Will ich einen Roman schreiben?

Natürlich und habe das seit cirka fünfzig Jahren auch schon mehrmals getan. Nach außen nicht sehr erfolgreich, ich weiß und der liebe Uli wird mir das auch gleich schreiben.

Aber “Die Hierachien” sind Anfang Neunzig in der “Edition Wortbrücke” erschienen, das andere war dann selbstgemacht.

An die sechzig selbstgemacht Bücher, wie ich immer schreibe. Nicht alles Romane, ich weiß, zwei Erzählbände, drei Literaturgeflüster-Bücher” und dann auch noch einige Novellen und längere Erzählungen oder Krzromane. Ich werde immer kürzer und das Corona-Fieber hat mich vor drei Jahren auch gepackt, so daß da auch zwölf Bücher entstanden sind.

Am zwanzigsten April, das habe ich auch schon geschrieben, ist mein Computer eingegangen. Da konnte ich, die ich gerade den “Ukraine-Blues” korrigierte, jetzt fast zwei Monate nicht weiterkorrigieren und “Die drei Frauen”,, die jetzt beim Alfi liegen und noch ein Cover brauchen, müssen auch erst fertig werden.

eine vage Idee für was Neues gibt es auch schon. Ich glaube, das habe ich schon geschrieben und ein paar Szeneentwürfe in mein Notizbuch aufnotiert, war aber in den letzten zwei Monaten in Leipzig, habe fünfzig Jahre GAV gefeiert und dann das “Gstöttmaier-Buch” fertig korrigiert, so daß ich nicht sehr zum Neuplanen gekommen bin und da hat mich jetzt Jurenka Jurk mit ihrer “Romanschule” wieder zu einem kostenosen Webinar eingeladen in dem sie ihren “Romanfahrplan” vorstellte.

Diesmal ganze vier Stunden zum Thema “Hilfe, ich will einen Roman schreiben”

Da sie, glaube ich, die These vertritt, daß die meisten Romane nicht fertig werden, weil es den Leuten am Handwerk fehlt. Deshalb gibt es ihren “Romanfahrplan” mit den acht Stufen, der Ideenfindung, der Figurenplanung, sie meint daß die Figuren das Herzstück der Romanplanung ist. Dann kommt die “Heldenreise”.

Da kam es vor kurzem auch ein Webinar, wo es um das starke Ziel ging, das man für die Romanplanung braucht. Daraus ist dann die Idee zum “Ukraine blues” gekommen. Ein sehr kurzer Roman oder eine längere Erzählung mit der ich eigentlich gar nicht so zufrieden bin. Ist ja ein heikles Thema, weil man gleich als Volksfeind gilt, wenn man sagt, man ist für den Frieden und gegen Waffenlieferungen.

Aber der Text ist fertiggeworden. Zugegeben nur achtundvierzig Rohtextseiten und meine Texte werden eigentlich alle fertig. Dann korrigiere ich sie nach der “Szenenplanung” und dem “Losschreiben”, was bei Jurenka Jurk nur einen eher kleinen Raum einnimmt, kommt dann die “Überarbeitung”,.

Das mache derzeit beim “Ukraine-Blues”. Wenn ich damit fertig bin, entwerfe ich den Beschreibungstext und übergebe das Ganze dem Alfred, der es Druckereifertig macht und wenn das soweit ist, mache ich eine Vorschau mit drei Gewinnspielfragen und wenn das Buch erschienen ist, gibt es noch einen Promotionsartikel mit der Einladung zu einer Lesereunde und auf meiner Website ist das Ganze dann nochmal mit einem Probekapitel zu finden.

So weit so what. In Jurenka Jurks zweijährigern Romankurs gibt es noch einen Expose- und Marketingkurs, der das vielleicht erfasst und das war es dann bei mir.

Damit ist es dann erledigt. Das heißt bei der “Poet Night” oder bei anderen Lesungen trage ich ein Stückchen daraus vor und das war es dann und ich fange das nächste Projekt an.

So weit wäre ich mit Jurenka Jurk d´ accord, nur daß meine Texte fertig werden und es das Buch fünzig Mal in gedruckter Form gibt. Bei dem vier Stunden Webinar ging es zuerst sehr intensiv, um die Frage, warum man schreiben will?

Das ist für mich eigentlich klar. Um mich selbst zu verwirklichen, meine Meinung ausdzudrucken und die vielleicht für dieNachwelt zu archivieren. Es ging auch um die Frage, was den Hobbyautor vom richtigen Autor unterscheidet und betonte Jureka Jurk das Ziel, den Plan und auch die Bereitschaft an sich zu arbeiten und sich das Handwerkszeug anzueignen.

