Bloggersessions und Kirchenlesung

Seit 2015 gibt es bei der Leipziger Buchmesse die Blogger-Lounge, damals hat Wolfgang Tischer vom Literaturcafe auf die Möglichkeit sich als Blogger akkreditieren zu lassen, aufmerksam gemacht, es gab die Bloggerpaten, wo man sich darum bewerben konnte, eines der nominierten Bücher zu rezensieren und in der Bloggerlounge, kann ich mich erinnern, gab es ein ausgewähltes Programm mit Vorträgen, Diskussionen und einer Ansprache des Messedirektors.

In den Jahren danach gab es die Bloggersessions im Congreßzentrum, für die man exta Eintritt zahlen mußte und ausgewählte Blogger, wie beispielsweise “Buzzaldrin” Vorträge übers Bloggen hielten.

Heuer wurden die Bloggersessions vom Congreßcenter in die Fachforen der Halle 5 gleich neben der Bloggerlounge verlegt, so daß sozusagen jeder daran teilnehmen konnte und ich den heutigen Tag auch der Fachkonferenz übers Bloggen widmete, die zum großen Teil von Wolfgang Tischer moderiert wurde.

Es gab nach der Begrüßung des Messedirektors, Oliver Zille, ein Parallelprogramm auf den zwei Bühnen, das jeweils für Anfänger und Fortgeschrittene angekündet war, sich aber teilweise überschnitt.

So begann das Anfängerprogramm mit einem Interview, das Wolfgang Tischer mit Linus Giese unter dem Titel “Mehr Mut beim Bloggen” über sein Outing und darauf folgendenden Konsequenzen führten,  das Fortgeschrittenenprogramm beschäftigte sich inzwischen mit dem Storytelling, während es für die Anfänger mit den Rechtsfragen weiterging.

Ich bin munter von Bühne eins zu Bühne zwei gewechselt,  habe mir zwischendurch Kaffee geholt, beziehungsweise zu Mittag eine Leberkässemmel, die hier als Brötchen gehandelt wird, gekauft.

Es ging um das “Alleinstellungsmerkmale für Blogger” und die Forderung von Elif Kavadar und Mareike Hansen, daß die Blogger politischer werden müßten.

Das bin ich, glaube ich, ohnehin schon, ich bin aber keine reine Buchbloggerin, blogge auch nicht, wie die meisten anderen, wie ich später von Wolfgang Tischer hörte, über Fantasy oder New Adult, sondern vermische meine Buchbesprechungen mit meinem literarischen Schreiben und meinem Veranstaltungskalender.

Ich blogge inzwischen täglich und nicht, wie die meisten anderen, einmal in der Woche, führe ein literarisches Tagebuch,  bin dabei, wie auch eine Forderung an die Blogger lautet, sehr offen und persönlich, habe also eigentlich drei Blogs in einem und reich werden will ich mit meinen Blog eigentlich auch nicht, sondern mich literarisch präsentieren.

Es ging  auf beiden Bühnen mit der Zusammenarbeit mit Verlagen weiter, die “Netgalley”, wo man elektronische Leseexemplare anforern kann, wurde vorgestellt und die hat im vorigen Sommer auch den ersten Blogger Award ausgerichtet.

Darüber gab es auf der Anfängerseite wieder einen Vortrag, der von Wolfgang Tischer moderiert wurde “Buchblogger im Vergleich: Listen, Rankings und Awards” und da zitierte er auch eine Studie, daß die meisten Blogger am Sonntag ihre Artikel schreiben würden, zweiundneunzig Prozent der Blogger weiblich sind, während und das ist sehr interessant und wurde von den beiden Frauen, die mehr Politik forderten, erwähnt, der Buchblog-Award von zwei Männern gewonnen wurde.

“Hören wir auf zu kuscheln, laßt uns laut und stachelig werden”, forderten dann die zwei ehemaligen Buchpreisblogger Tobias Nazemi und Jochen Kienbaum, sowie die Bloggerin Katharina Hermann und meinten, daß die Blogger qualitätsvoller schreiben und ihre Artikel gegenseitig lektorieren sollten, was vielleicht mit einem verminderten Kuschelkurs gar nicht so viel zu tun hat, aber sicher sehr interessant war, die verschiedenen Aspekte des Bloggens kennenzulernen.

Inzwischen gibt es in Deutschland, glaube ich, zweitausenfünfhundert literarische Blogs, die oft sehr schnell wieder verschwinden.

Mara, beziehungsweise Linus Giese hat vor sieben Jahre zu bloggen angefangen und ist sehr schnell sehr erfolgreich damit geworden. Jetzt bloggt er weniger, weil er als Buchhändler nicht mehr die Zeit dazu findet  und ich feiere im Sommer  mein zehntes Jubiläums,  bin also eine der sehr viel und, wie manche meinen nicht sehr qualitätsvoll bloggen, aber ich verstehe das Bloggen ja mehr, als mein persönliches Archiv und meine Erinnerungshilfe, als, als Geldquelle und möchte auch mit den Verlagen nicht so sehr zusammenarbeiten, obwohl ich Rezensionsexemplare beziehe und mich am Freitag, sowohl mit einem Verlagsmenschen getroffen, als ein Bloggertreffen besucht habe.

Es ging dann wieder von Wolfgang Tischer moderiert, um Blogtouren in Buchblogs, die kritisch beleuchtet und das Pro und Conta diskutiert wurden und da habe ich einmal an einer als Leserin teilgenommen, als das Buch von Martina Gercke und Katja Schneid “Alles nur kein Mann” vorgestellt wurde. Da tun sich ein paar Blogger zusammen und stellen alternierend eine Woche lang ein Buch vor und man kann es dann meistens, wenn man einige Fragen bewantwortet, gewinnen.

Bis halb vier gingen die alternierenden Seessins durch, dann gab es noch ein Coming together mit Getränken und Butterbrezeln und ich habe die Messe verlassen und bin mit der Straßenbahn bins zur Huttenstraße gefahren, wo es in der Aposteltkriche in Großzschocher wahrscheinlich auch im Rahmen von Leipgzi liest oder im Rahmen der offenen Kirchentage eine Lesung gegeben hat und zwar hat da die Journalistin Adrienne Friedlaender ihren Bestseller “Willkommen bei den Friedlaenders” vorgestellt, wo sie das das Chaos beschriebt,  das in ihr Leben gekommen ist, als sie in ihren Haushalt mit drei Söhnen, einer Großmutter, einen Hund und und einer Katze, einen jungen syrischen Flüchtling aufgenommen hat.

Leipziger Messeimpressionen III

Bei Schnee und Kälte ist es heute wieder auf die Messe gegangen, wo die erste Session am blauen Sofa, etwas verspätet, beziehungsweise mit einer anderen Moderatorin angefangen hat, da die angekündigte im Zug irgendwie steckengeblieben ist.

Die erste Session war der Essayband mit Antonia Baum die ich beim Bachmannlesen kennengelernt habe und die in “Stillleben”, glaube ich, ihre Erfahrungen mit der Mutterschaft beschrieben hat.

Dann bin ich zwischen Halle drei, fünf und vier herummarschiert, habe kurz mit Frau Sailer vom “Aufbau-Verlag” gesprochen und mir bei “Hommunculus” ein Buch über die Entstehung des “Frankensteins” geben lassen und bin dann im Österreich-Cafe gerade zur Lersung von Luis Stabauer “Die Weißen” zurechtgekommen, wo es um ein Schicksal vom Spiegelgrund geht.

