Die neue Buchpreisliste?

Seit ich Buchpreisblogge und das tue ich demnächst höchstwahrscheinlich das fünfte Mal, mache ich mir Gedanken, welche Bücher auf dieser Liste stehen könnten?

Das heißt, das habe ich schon früher gemacht, seit 2008 oder 2009 wahrscheinlich, seit ich mich mit dem deutschen Buchpreis beschäftige, obwohl ich darin nicht gut bin, weil ich ja noch immer nur sehr wenig Vorschauen lese.

Aber von einigen Verlage bekomme ich sie inzwischen zugesandt und so lese ich inzwischen immer mehr Neuerscheinungen und könnte dann meine Tips, aus den in dem Jahr gelesenen Büchern, aus dem, was auf den O-Tönen so präsentiert wird und auf den anderen Blogs so gehypt wird, gebe und weil ich wieder einen Füllartikel brauche, kann es nicht schaden, diesbezüglich wieder meine Leseliste durchzuforsten, um dann am zwanzigsten August, wenn die Longlist bekanntgegeben wird, festzustellen, daß ich null bis einen Treffer habe und daher lesen kann, wenn ich wieder anfragen werde, was ich höchstwahrscheinlich tun werde.

Für 2020 habe ich mir ja eigentlich vorgenommen, stattdessen die Buchpreisbücher aus den Vorjahren, die sich inzwischen bei mir angesammelt haben, aufzulesen und das sind, glaube ich, so etwa fünfundzwanzig, aber das würde ich nur schaffen, wenn ich die neue Liste nicht anfrage und das schaffe ich, glaube ich, nicht.

Also voila, in diesem Jahr habe ich ja bedingt durch meinen Unfall und meine Veranstaltungspause schon sehr viele Bücher gelesen und es waren wieder sehr viele Neuerscheinungen dabei, darunter aber auch einige Sachbücher, die ja wegfallen, den Sachbuchbuchpreis wird es erst im nächsten jahr geben und für denfrage ich  wahrscheinlich nicht an und einige Romane, wie der von John Wray und den der Tanja Maljartschuk wurden ja nicht auf Deutsch geschrieben.

Dafür Jaroslav Rudis “Winterbergs letzte Reise” und der liegt in Harland schon auf meinen Regalen. Ich würde mich also sehr freuen, liebe Daniela Strigl, liebe Petra Hartlieb und liebe übrigen Juroren……

Die neue Streeruwitz liegt auch schon auf den Harlander Stoß, da habe ich es nicht lassen können das Buch Alfred in die Hand zu drücken, als ich mit ihm am letzten Samstag bei “Thalia” in derKremsergasse war und Doris Kloimstein hat mir am Sonntag Judth W. Taschlers “Geburtstagsfest” mitgebracht und das ist ja auch heuer erschienen, es könnte also sein.

Ins Spital in St. Pölten hat sie mir Takis Würgers “Stella” mitgebracht. Das steht wahrscheinlich nicht darauf, weil es die Kritiker nicht für literarisch halten und sonst, schauen wir einmal, ein paar der Neuerscheinungen habe ich und werde ich demnächst lesen, von denen ich mir vorstellen könnte oder es mir wünschen würde, also voila:

1. Jarislav Rudas “Wintersbergs letzte Reise”

2. Marlene Streeuwitz “Flammenwand”

3.Judith W. Taschler “Das Geburtstagsfest”

4.Karin Kalisa “Radio Aktivity”

5.Norbert Scheuer “Winterbienen”

6.Burkhard Spinnen “Rückenwind”

7.Robert Prosser “Gemma Habibi”

8.Mareike Fallwickl “Das Licht ist hier viel heller”

9.Lukas Hartmann “Der Sänger”

10.Takis Würger “Stella”

11.Corinna T. Sievers “Vor der Flut”

12.Anselm Neft “Die bessere Geschichte”

13. Mathias Nawrat “Der traurige Gast”

14.Charles Lewinsky “Der Stotterer”

15.Vea Kaiser “Rückwärtswalzer”

16.Helmut Krausser “Trennungen, Verbrennungen”

17.Heinrich Steinfest “Der schlaflose Cheng”

18.Dilek Güngür “Ich bin Özlem”

19.Paul Ingendaay “Königspark”

20.Nicola Karlsson “Licht über den Wedding”

So das wärs, das meiste stammt aus meiner Leseliste, bei den Herbstneuerscheinungen, bin ich ein bißchen unbedarft. Mal sehen, wie es klappt. Jetzt fahren wir ja erstmal in die Schweiz, ins Tessin zum Filmfestival nach Locarno.

Wenn wir zurückkommen, gibts dann bald die Liste und ich kann wieder schreiben, mal sehen, ich bin gespannt, beziehungsweise überrascht, was es da alles an Neuerscheinungen geben wird, die bisher an mir vorübergegangen sind.

Und natürlich würde ich auch für die “Unsichtbare Frau” pläydieren. Aber ich weiß schon, daß da jetzt einige entsetzt aufschreien und “Wie kann sie nur so unbescheiden sein?”, sagen würden.

Schon etwas Bekanntes bei den O-Tönen

Klaus Kastberger, Eva Woska-Nimmervoll

Klaus Kastberger, Eva Woska-Nimmervoll

Das heutige Debut bei den O-Tönen, Eva Woska-Nimmervolls “Heinz und sein Herrl”, habe ich nicht nur schon bei den “Wilden Worten” gehört, ich habe es sogar schon gelesen, während mir das dritte Buch der Hauptleserin Laura Freudenthaler, deren Debut ich, glaube ich, schon bei den O-Tönen hörte, “Geistergeschichte” unbekannt war.

Ich habe zwar schon einige Rezensionen darüber gesehen und Klaus Kastberger, der beide Veranstaltungen moderierte, sagte auch, es wäre in der Presse gut aufgenommen worden.

Ich habe auch die Zeit, während ich auf die Veranstaltung wartete und mich dabei nicht mit Christa U., der regelmäßigen Stammbesucherin unterhielt, mit dem Lesen eines anderen Buches, das in drei Wochen, auch im Boule-Hof, wenn wir schon aus der Schweiz zurück, aber das Wochenende in Harland verbringen werden, vorgestellt wird, nämlich Robert Prossers “Gemma Habibi”, wo es um Syrien und das Boxen geht, vertrieben.

