Bamberg – Mainz drei Jahre verspätet

Wir sind ja mit der kleinen Anna ein paar Mal den Radweg von Passau nach Wien gefahren, das heißt einmal sind wir bis nach Ybbs, das andere Mal nach Melk gekommen.

Dann ist die Ruth 2007 mit ihrem Verlag die “Donau hinunter” in Pension gegangen und wir sind mit ihr von Ybbs bis nach Regensburg gefahren. Die “Dichterkarawane “ist bis Bamberg weitergegangen und vor ein paar Jahren sind wir von Ulm bis Regensburg gefahren und haben dabei das Deutsche Lesen erprobt.

Mit der Ruth sind wir dann noch zum siebzigsten Geburtstag um den Bodensee gefahren und dann noch einmal um den Neusiedlersee und vor drei Jahren wollten wir den Main-Weg entlang radeln, ob das der Alfred schon plante, weiß ich gar nicht mehr so genau, denn es kam ja bekanntlich Corona und alles war gestoppt.

Den Sommer 2020 sind wir zwar bis nach Strobl und dann noch ins Burgenland ins Künstlerdorf zu einer Lesung gekommen und 2021 haben wir die Ruth zwei Wochenende lang bei der “Kittner- Stiftung besucht.

2022 war dann alles wieder fast normal wir sind im Sommer zuerst nach Kroatien gefahren und dann noch ein paar Tage mit der Anna, dem Andreas und der kleinen Lia, die ja jetzt bald vier wird, nach Ungarn und heuer hatte der Alfred der sich ja seit 2020 in Pension befindet, große Pläne.

Der Karfreitag in Trapani ist ihm da vorgeschwebt, dann “Literaur und Wein” und endlich wieder Leipzig und dann den Radweg den Main entlang von Bamberg nach Mainz und da sind wir am Donnerstag zu “Christi Himmelfahrt” losgefahren.

Vom Hauptbahnhof, wo wir eine Stunde zu früh eintrafen, so daß ich zwischen einer Sandlercrew gewartet habe, die den Feiertag offenbar dazu nützten um nah Bratislava zum billigen Saufen zu fahren. Wr haben aber den Zug in Richtung Dortmund genommen, der sehr voll war. Kinder, alte Leute, ein Ehepaar, das seine diamtantene Hochzeit feierte und das via Handy ihrer ganzen Verwandtschaft mitteilten.

Bis Nürnberg sind wir gefahren. Das Ehepaar ist schon eine Station früher in Regensburg ausgestiegen. Wir in Nürnberg umgestiegen, in einen Zug ,der nach Würzburg und zur Hälfte nach Leipzig gefahren ist.

Brauereigaststätte Göller in Zeil

Eine junge Frau mit Rad hat uns erzählt, das sie auf den Weg sei ihrern Geburstag mit einer Thüringer Bratwurst zu feiern. Ein Bamberger hat uns Tips für den Bierkeller zum Mittagessen gegeben.

Das war aber erst nach drei, als die Bierkeller schon ihre Mittagspause hatten, so daß es schwer war, um vier etwas zu essen zu bekommen, was für mich die Frühesserin ohnehin sehr spät war.

Drei Bratwürstl mit Sauerkraut sind es dann trotzdem geworden und in einem Bierlokal sind wir auch in eine laute, ausgelassene Gesellschaft gekommen. Es war ja ein Feiertag, daher eine gute Stimmung, bevor wir uns in unser “Bed und Breakfast-Quartier” zurückgezogen haben.

Am Freitag sind wir dann durch den überfüllten Morgenverkehr zur Regnitz und dann zum Main gefahren, um ins Altstadthotel nach Hassfurt zu kommen.

Schweinfurth

Es war für mich ein wenig schwierig mich mit dem Gepäck und dem Klapprad durch die überfüllten Straßen zu fahren, habe ich ja keinen Führerschein und kenne mich daher mit den Verkehrsregeln nicht so aus, so daß ich durch die Städte meistens schiebe und in Wien überhaupt nicht Rad fahre. Außerdem war ich bezüglich meiner Kondition doch nicht so sicher, hat die ja während der Pandemie ziemlich gelitten, dann ist es aber doch gut gegangen, auch wenn ich cirka um vier ziemlich erschöpft im Altstadt Hotel eingetroffen bin.

Zu Mittag haben wir in einen netten Biergarten gegessen, den wir gar nicht so leicht gefunden haben und da eine Weile an einer versperrten Pizzeria vorbei, herumgefahren sind.

Volkach

Schaufele mit Klössen und Sauerbrot, beziehungsweise Hackbraten mit Kartoffelpürree und dazu natürlich Bier beziehungsweise habe ich einen Rotling dazugetruken, der als eine fränkische Spezialität gilt.

Nach der Blogging-Pause sind wir dann nochmals durch die Stadt gegangen, ich habe einen riesigen Erdbeereisbecher gegessen, wir haben die beide Stadttürme angeschaut, sind an den Main gegangen und ich habe den offenen Bücnherschrank entdeckt, in Bamberg habe ich darauf vergessen und dann noch auf ein Glas Wein in eine Weinstube, nur auf eines, denn ich war ja sehr erschöpft und wollte auch noch ein bißchen geworden. Drei sind es dann beim Alfred geworden, bei mir waren es eineinhalb und wir haben uns intensiv mit einem Ehepaar aus Schweinsfurth unterhalten, wo wir ja morgen hinfahren und das war sehr interessant, wem man da alles zufällig kennenlernen kann.