Danach in die Glashalle, wo ich mir ein Hotdog kaufte und mich damit, um das sehr volle balue Sofa drängte, wo gerade Navid Kermani über die Flüchtlingssituation referierte.

Dann kam die norwegische Bestsellerautorin Maja Lunde, die mit ihrem Buch “Die Geschichte der Bienen” bekanntgeworden ist. Das ist auf vier Teile angelegt, der zweite Teil “Die Geschichte des Wassers” ist gerade erschienen und hätte eigentlich von der norwegischen Kronprinzessin Mette Marit moderiert werden sollte, die aber krankheitshalber absagte.

Danach habe ich mir noch Hans Joachim Schädlich angehört, der eine literarische Dokumentation über den Maler Felix Nussbaum “Felix und Felka”, der in Auschwitz umgekommen ist, geschrieben hat.

Danach wieder hinauf in Halle fünf, denn ich wollte einen Kaffee trinken und den gab es sowohl in der Blogger Lounge, als auch beim Halle-Stand, da waren zwar eine Menge Leute, hinter denen man sich anstellen mußte,, es gab aber wieder die berühmten Hallorerkugeln, wo ich mir ein paar einsteckte und dann noch bei “Droschl”Henrike Blum fragte, ob sie mir das neue Buch von Daniela Strigl schicken kann?

Dann wieder in das Österreich-Kaffeehaus, da stellte um halb vier Kirstin Breitenfellner, die ich schon auf der “Buch-Wien” hörte, ihren fiktiven Bericht über die Achtzigerjahre “Bevor die Welt unterging” vor und um halb fünf kam Gerhard Jaschke, der sein erstes “Ritter-Buch” “Gemischte Freuden. Sätze” vorstellte und mir vorher erzählte, daß seine Frau, die Malerin Ingrid Wald, letzte Woche gestorben ist und heute vor zehn Jahren ist Werner Herbst gestorben, mit dem Gerhard Jaschke gemeinsam aufgetreten ist und auch ein paar Bücher gemeinsam herausgab.

So hat er am Schluß ein paar seine Gedichte gelesen und auch viel über die Wiener Avantgardszene seine Veröffentlichungen bei “Freibord” etcetera, erzählt, so daß der dritte Messetag sehr österreichisch endete.

Leipziger Messeimpressionen II

Gretchen Dutschke im Gespräch mit Susanne Führer

Gretchen Dutschke im Gespräch mit Susanne Führer

Superman bei Energiezufuhr

Superman bei Energiezufuhr

Mit der Messe und mit dem Winterwetter geht es weiter, Regen am Morgen, der sich dann in leichten und später in dichten Schnee umeandelte, der auch auf der Straße liegenblieb. Ziemlich kalt für Mitte März und auf der Messe hatte ich ein dichtes Programm.  Hatte ich mich doch um elf mit einem Herr vom “Rohwolt-Verlag” verabredet, dann hat noch Bozena Anna Badura ein Treffen der Debutpreisblogger, die auf der Messe waren, um elf in der Bloggerlounge angesetzt, also habe ich versucht das Treffen nach vorzuverlegen, was auch gelungen ist, ich habe zwar ein bißchen auf ihn gewartet, dabei aber einen Herrn beobachtet, der eifrig in Daniel Kehlmanns “Tyll” geblättert hat und Georg Klein, der auch für den Leipziger Buchpreis nominiert war, habe ich auch am Stand gesehen.

Allerdings ist es mir dann nicht so schnell gelungen von der Halle vier in die Halle fünf zu kommen, wo schon fünf oder sechs der Debutpreisblogger und Bozena Anna Badura wartete und es auch die “leckeren Kekse” zum Knabbern gab und um zwölf gab es schon wieder ein Bloggertreffen, so daß ich diesmal das gemeinsame Mittagessen mit dem Alfred ausfallen ließ.

Ich hatte aber noch vom Vortag Brezeln und Croissants und Susanne Bühler von “Diogenes” hat den Bloggern, die den gesamten Vortragssaal füllten, ich habe auch einige bekannte Gesichter entdeckt, das Herbstprogramm vorgestellt. Da wird es einen neuen Erich Hackl geben, “Liebwies” errscheint als Taschenbuch und und…

Leider waren die Namen der Neuproduktionen nicht immer leicht zu verstehen und die Cover ohne Projektionshilfsmittel,  das Programmheft wurde nur in die Höhe gehalten, nicht immer so leicht zu erkennen. Der Herbst ist aber noch weiter entfernt und es gab  auch eine Kurzlesung von und mit Anneke Reineckes “Leinsee”, was manche Blogger schon erwartet hatten und ich bin wieder in die Halle vier hinübergegangen.

Schlecky Silberstein

Schlecky Silberstein

Preis der Literaturhäuser

Preis der Literaturhäuser

Denn da gab es es einen Festakt. Wurde doch das europäische Übersetzternetzwerk “Traduki “vor zehn Jahren ins Leben gerufen”, so daß ein deutscher Politiker und eine albanische Politikerin eine Rede hielten und Chrstoph Ransmayr, der österreichische Schriftsteller  in einem Essay erklärte, wie wichtig  das Übersetzen  für die Verständigung wichtig ist.

Es gab ein Glas Wein, bevor das Programm im Cafe Europa mit einem ungarischen Roman weiterging und ich bin zum blauen Sofa hinuntergegangen, wo der Preis der Literaturhäuser an den Teschechen Ladislav Rudis vergeben wurde, den ich, glaube ich, einmal in Krems bei der “Literatur und Wein” kennenlernte. Leider war im Programm  als Ort das Cafe Traduki angegeben, so war ich vorher dort bei einer Lesung und habe da meinen schönen Block mit den Schneeglöcken und meinen Kugelschreiber vergessen. Ich habe zwar inzwischen ein anderes Schreibeheftchen, aber all meine Notizen sind verloren und so zitiere ich aus dem Gedächtnis.

Es gab dann  noch eine “Blaue Stunde” zum Thema 1968, mit Gretchen Dutschke und Wolfgang Kraushaar.  Die Messe war zu Ende, das Programm von “Leippzig liest” ging aber weiter und wir mit der Ute in ein Hospitz, beziehungsweise in  ein “Haus des Lebens”, da ja die Ute ehrenamtliche Sterbebegleiterin ist, wo es auch, um die Verständigung, wenn auch auf eine andere Art und Weise ging und zwar hat der Arzt und Schriftsteller Jalid Sehouli, der auch schon literarische Texte geschrieben hat, sein Buch “Von der Kunst schlechte Nachrichten gut zu überbringen” vorgestellt, was wahrscheinlich auch eine Kunst des Übersetzen ist, die Nachricht des Krebes mit Achtung und Wertschätzung dem Patienten und seinen Angehörigen zu überbringen und  genauso an Grenzen stoßen wird, wie die Kunst des Übersetzens, wohl nicht immer zum Miteinander führt, da es  auch in Leipzig, wie im Herbst in Frankfurt rechte Verlage gibt, die das Messegeschehen dominieren und vielleicht mehr Aufrmerksamkeit erzeugen, als das Bemühen um Verständnis und Toleranz. Hat es doch schon bei der Eröffnung diesbezüglich Prosteste gegeben und Armin Baumgartner hat mich, als ich ihm in der Halle 4 zufällig getroffen habe, auch gleich darauf angesprochen.