In Eva Woska-Nimmersvolls Debut geht es dagegen, wie Klaus Kastberger einleitete, um den Gemeidebau, deshalb wurde es, glaube ich, zum Jubiläum derselben dort vorgestellt und, um Hunde, beziehungsweise, um einen Hund, den oder die Klaus Kastberger nicht mag, während es bei Lauras Freudethalers “Geistergeschichte”, Roman, steht drauf, obwohl es vielleicht gar keiner ist, erläuterte der Moderator, um eine Katze geht, die es vielleicht auch nicht nicht wirklich gibt und den Geistern, die der Geschichte den Titel geben, zuzuordnen sind.

Laura Freudethaler

Laura Freudethaler

Die 1984 in Salzburg geborene Autorin, die dort und in Wien Germanistik studierte, was sie, wie sie Klaus Kastberger verriet, einige Zeit am Schreiben hinderte, hat die Tradition, der Geister in der Literatur, Geister und nicht Gespenster, wie sie betonte, wieder aufgenommen und durch berühmte Wände wird dabei auch gegangen, beziehungsweise scheinen, die eine gewisse Rolle zu spielen.

Es geht um eine Klavierlehrerin namens Anne, die ein Sabbatical nimmt, um ein Buch zu schreiben, die ist mit einem Mann namens Thomas verheiratet, der sie offenbar mit einem Mädchen betrügt, das als Geistin oder auch nicht in der Wohnung der Beiden herumgeistert.

Laura Freudenthaler hat im Gespräch mit Klaus Kastberger dann noch erläutert, daß man das sehr wohl als Psychose, Paranoia, oder Depression bezeichnen könnte, wenn man es so will, aber nicht muß und Klaus Kastberger betonte auch noch die Form in der das Buch geschrieben ist, die seines Wissens nach einzigartig ist.

“Lesen oder kaufen und signieren lassen!”, hat er noch geraten. Ich habe das nicht getan, obwohl mich das Buch interessierte und mir die Lesung auch sehr gut gefallen hat.

Ich habe aber eine Tasche mit einigen Neuerscheinungen und einem Backlistbuch in das Harlander Sommerwochenende mitgenommen und werde jetzt drei Wochen, wenn Vea Kaiser, Marlene Streeruwitz und wie schon erwähnt, Robert Prosser in der Hauptschiene lesen werden, aussetzen, da wir uns in dieser Zeit in die Schweiz zum Filmfestival von Locarno begeben werden.

Aber den Prosser werde ich, demnächst auslesen, Marlene Streeruwitz “Flammenwand”  liegt auf dem Bücherstapel über dem Harlanderbett und ob ich das Buch heuer oder erst im nächsten Jahr lesen werde, wird sich entscheiden, wenn es auf der einen oder der anderen Buchpreisliste stehen wird, während Vea Kaiser “Rückwärtswalzer” wahrscheinlich an mir vorbeigehen wird, wenn es nicht ebenfalls auf eine der Listen kommt. Von den Debutanten, die ich versäumen werde, ist mir nur Marco Dinic  bekannt, der steht auch auf der Bloggerdebutpreisliste und da könnte ich mir auch vorstellen, daß er auch auf die des östBps kommt.

Drei Wochen O-Tön-Pause also, währrend es am zweiundzwanzigsten August mit Gertraud Klemm, gefolgt von Bettina Balaka, die ich ja vor kurzem im Cafe Westend hörte, weitergehen wird.

Aus dem Figurenkabinett

Jetzt kommt wieder mal ein Pausenfüller, denn höchstwahrscheinlich war es sich nicht ausgehen, Natasha Solomons “Das goldene Palais” bis Mittwoch auszulesen, aber ich wollte neben den Buchbesprechungen und den Veranstaltungen ja öfter auch etwas aus der Schreibküche zum besten geben.

Geschichten aus der Schreibwerkstatt sozusagen, die im Augenblick nicht sehr aufregend sind, denn ich korrigiere mit zwei fast leeren Druckern, mein zweites “Literaturgeflüsterbuch” mit den Texten über mein Schreiben und den Probekapiteln aus den siebenundzwanzig Büchern, die seit es das “Literaturgeflüster” gibt, entstanden sind.

Daziwschen schiele ich immer schon ein bißchen zu dem “Fräulein No”, der Aushelfskellnerin aus “Rudis Nachtcafe” und da hatte ich ja im Juni die Idee mich bei der diesbezüglichen Planung von einigen Figuren aus meinen vorigen Büchern begleiten zu lassen.

Das meine ich nicht so verrückt, wie es vielleicht klingt und wenn man möchte kann man sich da auch an Jurenka Jurk anlehnen, die vor einigen Wochen wieder ein paar kostenlose Webinare und  einen Kurs zum Thema “Mehr Zeit zum Schreiben” gab.

Die Webinare habe ich zwar versäumt, weil ich bei dem einen in der “Alten Schmiede” war und es dann beim nächsten mit der Anmeldung nicht schaffte, aber ich habe ja auch schon einen Artikel über das Zeitmanagement und eigentlich ohnehin ein ganz gutes.

Die liebe Jurenka Jurk hat mir dann aber noch zwei Videos geschickt, wo sie sich mit zwei Autoren unterhalten hat und da ein bißchen, die größten Fallen, die einem am Schreiben hindern, beleuchten, da den “Innere Schweinehund”: “Ich mag lieber fersehen, statt mich vor mein Manuskript setzen! und der “Innere Kritiker: “Das wird doch sowieso nichts! Wieso setzt du dich da hin? Geh lieber Schuhe putzen!” und meinte man soll mit diesen Stimmen in Dialog treten und das wäre doch auch so etwas, wie sich von seinen Figuren beim Schreiben helfen zu lassen oder einfach ein bißchen über sie zu erzählen, denn, ich habe, glaube ich, im Juni, noch bevor ich mit dem Fensterputzen angefangen habe, mich mit einem Notizbüchlein hingesetzt und aufnotiert, welche Figuren ich da habe und da wären ja einmal die Fritzi Jelinek, bekannt aus der “Absturzgefahr”, Tochter einer Deutschlehrerin, die ihrer Tochter diesen ehrgeizigen Namen gab, die aber eigentlich lieber, wi ihr Vater Psychotherapeutin werden wollte. Sie hat dann eine Ausbildung zur Lebensberaterin und Schreibtrainerin gemacht, ihre diesbezügliche Diplomarbeit über das “Haus im Grünen” geschrieben und bei einem Praktikum, das sie für ihre Lebensberaterausbildung machen mußte, den polnischen Prieser Janusz Warszinski kennengelernt mit dem sie in weiterer Folge eine platonische Beziehung einging. Vielleicht auch ein bißchen mehr davon, darüber kann man streiten und geteilter Meinung sein. Wir treffen sie jedenfalls in der “Pensionsschockdepression” wieder, wo sie in Januz Warszinskis Pfarre jeden Mittwoch eine Bibliotherapiegruppe macht und ihre Nachbarin Thekla Morgenstern dazu einlädt.

