Abwärts als Studentenlesung

Den Hochschullehrgang für Sprachkunst gibt seit 2009, Gustav Ernst und Robert Schindel, die ja schon die “Leondinger Akademie” und noch eine solche gegründet hatten, haben ihn gegründet und ich bin durch Cornelia Travniceks Blog, glaube ich, darauf aufmerksam geworden, die nicht aufgenommen wurde, weil sie schon zu überqualifiert dazu war, Sandra Gugic aber schon und die ersten zwei Jahre waren die Namen der Aufgenommenen auch im Netz zu finden. Im Jänner 2010 gabs einen “Tag der offenen Tür an der Angewandten”.

Da bin ich hingegangen, Marietta Böning, die dort arbeitete, hat mich herumgeführt und ab 2011 gab es dann die Studentenlesungen im Literaturhaus. Die Ersten zwei haben noch so geheißen und die Lehrer, inzwischen ist ja nach Robert Schindels Abgang Ferdinand Schmatz der Leiter und ich habe bei der ersten JuSophie dort kennengelernt und mich gleich darauf mit ihr zerstritten, und ab dann gabs immer zu Semesteranfang und zuhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2017/06/26/luftlinie-a-b-der-sprachkunst/https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/06/22/p-margin-bottonm-nervenkostuem-schlange/ Semesterende eine Lesung im Literaturhaus, in der “Alten Schmiede” hats auch einmal was so gegeben und eine Zwischenweltlesung im RC und die Lesungen im Literaturhaus, die später dann immer einen Titel hatte und von den Studenten selber vorbereitet wurden, habe ich ich ziemlich lückenlos, glaube ich, gehört, war dann oft in dem vollen Literaturhaus die einzige Nichtstudentin oder Angehörige der soclchen und jetzt ist ja alles andere, also keine Livelesung sondern Livestream mit FFP2-Maskenpflicht vorige Testung und nach jeder Desinfektion des Lesepultes, wie Barbara Zwiefelhofer mit und ohne Maske in ihrer Einleitung erklärte und betonte, daß die Studenten, die sie bedauern würde, sich bereit erklärten unter diesen Umständen zu lesen, ich, die ich ja mit keiner Maske zu einer Lesung gehe, auch wenn ich lesen könnte, wundere mich auch über die Anpassung der Lesenden, weil ja Studenten meistens rebellisch sind, aber alle mit Maske und Hanna Bründl, die auch dieses Jahr das Ganze organisierte war nicht zu sehen, die Lesung hieß “falls irgendjemand fragt : es geht bergab”, schon die Titel haben wohl Sprachkunstniveau und als Erste las der mir schon bekannt Laurenz Rogi, den ich ja schon im Dienstag bei Michael Hammerschmid “Dichterloh-Festival” hörte, ob er die selbe Gedichte las, habe ich nicht so mitgekommen, das Krokodil kam jedenfalls wieder vor und als nächstes folgte Max Andratsch mit Kurz und Kürzesttexten, die alle um die Liebe handelten.

Ines Frieda Försterling las von “Früchten” und dann einen sehr spannenden “Mutter-Tochter Text, wo der Vater in einen Ater verwandelt und dann verschwindet, bzw zurückkommt, was ja auch eine Form des Bergabs darstellt. Dann folgte Valerie Zichy mit den “Sieben Leben einer Katze”, auch sehr berührend, der alte Mann, der sich mit seiner Katze zurückzieht, den Spiegel zerbricht, der früher Mal ein Knd war, der den Regenschirm seinerMutter benützen wollte und und…

Lorene Leonie Wyss las vom “Leben einer Seegurke” und bezog dazu auch das Internet und die sozialen Gruppen dort ein und Moritz Bloder hatte es auch sehr tierisch.”Ich bin ein Affe und komme in den Himmel” bis “ich bin keiner und werde sterben”. Dazwischen war es fast ein bißchen blasphemisch. Es gab einen Film und die Feststellung, daß man er viel zu angepasst wäre, wo ich mir wiederdas entsprechende gedacht habe und Lennart Kos las von einer Fee, die ihm offenbar seine Wünsche erfüllte und er erwünschte sich, daß immer eine U-Bahn einführe, wenn er den Perron betritt und das irgendjemand sterben sollte, dessen Namen ich nicht ganz verstanden habe. Valerie Bachschwöll hat einen Essay gelesen und bezog sich in ihrem “Hydrofeminismus” darauf und da mußte ich an meine Freundin Ruth denken, die in ihrem “Wo dieArmut wohnt”, von einer Cremre geschrieben hat, die sie sich einmal kaufen wollte, aber ihr die Apothekerin davon abgeraten hat, weil die teurer als die gewöhnliche ist.

helene Slancars Text hieß “Die Oma” und war auch sehr berührend, weil er von ihrem Sterben oder den drei Versuchen, die es mit mehreren Herzinfarkten und Schlaganfällen bis dahin ging. Maximillian Ulrichs Text handelte von zwei Zwillingen und dann gabs überhaupt ein Gebirgspoem, das, wie aus dem Neunzehntenjahrhundert schien und offenbar vom Schauspielhaus Wien abgelehnt wurde, wie Michael Eberl, der Dichter am Schluß hinwies. Sebastian Sauer war der letzte und spielte in seinen Texten auch mit der Sprache und es war, kann ich anfügen, wirklich, wie Barbara Zwiefellofer in ihrem Schlußwort erwähnte eine sehr kunstvolle Lesung, wies auf die “Jenny”, die Literaturzeitschrift der Sprachkunst hin und mahnte, die zuhörer, zum Teil waren es bis hunderfünzig, sich die Bücher im Buchhandel und ja nicht beim bösen Amazon zu bestellen, ich habe die “Jenny” einmal von dem Sprachkunststudenten Ronald Grenl zugeschickt bekommen und denke es war wirklich ein sehr interessanter Abend mit sehr unterschiedlichen interessanten Texten und in der “Nachtschicht” ging es um das Thema “Bildung und Integration”.

Lockdown 2020

Ich interessiere mich ja sehr für die Pandemie, lese auch Bücher darüber und da hat, im November, glaube ich, Hannes Hofbauer vom “Promedia-Verlag” einen “Lockdown 2020-Band” herausgegeben, der wahrscheinlich nur das erste halbe Jahr betrifft, inzwischen sind wir in Sachen Corona ja schon viel weiter vorangeschritten, sind im dritten oder vierten Lockdown und überlegen, ob wir diesen trotz Impfung, die ja inzwischen angesprungen ist, bis Sommer haben, weil doch keine Herdenimmunität, immer neue gefährliche Mutanten, etcetera.

Das Buch habe ich, glaube ich, in der Falter-Beilage zu Franfurt entdeckt und da ich da ohnehin auf der Suche nach Geburtstagsbücher war, habe ich es mir gewünscht und nun ist es, eben nach dem neuen Lockdown, nach der Großdemo, die Menschen fangen jetzt doch auf die Straße zu gehen an, der Handel schreit “Alarm!”, und vereinzelt sperren die Geschäfte auf, worauf derPolizeieinsatz dann mehr oder weniger intensiv medial verbreitet wird.

