Buch zehn des dBps, jetzt ist schon Halbzeit, Angelika Overaths Unschärfen der Liebe” ist ein Roadmovie mit einem verwirrenden Ende, obwohl das Buch eigentlich sehr ruhig ist, die Reise von Baran Anatol Chronas von Chur nach Istanbul geht, die viele Stationen hat und einige Tage dauert.
Baran Anatol Chronas ist der Sohn von griechisch türkischen Eltern , als Gastarbeiter in Deutschland aufgewachsen. Jetzt lebt er schon einige Jahre mit seinen Freund Cla, einem Schweizer, in Istanbul und hat mit ihm dessen Ex-Frau Alva besucht. Cla ist früher zurückgeflogen und Baran kommt nun mit dem Zug nach.
Alva und die kleine Tochter Florinda begleiten ihn zum Zug und während der Fahrt hat Baras viel zu denken, denn nichts ist mehr wie es war. So beginnt, glaube ich, das Buch “Als Baras Anatol Chronas an einem Herbstmorgen in Chur einen Zweitklassewagen der schweizerischen Bundesbahnen bestieg, wußte er, daß ihm keine gute Ankunft bevorstand”
Die Beziehung zu Cla ist brüchig. Er hat ihn betrogen. Jetzt hat Baras ein Verhältnis zu Alva angefangen und während der Fahrt, denkt er viel vor sich hin. Man kann das Buch, ein Roadmovie nennen. Es gibt Landschaftsbeschreibungen, die Reisegefährten werden beschrieben. Baras geht in den Speisewagen, trinkt ein Bier, stiegt um, schläft zweimal in den Zügen , einmal im Hotel. Hat auch eine längere Unterbrechung in Sofia, denn die Reise geht von “Chur nach Sargans”, von “Sargans nach Landeck”, von “Landeck nach Graz” und so weiter uns so fort, von Kroatien, nach Belgrad, nach Sofia, wie schon beschrieben und die einzelnen Kapitel tragen auch diese Überschriften.Am Beginn des Buches kann kann auch den Fahrplan sehen.
Als er schon in Istanbul angekommen ist, von Cla auch ein SMS bekommt, daß er ihn mit dem Abendessen erwartet, wird es dann spannend, denn während er noch resumiert in die Schweiz zurückzukehren, als Kellner oder Übersetzter, denn der Gastarbeitersohn scheint auch eine Art Minderwertigkeitskomplex zu haben, bei Alva zu leben, gerät er in ein Erdbeben. Dann hat er eine Vision, wo er Cla tot in seinem Zmmer findet und der Koffer des Großvaters, den er immer mit sich führt, spielt in dem Buch auch eine Rolle, denn “Mit einem Ton, wie wenn man Metall reißt, kam der Zug zum Stehen. Baran griff nach seinem Koffer. Die automatischen Türen standen offen, und er war gerade dabei auszusteigen, als das große Beben begann.”
So endet das Buch, das mir eigentlich gefallen hat, obwohl ich auch kritische Rezensionen darüber gehört habe. Ein Roadmovie, wo Baras, der Gastarbeitersohn über sein Leben, die Kultur, die Gesellschaft, etcetera, nachdenkt. Bei drei Tagen unterwegs, eine Reise die eigentlich dreißig Stunden dauert, wie an anderer Stelle steht, hat man wohl Zeit dazu. Am Schluß wird es etwas unrealistisch, während ich das Buch bis dahin eher ruhig und refektierend empfunden habe.
Angelika Overath wurde 1957 in Karlsruhe geboren, lebt in Graubünden und hat, glaube ich, in “Ein Winter in Istanbul” schon ein Buch über Baras und Cla geschrieben.