In diese Gruppe könnte nun auch Lisbeth Hahnenpichler, die pensionierte Bibliothekarin, aus den “Zwillingswelten” kommen, sowie Laura Augstin aus den “Dreizehn Kapitel”, sowie, der Psychiater Theo Hardenberg, den wir aus der “Frau aus der Bank” kennen, der ja in dieser nicht nur seine Frau findet, sondern, in den “Berührungen” und im “Bibliotheksgespenst”,  jeweils eine Patientin hat, die er nicht nur psychotherapeutisch berät.

Diese Gruppe könnte es also noch weiter geben und sie könnte auch diesen Blog sporadisch begleiten und immer, wenn ich eine Lücke habe, auftreten und ein bestimmtes Thema besprechen, beziehungsweise mein Alter Ego, die nicht sehr erfolgreiche Autorin, Eja Augustin, die auch in diese Gruppe gestoßen ist, bei ihrer Bibliographie beziehungsweise ihrem geplanten “Work in Progress” zu beraten.

Das liegt bei mir, wie beschrieben, derzeit in weiter Ferne, beziehungsweise sind in mein graues Büchlein mit der Aufschrift “Wir sind Wien”, das mir Christa U. zum letzten Geburtstag in einem Rucksack schenkte, gerade einmal drei Figuren und drei Szenen aufnotiert und dann noch ein paar Beobachtungenen, die ich zum Beispiel vor cirka zwei Wochen am Rathausplatz machte, als dort eine Frau mit Kopftuch alleine mit einem Kinderwagen erschien, das darin befindende etwa eineinhalbjähriges Mäderl heraushob, das sich dann in weiterer Folge munter zu dem stattfindenden Konzert drehte, beziehungsweise immer wieder den Platz  hinunterlief, unm von der Mutter immer wieder geduldig zurückgeholt zu werden.

Das könnte eine Szene in meinem neuen Buch werden und die erfolglose Autorin könnte in Fritzi Jelineks Bibliotherapiegruppe, die vielleicht inzwischen eine Schreibgruppe geworden ist, über ihr Problem mit dem Zeitmangagment sprechen und erzählen, daß sie eigentlich ein recht gutes hat, jetzt aber nach über vierzig selbstgemachten Büchern ein wenig ausgeschrieben ist, aber Spaß am Zusammenstellen ihrer Texte hat, obwohl es damit nur sehr langsam weitergeht, weil eben die beiden Drucker, den einen in ihrem Hauptwohnsitz Wien und der andere in der Sommerfrischenwohnung leer geworden wären und sie mit dem Korrigieren noch sehr viel Arbeit vor sich habe, die sie wahrscheinlich das nächste halbe Jahr beschäftigen könnte, bis es eben im November mit dem “Fräulein No” im Rahmen des “siebenten Nanworimos” weitergehen könnte, ihr innerer Kritiker aber eher ein äußerer wäre, weil sie fände ihre Texte gut, aber dann kommen die anderen und schreien “Was, so was schlechtes habe ich noch nie gelesen, aber träume ruhig weiter vom Nobelpreis und vom Sozialismus!”

Nun den Ersteren werden weder ich noch meine Romanfigur bekommen, obwohl es in meinen Büchern da ja immer wieder diesbezügliche Ansätze gibt, aber das Träumen und das Wünschen ist ja nicht schlecht, das kann einer inneren Antrieb geben, obwohl dann irgendwann vielleicht ein bißchen was von außen kommen muß und der Sozialismus ist schon gut, solange er nicht in eine Diktur ausartet, wie es in der Vergangenheit immer wieder geschehen ist.

Da war zuerst eine Revolution, die noch heute gefeiert wird und dann kam einer und setzte sich selber die Krone auf. Für sich kann man aber solidarisch handeln und sich für die anderen einsetzen.

Aber das ist ein Thema, das vielleicht nicht soviel mit den Zeitmangaement zu tun hat und Eja Augustin könnte ihrer Schreibtrainerin Fritzi Jelinek und den anderen in der Gruppe noch verraten, daß sie vielleicht mehr Schwierigkeiten mit dem inneren Antreiber hat oder nein, keine Schwierigkeiten, denn der ist ja sehr wichtig und hat dazu beigetragen, daß es über vierzig Jahren schreiben und fast fünfzig selbstgemachte Bücher gibt, und wenn der Alfred jetzt bald das Cover für die “Magdalena” macht, kann das Buch in die Druckerei gehen und wird dann mein fünfundvierzigstes Selbstgemachtes sein

Krieg im Cafe Prückl

Zum zweiten und zum letzten Mal in dieser Saison in die Sommerlesereihe des Cafe Prückl, da ich ja am Donnerstag, wo es die letzte Veranstaltung geben wird, wieder zu den O Tönen gehe und diesmal war das Thema Krieg, wie Birgit Schwaner in ihrer Einleitung erklärte.

Sven Daubenmerkl und Ditha Brickwell saßen schon am Vortragstisch und die1941 in Wien geborene und in Berlin lebende Ditha Brickwell ist wieder nicht so weit, wie das “Schutzengelchen” in die Vergangenheit gegangen mit ihren drei Texten zum Thema Krieg, das heißt beim ersten, einem Essay darüber und die Rolle, die die Frauen darin spielen ist sie, glaube ich, überhaupt in der Gegenwart geblieben und dann im “Angstsommer”, den ich mir ja erst kürzlich kaufte, in die Gegenwart des kleinen Kindes gegangen, das den Sommer 1945 erlebt und auch der dritte Text hat sich mit einem kleinen Mädchen beschäftigt, das mit der Mutter im Zug, glaube ich, nach Wien fährt und dabei eine Begegnung mit einem russischen Soldaten macht, der ihr erklärt, daß er nach dem Krieg studieren wird.