Hannes Hofbauer hat mit verschiedenen anderen Autoren gezeigt, wie, im Buchuntertitel steht, “Ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu verändern”.

Das wird im Vorwort thematisiert und im ersten Teil “Der Nährboden für die Pandemie” beschreibt der chinesische “Chuang-Blog”, die “Soziale Ansteckung” oder was da vor einem Jahr in Wuhan passierte, wo ein Arzt der auf die Gefahr des Virus verhaftet wurde und dann an der Krankheit starb, ganze Viertel abgeriegelt wurden, nur eine Person pro Haushalt zweimal in der Woche einkaufen durfte und man dann ein Bild sah, wo zuerst Leute in Schutzanzügen vor der Fahne posierte und dann ihre Schutzanzüge in den Müll warfen und ohne diese rauchend herumstanden.

Der 1963 in München geborene Andrej Hunko geht der Frage der “Sozialen Ansteckung” nach ,wo klar herauskommt, daß die Zahlen, als der erste Lockdown verkündet wurde, wo ja positiv Geteste und Infizierte mit und Kranken verwechselt wurden, bereits im Abklingen waren, wie auch der der Public Health Forscher an der med Uni Wien Andreas Sönnichen herausarbeitet. Die Hintergründe zum Kapitalismus werden aufgezeigt, die autoritären Strukturen, die schon vorher zu bemerken waren. Kritik wurde von Anbeginn an unterdrückt, Angst und Panik verstärkt verbreitet, um wie auch andere Autoren sagen, die Bevölkerung zum Mitmachen und impfwillig zu machen.

Armando Mattioli berichtete über die “Ursachen für die pandemidbedingte Krise in Iitalen”.

Der zweite Teil des Buches widmet sich den “Soziökonimschen Folgen”. Hier beginnen der Herausgeber Hannes Hofbauer und der Professorin für Sozialgeschichte Andrea Komlosy und schreiben über “Verhalten und Körper im Visier des Kapitalismus”

Über Bill Gates und seine Impfstrategie wird geschrieben und Andrej Hunko hat schon vorher die Rolle der WHO und die Veränderung der Pandemiedefinition, beziehungweise über den 2009 aufgetretenen H1N1-Virus über den ich ja auch geschrieben habe und den vielen Impfstoff, der damals besorgt und später entsorgt wurde und der in Schweden, wo viel geimpft wurde, auch zu starken Impschöden führte, aufgezeigt, was vielleicht auch ein Grund für den schwedischen Sonderweg sein könnte.

Der schreibende Rechtsanwalt Alfred Noll den ich von einigen Veranstaltungenkenne, beschäftigt sich mit den Erläßen und Verordnungen und Andrea Komlosy geht in Zeiten der Globalisierung der Reise eines T- Shirts nach, das von Afrka nach China und dann vielleicht nach Europa kommt und fordert, daß sich die Staaten beispielsweise von der Abhängikeit Chinas, wo alles erzeugt wird, so daß es lange keine Masken und Schutzkleidung gab, zu lösen.

Dann geht es zu den “Staatlichen Zwangsmassnahmen und die Rolle der Medien” und da beschäftigt sich der in Nordrhein-Westfalen georene Mattias Burchhardt mit dem “Homo Hygienius” und weist, was ich auch für sehr wichtig finde, darauf hin, daß die vielen Desinfizierungen der Hände zur Verminderung der Abwehrkräfte führen, so daß die Bakterien und Viren, was sie ja nicht sollen, dann vielleicht noch leichter eindringen können.

Roland Rottenfußer kommt in der “Gesundheitsdiktatur” auf Michel Faucault zurück, der in seinem Buch “Überwachen und Strafen”, die totale Kontrolle in Pestzeiten beschrieben hat, die ein bißchen an George Orwell, beziehungsweise sehr an das, was derzeit bei uns geschieht, erinnern kann. Dann kommen wir in den folgenden Artikeln schnell zur Ausschaltung der Kritiker, die ja bald zu Nazis, Verschwörungsgegnern, etcetera, stilisiert wurden, so daß man über dieses Thema nicht mehr objektiv diskutieren kann und die Öffentlichkeit sehr schnell in geschürter Angst erstickt wurde, was man ja jetzt, in der zweiten und dritten Welle, die wir durchleben, ganz besonders sehen kann.

In dem Buch wird noch der Wert der Maske in Zweifel gezogen, inzwischen ist die, wo wir ja jetzt die weißen FFP2-Masken tragen soll, kaum mehr zu hören.

Die Überwachungsapp wird zitiert, ohne die man sich vielleicht nicht mehr freien Bewegen darf? Das war stand August, inzwischen ist es, um die ja eher still und wurde eher durch die Test- und Impfverpflichtung und die Diskussion, ob man ohne eines von beiden noch sein Haus verlassen reisen, arbeiten, etcetera, kann ersetzt und Walter von Rossum bschäftigt sich mit den “Medialen Supersprayern” und stellt die Frage, ob man ohne die Medien, die Gefährlichkeit des Virus überhaupt so stark bemerkt hätte? Und fast alle Autoren bezweifeln, ob die Einschränkung der Freiheit nach Beendigung der Krise wirklich zurückgenommen werden?

Der letzte Teil “Der neue Umgang” beschäftigt sich zuerst mit unseren Umgang mit dem Tod und dem Sterben. Der Philosoph Martin Widmann stellt die Frage nach dem Wert des Lebens und dem Menschen in Corona-Zeiten. Sind Jüngere den Älteren vorzuziehen und kann man einem Achtzigjährigen noch ein Intensivbett geben und einen Jüngeren vielleicht sterben lassen. Mit dem Tracing, diesem drohenden Wort, das der Bundeskanzler öfter in seinen Konferenzen verwendet “Dann müßen Ärzte entscheiden!”, hat sich schon Ulrike Baureithel in “Der Angst aussortiert zu werden” beschäftigt.

Dann geht es in die Schule und zu der Frage, ob der Unterricht, wie manche meinen, wirklich so ganz und gar durch Homeschooling und Digitalisierung ersetzt werden kann? Und der Wiener Sozialwissenschaftler Bernhard Heinzlmaier hat sich mit den Jugendlichen beschäftigt. Da gibt es ja eine große Studie, die diese zu der Corona-Krise befragte, die interessante Ergbnisse brachte und von Gerhard Ruiss, was wohl der Grund war, warum ich mir das das Buch wünschte, hat ja Reden auf diesen “Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur-Demos gehalten. Auf einigen davon bin ich ja gewesen. Von vier wurden seine Reden widergeben. Am Schluß geht es dann zum Fußball. Da war es, obwohl ich mich ja dafür nicht interessiere, gaube ich, so, daß zu Erscheinen des Buches ja schon wieder Publikumsspiele abgehalten wurden, die inzwischen wieder zurückgenommen wurden.