Leipziger Messeimpressionen I

Am Mittwoch sind wir also nach Leipzig zu den Hundertmarks gefahren und am Donnerstag hat die Buchmesse begonnen. Ich bin wahrscheinlich circa das zwanzigste Mal in Leipzig und kann mich erinnern, daß wir das erste Mal in den Neunzigerjahren gefahren sind.

Da war noch Traude Korosa bei den IG Autoren und hat mir einen Kaffee gegeben, Walter Baco hat eine Österreichschiene veranstaltet und Milo Dor hat mich nach dem Weg gefragt und wir sind seither nicht jedes Jahr, aber ziemlich regelmäßig nach Leipzig gefahren.

Mal kürzer und mal länger und seit 2015 lasse ich mich als Bloggerin akkreditieren und inzwischen ist auch alles regelrecht geplant. Ich habe schon ein paar Verlagstermin und Bloggertreffs ausgemacht und einige Fixpunkte, die ich gern besuchen wil. Sonst lasse ich mich eher treiben  und so begann es auch heute.

Ziemlich genau um zehn sind wir eingetroffen und ich bin den Vormittag in der Halle 5 herumgeschlendert. Habe Malte Bremer vom Literaturcafe angesprochen und ihm die zwei Bücher gezeigt, die ich in meiner Tasche hatte. Er will sie besprechen und mir sein Urteil darüber sagen. Mal sehen, ob er länger als dreißig Sekunden braucht, um sie in den Mist zu befördern. Daß er sie aber genommen hat, ist schon fein, denn die meisten Blogger winken  schon hier ab und sagen “Selfpublischer nein, damit können wir uns nicht beschäftigen, denn das stiehlt uns unsere Lebenszeit!”

Ich habe aber einen Teul des Vormittags in der Selfpzulkischerzone der Halle fünf verbracht, habe mir  einige Lesungen und eine Diskussion angehört, bis ich den Alfred getroffen habe, um mit ihm Mittag zu essen.

De Restaurants auf der Messe sind mir schon von den letzten Jahren bekannt, man muß sich wie in den DDR-Zeiten einen Platz zuweisen lassen, dann bekommt man eine Speisekarte und die Kellner wuseln herum, sehen einen aber dabei nicht an, so daß es ziemlich anstrengend ist, bis man die Bestellung abgeben kann.

Dann geht es schnell und das Essen ist auch recht gut, es hat aber ziemlich lange gedauert, sodaß ich die Verleihung des “Alfred Kerr-Preises” bei den unabhängigen Verlagen versäumte.

Das heißt, ich bin nur zum Sekt und den Croissants zurechtgekommen, habe die Ursula Seeber dabei gesehen und dann war es schon bald Zeit mich in die Glashalle aufzumachen, um zur Verleihung des  “Leipziger-Buchpreises” zurechtzukommen. Da habe ich auch einige Zeit gebraucht daraufzukommen, daß ich mit meiner Akkredidierungt in die heiligen abgegrenzten Hallen hineingehen kann, vorher bin ich immer draußen gesessen und ganz früher naiv ein Buch lesend so lange drinnen, bis sie mich vertrieben haben.

Diesmal klappte es aber und ich habe sogar einen schönen Platz bekommen und von den fünfzehn nominierten Büchern,  je fünf in den Kategorieen Sachbuch, Belletristik, Übersetzung habe ich nur eines bekannt, nämlich Josuah Cohens “Buch der Zahlen”, das dann aber nicht gewonnen hat, denn der Preis für die beste Übersetzung ging an Sabine Stöhr und Juri Durkot für Serhij Zadahrs  “Internat”, den Sachbuchpreis hat Karl Schlögl gewonnen und der Preis für Bellestritik ging an Ester Kinskys “Hain”.

Danach gab es Sekt und Brezeln, ich habe mir ein Glas genommen, mich damit kurz an den Tisch gestellt, wo schon Daniela Strigl stand, den Sekt ausgetrunken und dann hinauf zum Österrreich- Cafe, wo es wieder den traditionellen Empfang mit Wein und seit einigebn Jahren Schnitzelstücken gegeben hat.

Nette Gespräche und ich habe bei den IG Autoren und bei Walter Famler auch nach den neuen “Hammer” gesucht, wo meine und Ruths Texte zur “Kunst im öffentlichen Raum” enthalten sind, den es schon seit zwei Tagen gibt, in Lleipzig aber offensichtlich nicht, beziehunsweise sind die dreißig Exemplare, die Walter Famer mit hatte schon alle weg.

Nun gut, macht ja nichts, Kurt Neumann hat mir ja das PDF geschickt, das der Alfred schon den Hundertmarks, Bozena Anna Badura und seiner Cousine Hannelore samit Familie, die wir am Dienstag Nachmittag besuchten. zeigte und jetzt ist der erste Messetag beendet und ich bin entsprehcend müde und erschöpft. Morgen wird es wieder weitergehen, weil ich diesmal ja meinen Laptop mithabe und daher täglich bloggen kann.

Wenn Martha tanzt

Der 1967 geborene Tom Saller, der Medizin studierte und jetzt als Psychotherapeut tätig ist, führt in seinem bei „Ullstein“ erschinenen Debut sehr deutlich vor, wie ein Roman entstehen kann.

Seine Großmutter, die nach dem Krieg aus Pommern flüchten mußt,e ist gestorben und hat ihm einen Brief hinterlassen.

Dann gibt es noch die Bauhaus-Geschichte, die „Ullstein“ in einem Extraheftchen als Überblick und zum besseren Einstieg in die Geschichte zusammen mit einem Interview mit dem Autor, beilegte, die ihm irgendwann zu Ohren kam und ihn interessierte, so daß er die Wahrheit mit der Fiktion verknüpfte und eigentlich einen „phantastischen Roman“ daraus machte, in dem er einige Ereignisse miteinander verknüpfte und auch auf die entsprechenden Höhepunkte und Spannungsbögen dabei achtete.

Da ist einmal der Ich-Erzähler und das ist der Enkel der verstorbenen Großmutter, die ihm ein Tagebuch vererbte, weshalb er, um es zu versteigern, von Deutschland nach New York reist und wieder interessant, so ein Buch hatte ich schon vor kurzem in Hannes Köhler „Ein mögliches Leben“, da ist der Enkel mit dem Großvater nach New York geflogen, damit der seine Kriegserfahrungen nochmals aufleben kann.

Hier verkauft der Enkel, das Buch um fünfundvierzig Millionen und eine der Jurorinnen des Leipziger Buchpreises merkte in einem Interview an, daß es interessant ist, wieviele junge Menschen plötzlich über Erfahrungen schreiben, die sie gar nicht erlebt haben.

Ja, die Großmütter sterben und der Ich-Erzähler, ein Germanistikstudent, hat nicht viel über ihre Vergangenheit gewußt, hat sie ihm doch auf Fragen immer nur gesagt „Red nicht so viel, sonst wird dir das Hemd zu kurz“.

Jetzt entdeckt er, als er ihren Nachlaß ordnet, eine alte Kladde und in dieser Zeichnungen von Paul Klee, Wassily Kandinsky und einigen anderen.

