Durch den Untergrund

Ich bin ja eine, wie ich immer schreibe, eine Stadtflaneurin,  die tapfer das U-Bahn und das Straßenbahnennetz und die damit verbundene sehr billige Jahresnetzkarten ganz besonders für die Pensionisten, ignoriert und die Stadt zu Fuß abläuft, weil man dadurch ja herrlich entspannen kann und sich die Welt von links und rechts von oben und auch vielleicht von unten ansehen und beispielsweise auch herausfinden kann, was die Rechten und die Populisten in Wahlkampfzeiten, wie diesen, ja ganz besonders gern behaupten, so bedrohlich ist, daß man sich vor Messerattacken schützen und als Frau allein am Abend und auch schon am Morgen mit Kopftuch, Pfefferspra oder männlicher Begleitung gehen kann.

Mitnichten, nichts davon habe ich gesehen, wenn ich auch am Abend, beispielsweise von der “Buch-Wien” in Praternähe nach Hause wandere, den angeblich so gefährlichen Praterstern durchquere oder mich auch in den sogenannten Problembezirken wie Ottakring oder Rudolfsheim-Fünhaus herumtreibe, denn ich gehe ja gern durch wien des Abends und des Morgens, nicht umbedingt spazieren, wenn ich nicht gerate für ein kommendes Work on Progress recherchiere, sondern eher zweckgebunden, also beispielsweise zum Begräbnis der Elfriede Gerstl oder Friedl Hofbauer auf den Zentralfriedhof, eine sehr lange Strecke, wie ich für nicht Ortskundige gleich anmerke, von oder zur “Buch-Wien” im November und fast täglich in die “Alte Schmiede”, Literaturhaus, “Gesellschaft für Lteratur”, Hauptbücherei, etcetera.

Peanuts also, weil sehr kleine Strecken und das Flanieren bildet, schärft den Blick. Man nimmt Stimmungen auf, bekommt impressionen für das nächste Werk, etcetera.

Ganz abgesehen davon, daß es auch sehr gesund ist, sich zu bewegen, eine der fünf oder was auch immer Säulen sich vor herzinfarkt, Demenz, Bluthochdruck, etcetera zu schützen.

Also ich bin eine, wie die, die mich kennen, wissen werden, Zufußgeherin,  und eine, die das öffentliche Straßennetz, die U Bahn und die anderen Öffis nur nützt, wenn sie muß, weil sie beispielsweise nach einer sechs Uhr Stunde noch immer einigermaßen pünklich in die “Alte Schmiede”, “Gesellschaft für Literatur”, etcetera kommen will.

So weit und what und seit dem zehnten März leider nicht mehr so ganz so gültig, denn da habe ich mich ja mit dem Alfred zu unserer, wenn wir in Harland sind, sonntäglichen Rad und Spaziertour auf die Rudolfshöe aufgemacht, bin am Rückweg ausgerutscht und drei Tage Landeskrankenhaus, wo ich in einem solchen schon fast sechzig Jahre nicht mehr als Patientin war, sechs Wochen Gips und obwohl der Fuß voll belastbar, trotzdem ein Veranstaltungsstop, sechs Wochen Pause vom Literaturbetrieb und außer zu “Literatur und Wein”, mit der Anna Geburtstagsessen und einmal ins Kino,  nur in der Praxiswohnung, ins Spital zur Kontrolle und auf die Bank, um die Zahlscheine aufzugeben und die Kontoauszüge abzuheben, gegangen.

So weit, so what und auch nicht mehr ganz aktuell, denn der Gips ist ja nach Ostern heruntergekommen, die begutachtende Ärztin zufrieden “Viel bewegen und viel eincremen!”, gesagt und  wieder hinein in den Veranstaltungsbetrieb.

Gleich am selben Tag mit der Hofburg und dem “Bruno Kreisky-Preis”, auf Betreiben des Alfreds zwar mit einem Taxi begonnen und die nächsten Tage soviel Abendstunden, daß es mit dem Veranstaltungsprogramm erst am Freitag darauf weitergehen konnte und da hätte eigentlich unser  literarischer Spazierung zur “Kunst im öffentlichen Raum” durch den Neunten stattfinden sollte und da habe ich schon beim Telefonat mit der Ruth gedacht, daß ich nicht ganz sicher bin, ob ich das schaffe, denn von der Idylle am Zimmermannplatz war bis zur Straßenbahn doch ein größeres Stück zu gehen.

Die Probe fiel aus, wie der gesamte Spaziergang, weil zu wenig daran interessierte Teilnehmer, es war aber gleichzeitig Bloggertag bei “Books 4life” und “Rund um die Burg” und so bin ich am “Wortschatz” vorüber zum 13 A gehumpelt, denn die nächste Zeit Öffis ganz klar.

Man muß ja nichts übertreiben, es geht auch nicht anderes und der Alfred hat mir auch, bevor er mit dem Karli nach <kuba abgeflogen ist, einen haufen Fahrscheine in die Hand gedrückt, die ich derzeit auch en masse gebrauche.

Denn der Fuß ist ja noch ein wenig angeschwollen und besonders das Stiegensteigen nach unten ist nicht so einfach. Es gibt aber U-bahn und Straßenbahnen, obwohl ich daraufgekommen bin, daß es, weil ich die ja bisher eher verweigerte, erst herausfinden mußte, wie ich zu meinen gewohnten Zeilen  mit den Öffis komme.

So bin ich bei “Rund um die Burg” vielleicht auch deshalb früher weggegangen, weil ich nicht so sicher war, wie das mit den Straßenbahnen ist und ich mit keinen Taxi fahren wollte und als ich es am Montag darauf wieder mit dem Literaturhaus probierte, mußte ich herausfinden, daß das nicht so leicht öffentlich zu erreichen ist, weil trotzdem etwas zu gehen und der 13 A wegen der Fußgängerzohne auf der Mariahilferstraße auch einen großen Umweg fährt.

Am Dienstag darauf war unser zweiter “Öffentlicher Kunst Spaziergang”, der eigentlich eine einzige U3 Fahrt mit Unterbrechungen war und daher, Stiegen, Rolltreppen, Lifte und, wo sich die befinden, mußte die bisher öffentliche Verkehrsmittel Verweigerin erst herausfinden und manchmal muß man doch die Stiegen hinunter, weil es die Rolltreppe nur in der anderen Richtung gibt.

Ein Bravourstück des Gehens, also am Dienstag vor einer Woche, das dann zu dem Entschluß führte, es am darauffolgenden ersten Mai, der Uli wird sich freuen, doch nicht mit dem Maiaufmarsch, wie ich es eigentlich wollte, zu versuchen, sondern brav zu Haus zu bleiben und meine Abreechnung, was ja auch sein mußte, zu machen.

Dafür am Donnerstag wieder ein Öffitag, weil eine Fortbildungsveranstaltung bei der WGKK am Wienerberg und wie komme ich dahin?

Zu Fuß kein Problem. Die Triesterstraße hinunter bin ich da schon mehrmals gegangen und es waren immer sehr angenehme Flaneurerlebnisse, aber mit den Öffis?

Nachgegooglet und recht lang gebraucht, obwohl ich es schon wußte, weil ich  schon einmal ausprobiert, daß es von der Meidlinger Hauptsptraße einen Bus dorthin gibt.

