Flugschnee

Jetzt kommt das letzte Buch der 2017 dBp-Leseliste, womit ich, wie auch 2015m alle deutschen Buchpreisbücher gelesen habe, 2016 fehlt mir, glaube ich, ein und zwei vom Vorjahr, obwohl mir eines davon noch versprochen wurde, wie es 2019 wird, wird man sehen, ob ich da ein fünftes Buchpreisbloggen mache und wenn wieviele Bücher es werden?

Dieses Buch zwanzig der deutschen 2017 Liste habe ich nicht vom Verlag sondern vom lieben Otto bekommen, als wir ihn zu unseren Jahresanfangsfest, um die große von der Angela und vom Josef bekommene Weinflasche zu leeren, eingeladen haben.

Ein Longlistenbuch, der 1962 in Schwanenstadt geborenen und in München lebenden Birgit Müller-Wieland, deren Namen, ich wahrscheinlich von der GAV kenne und die in großen Verlagen einige Bücher hat.

Bei “Otto Müller” ist das Buch erschienen und es besticht, dem würde ich mich anschließen, durch eine schöne Sprache, die Schnee- und Steinmetaphern und behandelt eine Familiengeschichte, deren Geheimnisse wieder Mal das gesamte Jahrhundert umfassen und in der es nichts gibt, was in ihr nicht vorkommt.

In zwei Strängen wird erzählt. Die Ich-Erzählerin Lucy, die nach dem Verzehr von Drogenpilzen, fast einen Haussturz hinter sich und ein Schädeltrauma abbekommen hat, die mit ihrem verschwundenen Bruder Simon spricht. Im Dezember passiert das in Berlin, wo sie mit Lisa und Samir in einer WG wohnt und dabei an das denkt, was zwanzig Jahre vorher in Hamburg zu Weihnachten in dem Haus der Großeltern passierte, das sie mit ihren Eltern und dem Bruder immer besuchte.

Der zweite Strang passiert dann in dieser Zeit in Hamburg und da wird abwechselnd von Arnold und Vera, das sind die Eltern und  Helene und Lorenz das sind die Großeltern erzählt.

Eine Urgroßmutter namens Johanna gibt es auch, aber die hat den Krieg nicht überlebt, ist sie doch statt in den Luftschutzkeller wieder nach oben gelaufen, um das Strickzeug zu holen, um die Socken ihres Sohnes weiter zu stricken oder in den Tod, weil sie nicht weiterleben wollte?

Man weiß das nicht so genau, wie auch alles andere, was da in dieser Familie, die von der Großmutterseite von Adeligen abstammt und alle angesehe Berufe haben, passierte, erst nach und nach klar wird.

Vera, die Mutter aus Österreich stammend, ist Bildhauerin von da kommen die Steinmetaphern und hat ohne Arnold zu informieren, das dritte Kind abgetrieben. Arnold, der Vater ist Historiker, Professor an der Uni. Aber er hat Jahre lang auf seine Ganztagsstelle warten müßen, weil ihm immer wieder andere, darunter auch Frauen wegen der Quote oder weil sie ein Techtlmechtl mit den Vorgesetzten hatten, vorgezogen wurde.

Der Großvater Lorenz war Arzt. Die Großmutter Helene war, glaube ich, Lehrerin, wurde aber von einer Demenz erfaßt und die ganze Familie delegiert sich an den zwei gleichen Büchern.

“Die Ästhetik des Widerstands” von Peter Weiss und eines von einer Karin Boye und ja richtig ein größeres Geheimnis, ein Kind das von einem anderen Vater ist und der Gehörtne, das viel besser, als die Mutter weiß, gibt es auch noch und einen Großonkel, der den eigen Vater an die Gestapo denunizierte und dann im Krieg gefallen ist.

Also etwas, das man schon in vielen Varianten gelesen hat, also nicht wirklich neu ist, aber offenbar so schön geschrieben, das Birgit Müller- Wieland damit auf die Longlist des dBps kam. So experimentell, wie ich es mir eigentlich vorstellte, ist das Buch eigentlich nicht und die beiden Handlungsstränge, so gibt es beispielsweise Anspielungen, das der verschwundene Simon, ein Opfer oder Täter der IS geworden sein könnte und einen Flüchtling in der WG gibt es auch, sind eigentlich recht zusammenhanglos  aneinandergereiht, enthalten aber andeutungsweise wirklich alles, was im letzten Jahrhundert geschehen ist.

Und dazu fällt mir eine Anekdote ein, die eigentlich gar nichts mit dem Buch zu tun hat, die ich aber letzte Woche beim Bücherschrank in der  Josefstädterstraße erlebte. Ich hatte mir dort einige  Bücher herausgenommen und wollte sie, auf der Bank, die es in der Nähe gab und auf der eine Frau saß, einräumen.

“Was gefunden?”, fragte sie und ich gab die Frage zurück.

Sie schüttelte den Kopf, sagte etwas von Sachbüchern und, daß sie keine Romane lesen würde.

“Warum?”, wollte ich wissen.

“Weil ich das alles selbst erlebe!”, antwortete sie mir und war erstaunt, denn so unternehmungslustig sah sie eigentlich nicht aus und ich erlebe ja auch nur einen Bruchbruchteil von dem, was in den Bücher steht, damit sie spannend  genug und Buchpreiswürdig scheinen.

Daldossi oder Das Leben des Augenblicks

Jetzt geht es  bei meinem “Backlist-Lesen” um das östDB Shortlistbuch von 2016 Sabine Grubers Kriegsreporterroman, von dem ich ja das erste Mal etwas gehört habe, als die 1963 in Meran geborene, die ich von der GAV kenne und auch immer wieder bei Veranstaltungen sehe, 2015 den “Veza Canetti-Preis” gewonnen hat. Bei den O-Tönen hat sie dann 2016 aus dem Buch gelesen, das oft gar nicht so gute Kritiken hatte und einigen Leuten, wie ich hörte, nicht so sehr gefallen hat.

Als die öst Preisliste bekanntgegeben wurde, habe ich es angefragt, aber nicht bekommen und dann ein halbes oder ein Jahr später ein schon ziemlich ramponiertes Leseexemplar im Schrank gefunden und es dann wegen meiner übervollen Leseliste nicht geschafft, es im Vorjahr zu lesen. Aber jetzt ist ein bißchen Zeit bevor die Herbstneuerscheinungen und Buchpreislisten kommen und ich schreibe am besten dazu, das Buch hat mir gut, besser als “Stillbach”, das ich ja, glaube ich, einmal bei einem Abverkauf kaufte und vor zwei Jahren gelesen habe, gefallen und es behandelt ein rauhes und sehr wichtiges Thema, das Sabine Gruber, glaube ich, auch sehr gut und interessant erzählt.

Am Beginn des Buches gibt es ein Interview mit der Autorin, wieso sie das buch geschrieben hat. Ob das auch in den Originalexemplaren enthalten ist, weiß ich nicht, es war aber ganz interessant, in die Beweggründe und in die Kriegsreporterwelt einzudeuten, denn das ist wahrscheinlich wirklich ein zweischneidiger Beruf, denn ist es Sensationslust, wenn man sich nah an die Mienen stellt und dann die zerschossenen Körper fotografiert? Kann man damit Elend verhindern, in dem man aufklärt?

Wahrscheinlich beides davon und die Berichterstatter gehen auch meistens kaputt daran, Beziehungen zerbrechen, sie fangen an zu trinken, nehmen Drogen, wie Sabine Gruber  genau weiß.

Es gibt auch immer wieder Beschreibungen von Kriegsfotografien und die Handlung ist eigentlich schnell erzählt.

