Dichterloh zwischen Aufzeichnung, Rebellion und Nuancierung

Von den letzten zwei intensiven Literaturwochen zurückgekommen, geht es in der “AS” gleich mit dem Dichterloh-Lyrikfestival” kuratiert von Michael Hammerschmid

lustig weiter.

Das heißt, das hat schon am zweiten Mai begonnen, wo ich mit meiner Praxis beschäftigt war und ich also Emine Sevgi Özdamar, Valerie Rouzeau und Anja Zag Golub versäumte.

Aber dieses Woche ist es ruhiger oder differenzierter und so bin ich nach meiner letzten Stunde wieder in die Schönlaterngasse marschiert und da gleich gesehen, daß ich das Filmportrait, das immer vor den Abenden gezeigt wird, über Marina Zwetajewa versäumte.

Dafür trat später, die 1948 in der CSR geborene Ilma Rakusa, auf, die sich wie sie sagte, fünfzig Jahre lang mit ihrer Übersetzung befasste und ihr “Droschl-Band” “Kein Tag ohne”, wurde während der Pandemie geschrieben.

In einer Zeit, wo man das Haus nicht verlassen durfte, jeden Tag bis zum 20. 2. 22 ein Gedicht, weil das eine schöne magische Zahl war, die sich mit den Krisen beschäftigten und sich da mit ihren Idolen Friederike Mayröcker, Ilse Aichinger, Clemens j. Setz und Sherji Zahadan unterhielt.

Also Selbstgespräche und Träume und viel Gartenarbeit, viel gelesen und so sind in der Pandemie sehr schöne Gedichte entstanden, obwohl Lyrik, wie sie im Gespräch betonte nicht sehr viel verändern kann, man kann aber versuchen ein kleines Steinchen zum Rollen bringen und dann kam der slowenische Dichter Tone Skrjanec, 1953 geboren mit seinen Gedichtband “Haut”, der von Marjeta Wakounig übersetzt wurde.

Der ist Soziologe,sowie Festivaldirektor und beschäftigte sich in seinen Gedichten, die von Michael Hammerschmid auf Deutsch gelesen wurden mit dem Körper und den inneren oder äußeren Begegnungen, die man macht oder die überfordern können.

Schöne Gedichte und viel literarisches Publikum.

Kurt Neumann habe ich gesehen, Monika Vasik .und noch andere Dichter und Dichterinnen. Ein paar Veranstaltungen mit anderen lyrischen Talenten wird es noch geben. Mal sehen, was ich davon noch erwische und ob es mir gelingen wird, den Film zu sehen?

Roma-Abend, Slamer-Session und Diogenes-Bloggertreffen

Literaturlivestreams sind zwar nur ein coronabedingter Veranstaltungsersatz, haben aber, wie ich manchmal, nicht immer ausprobiere, den Vorteil, daß man beliebig hin-und herspringen kann und heute war ohnehin ein besonderer Tag. Ich hatte keine Stunden, habe mehr oder minder an meinem dritten Corona-Buch, das inzwischen schon sehr überholt ist, herumkorrigiert und dazwischen sehr intensiv die Nationalratsitzung mit dem Mißtrauensantrag, die Herbergt Kickl bezüglich der verbotenen Demos und der Abschiebung der drei gut integrierten Mädchen, die vorige Woche die Gemüter erregte, einberufen hat, dann habe ich überlegt, ob ich trotz Lockdown mit zwei Meter Abstand es noch einmal mit der Donnerstag Demo versuchen und mir da vielleicht wieder gerettete Lebensmittel holen soll, dann hatte ich aber wieder ein intensives Literaturprogramm, bin daheimgeblieben und hin und hergeswitscht, da, weil es ja kein wirkliches Frankfurt gab und die Leipziger Buchmesse 2021 wurde ja auch schon abgesagt, hat “Diogenes” wieder zu einem Bloggertreffen eingeladen und dabei Benedikt Wells und seinen neuen Roman “Hard Land” vorgestellt.