Also bis zur U4-Station Kettenbrückegasse hinuntergehumpelt, weil die Station Pilgramgasse, wo ich mit dem 13 A fahren könnte, durch den U- Bahnausbau bis auf weiteres gesperrt ist. Mit dem Lift zum Perron gefahren und die ersten Erfahrungen gemacht, wer diesen benützt.

Ältere Menschen und junge Frauen mit Hunden scheinen die bevorzugten Benützer zu sein, wie auch auf den Pickerl darauf angeschrieben steht, daß der lift für Gehbehinderte, Alte und Kinderwägen reserviert ist.

In den 63 A bin ich dann gleich einmal falsch eingestiegen und war schon fast beim Südwestfriedhof bis ich daraufgekommen bin, daß da etwas nicht stimmen kann. Also ausgestiegen und zurückgefahren. Aber macht ja nichts, denn es war ein schöner Tag und eine schöne Gegend. Obwohl ich  in den Festsaal der WGK im zehnten Stock, auch mit Lift natürlich, etwas zu spät gekommen bin.

Danach wollte ich in die “Alte Schmiede” und hatte die Wahl herauszufinden, ob die Zufahrt über Schweden- oder Stephansplatz günstiger, das heißt, kürzer ist?

Ich habe beides ausprobiert. Also zuerst Schwedenplatz, weil ich mich schon in der U-4 befunden habe und bin danach mit einer älteren Stammbesucherin, die eine Krücke benützte, zum Stephansplatz gegangen, weil ich noch auf die Bank mußte, um einige Zahlscheine einzuzahlen und es die schöne Bank gleich neben mir auf der Margaretenstraße, wo ich auch meinen Bankfreund hatte, nicht mehr gibt.

Also auch an diesem Tag sehr viel U-Bahn gefahren, Hinauf- und Hinuntergehumpelt und das U-Bahnleben, das ja seit sie die Junkies von der Station Karlsplatz vertrieben haben, derzeit von einigen Obdachlosen belebt zu sein scheint und sonst bevorzugt mit dem 57 A von der Oper bis zur Ziegelofengasse, obwohl man da auch ein Stückchen gehen muß und in die andere richtung ein größeres bis zur Schönbrunnerstraße und das war sehr wichtig herauszufinden, wie ich es machen will, als ich gestern statt in den “Republikanischen Club” oder in die “AS”, wo es auch tolle Veranstaltungen gegeben hat, doch in die “Gesellschaft” wollte, in die ich, auch wenn ich eine sechsUhr Stunde habe, meist zurecht klomme, wenn ich zu Fuß hingehe, da die  ja erst eine Viertelstunde später beginnen. Aber wie komme ich mit den Öffis hin?

Sehr umständlich und da bin ich zu Fuß wahrscheinlich schneller. Aber derzeit geht das nicht und eine sechs Uhr Stunde hatte ich auch.

Also hatte ich mich zu entscheiden, ob ich mit dem Bus zum Karlsplatz fahre oder, weil es schneller ist, zur U 4 hinunterhumpel und dann zweimal umsteige. Zuerst am Karlsplatz in die U1 zum Stephansplatz und dann mit der U3 bis zur Herrengasse, auch eine Station, was ich bisher noch nie machte und daher auch nicht sicher war, wo ich da ankommen werde?

Es ist sehr gut gegangen und ich bin auch, wieder mit einer Liftpremiere, nur ein bißchen zu spät gekommen und  am Rückweg nur zweimal U-Bahn. nämlich mit der U3 zum Stephansplatz und mit der U1 zum Karlsplatz und dann mit derm Bus bis zur Ziegelofengasse gefahren und den kleinen Umweg zum “Wortschatz” ließ ich meines Fußes wegen aus.

Am Montag, als ich im Literaturmuseum war und vorher die Kärntnerstraße bis zur Bank am Stephansplatz hinunterhumpelte, weil ich für den Alfred den Besen, den er sich beim “Blindenverband” bestellte und den ich für ihn auch eine Woche vorher von einem “Paket-Shop” auf der Reinpreichtsdorferstraße abholte, obwohl ich am Tag der Zustellung ganz sicher in meiner Praxis war und da auch immer aufmache, wenn es läutet, zu bezahlen hatte, habe ich den Umweg gemacht.

Der Fuß hat dann gejuckt, ich habe aber Isabella Straubs “Das Fest des Windrads”, ein Buch, das ich schon immer haben wollte, im “Wortschatz” gefunden und die  U- Bahn Rückfahrt am Dienstag war auch interessant, denn die Stationen sehr voll, so daß ich auf der Rolltreppe fast Platzangst bekommen habe. Drängten sich doch auf einmal hunderte italienisch sprechende Schüler, alle mit Anzug  und Krawatte und die Mädchen in einem festlichen Kleid bekleidet von einer Klosterschwester darauf, so daß ich mich “ein wenig fremd in meiner Heimat-U-Bahnstation fühlte”, obwohl man hier höchstens von von einem “Schüleraustausch” sprechen kann und ich im meiner vierten Hauptschulklasse mit dem selbstgenähten Dirndl auch vier Tage von meiner Lehrerin durch Salzburg und das Salzkammergut geleitet wurde.

Die Stadt  also sehr voll und die U-Bahnstationen sehr belebt und das Hinauf- und Hinunter bin ich schon gewohnt, weiß, wie ich mit den Öffis in die “Alte Schmiede”, ins Literaturhaus und in die “Gesellschaft” komme, weiß vielleicht auch, wo sich die Lifts befinden und, wo man trotzdem ein Stückchen, die Stiege hinunterhumpeln muß. Das Geldtascherl mit den Fahrscheinen ist noch voll gefüllt.

Die Idee mir eine günstige Pensionstenjahresnetztkarte zuzulegen, wurde mir bei unserem U- Bahn-Spaziergang beim anschließenden Umtrunk im Cafe Raimund auch nahegelegt.

Ich warte aber lieber trotzdem noch ein bißchen, bis die Schwellung abgeklungen ist und trainiere inzischen moderat, denn ich bin ja eine Stadtflaneurin und will das wieder werden, obwohl das U-Bahngeschehen und das Leben und Treiben im U- Bahnuntergrund für das literarische Schreiben sicher auch nicht so uninteressant ist.

Friederike Manners Romanbericht

Heute fiel die Auswahl wieder schwer, denn drei sehr sehr interessante Veranstaltungen, wo ich eigentlich zu jeder gern gegangen wäre. So sprach Helmut Rizy im “Republikanischen Club”, wo ich ja nächste Woche die “Unsichtbare Frau” vorstellen werde, über Primo Levi, in der “AS” wurde in der Grundbuchreihe Reinhard Federmanns “Himmelreich der Lügner” vorgestellt und in der “Gesellschaft für Literatur” wo ich jetzt schon sehr lange nicht war, Friederike Manners “Die dunklen Jahre”

“Friederike Manner, who is she?”, werden meine Leser vielleicht fragen. Noch nie etwas gehört von der 1904 in Wien geborenen, die sich dort 1956 das Leben genommen hat. Das gilt aber wieder nicht für mich und vielleicht auch nicht für die, die regelmäßig die Bücherschränke freqentieren. Lag doch dort vor einiger Zeit ein kleines buntes Büchlein aus einem “Forum-Verlag” “Lesen aber was?”, 1955 erschienen und da mich Bücher über Bücher ja sehr interessieren, habe ich begierig danach gegriffen. Es auch auf meine Leseliste gesetzt,  inzwischen von dort wieder  hinuntergenommen.