Was ja mit den meisten Bereichen, die in den Kapiteln behandelt werden, geschehen ist. Denn die Zahlen sind ja im Herbst hinaufgegangen und Zitate zu den Pro und Contra Argumente gibt es am Schluß auch. Da zitiere ich Prof Chris Whitty, dem Chef Medical Officer für England, der am elften Mai auf einer Regierungskonferzen sagte: “Covid-19 ist eine sehr ernste und ernst zu nehmende Epidemie. Aber die große Mehrheit wird nicht daran sterben. Eine bedeutende Anzahl von Menschen wird das Virus überhaupt nicht bekommen. Von denjenigen, die es bekommen, werden einige es nicht einmal bemerken. Von denjenigen, die Symptome bekommen, wird die große Mehrheit, wahrscheinlich 80 Prozent, eine milde oder moderate Krankheit haben, nicht schwer genug, um einen Doktor aufsuchen zu müssen.”

Etwas, was, ich auch glaube, obwohl unsere Experten zumindest die, die in den letzten Wochen in den Pressenkonferenzen zu hören sind, inzwischen sehr aufgeregt von den neuen Mutationen warnen, alle ins homeoffice schicken und stärkere Kontrollen über die Einhaltung der Maßnahmen haben wollen und vom Öffnen von Handel und Gastronomie, ungeachtet der Tatsache, daß die aufschreien, daß das ihr Untergang wäre, warnen.

Ein spannendes Buch, obwohl es ja eigentlich schon veraltet sind und ich, wenn ich das schreibe, auch nicht weiß, ob wir uns jetzt in der Mitte oder schon am Ende der Krise befinden und wann, wie und, ob sie jemals aufhören wird?

Und am Schluß möchte ich meinen Lesern noch meine zwei inzwischen schon erschienenen Corona-Bücher empfehlen, in denen ich das letzte Jahr ganz gewöhnliche Menschen erleben habe habe. Das Dritte, das ich im November geschrieben habe und das ein dystoposcher Roman werden sollte, ist bekanntlich noch in der Korrigierphase.

Brüchige Zeiten

Daß er einen Roman über die Identitären schreiben will, hat mir der 1950 bei Seewalchen am Atterseee geborene Luis Stabauer, inzwischen GAV-Mitglied, vor ein paar Jahren beider “Literatur im Herbst” im “Odeon” erzählt. Da habe ich “Vor dem Frühstück kennt dich keiner”, gschrieben oder geschrieben gehabt und Luis Stabauer davon erzählt, er hat mir, glaube ich, auch eine Rezension dazu geschrieben und jetzt ist sein Roman darüber erschienen.

Das heißt, das stimmt nicht so ganz, erschienen ist er, glaube ich, schon im August und im September hat mir Luis Stabauer den Programmkalender seiner Buchvorstellungen gschickt. Er hätte es, glaube ich, auf der Buch-Wien tun sollen, die gab es aber bekanntlich nicht. Die Buchpräsentation des “Hollizter-Verlages” wird stattgefunden haben. Da habe ich mich auch angemeldet, aber mit Maske gehe ich, eh schon wissen, nirgends hin. Ich habe das buch angefragt. Es hat dann etwas gedauert, bis es zu mir gekommen ist und da war ich noch mitten im “Buchpreis” lesen, so daß ich erst jetzt dazu gekommen bin, was aber in Zeiten der Lockdownverlängerung, der Angst vor der neuen Virus-Variante gar nichts macht, denn das Buch ist und das ist eine Überraschung eines, das sowohl die Covid-Pandemie erwähnt, als auch bis in das Jahr 2026 geht,was ist es also vom Genre her?

Am Büchrücken steht etwas vom “Europäischen Entwicklungsroman” Ich würe es Politfiction und utopischen Roman nennen und richtig, ein bißchen von der Realität weg, ist es auch und wieder zuviel hineingepackt wahrscheinlich und das wurde ja auch in der GAV-GV diskutiert, als es um seine Aufnahme ging. Einen Tag später habe ich ihn im Amtshaus Hietzing bei einer alternativen Buchmesse zu der mich Andrea Stift aufmerksam gemacht habe, kennengelernt, da habe ich ihm einige Bücher abgeschnorrt, inzwischen auch noch einige, fast alle wahrscheinlich, gelesen und denke, daß die “Brüchigen Zeiten” wohl das professionellste Werk Luis Stabauer ist, obwohl ich am Schluß wieder einmal etwas verwirrt dastand. Denn es geht in dem Buch um sehr viel und es fängt sehr realistisch an.

Da ist eine Lehrerin, Lucia, mit spanischen Wurzeln, links engagiert, hat aber einen eher rechten Mann geheirater und von ihm den Sohn Fabian bekommen, der ja, was ich sehr spannend finde, wie mein Identitärer heißt.

Wenn das Buch beginnt ist Fabian achtzehn, steht vor derMatura und Lucia hat ihn hinausgeschmissen, weil sie in seinem Zimmer ein Plakat der Identitären entdeckt. Das stimmt wieder nicht so ganz, das Buch beginnt, als Lucia in die Vollzugsanstalt Schwarzau eingeliefert wurde, denn sie hat die Wotruba-Kirche besetzt, die abgerissen werden soll. Aber vorher hat sie noch in ihrer Schule Schwierigkeiten bekommen, ihren Job hingeschmissen und ist mit einem Wohnmobil nach Spanien und Heidelberg ausgebüchst, um dort die politische Lage zu studieren. Da gerät sie in die Fänge eines Burschaftlers. Sie läßt zwei russsische Spitzel auch auf einer Tankstelle stehen und,als ihre Ehe geschieden wurde und ihr Sohn vierzehn war, hat sie zugestimmt, daß er in einem Internat erzogen wird. Dort geriet er in die Fänge der Burschenschaftler, hat aber später wegen seiner linken Mutter Schwierigkeiten in diese aufgenommen zu werden. Mitglied der Identitären ist er aber schon und Mitarbeiter im Bundeskanzleramt und dort gibt es einen Kanzler namens Manfred Bloomberg mit einer persönlichen Ministerin, die Martha Prauneis heißt und spätestens da wird es ein bißchen futristisch, obwohl das Ibizia-Video erwähnt wird, die Übergangsreagierung und dann auch die Pandemie, aber dann gehts in die Zukunft hinein. Die EU wird aufgelöst und durch eine Edel-Organisation ersetzt und Lucia hat sich, als sie aus dem Gefängnis entlassen wird und dabei einige Klausel untershreiben muß, nach Sofia abgesetzt. Nimmt dann wieder Kontakt über Katzen-Videos und Träume zu Fabian auf und kehrt wieder nach Österreich zurück und da geschieht dann das große Wunder, der “böse” Fabian kündigt seinen Job beim Bundeskanzleramt, geht eine Beziehung zu einem kinshasischen Fußballer ein und mit seiner Mutter hat er sich schließlich auch versöhnt.

Wo setzt meine Verwirrung ein, könnte man nun fragen. Nun, als es in die Zukunft geht. Luis Stabauer zeichnet da am Schluß ein Szenario mit Robotern und futuristischen Autos und ich dachte, interessant, jetzt haben wir Anfang 2021, was ist, wenn ich das Buch 2026 lese, wo ich dann weiß, wo die Reise hingegangen ist?