Bruno Daldossi war in Tschetschenien, Sarajevo, Krak, Afghanistan und und und und….

Nun ist er in Pension und erfährt, daß ihn seine Freundin Marlies, eine Zoologin verlassen hat. Daran zerbricht er und während er das tut, geht er sein bisheriges Leben durch und das tut die Autorin ebenfalls in sehr schönen Bildern und scharfen Momentaufnahmen.

Die Ex Freundin eines Kollegen, Johanna, soll nach Lampedusa fliegen, um   über die Flüchtlingezu berichten. Daldossi trifft sich am Flughafen mit ihr, fliegt aber nach Venedig Marlies nach, wo er sich betrinkt und von ihr beschimpft wird.

So kommt er auch nach Lampedusa, Johanna, die vor kurzem ihre Mutter verlorin hat, erkrankt dort, fliegt nach Palermo in ein Spital, während Daldossi sich ein Boot mietet, um auf  Meer hinauszufahren, ob er dort den Bruder einer afrikanischen Flüchtlingsfrau, die als Prostiutierte arbeitet, retten oder nicht nicht mehr zurückkommen will, ist nicht so klar.

Er hinterläßt jedenfalls im Hotel  seine letzten Verfügungen und man taucht, glaube ich, scharf erzählt, ein, in eine Welt, die den, der ein normales Alltagsleben führt, fremd bleibt und trotzdem wichtig ist und für den, der es noch nicht weiß, fühge ich hinzu, Sabine Gruber ist auch Lyrikerin und hat inzwischen auch einen neuen Gedichtband heruasgebracht.

Große Ferien

Nun kommt das Sommerbuch könnte man meinen. Habe ich gemeint, als ich auf meiner Leseliste von 2019 und dem Stapel in meinem Badezimmer Nina Bußmanns “Große Ferien” entdeckte und das Buch zeitgleich zum Wiener Schulschluß am Freitag zu lesen begonnen habe. Der Bachmannpreis war auch gerade, wo die 1980 in Frankfurt Geborene ja 2011 mit einem Ausschnitt den “3 Sat-Preis” gewonnen hat und das war auch der Grund warum ich mir, vor zwei Jahren, glaube ich, beim Flohmarkt des Literaturhauses dieses Buch aus dem Stapel der aufgereihten Bücher herausgezogen und dann darauf vergessen habe.

Ich habe von Nina Bußmann auch seither nichts mehr gehört, nur ihren Namen im Gedächtnis behalten und jetzt eine Enttäuschung oder nicht. Es ist nur kein Sommerbuch, keines das von den Ferien im Juli und August handelt, in denen man auf große Reisen geht, sondern eher das Gegenteil. Mit den großen Ferien ist der Rückzug, das Ende, das Burn-Out gemeint, das ein Lehrer namens Schramm, der sonst immer vorbildlich, vielleicht aber auch ein Einzelgängerund ein Sonderling war, irgendwo habe ich auchdas Wort Autist gelesen, erlebt.

Es ist, könnte man schreiben, ein eher langatmiges, langsames, vielleicht auch langweiliges Buch für die heutige Ungeduld der Leser und vielleicht auch etwas ungewöhnlich für eine so junge Frau.

Denn da wird zu Beginn des zweihundert Seiten Buches sehr langsam und bedächtig der Garten beschrieben, den der Lehrer Schramm gerade jätet, auszupft und betreut.

Er ist auch nicht mehr als Lehrer tätig, sondern hat sich, nachdem er in der Schule zusammengebrochen ist, zurückgezogen und der anrufenden Direktorin, sowie der Krankenkasse erklärt, daß er nicht mehr zurückkehren wird.

Jetzt steht er da im Garten, jätet, sät und denkt über sein bisheriges Leben nach. Das geschieht sprungartig, von hinten nach vorn , so daß bis zum Ende des Buches eigentlich nicht ganz klar ist, was da zwischen dem Lehrer und seinem Schüler Waidschmidt wirklich passierte und, ob das der Grund für den Rückzug und den Tinnitus war.

Eine Ohrfeige, ein Mißbrauch, eine homesexuelle handlung oder vielleicht nur die Erinnerungen an eine Schüler-Lehrer Beziehung?

Es ist aber auch die Kindheit, die schlechte Beziehung zum Vater, das spätere Zusammenleben mit der Mutter, das Warten auf den Bruder Viktor, dem Arzt, dem er sich anvertrauen will, der aber bis zum Schluß des Buches  nicht kommt, weil auf der Autobahn durch einen Stau verhindert, geschildert.

“Bis zum Abend bin ich sicher da!”, verspricht der Bruder am Telefon und, ob er dann, bis er das ein wenig abseits liegende Elternhäuschen mit dem Garten erreicht, den Bruder tot am Boden finden wird, ist auch nicht ganz klar.

Am Anfang habe ich das Buch ein wenig langweilig gefunden, habe mich auch gefragt, ob eine so junge Frau das Burn-Out eines älteren, wie alt ist er eigentlich, Lehrers, wirklich beschreiben kann.

Es sind auch ein paar Anspielungen an Thomas Bernhard, dem Meister, vorhanden. Der Ohrensessel, in dem der Vater immer saß und natürlich, daß alles lächerlich ist und das Leben überhaupt.

Aber das ist eigentlich kompliziert, wie ich mich erinnere, an anderer Stelle gelesen zu haben. Ein paar Klischees über den Lehrerberuf, die langen Ferien und nur bis zu Mittag Schule sind natürlich auch dabei, aber eigenlich ein interessantes Buch, wenn man bis ans Ende gekommen ist, auch wenn die vielen Sprünge dieses hin und her, wo man nichts wirklich festlegen und vielleicht auch nicht nacherzählen kann, manchmal nerven.

Aber man soll ja nicht spoilern, hat mir Bookster einmal emport geschrieben. Nina Bußmann hat sich vielleicht aus diesem Grund nicht wirklich festlegen lassen und sich daher öfter widersprochen oder die Themen nur angerißen ohne wirklich aufzuschreiben, was da im Lehrerleben des Herrn Schramm wirklich passierte.

Ein interessantes Buch, wiederhole ich deshalb am Schluß, auch wenn es nicht von den Sommerferien handelt und ich kann mir vorstellen, daß vieles von dem was hier angedeutet wird, wirklich in einem Lehrerleben passiert.

Elf Jahre Literaturgeflüster

Es ist soweit, hurrah, hurrah, das Literaturgeflüster gibt es nun schon elf Jahr und wenn das vielleicht auch der Uli oder eineige andere meiner Leser das narzistisch finden, ich finde es schön, daß ich auf diese Art und Weise mein literarisches Leben, mein Schreiben, die Veranstaltungen, die ich besuche und die Bücher die ich lese, der daran interessieren Öffentlichkeit präsentieren kann.

Die ist, ich weiß, sehr klein, ein gutes Archiv und eine gute Zusammenfassung dessen, was in den letzten elf Jahren so literarisch passierte, ist es allemal und so sind in dieser Zeit, kann ich stolz vermelden, auch über dreitausendachthundertfünfzig Artikel entstanden, die es inzwischen täglich oder so gar öfter gibt.

Ich weiß, der Uli nennt es, sinnlosen Content, den er nicht verstehen kann und es sind sicher auch einige Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler dabei, dennoch nenne ich eine solche Leistung beachtlich und deshalb gibt es auch wieder einen Artikel, um das zu feiern.