Hey, was ist da los? So nimmt er Urlaub von seinem Studium, um Marthas Tagebucheintragungen zu literarisieren und da die Eintragungen erst zwanzig Jahre später beginnen, muß er den Anfang, Marthas Kindheit in Pommern, als Tochter eines Musiklehrers recherchieren. Die, der Mutter von der Großmutter, wie man Anfangs glaubt, wurde 1900 geboren und geht, als junges Mädchen noch im ersten Weltkrieg nach Weima,r um in dem berühmten “Bauhaus”, das von Walter Gropius gegründet wurde und das, die erste Kunstschule war, die schon damals gleichviel Frauen, als Männer aufgenommen hat, zu studieren.

Denn Martha hat eine besondere Gabe. Sie sieht und hört alles in Formen. So gibt es in dem Buch nach den einzelnen Abschnitten immer einen kleinen Kreis, ein kleines Dreieck und ein solches Quadrat und sie beginnt diese Fähigkeit dann mit ihren Körper auch als Ausdruckstänzerin zu verwirklichen.

Das dauert allerdings nicht sehr lang, denn es kommen ja bald die Nazis, die die Schule schließen wollen und so geht Martha 1924 mit einem Kind im Arm, die kleine Hedi, die eigentlich Hedwig heißt, obwohl sie Lydia heißen sollte, zu den Eltern zurück.

Da habe ich noch etwas ausgelassen, nämlich den väterlichen Freund der Familie, der eigentlich Marthas Vater ist und auch ein Bruder von Walter Gropius, was auch der Grund war, warum Martha auf der Schule aufgenommen wurde und dann gibt es noch eine Fotografin namens Ella, mit der Martha eine zarte lesbische Liebe beginnt und die später einen Nationalsozialisten heiratet.

Man sieht, Tom Saller läßt nichts aus, was sich literarisch verwenden läßt und es kommt noch phantastischer.

Denn das Buch ist in zwei Teilen geschrieben, den des Ich-Erzählers, der im September 2001 nach New York reist und dann die Tagebucheintragungen.

In New York wird das Buch von einer alten Dame um fünfunfvierzig Millionen ersteigert und am Abend im Hotel ruft die junge Assistentin an und lädt den Enkel zum Abendessen in ein Hotel, das den Twintowern gegenüberliegt, ein. Ahnen wir schon den weiteren Verlauf der Handlung?

Noch nicht so ganz, denn die alte Dame, die dort wohnt, lädt den Erzähler erst zum Sherry ein, nennt ihn dann einen Betrüger, denn sie ist Martha, also hundertundein Jahr alt und ihre Tochter Hedi ist 1945, als sie fliehen mußten in der berühmten “Gustloff”, über die auch schon Günter Grass geschrieben hat, untergegangen.

Sie erzählt ihm, den weiteren Teil der Geschichte, die er schon von den Tagenbücher und von Wolfgangs Briefen, das ist der väterliche Freund, wußte.

Martha ist mit dem Kind in das Haus der Eltern zurückgegangen, zog ihr Kind auf, gründete eine Tanzschule und mußte  nach 1945 fliegen. Sie mußte das überfüllte Schiff aber verlassen, die Tochter blieb und ertrank auch nicht wirklich, sondern flüchtete auf ein anderes, das hat die Großmutter dem Enkel schon erzählt.

So waren Marthas Schuldgefühle unnötig, die nach Amerika emigirierte, sie schickt mit einem Brief, den Enkel aber trotzdem weg, was ein Glück für ihn ist, denn noch im Flugzeug stellt sich heraus, die Twintowers werden von den Flugzeugen angegriffen, fallen auf das Hotel und die Hundertjährige kommt bei dem Anfschlag um.

Der Erzähler kann den Brief erst später lesen, erfährt noch die letzten Details, die ich jetzt nicht spoilern will und wir haben eine phantastische Geschichte gelesen, die entstehen kann, wenn jemand einen Brief im Nachlaß seiner Großmutter findet.

Alles andere ist Fiktion und geschickte Verknüpfung, man kann aber über die Bauhausgeschichte in dem kleinen beigelegten Büchlein nachlesen und hat wieder etwas gelernt.

Bloggerdebutpreis an Klaus Cäsar Zehrer

Christian Bangel

Christian Bangel

Klaus Cäsar Zehrer

Klaus Cäsar Zehrer

Am Montag sind wir dann nach einem gemütlichen Hotelfrühstück in Würzburg  nach Essen zur Verleihung des zweiten Bloggerdebutpreises an Klaus Cäsar Zehrer abgefahren, zu der mich ja die Frauen vom “Deburt” eingeladen haben, und weil ich  gern zu Preisverleihungen gehe und es sich auch gut mit Leipzig verbinden läßt, sind wir schon ein paar Tage früher von Wien weg und haben uns wegen der Umweltzone sogar ein Auto dafür gemietet.

Sind in der Stadt, in der Elke Heidenreich, wie ich in einem Interview las, geboren wurde, ich aber noch nie war,  kurz nach eins eingetroffen,  haben das Auto in der Nähe des Cafe Livres, wo die Veranstaltung stattfand, abgestellt. En sehr gutes und preisgünstiges Mittagsmenü in einem Asia-Snackrestaurant eingenommen und sind durch die Stadt marschiert, um uns die Sehenswürdigkeiten anzusehen.

Zum Bahnhof, zum Dom, durch die Rathausgalerie, bis zu  der Marktplatzkirche vor der der Herr Krupp steht, dem Essen offenbar viel zu verdanken hat und danach in die Rüttenscheiderstraße, wo es einen der offenen Bücherschränke, die hier von großen Firmen gegründet wurden, gibt und habe dort ganz passend, ein Buch über Alfried Krupp und Beitz  Berthold  gefunden, so daß ich, wenn es sich bei all den Bücherbergen ausgeht, auch über dieses Stück Essener Geschichte nachlesen kann.

Danach haben wir uns in das Cafe Extrablatt gesetzt und einen Caffe Latte getrunken, bevor es zu der Preisverleihung in das Kaffeehaus ging, in dem Bozena Anna Badura, Sarah Jäger und Janine Hasse seit einiger Zeit Debutlesungen veranstalten und zum zweiten Mal der Bloggerdebutpreis vergeben wird, in dem es schon sehr voll war.

Das Cafe hat seinen Namen von den Bücherregalen, die überall aufgestellt sind und hinter und am Lesetischchen waren schon die Debutbücher aufgereiht, die man später kaufen und von den zwei Meistplazierten signieren lassen konnte.

Außer mir waren von der Bloggerjury noch Silvia Walter von den “Leckeren  Keksen” und sonst noch Tobias Nazemi vom “Buchrevier” anwesend, der, wie ich hörte, in Essen eine Werbeagentur hat

Bozena Anna Badura moderierte, stellte den Preis, die fünf Shortlistnominierten, die aus den vierundsechzig eingereihten Büchern ausgewählt wurden, sowie den Preisträger Klaus Cäsar Zehrer, der von den dreizehn mitstimmenden Bloggern 46 Punkte bekommen hat, also in der Abstimmung weit vorne lag,  vor.