Wie futurustisch oder veraltet wird das Buch dann sein? Und Corona ist dem Luis wohl auch dazwischen gekommen, da wir ja derzeit keine Ahnung haben, wohin uns die Corona-Reise noch führen wird und Luis Stabauer hat diese Krise, da er das Buch ja schon früher geschrieben hat, nur andeuten können.

Auf jeden Fall ist aber interessant und ich bin auch gespannt, wie es weitergeht.

Von der verdichteten Natur zum Passagenverlag

Der letzte Tag des Dichterloh-Festivals, wo ich fünf Abende streamte, Lyrik in Corona-Zeiten, wo ich gleich auf mein Corona-Gedicht verweisen darf, das natürlich nicht so sprachlich redundant und verdichtet, wie die Werke der zwei heute ausgesuchten Autoren, aber ich bin ja keine Lyrikerin, obwohl ich auf dem Blog vor allem im Sommer von Doris Kloimstein viele Gedichte bekommen habe, was mich dann zu einigen Corona-Gedichtzeilen in meinen zweiten Corona– dem “Braunrot karierten Notizbuch” führte, aber zu dem letzten Schmiede-Abend, wo Michael Hammerschmid zuerst den 1955 in der Schweiz geborenen Kurt Aebli und der 1971 in Lienz geborenen Angelika Rainer vorstellte.

Kurt Aebli der aus seinem in Wolfbach-Verlag scheinenen Gedichtband “En passant” las, war aus seinem Wohnzimmer zugeschaltet und er begann gleich mit ein paar skurill erscheinenden Zeilen “Wenn er ein Gedicht schreibt, gehört er auf einmal zu den Pflanzen und wie die Bäume versteht er. daß man sich nicht von der Stelle rühren, sondern sich auf die Bewegungen der Erde verlassen muß”, was er immer wieder wiederholte und dann auf ein Gedicht von Stefan George, das “Sie sicher kennen!”. fügte er hinzu und “Komm in den totgesagten Park und schau”, heißen würde und er etwas abgewandelt hat. Ich habe das Gedicht nicht gekannt, wohl aber den gleichlautenden Roman gelesen und da, wie ich mich erinnern kann, einmal Stephan Teichgräber gefragt, aus welchen Gedicht diese zeilen stammen und auf DDR-Lyrik getippt.

Jetzt weiß ich es und auch wie Kurt Aebli zu seinen Gedichten kommt, nämlich durch Reduktion, denn es gibt viel zu viel Geschwätzigkeit in der Welt, so daß er in die Natur geht, um das Schweigen dort zu finden und das war für eine die ja gerne lange Romane schreiben würde, interessant und das Gedicht hat mich wahrscheinlich gerade durch seine oftmalige Wiederholung sehr berührt. Sonst hätte ich es vielleicht überhört. Jetzt haben sich die Zeilen in mir eingeprägt, so daß ich sogar nachgegooglet habe, um den Wortlaut genau zu erfassen.

Dann kam live Angelika Rainer, die auch Musikerin ist, deren drittes Buch und erster reiner Lyrikband “See`len” bei “Haymon” erschienen ist, das besteht aus mehreren Gedichtzyklen, erklärte Michael Hammerschmid in seiner Einleitung. Um “Narziß und Echo” geht es auch und Angelika Rainer las drei Gedichte aus dem ersten Teiul, die alle den “See” im Titel hatten “See´len” war das erste Langgedicht:

“Der Weg war lang und schmal, mehr Rinne als Weg” und Michael Hammerschmid erwähnte im anschließenden Gespräch, die sprachliche Genauigkeit und die Recherche. Angelika Rainer recherchiert auch viel und verdichtet vor allem, wie auch Kurt Aebli. Dann kam der “See aus der Werkstatt des Vaters”, ein Gemälde, das dort hing, auch sehr genau und lang beschrieben und dann noch ein “Seelen-Gedicht”, wo es um eine graue Mütze geht.

Spannend, spannend in sechs beziehungsweise fünf Abenden in die Lyrik einzutauchen, wenn es auch nur über den Livestrem passierte, am sechsten bin bin ja wegen meiner sieben Uhr Stunde, stattdessen in der “Gesellschaft der Literatur” gewesen und bin da in die Sagenwelt eingetaucht und darum geht es in Angelika Rainers Gedichte auch und ein paar Stunden später soll es wieder in den “Schmiede-Saal” und in die “Nachtschicht” gehen, wo der Generalsekretär der “Alten Schmiede” Walter Famler mit dem Verleger des theoretischen “Passagen-Verlages” Peter Engelmann sprechen wird, der Bücher von Jacques Ranciere und Alain Badiou vorstellen wird.

Von den Blitzlichtern der Gegenwart zu den Nachtschichten

Tag fünf des nachgeholten Dichterlohfestivals, wo sich Michael Hammerschmid mit der Frage beschäftigt welche Gedichte jetzt geschrieben werden? Eine interessante Idee sich vorzustellen, was derzeitin den Dichterstuben so geschrieben wird und welche Literatur derzeit entsteht? Da kann ich mich an ein Symposium in der “Gesellschaft der Literatur” erinnern, ich habe gerade an den “Wiener Verhältnissen” geschrieben, daß diese frage da diskutiert wurde, während man sich sonst ja mit dem schon Geschriebenen und Gedruckten beschäftigt.

Was wird also heute gedichtet, was man vielleicht in ein zwei jahren nachlesen kann? Michael Hammerschmid, der ja, glaube ich, seine Lyrik auch am Institut für Sprachkunst lehrt und schon einmal einen diesbezüglichen Abend im Literaturhaus gestaltet hat, hat sechs Dichter und Dichterinnen eingeladen von denen vier oder fünf, glaube ich, Sprachkunst studieren und studierten, bei der ersten, der in 1966 in Bulgarien geborenen Bisera Dakova, die auch Übersetzerin ist, weiß ich das nicht so genau. Sie ist jedenfalls auch als Übersetzerin tätig, hat Friederike Mayröcker übersetzt und sehr Wienlastige Gedichte zum Beispiel eines das “Strudelhofstiege” heißt, gelesen. Michael Hammerschmid fragte im Gespräch, ob das ein Wien- Band werden könnte und die Autorin meinte, daß sie schon auf Verlagssuche sei oder es schon Verhandlungen gäbe.

Die zweite Lesende, alle Lesungen waren live und die ab heute vorgeschriebene FFP2-Maske war meistens auch dabei, war die 2000 geborene Sprachkunststudentin Dora Koderhold, die sehr poetische Texte in Reimform präsentierte “mein eigenes sterben weitervereben”, beispielsweise und dann kam der 1996 geborene Laurenz Rogi auch ein Sprachkunststudent, der, glaube ich, auch bei der am Freitag im Literaturhaus stattfindenen Lesung, es ist ja Semesterende, auftreten wird, hat es auch mit dem Reim und hat seine Lesung den Krokodilen gewidmet oder damit übertitelt und wurde von Michael Hammerschmid zwischen Melancholie und Witz geortet, was der Autor bestätigte, der sich mehr als “Irrlicht” versteht, ob die 1998 im Iran geborene Asiyeh Panahi, die seit 2014 in Graz lebt und dort das Abendgymnasium besucht, Beziehungen zu Sprachkunst hat, weiß ich nicht so genau. Sie las fünf Gedichte, beeindruckend ihr Lieblingsgedicht “Afghansisches Mädchen” und erklärte Michael Hammerschmid, daß ihre letzten Gedichte auf Deutsch geschrieben wären, da sie erst sechs Jahre spricht, während die ersten auf Persisch oder englisch entstanden sind.