Ein “Literaturgeflüster-Texte-Buch” ist 2013 entstanden, in dem man die literarischsten Artikel des Blogs nachlesen kann, das habe ich vorigen April in der “Alten Schmiede” vorgestellt, inzwischen arbeite ich am “zweiten Literaturgeflüsterbuch”, in dem es um mein Schreiben und meine Bücher geht, sind in der Zeit meines Bloggens doch, glaube ich, siebenundzwanzig Bücher entstanden, deren Entstehen man hier auch nachlesen kann.

Beim ersten Jahr “Literaturgeflüster” hatte ich einige Gratulanten, denn damals ist man mit einem solchen Blog in den literarische interessierten Kreisen, ich habe das getestet, noch ein bißchen aufgefallen.

Jetzt nicht so sehr, jetzt siegt vielleicht die “Bullshit-Fraktion”, die wie der Uli “Sinnloser Content!”, ruft, während sich die literarischen Interessierten vielleicht nicht auf das Blogniveau hinabbegeben.

Schade eigentlich und es stimmt auch nicht so ganz, da es mir immer wieder passiert, daß mich die Leute kenne, wenn ich oder sie mich auf einer Veranstaltung ansprechen und sie wenigstens den Artikel gelesen haben, den ich über sie, ihr Buch oder ihre Lesung geschrieben habe.

Mein Schreiben interessiert dagegen nicht so sehr, das gebe ich schon zu und muß es auch nicht, denn da hat Rudolf  B. schon recht gehabt, als er mir vor vierzig Jahren den Ratschlag gab, daß ich es für mich  praktizieren soll.

Damals habe ich ihm das nicht geglaubt und geantwortet, aber die Jelinek tut das doch auch nicht!”

Es ist mir leider nichts anderes über geblieben, als diesen Rat anzunehmen, weiterzuschreiben und als das Herumschicken meiner Manuskripte nichts nützte, begonnen meine Bücher ab 2000 selber zu machen.

Da war ich, würde ich sagen, eine Pionierin des Selfpublishings, habe mich aber in die Nesseln gesetzt, weil ich in Zeiten, wie diesen ja noch heute höre “Leider, leider, Selfpublishing wollen wir nicht!”

Fast fünfzig Bücher sind aber auf diese Art und Weise inzwschen entstanden, die ich auf Lesungen vorstelle und seit es das “Literaturgeflüster” gibt, auch auf meinen Blog, denn 2008 habe ich, als nächste Selbsthilfeaktion mit dem Bloggen angefangen und bin trotz aller Ambivalenzen höchst zufrieden.

Im ersten Jahr hatte ich, glaube ich, eine Hand oder waren es schon zwei Interessierte, die mir Kommentare schrieben und sich für meine Berichte interessierten.

Das hat inzwischen aufgehört oder es kamen die Kritiker oder Spamer, zwei Frauen und ein Mann der berühmte Uli, der sich außerdem auch noch rechts engagiert, haben sich da gemeldet und sind inzwischen auch verschwunden, so daß ich, was eigentlich sehr seltsam bin, ein wenig einsam vor mich hinblogge und in den Weiten des Netzes, wie ich fürchte fast verschwinde.

Macht aber nichts, der den es interessiert, kann mich finden und wissen welche Veranstaltungen ich in den letzten elf Jahren besucht habe, es waren sehr viele, siebuenzwanzig Bücher habe ich geschrieben, die Schreibberichte sind hier nachzulesen und sehr sehr viele Bücher habe ich gelesen, denn und das ist interessant, die Verlage interessieren sich für Blogger und bieten ihnen ihre Bücher an, so habe ich derzeit fast einen Lesenotstand und hetze von einem Buch zum anderen, denn die Bücherschränke, die ich ja auch sehr eifrig besuche und darüber schreibe, sind auch entstanden, ich habe mit dem Buchpreisbloggen angefangen und da gibt es ja jetzt den deutschen und den österreichischen Buchpreis, in der Jury des “Ohrenschmauses” war ich schon als ich zu bloggen angefangen habe, damals habe ich für die GAV auch noch die “Mittleren” und den “Tag der Freiheit des Wortes” organisiert, das tue ich inzwischen auch nicht mehr, gehe aber nach wie vor zu Veranstaltungen, versuche auf meine Bücher hinzuweisen und jetzt sie auch literaurwissenschaftlich zusammenzustellen.

Interessant, interessant würde ich sagen und bin für die Möglichkeit des Bloggens, obwohl ich eigentlich daran gescheitert bin, sehr dankbar und betreibe es auch sehr diszipliniert und genau.

Zum fünften und zum zehnten Jahrestag hat es mehr oder weniger größere Gewinnspiele gegeben. Beim Elften verzichte ich darauf, aber wer was lesen und mir gratulieren oder auch einen kritischen Kommentar geben will, kann sich trotzdem eines aussuchen.

Aber Achtung, es sind nicht mehr alle vorhanden, weil ich mir ja nur fünfzig Stück drucken lassen, die PDFs verschicke ich aber gerne und bei einigen Büchern kann man auch noch auf der Leserunde kommentieren,  sie sozusagen eröffnen oder in Schwung halten.

Wenn wer das möchte,  freut es mich, wie mich auch das ganze “Literaturgeflüster” freut und ich es, wie schon geschrieben, sehr froh über die Möglichkeit bin, mich damit literarisch zu präsentieren.  Daß mir das nicht sehr gelingt, damit literarisch aufzufallen, ist sehr schade und vielleicht auch wirklich eine kleinere oder größere literarische Kränkung, aber wie erwähnt, macht es auch nichts, denn es ist schön, daß ich schreibe, mich immer noch für Literatur und die Veranstaltungen interessiere und wer mich jetzt vielleicht persönlich kennenleren und sich ein Buch abholen möchte, am sechzenten Juli gibt es um neuzehn Uhr im Cafe Westend beim Westbahnhof dazu Gelegenheit und wem das zu spät ist, den verweise ich auf den 31. August und auf das Volksstimmefest, denn da lese ich ab sechzehn Uhr beim “Linken Wort”, das eine Mal aus der “Unsichtbaren Frau”, das andere aus der noch nicht erschienenen “Magdalena” und jetzt aufs ins zwölfte “Literaturgeflüsterjahr”, beziehungsweise in die Sommerfrischenwochenenden in Harland bei St.Pölten, ich freue mich schon sehr darauf!

Literatur und Geschichte

“Ferne Spiegel – Literatur und Geschichte”, lautet das Motto der heurigen “Podium-Sommerlesereihe”, die erstmals von Birgit Schwaner gestaltet wird. Gegründet wurde die Reihe von Claudia Erdheim und wurde bis letztes Jahr von Christa Nebenführ organisiert.

Die Auftaktveranstaltung findet immer in der “Alten Schmiede” statt, die dann im Juli jeweils Dienstag und Donnerstag im Cafe Prückl forgesetzt werden.

