Reise durch Ruinen

Weg vom Restauflesen des Schweizer und österreichischen Buchnpreises, denn jetzt kommt eine Rarität, nämlich George Orwells “Reise durch Ruinen” und den 1903 als Eric Arthur Blair geborenen kennt man wohl hauptsächlich durch sein “1984”, das in den pandemischen Zeiten ja wieder Auferstehung erlebte und die “Animal Farm”, das erste habe ich gelesen, das zweite nicht. Er war aber auch Journalist und hat als solcher von März bis November 1945 Österreich und Deutschland bereist und das dort Erlebte beschrieben. Seine gesammelten Reportagen sind jetzt erstmals auf Deutsch bei “C. H. Beck” erschienen. Ein ausführliches Nachwort, das die damalige Lage erklärt und auch Beobachtungen von anderen Kriegsberichterstattern einfließen läßt von Volker Ulrich gibt es auch.

Das hundert Seiten Büchlein mit einem Umschlagbild vom zerstörten Köln 1945 ist in zwei Teile gegliedert und da schildert er in seinen Artikeln, die zum Teil im “Observer” erschienen sind, wie er beispielsweise im März nach Köln kam, wo die Wasserwägen herumzogen, weil die Stadt zerstört war und die Deutschen ihm meist sehr unterwürfig begegneten.

Er schildert das Schicksal der Zwangsarbeiter oder displaced persons, die in englischsprachigen Medien meist als Sklaven bezeichnet wurden, was, wie er beschreibt, nicht stimmte, weil sie teilweise Lohn bekamen und in die Sozialversicherung eingegliedert waren und zum Teil auch bei den Bauern blieben. Ein anderer Teil wollte in die Heimatsländer zurück, mußte aber vorher registriert werden, um die Spione zu entdecken und das Ausbreiten von Seuchen zu verhindern.

Die bayrischen Bauern, die er im April besuchte, ignorierten den Krieg und versuchten das Dorfleben weiter zu gestalten, obwohl an den Straßensperren Leichen lagen und Österreich wurde im Mai von einer sowetischen Regierung verwaltet, die aber im Westen nicht anerkannt wurde und in “Rache ist sauer” schreibt er am 9. November in der “Tribune”, daß er “Anfang des Jahres in einem Kriegsgefangenenlager in Süddeutschland von einem kleinen Wiener Juden herumgeführt wurde, dem es offenbar Freude machte, den dort inhaftierten Gefangenen, alle wahrscheinlich hohe Nazis mit Fußtritten und anderen zu schikanieren, worauf Orwell eine Betrachtung über den Sinn von solchen Aktionen anstellt und überlegt, ob das wirklich zu Befriedigung führen kann?

Im zweiten Teil “Artikel zu Deutschland 1940-1945”, gibt es eine Rezension zu Hitlers “Mein Kampf”, das ich übrigens gelesen habe, weil es meine Eltern, wie damals üblich zu ihrer Hochzeit, die 1940 stattfand, bekommen habe, die George Orwell am 21.März 1940 in der “New Englisch Weekly” veröffentlicht hat und eine zu Thomas Manns politischen Essays, sowie ein Artikel in dem Orwell “Die Weltlage 1945” beschreibt, in dem er sich damit auseinandersetzt zu welchen kriegsbedingten Verschiebungen gekommen ist oder kommen wird, so wurden beispielsweise die Deutschen aus Ostpreußen , um dort die Polen anzusiedeln.

Ein spannendes Büchlein das interessante Einblicke eines englischen Kriegsberichterstatters gibt, in dem man ein bißchen nachvollziehen kann, wie es 1945 nach Kriegsende war.

Gemütlicher Advent

Es ist der erste Dezember, der Advent beginnt und der ist, meine Leser wissen es, für mich sehr wichtig, obwohl ich nicht religiös bin.

Aber ich räume da meine Weihnachtsdekorationen aus dem Keller, die Hilfsorganisationen, denen ich spende, schicken mir Päckchen mit Geschenkpapier oder Christbaumschmuck, mache Punsch aus Rotwein, Orangensaft, Orangenstückchen und Gewürze. Habe den früher auch mal an einem Standl getrunken, aber das geht ja jetzt nicht mehr, denn wir haben ja das den zweiten Corona-Winter und die Christkindlmärkte, die vor zwei Wochen, glaube ich, aufgebaut wurden, sind inzwischen wieder geschloßen, denn wir haben jetzt ja Lockdown für Geimpfte und Ungeimpfte Geimpfte mit 2G plus und Durchgangskontrolle zugängig gewesen, also wahrscheinlich nicht sehr gemütlich, wenn ich mit FFP2-Maske durch die Stände marschiere und wenn ich mir einen Punsch kaufen will, mein Registrierungsband vorweisen muß.