Mae Schwinghammer mit rosa-weißen Haaren und Perlenkette über der weißen Bluse, auch Sprachkunst- und Genderstudies hatte “Covid-Metamorphosen”, ein fünfzehnteiliges Werk von dem es erst fünf Teile gibt, die sich auch mit der Antike beschäftigt und auch Beziehungen zu den Verwandlungen der Covid-Situation zieht, dann folgte der 1990 in Basel geborene Performer Benedikt Steiner, der seine Texte in Spalten schrieb und sie gemeinsam mit Mae Schwinghammer und Laurenz Rogi vortrug und mit Michael Hammerschmid anschließend über die Entstehungsgeschichte seiner Texte sprach.

Michael Hammerschmid verwies dann auf den morgendlichen letzten Abend, wo es wieder zwei schon etablierte Künster zu hören gibt und es war interessant in die ganze junge Lyrik hineinzuhören und sich wissenschaftlich erklären zu lassen und sonst gibt es noch einiges über die “Alte Schmiede” zu vermelden nämlich vom 22. – 31. Jänner Gespräche und Debatten von dreiundzwanzig bis vierundzwanzig Uhr namens “Nachtschicht”, wo sich meistens Walter Famler mit verschiedenen gesellschaftlichen Themen beschäftigt und sich dazu die entsprechenden Gesprächspartner eingeladen hat. So wurde am Freitag das von Thomas Schmiedinger herausgegebene Buch “Virenregime” vorgestellt und gestern die Zeitschrift “Streifzüge” zum Thema “Bürgerlichkeit” und heute wird es, moderiert von Oliver Scheiber um das “Ankommen in Österreich” und Bildung gehen.

Am Ende der Stadt

Das neue Jahr hat neben der Verlängerung des Lockdowns,der Freitestdiskussion und dem Schrecken wegen des mutierten Virus erstaunlicherweise auch mit viel Lyrik begonnen. Bei mir jedenfalls, kam da ja gleich Nicos Bleutge Essayband “Über Gedichte” an die Lesereihe. Das hat zwar schon ein paar Monate auf meinem Badezimmerstapel gelegen. Vorher war ja noch das Buchpreislesen dran, hat mich aber in eine poetische Stimmung und zu dem Vorsatz gebracht in diesem Jahr vielleicht doch ein bißchen mehr auf meine Sprache zu achten.

Auf den Regalen lagen noch zwei weitere Gedichtbändchen, der Peter Paul Wiplinger liegt sogar in doppelter Ausführung auch noch dort und Lidija Diikovskas “Schwarz auf weiß” habe ich ja bei dem Gewinnspiel der “Alten Schmiede”, als die das “Dichterloh-Festival” verschoben hatten, gewonnen. Das wird nun nachgeholt und da gab es ja schon einige Abende, darunter, den, wo Lidija Dimkovska ihr Bändchen vorstellte und dann lag da noch, seit November wahrscheinlich, Adina Heidenreichs “Am Ende der Stadt”, das Lyrikdebut, der1996 in Sachsen Anhalt geborenen. Jürgen Jankovsky hat die Nachbemerkung über die Übersetzerin geschrieben, deren Covergedicht auch am Buchrücken steht.

“Diese Gleise führen nur noch7 aus der Stadt heraus./Geh oder bleib für immer./Die Straßen werden zu Wegen,/werden zu Gras,/ich bin geblieben.”

Vor allem am Anfang des siebzig Seiten Büchleins geht es viel um Sprache und die Worte in denen die Autorin zu leben scheint.

Ganz besonders beeindruckend die “Kernfrage” “Das Leben ist dir wie eine Zwiebel:/Du schälst und schälst sie/auf der Suche nach dem Kern/und hast am Ende nur/Schalen in die Hand.”

Ebenfalls beeindruckend, die lyrischen Gedanken, die sich die junge, in Leipzig lebende Frau über das “Alter” macht:

“Ich koche Tee,/sehe zum Fenster hinaus./Zweimal in der Woche/öffne ich den Briefkasten,/das Auto habe ich abgemeldet./Im Frühjahr pflanze ich Balkonblumenmen,/nur an meinem Geburtstag läutet das Telefon./ Vom Tod meiner Freunde lese ich in der Zeitung./Im Sommer beobachte ich Passanten,/kein einziger blickt hinauf./Ich existiere noch hinter diesem Fenster/ und trinke Tee im Herbst, ungesüßt,/ sortiere alte Fotos in Alben./Im Winter wird jeder Gang übers Eis schwer./Ich verstehe die Briefe nicht mehr,/ständig läuft das Radio, ich höre nicht hin./mein Tod sind ein paar Zeilen in der Zeitung.”

Einen “Traumsammler gibt es auch “Ich möchte alle Träume aufsammeln/und sie zurück/zu den Träumer tragen.”

Ein bißchen von Brecht inspiriert erscheint mir der “Auslöser”

“Wer baute die Fabrik,/wer stand am Fließband,/wer hat verkauft,/wer verschickt,/wer sah bewußt weg?/Wo beginnt das Töten?/Nicht erst beim Gewehr.”

Während mir die Zeilen “Ich werde die Wände mit Worten tapezieren/von morgend bis abends lesen.”sehr vertraut klingen und zu der Wunschphatasie führen, daß man das in Zeiten der Pandemie und der FFP2-Maskenpflicht auf allen Straßen vielleicht auch tun könnte, während einem der Botendienst die Einkäufe bringt und so schließe ich den Gedichtband, der wohl nicht nur in Zeiten und Situationen, wie diesen sehr zu empfehlen ist, mit einigen Zeile aus dem “Erleuchtenden Himmel”:

“Nehmt ab eure Masken,/vergesst die Bedenken, sie zählen wirklich nicht;/Die Zeit zieht vorbei.”

Wer doch wirklich schön, füge ich hinzu.

Der verlorene Sohn

Das neue Buch der 1984 in Baku geborenen Olga Grjasnova deren “Russe, der die Birken liebt” und “Gott ist nicht schüchtern” gelesen habe und die ich auch im Literaturhaus und einmal in Leipzig erlebte, führt in den Kaukasus und in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts und ich finde die Themenbandbreite und auch die Stilverschiebungen der Literaturinstitut Absolventin sehr interessant, liest sich der Roman doch sehr leicht und fast wie ein Jugendbuch und man erfährt sehr viel dabei. Von der russischen Kriegspolitik des neunzehnten Jahrhunderts und auch, wie sich jemand fühlen muß, wenn er plözlich von Baku oderAkhulgo nach Moskau kommt oder von Damaskus nach Berlin oder Wien, denn der achtjährige Jamalludin, Sohn des mächtigen Imams Schamil wird aus politistchen Grünen von Akhulgu im Nordkaukassus nach St. Petersburg geschickt. Er ist eine Geisel des Zaren und seine Mutter erzählt ihm, daß es sich nur, um ein paar Tage oder Wochen handeln würde.