Der 1965 in Kemnath in Bayern geborene Sven Daubenmerkl, der schon lange in Wels lebt, hat zuerst Ditha Brickwell zu ihrer Affinität zum Thema Krieg befragt und dann aus seiner Novelle “Vom Kriege” gelesen, die wie “Angstsommer” bei “Mandelbaum” erschienen ist und vom napoleonischen Krieg handelt, den es 1796 in seiner Geburtsstadt gegeben hat und von dem fünfzig Jahre später ein ehemaliger Teilnehmer den Studenten in Wien bevor sie auf die Barrikaden steigen, erzählt.

Margit Heumann, Frau Elisabeth, die Stammbesucherin, Claudia Erdheim, Christl Greller, Hans Jörg Liebscher und noch einige andere waren da. Einen Büchertisch, wo man die erwähnten Bücher kaufen konnte, hat es auch gegeben.

Radio Activity

Wieder eine Neuerscheinung, wieder aus dem “C.H.Beck-Verlag”, wieder als E-Book gelesen und diesmal ist es von einer besonderen Autorin, mit einem besonderen Schreibstil, würde ich so sagen, hat doch die 1965 geborenene KarinKalisa mit ihrem Debut “Sungs Laden” einen Bestseller gelandet. Das Buch habe ich einmal, mit Rechnung, im Schrank gefunden, es dann eine Zeitlang liegen lassen und schließlich, als Karin Kalisa damit bei der letzten “Literatur im Herbst” mit dem Thema “Utopie” eingeladen, mit meinen Freund Uli gelesen.

So war ich natürlich sehr interessiert, als ich erfahren habe, es gibt ein zweites Buch und das jetzt gleich ein paar Tage nach Erscheinen gelesen. Anna Jeller hat es auch auf ihrer Facebookseite vorgestellt und als neues Lieblingsbuch bezeichnet. Ich würde sagen, Karin Kalisa hat eine sehr lockere Art zu schreiben, berührt ein sehr aktuelles Thema, auch wenn ich über manches drübergelesen habe, gibt es  sehr berührende und sehr dicht geschriebene Stellen, die hängenbleiben.

Das Buch ist in drei Teilen gegliedert.

“on”, “stay”, off”, heißen sie und berührend ist auch der Klappentext, auch wenn der dann in weiterer Folge, wie ich finde, nicht mehr so viel mit dem Inhalt zu tun hat oder die Spannung, die da aufgebaut wurde, nicht ganz gehalten werden konnte.

Ist da doch von einer Nachrichtensprecherin mit einer verlockende Stimme, einer Art Lorelei, die alle in ihre Fänge lockt, die Rede und von einem verjährten Verbrechen, das sie damit aufklären will.

Das ist der Mißbrauch, den die Mutter der Nachrichtenspreherin, als Kind erleben mußte. Die hatte in Latein Schwierigkeiten, wurde zum Apotheker des Städtchens zur Nachhilfe geschickt und der mißbrauchte sie und noch andere junge Mädchen mit dieser Tour. Die Mutter erzählte das erst ihrer Tochter Nora im Sterbebett und die läuft zu einem Rechtsanwalt, um zu erfahren, daß die Sache “Leider leider!”, verjährt sei und man nichts machen könne.

Das ist kurz gespoilert, der Inhalt des zweiten Teiles und wie der Mißbrauch an der Mutter, die sich nicht wehren und auch nicht darüber sprechen kann, weil man ihr ohnehin nicht glauben würde, geschildert wurde, das ist wirklich sehr packend und alsolut lobenswert.

Beim ersten Teil, wo erzählt wird, wie drei junge Leute, Nora und ihre Freunde, einen Nachrichtensender, als start up, aufbauen und dabei ein etwas verunglücktes Quiz veranstalten, bin ich manchmal ausgestiegen.

Nora verbündet sich mit einem jungen Rechtsanwalt mit Hörgerät, der riecht Lunte an der Sache und im dritten Teil versuchen sie die Verjährung im Internet aufzuheben und zu fälschen.

Durchaus spannend  und ein aktuelles Thema, obwohl ich nicht sicher bin, ob das mit der Verjährung so stimmt und ob Mißbrauch an Kindern wirklich in manchen Fällen straffrei ist, beziehungsweise nicht belangt werden können?

Es gibt, da das Buch erst vor ein paar Tagen erschienen ist, bei “Amazon” noch keine Rezensionen. Nur ein Interview mit der Autorin in einem Radiosender habe ich gefunden. Es ist Anna Jellers neues Lieblingsbuch, was ich sehr spannend finde und auch neugierig darauf bin, was ich von ihm sonst noch so alles hören und lesen werde.

Consummatus

Zwischen dem Neuerscheinungslesen jetzt schnell noch ein altes Buchpreisbuch eingeschoben, denn das stand ja auf meiner 2019 Backliste und, daß ich vielleicht die alten Buchpreisbücher, die sich inzwischen angesammelt haben, lesen will, das habe ich mir ja auch vorgenommen. Sibylle Lewitscharoff “Consummatus”, ein Longlistbuch von 2006 und ich weiß jetzt gar nicht so genau, ob es aus den Schränken oder einer Abverkaufskiste stammt, war doch eine “Morawa-Rechnung” zwischen den Seiten eingeklemmt, ich dachte aber, ich hätte es aus dem Schrank.

Von der 1954 in Stuttgart geborenen Sibylle Lewitscharoff, die 2013 den “Büchner-Preis” bekommen hat, habe ich schon einiges gelesen und kennen tue ich sie, glaube ich, seit ihrem “Bachmannpreislesen”,1998.

“Montgomery” habe ich von den Büchertürmen der “Literatur im März”, das habe ich gelesen und, glaube ich, nicht sehr verstanden, denn Sibylle Lewitscharoff ist ja eine sehr komplizierte Schriftstellerin, die kunstvoll mit der Sprache spielt und dabei auch manchmal übertreibt oder sie da mit den “halben Kindern” oder den “Selbstmördern” auch manchmal übers Ziel hinausschießt.

In dem vorliegenden Buch gibt es auch so eine Stelle:

“Man sollte die Sträflinge wieder in Ketten schließen, um ihnen wieder die Würde zurückzugeben”, heißt es da doch auf Seite vierundfünzig und da könnte ich genauso  ein Fragezeichen machen, wie ich auch eines ans Ende des Buches gesetzt habe.

Aber wieder schön der Reihe nach, damit ich nicht zu unverständlich bin.