Der mit 23 Punkten Zweitplazierte Christian Bangel war auch eingeladen und las ebenfalls aus seinem Debut vor. Dann gab es ein Interview zu der Entstehungsgeschichte und die Frage, wie die Autoren zu ihren Büchern gekommen sind und interessant waren die Gemeinsamkeiten, die Christian Bangel bei den eigentlich sehr unterschiedlichen Büchern,  das eine eine Biografie über ein tatsächlich gelebt habendes amerikanisches Wunderkind, das andere ein Stück DDR-Geschichte mit wahrscheinlich autobiograschen Bezug, denn auch Christian Bangel stammt aus dem Osten Deutschlands, fand.

Christian Bangel, Klaus Cäsar Zehrer, Bozena Anna Badura

Christian Bangel, Klaus Cäsar Zehrer, Bozena Anna Badura

Beide Bücher sind aus vorher geschriebenen Artikeln hervorgegangen. Klaus Cäsar Zehrer hat seit 2009 recherchiert und fünf Jahre an dem Buch geschrieben, Christian Bangel zwei oder zweieinhalb Jahre und wurde von seinem Agenten zu dem Buch motiviert, das dann gleich sehr erfolgreich war

Dann gab es noch überraschend und sehr spannend, je einen anderen Text der Autoren, um die unterschiedliche Bandbreite  aufzuzeigen und da meinte Christian Bangel, der den journalistischen Text aus seinem Handy vorlas, das sein Buch sein erster literarischer Einstieg wäre, während Klaus Cäsar Zehrer schon kürzere literarische Texte geschrieben hat.

Einen, mit dem er schon einmal einen von der Zentralen Intelligenz Agentur von Kathrin Passig und Sascha Lobo einen etwas skurillen Preis gewonnen hat, weil das Puplikum offenbar mit Stromstößen die Leselänge bestimmen konnte, las er vor und erzählte, daß er mit dem Buch für den byrischen Literaturpreis nominiert war, den dann Franzobel gewonnen hat und, wie Franzobel der sich ja bei der Preisverleihung sich darüber “freute” diesen Preis und nicht den dBp gewonnen hat, bedankte er sich mit sehr ähnlichen Worte für den  Preis, der  mit einem Abendessen  in einem Innenstadtlokal zu Ende ging, bei dem wir sozusagen mitkommen mußten, weil wir bei Bozena Anna Badura zweimal übernachten, bevor es nach Leipzig weitergeht und ich habe einer sehr interessanten Veranstaltung beigewohnt und das Gästebuch gesehen, in dem sich schon die anderen Debutanten eingetragen haben, die im “Livres” gelesen haben und man konnte wieder sehr schön sehen, daß Blogger und das Bloggeschehen für den Literaturbetrieb nicht ganz unwichtig sind.

Literarischer und kultureller Würzburger Zwischenstop

Brückenschoppen auf der Alten Mainbrücke

Brückenschoppen auf der Alten Mainbrücke

Alte Mainbrücke

Alte Mainbrücke

Wir sind also, weil der Alfred nicht in einem Tag von Wien nach Essen durchfahren wollte, am Samstag von Wien ab- und nach Würzburg gefahren, wo wir schon vor drei Jahren waren und dort im “Bockshorn” im “Kulturspeicher” ein Kabarett besuchten.

Da hätten wir natürlich auch am Sonntag fahren können, allerdings ist sowohl in Essen, als auch in Leipzig, Umweltzone und wir haben ja ein alten Auto, wo wir das diesbezügliche Pickerl nicht mehr bekommen. Bisher hat das in Leipzig nichts gemacht. Diesmal wollte sich der Alfred aber ein Auto mieten, konnte das aber nur am Samstag machen, also sind wir nach Würzburg gefahren und haben das Wochenende dort verbracht.

Das heißt, wir sind am Samstag, um fünf angekommen und hatten diesmal ein Hotel gleich beim “Kulturspeicher” und  im “Bockshorn”gab es wieder ein Kabarett, beziehungsweise ein Konzert von “Gankino-Circus” und wir haben sogar Restkarten dafür bekommen.

Sind ein bißchen in der Stadt herumspaziert, das heißt zuerst wieder bei der Mainbrücke, wo die Leute mit den Gläsern auf der Straße stehen, einen “Hugo” beziehungsweise ein Glas Wein getrunken und sind dann beim  “Hugendubel” einer dieser deutschen Buchhandlungsgroßketten gelandet, wo ich mich mit einer Reihe von Leseproben eindeckte und mir auch zwei Bücher für je zwei Bücher besorgte, weil ich bei Abverkaufsbücher, obwohl ich ja einen deutschen Lesevorrat mithatte und mich bald auf eine Buchmesse begeben werde, nie wirklich nein sagen kann.

Das war also der Samstag, blieb also die Frage wie wir den Sonntag in Würzburg verbringen sollten? Wo wir  schon vor drei Jahren einen Stadtspaziergang machten. Der Alfred schlug einen Spaziergang auf die Festung Marienberg vor und zu Mittag, das Restaurant, das wir vor drei Jahren nicht gefunden, beziehungsweise verwechselt hatten, aber sonst wären wir ziemlich ratlos geblieben, hätte mir der Alfred nicht beim Frühstück ein kleines Heftchen gezeigt.

“Würzburg liest ein Buch” war es betitelt und zeigte am Cover den Roman von Jehuda Amichai “Nicht von jetzt, nicht von hier” und dann noch ein paar Leute, die damit lesend in der Würzburg-Kulisse herumstanden oder saßen und darunter war geschrieben “Die ganze Stadt macht mit: Lesungen, Vorträge, Ausstellungen, diskussionen, Theater und vieles mehr” und das Programm das in dem Heftchen abgedruckt war, begann, obwohl als Datum der April angegeben war, schon im Februar und hatte auch am Sonntag eine diesbezügliche Veranstaltung.

Falkenhaus

Falkenhaus

Auf der Alten Mainbrücke

Auf der Alten Mainbrücke

Jechuda Amichai, nie etwas von ihm gehört. Das Heftchen gab aber auch diesbezügliche Auskunft, daß das ein unter dem Namen Namen Ludwig Pfeuffer geborener Würzburger Lyriker war, der  1936 mit seiner Familie nach Israel emigrierte, 1955 den ersten Gedichtband veröffentlichte, der Roman “Nicht von jetzt, nicht von hier” ist 1992 erstmals in deutscher Sprache erschienen und 2000 ist der Autor, dessen Buch in Würzburg jetzt gelesen werden wird,  in Jerusalem gestorben und am Sonntag,  um elf hat es beim Rathaus eine Stadtführung oder eine “Spurensuche nach der Stadt Jehuda Amichais” gegeben, die wir besuchen konnten.

Ich habe dann im Hotel noch ein anderes Programmheft gefunden, in dem zu erfahren war, daß am Sonntag in Würzburg und wahrscheinlich auch anderswo “Weltgasttag” war und es daher von elf bis sechzehn oder siebzehn Uhr kostenlose Stadtführungen zu verschiedenen Themen gab und eine davon war schon, die oben erwähnte von einem Dr. Hans Steidle, offenbar ein ehemaliger Lehrer, der sich schon sehr viel mit Ludwig Pfeuffer oder Jehuda  Amichai beschäftigte und die Orte zeigte, wo er aufwuchs, zur Schule ging, das Geschäft seines Vaters und sich die ehemalige synagoge befand, etcetera und das Buch, das jetzt in der Stadt im April gelesen werden soll, ist, wie Hans Steidle betonte, einerseits sehr kompliziert, andererseits wieder sehr einfach.