Der Name hat sich aber eingeprägt und auch das Bild von der verhärmt aussehenden Autorin mit Brille, ist sehr prägnat.

Sie wäre Lektorin, würde Rezensionen schreiben, weil sie leben muß, steht am Buchrücken, würde am liebsten aber schreiben und hat 1948 unter dem Pseudonym Martha Florian, den Roman “Die dunklen Jahre” herausgebracht  und mit dem nie davon gehört, habe ich wohl ein wenig übertrieben.

Denn wenn man ins Netz geht, findet man schon einige Rezensionen über den seit 1948 erstmals bei “Atelier” neuaufgelegten Roman und Erich Hackl, der gemeinsam mit der Herausgeberin Evelyne-Polt Heinzl, das Buch vorstellte, hat im “Standard” auch einen recht langen Artikel darüber geschrieben. Denn die 1904 geborene, die als Lektorin arbeitete, Gedichte herausgegeben hat und mit dem jüdischen Arzt Hans Brauchbar, von dem sie sich eigentlich scheiden lassen wollte, verheiratet war, hat in dem Buch über ihr eigenes Leben geschrieben.

Romanbericht, keine Autobiografie sagten die Herausgeber. Der Unterschied ist mir nicht ganz klar. Aber ich ja keine Literaturwissenschaftlerin. Jedenfalls wird das Leben und die Fluchtgeschichte ziemlich eins zu eins nacherzählt, wenn auch die Protagonisten Ernst und Klara heißen. Das Buch 1934 beginnt und 1945 endet und das Paar mit den beiden Kindern 1928 und 1930 geboren, 1938 flüchten. Klara oder Friederike bringen die Kinder in die Schweiz, der Vater geht nach Belgrad, die Mutter kommt zuerst in die Schweiz nach und geht später, als sie aus der Schweiz, weil mittellos ausgewiesen wird, auch nach Jugolsawien. Der Mann wird ermordet.

Friederike Manner kommt 1045 wieder nach Wien schreibt dort Rezensionen und auch das Buch “Lesen aber was?” und bringt sich 1956 um, weil sie in diesem Nachkriegsösterreich nicht mehr leben will.

Evelyne Polt-Heinzl diskutierte mit Usula Ebel, die Rezensionsgeschichte. Sie hat das Buch, das es nur in einer Literaturhausausgabe und nicht mehr antiquarisch gab, schon lange gelesen. dann gabs  eine Enquette dazu und jetzt ist es neu erschienen. Der Enkel, der Chirurg in Chicago ist und nicht mehr Deutsch spricht, hat sich bei ihr gemeldet und will jetzt das Buch auf Englisch herausbringen, daß er es lesen kann und  Ursula Scheidl hat zwei Stellen daraus vorgetrgen, die zeigten, wie schonungslos offen Friederike Manner, die “dunklenJahre” beschreibt.

Es ist auch von Selbstmord die Rede und ich habe mich gewundert, daß sie so offen darüber schrieb. Das Buch ist aber unter einem Pseudonym erschienen und Evelye Polt-Heinzl erklärte auch, was ich sehr interessant fand, wie schonungslos offen Friederike Manner auch mit den Rezensionen umgegangen ist. Die Kriegsgegner lobte, die Mitläufer und Reichsschriftkammerpräsidenten aber anprangerte.

Es gibt in den verschienene Archiven und Bibliotheken Briefe an Hermann Hesse und Karl Kraus, denen Friederike Manner ihre Gedichte schickte. Sie hat auch welche an Josef Weinheber geschickt, der ja ein überzeugter Nazi war, dem sie auch gefallen haben und Evelyne Polt-Heinzl erwähnte auch den in den Fünzigerjahren erschienenen Leseführer und meinte, daß es, wenn auch kleingedruckt und auf schlechten Papier, interessant zu lesen wäre und ebenfalls interessant, daß außer mir noch zwei andere Besucher, das Büchlein mithatten. Darunter ein Herr, der erzählte, daß er in den Fünfzigerjahren Lehrling in der Buchhandlung Frick war, in dessen Haus sich auch der “Forum Verlag” befand und er daher Friederike Manner öfter hinaufgehen gesehen hat.

Der “Atelier Verlag” überlegt auch die Herausgabe des Leseführers, aber da habe ich, dank dem Bücherschrank ja das Original zu lesen und nochmals interessant, wer sich im Publikum befand. Ljuba Arnautovic und Luis Stabauer, die ja über ähnliche Themen schreiben und Margit Heumann, die ich auch vorigen Donnerstag in der “AS” getroffen habe. Da habe ich noch Erich Hackls “Im Leben mehr Glück” gelesen, ein Buch mit Reden und Schriften, in das auch die Schrift über Friederike Manners “Das dunkle Leben” sehr gut passen würde.

Zweimal Literaturmuseum

Jetzt war ich schon länger nicht mehr im Literaturmuseum. Erstens hatte ich kein Veranstaltungsprogramm und zweites im März und im April eine Veranstaltunghspause, aber während wir bei “Literatur und Wein” waren, wurde dort wieder im dritten Stock eine Sonderausstellung “Wien – eine Stadt im Spiegel der Literatur” eröffnet und unten hielt der Kabarettist Alfred Döfler eine Vorlesung zur Literatur mit dem Titel “Kritik und Satire”, was mich, ich gebe es zu, im ersten Moment gar nicht so sehr interessierte, halte ich es ja nicht so sehr mit dem Kabarett.

Aber beim Uli kann man die Satire ja brauchen. Ein Alternativprogramm gab es auch nicht. Ich wollte die Ausstellung sehen und wenn es eine Veranstaltung gibt, kann man von sechs bis neun gratis ins Museum.

Aso noch immer ein wenig hingehumpelt, obwohl es zunehmend besser wird und dann bin ich, ich bin offenbar ein wenig orientierungslos, mit dem Lift in den zweiten Stock gefahren und habe eine Weile gebraucht, bis ich daraufgekommen bin, daß ich in der Dauerausstellung bin und das Ganze schon gesehen habe.

Aber Stefan Zweig und Karl Kraus gehören ja irgendwie auch zur Wiener Literatur, obwohl ich mir von der ja eher Friederike Mayröcker und Ernst Jandl erwartete. Die habe ich dann im dritten Stock gar nicht gesehen, aber eine Menge Krimibücher und eine Vitrine über Frederic Morton, dem ja die übernächste Veranstaltung gerwidmet ist, Doderers “Dämonen” lagen auf und die Bücher der Jelinek und einen Gang der “das Gehen” zum Thema hatte, gab es auch. da gab es einen Film wo Barbi Markovic aus einem ihrer Bücher las.

Aber solange habe ich mir dafür nicht die Zeit genommen, war es doch im Saal unten, als ich ihn, um viertel sieben betreten hatte, um meine Jacke zu deponieren, schon sehr voll und die Dame nebenan, die ich kenne und die schon einmal bei einer meiner Lesungen war, schnauzte mich an, ob sie für mich einen Platz frei halten sollte, als ich ihr sagte, ich gehe in die Ausstellung nach oben.