Sommerach

Am Samstag konnte man dann schön beobachten, wie die Gäste, die wir im Frühstücksraum trafen, sich für ihre Radtour vorbereiten, den Helm aufsetzen, die Räder aus der Garage holten und die Kinder in den entsprechenden Anhänger setzten.

Am Kirchplatz ein Feuerwehrjugendfest statt, wo die Tische gerade aufgestellt wurden und der Weg nach Schweinsfurth war sehr idyllisch, zwischen dem Main, den Feldern und der Bahn gelegen, die Räder mit den Kinder überholten uns und wir haben zu Mittag im Cafe Rohr in Schonungen Halt gemacht, was uns gestern empfohlen wurde. Da waren wir schon vor zwölf, so konnten wir die Gäste b eim Frühstücken beobachten. Ein alter Mann hatte, glaube ich, Geburtstag und hat das entsprechende Geschenk bekommen, ein junger Mann mit einem kleinen Mädchen bestellte fünf Eier, Lachs und Palatschinken ohne Zimt und Zucker. Dann waren wir schon bald in Schweinsfurth, wo überall, im Hotel aber auch der Straße Schweine aufgestellt waren, vor denen man sich auch fotografieren konnte. Ich habe mir eine neue Sonnenbrille gekauft, weil meine alte kaputt gegangen ist und bin dann gleich in einige Buchhandlungen hineingestolpert. so gab es beim “Hugendubel” eine “Ein-Euro-Kiste mit interessanten Büchern und für den Balzano, den ich mir in einer anderen Buchhandlung um drei Euro gekauft habe, habe ich eine altmodische, handschriftliche Quittung bekommen und das Wetter ist schön, was ja auch erfreulich ist.

Am Abend haben wir dann noch eine kleine Stadtrunde gemacht, sind an der alten Stadtmauer vorbei worüber viele dunkelhaarige Jugendliche vorbei, wieder zu einer Brauerei gegangen und haben Bier beziehungsweise Wein getrunken. Interessant ist, daß bei vielen Lokalen alle Tische reserviert sind und man sich erst platzieren lassen muß.

Und dann am Sonntag mit einer Fähre über den Mai gefahren, das Storchennest dabei versäumt und dreißig Kilometer nach Volkach ins Weingsthaus Rose gefahren. Hier haben wir im Gastgarten Cordon Bleu und Bratwürste gegessen und auf das Zimmer gewartet. Das hat ein bißchen gedauert, so sind wir zu spät zu der spätgotischen Kirche Maria am Weinberg, zwischen Weinbergen gelegen mit dem Riemenschneider Altar gekommen ist und wir nur zu einer Weinprobe kamen und wir uns dabei wieder sehr nett mit ein paar Leuten unterhalten haben.

Das Frühstück im Hotel Rose war sehr exzellent. Es hat, glaube ich, sogar Sekt gegeben. Zumindestens haben zwei dicke Damen, die wir dann mit Helm bei der Radgarage getroffen haben, welchen getrunken.

Lachs, russische Eier, viele Käsesorten, Eier und Speck, Natursäfte und sogar einen Apfel-Ingwersaft zum Kraftauftanken und bezüglich Kaffee konnte man wählen, ob man den aus der Kanne oder vom Automaten, also Cappucchino statt Filter wollte.

Dann in Richtung Kitzingen, die Mainschleife zwischen den Weinbergen entlanggefahren. Irgendwo bei einem Weingut, wo schon was los war, Halt gemacht und dann das Mittagessen in dem Gasthaus vis i vis des Klosters Münsterschwarzachs, wo gestern die Büchertage stattfanden, die wir nicht erreichten, aber jetzt das Programm gefunden haben, eingenommen. Eine christliche Buchmesse mit viel Ansem Grün und Navid Kermani.

War sicher interessant und ich habe mir auch ein paar Prospekte und Buchjournale zum Schmökern mitgenommen. Der “Fränkische Hof” in Kitzingen scheint sehr rührig. Ein schönes altes Hotel mit einem fürsorglichen Wirt, der selbst die Semmeln für das Frühstück einkaufen gehen wird und dann waren am Montag alle gespannt, wie die SPÖ-Mitgliederbefragung ausgegangen ist? Ein Vorteil, wenn man den Laptop bei sich hat, so daß keine Informationen verlorengehen.

Kitzingen

Dann doch noch einmal in die Stadt gegangen, den offenen Bücherschrank entdeckt, der genau gegenüber einer Buchhandlung lag, so daß auch ein Leseexemplar von Ljudmila Ulizkaja allerdings schon aus dem Jahr 1998, drinnen gelegen ist. Dann habe ich im Gastgarten des “Bayrischen Hofs” ein Glas Wein, der Alfred zuerst noch ein Bier getrunken und heute ist es bei nicht so guten Wetter nach Würzburg gegangen, neununddreißig Kilometer und ich war schon in der Früh erschöpft.

Mittagspause in Sommerhausen im “Ritter Jörg”, was sich als ein italienisches Restaurant mit fränkischer Küche entpuppte. Also der Koch offenbar Italiener, die Kellner haben untereinander auch so gesprochen. Die Spargepasta war leider schon aus, so habe ich mit Käse und Spinat gefüllte Ravioli gegessen und der Weg nach Würzburg hat sich dann gezogen und zu regnen hat es kurz auch angefangen.