Zu deen Auftaktveranstaltungen bin ich eigentlich immer gegangen, ins Cafe Prückl, da ich ja sehr sparsam bin, erst seit einigen Jahren und lesen würde ich auch gerne einmal wollen, aber Christa Nebenführ haben meine Texte ja nicht gefallen, bei Birigt Schwaner, die immer sehr freundlich ist und die einmal auch ein Buch von mir kaufte, habe ich zum Thema passend den Link zum “Schutzengelchen” hingeschickt, das ja auch im ersten Weltkrieg spielt, dann hat es, leider, leider offenbar doch nicht so gepasst, obwohl, die heutigen Lesungen sehr abwechslungsreich waren und einer sich auch mit dem Frauenwahlrecht beschäftigt hat und Cornelia Travnicek,die ihn geschrieben hat, war wohl auch so angzogen, wie die Urgroßmutter, die mit einem Flugzeug nach Donetz reiste, aber gut, macht ja nichts oder ich kann es nicht verändern und ich bin wegen meiner sechs Uhr Stunde auch wieder ein bißchen zu spät gekommen oder gerade richtig zum Interview, das Birigt Schwaner mit Nils Jensen zur Geschichte des Podiums führte.

ich habe da auch eine, denn Alois Vogel, einer der Urväter des Literaturkreises, hat ja einmal meinen Slavica Text genommen und ich hatte auch noch später ein paar Texte in der Literaturzeitschrift, in der quadratischen, bei dem zweihundert Seiten Buch hat es dann nicht mehr geklappt und Nils Jensen erwähnte gerade den Namen Wilhelm Szabo, als ich meinen Platz in der zweiten Reihe erreichte.

Dan  kam Claudia Erdheim, die Sommerlesenreihebegründerin und sagte, daß sie früher hunderttausend Schillinge für die Veranstaltung zur Verfügung gehabt habe, da wird das Budget heute wohl ein wenig knapper sein und sie las aus ihrem Buch über das jüdische Leben in der Leopoldsstadt im, glaube ich, siebzehnten Jahrhundert.

Dann folgte wieder Nils Jensen und ging mit seinem Essay über Europa in die Gegenwart, da erwähnte er ein 1979 geschriebenes Gedicht und den Roman des vorletzten deutschen Buchpreisträgers, der ja mit seiner Fiktionalisierung sehr in die Patrouille der Rechten oder in den Fälscherverdacht gekommen ist und dann Cornelia Travnicek mit einer Abwandlung zu hundert Jahren Frauenwahlrecht.

Das wurde ja im letzten Jahr gefeiert und Cornelia Travnicek erzählte, daß vorher das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt wurde und noch früher konnten nur Leute von Stand und Geld wählen, da waren dann einige Frauen dabei, die ihr Wahlrecht verloren haben.

Grund genug für Cornelia Travnicek den Spieß im Sinne der “Töchter Egalias” umzudrehen und einen Karl in ein Wirtshaus zu schicken, wo ihm drei stramme Damen mit großen Hüten auf den Penis schauen und eine Frau Binder vergeblich versucht einem jungen Mann zu helfen, der durch das neue Wahlrecht seines verlieren wird.

Sehr spannend der Text,  hat mir wirklich sehr gefallen und jetzt kann ich gespannt sein auf die weiteren “Spiegelschriften”, am Dienstag werde ich mich ja wahrscheinlich mit Ausnahme des sechzehnten, wo ich im Cafe Westend lese, ins Prückl begeben und am Donnerstag zu den O-Tönen, wo die Großen der Literatur lesen und mir verraten werden, was vielleicht demnächst auf den kommenden Buchpreislisten stehen wird.

Dichtfest zum Saisonschluß

CHRISTINE HUBER

CHRISTINE HUBER

Alfred Goubran

Alfred Goubran

Bevor es in der “AS” in die Sommerpause geht, gab es noch einmal das von Christine Huber veranstaltete “DichtFest”, da war ich heuer durch meinen Unfall, glaube ich, noch gar nicht, aber die Saison lasse ich gerne damit ausklingen, deshalb sind wir schon am Vormittag nach Wien gefahren und nicht, wie wir es sonst im Sommer machen werden, erst am Dienstagmorgen.

Ich gehe  ja ganz gerne zu diesen Lyrikveranstaltungen, obwohl ich sonst gar nicht so ein großer Lyrikfan bin und Christine Huber hat auch wieder sechs sehr interessante Dichter- und Dichterinnen für die Abschlußveranstaltungen ausgewählt.

Zwei davon habe ich schon gekannt, beziehungsweise sie vor kurzem aus ihren neuerscheinenen Büchern lesen hören, nämlich Alice Harmer bei der KritLit und Susanne Toth, das letzte Mal im Cafe Westend, wo ich ja am sechzehnten Juli lesen werden.

Begonnen hat der Abend mit einer Lesung von Alfred Goubran, der ja früher die “Edition Selene” hatte und meine Bücher dort nicht haben wollte.

Jetzt hat er aus den “Technische Tiere” gelesen und die Frau, die hinter mir saß und die ich schon öfter bei literarischen Veranstaltungen gesehen habe, hat öfter laut gelacht und ihre  Zwischenfragen gestellt.

“Was Sie lesen wirklich nur dreizehn Minuten? Hören Sie dann mitten im Satz auf?”, beispielsweise.

Alfred Goubran hat “Selbstverständlich!”, geantwortet, mich hat aber ihr Gelächter und ihr Dazwischenreden genervt und es hat mich auch aus meiner Konzentration gerissen, weil ich die lauten Dazwischenqatscher ja nicht so gerne habe.

Monika Maslowska

Monika Maslowska

Alice Harmer

Alice Harmer

Das habe ich ihr in der Pause auch hgesagt.

“Sie können das ja auch machen!”, hat sie geantwortet und Alice Harmer, die als Dritte gelesen hat, hat sich bei ihr für ihre Lacher sogar bedankt.

Nun ja, wie sich die Geister scheiden, ich denke es stört, wenn einer so ungeniert, seine Meinungen abgibt, während, die anderen den Mund halten und daziwschen hat auch noch die aus Polen stammende und mir bis jetzt unbekannte  Monika Maslowa mit ihrem bei “Limbus” erschienenen “Winterrot” gelesen und zwar gibt es da in dem Buch sehr schöne Illustrationen, die die Autorin immer mit einem sehr kurzen Satz versehen hat.

Dann gab es die Pause und dann folgte Susanne Toth mit ihrem “Wir sind”. SIe hat diesmal im Sitzen gelesen,  ihre Texte sehr konzentriert vorgetragen und auch öfter wiederholt.

Dann folgte die Schweizerin Christine Zurbrügg, die ich, glaube ich, vom “Volksstimmefest” oder anderen Veranstaltungen kannte. Sie hat einen noch unveröfftentlichten “Haiku Band”, der die in die vier Jahreszeiten eingeteilt sind und dazu Akkordeon gespielt und sogar gejodelt.

Der letzte Leser dieses Abend ist der “Textvorstellungen-Moderator” Friedrich Hahn, der schon über vierzig Bücher hat und von dem ich auch die Idee übernommen habe, zu meinem sechzigsten Geburtstag aus meinen dreißig letzten Büchern zu lesen, beziehungsweise sie vorzustellen.

Jetzt hat er aus “neben deinen fußnoten mein alter schuh” gelesen und dazwschen immer wieder auf seine anderen Bücher aufmerksam gemacht. Anschließend gab es wieder Wein, Knabbereien und Gespräche, die ich vorwiegend mit dem Franz, der der Alfred von seiner Studentenheimzeit kennt und mit einer Stammbesucherin geführt habe.

Susanne Toth

Susanne Toth

Christina Zurbrügg

Christina Zurbrügg

Und Morgen, kann ich gleich verraten, geht es weiter mit der “Podium-Auftaktveranstaltung”, die immer in der “AS”,stattfindet, bevor sie ins Cafe Prückl geht und die werde ich mir auch anhören, bevor es aufs Land in meine  Sommerfrischenwochenenden, beziehungsweise zu den O-Tönen gehen wird, die aber erst nöchste Woche beginnen.