Ein junger Archiologe, der in den Neunzehndreißigerjahren emigrieren mußte, kommt nach dem Krieg nach Würzburg oder Weinheim, wie es, glaube ich, in dem Buch heißt, zurück und begibt sich auf die Spuren seiner Vergangenheit.

Auf der alten Mainbrücke

Auf der alten Mainbrücke

Hans Steidle hat also, an die Orte geführt und immer wieder Stellen aus dem Buch gelesen, beziehungsweise Bilder von der Familie gezeigt und es war sehr interessant, die Stadt kennenzuleren von ihrer Vergangenheit und einen mir bisher unbekannten Autor zu erfahren und weil es schon angebobten war, haben wir nach dem Essen, in dem Lokal, das wir diesmal gefunden haben, noch zwei Führungen gemacht und uns da auf die Spuren der Würzburbger Frauen, Malerinnen, Bildhauerinnen, Sozialreformerinnen, aber auch die die Wäsche wuschen oder am Markt Gemüse verkauften, begeben, beziehungsweise sind wir den “Stolpersteinen” nachgegegangen, die es ja auch in Wien gibt und die von den Menschen erzählen, die in den Häusern, vor denen sie angebracht wurden, gearbeitet und gelebt haben, bevor sie von den Nazis vertrieben wurden.

Dann sind wir noch auf die Festung hinaufgegangen und haben also einen sehr interessanten Würzburger Sonntag erlebt, wo es sehr viel und sehr intensiv in die Vergangenheit und das Leben und die Geschichte der jüdischen Bewohner vor 1933 gegangen ist und ich habe gelernt, daß der sechzehnte März für Würzburg eine tragische Bedeutung hatte, während es in Österreich ja gerade der zwölfte ist, dem gedacht wird und den ich diesmal nicht dort erlebe und der eine das Ende, das sehr zerstörte Würzburg und das andere den österreichischen Beginn des Endes beschreibt.

“Würzburg liest ein Buch” wird heuer übrigens zum dritten Mal durchgeführt, 2014 wurde da Leonhard Franks “Der Jünger Jesu” ausgesucht, dem auch eine Stadtführung gewidmet war und mit dem sichHans Steidle ebenfalls schon beschäftigt hat, 2016 war es der mir bekanntere Jakob Wassermann mit dem “Aufruhr um den Junker Ernst”, der, was ich nicht wußte, auch einen Würzburger Bezug hatte, allerdings in  Altaussee getorben ist und ich habe ganz zufällig und nebenbei ein Stück der Würzburger Literaturgeschichte kennengelernt, die mir ohne dem Zwischenstop sicherlich entgangen wäre.

Und ehe ich es vergesse den Bücherschrank  in der Eichhornstraße haben wir auch aufgesucht und ein paar “Diogenes-Krimis” dort gefunden.

Deutsches Lesen zweiter Durchgang

Ich lese ja sehr viel deutsche Gegenwartsliteratur und auch Klassiker, wie das so schön heißt und, ab wann man auch immer Bücher als solche bezeichnet, ab einem bestimmten Alter oder auch Bestimmheitsgrad und nach Leipzig zur Buchmesse fahren wir seit den späten Neunzehnhundertneunzigerjahren. Nicht immer aber sehr regelmäßig, die Donau sind wir mit dem Rad einige Male abgereist und als wir das vor drei Jahren von Ulm nach Regensburg machte, habe ich, wie ich das seit ich blogge, ja regelmäßig tue, mir deutsche Bücher ins Gepäck gepackt, bin dann gleich am ersten Tag in einen Thalia Abverkauf gekommen und daher ab dann mit einer sehr vollen Büchertasche durch das Land gefahren, habe Gabriele Wohmann, Bernhard Schlinck etcetera gelesen.

Nach Leipzig nehme ich mir meistens nur ein Buch mit und komme dort dann nicht sehr zum Lesen, obwohl ich dann wieder meistens ganze Bücherstöße und Leseproben nach Hause schleppe und diesmal ist es ein bißchen anders, denn wir fahren ja nicht wie üblich erst am Mittwoch Morgen los, sonder sind schon am Samstag abgefahren, denn wir fahren über Essen, denn da wird ja am Montag der Blogger Debutpreis an Klaus Cäsar Zehrer vergeben, dem ich zwar nur einen Punkt gab und auch das erst nach überlegen, da ich ja ursprünglich brav und angepasst die poetischen Bücher rangreihen wollte.

Der Preis wird in Essen in einen Cafe verliehen und die Frauen vom Blog lädt die Bloggerjury zur Preisverleihung ein und organisiert auch eine Übernachtung. Im Vorjahr habe ich abgelenht, weil zu weit. Aber Essen läßt sich mit Leipzig wenn auch mit Umwegen und Extraübernachtungen verbinden und so geht das deutsche Lesen, wenn man es so nennen will, in die zweite Runde, denn ich habe mir von den acht Rezenskionsexemplaren, die derzeit auf meinen Jahresbücherstapel im Badezimmer liegen, die deutschen ausgesucht und das wären Tom Sallers “Wenn Martha tanzt”, an dem ich gerade lese”, Claudia Tieschkys “Engele” und Gunnar Kaisers “Unter der Haut” und das ist, höre und staune eines der von den Vorjahrs Bogbusterpreislonglistbücher und es ist auch noch sehr dick, so daß die Chance, daß ich es gelesen nach Wien zurückbringe, sehr gering ist, aber das deutsche Llesen geht bei mir ja, spätestens seit ich Buchpreisblogge und mich da die deutschen Verlage anschreiben, vorher habe ich mich eigentlich eher nicht getraut, sie anzufragen, weiter und da liegt noch einiges auf meinen Stapeln oder wird, beziehungsweise soll dazu kommen und dann ist es auch nicht immer so einfach zu entscheiden, was jetzt deutsches Lesen ist, gibt es da Erstens ja die Autoren mit nicht deutscher Muttersprache und da habe ich ja auch erst vor kurzem einen tollen Debutroman gelesen, den ich mir mindestens auf die nächste Debutpreisshortlist wünsche, als auch ständig die Verwechslungen zwischen der österreichichen Literatur, zumindestens habe ich schon gehört, daß Marlene Streeruwitz, als deutsche Autorin gilt oder sich jemand darüber wunderte, daß sie Österreicherin ist.

Nun ja, die österreichische Gegenwartsliteratur gibt es natürlich auch und die lese ich auch sehr gerne und weil es inzwischen auch den österreichichen Buchpreis gibt, bin ich  im Herbst ja dann gleich nach dem deutschen mit ihr beschäftigt und die ersten Verlage, die mir Rezensionsexemplare schickten, waren ja auch die österreichischen, denn die habe ich nach und nach angefragt.

Dann gibt es noch die Schweizer Gegenwartsliteratur und da hat sich bei mir in meinem Badezimmer momentat auch etwas angesammelt, denn es gibt ja die Idee im August in die Schweiz zu fahren und uns diese Städte anzuschauen, ob daraus etwas wird, weiß ich nicht, denn ich habe ja auch schon portugiesische Bücher vom Badezimmerstapel wieder weggeräumt, habe mir aber als es in der “Alten Schmiede” vor einiger Zeit einen Schweizer Abend gab, Jörg Steiners “Schnee bis in die Niederungen” gekauft weil das “Suhrkamp-Taschenbüchlein” nur fünf Euro kostete und habe dann als ich einmal in die Dokumentationsstele für ost und mitteleuropäische Literatur ging, im Bücherschrank ein paar Bücher aus Schweizer Verlagen gefunden und der Alfred hat mir zumindest vorsorglich nach dem der Reiseplan geschmiedet wurde Thomas Küngs “Gebrauchsanweisung für die Schweiz” aus der “Piper-Reihe” gekauft.