Alfred Dorfer ist also sehr begehrt und er hat auch, was ich nicht wußte, Theaterwissenschaften studiert un eine Diplomarbeit zum Thema “Kabarett und Totalität im Nationalsozialismus” geschrieben und jetzt erklärte er sehr vorsichtig was Kritik und Satire ist.

Satire ist nicht genereabhängig und die humorlosen Menschen wären nicht sehr intellegent.Ich halte mich trotzdem dafür, obwohl mir das wohl auch der Uli nicht glaubt und dann führte er ein paar Beispiele von Kararetts im Totaltarismus an und erklärte die Unterschiede. Bei Musolini hätte es eines gegeben und bis 1940 das “Wiener Werkel” und in der DDR gab es das auch.

Danach gab es viele Fragen aus dem Publikum, die wissen wollten, warum Alfred Dorfer in Zeiten von schwarz blau eins,  den “Donnerstalk” machte und was er von dem Kabarettisten Jan Böhmermann hält und Bernhard Fetz erklärte in seiner Einleitung auch einige Beispiele von Zensur, die es im benachbarten Ausland in der letzten Zeit gegeben hätte und welche Beispiele man in der Dauerausstellung sehen kann.

Sehr interessant und wieder was gelernt, denn Ironie, Sarkasmus und Zynisumus, die Begriffe die Alfred Dorfer auch noch erklärte, sind in Zeiten, wie diesen sicherlich sehr wichtig und sei es auch nur, weil man ihnen entgegen muß.

Im Leben mehr Glück

“Reden und Schriften”, des 1954 in Steyr geborenen Erich Hackl, der, glaube ich, mit “Abschied von Sidonie”, das inzwischen zur Schulbuchlektüre zählt, berühmt geworden ist und seither unzählige Bücher geschrieben hat, in denen er sich mit realen Schicksalen von Holocaust oder sonstwie Verfolgte beschäftigt.

Aus dem letzten diesbezügliche Buch am Seil” habe ich ihm sowohl im Literaturhaus als auch in Göttweig lesen gehört, jetzt sind bei “Digoenes” sozusagen seine “Gemischten Schriften”, eine Ansammlung aus mehreren Jahren und Jahrzehnten erschienen, in denen man sich gut durch das Werk und die Denkweise Hackls lesen kann, der ja ein sehr kritischer Schriftsteller ist, sich nicht nur für den Holocaust als auch für die lateinamerikanische Literatur interessiert und auch sonst glaube ich ein sehr gesellschaftskritischer Autor ist, der unter anderen auch den “Wildgans-Preis” bekommen hat.

Die “Reden und Schriften” sind in vier Abteilungen gegliedert. In der ersten die “Heimatkunde”, ein derzeit ja sehr aktuelles Thema, heißt, werden in einem “Alphabet der Auslassungen” mehrerer bekannter oder auch unbekannterer Dichter, die, wie Franz Kain oder seine Tochter Eugenie zum Beispiel, das Leben Hackls geprägt haben, erwähnt.

Dann geht es in “Geschichte, die immer erst anfängt” um drei stayrische Widerstandskämpfer und dem Fußballer Rudi Strittich hat Hackl auch eine Geschichte gewidmet.

Erich Hackl ist den Spuren des im achtzehnten Jahrundert lebenden spanischen Komponisten Sebastian Duron nachgegegangen und zieht Verbindungen zum spanischen Bürgerkrieg.

Die nächsten Texte sind dann den Spaniern gewidmet, die in Mauthausen interniert waren und auch im Holocaust umgekommen, während sich der letzte Text der ersten Abteilung “Im Leben mehr Glück” einem uruguayischen Gewerkschafter widmet, der während der urugayischen Militärdiktatur mit seiner Familie Asyl in Österreich hatte und in der Praterstraße wohnte.

In der Abteilung “Andenken” gibt es viele Grabreden, die Erich Hackl bevorzugt zu halten scheint. Bei einer, bei der von Friedl Hofbauer, 2014 nach Ostern am Zentralfriedhof war ich anwesend, bei der von Eugenie Kain in Linz-Urfahr nicht, da gab es nur eine Gedenkleseung im Völkerkundemuseum, im Rahmen der Volksstimmefestlesungen.

Erich Hackl hat aber auch die Grabreden für Leopold Spira und seinen Freund, dem Spanienkämpfer Hans Landauer gehalten und eine Rede zum neunzigsten Geburtstag der  Zeitzeugin Dagmar Ostermann im Theater Hamakom, wo ich ihn ja auch aus der “Familie Salzmann” lesen hörte.

Die Laudatio an den Kramer-Preisträger Fritz Kalmar, die 2002 in Krems stattfand, wo Erich Hackl dessen Roman “Das Wunder von Büttelsburg” in Beziehung setzte, habe ich auch gehört und da hat mir der Autor, wenn ich mich nicht irre, meine beiden Kinderbücher “Lore und Lena” und “Mutter möchte zuwanzig Kinder” abgekauft.

Ob er sie gelesen hat, weiß ich nicht, er ist aber viel beschäftigt, kommen doch noch viele Reden auf bekannte oder unbekannte Schriftsteller, der nächste ist der Schweizer Autor Niklaus Meienberg, der 1993 in Zürich gestorben ist, von dem ich auch noch nie etwas gehört habe, obwohl ich mich ja vor einem halben Jahr und auch so recht intensiv mit der Schweizer Literatur beschäftigte.

In “Im Blick eimmer ein Gegenüber”, geht es um den Fotografen Dieter Masuhr, der die Krisengebiete Nicaragua, Bosnien und Palästina bereichst und auch schriftstellerisch tätig war.

Dann kommen noch zwei mir unbekannte Autoren, nämlich die Rezenson von Günther Weisenborns “Der Verfolger”, wo einer sich mit einem Holocausttäter auseinandersetzen will, das aber an mangelnder Zeugenaussagenbereitschaft nicht kann und um das Leben des 1907 in Wien Alsergrund geborenen Arztes Paul Engel, der nach Südamerika emigrieren mußte, dort unter den Namen Diego Viga zu schreiben begonnen hat, was aber, wie Erich Hackl, der sich eine Verbreitung seiner Werke im österreichischen Sprachraum wünscht,  nicht sehr bemerkt wurde.

Dann kommen Texte zu Fred Wander, Ruth Klüger, für die Hackl wieder eine Laudatio gehalten hat und Jura Soyfer, wo Hackl beklagt, daß ihn der Literaturprofessor Schmidt-Dengler nur für einen literarischen Außenseiter gehalten hat.

Dasselbe gilt auch für den mir bisher unbekannten Richard Zach, einen steirischen Dichter und Widerstandskämpfer, der von den Nazis hingerichtet worden ist.

Die nächste Abteilung heißt “Auf einen anderen Kontinent”, geht nach Südamerika und da werden mir zum größten Teil unbekannter Dichter erwähnt. Hackl erwähnt aber auch Gisela Tenenbaum, über die er das Buch “Als ob ein Engel” geschrieben hat, das ich einmal vom Otto geschenkt bekommen habe, die während der argentinischen Militärdiktatur verschwunden ist.

