Der Flakon

“Es scheint ein neuer Trend zu sein überall weibliche Heldinnen zu finden, von denen früher niemand eine Ahnung hatte”, kann man bei “Amazon” über Hans Pleschinkis neuen Roman über die Kriegserklärung, die Friedrich II im August 1756 dem Sachsenkönig machte, lesen und da habe ich schon vor kurzem Angela Steidles Roman “Aufklärung” über Dorothea Bach und Luise Gottsched gelesen, wo dieser Krieg auch vorkam.

Historische Romane über Deutschlands achtzehnten Jahrhunderts scheinen also modern zu sein und wahrscheinlich leben einige “Buchpreis-Schriftsteller” davon.

Worüber sollen sie sonst auch schreiben, wenn schon über alles geschrieben wurde?, könnte man munken und von dem 1956 in Celle geborenen Hans Pleschinski habe ich vor Jahren einmal während eines Frankfurts Surfing gehört.

Da hat er seine “Ludwighöhe” am blauen Sofa wahrscheinlich, vorgestellt und die schlampige Legasthenikerin im mir, hat ihn zuerst für Ludwig Fels gehalten.

Dann hat sich aber sein Name bei mir eingeprägt und auf den Roman “Ludwigshöhe”, wo es, glaube ich, um ein Sterbehilfesanatorium geht, wurde ich sowieso sehr neugierig. Das Buch habe ich einmal gefunden, aber noch nicht gelesen.

“Gelesen habe ich “Königsallee” die Biografie über Thomas Mann oder über ein lebensgeschichtliches Eregnis aus den neunzehnfünfziger Jahren und “Am Götterbaum”., eine Biografie über den Nobelpreisträger Paul Heyse. Dann hat er einen biografischen Roman über Gerhard Hauptmann geschrieben, den habe ich bei einem Literaturhaus Flohmarkt, ich glaube, um sogar fünf Euro gekauft und auch noch nicht gelesen. Seit ich “Buchpreis” lese, schaffe ich es nicht kaum etwas anderes als Rezenskionsexemplare zu lesen und vor alldem hat der Alfred einmal einer WU-Kollegin einen Stoß Bücher abgekauft, da war Pleschinksis “Bildnis eines Unsichtbaren” dabei, auch noch nicht gelesen.

Soviel also zu Hans Peschinski, der über eine sehr interessante Schreibbiografie verfügt und nun in den Winter des Jahres 1756, wo der König von Sachsen mit seinem Premierminister von Brühl nach Polen geflüchtet ist, der König von Preußen, das Land geplündert hat und in Leiphzig residiert.

Die Königin von Sachsen hat sich aber geweigert Dresden zu verlassen, ebenfalls Marianne von Brühl und die ist jetzt die unbekannte Heldin, die Hans Pleschinski offenbar erfunden hat, schreibt er doch in seiner Nachbemerkung “Wenige Auskünfte lassen viele Spekulationen zu”.

Wir wissen also von Maria Anna Franziska von Brühl, daß sie 1762 in Warschau gestorben ist. Hans Pleschinksi schickt seine tapfere Heldin mit ihrer Gesellschafterin oder Kammerzofe Luise von Barnhelm, man beachte den Namen, eine Minna kommt auch einmal vor und einem preußischen Adjutanten nach Leipzig. Dorthin reist die Frau Minister tagelang mit der gemeinen Postkutsche und das was die Damen da erleben und wem sie da begegnen speist einen großen Teil des Buches. Im Gepäck hat sie ein Flacon mit einem Gift mit dem sie Friedrich ermorden will, um das Land zu retten. Das ist aber nicht so einfach, denn der Preußenkönnig wird sie nicht vorlassen. Also muß sie sich an die damaligen Dichtergrößen, Gellert und Gottsched, ein interessanter Einfall von Hans Pleschinski wenden, damit die das für sie tun.

Das scheitert natürlich und ob ein solches Attentat tatsächlich stattgefunden hat, ist wahrscheinlich fraglich. Die Gräfin wird nach Warschau ausgewiesen, wo sie wie schon erwähnt, stirbt und am Buchrücken und hier auch am Klappentext, also zweimal steht etwas von einem “neuen unterhaltssamen und kenntnisreiche Romean in dem uns Hans Pleschinski in ein wenig bekanntes Ereignis der deutschen Gescbichte einführt.

