night und der Szene Margareten.
Da bin ich jetzt vom Verfallsdatum der Bücher zu den Kriterien guter bzw. schlechter Literatur gekommen, was ja auch zusammenhängt.
Ich habe einen eher breiten Literaturbegriff, beim Lesen und beim Schreiben und bin, vielleicht auch aus eigener Erfahrung, offener als andere. Also werde ich wieder meine Veti gegen “Da müssen wir schon streng sein!”, einlegen. Mal sehen, was passiert. Voriges Jahr war ich ja nicht sehr erfolgreich damit.
Werkstatt jour fixe und Freud Ausstellung
Ruth Aspöck hat, seit sie mit ihrem Verlag “Die Donau hinunter” in Pension gegangen ist, einen monatlichen Jour fixe in einer Galerie in der Wilhelm Exnergasse, in der jeden letzten Donnerstag, um siebzehn Uhr Tee, Lesung und Diskussion geboten wird.
Bella Italia, spanische Welten, karibische Rhythmen hat es schon gegeben.
Leider habe ich das alles versäumt, da ich immer eine fixe Stunde hatte, die sich nicht verschieben ließ.
Dieses Mal war es aber anders und so bin ich auch am Donnerstag viel herumgelaufen und habe mir die Mississippi Tales mit Gregor Lepka anhören können.
Den Lyriker Gregor Lepka, der mit seiner Frau Waltraud Seidlhofer in oder bei Wels lebt, kenne ich von diversen GAV-Veranstaltungen und er ist auch ein freundlicher netter Mensch.
Ich leide ja ein bißchen darunter von manchen Autorenkollegen übersehen zu werden, hier ist das nicht der Fall.
Und der New-Yorker Gedichtzyklus (der Mississippi wurde bald verlassen) war auch sehr interessant. Nicht nur wegen dem World Trade Center, das es zu der Zeit, als Gregor Lepka New York bereiste, noch gegeben hat, auch, weil ich mit meiner Familie 1997 zwei Wochen in New York war und dort den Broadway mehrmals auf und abgelaufen bin und seltsamerweise sehr ähnliche Eindrücke hatte.
Einen Gedichtzyklus habe ich nicht geschrieben. Ich bin aber keine Lyrikerin und es ist auch interessant, wie ich dorthin gekommen bin.
Da habe ich nämlich bei einer Zeitschrift, die es, glaube ich, nicht mehr gibt (My Way hat sie geheißen) einmal einen ersten Preis gewonnen.
Es ging um das Thema “Wasser” und der Preis wäre, glaube ich eine Woche Urlaub in der Türkei gewesen, aber leider ist das Reisebüro eingegangen und so haben sie mir 15.000 Flugpunkte bei der Balkan Air angeboten und ich habe an New York gedacht.
Aber 1997 war ein New York Flug umständlich, man hätte in Sofia übernachten müssen und das hätte meine Punkte überstiegen, so sind wir nach Zypern und Amsterdam geflogen und weil die Anna nach New York wollte, im Sommer zwei Wochen mit einer anderen Fluglinie dorthin.
Das war das letzte Mal, daß ich dort war, wegen der Sicherheitsbestimmungen fliege ich derzeit nicht , meine “Wiener Verhältnisse”, die 1999 entstanden sind, haben aber davon gezehrt.
Es gab also eine interessante Diskussion, danach Tee und ein indisches Süppchen, Kekse, Obst und angeregte Gespräche. So habe ich mich mit Ingeborg Reisner über den Novum-Verlag unterhalten und Robert Egelhofer hat mir von einem Bücherflohmarkt erzählt, der dieses Wochenende in der St. Pöltner Josefstraße stattfinden wird.
Ich bin aber nicht lange geblieben, hatte ich ja noch eine Einladung zu einer Buchpräsentation in der Tasche, die interessant klang.
Und zwar zu “Freuds Wien – Eine Spurensuche” in der Berggasse 19 und das lag ja am Weg. Allerdings bin ich daraufgekommen, daß die Veranstaltung schon am vorigen Freitag, als ich bei der Poet Night gesessen bin, stattgefunden hat.