Er hat “Vor mehr als drei Jahrzehnten”, wie er 2011 schrieb, die Dichterwerkstätten Nicaraguas besucht, die vom damaligen Kulturminister Ernesto Cardinal gegründet wurde und der den sogenannten “Laiendichtern” Regeln wie “keine Reime, konkrete Begriffe, Eigennamen von Ortschaften, Flüßen und Leuten, sehen reichen hören, schreiben wie man spricht, keine Gemeinplätze, Sprache verdichten, keinen Superlativ und subjektive Gefühle objektive beschreiben gab”.

Regeln die eigentlich sehr logisch sind und an die man sich vielleicht auch anderswo halten sollte.

Eine “Rede auf Alfredo Bauer”, der 1924 in geboren, 2016 in Buenos Aires gestorben ist und2002 den “Kramer Preis bekommen hat, gibt es auch und in einem argientinienschen Altersheim hat er 2017, die hunderthährige Hedwig Lüftig besucht, die 1938 Österreich verlassen mußte.

Der letzte Teil des Buches ist den Dankesreden gewidmet. Hackl hat den “Kreisky”,  den “Solothurner Literaturpres”, den “Ehrenpreis für Toleranz im Denken und Handel des österrreichischen Buchhandels”, den “Adalbert Stifter” und wie schon erwähnt den “Wildgans-Preis” und wahrscheinlich auch andere, dessen Reden im Buch nicht enthalten sind, bekommen.

Er zeichnet sich, wie ich schon beim “Wildgans-Preis” merken konnte, durch durchaus kritische Reden dabei aus und das Buch ist, möchte ich zusammenfassen, durchaus spannend und interessant zu lesen, weil man sich dabei  ein gutes Bild über den kritischen Dichter, der sich vor allem für die Verfolgten und Unterdrückten einsetzt, machen kann und am Dienstag, kann ich gleich flüstern, wird es in der “Gesellschaft für Literatur” eine weitere Hackl-Rede und zwar über die Neuauflage der “Dunklen Jahre”, den seit 1948 erstmals wiederaufgelegzen Exilroman, von Friederike Manner, die 1904 in Wien geboren wurde und sich dort 1956 das Leben nahm, geben.

 

Die Gastgeberin

Die 1962 im Burgenland geborene Karin Ivancsics, die von 1986 bis 1989 Lektorin im “Wiener Frauenverlag” war, als er noch nicht “Milena” geheißen hat und noch keine Männer verlegte, kenne ich, glaube ich, aus dieser Zeit und wahrscheinlich aus der GaV, war bei einigen ihrer Lesungen in der “AS”, bei den “Wilden Worten” und in der “Gesellschaft“, habe auch einige ihrer Bücher, gelesen, die ich mir meisten aus Abverkaufskisten oder Bücherwänden gezogen habe, “Aufzeichnungen einer Blumendiebin” hat sie mir, glaube ich, geschickt und als sie jetzt aus ihrem neuen, bei der “Bibliothek der Provinz” erschienenen Roman “Die Gastgeberin”,  nochmals bei Richard Weihs gelesen hat, ich aber wegen meines Gips nicht kommen konnte oder wollte,  hat sie mir auch dieses Büchlein geschickt, so daß ich mich fast, als eine Expertin, der auch in der “Fried-Gesellschaft” engagierten Autorin, die auch für die GAV, die in “Memorian-Lesungen” organisert und die in einer Mischung zwischen realistisch und experimentell schreibt, bezeichnen könnte.

Oder auch nicht vielleicht, denn “Die Gastgeberin”, die ein schönes Cover mit  August Mackes “Portrait mit Äpfel”, ziert, hat mich etwas ratlos zurückgelassen, weil Karin Ivancsics, glaube ich,  vieles offen und der Leserin, die Deutung überläßt.

Wenn die dann noch zufällig Psychologin ist, weiß sie damit viel oder auch nur wenig anzufangen. Es ist aber eine Geschichte, die sich mit dem Leben und dem Tod beschäftigt.

Da hat sich ja erst vor kurzem Robert Seethaler im “Feld” mit den Toten beschäftigt und hat sie aus dem Gräbern sprechen lassen. Bei Karin Invacsics, ist es der Monolog einer Frau, die sich aus dem Leben zurückgezogen hat, weil sie ein Trauma, eine Psychose oder auch etwas anderes hat.

Sie kann jedenfalls nicht schlafen, obwohl sie schon die Lichtlampen, Medikamente und auch Psychotherapie ausprobiert hat und die nach außen, sie hat offenbar Malerei studiert, auch ein unauffälliges präkäres Leben führt.

Sie gibt Kurse an der Volkshochschule, am Donnerstag oder Freitag. Die restliche Zeit verbringt sie schlaflos in ihrer Wohnung. Der Kühlschrank ist leer. Sie wird aber von der Nachbarin Marie versorgt und von ihrem besten Freund Max angerufen, der sich mit ihr treffen will. Sie zieht sich aber ins Bett zurück und ist von ihren Erinnerungen, das heißt ihren Toten umgegeben, wird sie doch am Buchrücken, die “Totenflüsterin”, genannt.

So ist auch ihre Wohnung von Felix und Elsa und noch einer Reihe von toten Künstlern bevölkert, die sie nicht schlafen lassen und unruhig durch ihr Leben ziehen.

Elsa war ihre Schulfreundin, die mit fünzehn an Leukomie verstorben ist und dann gab es noch eine Julia, die ebenfalls an Krebs verstarb. An die hat die Erzählerin einen Brief geschrieben, beziehungsweise kommt er an sie zurück. Marie, die eine Portion Lasagne bringt, übergibt in ihr und die Erzählerin hat sowohl an den Pfarrer und an den lieben Gott geschrieben, um nachzufragen, wieso er die Menschen zu sich holt und nun irrt sie schlaflos in ihrer Wohnung herum und fragt sich, wo Julia bleibt und warum sie nicht, wie Elsa zu ihr kommt?

Sie hat vielleicht auch Schuldgefühle, weil sie sich zu wenig, um sie gekümmert hat.

Dann kommt es aber zu einem tröstlichen Ende, Julia erscheint und teilt mit, daß die Toten beschloßen haben, sich aus der Wohnung zu entfernen und die Erzählerin somit Max und dem Leben zurückgeben.

So habe ich mir die hundertfünfzig Seiten, die ich mehr für eine Erzählung, als für einen Roman halten würde, gedeutet.

Es könnte aber auch ganz anders sein, läßt Karin Ivancsics ihre Erzählerin ja mit ihren Lesern kommunzieren und schließt ihr Buch mit den Worten “Erschrecken Sie nicht, wenn ich bei Ihnen klopfe, machen Sie mir ruhig auf. Was aber, wenn ich Ihnen sage:  Ätsch, gar nicht wahr, habe mir alles bloß zusammengeträumt. Und was, wenn ich Sie morgen zu einem Konzert in meinen Salon einlade – Amy singt “Love is a losing game” und Prince begleitet sie auf der Gitarre -, würden Sie kommen? Den Preis für die Eintrittskarte kennen Sie, Elsa und Felix werden Sie abholen.”

Der Sänger

Jetzt kommt wieder ein biografischer Roman, nämlich einer über den 1904 in Dawideny geborenen und 1942 in einem Schweizer Internierungslager verstorbenen Sänger, Joseph Schmidt, der mit seinem “Ein Lied geht um die Welt” in den 1930 Jahren einer der berühmtesten Sänger Deutschlands war, obwohl er mit seinen etwas über einem Meter fünfzig eher kleinwüchsig war und daher für die berühmten Tenorpartien auf der Bühne  nicht wirklich geeigent.