In Würzburg waren wir schon zweimal, einmal haben wir in einem Luxushotel hoch in den Weinbergen logiert, das zweite Mal, als wir zuerst nach Essen und dann nach Leipzig gefahren sind, im “B&B”, wo wir zum Glück auch jetzt logieren, obwohl das Hotel ziemlich am Ende der Stadt liegt.

Würzburg

Dann habe ich eigentlich ins Literaturhaus streamen wollen, um mir die Buchpräsentation mit Klaus Kastberger anzuhören. Aber die Würzburg an der alten Mainbrücke gibt es ja den Weinausschank und das habe ich versäumen wollen und den Bücherschrank, den ich, glaube ich, schon das letzte Mal gesehen habe, wollte ich auch wieder besuchen.

Am Mittwoch nach dem Frühstück haben wir am Radabstellplatz zwei Leute gesehen, die sich über unsere Rädchen wunderten, die nach Wertheim wollten, wo wir dann am Freitag hinkommen und uns zweimal überholten. Wir sind laut Alfred sehr schnell die dreißig Kilometer nach Karlstadt gefahren, das Zimmer war noch nicht fertig und so sind wir zuerst essen gegangen. Spargel mit Schinken und Käse. Die Kellner sehr nett und die ältere Radherrenrunde haben meistens Schäufle, diese riesigen Fleischportionen bestellt.

Miltenberg

Die heurigen “Bachmannpreis-Leser” wurden heute auch bekanntgegeben. Aus Österreich werden Robert Prosser, Helena Adler, Mario Wurmitzer und Anna Felnhofer lesen. Von den anderen Autoren ist mir noch Andreas Stichmann bekannt und wir sind dann noch am Nachmittag auf die Karlsburg gegangen und haben am Main einen Pink Hugo getrunken.

Dann sind wir nach Lohr weitergefahren, das sich als “Schneewittchenstadt im Spessart” ausgibt, behauptet, daß Schneewittchen eine Lohrerin war, weil die Gebrüder Grimm in Hanau lebten, wo wir auch noch hinkommen werden.

Es gibt einen Schneewittchen-Wanderweg, im Ausmaß von fünfunddreißig Kilometer. Den werden wir wahrscheinlich nicht ganz oder überhaupt nicht schaffen. Zwei Zwerge haben wir aber schon gesehen, die, wie die Schweine in Schweinsfurth überall in der Stadt aufgestellt sind und Fotos von der Schneewittchenstadt hat mir schon der Andreas Hundertmark gezeigt, als wir in Leipzig waren.

Das Frühstück im “Bundschuh” war dann sehr exquisit mit Aussicht in einen schönen Garten. Es gab sogar Spiegeleier mit Schinken nach Wahl und dann losgefahren. Zweiundvierzig Kilometer in Richtung Wertheim. War gar nicht so arg, weil ein schöner Weg. Nur mit dem Mittagessen war es etwas schwierig. Denn da gab es zwar ein Lokal mit Namen “Ritter”, im Führer sehr empfohlen. Dann ein Schild, daß es im Sommer 2022 wieder aufgesperrt wird, aber jetzt haben wir schon 2023.

Also weitergefahren. Dann gab es Wurstsalat bzw. Flammkuchen in einem Campingplatz. Die Kellnerin wie alle hier sehr freundlich und das Hotel in Wertheim an der Tauber mit Blick auf den Fluß war auch sehr schön.

Restaurant Zerda, Hanau

Am Abend eine Mainrunde gedreht, dort wo die Tauber hinfließt, eine Weinschorle auf einer Bank getrunken und dann noch einen “Hugo” bem Schoppen-Fenster am Hauptplatz, wo sich ein paar Leute unterhielten, eine Holländerin “Rambazamba!” haben wollte und der Alfred enttäuscht, daß um acht alles ziemlich leer war.

Am Pfingstsamstag nach Miltenberg geradelt, dabei in einem Biergarten in Dorfprozelten Halt gemacht, gut gegessen und bei sehr schönen Wetter weitergeradelt.

Am Sonntag dann weiter nach Aschaffenburg, bei schönen Wetter und viel Radverkehr, in einen kleinen Biergarten oder Schnellpizzarestaurant Rast gemacht und dann am Nachmittag im Aschaffenburger-Hof angekommen.

Am Abend dann ein Spaziergang durch das Schloss und durch den Park, der wie ein Labyrinth anglegt war, so daß wir lange brauchten bis wir den Main erreichten, wo offensichtlich das Pfingstfest, das schon von oben zu hören war, stattfand. Bänke und ein paar Buden, wo man sich Wein und Bier und was zu essen kaufen konnte und es war sehr interessant zu beobachten, was sich für Leute mit ihren Hunden auch ohne dort einfanden.

Der Alfred hat ja befürchtet, daß am Sonntag und den Feiertagen nur schwer ein offenes Restaurant zu finden sein wird, was sich für den Pfingstmontag, wo wir nach Hanau radelten, wo es die Grimms-Festspiele gibt, auch bewahrheitet hat.