Es werden fünfzehn Jahre daraus und der Zar läßt ihn in einer Kadettenschule erziehen, lädt ihn und die anderen Zöglinge zu Kinderbällen und anderen Festivalitäten ein. Er lernt Russisch und Französisch, dient in der russischen Armee, wird von dort nach Polen geschickt und verliebt sich die die emanzipierte Lisa, die in Göttingen studieren will und natürlich Sex mit ihm hat. Dann plötzlich nimmt der Vater georgische Geiseln gefangen und Jamalludi muß wieder, seiner Kultur entwöhnt, in den Kaukasus zurückkehren, denn die russische und französische Kultur ist natürlich besser. Die russischen Ärzte können den Fuß der tochter des Vaters heilen, der inzwischen viele andere Nebenfrauen und von ihren Kinder hat. Jamadullahs Mutter ist schon vor zehn Jahren gestorben und die Briefe die Jamadullah an den Vater gewchrieben hat, haben diesen nie erreicht.

Am Schluß erwischt Jamadulin die Tuberkulose. Der russische Arzt, der ihn behandeln soll, kann ihm nur die Diagnose, die er schon wußte, mitteilen und der Diener Ali, den er bittet ihn etwas vorzulesen, kann ihm nur aus dem Koran zitieren. Da er weder Russisch noch Französisch versteht und so lautet einer der letzten Sätze “Jamalludin hatte nicht mehr die Kraft sich dagegen aufzulehnen” und am Anfang hat Olga Grjasnowa geschrieben, daß der Roman auf historischen Fakten beruhen würde.

“Vieles stimmt, manches ist frei erfunden oder der Struktur des Romanes angepasst.”

Ich bin nicht ganz sicher, ob das wirklich so funktionierte, daß der Zar seinen Feinden, die besten Ausbildung genießen ließ und die dann gebildet zurückschickt, aber spannend eine völlig andere Olga Grjasnowa zu lesen und auch etwas über das Leben am St. Petersburger Hof im neunzehnten Jahrhundert und auch ein bißchen über den Kaukasus zu erfahren.

Das zweite Corona-Buch

Das Thema Corona, meine Leser wissen es, interessiert mich sehr und ich schreibe, seit wir uns in der Krise befinden, auch sehr viel darüber, so daß wieder wie auch in der Flüchtlingskrise eine Trilogie darüber entstehen wird. Kein Frühlingserwachen mehr” ist das erste Buch, vor ein paar Monaten erschienen, ich ganz schön vermummt, weil man ja keine Kinder fotografieren soll, obwohl wir da ein schönes Foto von der kleinen Lia und ihrer Mama Anna hatten und das hätte ja ohne Corona ein Buch über eine ganz normale Dreierbeziehung werden wollen, dann folgte das Sommergeschehen und da hatte ich schon länger in der Seedosen-Bücherzelle ein Notizbuch gefunden. Die finde ich öfter mal in den Schränken und da waren auch ein paar sehr schöne dabei. Aber dieses war schon ein bißchen beschreiben und zwar wurde da ein Festival im Sonnenpark geplant und die Idee für mein Sommer Corona-Buch, wo es auch um mein alter Ego, die Schriftstellerin Eja Augustin und auch, um ein Handy, das in einen Blumentopf fällt, dazu haben mich die Schreibimpulse aus dem kleinen Handybuch animiert und ein paar Veranstaltungen, die ich im Sommer besucht habe, haben mir auch den Input gegeben und dabei ist die Idee über eine Maskenverweigerin zu schreiben, ein wenig übergeblieben und einen dystopischen Roman über die Corona-Krise wollte ich ja auch schon lange schreiben. Aber wie schreibt man den? Wenn ich vor ein einhalb Jahren ein Buch darüber geschrieben hätte, daß wir alle Masken tragen müßen, daß die Polizisten mit einem Maßstab herumrennen und von einem fünfhundert Euro verlangen, wenn man sich auf eine Parkbank setzt, daß man sich freitesten muß und zu Silvester keine Böller werfen darf, dann wärs ein solcher geworden. Da hätte man mir vielleicht noch sagen können, “Das ist aber jetzt total unrealistisch, da ist aber deine Fantasie ganz schön mit dir durchgegangen!” Und so fängt auch mein drittes Corona-Buch die “Mathilde im Coronaland,” geschrieben vorwiegend im November 2020 im Rahmen des “Nanowrimos” an, nämlich mit einem Absagebrief an die liebe Autorin, datiert mit Ende 2019 und dann kommt, undatiert, ein Brief der Mathilde an ihre Enkeltochter bevor sie ins Nichtgeimpften-Ghetto zieht und dazwschen liegt das Jahr 2020. Nun gut, das ist auch noch ein bißchen Utopie, denn das buch erst im Rohtext fertig und jetzt wird noch eifrig korrigiert. Das buch gibt es also noch nicht, dafür ist das “Notizbuch” da und ich löse wieder die Gewinnspielfragen auf. Leider hat sich wieder niemand gemeldet, der das Buch gewinnen will. Aber vielleicht will mir einer für eine Leserunde kommentieren oder eine Rezension schreiben. 1. Das Buch wurde, das habe ich schon geschrieben, in der Bücherzelle bei der Seedose gefunden. 2. Ein Festival im Kulturzentrum Sonnenpark 3.Im Weinhaus Sittl bei einer Lesetheaterveranstaltung. Ich war auch dort Ende Juni und habe mich da mit einer älteren Dame unterhalten, die das Vorbild zur Aloisia wurde. Und die nächste Idee oder das nächste Corona-Buch wird das dritte Literaturgeflüsterbuch mit den dort vorhandenen Corona-Texten werden und da gibt es ja schon sehr sehr viele.

Von der Donnerstagdemo in die Alte Schmiede

Es ist wieder Donnerstag und da bin ich ja zu Zeiten von schwarz blau auf die Straße gegangen und zuerst gegen die schwarz blaue Regierung eins und dann später vor zwei Jahren gegen türkisblau zu demonstrierien, da war ich einige Zeit durch meinen Gips behindert, dann gab es türkis-blau wegen dem Ibiza-Videos nicht mehr und dann kam Corona und die Demonstrationen waren auf einmal anders und ich bin ein paar Meter neben Martin Sellner gestanden und habe gedacht “Whats up, wo sind die Linken?”

“Die sind in Schockstarre!”, hat mir der Alfred geantwortet, der sich im Herbst von NÖ nach Wien umgemeldet hat, um die Grünen bei der Wien-Wahl zu unterstützen, aber die sind dann schon im September mit Maske aufgetreten, um die anderen zu schützen, haben wir ja jetzt eine türkis grüne Regierung und einen Gesundheitsminister, der mir immer noch sehr sympathisch ist, aber jetzt schüttele ich den <kopf und denke “Wie kommen wir da heraus, wenn nichts passiert?”