Nun interessiert die Wienerin die preußisch-sachsische Geschichte nicht so sehr, obwohl sie ja fast jedes Jahr nach Leipzig fährt und ich habe mich so auch gefragt, wer das Buch lesen wird?

Ingteressant finde ich neben der Einführung in die damalige Intelligeniza, die ich ja schon aus dem Stieidle Buch kenne, daß Pleschinki ,wie mir aufgefallen ist, immer wieder aktuelle Anspielungen hat. So trifft die Gräfin in der Poststation zum Beispiel eine Frau mit ihrem Sohn, die aber gar nicht die Postkutsche nimmt, sondern sagt, daß es hier warm, während sonst das Heizen zu teuer ist.

Es wird erwähnt, daß die Bediensteten damals weder heiraten noch Sex haben durften und wenn sie es doch taten und erwischt wurden, mußten sie mit Schandgeigen durch die Gegend laufen.

Das ist sicher interessant, sonst haben mich die Ereignisse des siebenjährigen Krieges, glaube ich, ganz ehrlich, nicht so interessiert.

Ich würde nur meinen, daß Hans Pleschinski diese Reise eher modern schildert. So war das Fräulein von Barnhelm wahrscheinlich eher eine Gesellschafterin, als eine Kammerzofe und die Gräfin geht mit ihr und sie mit ihr auch eher vertraulich um.

Interessant, interessant, schreibe ich trotzdem und füge hinzu, daß ich nun noch “Ludwiglust” lesen sollte, aber wie, aber wann?

Aufklärung

Jetzt kommt Buch drei der Belletristikliste des Leipziger Buchpreises, ein Buch das nicht gewonnen hat, obwohl es, weil es in der Stadt Leipzig spielt, eigentlich gut gepasst hatte.

“Aufklärung” von Angela Steidele, die sich mit Luise Gottsched, der Gattin von Johann Christoph Gottsched, des großen Sprachforschers beschäftigt. Ein Buch, das im achtzehnten Jahrhundert spielt, also gut zu dem ersten Sachbuch “Christoph Martin Wieland” passt und das historische Verständnis vertiefen kann.

Erzählt wird das ganze von Dorothea Bach, der ältesten Tochter von Johann Sebastian, dem Thomaskantor und beginnt damit, daß die sich ärgert, daß Johann Christoph Gottsched, die Biografie seiner Frau falsch beschrieben hat.

Also erzählt sie selbst, auf sechshundert Seiten tut sie das und das, wie ist ein bißchen schwer zu verstehen, denn Dorothea Bach springt direkt in ihren Alltag.

Es beginnt im Zimmermannschen Cafe, wo sie die “Gottschedin” kennenlernte und die berühmte “Kaffeekantate” aufgeführt wird und da werden die Liedtexte zitiert und spannend ist auch der heutie Ton mit dem Angela Steidele ins achtzehnte Jahrhundert springt, werden da doch die Frauen Mme Gottschedin oder Jungfer Bachin genannt.

Man sieht, so geht es auch mit dem Gendern und offenbar war man schon im achtzehnten Jahrhundert so weit und spannend finde ich auch, daß es dabei einen Herrn Gugl gibt.

Bachs erste Frau ist gestorben, er ist mit Anna Magdalena, einer Sängerin, die nicht viel älter als Dorothea ist, die unverheiratet blieb, verheiratet und Dorothea ist eine Allroundfrau. Sie kocht, singt, macht Pfefferkuchen, pflanzt Kartoffeln. Kümmert sich um ihre jüngere Geschwister, ist auch bei Geburten dabei und dient der Mme Gottschedin, die offenbar einige Werke ihres Gatten mitgeschrieben hat, als Sekretärin und auf diese Art und Weise erzählt sie sich durch den Alltag des achtzehnten Jahrhunderts und da geht es auch um die Frage, ob Frauen studieren dürfen?

Es gibt die “vernünftigen Tadlerinnen” und dann den siebenjährigen Krieg und den König Friedrich, der die Leipziger in Bedrängnis bringt.

Vater Bach erblindet zuerst und stirbt später, was die Familie, um ihre Wohnung und ihre Einnahmen bringt und wir begegnen den großen Lessing und dem jungen Goethe, die in einen sehr kritischen Licht gesehen werden.

Wir steigen auch in die Musikwelt Bachs ein und lernen die Romane kennen, die damals geschrieben wurden.