Gerbermühle, Frankfurt

Es gibt ja am Main relativ wenige offene Restaurants oder Biergärten und die die es gab, waren oft verschlossen. In Großauheim in der Nähe von Hanau, wo ich schon etwas hungrig war, haben wir die singenden Stimmen einer Pfingstprozession gehört, sind über die Brücke gefahren und eine freundliche Dame, die uns gleich als Wiener erkannte, hat uns zwei italiensiche Restaurants empfohlen, die aber geschlossen waaren.

Bei der Prozession am Main gab es zwar eine Bratwurstbude, wo man gegen Spenden etwas haben konnte, wir sind aber doch nach Hanau weitergefahren, wo wir in einem türkischen Restaurant, wo es keinen Alkohol, aber einen Gratistee und türkische Nachrichten gab, dann vor zwei noch etwas essen konnte. Ich einen Adana-Kebab, der Alfred Sardinen genommen und das City Hotel, wo wir gebucht haben, lag außerhalb der City an einer befahrenen Straße. Wir mußten den Rezeptionisten herbeirufen, der dann mit dem Auto angefahren kam und den Schlüßel ausgab. Frühstück gibt es keines, dafür ist aber ein mexikanisches Restaurant im Haus.

Frankfurt, Skyline

Dann haben wir natürlich das Brüder Grimm Denkmal, die rote Schals umgebunden hatten, angesehen und eine Figur des Märchenpfads entdeckt. Einen Bücherschrank gab es auch, sogar einen sehr großen und da lag unter anderen Gert Jonkes “Der ferne Klang” darin, mit dem er ja 1977 den “Bachmannpreis” gewonnen hat und der Alfred war ein wenig enttäuscht, weil Hanau zwar eine Märchenstadt ist, aber keine richtige Altstadt hat.

Am Dienstag einen Kaffee und einen Schokoplunder bei der nächsten Bäckerei konsumiert und dabei einen Mann oder eine Frau auf der anderen Straßenseite beobachtet, die jeden um Zigaretten anschnorrte, obwohl es bei der Bäckerei einen Automaten gegeben hat.

Mainpromenade in Mainz

Den Weg nach Frankfurt nicht gleich gefunden. Es hat lange gebraucht, war aber ohnehin nicht so weit. Zu Mittag in einem schönen, aber auch teuren Gastgarten am Main Rast gemacht, wo sowohl Radfahrer einkehrten, als Leute, die im Anzug zum Geschäftsessen kamen.

Frankfurt ist eine Bankerstadt und die Skyline, die ein wenig an New York erinnert, konnten wir auf der Fahrt ins Hotel auch bewundern. Das Hotel Flemming liegt direkt neben dem Literaturhaus, aber da gab es am Dienstag kein Programm. Nur die Clemens J. Setz Poetikvorlesung in der Goethe Uni. Das hatte ich schon in Wertheim ergoogelt und dorthin sind wir dann auch aufgebrochen.

Vorher zwei Bücherschränke abgesucht. Angeblich gibt es dreiundsiebzig in Frankfurt. Ja, Frankfurt ist eine Bucherstadt in der wir schon zweimal 2000 und 2002 bei der Buchmesse waren. Wir haben nur zwei aufgesucht. Den einen, der sich im Hof des “Haus des Buches” befindet, wo sich sowohl der “Börseverein des deutschen Buchhandels”, als auch die “Büchergilde” befindet und einen anderen in der Buchgasse.

Da hat sich offenbar wer was dazu gedacht. Ich habe aber, weil die Tragetasche schon sehr voll, nichts genommen. Nur bei einer Buchhandlung etwas später ein paar Leseproben. Der Weg zu Uni war sehr schön und lang. Zweimal haben wir in einem Biergarten, wo auch gegrillt wurde, Halt gemacht und Clemens J. Setz in Frankfurt zu erleben war auch sehr interessant. Sein Buchpreisbuch habe ich gelesen und ihn das letzte Mal vor vier Wochen auch in Leipzig gesehen.

Nach einem opulenten Frühstück, Spiegeleiee, Pancakes, man hätte glaube ich auch Miso und Reis haben können, sind wir die fünfundvierzig Kilometer nach Mainz aufgebrochen. Der längste Weg, war aber nicht so arg und eine schöne Rast in einem Bootshaus dicht am Main hat es auch gegeben. Das “B&B” in dem wir diesmal zwei Nächte bleiben, weil der Alfred übersehen hat, daß der Mai eindunddreißig Tage hat, neben dem Bahnhof gelegen, war dann aber nicht so leicht zu finden.

Am Abend ein paar Drinks am Rhein genommen, war sehr idyllisch und am Donnerstag sind wir zuerst zum Dom marschiert, dann einen Capucchino im Cafe Extrablatt, ein bißchen “Hugeldubel-Schauen” und ein mexikanisches Mittagessen.

Nach dem letzten Frühstück ist es dann mit dem Zug wieder zurück nach Wien gegangen. War ein toller Urlaub, bei tollen Wetter könnte man so sagen, obwohl ich Anfangs wegen der vierhundert Kilometer, die wir da in vierzehn Tagen mit dem Rad zurückgelegt haben etwas skeptisch war. Ist aber gut gegangen, die Kondition wieder da und ein tolles Buch– und Weinerlebnis war es auch und jetzt fängt der Alltag und das Schreiben wieder an.