Aber Weihnachten hat unser Bundeskanzler, wir haben jetzt ja einen neuen, gesagt, wird oder soll für die Ungeimpften ungemütlich werden, denn die müßen, weil sie nicht alles richtig machten, zu Hause bleiben und wenn sie auf die Straße gehen, weil sie Milch kaufen wollen oder ein Packerl Backpulver, weil sie vielleicht Weihnachtskekse backen wollen, das ist, glaube ich, nicht verboten, weil die Polizei ja, glaube ich, noch immer nicht in meine Wohnung dringen kann, außer der Nachbar hört Geräusche und ruft sie her, dann muß ich ihr meinen Impfstatus vorweisen.

Auch ein bißchen komisch und das muß ich ebenfalls, wenn mich der Polizist vor dem “Hofer” fragt “Wo willst du hin?”

Wenn ich einen Einkaufskorb und eine FFP2-Maske haben, wird er mir das vielleicht glauben, wenn ich mit den Hund spazierengehe vielleicht auch. Sonst ist es möglicherweise schwieriger, wenn ich allein durch Schönbrunn jogge oder mich auf ein Parkbankerl setze.

Aber frische Luft ist ja gesund und man sollte sich bewegen und Vitamin D tanken, obwohl ich, glaube ich, schon den Gesundheitsminister sagen hörte, daß Abwehrkräfte stärken gegen die Pandemie nichts hilft. Da hilft alleine nur die Impfung und nur dadurch kann man sich immunisieren.

Das habe ich eigentlich anders gelernt und glaube auch noch immer, daß das nicht stimmt. Aber ich war ja beim “Hofer” und beim Einkaufen, was ja auch der Ungeimpfte darf. Das heißt, er darf mit FFP-Maske dort hinein, in den Lebensmittelhandel, in den Baumarkt, zur Anna Jeller und in die Spielzeuggeschäft aber nicht. Das darf man auch im Lockdown für alle nicht und da stöhnen jetzt auch die Geschäfte, denn Weihnachten hängt ja mit Geschenken sehr zusammen.

Im Vorjahr habe ich der Lia fünfzig Euro in ein Weihnachtsbillet gesteckt. Bei der Anna mache ich das sowieso immer, weil der nie das gefällt, was ich ihr kaufen würde. Aber schon ein wenig komisch seinem Enkelkind kein Geschenk machen zu dürfen und da habe ich jetzt gesehen, der schon erwähnte “Hofer” verkauft ab dieser Woche schönes Holzspielzeug.

Aber da scheiden sich die Geister, ob man das kaufen darf? Vielleicht muß man da an der Kassa sein Impfzeugnis zeigen oder wenn man aus dem Geschäft mit der Sache kommt, steht dort vielleicht die Polizei und ruft “Impfzeugnis her!”, wenn der allgemeine Lockdown wieder vorüber ist, stellt ein Strafmandat aus und erhöht dann vielleicht noch den Betrag, wenn ich frage, was das mit der Ansteckungsgefahr zu tun hat, wenn ich statt einem Packerl Butter einen Kaufmannsladen für die Lia kaufen.

Alkohol darf ich, glaube ich, kaufen und da hätte ich auch ein wenig Angst bezüglich der Risikogruppen, wenn da nämlich die Ungeimpften, die da ja vielleicht ewig drinnen bleiben, vor dem Fernseher sitzen, Bier trinken, Chips essen und nicht aus dem Haus gehen und nicht verhaftet zu werden, essen sie sich vielleicht den Bluthochdruck und den Diabetes an, womit sie dann, wenn sie vielleicht doch einmal hinausgehen oder das Enkelkind kommt und ein Bussi gibt, womöglich auf die Intensivstation kommen, dort aber hinausgeschmissen werden, weil das Pflegepersonal die Geduld verliert, O-Ton Hacker oder wenn mans überlebt, eine Rechnung von fünfzigtausend Euro bekommt und dann erst recht ins Gefängnis, wenn man das nicht zahlen kannt!

Eine ganz schön grausliche Utopie, die, wie ich hoffe, doch noch ein bißchen übertrieben ist, obwohl ich nur Gehörtes zitierte, aber ich wollte ja vom Advent schreiben und dem Herrn Bundeskanzler beweisen, das meiner gemütlich wird.

Wird er, auf jeden Fall. Ich hole mir die Dekorationen aus dem Keller, die Vanillekipferln sind schon gekauft und Weihnachtsbücher gibt es auch. Seit ich blogge bin ich ja auf die Idee gekommen, daß es Weihnachtsbücher gibt und daß man die da lesen kann und weil ich ganz gerne zu den Bücherschränken gehen, wer es wissen will, das kann man in den Lockdownzeiten, wo jetzt ja die Anna Jeller geschlossen hat, aber bei der kaufe ich sowieso nicht ein, ich gebe es zu, haben sich da schon einige angesammelt und da ich auch ein kitschiges Gemüt habe, ich gebe das ebenfalls zu ,haben sich da auch einige “Julia- Weihnachtsromane” angesammelt. Zwölf Romane habe ich da im Viererpack. Je drei in einem Band und habe mir da vorgenommen, jeden Morgen bis zum Verundzwanzigsten einen halben davon zu lesen und dann gibt es auch noch meinen Adventkalender er also meine “Nika, Weinachtsfrau”, ich die 2015 im Rahmen des “Nanowrimos” geschrieben habe und da die Flüchtlingskrise schildere, obwohl ich die Idee schonein paar Jahre mit mir herumgestragen habe.