Die Mme Zieglerin und Caroline Neuber, die berühmte Theaterindentantin und wenn man sich in dieser Zeit nicht gut auskennt, tut man sich beim Lesen etwas schwer oder läßt sich einfach in die Erzählung hineinfallen. Liest sich durch die damalige Speisekarte und durch die Aufklärer dieser Zeit, staunt über die gelehrten, emanzipierten Frauen, die es damals gab, obwohl das wahrscheinlich nur einer bestimmten Schicht vorbehalten war. Waren die meisten Frauen damals doch eher analphabetische Dienstmädchen oder Ehegattinnen, die im Kindbett starben.

Ich finde es aber spannend nach dem Wieland-Buch mich in die Welt Bachs, Gottscheds, Lessings, etcetera, einzulesen und fand den modernen Ton, den Angela Steidele, die schon öfter Biografien geschrieben hat, verwendet hat, spannend, obwohl höchstwahrscheinlich nicht alles genauso war, weil Angela Steidele ja den Blick des einundzwanzigsten Jahrhunderts in ihre Erzählung mischt.

Weil ich das Buch in Leipzig zu lesen angefangen habe, hätte ich es mir als Gewinnerbuch gewünscht und bin gespannt, was ich noch alles über diese Zeit lesen werde, während ich derzeit mit meiner Bücherliste weitermache und da stehen jetzt einige dicke Bücher auf der Liste und weil die Zeit in der ich es gelesen habe, veranstaltungstechnisch recht intensiv war, habe ich eineinhalb Wochen zum Lesen gebraucht.

Leipziger Onlinemessentage

Während man hier am Freitag gebannt auf die Pressekonferenz des Bundeskanzlers wartete, wo die neuen verschärften Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, ab Montag Geschäftsschließungen mit Ausnahme des Lebensmittelhandel, was zum Stürmen auf die Geschäfte und Hamsterkäufen, wozu braucht man soviel Klopapier?, führte, Restaurantschließungen ab drei, Schulschließungen, Heimarbeit.

Auf meinem Mailaccount wurde eine Veranstaltung nach der anderen abgesagt, wo ich ab Montag ohnehin nirgendwo mehr hingegangen bin und auf OE24, das ich derzeit viel höre, wurde darüber spekuliert, ob es jetzt zu Notverordnungen und Ausgangssperren kommt, geht “Leipzig”, natürlich ebenfalls abgesagt, per Livestream weiter und langsam bekomme ich heraus was man sich da alles online  anschauen kann.

Am Donnerstag wurde der “Leipziger Buchpreis” per Radio bekannt gegeben, Lutz Seiler, Pieke Biermann und Bettina Hitzer haben gewonnen, Karin Peschka hat auf ihrer Seite bekanntgegeben, das die Autoren, die im Österreich-Cafe lesen hätten sollen, ein Video bei ihr einstellen können und stellte dort gleich ihr neues Buch “Putzt euch, tanzt, lacht” vor und MDR-kündigte am Samstag von zehn bis zwanzig Uhr einen großen Livestream tagt beziehungsweise oder eine virtuelle Buchmesse an.

Also wieder einmal Leipzig im Zimmer habe ich mir vorgenommen, mir die Programme ausgedruckt, die Charles Baudelaire Übersetzung ausgelesen, “Oreo” begonnen und bin dann auf die Leipziger Facebookseite gestoßen, wo es auch einen großen Livestram gibt.

Die Bundeszentrale für politische Bildung, zwei engagierte Herren, die sich  offenbar in Bonn vor das Glashallenpanorama stellten, interviewten den Messedirektor Oliver Zille zum Programm, interviewten auch den Chef der “Lit Cologne”, diese Kölner Gegenveranstaltung, die jedes Jahr zeitgleich mit der Messe stattfindet und die sehr lange ankündigten, daß die Veranstaltung stattfinden würde, dann natürlich doch absagen mußten und wiesen auf die Veranstaltungen hin, die trotz Absage im Netz stattfinden, was  auch eine interessante Idee ist, eine Messe online stattfinden zu lassen, allerdings werden die Bücher dabei wahrscheinlich nicht verkauft, es gibt auch keine Einnahmen und Honorare.