Ich bin aber trotzdem hingegangen und war auch nicht so falsch, wurde doch stattdessen die Ausstellung “Ferdinand Schmutzer – Freud und seine Zeit im Portrait” eröffnet und die Berggasse 19 ist sehr interessant.
War ich ja in den Siebzigerjahren, als ich Psychologie studierte und meine alte Freundin Hansi Berger noch lebte, öfter bei den psychoanalytischen Samstagen und Montagen dort.
Ein Museum hat es noch nicht gegeben. Aber Hut und Mantel oder Stock des Professors hingen in der Garderobe und die Studenten haben ihre Jacken darübergeworfen.
Das habe ich in meinem Wiener Stadtroman “Wie süß schmeckt Schokolade” beschrieben und heute befindet sich der Hut natürlich hinter Glas, durch die Museumsräume bin ich aber gegangen und in der Bibliothek ein Glas Rotwein getrunken und mich mit einer Stammbesucherin unterhalten, die gestern ebenfalls in der Gesellschaft für Literatur war.
Und einen tollen alten Film angesehen. Mindestens dreißig Minuten lang original Freud kommentiert von seiner Tochter Anna.
Aufnahmen aus den Dreißigerjahren. Wirklich äußerst beeindruckend und Freud war auch ein großer Schriftsteller und hat mich sicher sehr geprägt. Auch wenn ich eine überzeugte Verhaltenstherapeutin bin, an der Psychoanalyse kommt man nicht vorbei.
Und die Stelle, wo der Dekan der Sigmund Freud Universität Johannes Teufel in der Berggasse 19 einen Vortrag über das Stalking hält, habe ich in der Gesellschaft für Literatur gelesen, als es dort noch am Faschingdiestag den Dichterfasching gab, wo alle, die das sonst nicht dürfen, lesen und sich nachher beim Buffet das Honorar eressen konnten.
Weltliteraturen
Mein dieswöchiger Literaturveranstaltungseröffnungstrip hat mich am Mittwoch in die Gesellschaft der Literatur geführt, denn da wurde unter dem Motto “Weltliteraturen-Literatur der Welt”, die Literatur der Zigeuner, Roma, Sinti vorgestellt und mit zwei Vorträgen eingeleitet. Dann haben Ilija Jovanovic und Ceija Stoijka ihre Lyrik und Prosetexte vorgelesen, beziehungsweise lesen lassen.
Was sehr beeindruckend war. Die Identitätskonflikte Ilija Jovanovic zwischen dem Rom, Serbe und Österreicher sein, auf der einen Seite und Ceija Stoijkas Kindheitserinnerungen in Ravensbrück, Auschwitz, Bergen-Belsen, die die alte Dame äußerst temperamentvoll vorzutragen wußte. Dazwischen ist dann noch ein kleiner Hund mit hellrosa Masche herumgelaufen.
Dazu passend meine derzeitige Lektüre. Habe ich mir doch Angel Wagensteins “Pentateuch oder die fünf Bücher Isaaks” ausgesucht. Das ist der Roman eines 1922 geborenen Bulgaren, der die Lebensgeschichte des Isaak Jakob Blumenfelds in zwei Weltkriegen, drei Konzentrationslagern und fünf Heimaten als tragisch komische Schelmengeschichte beschreibt und der wohnte ausgerechent in der Margaretenstraße 15, also nicht weit vom Schikanederkino, wo heute Andrea Maria Dusels “Boboville” das diesherbstliche Kultbuch, vorgestellt wurde.
Die Buchhandlung Jeller, die sich ebenfalls in der Margaretenstraße befindet, präsentiert ein ganzes Schaufenster mit Andrea Maria Dusel Büchern samt Stadtplan von Boboville.
Dieses Kultereignis habe ich versäumt, aber ich verstehe mich ohnehin mehr als Probo (proletarisch statt bürgerlich) und der vorangegangene Arbeitstag war äußerst hektisch.
Dabei habe ich bis halb fünf ganz ruhig an der “Radiosonate” korrigieren wollen.
Dann hat mich aber ein falsch adressiertes Mail sehr aus meiner Ruhe herausgebracht und die vorläufigen Texte des heurigen Ohrenschmauses sind auch gekommen.