Sibyille Lewitscharoff die” Büchner-Preisträgerin” und “Preisträgerin des Leipziger Buchpreises”, stand auch noch 2015 und 2011 auf der deutschen Buchpreisliste, beide Bücher habe ich gelesen

Aus “Blumenberg” stammt der Satz mit den Selbstmördern, auf der “Buch-Wien” hat sie glaube ich laut verkundet, daß sie “Amazon” nicht mag.

Gut, da ist sie nicht allein und das “Pfingstwunder” hat mir sehr gut gefallen. Bei diesem Buch bin ich mir nicht so sicher, da würde ich zu dem Fragezeichen auch hinzusetzen “Was soll denn das, da ist die Phantasie doch zu weit durchgegangen und was wäre, wenn ich das geschrieben hätte?”

Dabei habe ich doch Bücher die im Himmel spielen und die Toten mit ihren Anverwandten reden, aber Sibillye Lewitscharoffs “Consummatus”, das nicht, wie ich annahm, vomKonsumieren kommt, sondern “Vollendet” heißt spielt an einem Vormittag in einem Stuttgarter Cafe, wo ein Gymnasiallehrer sitzt, weiche Eier und Croissants verzeht, unzählige Tassen Kaffee konsumiert und sich außerdem noch mit Wodka betrinkt.

Dabei hält er einen Monolog auf seine Toten, das heißt eigentlich ist das ein Dialog, denn die Toten, seine Eltern, seine Geliebte, Andy Warhol und Jim Morrison sind auch in dem Cafe und reden munter zurück und damit man das in dem Buch auch gleich bemerkt, sind diese Stellen unterschiedlich stark ausgedruckt.

“Falls es Sie interessiert, was uns nach dem Tod erwartet und was Jim Morrison und Andy Warhol heute so treiben, kommen Sie um diesen Roman nicht herum. Und falls es Sie nicht interessiert, dann sind Sie wahrscheinlich schon tot und haben es nur noch nicht gemerkt”, hat der Literaturkritiker Denis Scheck auf das Buch schreiben lassen.

Und das klingt genauso gut, wie manche schöne Sätze in dem Buch, stimmt aber nicht, daß das darin vorkommt oder wir haben schon wieder zwei verschiedene Bücher gelesen.

Es geht um Gott und die Welt und vieles andere in dem Buch, dazwischen wird mit der Kellnerin geschäkert und dann geht es, ich muß noch erwähnen, daß der Handlungszeitraum mit dritter April datiert ist, in den Schnee hinaus.

der Betrunkene tappt sich durch die verschneite Landschaft und damit man das optisch gut erkennt, sind Schneeflocken in dem Buch eingezeichnet. Das war für mich ein bißchen schwer zu lesen und ich habe nicht sehr viel verstanden, als ich aber schon dachte “Aha, das ist die Vollendeung, er bleibt im Schnee liegen und geht heim zu seinen Vätern!”, kommt das Kapitel null zwei, da muß ich noch eine besondereheit erwähnen, die Kapitelüberschriften bestehen aus einem Quadarat, wo die Zahlen ein bis sechzehn durcheinander gewürfelt sind und das jeweilige Kapitel  schwach ausgedruckt ist, zwei Nullkapitel gibt es auch, am Anfang und am Ende und bei diesem Kapitel hat Sibylle Lewitscharoff geschrieben: “Die Geschichte des Mannes, der seine Toten immer um sich hat, endet fröhlich. Wer will, kann ihm jetzt dabei zusehen, wie er die Stufen zu seinem geliebten Weinhaus hinaufsteigt, wie er nach Altherrenart ablegt und mit steifen Fingern nach dem Aufhänger sucht, um den Mantel am Garderobehaken zu versorgen, wie er sich noch einmal mit der Hand über den beperlten  Stoff streicht, aus der Tasche ein Tuch zieht und sich das Gesicht damit abtupft, wie er sich nach dem Jenseitsberater im Eck umsieht, der ihm ein Bier zum Wohl entgegenhebt, wie plötzlich Leben in ihm kommt, er sich die Hände reibt und vergnügt nach der Kellnerin umdreht, die ein Schatz ist.”

Nun ja, könnte ich da sagen, das ist halt die große Literatur und Sibylle hat es sicher Spaß gemacht mit der Sprache zu spielen und vielleicht auch die Leser ein bißchen zum Narren zu halten. Das Meine ist es nicht gerade, ich mag es ja nicht so abgehoben und bleibe realistischer, auch wenn meine Geschichten im Himmel spielen.

Trotzdem bin ich nicht empört, schreie nicht “Pfui!”, habe nur ein paar Mal den Kopf geschüttelt, ein Fragezeichen gesetzt und eigentlich bin ich stolz, daß ich mich in Sibylle Lewitscharoff schon so gut eingelesen habe, denn von “Mongomery” habe ich ja nicht soviel mitbekommen.

Sommerpendeln

Der Sommer ist herangebrochen und das Sommerpendeln hat längst schon begonnen, diese Veränderung von der Sommerfrische, wo ich Dienstag Abend nach Harland fuhr und am nächsten Montag früh zurück nach Wien um zwei Praxistage zu machen.

In Harland habe ich geschrieben oder korrigiert und bin Radgefahren einmal in Richtung Wilhelmsburg da manchmal bis Traisen das andere in Richtung St. Pölten, Traisenpark bis Herzogenburg, am Samstag mit dem Alfred zum Markt, am Sonntag Rudolfshöhe, seit dem der Alfred in Altersteilzeit ist, nur mehr Sommerfrischenwochenenden.

Das heißt Donnerstagabend zu den O- Tönen, die ich ja früher versäumt habe, da bin ich in Wien eigentlich nur auf den Rathausplatz gegangen oder zum Filmfestival am Karlsplatz, nach Harland und am Montag, wenn der Alfred irgendeine Sitzung hatte oder am Dienstag nach Wien zurück.

Sonst ist das Programm eigentlich gleichgeblieben, in Harland Radfahren, schreiben, korrigieren, lesen, in Wien meine Praxis machen und die Abende irgendwie verbringen und heuer ist das besonders interessant. Das heißt, da merke ich den Unterschied zwischen Stadt und Land besonders intensiv.