In der Schneewittchen-Stadt

Als wir vor ein paar Wochen in Leipzig waren, hat mir Andreas ein Fotobuch bezeigt, in dem Bilder von seiner Radtour waren, die er im Vorjahr offenbar mit seiner Familie machte und da ist Lohr am Main vorgekommen und es gab verschiedene Schneewittchenskulpturen und Bilder zu sehen. Und als ich dann noch mitbekam, daß wir bei unserer Main-Radfahrt auch dorthin kommen, war ich sehr gespannt und habe mir eine Art Schneewittchenmuseum, wie das Karikaturmusem in Krems vorgestellt, wo ich im Shop ein passendes Geschenk für den vierten Geburtstag der kleinen Lia kaufen kann.

Dann sind wir ungefähr in der Mitte unserer Reise, die bisher trotz einiger Erschöpfungsmomente und Verspannungen gut mit vielen Bücherfunden und Weinerlebnissen, gut verlaufen ist, von Karlstadt die dreißig Kilometer dorthin geradelt. In einer kleinen Stadt durch die wir durchgekommen sind, gab es vor einem Papiergeschäft zwei Kisten zur freien Entnahme. In einer lagen Schulkalender, in der anderen bunte Maske, die man vor den sterilen FFP2-Masken tragen mußte und da hat es eine kleine mit Eulen und eine andere bunte gegeben, die ich für die Anna als Erinnerungsgack mitgenommen habe.

Weinhaus Mehling in Lohr am Main

Vor zwölf haben wir die Lohrer Altstadt erreicht, in einem Gastgarten Mittag gegessen. Ich Rostbratwürstl mit Sauerkraut, der Alfred Käsespätzle gegessen und dabei drei ältere Herren beobachtet, die von der Semper-Oper schwärmten, Schinken im Brotteig aßen und dazu einen Silvaner oder Bier tranken.

Dann sind sie mit ihren E-Byces weitergefahren und wir zum Hotel Bundschuh gegangen, ein, wie im Führer stand, anderes Hotel mit einem bunten Schuhdesign, das man am Haus, an den Wandbildern und Tapeten bewundern kann. Und wo ich eine Toruistenbroschüre “Es war einmal… Schneewittchen eine Lohrerin”, bekam, auf dem am Cover ein schönes Mädchen in einem blauen Kleid, langen Haaren und einen Apfel zu sehen war.

“Ein Büchlein aus Lohr zum Träumen, entdecken und immer wieder lesen” in dem ich, während der Mittagspause entdeckte, daß es ein einen “Schneewittchenwanderweg”, eine “Schneewittchenrallye” und die Lohrer Annahme gibt, daß Schneewittchen, daß ja aus der Volksmärchensammlung der Gebrüder Grimm stammt, am 19. Juli 1725 im Lohrer Schloss, als Tochter des Freiheit Philipp Christoph von Ertal auf die Welt kam und die eine Stiefmutter hatte, der er zur Hochzeit offenbar den berühmten Spiegel schenkte und die, das Freifräulein Maria Sophia Margareta Catharina dann über die berühmten sieben Berge jagte, die man auf den fünfunddreißig Kilometer langen Wanderweg auch entdecken kann und die Zwerge, die im Ort überall als Pappfiguren aufgestellt sind, waren kleinwüchsige Menschen, die es im achtzehnten Jahrhundert in Lohr gegeben hat, die, als Bergarbeiter tätig waren und offenbar auch Kapuzzen trugen.

Im Hotel Bundschuh

Das wäre also, behauptet das Büchlein, die Geschichte oder der Urspurng des Märchens, das 1986 dem Lohrer Apotheker und Historiker Dr. Karlheinz Bartels, unterstützt von seiner Stammtischrunde, eingefallen ist.

“Und wers nicht glaubt, zahlt einen Taler”, denn die Brüder Grimm stammten aus Hanau, in das wir im Lauf unserer Reise auch kommen werden, “wo sie sicherlich von den Lohrer Begebenheit gehört haben”, wo auch der Glassarg und die eisernen Pantoffeln auf die Glasmanikatur und Eisenhämmer im früheren Spessart hinweisen und Lohr hatte seine Touristenattraktion.

Nicht nur die aufgestellten Pappzweige, sondern auch verschiedenen Skulpturen und Bilder, die man in der Stadt sehen kann.

So sitzt ein modernes weißes Schneewittchen auf einer Bank neben dem man sich fotografieren lassen kann.

Am Spielplatz gibt es ein Zwergenhäuschen und am Schloßplatz, wo es heute das “Spessartmuseum” gibt, wo es auch den berühmten Spiegel zu besichtigen gibt, erscheint an bestimmten Sonntag, das Schneewittchen mit einem Korb und verteilt Äpfel an die Passanten oder liest den Kindern, das Märchen vor.

Man kann das Schneewittchen auch buchen oder, wenn das zu aufwändig ist, die Räselralley machen. Nämlich zu den in der Stadt verteilten sieben Zwergenmützen gehen und die darunter versteckten Fragen auflösen. Die Kinder können sich in der Touristeninfo ein Malbüchlein holen und in dem erwähnten Prospekt, ist sowohl das Märchen zu lesen, als auch die verschiedenen Attraktionen und Angebote, wie der Wanderweg und die Ralley, beschrieben und so bin ich mit dem Alfred auch auf den Spuren Schneewittchens durch die Stadt gegangen, habe sowohl den Bücherschrank, in dem eine Annie Erneux lag, von der ich noch nichts gelesen habe, entdeckt, der aber gar nicht so leicht zu betreten war, weil er von Jugendlichen umringt war, die ihn zum Fußballspielen benützen, als auch die Mützen gefunden und eine Ansichtskarten vom “Märchenhaften Lohr am Main mit dem Schneewittchen, dem Schloß und den sieben Zwergenmützen, kann man auch nach Hause schicken.