Aber Buchempfehlungen kann man natürlich geben und da hat zum Beispiel der “Fischer-blog-Hundertvierzehn”, die “Vierzehn- Tage – Quarantäne-Leseliste mit vierzehn Büchern, wie zum Beispiel die “Commedia divina” des Dante Alighieri, oder den “Doktor Schiwago”, zusammengestelltund die politischen Bildung Herren befragten auch den Messedirekter und den “Litclogne Veranstalter” mit welchen Buch sie in Quarantäne gehen würden? Ingo Schulzes “Die rechtschaffenen Mörder”, sagte zum Beispiel Oliver Zille,  dann wurden die Bücher vorgestellt, die man nach Leipzig mitgenommen hätte.

Dann wurden Kleinverleger, wie beispielsweise vom “Verbrecherverlag” und von der “Parasitenpresse”, befragt, was für sie der Messeausfall bedeutet und eine virtuelle Lesenacht gab es auch.

Am Samstag ging es dann in das ARD-Studio, wo kurz nach zehn Ingo Schulze schon mit seinem Buch in einem Studio saß, aber noch die Nachrichten zu hören war, so daß er sich flüsternd mit der Moderatorin Kathrin Schuhmacher unterhalten konnte, bis dann das Signal “Die virtuelle Buchmesse” zu hören war und ein “Experiment oder Fest der Freude”, verkündet wurde.

Dreizehn Stunden, neunundzwanzig Romane, Filmbände, etcetera.

Dann wurde das neue Buch “Die rechtschaffenden Mörder” vorgestellt, das noch auf meinen Badezimmerstapel liegt und von einem ostdeutschen Buchhändler handelt, der sich nach und nach als Rechter entwickelt.

Den 1962 geborenen Ingo Schulze habe ich jas in den später Neunzehnhundertachtziger- oder frühen Neunzigerjahre wahrscheinlich in der “Alten Schmiede” kennengelernt, wo er sein damals aktuelles Buch vorstellte und ich mich noch den als Fisch verkleideten “Nordsee-Werber” erinnern kann und inzwischen auch einiges von ihm gelesen habe.

Danach kam es zu einem Wechsel, Musik ertönte, die Wassergläser wurden ausgetauscht, wahrscheinlich auch ein bißchen desinfisziert und dann nahm der mir unbekannte Stephan Ludwig mit seinem Moderator Platz.

Auf dem “Blauen Sofa” hätte dagegen Samstag um zehn, für den den es interessiert, Josef Haslinger mit seinem “Fall” auftreten sollen, aber da liegt das Buch auch schon im Badezimmer und ich habe ebenfalls von Katja Gasser moderiert, die Diskussion darüber gehört und Stephan Ludwig ist, habe ich inzwischen mitbekommen, ein Thriller Autor und laut Moderator, der einzige Autor ohne “Wikipedia-Eintrag”, ich kenne, glaube ich, mehrere und habe selber einen, gehöre aber laut meiner Kritiker zu den “Hobbyautoren”, was ich aber noch immer nicht so definiere.

Der “Wikipedialose” hat übrigens eine Kommissar-Zorn Krimi Reihe geschrieben.

Das neue Buch heißt “Unter der Erde”, die Hauptfigur ist ein Schriftsteller, der in der Laußnitz seinen Großvater besucht und von dort nicht mehr wegkommt.

Um elf folgten wieder Nachrichten, in denen mitgeteilt wurde, daß Tirol und Italien von der WHO auf Stufe sechs der Corona-Gefährdung eingestuft wurde und im Studio hat Greta Taubert aus Leipzig Platz gbenommen, die frei nach Maxie Wander und Nadine Kegele Begegnungen mit ostdeutschen Männern unter den Titel “Guten Morgen, du Schöner” herausgegeben hat und immer, wie der Moderator erklärte, Kakaobohnen mit sich trägt, weil sie glücklich machen.

Um elf kam dann Denis Scheck mit einem Bücherstapel, beziehungsweise “Best of Druckfrisch”,  verglich eine Messe ohne Publikum mit Telefonsex,  stellte dann die besten Neuerscheinungen vor und da zuerst eine Studie einer amerikanischen Hirnforscherin, daß unser Hirn darauf reagiert, was man liest und man also vor Sebastian Fitzek etcetera waren sollte. Das sehen manche wahrscheinlich anders und dann wurde auch gleich zu meiner Freunde “Die Wunderkammer der deutschen Sprache” vorgestellt.