Aber das ist erst Schnee oder Sommerrregen von morgen, jetzt geht es ein bißchen durch Deutschland, obwohl Klaus Cäsar Zehrer Buch ja bei “Diogenes” einem Schweizer Verlag erschienen ist und ein “Diogenes-Bloggertreffen” habe ich mir auch in meinen Kalender aufgeschrieben und auf meinen Bücherstapel derzeit Connie Palmens “Du sagst es”, das Buch einer holländischen Autorin liegen habe, obwohl auf dem Beipackzettel  Antony Mc Carthen “Jack” stand.

Man sieht, das Lesen ist letztlich doch immer international und ich bin auch sehr gespannt, was ich mir diesmal aus Leipzig an Büchern zurückbringe?

Und wer es bemerkt hat, die Bodenseereise mit der Ruth fällt noch in diesen Aufzeichnung und die war ja auch sehr international mit manchmal mehrmaligen täglichen Grenzübertritten zwischen der Schweiz und Deutschland und da habe ich ja Martin Walser, Arno Geiger, Michael Köhlmeier und auch noch einiges andere gelesen.

Fliegende Hunde

Jetzt kommt ein wirklich tolles Buch. Das Debut des Jahres, könnte man es vielleicht so pathetisch nennen, eines von dem, ich hoffe, es vielleicht auf der Longlist zu sehen, denn meiner Meinung nach sind Wlada Kolosowas “Fliegende Hunde” viel aufregender als im Vorjahrt Sasha Mariana Salzzmanns “Außer sich”, das als so außergewöhnlich gelobt wurde, was ich bis heute nicht nachvollziehen kann.

Wieder geht es um eine Exilrussin wurde Wlada Kolosowa doch 1987 in Sankt Petersburg geboren, wuchs in Deutschland auf und studierte sogar Creative Writing in New York bei  Jonathan Safran Foer und Zadie Smith.

Vielleicht ist deshalb ihre Geschichte so ungewöhnlich und nicht so abgelutscht, wie die Familiengeschichte der Sasha Mariana Salzmann, die ich schon hundertmal gelesen habe.

Jetzt geht es direkt in das Sankt Peterburg von heute, oder nein, richtiger in das fiktive Vorstädtchen “Krylatowo”, wo zwei sechszehnjährige Teenager Lena und Oksana, das Buch hat wieder Kapitelnamen, in einer Plattenbausiedlung leben, zur Schule vorbei an den Alkoholikern der Siedlung, den jungen Mütter und den Omchen gehen und sich in dieser Trostlosigkeit in ein trendiges Leben träumen.

Wie tut man das in einer russischen Plattenbausiedlung? Lena hat es scheinbar geschafft, nämlich bei einem Casting in ihrer Schule gewonnen, einen Modelvertrag unterschrieben und wurde nach Shanghai geflogen, wo sie nun von einem Rafik streng bewacht in einer wahrscheinlich noch trostloseren Wohnung, für die sie vierhundert Rubel oder Dollar zahlen muß, mit einer Menge anderer osteuropäischer Mädchen haust, Instantnudeln ißt und von einem Billigcasting zum nächsten gefahren wird, während es für die weniger Erfolgreichen die sogenannten Nachtcastings, in Clubs, etcetera, gibt.

Trotzdem ist Oksana, die mit ihrer Freundin eng umschlungen Seite an Seite aufwuchs und oft mit ihr im selben Bett übernachtete, neidig oder einsam und will auch dorthin.

Wie tut man das? Richtig, man hungert sich auf Modelgröße hinunter und damit das besser geht, hat Oksana auch die entsprechende Internetseite gefunden: “leningrad-diet-ru”, die an die Leningrader Blockade von 1942 erinnert, wo Millionen <menschen von den Deutschen zu Tode gehungert wurden, beziehungsweise Gras und ihre Katzen aßen und diese Seite verspricht den Teenagern nun ewige Schlankheit, wenn sie sich an die Rezepte von damals halten.

Die sind natürlich streng geheim und im Buch gibt es auch nach de üblichen Erklärung, daß “Alle Protagonisten frei erfunden sind”, die Warnung “Die angeführten Rezepte schaden der Gesundheit, schmecken fürchterlich und garantieren keinen Gewichtsverlust”

Na klar, wird man sagen, wenn man sich erst einmal hineingeschaut hat, daß es da “Ledersuppe”, “Pappmache-Buletten”, Grasküchlein gebacken inIndustrieöl”,”Mehl aus Eichelrinde” etcetera gibt.

Auch Oksana ist da nicht sehr erfolgreich, obwohl sie stundenlang Ledersuppe und Lederpudding kocht oder vor der Brotscheibe mit 125 Gramm sitzt, die ein Teil ihrer Tagesration ist.

So gibt es Rückfälle, Kotzversuche, sie streitet sich mit der Mutter, die gerade Eheprobleme hat, ob sie die teuren Bananen die sie, für sie gekauft hat, essen soll oder nicht und wenn sie über den Hof in die Schule oder in die Bibliothek latscht, trifft sie Sergej Mammontow, Mammut, genannt, den Anführer ihrer Klassengang und eine zarte Liebe bahnt sich an.

Aber das kommt erst später. Erst geht sie in die örtliche Bibliothek, um sich nach der Leningrader Blokade zu erkundigen, will sogar eine Klassenarbeit darüber schreiben und unterhält sich mit Lenas Uroma Baba Polja, die die Blockade selbst er- und überlebte.

Lena lernt in Shanghai indessen den Fotografen Steve kennen, der sie für Sex protagieren will und besesere Aufträge verschafft. So geht sie mit ihm in die Sauna, wo ihr schlecht wird und jobbt auch in einem Freizeitpark, wo sie sich, als “Weiße” ausstellen, umarmen und fotografieren lassen muß. Dafür wird aber ihr Vertrag verlängert und sie darf sogar über Weihnachten zurückfliegen, um ihr Visum zu verlängern und ihre Familie zu besuchen.

Das Internetforum wird indessen immer dränger. Oksana muß ihren “fetten Arsch” fotografieren und hineinstellen und als ein Mädchen stirbt, weil ihr wegen der Ledersuppe oder war es das Brätlingrezept das Bapa Polja Oksana verraten hat, die Magenwand durchgebrochen ist, beginnt sie zu rebellieren, rät den Usern aufzuhören und nicht jeden Wahnsinn mitzumachen und auch nicht, die zu verarschen, die vor siebzig Jahren wirklich aus Hunger sterben mjußten.

Die Nachricht wird gelöscht, Oksana auch geraten nicht zur Polizei zu gehen, wie sie drohte, wird aber ansonsten in Ruhe gelassen und auch Lena reist wieder in ihre ungewisse Modelzukunft, die sie vor ihrer Familie und der Freundin natürlich schönfärbt, wieder ab, während sich die Mutter wieder mit dem Vater versöhnt und Oksana vielleicht in eine bessere oder auch nur genauso trostlose Zukunt mit Mammut, der in einer kalten Wohnung sitzt, sich Oksana aber vorsichtigt annähert und für sie auch exotisches Obst aus einem teuen Supermarkt stiehlt, entgegengeht.