Bierkeller und Weinstuben in Franken

Als wir mit dem Zug von Nürnberg nach Bamberg gefahren sind, haben wir sehr viele Angeheiterte, die fast vor dem Klo eingewchlafen sind, gesehen. Gute Stimmung, denn es war ja Feiertag. Christi Himmelfahrt oder Vatertag oder vielleicht beides, je nachdem und die extravertierte Frau, die nach Schweinfurth wollte, um dort mit Thüringer Bratwürsten ihren Geburtstag zu feiern und ein freundlicher Passant haben uns, als ich fragte, wo wir in Bamberg essen könnten, auf die vielen Bierkeller oder Biergärten, die es in Bamberg gibt, hingewiesen.

Die haben wir dann nicht gefunden oder hatten schon oder noch geschlossen oder Mittagspause, weil zu wenig Personal. Aber als wir um vier dann doch etwas zu Essen gefunden war, waren wir in einem Lokal, wo die Gäste neben uns fünf kleine Biergläser auf einen Brett stehen hatten und abwechselnd daraus tranken.

Das war die Bierprobe, die ich dem Bier trinkenden Alfred auch empfohlen habe, er aber nicht genommen hat.

Dafür sind wir am Rückweg in das Bierhaus gegangen, in dem wir schon am Hinweg essen wollten. Gute Stimmung, große Gruppen mit vollen Biergläsern. Der Alfred hat für mich ein Glas Weißwein geholt, etwas anders hat es dort offenbar nicht gegeben. Iin dem Lokal davor bin ich unter Frankenweine schon auf den Rotling aufmerksam geworden. Eine Spezialität von hier, offenbar eine Mischung zwischen weißen und roten Trauben. Dann sind wir nach Hassfurt weitergahren, wo der Alfred während des Spaziergangs, als ich meinen Mittagschlaf machte, zwei Weinstuben gefunden hat. Die eine war wegen Urlaubs geschlossen.

Man merkt den Pandemie- oder anderswert bedingten Personalmangel. Die andere war auch ein Geschäft, das nach achtzehn Uhr aber keinen Wein mehr verkaufte und alles, auch eine Spezialität von hier, reserviert. Im Oberstock aber an einem Vierertisch noch zwei Plätze frei. Der Chef hats erlaubt, daß wir uns dazusetzte und das Paar, das offenbar regelmäßig aus Schweinsfurth herkommt und mit dem wir uns sehr intensiv über den Neusiedlersee, Corona und anderes unterhalten haben, hat sich sehr gefreut und eine große Wein und Speisekarte, hat es auch gegeben und eine Kellnerin, die regelmäßig nachfragte, ob alles in Ordnung sei?

Ich habe mich unter die roten Frankenweine umgesehen und einen “Domina” getrunken zuerst ein großes, dann ein kleines Glas und das Kaffee in dem wir am nächsten Tag auf den Weg nach Schweinsfurth Halt machten, hat Frankenschorle, so heißt hier der Gespritze angeboten angeboten.

“Ist das weiß?”, habe ich gefragt und dann eine rote Variante bekommen. Am Abend in eine Brauerei, die draußen Tische hatte. Auch alles reserviert. Schon am Nachmittag, um die Leute während der personalbedingten Mittagspause fernzuhalten und dann auch am Abend. Man konnte sich aber problemlos hinsetzen und die Kellnerinnen, junge Frauen, waren sehr freundlich und haben mit den auch schon angeheiterten Gästen fast geschäkert.

Ich habe, glaube ich ein Glas “Schwarzriesling” getrunken und in Volkach sind wir am Sonntag nach dem wir von der verschlossen Kirche die Weinberge hinuntergefahren waren, auf der Haupstraße zwschen verschiedenen Weinstuben und Weingütern vorbeigekommen.

Das angeblich “Schönste Buchcafe der Welt”, das bunte Tische und Sessel auf der Straßestehen hatte, aber verschlossen war, haben wir auch gesehen und uns beim Weingut Martin auf einen hohen Tisch gesetzt, wo ich zuerst einen Grantapflesecco, so heißt hier der Sekt, getrunken habe und dann eine Zehnerweinprobe bestellt. Das war zehnmal 0,025. Der freundliche Wirt hat einen Zettel gebracht, wo man sich aus der Karte die Sorten aussuchen konnte. Fünf Mal rot, fünf mal weiß, denn ich bin ja eine Rotweintrinkerin.

Die Leute um uns herum, haben fast alle WWeißweingläser in der Hand gehalten. “Weiß. oder Grauburgunder” und “Riesling” glaube ich.

So hat sich auch der Alfred fünf solche Sorten ausgewählt und ich habe wieder mit dem Rotling, der wie ein Rose aussieht, begonnen, dann “Domina” und “Schwarzriesling”. Ein Barrique war auch dabei und der freundliche Wirt hat uns alles aufgeschrieben, als er zweimal fünf Gläser brachte und die Reihenfolge vorgeschlagen.