Dann lobte er Lutz Seilers Leipziger-Buchpreisbuch, Ingo Schulzes “Rechtschaffene Möder” wurden auch zitiert und interessanterweise auch Maren Karmes “luna luna” und nach Österreich zu Monika Helfers  Familienroman “Die Bagage”, das neue Buch von Bov Bjerg, das der Valerie Fritsch “Herzklappen von Johnson & Johnson”.

James Baldwien “Giovannis Zimmer”, das ich einmal in einem der Schränke gefunden habe, wurde auch neu herausgegeben und natürlich “Middlemarch” schon gelesen und auf für den “Leipziger-Buchpreis” nominiert.

Interessant, interessant, des hehren Literaturkritikers Frühjahrsempfehlungen und ebenfalls interessant, was ich davon schon gelesen habe.

Dann kam Tom Kummer mit seinem neuen Roman “Von schlechten Eltern”, aus dem er, wenn ich mich nicht irre, Teile beim letzten “Bachmann-Preis”, gelesen hat und danach der Fotograf Mario Schneider mit seinem Bildband “Tourist”, wo er Menschen beim Fotografieren fotografierte.

Die 1990 geborene und in Magdeburg aufgewachsene Valerie Schönian hat ein Buch über  “Ostbewußtsein. Warum Nachwendekindern für den Osten streiten und was das für die Deutsche Einheit bedeutet”, geschrieben.

Dann kam die Schauspielerin Katja Riemann, deren Interwiew offenbar schon früher auf einer Parkbank im Freien aufgenommen worden war,  die sich sehr gegen die Beschneidung junger Mädchen in Afrika engagiert und über ihre “Projektreisen” berichtete.

Der nächste Autor war dann der 1950 in Halle geborene Historiner Stefan Wolle, der sich wieder mit “Ost-Berlin. Biografie einer Hauptstadt” beschäftigt hat und es auch ein paar Tonbeispielspiele, beispielsweise von den Weltjugendfestspielen 1973, wo der Autor auch anwesend war, gab.

Es folgte Eva Sichelschmidts  Familienroman “Bis wieder einer weint”, die das Leben der Aufbaugeneration der fünziger und sechziger Jahre schilderte.

Paula Irmschler, deren Chemnitz-Roman “Superbusen” in meinem Badezimmer liegt und auf den ich mich schon sehr freue, ist leider krankheitsbedingt ausgefallen.

So folgte der Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz mit “Das gespaltene Land. Ein Psychogramm.

Das alles war zwar  interessant und spannend und sehr auf die DDR und die deutsche Geschichte zentriert.

Literarischer wurde es , als der neue Gedichtband der “Bachmann-Preisträgerin” von 2015 Nora Gomringer “Die Gottesanbieterin”, das auch Gebetstexte enthält und sich auf Gott bezieht.

Dann wurde es wieder historisch und Deutschland lastig, stellten doch Jan Wenzel und Wolfgang Schwärzer, ihr in der Kategorie Sachbuch für den Leipziger Buchpreis nominierten, sehr umfangreichen Band “Das Jahr 1990 freilegen” vor, wo es auch um die Wende und den Zerfall der DDR geht, das am Cover zwei Fotos aber keinen Titel hat und das fast wie ein Katalog oder ein Bildband wirkt.

Mit den 1973 in Bagdad geborenen Abbas Khider, der dort mehrmals verhaftet wurde, weil er kritische Bücher geschrieben und Flugblätter verteilte und dann nach Deutschland kam,  wurde es wieder literarischer.

Er hat schon unter anderen, die Bücher “Die Ohrfeige” und “Die Orangen des Präsidenten” geschrieben, die ich aber nicht gelesen habe und stellte jetzt seinen neues Roman “Der Palast der Miserablen” vor, das von 2000-2003 im Irak spielt und dessen Held Shams mit dem Autor einige Ähnlichkeiten hat.

Dann kam, glaube ich, aus Halle, wo die Online-Messe ausgestrahlt wird, Josef Haslinger und erzählte von seinen Erlebnissen, die er im Stift Zwettl hatte.

Dann kam die 1986 geborene Marina Frenk, deren Debut “Ewig her und gar nicht wahr”, ich ja schon gelesen habe.

Mit Michael Kraskes “Der Riss. Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört”, wurde es dann wieder politisch.

Um sieben kam der Politiker und deutscher Ex-Vizekanzler  Joschka Fischer, der ein Buch zum Thema “Willkommen im 21.Jahrhundert. Europas Aufbruch und die deutsche Verantwortung” geschrieben hat.