Wien, die Großstadt, wo ich ja immer wieder gerne Sightseeingtage mache oder WienBücher lese und Harland am Ende von der St. Pölten mt der Traisen, wo es sonst eigentlich nichts gibt, oder doch ein bißchen, es gibt die Feuerwehrfeste, das Kellergassenfest in Wagram, die Sonnwendtfeiern,  und es gibt, Ansäßige aufhören, einen Bücherschrank in Altmannsdorf, der von der dortigen ÖVP gespendet, offenbar noch ganz neu ist, so daß ich dort Ransmayers “Cox”, Kehlmann “Tyll” und einen Camilleri dort liegen sah, was vielleicht besonders interessant ist, da der letztere, von dem ich noch kürzlich ein Buch gelesen habe, wie ich gerade bei “www. buecher.at” erfuhr, am siebzehnten Juli gestorben ist. Er war der Lieblingsautor meiner Schwiegermutter, merke ich noch an.

Das Sommerfrischenwochenendependeln, ein Zungenbrecher, hat heuer schon Mitte Juni begonnen. Im Mai war ich ja eine Zeitlang nicht in Harland, weil der Alfred in Cuba war und ich allein nicht so gern fahre. Da gab es dann auch die Sonnwendtfeiern in Altmannsdorf und in Spratzern, die wir sonst wegen der Sladky-Frühjahrwanderung ja meistens versäumte, aber heuer war ich mit dem Gehen noch nicht so weiß, daß ich da schon mitmarschieren wollte, obwohl ich inzwischen schon zweimal auf der Rudolfshöhe war und das mehr oder weniger gut geht.

Ende Juni gab es diesmal auch schon das “Bachmann-Lesen”, das ich mir zum Teil in Wien zwischen meiner Praxisstunden zum Teil in Harland gegeben habe.

Am fünzehnten Juni ist die Enkeltochter Lia geboren worden, die wir am darauffolgenden Sonntag im Universitätsklinikum besuchten und die ich noch etwas Verschrumpelte und noch nicht so ganz Angekommene, eine Zeitlang in den Armen hielt.

Die Schwiegermutter war dann die Woche darauf infolge der Hitze oder eines Herzstolpern im Spital und ich habe meinen Sommerfrischenfanfang mit einem Shoppingtag in Traisen begonnen, das heißt, da habe ich mir dort eine Uhr gekauft, war beim McDonalds bei der “Seedose”, wo ich, glaube ich, auch einiges Interessantes  aus der Telefonzelle herausgezogen habe und habe auf der Terrasse einen Kaiserspritzer getrunken. Das habe ich am Samstag nach dem “Bachmann-Preislesen”, wo ich für die Siegerin Birgit Birnbacher stimme, dann noch einmal wiederholt und in Wien haben die Sommerlesereihen angefangen, die heuer, glaube ich,  ganz besonders signifikant und griffig sind.

Das heißt Anfang Juli war ich noch zweimal in der “Alten Schmiede”, da gabs ein “Dichtfest” und dann schon die Eröffnungsveranstaltung zur Sommerlesereihe des “Podiums”, die es im Juli Dienstag und Donnerstag im Cafe Prückl gibt. Da war ich bisher nur einmal, weil ich diesen Dienstag ja selbst im Cafe Westend gelesen habe, dafür war ich zweimal im Weinhaus Sittl, im Garten des Pelikanstüberls, bei der Sommerlesereihe des Lesetheaters, da ist das Programm zwar nicht so ganz nach meinem Geschmack, obwohl die “Dreiminutenspiele” und der Nestroy dann ganz spannend waren und am vorigen Donnerstag haben  wieder die O Töne angefangen, bei denen man ja immer ein bißchen raten kann, was dann demnächst auf den “Buchpreislisten” stehen wird und das Spannende an diesem Sommerpendeln finde ich heuer wirklich die Mischung zwischen Land- und Großstadtfeeling, die Feuerwehrfeste in NÖ, zu dem in Ochsenburg, wir erst morgen gehen werden, denn die hat mich ja im März von derHolzerwiese oder unweit davon, abgeschleppt und dem Touristentreiben in Wien, das ich vorigen Dienstag ganz intensiv bemerkten, als ich in das Cafe Prückl ging.

Der Rathausplatz, wo ich auch einmal war, ist ja von den Touristen nicht so ganz überlaufen und das Pelikanstüberl sowieso nicht, das ist dafür aber ein sehr schöner alter Bidermayerhof mit der typischen Wiener Küche, wie es sie sonstwo vielleicht nicht mehr gibt.

Sehr interessant also die Mischung zwischen Stadt und  Land. Ansonsten korrigiere ich an beiden Orten. In Wien, wenn mich meine Stunden das lassen, an meinen “Literaturgeflüsterschreibebuch” herum und das ist zwar mühsam, da aufzupassen, daß alles richtig geschrieben ist, aber wirklich interessant, denn ich schreibe es wieder, auch wenn es manche ärgert, aber der Uli bloggt ja nicht mehr und hat vielleicht mit den deutschen Zensurbehörden Schwierigkeiten bekommen, ich finde mein Schreiben und meine Bücher eigentlich toll, auch wenn ich zugeben muß, daß ich manches in den Promotionsartileln, die ich 2018 extra für das Jubiläumsjahr schrieb, wiederholt und ich sehr oft als letzten Satz eine Aufforderung, sich an meinen Gewinnspielen zu beteiligen, was ja niemand tut, habe.

Trotzdem finde ich es toll, was ich in den letzten vierzig Jahren so alles geschrieben habe und finde das Korrigeren also auch sehr spannend, habe da  auch mein Notizbuch, wo ich mir Notizen für das Neue oder, das was sonst so zwischendurch passier,t machen könnte und starte jetzt wieder in ein langes Wochenende, wo es, wie beschrieben, den Marktbesuch, das Feuerwehrfest und am Sonntag ein Grillen mit Doris Kloimstein, die ja auch eine literarische Figur von St. Pölten ist, geben wird, das Wetter soll auch sehr schön und heiß werden. Also hinein in das Vergnügen und  wünsche allen viel Erfolg!

Winterbienen

Nun kommt wieder eine Neuerscheinung, Norbert Scheuers “Winterbienen”, bei C. H. Beck erschienen und von mir als E-Book gelesen, was ich ja nicht so gerne mache, weil E-Books ja keine richtigen Bücher sind, obwohl man das beim Lesen und beim Besprechen gar nicht so bemerkt.

Den 1951 geborenen Norbert Scheuer habe ich wahrscheinlich kennengelernt, als er mit “Übers Rauschen” 2009 auf der dBp-Liste stand.