Friedrich Hahn

Friedrich Hahn

Wieder einmal Bachmannlesen

Ich verfolge ja ziemlich genau von Anfang an und das war, glaube ich, 1977, das Geschehen um den “Bachmann-Preis”, zuerst mit dem, was ich aus der Zeitung in dem Fernsehen so nebenbei mitbekommen habe, zweimal habe ich, glaube ich, auch einen Text hingeschickt und versucht mich für eine Lesung zu bewerben. 1996 bin ich  auf eigene Faust hingefahren, habe mich ins Studio gesetzt, mir die Lesungen angehört und weil ich nicht akkreditiert war, die Texte nicht bekommen.

Jetzt kann man sie sich ausdrucken und das Ganze im Fernsehen oder im Internet verfolgen, was ich eigentlich jedes Jahr tue und heuer ein bißchen Terminkollusion, den 1996 war der Wettbewerb noch in der letzten Juniwoche, dann wurde 2009 pder 2010 wegen der Fußballmeisterschaften, die es da ja zeitgleich gibt, in den Juli verlegt.

Jetzt ist es wieder in der letzten Juniwoche und die Eröffnung fand auch nicht, wie üblich Mittwoch, um halb neun sondern schon, um halb sieben statt und da habe ich ja eigentlich in die “Gesellschaft für Literatur” zu einer Veranstaltung von Andrea Grill, die ja auch einmal in Klagenfurt gelesen hat, gehen wollen und vorher war ich bei einem Vernetzungstreffen in der WGKK, das am Wienerberg von eins bis halb fünf stattgefunden hat, dann hätte ich eigentlich gedacht, als ich noch nicht wußte, daß es diesmal schon um halb sieben losgeht, fahre ich zum Karlplatz, kaufe mir dort Fahrscheine und mache mir ein bis zwei schöne Stunden, dann gehe ich in die “Gesellschaft” und dann nach Hause, um mir die Eröffnung, was man ja kann, im Nachhinein anzusehen.

Dann war ich aber nicht so sicher, ob ich das wirklich wollte, weil was mache ich zwei Stunden in der heißen stadt, wenn das Gehen noch nicht so geht und ich auch keinen Kaffee trinken oder ein Eis essen will und mir eigentlich auch keine Bücher kaufen will.

Auf den Karlsplatz mit der U- Bahn fahren und mir Fahrscheine kaufen und dann überlegen was ich mache, dachte ich, bin dann aber schon viel früher in den Bus gestiegen, der ja an der Kettenbrückengasse hält oder das sollte, denn dann gab es eine Durchsage und der Bus ist die Pilgramgasse hinunter und nicht die Schönbrunnerstraße gefahren und dort, wo ich eigentlich aussteigen wollte, war alles abgesperrt und im Oe24 live erfuhr ich kurz darauf, daß es in der Schäffergasse Ecke Pressgasse, dort wo ich vorbeigehen hätte müßen, eine Gasexplosium gegeben hat, die derzeit, glaube ich, ganz Wien in Atem hält.

Also nach Hause, die Krongasse liegt ja ein wenig abseits, mich mit einem Campari Soda, den der Alfred gestern bei seinem Betriebsratfest geschenkt bekommen hat, in den Garten gesetzt.

Zuerst, die von Klaus Kastberger, der ja auch in der Klagenfurter-Jury sitzt, herausgegebenen Fritsch-Tagebücher, die ich gerade lese, gebloggt und mich abwechsend zum Oe24-livestream versucht in den Klagenfurt- livestream hineinzukommen, was dann kurz nach halb acht gelungen ist.

Es gab die Eröffnungsmusiik und dann die Begrüßungsreden von Karin Bernhard. Christian Ankowitsch moderierte, stellte die Gäste vor und begrüßte  die Bürgermeisterin für ihre Eröffnungsrede. Dann sprach eine 3-Satfrau, danach kamen die Preisstiftenden Privatsponsoren von der PSK-Bank und der Kelag und wurden vom Moderator ausgefragt.

Der Klavierspieler  Karen Asatrian folgte und forderte die Anwesenden zum Mitsingen auf. Die Jury Stefan Gmündner, Nora Gomringer, Klaus Kastberger, Hildegard Keller, Michael Widerstein, Insa Wilke und der Jurysprecher Hubert Winkels marschierten auf, der Sprecher hielt seine Antrittsrede, dann wurden die Lesereihefolge ausgelost und mein Internet verschwand für eine Weile, so daß ich erst wieder zur Festrede von Clemens J. Setz, der auch einmal in Klagenfurt gelesen hat und jetzt einen langen Bart trägt, die “Kayfabe und Literatur” heißt und man rätseln konnte, was das heißt.

Eines der Strache-Videos, wo der ehemalige Vizekanzler einer Familie Österreicher ein fremdenfreies Österreich zeigt, wird dabei zitiert und wer von den vierzehn Autoren, bei denen diesmal sechs Österreicher sind, von denen ich nur Sarah Wipauer, Lukas Meschik und Birgit Birnbacher kenne, Morgen beginnen wird, werde ich erst später erfahren.

Wahrscheinlich erst zu Mittag, da ich morgen bis zwölf Uhr Stunden habe und  am Nachmittag noch ein paar, aber dazwischen werde ich mich wieder nach Klagenfurt schalten, um herauszubekommen, was für spannende Texte dort gelesen werden.

Sarah Wipauer wird aber, was man auf der Seite sehen kann, morgen um elf die zweite sein. Christian Ankowitsch stellte seine Co Autorin Zita Bereuther vor und das eingeladene Festpublikum strömte zum Buffet, während ich die Rede nachlesen und meine Texte korrigieren werde.

Die erste Leserin am Freitagmorgen, ein undankbarer Lesetermin, wie ich denke, war die 1980 geborene in Berlin lebende Katharina Schultens, die auf Einladung von Insa Wilkens einen Romanauszug aus einem eher schiencefictionalen Text las.

Dann folgte die 1986 in Wien geborene Sarah Wipauer, die ich vor einigen Jahren über meinen Blog kennenlernte und die auch schon im Literaturkurs gelesen hat und auf deren Twitteraccaunt laut Wolfgang Tischer Klaus Kastberger aufmerksam wurde und sie daher mit ihrem Text, der von einem Gespenst, das durch den Weltall fliegt, zum Lesen einlud.

Dann kam die 1974 in Zürich geborene Silvia Tschui, die ein sehr witziges Vorstellungsfilmchen hatte, in dem erklärt wird, warum sie den Preis gewinnen muß und dann aus ihrem Roman “Der Hartmut am Buffet” las, wo es um eine Geschichte und ihre Rivalität von zwei Brüdern geht, die im Krieg flüchten mßte.

In der Mittagspause ging es dann um Peter Handke und dem Leben mit seiner kleinen Tochter in Paris, ein Film von Georg Stefan Troller.

Nach zwei Interviews ging es dann laut Programm  verspätet, wieder in den Sall, wo die mir bisher unbekannte 1982 in St. Veit an der Glan, wo ich einmal fast ertrunken wäre, geborene Julia Jost, deren Portrait ein Interview in einem Theater ist und deren Text “Unweit vom Schalkaltal”, glaube ich, auch in Kärnten spielt,  vom Hof ihrer Eltern und an Hand einer Klassenfotografie eine Kindergrausamkeit erzählt.

Als letzte in der Frauenrunde folgte am Freitag die 1959 in Schaffhausen geborene Andrea Gerstner, deren Text “Das kann ich”, heißt und in dem, glaube ich, eine Großmutter von dem Sorgerechtverfahren um ihren Enkel erzählt und dabei hintergründige Gedanken hat.

Die Diskussion darüber habe ich dann wegen meiner Nachmittagsstunden versäumt und mußte von mir nachgehört werden.