Ein ungewöhnlich frisches und scharfgeschriebenes Buch über das Leben der jungen Frauen in Osteuropa, das ich so auf diese Weise noch nicht gelesen habe und tröstlich ist auch, daß es eigentlich hoffnungsvoll endet, Oksana kann sich von der Magersucht lösen und ißt mit Lena in St. Petersburg drei fette Krapfen hintereinander. Ob ihre Zukunft in der Vorstadt rosig wird, ist zwar fraglich. Aber vielleicht kann sie studieren oder geht später als Altenpflegerin in den Westen und man erfährt auch viel von der Leningrader Vergangenheit und das geht bei Wlada Kolosowa auch ohne, daß sie dabei ihre Familiengeschichte auftischen und wiederholen muß.

Und die “fliegenden Hunde” sind eine Metaüher, beziehungsweise sahen Lena und Oksana sie am Fenster vorüberfliegen, als sie vor ihren Model- und Hunerkarrieren aneinandergekuschelt im Bett lagen.

Ein Geständnis

Das nächste, ebenfalls bei “Piper” erschienene Buch ist der “Büglerin” sehr ähnlich, auch wenn es viel konventioneller geschrieben ist. Es geht auch um Schuld- und Sühne, beziehungsweise um die Sinnsuche. Das Wasser spielt ebenfalls eine große Rolle und Raben schwirren als Metaphern durch den Raum und wenn man zur Biografie, der 1968 geborenen Thekla Chabbi, die Sinologie studiert hat, geht, erlebt man eine Überraschung, hat sie doch mit Martin Walser, der in Steinfests Buch ebenfalls erwähnt ist und der auch am Buchrücken zitiert wird, schon einige Bücher herausgebracht. Sie wird als Co-Autorin vom “Sterbenden Mann” am Klappentext bezeichnet, was mich insofern etwas verwirrte, da es am Walser Buch keinen entsprechenden Hnweis gibt. Im Internet sind aber einige Interviews mit ihr und Martin Walser zu finden und da steht auch, daß einige Frauen, die mit oder über ihm ein Buch herausgegeben haben, nun selbst ein Buch geschrieben haben.

“Ein Geständnis” ist auch Thekla Chabbis erster Roman. Ein Debut also  und wie gesagt, dem Steinfest Buch irgendwie sehr ähnlich, obwohl konventioneller, allerdings in zwei Erzählebenen geschrieben.

Es gdeht um Amelie, um, die wunderbare, das Adjektiv kann man irgendwo eine Zeile ober oder unter dem Namen finden und die hat eigentlich ein schönes Leben, wenn auch vielleicht ihren Sinn noch nicht so ganz gefunden.

Sie ist Wirtschaftsanwältin, von der Mutter einer Zahnärztin in diesen Beruf getrieben und am Anfang des Buches schreibt sie auch eine Kündigung an Herrn Kugler, ihren Chef und überlegt ob sie nicht ein paar Monate kellnern soll.

Diesen Brief schickt sie aber nie ab, denn sie hat einen Radunfall, wobei ihr eine Frau begegnet, die sich als Astrologin entpuppt, so bucht Amelie einen Astrologiekurs, der das Ganze wohl in Schwung bringt. Denn da lernt sie Mario kennen, aber eigentlich beginnt das Ganze vier Jahre später im Gefängnis, wo Amelie ihren Bewähruingshelfer Herrn Blum trifft, mit dem sie wöchentliche Gespräche führt, denn sie hat eine strafbare Tat, Anstiftung zum Mord, werden wir viel später erfahren, begangen.

In diesen zwei Erzählsträngen fließt das Buch dahin. Die wöchentlichen Gespräche mit dem siebzigährigen Blum, der sich eigentlich schon Penison befindet und später mit seiner Frau nach La Palma übersiedeln wird, während sie in ihrem früheren Leben, einen Steuerbetrüger namens Matt zu vertreten hat, von ihrem Chef zu dessen Vater, einem Galeristen geschickt wird, um einen Vertrag für ein Bild, das der Sohn in seiner Praxis haben will, zu unterschreiben, dabei Rosa Aldus kennenlernt, eine alleinerziehende Mutter, die eigentlich bei Kugler Senior arbeiten will, später aber die Geliebte von Kugler Junior wird.

Sehr köstlich sind die Treffen bei Amelies Mutter, die die Tochter, obwohl sie das nicht wil,l immer wieder zum Essen einlädt, da ist auch deren Freundin Philine dabei, man sieht auch Thekla Chabbis vberwendet seltene Namen, die will Projekte mit Flüchtlingen machen und ist enttäuscht, daß die so stur sind und nicht das machen was sie will. eine solche Szene kommt bei Steinfest übrigens auch vor.

Man sieht gesellschaftskritisch ist das Buch auch, oder überhaupt, denn Amelie torkelt von der Mutter in den Beruf gedrängt, irgendwie orientirungslos durchs Leben, hört die Mutter während sie Austern paniert und die besten Sektflaschen öffnet, Philine davon vorschwärmen, daß die Tochter beruflich bald aufsteigen wird und, als es Amelie einmal schlecht geht, drängt sich die Mutter trotzdem zum Kochen auf.

Dabei hat Philine einen Hexenschuß, die Mutter muß ihr helfen, der teure Fisch verbrennt und der Abend geht in die Hose, während Amelie, was der Chef nicht wissen darf, wöchentlich den Astrologiekurs besucht, dabei in die griechische Sagenwelt eintaucht und den seltsamen Mario kennenlernt.

Der ist Musiker, sehr scheu, so kommt es zu keiner Annäherung, obwohl er eine Internetseite hat, wo er seine Aktfotos zeigt und auch diesbezügliche Dienste anbietet. Bei Amelie scheint es aber nicht so klappen, so daß sie, ebenfalls sehr köstlich beschrieben und vielleicht von Martin Walser inspiriert, in einer Apotheke Viagra holen will, das dort nicht bekommt, sie muß in einer zwielichtige Spelunke viel Geld dafür zahlen. Das Zeug wirkt aber nicht, so geht sie stattdessen mit Mario und einer anderen Kursteilnehmerin namen Conny an einen See baden und als die dann ein paar Monate später schwanger ist, dreht Amelie durch könnte man sagen oder findet ihren Sinn.

Aber den findet sie ja erst später im Gefängnis, sie heuert jedenfalls die Russen Igor und Vladimir  an und, als sie ihren Koffer packt, um die nächste Zeit mit ihrer Freundin Luna, die alternative Reisen veranstaltet, nach Südafrika will, läutet die Poliztei bei ihr und bringt sie in das Untersuchungsgefängnis.

“Ein zum (leeren) Himmel schreiender Liebesroman, ein abgründig leuchtender Kriminalroman, ein erstaunlich konkreter Wirtschaftsroman und das alles EIN Roman. Eine Lese-Erlebnis! Das gelingt der Autorin durch ihre Erzählkunst. Mit einer fantastischen Genauigkeit schafft sie Poesie”, hat Martin Walser auf den Buchrücken schreiben lassen.