Das war es dann, ab acht gibt es dann noch eine Radio-Kulturnacht, aber da werde ich wohl mit dem Buchpreisbuch “Oreo” in die Badewanne gehen und nachher noch ein wenig Öe24 hören, um bezüglich Corona auf dem Laufenden zu bleiben, wo die Krise, mit Bespuckungsvorfällen in der U-Bahn, offenbar voll in Gang ist.

Deutsches Lesen zweiter Durchgang

Ich lese ja sehr viel deutsche Gegenwartsliteratur und auch Klassiker, wie das so schön heißt und, ab wann man auch immer Bücher als solche bezeichnet, ab einem bestimmten Alter oder auch Bestimmheitsgrad und nach Leipzig zur Buchmesse fahren wir seit den späten Neunzehnhundertneunzigerjahren. Nicht immer aber sehr regelmäßig, die Donau sind wir mit dem Rad einige Male abgereist und als wir das vor drei Jahren von Ulm nach Regensburg machte, habe ich, wie ich das seit ich blogge, ja regelmäßig tue, mir deutsche Bücher ins Gepäck gepackt, bin dann gleich am ersten Tag in einen Thalia Abverkauf gekommen und daher ab dann mit einer sehr vollen Büchertasche durch das Land gefahren, habe Gabriele Wohmann, Bernhard Schlinck etcetera gelesen.

Nach Leipzig nehme ich mir meistens nur ein Buch mit und komme dort dann nicht sehr zum Lesen, obwohl ich dann wieder meistens ganze Bücherstöße und Leseproben nach Hause schleppe und diesmal ist es ein bißchen anders, denn wir fahren ja nicht wie üblich erst am Mittwoch Morgen los, sonder sind schon am Samstag abgefahren, denn wir fahren über Essen, denn da wird ja am Montag der Blogger Debutpreis an Klaus Cäsar Zehrer vergeben, dem ich zwar nur einen Punkt gab und auch das erst nach überlegen, da ich ja ursprünglich brav und angepasst die poetischen Bücher rangreihen wollte.

Der Preis wird in Essen in einen Cafe verliehen und die Frauen vom Blog lädt die Bloggerjury zur Preisverleihung ein und organisiert auch eine Übernachtung. Im Vorjahr habe ich abgelenht, weil zu weit. Aber Essen läßt sich mit Leipzig wenn auch mit Umwegen und Extraübernachtungen verbinden und so geht das deutsche Lesen, wenn man es so nennen will, in die zweite Runde, denn ich habe mir von den acht Rezenskionsexemplaren, die derzeit auf meinen Jahresbücherstapel im Badezimmer liegen, die deutschen ausgesucht und das wären Tom Sallers “Wenn Martha tanzt”, an dem ich gerade lese”, Claudia Tieschkys “Engele” und Gunnar Kaisers “Unter der Haut” und das ist, höre und staune eines der von den Vorjahrs Bogbusterpreislonglistbücher und es ist auch noch sehr dick, so daß die Chance, daß ich es gelesen nach Wien zurückbringe, sehr gering ist, aber das deutsche Llesen geht bei mir ja, spätestens seit ich Buchpreisblogge und mich da die deutschen Verlage anschreiben, vorher habe ich mich eigentlich eher nicht getraut, sie anzufragen, weiter und da liegt noch einiges auf meinen Stapeln oder wird, beziehungsweise soll dazu kommen und dann ist es auch nicht immer so einfach zu entscheiden, was jetzt deutsches Lesen ist, gibt es da Erstens ja die Autoren mit nicht deutscher Muttersprache und da habe ich ja auch erst vor kurzem einen tollen Debutroman gelesen, den ich mir mindestens auf die nächste Debutpreisshortlist wünsche, als auch ständig die Verwechslungen zwischen der österreichichen Literatur, zumindestens habe ich schon gehört, daß Marlene Streeruwitz, als deutsche Autorin gilt oder sich jemand darüber wunderte, daß sie Österreicherin ist.

Nun ja, die österreichische Gegenwartsliteratur gibt es natürlich auch und die lese ich auch sehr gerne und weil es inzwischen auch den österreichichen Buchpreis gibt, bin ich  im Herbst ja dann gleich nach dem deutschen mit ihr beschäftigt und die ersten Verlage, die mir Rezensionsexemplare schickten, waren ja auch die österreichischen, denn die habe ich nach und nach angefragt.