“Peehs Liebe” habe ich mal gefunden oder aus einer Abverkaufskistegezogen, aber noch nicht gelesen und “Winterbienen” ist wieder, wie das Buch von Arno Geiger oder das von Ralf Rothmann eines aus den letzten Kriegstagen und da es darüber schon so viele Bücher gibt, werden die diesbezüglichen Helden wohl auch immer skurriler und widersprüchiger, denn das ist der ehemalige Latein- und Geschichtslehrer Egidius Arimon, wie schon sein Name sagt, auf jeden Fall.

Aus dem Schuldienst wurde er frühzeitig entlassen. Das Buch spielt ab 1944 und ist, ebenfalls ungewöhnlich, in Tagebuchform geschrieben und der ehemalige Lateine besitzt auch Bienenstöcke, die er von seinem Vater übernommen hat, die er pflegt und betreut und von dessen Honig er lebt.

Er schmuggelt in den Bienenstöcken aber auch Juden über die belgische Grenze. Das tut er, glaube ich, nicht nur des Gutmenschentums wegen, sondern wegen Geld, das er braucht, um sich sein Luminal zu besorgen, denn er ist Epileptiker und weil es schwer ist, im Krieg an die Medikamente zu kommen, nehmen seine Anfälle zu.

Man sieht ganz schön widersprüchlich und daher wahrscheinlich nicht sehr realistisch. Es kommt aber noch einiges dazu, denn obwohl von den Nazis sterilisiert, ist er ein Frauenheld und schäckert nicht nur mit seiner Cousine Sanny, die in dem Dorf ein Gasthaus betreut, sondern auch mit einer Maria, Anna und einer Charlotte, das sind verheiratet Frauen, deren Männer im Kriegseinsatz sind.

Charlotte ist die Frau eines Kreisleiters und außerdem in der Bibliothek beschäftigt, die sich in einem ehemaligen Bergwerk befindet, dort hat Arimond nicht nur seine verbotenen Bücher versteckt, er geht auch regelmäßig hin, um Aufzeichnungen über einen Benediktinermönch aus dem fünfzehnten Jahrhundert zu verfassen, den er zu seinen Vorfahren zählt und der sich auch mit Bienen beschäftigt hat.

Aus diesem Grund gibt es auch immer wieder lateinische Zitate in dem Buch, die man nachschlagen kann. Bei einem E-Book ist das ganz einfach, da braucht man nur darauf klicken und schon kommt man in den Anhangteil und dort steht auch, daß Norbert Scheuer von einem alten Mann mit dem er sich immer in einem Cafehaus traf, Aufzeichnungen über einen seltsamen Bienenzüchter mit der Bitte darüber ein Buch zu schreiben, bekommen hat.

Wahr oder erfunden, ich weiß es nicht. Noch etwas habe ich vergessen, in dem Buch gibt es auch, was mir zwar nicht ganz passend erschien, bei Norbert Scheuer aber offenbar üblich ist, Zeichnungen über amerikanische Flugzeuge, die sein Sohn angefertigt hat, denn während Egidius Arimond das Jahr 1944 beschreibt, kreisen amerikanische Flieger über seinen Köpfen und sein Bruder, der ihm immer Medikamente schickte ist, auch ein Kriegsflieger, sendet aber immer seltener Botschaften.

Ein interessantes Buch könnte man schreiben. Ich bin gespannt, wie es von der Rezeption aufgenommen wird und ob es auf die heurige dBp-Liste kommt, denn dann hätte ich weniger zu lesen.

O-Töne mit Karl-Markus Gauß und Katharina Pressl

Klaus Kastberger, Katharina Pressl

Klaus Kastberger, Katharina Pressl

Karl-Markus Gauß, Günter Kaindlstorfer

Karl-Markus Gauß, Günter Kaindlstorfer

Wieder Donnerstag, der im Sommer den O-Tönen statt der Demo gewidmet ist und das ist eigentlich ein schönes Gefühl, nach der fünf Uhr Stunde seine Sachen zusammenzupacken und sich mit einem Buch ins Museumsquartier setzen.

Wenn ich um sechs weggehe, bin ich um halb sieben am Ort, da ist mein bevorzugter  Platz in der zweiten Seite links noch frei, ich habe Sibylle Lewitscharoffs “Consummatus”, ein Buch, das 2006 auf der dBp Longlist stand,  ich irgendwann gefunden habe und das leicht und locker in die Handtasche passt, obwohl ich ja gerade Karin Kalisa “Radio Aktivity” lese, das aber in meinem Computer als E-Buch habe und den hat mir der Alfred erst später gebracht.

Es ist aber ohnehin bald die Christa U., meine Hauptschulkollegin, die ich ja fast immer bei den O-Tönen sehe, gekommen und dann Karl-Markus Gauß, der mich immer freundlich grüßt und der mich über den Blog zu kennen scheint und etwas später Günther Kaindldorfer der ihn moderierte.

Vorerst ist aber noch Klaus Kastberger offenbar mit Frau und Kind erschienen, der für das Programm zuständig ist und die Debutantin Katharina Pressl moderierte, die mit ihrem Buch “Andere Sorgen” mir völlig unbekannt war, wie ich auch die meisten heurigen Debuts noch nicht kenne, das aber bei “Residenz” erschienen ist, so daß sowohl Heidi Selbach, als auch Jessica Beer anwesend waren.

ein Buch, das von einer jungen Frau, die eine Wohnung ausräumt, handelt und die mit ihrer Mutter und andere Altersheiminsaßen einen Ausflug nach Kroatien macht. Mehr kann ich zu dem Buch nicht sagen, da mǘßte ich es, als Ganzes lesen. Mal sehenm ob es auf eine Debutpreislisten kommt, so daß ich das tuen kann.

Karl-Markus Gauss kenne ich dagegen, wie erwähnt, schon und habe aus seiner “Abenteuerlichen Zimmerreise”, glaube ich, auch schon die drei Stellen, die er gelesen hat, in Göttweig bei “Buch und Wein” gehört, zumindesten kann ich mich an die Stelle über seine Bibliothek und über die über seine Duschhaubensammlung sehr gut erinnern. Ob er auch die von dem Kochbuch seiner Großmutter gelesen hat, weiß ich dagegen nicht mehr.