Ich bin aber auf die letzte Donnerstagsdemo vor den Sommer zuerst in den Bruno Kreisky Park und dann im Zick-Zack zum Karlplatz gegangen, um mir Freitagmorgen, nachdem ich die Fritsch-Tagebücher ausgelesen habe, mir den Wolfgang Tischer Podcast vom “Literaturcafe” angehört habe, die die Texte von Sarah Wipauer und Katharina Schultens lobten und die von Silvia Tschul, Julia Jost und Andrea Gerstern als nicht neu genug und schon sehr oft gehört verunglimpften und sich von der Jury mehr Kritik wünschten. Ich bin ja gegen das “Bachmann-Preis-Geschimpfe”, das mit den Finger wackeln und “Das ist ein schlechter Text-Geschrei!”, aber Wolfgang Tischer ist da defensiver und wünscht sich zu seinem Vergnügen mehr Widerspruch!

Dann gings in meine erste Stunde und in Klagenfurt betrat der 1986 geborene und in Köln lebende Yannic Han Biao Federer, die Bühne,  indessen Text “Kenn ich nicht”, der Autor offenbar in verschiedenen Positionen selber auftritt.

Dann folgte die 1993 in München geborene Ronya Othmann, die in Leipzig studiert und wahrscheinlich kurdische-jesidische Wurzeln hat und in ihrem Text “Vierundsiebbzig” den Genozid an den Jesiden schildert und der in seiner Beurteilung der Jury große  Schwierigkeiten machte, ihn literarisch zu beurteilen.

Die 1885 in Salzburg geborene Birgit Birnbacher, deren “Wir ohne Wal”,ich gelesen habe und der mich vor poetische Herausforderungen stellte, folgte mit den Text “Der Schrank” und beschäftigte sich in ihrem Portrait mit der Arbeitswelt und die Geschichte handelt sehr konkret von einem Schrank, der plötzlich in einem Stiegenhaus steht und dann, wie sich herausstellt, der Ich-Erzählerin gehört, der mich sehr beindruckt und mir sehr gefallen hat, obwohl die Erzählerin am Schluß der Geschichte in den Schrank ist, um zu verschwinden, was wieder nicht sehr realistisch ist.

In der Pause gab es dann ein filmisches Portrait des “Thomas-Sessler-Theaterverlags” und ein Interview mit dem Direktor der Schule für Dichtung und glaube ich, einem Komponisten über den Schlager, beziehungsweise Udo Jürgens, der ja aus Klagenfurt stammt.

Danach folgte der 1996 in Berlin geborene Daniel Heitzler, der noch keine Veröffentlichungen hat, was eigentlich den Wettbewerbsbedingungen, daß man eine Verlagsempfehlung haben muß, widerspricht mit seinem Text “Der Fluch”, der in Mexiko zu spielen scheint und dann folgte, als letzter des Tages, der offenbare Star des Bewerbes,  der 1961 in Bern geborene Tom Kummer, der glaube ich, bisher durch seine “Fälschungen” aufgefallen ist. . Sein Text “Von schlechten Eltern”, scheint von Schweizern zu handeln, die sich auf der Flucht befinden.

Am Abend bin ich dann doch in die Galerie in die Florianigasse gegangen, um einer GAV-Veranstaltung zu lauschen, statt noch einmal genauer über meine mißglückte “Bachmann-Preis-Karriere” zu schwadronieren und am Samstag fuhren wir dann nach Harland, um dort als Erstes festzustellen, daß der Kühlschrank ausgefallen war, so daß ich erst sehr spät in den Text, der 1974 in Wien geborenen Ines Birkan, die ich, glaube ich, schon bei Veranstaltungen gesehen habe, einsteigen konnte, der von einer Ekaterina, die sich glaube ich mit einem Seeskorpion eingelassen hat, handelt.

Dann kam  der 1992 in Völckerbruck geborene und in Hannover lebende Leander Fischer mit seinem Text “Nymphenverzeichnis”, wo es um einen Musiker und das Fliegenfischen geht.

Dann kam ein Film über Anna Katharina Hahn,die sich als Stadtschreiberin von Mainz für Tauben interessierte.

Danach der letzte Österreicher in der Lesereihe, einer der, obwohl sehr jung, schon viele Bücher geschrieben hat, der 1988 in Wien geborene Lukas Meschik, der in seinem Portrait die Hauptbücherei vorstellte und ein Plädoyer über das Lesen hielt und über den Tod seines Vaters  die schönen Sätze schrieb: “Jeder Sohn stirbt als sein Vater. Jeder Vater lebt weiter als sein Sohn” und die Behauptung enthält, daß man immer, um vier Uhr früh stirbt, was wohl nicht so stimmt, der Sohn es sich aber für sich selber wünscht. Ein Text über den die Jury sehr kontrovers diskutierte und als letzter stellte der 1976 in Frankfurt geborene Storyteller Martin Beyer das Henkerhaus in Bamberg vor und las seinen Text “Und ich war da”, der sich natürlich mit einem Henker und die Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl beschäftigte, wie die meisten Texte ja schon in den Portraits vorgestellt wurden.

Ein Text, der mir, wie auch der von Silvia Tschui,  sehr gut, der Jury weniger gefallen hat, die meinte, daß man so nicht über die Geschwister Scholl schreiben dürfe, aber ich denke auch, daß der junge Kriegsheimkehrer, der Sophie Scholl, die Augen zudrücken hätte sollen, imJahre 1943 keine Ahnung haben konnte, wen er da vor sich hat.

Das war es dann mit sehr unterschiedlichen und auch sehr interessanten Texten. In Klagenfurt kann man schwimmen gehen, ich werde mich aufs Rad setzen und schauen, was die “Seedosen-Telefonzelle” für mich hat und ab fünfzehnUhr kann das Publikum abstimmen.

Soll ich das heuer, habe ich meinem resignativen Rückzug gedacht und überlegt, ob ich jetzt Sarah Wipauer, Birgit Birnbauer, Lukas Meschik oder doch dem nicht so gut weggekommenen Text von Andrea Gerster meine Stimme geben soll?

Was ich, wie sich herausstellte, ohne Alfreds Hilfe gar nicht konnte, weil ich da aus Sicherheitsgründen ein SMS schicken müßte und ich keine Handy habe. Ich dann aber, vielleicht weil mir das letzte Buch nicht so gefallen hat, doch für Birgit Birnbacher stimmte und ich den Wipauer-Text nicht ganz gelesen habe.

Nur meine Shortlistprognose: Birgit Birnbacher, Yannik Han Biao Federer, Julia Jost, Tom Kummer, Ronya Othmann, Katharina Schultens und Sarah Wipauer würde ich vermuten, aber meistens sind dann  zwei nicht so offensichtliche Namen dabei, die dann auch keine Stimme bekommen und wer es machen wird…?

Sarah Wipauer, Tom Kummer und Ronya Othmann und vielleicht auch Birgit Birnbauer oder Yannik Han Biao Federer werden wohl einen Preis bekommen und Wolfgang Tischer scheint auch, wie der Moderator angedeutet hat, eine öffentliche Shortlistenreihung zu bekommen.

Die wurde dann am Sonntag verlesen und wenn man sie mit meiner vergleicht, fehlen Katharina Schultens und Tom Kummer, dafür kamen Leander Fischer und Daniel Heitzler darauf.

Zur Bachmannpreisträgerin wir dann ziemlich kurz und schmerzlos Birgit Birnbacher, was mich überraschte aber freut, weil mir der Text bis auf den Schluß ja sehr gut gefallen hat.