Dann gibt es noch die Schweizer Gegenwartsliteratur und da hat sich bei mir in meinem Badezimmer momentat auch etwas angesammelt, denn es gibt ja die Idee im August in die Schweiz zu fahren und uns diese Städte anzuschauen, ob daraus etwas wird, weiß ich nicht, denn ich habe ja auch schon portugiesische Bücher vom Badezimmerstapel wieder weggeräumt, habe mir aber als es in der “Alten Schmiede” vor einiger Zeit einen Schweizer Abend gab, Jörg Steiners “Schnee bis in die Niederungen” gekauft weil das “Suhrkamp-Taschenbüchlein” nur fünf Euro kostete und habe dann als ich einmal in die Dokumentationsstele für ost und mitteleuropäische Literatur ging, im Bücherschrank ein paar Bücher aus Schweizer Verlagen gefunden und der Alfred hat mir zumindest vorsorglich nach dem der Reiseplan geschmiedet wurde Thomas Küngs “Gebrauchsanweisung für die Schweiz” aus der “Piper-Reihe” gekauft.

Aber das ist erst Schnee oder Sommerrregen von morgen, jetzt geht es ein bißchen durch Deutschland, obwohl Klaus Cäsar Zehrer Buch ja bei “Diogenes” einem Schweizer Verlag erschienen ist und ein “Diogenes-Bloggertreffen” habe ich mir auch in meinen Kalender aufgeschrieben und auf meinen Bücherstapel derzeit Connie Palmens “Du sagst es”, das Buch einer holländischen Autorin liegen habe, obwohl auf dem Beipackzettel  Antony Mc Carthen “Jack” stand.

Man sieht, das Lesen ist letztlich doch immer international und ich bin auch sehr gespannt, was ich mir diesmal aus Leipzig an Büchern zurückbringe?

Und wer es bemerkt hat, die Bodenseereise mit der Ruth fällt noch in diesen Aufzeichnung und die war ja auch sehr international mit manchmal mehrmaligen täglichen Grenzübertritten zwischen der Schweiz und Deutschland und da habe ich ja Martin Walser, Arno Geiger, Michael Köhlmeier und auch noch einiges andere gelesen.

Zwischenberichte

Eigentlich habe ich ja heute ins Literaturhaus oder in die “Alte Schmiede” gehen wollen, gelandet bin ich dann mit dem Alfred im Filmcasino, weil ich gerne am Montag einem seiner Altersteilzeittage mit ihm etwas Gemeinsames machen möchte, er aber nicht so gerne zu Literaturveranstaltungen geht.

Also bliebe der Blogplatz frei, den ich gerne mit ein paar Alltags- beziehungsweise Literaturplaudereien, dem literarischen Alltag einer schreibenden Frau sozusagen, auffüllen möchte, da ich in der letzten Zeit ohnehin nicht viel dazugekommen bin und in der nächsten Zeit auch ein paar sehr interessante Dinge anstehen, über die ich noch nicht allfassend berichtet habe.

Das Erste betrifft gleich den Korrigierstand der “Unsichtbaren Frau” und da gibt es durchaus Erfreuliches zu berichten, denn es geht weiter, Freunde, obwohl ich ja fast schon ein bißchen daran gezweifelt habe.

Habe ich das in der letzten Zeit doch eher etwas unaufmerksam getan, bin nicht so recht dazu gekommen, habe mich vielleicht auch ein bißchen davor gedrückt, beziehungsweise Videos dazwischen gehört, denn den Gedanken, das ist ja eh nichts, das interessiert keinen und ist sprachlich wieder nicht so interessant und vollkommen, kriege ich mangels anderer Erfahrungen ja nicht so einfach los, noch dazu wo mir bisher einige Szenen auch noch als sehr unfertig vorgekommen sind und ich auch noch nicht alles angepasst und angeglichen habe.

An diesem Wochenende in Harland war ich aber sehr aktiv und fleißig und so passen, die Szenen, glaube ich im großen und Ganzen, die Carola Singer habe ich in eine Miriam umgewandelt, weil ja auch eines der Akademiemiglieder Carola heißt, den Dozenten bei dem die Amenda jobben wird in Woburg und Wiebkes Freund in Malte.