Allerdings zuerst die Weißvariante für den Alfred. Nach einer Pause sind die Rotweingläser drangekommen. Inzwischen haben sich zweimal zwei Leute an unseren Sechsertisch, zwei Paare gesetzt, mit denen wir uns auch gut unterhalten und interessanterweise über den Neusiedlersee geplaudert haben, die auch Weißwein bestellten. Ein Fußballspiel hat es auch gegeben, so daß wir gleich die Resultate mitgeteilt bekamen, über sie sich alle freuten.

Dann ist es mit dem fränkischen Weintrinken weiter gegangen. Immer zu Mittag ein Glas oder wenn es gab einen Hugo und in Würzburg an der alten Mainbrücke gibt es auch einen Weinausschank. Man kauft sich ein Glas, zahlt fünf Euro Pfand für das Glas und stellt sich dann damit irgendwo hin. Irgendwo gibt es auch Bänke. da habe ich mich mit meinen roten Cuve, der Alfred hatte einen Weißen, hingestellt. Vis a vis stellte ein Musiker aus Spanien gerade seine Geräte auf und sang dann ein paar Lieder bis zuerst die Polizei und später die Sevurity kam, um ihn zu vertreiben. Das Weinglas durfte man auch nicht auf den Brückenrand stellen, aber sonst war es idyllisch schön, obwohl ein wenig kalt und winidig. Die Brücke mit den Weintrinkern aber gut besucht.

Um den Bodensee mit Ruth und Alfred

Konstanz

Konstanz

Imperia in Konstanz

Imperia in Konstanz

Vor zehn Jahren sind wir ja mit Ruth Aspöcks Radkarawane, die damals mit ihrem Verlag “Die Donau hinunter” in Pension gegangen ist, von Ybbs nach Regensburg geradelt.

Sie hat das von Wien nach Bamberg gemacht und jeden Abend hat es eine Lesung aus einem ihrer Verlagsbücher gegeben. Ich habe die “Donauanthologien” in Vielshofen, das ist ein Örtchen zwischen Passau und Deggendorf, vorgestellt.

Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Robert Eglhofer sind mitgefahren, Margot Koller, Irene Wondratsch und und und die Reise war so ein Erfolg, daß wir sie zu Ruths siebzigsten Geburtstag wiederholen, beziehunsweise sie zu einer solchen einladen wollten.

Aber, statt, um noch einmal die Donau hinauf oder hinunter zu radeln, ist uns diesmal der Bodensee eingefallen und so sind wir am vorigen Samstag  weggefahren.

Zuerst mit den Rädern, der Alfred und ich haben ja Klappräder, die Ruth ein mormales Rad, vom Hauptbahnhof mit dem Zug nach Bregenz, wo wir auch übernachtet haben und dann sind wir am nächsten Tag, weil es geregnet hat, zuerst ein Stück mit dem Schiff nach Lindau gefahren.

Rheinfall

Rheinfall

Rheinfall

Rheinfall

Dort sind wir herumspaziert und dann, was mir sehr gefallen hat, in einer Paul Klee-Ausstellung gelandet und am Nachmittag, sind wir  weil das Wetter etwas besser war, doch losgeradelt.

Über Wasserburg, Kressbronn, Langenargen bis nach Friedrichshafen, wo wir in einem schönen fahrradfreundlichen Gasthaus übernachteten, das gleich neben einem Fahrradgeschäft lag, das wir gut gebrauchen konnte, denn der Alfred hatte sich einen Nagel eingefahren, die Ruth keine Luft im Hinterrad und geregnet hat es auch, so daß der abendliche Stadtspaziergang ein bißchen ungemütlich war.

Am nächsten Tag sind wir aber weitergefahren, zuerst nach Meersburg zum Mittagessen, wo es schon die schwäbischen Maultaschen gab und dann über Überlingen nach Sipplingen, wo wir in einem schönen, etwas abgelegenen Landgasthaus, übernachteten.

Rheinfall

Rheinfall

Gottlieben

Gottlieben

Von Überlingen bis Sipplingen hat es ununderbrochen geregnet, so daß wir ziemlich tropfend in dem Gasthaus ankamen und den Wimpel von der Donauradkarawane, den ich mir als Erinnerung mitgenommen und um das Rad gebunden habe, habe ich auch verloren. Zum Glück am nächsten Tag aber wiedergefunden, wo das Wetter besser war, so daß wir zuerst in Überlingen spazierengehen konnten und dann mit dem Schiff, um die Rundfahrt ein wenig abzukürzen, nach Wallhausen hinüberfuhren und von dort nach denm Mittagessen, Flammkuchen, nach Konstanz weiterradelten.

Und Literarisch, das kann ich gleich erwähnen, ist das auch ein bißchen gewesen, denn ich habe mir ja, wie bei mir üblich, für meine Reise, ein paar “Bodensee typische” Bücher eingepackt und das ist für die hier beschriebene Strecke sicherlich  Martin Walser, der ja in Wasserburg geboren wurde und heute, glaube ich, in Überlingen oder in Nussdorf lebt und der feierte im März auch seinen neunzigsten Geburtstag, so daß es ein diesbezügliches “Spiegel-Sonderheft” gibt, das die Ruth in Konstanz besorgte.