Der zweite Preis ging dann an mir sehr überraschend an Leander Fischer und wieder wurde mit Herrn Federer stichgewählt. Was dann beim nächsten Druchgang mit Julia Jost noch einmal passierte, daß er wieder überblieb.

Was dann bei der 3Sat- Stichwahl Heitzler gegen Federer, dessen Debutroman ja auch auf der Debutpreis-Longlist steht, endlich für Yannik Han Biau Federer gewann und Sarah Wipauer ist, was ich sehr schade finde, leider übergeblieben. Dafür hat die bisher auch eher übersehene Ronja Othmann für ihren starken Text den Puplikumspreis gewonnen.

Die Preise sind vergeben, die Spannung ist vorbei und ich kann mich nach der Abschlußrede von Hubert Winkels mit dem Alfi um ein Trauma zu vermeiden auf die Rudolfshöhe begeben.

Man darf nicht leben wie man will

Buch zwei von den Empfehlungen der letzten Lese.Auslese, die Gerhard Fritsch-Tagebücher zwischen 1957 und 1964 geschrieben hat und die jetzt im “Residenz-Verlag” von Klaus Kastberger und Stefan Alker-Windbichler herausgegeben hat und habe mich, weil ich mich ja für die österreichische Nachkriegsliteratur interessiere, auch ein bißchen mit dem Dichter, der 1924 in Wien geboren wurde und sich 1969 dort das Leben nahm, beschäftigt.

Das heißt, ich bin bei einer oder zwei Lesetheateraufführungen gewesen und habe mir einmal bei “Libro” im Abverkauf “Katzenmusik” gekauft und gelesen,

Sonst habe ich gewußt, daß er bei den städtischen Büchereien, als Bibliothekar gearbeitet hat, sein Sohn in der Schönlaterngasse neben der “AS” ein Antiquariat besitzt und glaube ich auch “Literatur und Kritik”, eine Zeitlang herausgegeben hat und auch sonst im Kulturbetrieb der fünfziger und sechziger Jahre sehr tätig war.

Daß er gerne Frauenkleider getragen hat und sich mit solchen an seine Werke setzte, habe ich nicht gewußt.

Klaus Kastberger hat das nun in seinem Vorwort enthüllt und auch sonst ein bißchen in die Biografie des Autors, der dreimal verheiratet war und auch mehrere Kinder hatte, eingeführt.

Der Titel dürfte auch auf die transsexuellen Vorliebe zurückzuführen sein und Gerhard Fritsch hat sich auch in seinen Werken öfter mit diesem Thema beschäftigt.

In den Tagebüchern werden die Künster dieser Zeit, Hans Weigel, Hermann Hakel, der sein Werk auch sehr gerügt hat, Rudolf Felmayer, etcetera, sehr erwähnt.

Einen Briefwechsel mit Thomas Bernhard hat es auch gegeben, da war ich, glaube ich, auch mal bei einer Veranstaltung und, daß das Buch sehr viele Infos über das Wiener Leben der Sechziger- und fünfzigerjahre gibt, wurde in der “Gesellschaft für Literatur” auch erwähnt.

Nach dem Vorwort von Klaus Kastberger, beginnt es mit den Tagebüchern, die in einigen Heften niedergeschrieben wurden, beginnend mit dem Juni 1957 bis zu Heft IV im Mai 1964.

Im Anhang gibt es  sehr genaue und ausführliche Kommentare von Stefan Alker-Windbichler, der Tag für Tag über die erwähnten Personen, Cafehäuser und Orte Auskunft gibt, so daß man sehr genau in das Leben in Wien oder die Kärntnersommerfrische, in die er sich mit Frau und Kind etcetera, begab, bekommt, wobei man natürlich wieder die Frage stellen kann, wie weit es die Öffentlichkeit angeht, in welcher Kleidung Gerhard Fritsch seine Romane “Moos auf Steine” oder “Fasching” schrieb und, wie er den Busen von Sofia Loren nannte?

Man kann jetzt aber nachlesen, wann und wo sich Fritsch seine BHs und Frauenkleider kaufte, seine Frau Annemarie wußte, um seine Leidenschaften und dann geht es hinein in die Reisen nach Salzburg, ins Burgenland und nach Venedig mit seiner Lryriker und Büchereikollegin Christine Busta, mit der er gemeinsam die Lyrikstipendien gewinnt und beklagt, daß da die Frauen wie Christine Busta, Christine Lavant und Doris Mühringer vor ihm gereiht wurden, der Busta und der Lavant gönnt er das, während er bei der Mühringer nicht so sicher ist, wie ihm auch ein Text von Walter Buchebner nicht gefiel.

Anton Wildgans Frau Lilly hielt Vorträge über ihren Mann Anton oder Toni, was ihm auch nicht so gefiel, ansonsten klagt er über seine Wohnung, in der er seine Bücher nicht so richtig aufstellen und auch seine Schriftstellerkollegen nicht empfangen kann.

Er kommt in eine bessere Gehaltsgruppe, muß dafür aber die sogenannte B-Prüfung machen, wo er einige Kurse schwänzt und dafür gerügt wird und so beklagt er auch, daß er nebenbei arbeiten muß und nichtnur als Schriftsteller tätig sein kann.

Politisch kommt 1956 die Ungarnkrise und die Flüchtlinge über den Neusiedlersee, den Austritt aus der KPÖ,  Fritsch wendet sich  vom Sozialismus ab und dem Katholizismus zu.

In Heft II, im Jänner 1959, beginnt Fritsch seine Sachen aus der damaligen Hautbücherei in der Schmidgasse im achten Bezirk, in die ich auch noch öfter gegangen bin, auszuräumen und in die freie Schriftstellerschaft hinüberzuwechseln.

Seine Ehe mit Annemarie wird in dieser Zeit auch geschieden und eine Bärbl geheiratet. Mit dem Sohn Michael geht er aber ins historische Museum der Stadt oder Wien Museum, wie es, glaube ich, jetzt heißt und schaut sich das Grillparzerzimmer an, das es jetzt im Literaturmuseum gibt.

Reisen beispielsweise nach Kroatien, werden weiter gemacht und Vorträge gehalten.

1961, das ist dann wahrscheinlich schon in Heft III bekommt Ivo Andric, den Nobelpreis und Fritsch bedauert, daß den nicht Miroslav Krleza erhält, dessen Werke er bearbeitet.

Der Papst stirbt dann in Heft IV oder am 3. 7. 1963 an einem Krebsleiden. Schriftstellerkollegen, wie Reinhard Federmann oder Hermann Friedl von dem ich mir auch ein paar Romane aus den Libro-Abverkaufskisten gezogen habe, wie auch die junge Barbara Frischmuth, deren siebenundzwanzigsten Geburtstagsfest er besucht, werden weiter getroffen.

In der Mitte des Buches gibt es einen umfangreichen Bildteil, wo man sich Gerhard Fritsch, seine Frauen, Kinder und sonstige Verwandte, aber auch die Cover seiner Bücher und ein paar handgeschriebene Tagebuchseiten ansehen kann und man hat ein sehr informatives Buch gelesen, das ich denen, die sich für die österreichische Nachkriegsliteratur interessiert, abgesehen von der Vorliebe von Frauenkleidern, bei der ich nach, wie vor skeptisch bin, ob man das wissen muß, wenn man sich für Literatur interessiert, sehr empfehlen kann.