Ein Zeitmanagement habe ich nach fünfzig Jahren schreiben eigentlich auch schon. Ich beginne mit einer Idee. Bei dem letzten “Heldenreise-Webinar” habe ich mir die Idee zum “Ukraine Blues” mitgenommen und bei dem fünftägigen Jahresanfang Webinar die zu den “Drei Frauen”.

Jetzt hätte ich die von der Frau mit der dementen Großmutter, deren Freund verstorben ist und die nun dessen Doppelgänger sieht. Das habe ich mir vor ein paar Monaten aufgeschrieben und mußte es mir heute erst wieder ins Gedächtnis rufen. Also nur eine sehr vage Idee. Ich muß aber ohnehin noch mit zwei anderen Büchern fertig werden und Jurenka Jurk ist in den vier Stunden im Schnellverfahren ihren ganzen “Romanfahrplan” mit Übungen durchgegangen. Also konnte man was die “Figurenplanung” betrifft den anderen mitteilen, was die Stärken und die Schwächen der Hauptfigur wäre und interessant war dabei auch, daß Jurenka Jurk, obwohl sie immer vom autobiografischen Schreiben warnt oder sich mit diesen in ihren Kurs nicht einlassen will, daß man selbst die stärkste Figur sei.

Nun ja, könnte man so sehen, denn es ist ja alles autobiografisch und alles gleichzeitig nicht, wie ich ja einmal meiner zweiten Kritikerin JuSophie so mitteilte.

Dann gab es eine Übung zur “Heldenreise”, also zum starken Ziel. Denn die “Heldenreise” beginnt ja damit, daß die Figur ihre vertraute Ummgebung verläßt und in neuen Gefilde aufbricht. Das braucht eine starke Fallhöhe. Da ist bei mir ,zugegben immer etwas vage ausgedrückt.

Aber meine Romane werden fertig. Was ich dann bräuchte wäre das Feedback und die Anerkennung von außen und das war dann schon die Abschlußfrage, was man braucht um seine ziele zu erreichen? Und meinte damit höchstwahrscheinlich das Handwerkzeug. Da fehlt mir wahrscheinlich sicher auch noch einiges und es wäre auch die Frage, was sich bei meinem Schreiben ändern würde, wenn ich mich auf den Kurs einlassen würde?

Wieviel besser mein Roman dann wäre, kann ich ich jetzt nicht sagen. Um einiges sicher, ob ich aber damit einen Verlag finde, zum “Bachmann-Preislesen” eingeladen werde oder auf die “Buchpreislisten” ,komme wäre sehr die Frage.

Eigentlich genügen mir schon eine Handvoll Leser, die mir Kommentare schreiben und vielleicht einen Verlag ,der mich herausbringt, obwohl die schreibe ich schon lange nicht an. Ein etwas größerer Bekanntheitsgrad wäre also gut und ich kompensiere, das, was ich nicht habe, durch Artikel wie diesen, meine Schreibberichte, etcetera.

Jurenka Jurk erwähnte noch die Wichtigkeit von Gleichgesinnten und inzwischen bestehen ihre Kurse aus sechs Teilnehmer, wo man voneinander lernen kann. Das ist sicher wichtig und man lernt bestimmt viel von den anderen. Aber ich interessiere mich schon sehr lange für das Schreiben und seit es die Webinare im Netz oder die Gratisseminare des Writerseminars, gibt habe ich viel gelernt und natürlich ist es die Frage, mit der ich mich schon 2009 beschäftigt habe, ob man Schreibschulen braucht selber lernen kann?

Natürlich kann man das. Nach fünfzig Jahre schreiben habe ich schon soviel gelernt, daß meine Sachen fertig werden und jetzt im Bücherregal in derKrongasse lagern. Mit einer Schreibschule, der “Roman “Ausbildung zum Romanautor”, dem “Writersstudio”, der “Hochschule für Sprachkunst” oder dem “Literaturinstitut in Leipzig” geht das natürlich schneller und das war auch eine Frage eines Teilnehmers, ob man die zweijährige nicht so billige Romanschule braucht?

Man kann es natürlich selber lernen, denke ich und die Gratiswebinare sind auch sehr sehr intensiv. Sie geben Anregungen. Den Rest muß man dann selber machen und da hat sich in den letzten Jahren viel geändert. Denn das Netz ist voll von Anregungen.