Der 1944 in Bern geborene Schweizer Autor Lukas <hartmann, der mir bei meiner Schweizer Literaturrecherche wohl entgangen ist, hat ihn geschrieben und bei “Diogenes” herausgebracht, wo er vor kurzem erschienen ist.

Von den berühmten Tenor, der in einem Schweizer Internierungslager schmählich gestorben ist, habe ich schon früher etwas gehört und es war es auch sehr interessant sich in diese Sängerbiografie einzulesen.

Lukas Hartmann scheint sehr sorgfältig, wie er in seiner Danksagung erwähnt, dafür recherchiert zu haben. Es sind auch einige schon erschienen Biografien über den Sänger angegeben, an denen und in einigen Archiven er sich orientiert hat und ich denke, daß es wohl immer etwas schwierig ist, bei einem Roman über eine wirklich gelebt habende Person, die Fakten von der Fiktion zu unterscheiden.

Das 1942 in Frankreich beginnende Buch liest sich aber leicht und flüßig. Da ist der schon etwas schwächliche Sänge, dessen Stimme nicht mehr die beste ist, bei einer Familie untergebracht, der er ein Abschiedskonzert gibt. Am nächsten Tag oder Abend wird er mit seiner Freundin Selma und zwei anderen Flüchtlingen, die Flucht über die Schweizer Grenze versuchen.

Dort ist man aber nicht mehr so freundlich zu den jüdischen Flüchtlingen, hat Angst vor Hitler und spricht auch davon, was die Flüchtlinge den Schweizern kosten, daß das Boot voll ist oder, ob sie wirklich so bedroht und gefährdet sind?

Das klingt, als hätte Lukas Hartmann von den rechten Blogs abgeschrieben und Josef Schmidt wird auch wirklich, als er die Schweizer Grenze passieren will, mit seinem inzwischen ungültigen rumänischen Paß, er ist in der Bukowina geboren und dem deutschen oder österreichischen, wo ein “J” hineingestempelt ist, abgewiesen.

Ein Flüchtlingshelfer, der an seinem guten Anzug, das Vermögen erkennt, spricht ihn an und bietet ihn an, ihn mit seinem Auto über die Grenze und dann in einem anderen bis zum Genfer Bahnhof zu bringen, wo er nach Zürich erster Klasse weiterfährt, um von den Kontrollen Ruhe zu haben. Dort muß er sich bei der Polizei melden, wird in ein Internierungslager gebracht und wird dort, wegen seiner Prominenz aber nicht sonderbehandelt, sondern ganz genau wie allle anderen Häftlinge auch. Das heißt, er muß arbeiten und auf seinen geschwächten Gesundheitszustand wird zuerst nur wenig Rücksicht genommen.

Einer seiner Mithäftlinge ist Manes Sperber. Es ist auch ein Arzt und ein Sanitäter dabei, die ihm dann doch in das Kantonspital Zurüch bringen. Da trifft er wieder Selma, die Krankenschwester Sophie ist sehr freundlich, der Assistenzarzt, der ihn untersucht, stellt eine schwer Laryngitis fest, eine Herzschwäche scheint auch dazu zu kommen. Der Professor weigert sich aber ihn genauer zu untersuchen, spricht von Simulanz und Schmidt muß obwohl ein jüdischer Arzt sehr heftig protestiert, in das Lager zurück. Dort wird er zwar in eine Pension überstellt, wo sich die Wirtin liebevoll, um ihn kümmert. Es ist aber schon zu spät, denn Schmidt stirbt am 16. November 1942.

Dazwischen gibt es immer wieder kursiv gedruckte eingestreute Sznen, die sowohl von einem der Verantwortlichen, dem seine Hände gebunden sind, als auch von einer sich inzwischen in einem Altersheim befindnen älteren Dame handeln, die als junges Mädchen in dem Dorf, wo sich das Lager befand, wohnte, von dem internierten Sänger für den sie mit ihrer Freundin schwärmte, erfuhr und sich wünschte, daß er für sie singen oder ein Konzert in dem Dorf geben sollte.

Sehr interessant, in Zeiten, wie diesen, wo man ja wieder so viel von den Flüchlingen, der Migration, der Überbevölkerung und dem “Bevölkerungsaustausch” hört, vom Schicksal Josef Schmidts zu lesen und auch davon, daß die Schweiz vielleicht gar nicht so hilfreich zu den jüdischen Emigranten war, wie ich es immer in der Schule gehört habe.

Das Wunderbare und das Monströse

Wieder “Alte Schmiede” und wieder “Textvorstellungen” mit Mieze Mesusa, die drei sehr interessante Gäste eingeladen hatte, die sie immer sehr genau einleitet, das Publikum zu einem Willkommensapplaus animiert und sich Kommentare verbietet, so daß dann auch niemand Fragen stellte, obwohl der Schmiedesaal erstaunlich voll war. Margit Heumann war da, Markus Köhle und noch ein paar mir bekannte Stammbesucherinnen.

Begonnen hat Isabella Feimer mit ihrer bei “Limbus” erschienenen Erzählung “Monster” und von der 1976 geborenen Autorin, die glaube ich 2012 gemeinsam mit Cornelia Travnicek in Klagenfurt gelesen hat, habe ich schon drei Bücher gelesen. Sie hat eine sehr poetische Sprache und das war auch so bei dem neuen Text, wo ein Fotograf in einem Hotel in Amerika sitzt und über seine alten und neuen Lieben resumiert, zu merken und auch die 1982 in Amstetten geborene Cornelia Hülmbauer, die inzwischen an der Sprachkunst studiert oder studiert hat, ist mir wohl bekannt, hat sie das “Literaturgeflüster” in seinen Anfängen ja sehr begleitet, ich war auch einmal bei einer der Sprachkunstlesungen und jetzt ist ein kleines wohlfeieles Lyrikbändchen, aus der Reihe “SuKuLTur”, das optisch, wie ein Reclamheftchen wirkt, mit dem Titel “MAU  OEH  D” herausgtekommen, das ein Langgedicht ist und in einer künstlichen Umgangssprache von einem Aufwachsen eines Mädchen in einer Provinzstadt, die von einer Anstalt umgeben ist, erzählt, was dann ungefähr so klingt:

“die mutter steigt hinauf aufs dach

die mutter kratzt die kretzn  runter

die miutter zieht das rockerl rauf

die mutter will heut tanzen gehn”

Zuerst war ich da ein wenig verwirrt, dann dachte ich, ein großes Talent und sehr interessant, Mieze Medusa hat Marlene Streeruwitz erwähnt, mich hat es eher an das Epos “Kirbisch” von Anton Wildgans erinnert, aber die Gewalt in der Familie, ein möglicher Mißbrauch, etcetera war in dem Text zu merken und ich bin gespannt, was ich noch  alles von Cornelia Hülmbauer hören werde.