Es gab auch ein sehr politisches Gespräch, Günter Kaindlsdorfer fragte ihn nach der FPÖ und der derzeitigen politischen Situaton, wo Karl-Markus Gauß sich sehr kritisch äußerte, wo einige Leute klatschten, einer empört schien und sich beschwerte und ob mir die Duschhaubensammlung, so wie die Veranstalterin meinte, im Gedächtnis bleiben wird, weiß ich auch nicht so genau. Ich habe mich als es in das Badezimmer ging, zwar an die Stelle erinnert, habe da aber zuerst an das Klopapier und dann an Zahnbürsten gedacht, bevor mir die Duschhauben eingefallen sind.

Dann sind wir wieder in Parkhaus gegangenm um gleich nach St. Pölten zu fahren, wo es wieder ein Sommerfrischenwochenende zu verbringen gibt.

PEN-Sommerfest und Neues vom Schreiben

Als ich anläßlich des achtzigsten Geburtstages von Peter Paul Wiplinger im Pressecub-Concoida war, hat mich Helmut Niederle zum Sommerfest in den Hof des Hauses in der Bankgasse Nur acht, eingeladen.

“Kommen Sie, das wird sicher schön!” hat er gesagt!” und da ich ja sehr neugierig bin und auch sehr begierig bezüglich meines Blogs, das vielseitige Literaturleben zu erfassen, bin ich heute hingegangen.

Vorher hatte ich nur um fünf und um sechs eine Stunde und daher Zeit für einen allseitigen literarischen Tag. Da habe ich mir im Sommer ja einiges vorgenommen und wollte mich auch von meinen literarischen Figuren, wie die Fritzi Jelinek, die Lisbeth Hahnenpicher und den Theo Hardenberg begleiten lassen, das ist aber Mangels des tatsäclichen Feedback nicht so leicht, das wirklich in die Praxis umzusetzen, obwohl ich schon ein diesbezügliches Notizbuch habe.

Die literarischen Anforderungen kamen aber ohnehin, hat doch Alfred, die “Magdalena” fertig korrigert, ich habe sie durchgesehen, keinen Fehler mehr gefunden.

Kunststück habe ich das letzte halbe Jahr sehr lange und auch sehr laut daran korrigiert, das heißt mir das Ganze immer und immer wieder vorgelesen.

Jetzt bräuchten wir noch das Cover, damit es in die Druckerei gehen kann und als ich am Morgen im Garten, das Unkraut ausrupfte, hat mich der Alfred zu sich gefrufen und gemeint, er müsse mir etwas zeigen.

Denn auf der Facebookseite des “Globusverlages” war ein Bild von mir in dem schicken schwarzen Leiberl mit der Aufschrift “Es ist wieder Donnerstag”, denn Christoph Kepplinger hat heuer etwas Besonderes vor, die Autoren des “Linken Wortes des Volksstimmefestes” vorzustellen. Jeden Tag kommt ein anderer, eine andere und weil er aktuelles Bild vor mir haben wollte, habe ich mich dafür entschieden.

Also ganz schön literarisch, um so mehr da ja noch der Eindruck von der gestrigen Lesung, die eine sehr gute und auch gut besucht war, in mir wach ist.

Trotzdem habe ich dann bis zum Nachmittag gebraucht, bis ich mich an die Korrekturen des “Literaturgeflüsterbuches  Nummer zwei” machen konnte, was ja, wie ich ahnte, ein wenig schwierig werden könnte, weil zweihundertsechzig Rohseiten und wo setze ich jetzt die Aprostrophe und wo nicht, damit schließlich alles stimmt, trotzdem trage ich mich mit der Idee, daß ich, falls ich bis November nicht mit damit fertig bin, mich bei der Arbeit unterbreche und mich im Rahmen meines siebenten “Nanowrimos” meinem “Fräulein No”, dem Ulricht Blumenbach und der Gerti Schuster widmen werde.

Allerding werden wir dann bald zur “Buch Basel” fahren, denn da habe ich schon angefragt, die Karten und der Festivalpaß werden reserviert, die Bahntickets und das Hotelzimmer ist schon bestellt.

Also nur ganz langsam mit meinem Schreibbuch weitergekommen. Die Farbe meines Druckers ist auch schon fast leer, die in Harland ebenso, aber das Buch, beziehungsweise die Schreibartikel, die im “Literaturgeflüster” so nach und nach entstanden sind, gefallen mir eigentlich sehr gut und ich denke, da ist schon was zusammengekommen, auch wenn das niemand merken will.

Um dreiviertel sieben, nach meiner sechs Uhr Stunde, bin ich  in Richtung Bankgasse aufgebrochen und habe dort im Hof dann gleich Helmut Niederle, Peter Paul Wipplinger und andere getroffen, die dort schwatzend bei einem Gläschen und beim Buffet herumstanden.

Trotzdem gab es auch einen Veranstaltungsraum mit Lesungen und dort moderierte, glaube ich,  Helmuth Niederles Frau und es gab eine Reihe von Kurzlesungen, ein Buch wurde, glaube ich, auch vorgestellt.

Da die autoren nur mit ihrem Vornamen vorgestellt wurden und ich ja kein Pen-Mitglied bin, habe ich mir entsprechend schwer getan, aber Anna Mwangi zuorden können, deren “Kinder des Genossen Rakosi” ich ja gelesen habe.Jetzt hat sie eine Geschichte von einem Vater, der unbedingt wollte, daß sein Sohn die Matura machen und dann ingenieur werden sollte, obwohl der das gar nicht wollte, gelesen.

Dann kam Ishraga Mustafa, die, ich, glaube ich, schon vom “Milena Verlag” und der Vernissage die Doris Kloimstein in St. Pölten einmal veranstaltete, kannte.

Helga Neumayr hat einen interessanten Text gelesen, in dem sie ihr Aufwachsen mit der Vielsprachigkeit thematisierte und auch viele andere, deren Namen ich nicht kannte.

Gespräche gab es auch , mit einem Studienkollegen vom Alfred, einem niederösterreischen Kulturbeamten, den ich immer wieder bei Veranstaltungen sehe, Helmut H. Niederle hat mir ein Glas ausgewaschen, so daß ich Rotwein trinken konnte. Der Kuchen war schon ziemlich aus, aber Soletti und Knabberstanden hat es noch gegeben.

Sonja Henisch und Alexander Peer, dessen Lesung im Cafe Prückl ich gestern wegen meiner Lesung versäumte, habe ich gesehen und der Franz hat sich, glaube ich, mit Dietmar Grieser lange unterhalten, aber den habe ich nicht erkannt.