Wer schreiben will, kann es tun und lernen. Seine bücher dann auch selbst herausgeben bei “Amazon” oder so wie ich. An den Lesern, fürchte ich, wird es dann vielleicht hapern. Denn es schreiben immer mehr Leute. Sie lesen dafür weniger. Ich tue beides und so habe ich in meinem jubiläumsjahr in dem vier Stundenkurs wieder viel gelernt und bin gespannt auf mein neues Werk, obwohl ich da auch ein bißchen skeptisch bin. Denn ich habe schon sehr viel geschrieben. Sechzig Bücher muß mir erst einer nachmachen. Fürhle mich auch ein wenig ausgeschrieben und denke es sollte vielleicht das gesehen werden, was ich schon habe. Aber da habe ich bei den fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster-Feiern” noch einges vor, seien wir gespannt.

Zeitschriftenpräsentation und Romanideeabklopfwebinar

Im Literaturhaus begann das neue Jahr mit einer Präsentation der Halbjahrzeitschrift des österreichischen Schriftstellerverbandes, sowie mit einer Moderation des neuen Progarammgestalters Daniel Terkls, den ich schon von der “Alten Schmiede” kenne, der dort früher tätig war, weil sich Barbara Zwiefelhofer, glaube ich, in die Onlinegestaltung zurückgezogen hat.

Eine weitere Neuerung gab es auch, hat doch der Schriftstellerverband einen neuen Präsidenten, nämlich Christian Teissl, den ich im November bei einer Lesung hörte und der, glaube ich, auch beim Skriptorium in Seitenstetten mitmachte.

Sehr viele Premieren also im neuen Jahr, die ich per Stream verfolge, weil eine Stunde, sowie auch das “Romanideeabklopfwebinar” der Jurenka Jurk, das ich nicht versäumen wollte, obwohl meine Romanidee der “Drei Frauen” wächst und blüht und ich inzwischen schon bei acht Szenen, vierundzwanzig Seiten und 10 166 Worten angelangt bin.

Nach Daniel Terkls Einleitung ergriff Christian Teissl das Wort und stellte die neue Publikation vor und erzählte, daß viele steirische Autoren in dem Text enthalten sind und die Halbjahrschrift auch einen grünen Einband hat. Einen Themenschwerpunkt gibt es auch und zwar das Thema “Aufräumen”, was ja auch recht vielseitig klingt.

Einen Werkstattteil gibt es in den Band auch, die Liste der neuaufgenommenen Mitglieder, eine “In Memorian-Seite” und viele Rezensionen von den Mitgliedern über die Bücher der Mitglieder, von denen, glaube ich, auch Doris Kloimstein immer wieder welche schreibt.

Die in Eichgraben lebende, 1940 geborene Elfriede Bruckmeier begann die Lesung mit ihren Aufräumtext “Der letzte Koffer”, der von einem Witwer handelt, der Ordnung machen muß, bevor er zum Sterben ins Krankenhaus geht. Dann gab es noch eine etwas heitere Geschichte von einem alten Mann und seinen vierundzwanzig Stunden Betreuerinnen, der nach einem Spitalsaufenthalt nicht mehr aufstehen will, sich von ihren Singen aber bekehren läßt und am Schluß noch eine von einer Jägerin.

Dann kam Dietmar Grieser, der neben vielen Büchern auch eines über die Ukraine geschrieben hat, das von Elfriede Bruckmeier rezensiert wurde. Der 1934 Geborene, der seit 1981 Mitglied des Schriftstellerverbandes ist, hat auch einen Themenbeitrag namens “Materalisierte Erinnerungen” geschrieben, der von den Größen handelt, über die er wahrscheinlich seine Bücher geschrieben hat und die er nicht ausmisten will.

Dann kam meine liebe Freundin Erika Kronabitter, die wie Christian Teissl erinnerte, von Vorarlberg .

nach Wien pendelt, den Feldkircher Lyrikpreis organisiert und jetzt auch die “Podium-Portrait Reihe” betreut und überhaupt sehr vielseitig ist, GAV Mitglied und noch vieles andere und in Hartberg, also in der Steiermark, ist sie 1959 auch geboren. “Aufräumen” ist, wie sie Christian Teissl sagte, ihr Lebensthema und ihr Text heißt auch so.

Dann ist glaube ich noch Nicole Makarewicz an die Reihe gekommen, ich bin aber in das Zoom-Seminar geswitcht, wo auch Jurenka Jurk, glaube ich, zu spät gekommen ist, die dann wissen wollte, wer von den mehr als zweihundert Webinarteilnehmern, noch nie an einen solchen teilgenommen hat?

Ich klopfe meine Idee aber, glaube ich, schon zum dritten Mal ab, welche Texte da an der Reihe waren, weiß ich nicht mehr, kann man aber sicher nachlesen.