Der dritte Autor, der 1991 geborene Peter Marius Huemer, also ein sehr junger Mann, war mir dagegen unbekannt. Sein Buch, das ist, glaube ich, ein Roman ist bei “Sisyphus” erschienen, heißt die “Bewässerung der Wüste” und handelt von einem Dr. Thiel, das ist ein Archäologe, der an der Uni Vorlesungen gibtund ein verschrobener Mann ist, von einer jungen Studentin und einem Krieg, der die Stadt, die an Wien denken lassen soll, beherrscht.

Sehr interessant und die “Alte Schmiede” und der Literaturbetrieb hat mich wieder. Das kleine “SuKuLTur-Hefterl” habe ich mir gekauft. Von Erika Kronabitter schon  in der WGKK, wo ich am Nachmittag bei einer Fortbildung war, ein Buch gefunden und zwei Bücher aus dem “Schöffling-Verlag” sind, als ich nach Hause gekommen bin, auch vor meiner Türe gelegen. Der Lesestoff geht mir also nicht aus.

Schwanenkuss

Ich habe ja, wie ich immer schreibe, mit den Krimis meine Schwierigkeiten, obwohl ich ganz gerne welche lese, weil das ja meistens zügig vor sich geht und sie sehr spannend sind, in letzter Zeit das Lokalkolorit und die politischen Situation mitberücksichtigen, aber, das ist mein großer Einwand, eigentlich unrealisitisch sind, wenn pro Exemplar ein bis zwei Morde passieren, da geht man am schönen Traunsee oder auch am Donaukanal spazieren und schon stolpert man über Leichen, was im richtigen Leben Gotteseidank nicht so ist, daß die Nachbarin ermordert wird, der Freund oder der Geschäftspartner….

Deshalb habe ich auch beim Schreiben solcher, meine Schwierigkeiten, weil meine Morde keine sind. Aber dann ist es ja kein Krimi und die Leser stöhnen, habe ich bisher gedacht und mich auch geärgert, wenn sich manche Krimiautoren damit brüsten, daß Mord ihr Metier ist und sie die gezückte Messer beispielsweise  auf ihrer Website haben.

Bei der 1976 in Steyr geborenen und in Linz aufgewachsenen Lisa Grüner, die jetzt bei “Gmeiner” den Kriminalroman “Schwanenkuss”, wie auch am Cover steht, herausgebracht hat, ist das anders, denn eigentlich ist es keiner, obwohl der Beschreibungstext durchaus danach klingt und auch sehr neugierig macht.

Die Krimihandlung, wenn es überhaupt eine ist, beginnt aber erst auf circa Seite dreihundert und da werden drei Schwäne tot im Traunsee bei Gmunden aufgefunden und die junge Unternehmensberaterin Carina Senner, wird verdächtigt, sie ermordet zu haben.

Die hat eine Erinnerungslücke und einen Schnitt auf ihrer Hand und ist nach Gmunden gekommen, um einen dort ansäßigen Konditor zu überzeugen, daß sie das Patent für die “Schwanenbussis”, die er erzeugt, in der Hand hat, was, wie auch am Buchrücken steht, heftige Turbulenzen in der Traun- und Schwanenstadt auslöst.

So weit, so gut und auch sehr spannend, in den vorherigen dreihundert Seiten erzählt Carina, wie sie zu Schwänen steht. Da gibt es Kindheitserinnerungen. Sie kommt dann nach Wien, studiert mit ihrem Freund Stefan, der sehr ehergeizig ist und sie eigentlich antreibt, Betriebswissenschaft. Sie wäre eher lockerer und betrinkt und betrügt ihn öfter. Aber er ist nur ihr guter Freund und so gehen wir mit Carina durch einige Romanzen und fahren mit ihr nach Frankreich, bis sie ihren Job, als Unternehmensberaterin antritt, von ihrem Chef gepisackt wird und dann ihren Traum auslebt, das Besondere, nämlich die “Schwanenbussis” zu erzeugen.

Sie läßt sich, weil sie gerne Schokolade mag und auch den “Schokomichi” kennt, das patentieren, fährt deswegen auch mit Stefan nach Gmunden, um herauszufinden, ob das Schwierigkeiten machen könnte.

Aber dann stagniert das Ganze. Carina kommt wegen ihrem Chef nicht dazu sich, um die Sache zu kümmern, findet auch keinen Chocolatier, der ihr die dazu nötigen Prototypen erzeugt, betrinkt sich mehrmals dazwischen, was zu einigen sehr skurillen und meiner Meinung nach, eher unnötigen Szenen führt, bis ihr der schon erwähnte Gmundener Konditor zuvorkommt und Spannung in die Geschichte bringt.

Carina wird durch den Mordverdacht zu den wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens gebracht, steht im Buchtext. Das passiert dann auch auf eher normale Art und Weise, daß sie sich mit dem Konditor einigt. Eher unlogisch habe ich gefunden, daß sie am Schluß bei einem ganz anderen Traummann landet und der Freund Stefan, der ihr bisher immer zur Seite stand und auch gehörig eifersüchtig war,  plötzlich unwichtig wird.

Kein wirklicher Krimi also, was mir aber eigentlich sehr angenehm ist, daß die Schwäne am Ende der Geschichte auch auf sehr natürliche Art und Weise gestorben sind und spannend ist das Buch eigentlich zu lesen und auch sehr leicht und angenehm, obwohl mich die Tolpatischigkeit der Carina, die auch noch Alpträume hat, wo symbolträchtige schwarze und weiße Schwäne vorkommen,  die mir  auch nicht sehr logisch erschienen und sich ständig und nicht erst am Traunsee verletzt und schneidet, aber trotzdem keine Borderlinerin ist, manchmal nervte und auch, daß sie soviel säuft.

Vielleicht sollte man das Buch also etwas kürzen. Daß ein Kriminalroman aber ganz ohne Tote auskommt, finde ich sehr spannend und würde ich unbedingt zur Nachahmung empfehlen, weil es so, wie ich hoffe, doch viel realistischer ist.

U-Bahnkunst

Im April waren ja zwei Spziergänge zur “Kunst im öffentlichen Raum” geplant, dem Projekt, das ich mit der Ruth vor zwei Jahren als der Alfred in Amerika war, an fünf Nachoder auch Vormittagen abgegangen bin und mit ihr jweils einen kurzen Spontantext zu je drei Kunstprojekten, die im KÖR-Folder zur “Kunst im öffentlichen Raum” abgebildet waren.

Die Ruth hat die Ergebnisse dann bei der GAV eingereicheicht und  je drei Spaziergänge mit je drei Kunstwerken geplant, die wir an einem Nachmittag besuchen, Robert Eglhofer die kunsthistorische Einführung zu dem Kunstwerk halten und wir unsere Texte lesen wollten.

Der erste diesbezügliche Spaziergang war am 18. April 2018, da waren die Texte dann schon in einer “Hammer-Ausgabe”, der Zeitschrift der “Alten Schmiede”, abgedruckt und wir haben beim Ballhausplatz beim Deserteurdenkmal begonnen, sind dann zu den “Schlüßeln des Vergessens” bei der Serviettenkirche und  zum “Thuryhof”, gegangen.

Dort wohnt, glaube ich, eine Freundin der Ruth, die Leiterin der VHS des neunten Bezirks war, die hat uns einen solchen Spaziergang durch den neunten, im Rahmen der VHS angeboten, so daß ich mit der Ruth im vorigen Juni, als der Alfred wieder auf Urlaub war, noch das dritte Kunstwerk, das es im neunten Beirk gibt, einen idyllischen Brunnen am Zimmermannplatz beschrieben waren und ausgerechnet am neuten November, der Reichsprogromnacht, von der Idylle zu den Schlüssel und zum Thuryhof gegangen sind.