Paul Skrepek

Paul Skrepek

Wolfgang Vincenz Wizlsperger

Wolfgang Vincenz Wizlsperger

Die nächsten Tage haben wir in Konstanz, dem deutschen Städtchen an der Schweizer Grenze geschlafen und sind von dort mit dem Schiff am Rehin gefahren. Dabei haben wir ständig die Grezne zwischen der Schweiz und Deutschland gewechselt und den berühmten Reinfall in Schaffhausen haben wir auch besucht, beziehungsweise erklettert.

Das war am Mittwoch. Am Donnerstag sind wir mit dem Schiff nach Stein am Rhein gefahren und auf der Rückfahrt schon eine Station früher ausgestiegen, weil es in Gottlieben eine schöne Konditorei mit den berühmten Hohlhippen gibt, die wir schon am Dienstag mit dem Rad besuchten.

Also noch einmal heiße Schokolade und die gefüllten Waffelröllchen und  ein paar Weinstuben haben wir an den Abenden auch besucht.

Am Freitag sind wir dann wieder mit dem Rad gefahren, nämlich in das berühmte Stätchen Rorschach von dem ich noch immer noch weiß, ob der “Rorschachtest” von dort kommt oder von einem Herrn Rorschach “erfunden” wurde. Wir haben dort aber einen offenen Bücherschrank gefunden und den Abend zur Abwechslung in einer Bierbrauerei verbracht und am Samstag wurde es dann noch literarischer.

Denn da gab es zuerst Frühstück im Hotel Mozart, dann haben wir uns mit Erika Kronabitter getroffen, die uns von dort abholte und mit uns zurück nach Bregenz geradelt ist.

Der ihr Buch, “La Laguna” das mir in Leipzig die Frau Cvancara gegeben hat, habe ich schon auf der Herfahrt gelesen und sie hat uns auch gleich auf eine Idee für die Abendgestaltung gebracht.#

Heinz Ditsch

Heinz Ditsch

Antonio Fian

Antonio Fian

Denn ich wollte ja gerne etwas Literarisches erleben, ein Vorarberger Autor wäre ja vielleicht gut, die ich den Michael Köhlmeier, der letzte Woche in der “Alten Schmiede” gelesen hat, ja versäumte und von einer eigenen Lesung haben wir auch einmal gesprochen, aber die Erika Kronabitter, die in Feldkirch ja eine Literaturschiene im Theater am Saumarkt betreut, erzählte uns von einer Antonio Fian und Kollegium Kalksburg-Veranstaltung, die es am Freitag in Feldkirch und am Samstag im Bregenzer Wald gegeben hat.

Also sind wir zum “Kultur-Bahnhof” nach Andelsbuch gefahren und haben uns Wienerisches übers Saufen und die Sozialdemokratie angehört, was ja auch insofern aktuell war, weil es ja in Österreich, während wir so friedlich den Bodensee entlangradelten, einige politische Veränderungen und Regierungsumbildungen gab oder noch geben wird.

Den Sonntag haben wir dann auch mit der Erika und ihrem Mann Hubert verbracht, die uns zuerst in der Bregenzer Oberstadt, es war der Muttertag, herumführten.

Wir sind auf den Martinsturm hinaufgefklettert, haben uns ihre schöne Wohnung mit Blick auf den Bodensee angeschaut und sind am Nachmittag mit der Erika sogar nach Vaduz nach Lichtenstein ins dortige Kunsthaus gefahren, weil die sich dort mit ihrer Tochter traf, während Ruth und Alfred in einer Ausstellung waren und ich den dortigen Bücherschrank inspizierte, wo ich prompt ein Buch über Maria Theresia fand.

In Feldkirch, wo ja 2008, die “Mittleren” stattfanden, weil man mich die nicht mehr im Wiener Literaturhaus machen ließ, gibt es auch einen offenen Bücherschrank und dort habe ich dann von Martin Walser den “springenden Brunnen” gefunden, bin aber nicht ganz sicher, ob ich das Buch nicht vielleicht schon in meinen Regalen habe.

Heute sind wir dann in Höchst gewesen, wo es Dörrobst und Schnäpse gibt und dann im Schlosscafe Fenkart zum Schokoladegenuß in Hohenems. Dort gibt es Schokoladen mit den Trockenfrüchten aus Höchst. Wir  haben eingekauft und Kaffee getrunken und von Michael Köhlmeier, der ja, glaube ich, auch in Hohenems lebt, hatte ich inzwischen  “Die zwei Herren am Strand” gelesen, die zwar hauptsächlich in Amerika spielen, wo sich Churchill und Chaplin getroffen haben sollen, für mich aber auch meine “Vorarlberger-Reiselektüre” waren und dann ist schon wieder mit dem Zug zurückgegangen und ich kann nur sagen die Bodenseerundfahrt war sowohl landschaftlich, als auch kulinarisch, sowie literarisch interessant.

ich habe wieder viele Bücher und Inspirationen mit nach Hause gebracht, Dörrobst für das Müsli und Schokolade für die Anna und Arno Geigers “Uns geht es gut”, das Buchpreisbuch von 2005, habe ich auf der Rückreise auch zu lesen begonnen und mit der Ruth, der es, glaube ich, auch sehr gut gefallen hat, ausgemacht, in der Zeit, in der der Alfred mit dem Karl in Amerika ist, in Wien auf literarische Entdeckungsreise zu gehen und hier den literarischen Raum zu erforschen.