Im Vorjahr war das Seminar mit Schreibübungen kostenpflichtig und diesmal habe ich schon einiges mitgebracht, weil meine Idee in den letzten Tagen bereits ziemlich konkret geworden ist. Trotzdem bin ich ja sehr begierig immer was zu lernen und die Webinarinhalte waren auch zu schauen, wie konkret eine Idee sein muß, daß man ein ganzes Buch darüber schreiben kann?

Ich schreibe da ja immer sehr spontan los, finde irgendwo, die Ausgangsidee und hantle mich dann von Szene zur Szene zur fertigen Handlung durch.

Beim “Sozialen Kreditsystem” war das etwas schwierig. Da bin ich nach einer Beobachtung in der Konditorei Aida zu schnell eingestiegen, bin dann aber doch fertig geworden, wenn das Ganze auch ein bißchen Collageartig ist.

Und wenn ich keine Idee habe, gehe ich zu meinen Bücherregalen, schnappe ein Buch und suche mir dann einen Satz oder ein Wort daraus, so habe ich das mit der “Bierdose oder dem Dosenbier” gemacht, die in den “Berührungen” vorkommt.

Eine Idee, die ich auch einmal im Netz gefunden habe. Dann ging es auch, um die Frage, ob man nur für sich schreiben oder auch Leser haben will und zu der, welche Themen sich für welche Autoren eignen? Und dann waren wir schon bei den Genres, die es gibt und die der Leser haben will und zu den Regeln, die man kennen, anwenden oder brechen kann und muß.

Das Genre ist bei mir immer etwas schwierig, denn ich schreibe eigentlich keine Krimis, auch keine Liebesromane und keine Fantasy, sondern gesellschaftskritisch, realistisch oder den psychologischen literarischen Roman, der wahrscheinlich unter die Kategorie Belletristik fällt.

Jurenka Jurk rät hier sein Genre genau zu definieren und nicht zuviel hin- und her zu switschen, um den Leser nicht zu verwirren und in der Buchhandlung auch auffindbar zu sein.

Dann ging es um die Frage, wie es zu den Ideen kommt, bei den “Drei Frauen”, waren es, glaube ich, die Städte Budapest, Prag, Bratislava oder daß ich Klientinnen habe, die von dort kommen und bei der “Flora Faun” habe ich die Idee mit der Einsamkeit und den Bücherbergen mit der von dem Jürgen, der ein Wunderkind werden soll, verbunden. Das habe ich ja beim letzten “Writersseminar” ,im Kinderbuchworkshop einen Text geschrieben und eine Idee, wie man zu seinen Ideen kommt, ist auch seine Einfälle zu sammeln. Also immer ein Notizbuch bei sich zu tragen, wo man das alles aufschreiben kann, was bei mir in der Praxis nicht immer klappt, aber doch wichtig ist.

Jurenka Jurk hat, glaube ich auch einen Artikel auf ihrer Webseite , wie man zu seinen Idee kommen kann? Da gehört wahrscheinlich das, Worte aus einem Buch klauben, wie das Clustern oder das assoziative Schreiben dazu.

Das Thema muß zum Autor passen, damit man dran bleibt, war der nächste Punkt und ich habe da auch meine Lieblingsthemen, die Bücherberge und das Bücherauflesen in der Altersdepression beispielsweise und wiederholte mich da vielleicht auch einmal. Denn ich schreibe ja sehr schnell und werde immer kürzer und das Webinar beschäftigte sich dann mit der Marktfähigkeit, was ja auch ein sehr wichtiges Thema ist, die Leser zu fesseln, wie das so schön heißt.

Da hapert es bei mir zwar wahrscheinlich weil ich nicht sehr viele Leser habe, aber die Figuren müßen spannend und dreidimensional sein und Konflikte muß es auch geben, wo wir schon bei der berühmten Handlungsreise sind, die man ja in der Romanausbildung lernen kann.

Um die Frage ob der Roman ein Happyend haben muß ging es auch.

Die nächste Frage war sehr spannend, drehte es sich da ja darum, wie alt die Protagonistinnen sein können oder müssen und da habe ich ja erst gestern mit Mieze Medusa darüber diskutiert oder ihr erzählt, daß die Flora Faun fünfundsiebzig ist und die Protagonistinnen mit ihren Autoren älter werden. Spannend die Frage, wollen die Verlagen das? Aber Martin Walsers Helden sind, glaube ich, schon sehr alt und verlieben sich dann in die jungen Frauen

Also wieder viel gelernt und jetzt werde ich mich bei meinen “Drei Frauen” ins learnig by doing stürzten und sicher wieder berichten, wie es mir dabei geht und spannend auch, wann ich mit der Rohfassung fertig bin und wieviele Worte die hat? Mehr als zwei Monate ist mein Wunsch und an die sechzigtausend Worte. Zwei Jahre wären mir aber wahrscheinlich zu lang.