Da waren knapp zehn Teilnehmer, wie die VHS wollte, anwesend und die Ruth hat für den 26. April eine Wiederholung ausgemacht. Es wurden auch Teilnehmer angekündigt, die dann aber doch nicht gekommen sind, so daß der Spaziergang, der am vorigen Freitag stattfinden sollte, abgesagt wurde und ich stattdessen zuerst zum Bloggertag von “Books4life” und dann zu “Rund um die Burg” gegangen bin und heute fand  der zweite Spaziergang mit drei anderen Kunstwerken, nämlich zu denen, die sich entlang der U2 befinden.

Da bin ich im Februar mit der Ruth und der Robert die Strecke schon abgegangen und wir haben uns wieder um drei vor dem Cafe Museum getroffen und  diesmal waren nur drei Teilnehmer, nämlich Peter Czak, der ja in unserer Schreibgruppe war,  Werner Grüner vom Lesetheater und eine mit der Ruth befreundenten Dame gekommen, soviele, wie sich auch bei der Volkshochschule angemeldet haben.

Da es aber eine GAV Veranstaltung war, fand der Spaziergang statt und der Regen war auch kein Problem, weil sich das ganze ja entlang der U- Bahn ereignete und Peter Koglers “Röhren” ja innerhalb der U-Bahnstation zu sehen sind.

Dann haben wir die Ur 2 bestiegen, die sehr voll war und sind bis zu Kriau hinausgefahren, das ist dort, wo sowohl die “Buch-Wien” stattfindet, als sich auch die WU  befindet und es bei den U-Bahn Terrassen gleich zwei Kunstwerke des öffentlichen Raumes, nämlich die “3 brothers” und “Totem modern”, das sind die bemalten U-Bahnsäulen zu sehen und unsere Texte zu hören gab.

Dann sind wir noch ein Stückchen weiter mit der U- Bahn nämlich bis Aspern Nord gefahren und haben die “Aspair Affairs” von Stephan Huber belesen und besichtigt. Das sind zwei überdimensionale Wienkarten jeweils an den Enden der Station, wo auf der einen das neunzehnte Jahrhundert und auf der anderen, die Ereignisse des zwanzigsten abebildet sind.

Danach sind wir mit der U-Bahn bis zur Station Volksstheater zurückgefahren und dort auf einen Kaiserspritzer, einen Tee oder einen Kaffee ins Cafe Raimund gegangen, wo sich ja einmal der Hans Weigel mit den jungen Literaten der fünfziger und sechziger Jahren, der Ingeborg Bachmann, der Ilse Aichinger, der Herta Kräftner ecetera traf und sie mehr oder weniger förderte und das war, wie es die Ruth poetisch auszudrücken wußte, der Höhepunkt und auch der Abschluß unserer literarischen öffentlichen Kunstspaziergänge, da sie keinen dritten mehr bei der nöchsten GAV-GV einreichen will, obwohl wir ja noch einige weitere Texte haben, die auch in der “Hammernummer” abgebildet sind.

Wer jetzt traurig ist, daß es keine weitere Spaziergänge gibt, kann sich bei mir melden, denn ich habe noch ein paar der Hammernummern”, die ich auch heute, an die Teilnehmer verteilt habe und schicke sie den Interessierten gerne zu, die Wiener können sie sich auch gerne bei meiner Lesung am 14. Mai um neunzehn Uhr im Republikanischen Club abholen, zu der heute schon die Einladung gekommen ist.

Wieder ins Literaturhaus

Ich bin ja jetzt wegen meines Unfalls und der sich daraus ergebenden Veranstaltungspause seit Anfang März nicht mehr im Literaturhaus gewesen und habe heute, nach dem der Gips jetzt eine knappe Woche herunten ist, langsam wieder mit den Veranstaltungen angefangen.

Das heißt bei “Literatur und Wein” bin ich schon vor Ostern gewesen und vorigen Dienstag mit dem Alfred in der Hofburg beim “Bruno Kriesky-Preis”, da sind wir mit dem Taxi hingefahren.

Am Freitag bei “Rund um die Burg” versuchte ich es dann schon mit der Straßenbahn und heute bin ich überhaupt schon sehr viel herumgehumpelt.

In der Früh zum “Penny” zum Milch, Eier und Nivea-Creme einkaufen, da ich ja meinen Fuß gut eincremen soll, dann habe ich für den Alfred einen bestellten Besen in der Reinprechtsdorferstraße  abgeholt, obwohl ich am Donnerstag, wo er zugestellt werden sollte, den ganzen Tag in Wohnung und Praxis gewesen bin und dann mit Bus und Straßenbahn ins Literaturhaus gefahren zu einer multimedialen Veranstaltung, wie Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung betonte, nämlich experimentelle Poesie pur, organisiert von Jörg Piringer, der dazu den orginellen Titel “XYZ” ausgesucht hat und in seiner Einleitung etwas von den “drei Achsen im kartesischen Koordinatensystem, die einen multidimensionalen Möglichkeitsraum aufspannen”, erzählte und dazu .aufzeichnungssysteme, die früher glaube elfriede.aufzeichnungssysteme geheißen haben, Patricia Brooks, Thomas Havlik, Judith Nika Pfeifer und Günter Vallaster eingeladen hat.

Die experimentelle Szene pur könnte man sagen und verstanden, was die drei Achsen des kartesischen Koordinationssystem sind, habe ich auch nicht so richtig, noch dazu, wo die eingeladenen Autoren auch einen sehr unterschiedlichen Zugang dazu hatte.

Jörg Piringer hat sich selber auf die Leinwand projeziert und dazu seine Texte gelesen und Patricia Brooks, die ja auch, glaube ich, realistischere Romane schreibt, hat etwas von den Dimensionen erzählt, dazu ihre Gedichte gelesen und sie zusätzlich noch auf die Leinwand projeziert.

x Aufzeichnungssysteme war nicht anwesend, hatte aber einen Film, wo sie im blauen Anzug Stücke aus einem Tümpel fischte und dazu stöhnte und fluchte und Günter Vallaster projezierte zuerst eine Dose und las dazu etwas aus einem “Büchsentext”, um schließlich einen Roman in Kurzform “Axel liebt Elsa”, in etwa, vorzutragen.

Judith Nika Pfeifer hat sich eine Kamera auf ihr Skateboard geschnallt, lief damit in einem Park herum und rezitierte dazu ihre Gedichte, während Thomas Havlik auf die Projektion und Leinwand verzichte. Er schnappte sich ein Mikrophon und tanzte zu seinen Texten beziehungsweise zur Musikbegleitung wild durch den Raum.

Sehr interessant wieder in den Literaturbetrieb zurückzukommen und diesen gleich mit einer wilden Performance der experimentellen Literaturszene zu beginnen und in den Bücherschrank hatte wahrscheinlich der Verlag fünf brandneue Bücher von Christian Mähr hineingestellt, die zwar nicht zur experimentellen Literatur gehören, aber von mir nachdem ich mir ein Exemplar genommen habe, heiß weiterempfohlen wurden.