Wahrscheinlich nie, denn jetzt wird ja nicht nur mehr das Virus, wie die Stecknadel aus dem Heuhaufen gesucht, sondern jeder Virusmutation nachgegangen. Die englische ist offenbar harmlos, aber die bralisilanische gefährlich, weil die Impfung, die jetzt ja schon erfolgt, wirkt nicht dagegen.

Also ab Montag FFP2-Maskenpflicht in den Supermärkten und den Öffis, sowie ein zwei Meter Abstand und die Zahlen bleiben gleich. Schwanken schon seit Wochen zwischen ein- und zweitausend und wenn man denkt, daß da hunderttausend täglich getest werden, sind sie wahrscheinlich gleich den Zahlen im Frühling als dann die Lockerungen kamen.

Aber jetzt ruft Frau Merkel alle Staatschef an und sagt “Einheitlicher Lockdown bis Ostern!” und ich denke was machen wir, damit das einmal aufhört? Denn sonst kommt sicher der Ganzkörperanzug und man muß die Maske auch in der Wohnung tragen! Also demonstrieren. Da tut sich ja ein bißchen, zehn- bis zwanzigtausend am Samstag am Heldenplatz und am Ring, aber weil der Herr Küssel und die Identitären auch dabei waren, sowie die FPÖ, hieß es: “Das sind alles Irre und Schwurbler. Masken haben sie auch nicht getragen!”

Muß man nicht im Freien, wenn man den Sicherheitsabstand einhält, wiederhole ich und habe das auch an Robert Misik so geschrieben, daß ich gerne mit ihm darüber diskutieren möchte. Denn er diskutiert ja auf OE 24 TV darüber und da ist dann von den Irren und Schwurblern, die Rede und daß man, wenn solche Leute demonstrieren, nicht mitgehen kann!

Was macht man also, wenn man den neuen Sicherheitsabstand ab nächster Woche wahrscheinlich nicht einhalten kann? Man schaut im Netz, was es alles für Demos gibt? Und da gibt es vieles. Eine Großdemonstration am nächsten Samstag. Am Sonntag geht Jennifer Klauninger, glaube ich, jeden Woche vom Stephansplatz ab spazieren. Das ist die, die im Sommer am Resselpark eine Fahne zerrisen hat. Aber Achtung, es war keine Regenbogenfahne, sondern eine, die so ausgesehen hat, aber zwei Herzen hatte und das wäre laut Jennifer Klauninger ein Symbol der Kinderschänder und das mag sie nicht und jetzt heißt es, da kann man nicht hingegen, weil die gegen die Homosexuellen sind.

Am Freitag gibt es jede Woche, was am Maria Theresia Platz. Da war ich einmal auf einer Demo “Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur” und kann mir das ja anschauen, weil ich sonst ja sowieso nicht aus dem Haus komme und dann fand ich plötzlich “Es ist wieder Donnerstag!” und ich dachte, endlich rühren sich die Linken ich habe mich ohnehin gewundert, daß denen die Einschränkungen der Freiheitsrechte wirklich so egal sind? Und ich wollte am Donnerstag eigentlich nicht demonstrieren, sondern in die “Alte Schmiede” streamen, wo wieder zwei “Ritter-Bücher” vorgestellt wurden. Markus Köhle präsentierte Gerhard Jaschke und Ronald Pohl und das ist ja der Standard-Redakteuer und experimentelle Dichter, der mit mir zeitgleich in die GAV eingetreten ist, aber weil ich etwas machen will, bin ich nach dem fünf Uhr Antrag auf den Platz der Menschenrechte gegangen, da war ich schon einmal im Oktober auf einer Demo bezüglich Mora und habe da etwa zwanzig Linke vorgefunden, ja in Zeiten, wie diesen sind demonstrationen anders und diesmal standen auch ein paar junge Leute herum und eine hat mir gleich einen Sack in die Hand gedrückt und mir gesagt, daß ich mir etwas von den geretteten Lebensmittel aussuchen soll. Die standen schon bei der Halloween Demo Ende Oktober am Heldenplatz und Programm hat es auch keines gegeben, nur ein Gespräch mit einer Sängerin, die mir ihre Corona-Erfahrungen schilderte und dann bin ich, weil es ja im Windter kalt ist, zurückgegangen und noch ein bißchen zu Gerhard Jaschke, der mich ja zu der Veranstaltung eingeladen hat, zurechtgekommen “Geliehene Leben, Nachsätze”, heißt sein Buch. Markus Köhle moderierte und saß offenbar zwischen den Lesungen mit Maske da, ja wir sind sehr weit gekommen und dann kam der1965 geborene Ronald Pohl, der inzwischen, glaube ich, wieder aus der GAV ausgetreten ist mit seinen Haßgesängen, wie es, glaube ich, Markus Köhle nannte, der auch erklärte, daß die Sizilianer, den Etna “Signor Mongibello” nennen und Ronald Pohl erzählte auch etwas von seiner Liebe zu Sizilien und dem Dauerprojekt oder den Dauergedichten, das noch nicht abgeschloßen ist, interessant, interessant und das unsichtbare Publikum bestand aus zwölf oder dreizeh Personen, das von Markus Köhle auch direkt angesprochen hat, eine von ihnen war ich, lieber Markus und dann haben sich noch Mieze Medusa und Elisabeth Wanderle-Deck, die ich, glaube ich, das letzte Mal in Basel getroffen habe, im Chat gemeldet. Ich habe ihr ein Mail geschrieben und kann vermelden. Es ist trotz Corona etwas los, auch wenn der Kultur das Licht ausgeschaltet ist.

James Ensor nachgespürt

Das neue Buch meiner Freundin Ruth Aspöck, die ich, ich weiß nicht genau seit wann ich sie kenne und auch nicht mehr, wo ich sie kennengelernt habe, im “Arbeitskreis schreibender Frauen” war sie nicht und ich eigentlich nicht wirklich in der Auf-Bewegung, ich kann mich aber erinnern, daß ich einmal mit der Bruni und der Elfriede Haslehner wahrscheinlich im Cafe Jelinek gesessen bin und eine der Frauen mir erzählte, daß die Ruth einen neuen Verlag hat, in den wir,vielleicht veröffentlichen könnten.

“Da gehe ich hin!”, habe ich, glaube ich, gedacht odergesagt und es auch versucht. Hat leider nicht geklappt, obwohl die Ruth einige meiner Freundinnen und Bekannten verlegt hat, die Doris Kloimstein, die Irene Wondratsch, die Margot Koller sogar den Johann Barth, obwohl sie ja als eine der österreichischen Feministinnen und deshalb auch im Literaturmuseum abgebildet ist, gilt, den Verlag “Die Donau hinunter” hat es bis 2007 gegeben.