So ein Bloggertreffen hat es ja schon im Herbst gegeben, aber ich habe ja mit meinen alten Browser mit den “Zoom-Konferenzen” Schwierigkeiten, weil keinen Ton, also nur ein Bildfernsehen. Vom letzten Treffen habe ich mir aber das Buch von Marco Balzano “IIch bleibe hier” mitgenommen, beziehungsweise bestellt und werde es demnächst lesen und Benedikt Wells “Hard Land”, das am vierundzwanzigsten Ferbruar erscheinen wird, liegt auch schon neben mir und im Literaturhaus gab es wieder einen Exil- oder einen Roma-Abend, wie Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erklärte, nämlich zwei Neuerscheinungen von Mircea Lacatus und Samuel Mago, die weil Christa Stippinger verhindert war, von Jessica Beer moderiert wurde und den ersten Gedichtband des 1962 in rumänischen Gherla habe ich gelesen, damit hat er ja 2007 den Lyrik-Preis der “Edition Exil” gewonnen, der neue Band “Die geheime Geometrie der Seele” ist jedenfalls zweisprachig und wurden von seinen Töchtern aufs Deutsch übersetzt, eine der Töchter Ioana Spataru, hat den Vater, der sich in den USA befindet, auch vertreten und vorher gab es einen Buchtrailer nämlich ein Gedicht und Bilder die auf das Buch aufmerksam machte, in dem es offenbar um Mircea Lacatus Famiie geht. Der Vater mit seinen Pferden, die Zigeunerlager, die Begegnung mit der Mutter im Himmel tauchen in den zehn Gedichten, die Ioana Spataru gelesen hat, auf und dann folgte der Erzählband “Bernsteyn und Rose” des 1996 in Budapest geborenen Samuel Mago, der schon einige Exilpreise gewonnen hat und den ich auch einmal auf einer Demo hörte, der auch in einen Trailer vorgestellt wurde. Samuel Mago las die Geschichte, die von einem Goldhändler in der Wollzeile handelt. Er las sie nicht ganz, denn die Leute sollen sich die Bücher ja im stationären Buchhandel, der wenn alles gut geht, nächste woche wieder offen ist und nicht bei “Amazon” kaufen, ich verweise da wieder auf den Bücherschrank in der Stiftgasse, wo viele “Exil-Bücher” drinnen sind. Die Neuen wahrscheinlich nicht und da habe ich, weil derzeit ja keine Liveveranstaltungen, wo ich schnorren könnte, einen Nachholbedarf oder auch wieder nicht, denn ich habe ja ohnehin sehr viele Bücher auf meiner Leseliste und bin da die Veranstaltung sehr kurz war, dann wieder in die “Alte Schmiede” gewitscht, wo Markus Köhle Elias Hirschl, den ich ja vor kurzem bei der “Priessnitz-Preisverleihung” im Literaturhaus hörte und die junge Türkin Elif Duygu vorstellte, da bin ich ziemlich in den Schluß gekommen, wo Elif Duygu über Istanbul und Wien slamte und Elias Hirschl dann wieder seine “Amazon-Rezensionen, die er auch im Literaturhaus vorstellte, präsentierte, dann bin ich wieder ein bißchen in das “Diogenes Treffen” gewitscht, habe mir den Chat durchgelesen und als ich dann wieder in die “Alte Schmiede” kam, hatte ich plötzlich den Beginn der Veranstaltung, wo Markus Köhle, die Veranstaltung erklärte. Da stellt er immer zwei Slamer vor, gibt ihnen drei literarische Namen und sie slamen dann immer abwechselnd, so daß ich Elif Duygu noch einmal hörte, die einen Text vortrug, wo sie sich beklagte, daß man immer umsonst dichten soll, während man der Friseurin nachher ja auch kein Cola oder ein Lob gibt. Dann war es aus, das Video auf Privat gestellt und ich hatte trotz Corona-Lockdown einen sehr intensiven literarischen Abend, kann mich auf Benedikt Wells “Hard Land” freuen und vielleicht kommen auch einmal die beiden “Exil-Bände” zu mir, die versäumte letzte Preisverleihung soll jedenfalls, wie Barbara Zwiefelhofer sagte, im März im Literaturhaus nachgeholt werden.