Zusammen mit Kurt Palm darf ich mir bis 21. Oktober die Lyrik durchsehen und Anni Bürkl, die an meinem gestrigen Eintrag regen Anteil nahm, hat passend zu Boboville eine spannende Beobachtung gemacht, sieht sie doch das Proletariat ausgestorben und meint, wir würden alle in Einheitskleidern Einheitshochdeutsch reden. Dazu passt dann noch, daß heute Donnerstag, das Literaturhaus bei Meinl am Graben Olga Flors “Kollateralschaden” präsentiert.
Dialektjubel
Im Literaturhaus wurde am Dienstag, die Ausstellung Dialektjubel – zwanzig Jahre ÖDA – vierzig Jahre IDI eröffnet. Geichzeitig hat sich der neue Literaturhausleiter, der Südtiroler Robert Huez vorgestellt.
“Unser Chef ist ein sehr netter Mann!”, sagte Bibiane, die Ex-Medizinstudentin, die schon lange das Buffet betreut, nach der Veranstaltung zu mir. Mir ist aufgefallen, daß er viel gegessen hat, was für mich ungewöhnlich war.
El Awadalla hat aber auch wieder ihre berühmten Pogatscherln gebacken und vorher als Präsidentin des österreichischen Dialektarchivs die Diskussion moderiert.
Auch El Awadalla kenne ich schon lange vom Arbeitskreis schreibender Frauen, damals hat sie sich noch Elfriede genannt und den Max von der Grün-Preis gewonnen, später dann die Million bei der Millionenshow und ist wohl auch so eine besessene Autorin wie ich, die an mehreren Büchern gleichzeitig schreibt, ein bißchen besser auftreten kann und schon lange als Dialektautorin engagiert ist. Und diesmal eröffnete das Literaturhaus seine Saison mit einer Ausstellung zur Dialektliteratur.
Das wohl auch, weil Heinz Lunzer in Pension gegangen ist, denn mit Heinz Lunzer hat sie sich glaube ich, nicht so gut verstanden.
Die Ausstellung wurde von Erich Schirhuber kuratiert und da gab es einige Gustostückerln von Wiederentdeckungswert in den Vitrinen zu bewundern. Denn die Siebzigerjahre haben auch mich literarisch sozialisiert und in der Zeitschrift “Frischfleisch und Löwenmaul” ist auch einer meiner ersten Texte erschienen.
Im Dialekt habe ich aber nie geschrieben, weil auch meine Mutter als eine Bewohnerin des Arbeiterbezirks Hernals mir diese Sprache, damit ich es einmal besser habe, ausgetrieben und mir das “schön sprechen” beigebracht hat.
Die Burgenländerin El Awadalla hat das während der Diskussion beklagt und mir beigebracht, was ich nicht wußte, daß es einen Unterschied zwischen Dialekt und Mundart gibt.
Ich dachte, das wäre dasselbe, das eine ist aber offenbar links und fortschrittlich, linkes Wort vom Volksstimmefest beispielsweise und Protestkultur, das andere konservativ und faschistisch gar, Karl Heinrich Waggerl eben, aber der hat, wie uns Frau Dr. Haid belehrte, immer nur in Hochdeutsch geschrieben, obwohl man das gar nicht glaubt. Josef Weinheber hat es aber, obwohl man politisch sehr viel an ihm aussetzen kann, und er wahrscheinlich doch ein guter Dichter war.
Rolf Schwendter ist mit am Podium gesessen und hat viel von seinem breiten Wissen kundgetan und auch, daß er von einer ungarischen Mutter großgezogen wurde, was ich ebenfalls nicht wußte.
Elfriede Haslehner, die auch im Dialekt schreibt und in der Zeitschrift “Morgenschtean” publiziert, ist neben mir gesessen.
Es war also ein Gewinn, mir diese Woche einen intensiven Literaturveranstaltungssaisonstart zu geben, vielleicht schaffe ich es , ab nächster Woche mich wieder mehr auf das eigene Schreiben zu konzentrieren und noch ein kleiner Nachtrag zu dem gestrigen Kolumnenthema.
Denn meinen Kommentar auf Otto Lambauers “Wau 7” zum Thema “Schlafen bei Rund um die Burg” läßt sich auch als eine solche verstehen. Wer es nachlesen will, bei fipsthinks.wordpress.com ist er zu finden.