Wir und das Fremde

Vor einigen Tagen habe ich von Judith Gruber-Rizy eine Einladung zu ihrer Lesung aus “Der Mann im Goldrahmen” in die Galerie Sandpeck in der Florianigasse bekommen, die am Freitag um 19 Uhr stattfand und dahin hätte ich gehen können, da wir eines Sommerfestes, das der Alfred besucht, erst am Samstag nach Harland fahren, aber aus dem “Mann im Goldrahmen” habe ich Judith Gruber-Rizy schön öfter lesen gehört und da ich nicht gerne zu doppelten Veranstaltungen gehe, habe ich gedacht, was mache ich dann, weil es mich am Abend ja meistens aus dem Haus treibt und ich eigentlich auch einen Blogbeitrag brauchte?

Die   Alternative wäre ein neuerlicher Beitrag über den “Bachmann-Preis” und ein Jammern darüber, daß ich dazu nicht eingeladen werde und wenn, sicherlich verrissen werden würde, so daß es gut ist, daß…

Aber ich soll ja nicht so viel jammern, weil das die Leser vielleicht nicht hören wollen, ein bißchen in der Stadt herummarschienen wollte ich ja eigentlich auch und so bin ich, als die Lesungen in Klagenfurt beendet waren und ich die Monatsabrechnung gemacht hatte und auch noch Fahrscheine brauchte, um fünf in Richtung Florianigasse  aufgebrochen und war,  als ich die Galerie beim Uhlplatz erreichte,  erstaunt, daß es sich eine von Linda Kreiss zum Thema “Wir und das Fremde -Leben im Ausland”, organisierte GAV-Veranstaltung handelte, bei der außer Judith Gruber-Rizy, noch Dine Petrik und Alaka Chural lassen.

Musikbeiträge von Nadja Offinger und Begleitung gab es auch und ein paar bekannte Stammbesucherinnen habe ich gleich vor oder in der Galerie getroffen.

Linda Kreiss ein neueres GAV-Mitglied, habe ich glaube ich einmal bei einer von Anita C. Schaub organisierten Veranstaltung im Amerlinghaus gehört und sie hat ein paar Bücher über Nepal geschrieben, deshalb wahrscheinlich das Thema, das ja in Zeiten, wie diesen  ein sehr wichtiges ist.

Die Galeristin hat begrüßt, die Sängerin und Gitaristin Nadja Offinger das Einleitungslied gesungen, dann hat Linda Kreiss etwas zu der Veranstaltung erklärt und Dine Petrik vorgestellt, die aus ihren “Stahlrosen zur Nacht” aus denen ich,glaube ich, schon  einmal bei einer Lesung war, gelesen hat und zwar eine Stelle von einer Tante aus Lemberg, die von dort offenbar ins Burgenland zu der  jungen Dine und ihrer Familie geflüchtet ist.

Judith Gruber-Rizy, ersten in der “Edition Wortreich” erschienen Roman, die dann folgte, habe ich auch schon zum Teil gekannt, weil ich da ja bei einer Lesung war, da geht eine Frau, die, ich weiß nicht, ob sie Rosa heißt, ein Jahr in ein Häuschen aufs Land, um sich von ihrem Sohn zu trennen und auch jeden Tag ein Foto vom Kirschbaum in ihrem Garten zu machen.

Dann las Linda Kreiss aus ihrem Nepalbuch “Der den Mond trägt” und stellte anschließend ihre Freundin Alakaa Chural aus dem Nepal vor, die seit elf Jahren mit ihrer Familie in Wien lebt und hier an der Uni tätig ist und die sang begleitet von Nadja Offinger, ein Lied, das sie geschrieben hat, um sich über das Heimweh, das sie nach Nepal hat, hinwegzuhelfen.

Eine interessante Veranstaltung und auch eine interessante Alternaitive zum “Bachmannlesen” und am Heimweg habe ich auch einige der Bücherschränke gestürmt und dabei ein paar interessante Bücher, zum Beispiel, das Buch zum Film von Wladyslaw Szpilman “Der Pianist”, das ich schon immer lesen wollte.

Letzte Demo vor dem Sommer

Die Donnerstagsdemos bezüglich schwarz-blau II gibt  es seit letzten Oktober. Bei einigen sind wir mitgegangen. Jetzt gibt es kein schwarz-blau mehr, sondern bis zur nächsten Wahl, die Ende September sein wird, eine sogenannte Expertenregierung und heute das letzte Mal vor dem zwölften September, “Es ist wieder Donnerstag!”

Ich habe mir dazu passend mein schwarzes “Donnerstagsleiberl” angezogen, das der Alfred vor einigen Wochen kaufte und bin um halb sechs zum Bruno Kreisky Park in Margareten gegangen, der ist in der Schönbrunnerstraße vor dem Haus wo Bruno Kreisky geboren wurde, bei einem literarischen Spaziergang, den die Frau Bezirksrat, ich glaube Steininger, hat sie geheißen einmal durch Margareten veranstaltet hat, sind wir dorthin gegangen.

Jetzt bin ich allein hinmarschiert und, als ich den Park erreichte, hat mich eine Frau bezüglich meines Leiberls angesprochen und  mich nach der Demo gefragt.

Aber eigentlich hat dort nur ein sogenannter “Open Space” stattgefunden.

Das heißt man saßim Gras und bildete Arbeitsgruppen,umdieThemen, wie “Wie wir die nächste Kurz-Regerung verhindern können, wie wir langfristig miteinander Politik machen können”, etcetera, etcetera, zu beantworten.

Ich habe mich auf eine der Bänke neben den Omas gegen Rechts, ich bin ja jetzt auch eine Oma, wenn auch ohne rosa Mützchen, gesetzt und mich zuerst mit dem Richard, dem Mann der Hilde Langthaler und dann mit dem Alfred unterhalten.

Eine Frau ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir Ideen für eine bessere Regierung  hätten?

“Außer grün wählen, habe ich keine!” , habe ich geantwortet.

“Das ist schon etwas!” hat sie gemeint.

Aber dann kann ich die Kommunisten nicht mehr wählen, wie ich es in den letzten Jahren tat und wenn die Grünen an der Macht sind, wird wahrscheinlich auch nicht viel Gutes herauskommen.

Aber  immerhin, man kann es versuchen, damit die Stimme nicht vollkommen sinnlos ist.

Eigentlich nur wenige Leute in dem Park. Bei der letzten Demo am Ballhausplatz mit den “Vengaboys” waren viel viel mehr, aber wahrscheinlich sind die schon in den Sommer aufgebrochen und nach acht ging es los in Richtung Karlsplatz, leider zick zack, völlig sinnlos hinauf und hinunter, statt einfach die Margareten- oder Schönbrunnerstraße entlangmarschiert.

Irgendwann haben wir den Karlsplatz mit dem kühlen Springbrunnen, wo schon für das Filmfestival, das Morgen beginnen wird, erreicht.

Es gab Musik und eine kurze Ansprache beziehungsweise Aufruf, den Sommer zu nützen, um mit den Nachbarn im Schwimmbad oder wo auch immer ins Gespräch zu kommen, um sie für eine andere Politik zu begeistern.

Lieder von Jura Soyfer wurden gesungen, ich habe einen “Hugo” und vorher ein Minieralwasser getrunken und dann wieder zurück in den Alltag  beziehungsweise zum “Bachmannlesen”, bevor es am Samstag, weil der Alfred noch auf ein Sommerfest muß, für das Wochenede nach Harland zum ersten oder zweiten Sommerfrischenwochenende geht.

Und mein Beitrag für eine bessere Regierung, wo ich mit den anderen ins Gespräch kommen kann, wird dann am sechzehnten Juli im Cafe Westend sein, wo zwei Stellen aus der “Unsichtbaren Frau” lesen werde und lade alle daran Interessierten sehr herzlich dazu ein.