Das Ganze hat jetzt 96 Seiten, beziehungsweise  46.431 Worte, man sieht der Nanowrimoumfang ist ziemlich geschrumpft und ich ich werde wohl noch einige Zeit brauchen, bis ich durch und fertig bin und habe und da bin ich schon bei den Aktivitäten auch im Juni wenn der Alfred wieder in den USA sein wird vor, das intensiv mit einigen Writingretreats zu tun, sollte ich noch nicht vorher fertig sein, da ja auch noch die Osterferien  kommen.

Noch früher kommt Leihzig, da sind meine Akkreditierungsunterlagen schon gekommen, das klappt ja fast besser. als bei der “Buch Wien” wo ich immer zweimal nachhaken muß und im letzten Jahr mich der “Ohrenschmaus” auf die Liste setzen ließ, beziehungsweise mir die Einladung zur Eröffnung gab und wir fahren, das ist neu, schon diesen Samstag los, nämlich über Würzburg nach Essen, denn da wird am Montag ja der Bloggerdebutpreis an Klaus Cäsar Zehrer im Cafe Lives vergeben und da es diesmal zeitlich passt, läßt sich das sehr gut verbinden und ich kann die die Leute vom “Debut” kennenlernen, die sich allerdings auch in Leipzig treffen werden, weil einige der Blogger natürlich auch auf die Messe fahren.

Wenn wir dann zurückkommen, in Leipzig gibts wieder ein Blogger- und noch ein paar andere Treffen, geht es nach Ostern gleich zu den “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede”, da stelle ich passend zum zehn Jahrestag mein “Literatur-Geflüster-Texte-Buch” vor, das zwar schon vor einiger Zeit erschienen ist, ich glaube, ich habe den fünften Geburtstag damit vorgefeiert, aber gut zum Jubiläum passt. Dann gehts nach Kems und Göttweig zur “Literatur un Wein”, wo der Alfred immer so getreulich Karten dafür besorgt und eine Woche später geht es dann mit der Ruth und den Robert zum ersten Spazierung in den öffentlichen Raum, wo wir die ersten drei Texte vorlesen, die wir im vorigen Jahr geschrieben haben, als der Alfred damals in Amerika war. Dazu wird es eine “Hammer-Ausgabe” geben, wo man die Texte nachlesen kann, man sieht es ist derzeit ein bißchen was los, was mich von der Hobbyliteratenschiene, in die mich der Uli ja so gerne stecken möchte, ein wenig wegbringen kann und das freut mich sehr.

Dazwischen heißt es lesen lesen, denn ich bin ja ein bißchen büchergierig, kann bei Anfragen nur schlecht nein sagen und so habe ich mir einen ganzen Haufen Rezensionsexemplare bestellt und wenn auch nicht alle zu kommen scheinen, komme ich derzeit gar nicht zu meiner Bücherschrank- beziehungsweise Geburtstagbücherliste, die ja auch eigentlich sehr toll ist.

Ich hoffe im Mai  das zu tun, dann meine Strohwitwenzeit mit dem intensiven Korrigeren zu nützen, dann kommen dann die Sommerfrischenwochenende, das Buchpreislesen, zu dem es mich höchstwahrscheinlich wieder ziehen wird und hoffentlich wieder ein “Volksstimmefest”, auch wenn der Christoph Kepplinger derzeit mit “Deutsch für Auslände-r Kursen” so beschäftigt ist, daß es die 2016 Anthologie noch nicht gibt.

Man sieht es geht also rund, das Lesen und das Schreiben, Schreibgruppe gibt es morgen auch, ich hoffe da kommen einige, denn der Peter Czak will den Termin vom Dienstag auf Montag verschieben, aber wenn niemand da ist, kann ich die anderen nicht fragen, ob sie dann kommen.

Die Ruth hat aber schon abgesagt und das “Utopie Workshop” des Stephan Teichgräbers zu dem er mich wieder freundlicherweise eingeladen hat, beginnt am Mittwoch auch und ich ladewieder alle ein, zur Lesung und den Spaziergang zu kommen und wer mich in Leipzig treffen will, am Donnerstag werde ich wieder um fünf beim Österreichempfang im Österreich Cafe sein und am Freitag beim Bloggertreffen von Diogenes, beziehungsweise. dem der Buhcpreisblogger in der Bloggerlounge und da ich diesmal meinen Laptop nach Leipzig mitnehmen werde, kann man mir auch eine Nachricht schicken und ich freue mich schon sehr.