Dann ist die Ruth in Pension gegangen, die ich ja spätestens durch die GAV kenne und wir sind mit ihr ein großes Stück auf ihrer Donauradreise von Wien nach Bamberg mitgefahren. Danach hat sie ihre Bücher beim “Löcker-Verlag” herausgegeben, die ich gelesen habe und auch zu den Präsentationen gegangen bin, es gab ihr Tagebuch, ihr Reisebuch mit Grillparzer, die Geschichte der Kassiererin der Kantine, wo sie essen geht, eine Geschichte über ihr Schreiben und ihre Nachkriegskindheit und jetzt die Nachspürung des belgischen Malers James Ensor, von dem ich, ich gebe es zu, erst von der Ruth gehört habe, sie ist ja eine Zeitlang mitzu den Workshops von Stephan Teichgräber gegangen, da hat sie mir davon erzählt. Das Buch ist im Herbst erschienen. Die Lesung, die im Stifterhaus stattfand, kann man im Netz nachhören. In Salzburg hat sie, glaube ich, auch daraus gelesen und mir das Buch gebracht, als sie im Oktober mit dem Peter Czak bei uns essen war, weil die Jasminka nicht aus Brüssel kommen konnte und im Februar wird sie, glaube ich, in der “Alten Schmiede”, die “Büchner-Preisträgerin” Brigitte Kronauer vorstellen, die, glaube ich, auch überJames Ensor geschrieben hat, der1860 in Ostende geboren wurde und 1949 dort gestorben ist.

Die Ruth hat ja einen eigenen literarischen Stil, den man glaube ich, als Personal Essay bezeichnen kann, dabei hat sie mit “Emma oder die Mühlen der Architektur”, einen Roman, glaube ich, angefangen. Dann gibt es, damals,noch im “Frauenverlag” “Der ganze Zauber nennt sich Wissenschaft”.

Sie hat ja Theaterwissenschaft studiert und war dann, glaube ich, auch in verschiedenen Instituten tätig, dann gab es einige Bücher in ihren Verlag, über ihren Spanienaufenthalt, ihre Kubareisen bis zu “Kannitverstan”, bis sie jetzt eben als freie Schriftstellerin tätig ist, GAV-Vizepräsidentin war oder ist sie auch lang gewesen und da bekannte Persönlichkeiten wie eben den Franz Grillparzer oder den Maler James Ensor mit ihrer Biografie verbindet, auf ihren Reisen nachfährt und dabei einiges über sich selbst erzählt, was ich für interessant und spannend halte.

Bezüglich James Ensor ist sie mit ihrer Freundin Jasminka Derveux-Filipovic, mit der sie studierte und die in Brüssel als Dolmetscherin tätig war und, die ich auch einmal bei einem kultupolitischen Arbeitskreis kennenlernte, in Ostende gewesen und dort in das Ensor-Haus gegangen, in dem es im Erdgeschoß ein Souveniergeschäft gibt und auch die Familie Ensor hat dort offenbar seine Werke, Masken und auch anderes verkauft. Er hat Masken und Totenköpfe gemalt. Ein solches Bild ist am Cover zu sehen und ist da wohl auf den Geschmack gekommen, dem Maler nachzuspüren, der später, obwohl ich noch nicht viel von ihm gehört habe, offenbar sehr berühmt war. Sie wollte auch seine politische Wurzeln aufspüren und ist deshalb in die verschiedenen Archive gagangen. War Ostende doch in der Zwischenkriegszeit ein Hotspot der jüdischen Emigranten, so hat er dort vielleicht Stefan Zweig kennengelernt, Volker Weidermann hat ein Buch darüber geschrieben und mit Alfred Kubin hat Ruth ihn auch verglichen.

Der belgische Dichter Emile Verhaeren hat ein Buch über James Ensor geschrieben, der außer den Masken, und derben Motiven auch ein Triptychon und andere religiöse Motive gemalt hat.

Ruth Aspöck beschreibt ein wenig Ensors Arbeiten, der eigentlich keinen Stil zuzuordnen ist, beschreibt aber, was ich sehr sympathisch finde, sehr genau, wie sie dazu gekommen ist, über James Ensor zu schreiben, wie man das machen kann.

Es ist kein wissenschaftliches, sondern ein literarisches Werk, steht am Schluß des Buches. Trotzdem braucht man um über einen Maler zu schreiben, wohl einige Fachkenntnisse und auch Interesse an der Materie und das hat Ruth Aspöck war sie ja einmal mit dem Maler Franz Ecker befreundet und ist das noch mit Lore Heuermann, der Mutter von Sarah Wiener, die ihr die Technik der Lithographie erklärte, daß Jasminka Dervea-Filipovicux als Übersetzerin behilflich war, habe ich schon geschrieben.

Sie reist also nach Wien zurück, besucht dort die National- und andere Bibliotheken, um Unterlagen zu James Ensor zu finden. Sie beschreibt einen Sommer in Wien, wo alle ihre Freunde in ihren niederösterreichischen oder burgenländischen Häuser mit Gargten oder auf Reisen waren. Da habe ich das erste Mal aufgehört, etwas später dann noch einmal, als sie “die Radfahrt zu dritt um den Neuseiedlersee” beschreibt, wo sie ständig an James Ensor gedacht hat. Davon habe ich nichts mitbekommen, in diesen Punkt ist die Ruth sehr schweigsam.

Im Buch steht, daß sie sich 2018 entschloßen hat über James Ensor hzu schreiben, daß sie dabei auf einen Roman von Brigitte Kronauer gestoßen bin, habeich schon gewußt, denn da hat sie mich, als sie an meinem Geburtstag bei mir war, darauf angesprochen und mich nach ihren Büchern gefragt.

Vor allem aber hat sie James Ensor, wie es schon im Untertitel steht, auf Reisen nachgespürt. Hat seine Bilder in München angesehen, war zu dritt am Gardasee, mit Jasminka in Brüssel und Venedig und immer wieder in Ostende, wo Ensor ja sein Lebens verbrachte, in Brüssel studierte, nie verheiratet war, aber in Augusta Boogaertes eine Lebensgefährtin hatte. Ansonsten hat er zuerst mit seiner Mutter und Schwester mit seiner Schwester zusammengelebt. Sein Vater war Engländer, daher wahrscheinlich der Vorname und außer für die bildende Kunst hat er auch geschrieben und war als Musiker tätig. Im Buch gibt es eine von Jasminka Derveaux übersetzte Skizze, wie er seinen Akademieaufenthalt erlebte und in der Albertina gab es 1942, also mitten im Krieg, eine von dem österreichischen Dichter George Saiko kuratierte Ausstellung.

Ein interessantes Buch in dem man, glaube ich, sowohl über den Maler, als auch über Ruth Aspöck Zugang zu dem Maler viel erfahren. Sie hat es bei der Lesung im Stifterhaus, als ein gutes Buch erwähnt und dazu gesagt, daß es ihr wichtig war, daß sich jeder daraus etwas Anderes mitnehmen kann, entweder über Ensor oder vielleicht über Franz Ecker. Mir hat es und das ist auch interessant meinen Zugang zu der Ruth und ihrem Schreiben noch mehr verstärkt.