Da stelle ich die hier schon vorhandenen Kapitel hinein, ob es ein Neues geben wird, weiß ich nicht, mal sehen und wenn ich zu den Bücherschränken beziehungsweise zum Briefkasten oder Plastikflaschencontainer gehe, lege ich, wenn ich es nicht vergesse, auch jeweils wieder ein Buch von mir hinein, um meinen Lesern auch gemütliche Weihnachten zu wünschen!

Also auf in den Advent, ich bin gespannt und trinke auf meine Leser einen Schluck Punsch, der schon neben mir steht. Passt auf euch auf und laßt euch den Lockdown nicht vermiesen, ganz egal in welche Kategorie ihr fällt!

Die verschissene Zeit

Jetzt gehts wieder nach Österreich, aber noch nicht zur ÖST, um die letzten beiden Bücher und das letzte Debut zu lesen, sondern zu Barbi Markovic, von der ich letzter Zeit viel gehört habe und zu ihrer “Verschissenen Zeit”, also richtig nach Belgrad und in die Neunzehnneunzigerjahre, eine Zeitspanne, die für die Zehn bis Zwanzigjährige, die dort höchstwahrscheinlich auch in einer Plattenbausiedlung lebte, beschissen war.

Ich habe das Buch, das ich als ich vom Volksstimmefest nach Hause gegangen bin bei Anna Jeller liegen gesehen und es mir bestellt. Barbi Markovic hat da vorher gelesen, ich bin aber zu spät gekommen. Sie hat aber sie hat von ihrem Buchprojekt schon in der “Gesellschaft” erzählt, als sie dort mit Elias Hirschl zu einer Art “Kolik Slam” eingeladen war und bei der Verleihung des “Priessnitz-Preises” ging es auch darum. Jetzt ist das Buch fertig geworden, es wurde auf der “Buch Wien” vorgestellt und das im Stream übertragen. Im Literaturhaus gab es auch eine Barbi Markovic Session.

Da wurde das Buch im Programm nicht erwähnt, weil die Veranstaltung schon früher geplant war. So war ich auf das Buch neugierig, habe es gelesen und muß schreiben, das war gar nicht so einfach, obwohl es wahrscheinlich eher ein Buch für Jugendliche ist, bzw. in dieser Sprache geschrieben wurde.

Das Ganze wirkt, wie ein Computerspiel, obwohl das siebzig Seiten Rollenspiel, das beiliegt, Papierform hat. Um eine Zeitreise und eine Zeitmaschine geht es auch und um drei Jugendliche, die im Belgrader Viertel Banovo brdo, im zwölften Stock eines Hochhauses, glaube ich, leben. Vanja, die Ich- oder besser Du- Erzählerin, denn das Buch ist in diesen Stil geschrieben, der Bruder Marko und die Freundin Kassandra, die eigentlich Sandra heißt und in einer Romasiedlung lebt, das ist die, die sehr viel schimpft und eine Besonderheit des Buches ist auch der lakonische Stil , der manchmal durchpoppt.

“Als 13-jähriges Mädchen mit “breiten Interessen” findest du es unfair, etwas zu bekommen, was man dir im Rahmen der Obsorge sowieso zur Verfügung stellen muß.”

Das ist in Belgrad der Neunzigerjahre vielleicht ein wenig schwierig, fehlt es doch an allem in den Supermärkten und auch in den Gedanken und die drei Jugendlichen wachsen in dieser Zeit auf. Der Vater der Du-Erzählerin Vanja, ein Unterleuntnant, verschwindet oder wird von ihrem Bruder während des Schulsprechtages ins Knie geschoßen, weil er auf ihn wütend ist.

Dann gibt es noch die Bambalic-Zwillinge, die Schüermafia sozusagen, die sich plötzlich vor einem stellt “Wohin willst du?, wissen willst und einem dann das Geld wegnimmt und die Pljeskavica, die man in der Hand hält, zerdepschen.

Das Ganze beginnt mit einem Art Vorspann “1984/85”. Dann geht es ins Jahr 1995, da ist Vanja dreizehn und es wird zu Silvester russischer Salat gegessen, der später old fashion wird. Die Zwillinge tragen dem Trio auf in die Villa von Gana Savic, das ist eine bekannte Sängerin einzubrechen. Später wacht Vanja im Jahr 1999 auf und wundert sich über die Zeitreise, die sie ihr Bruder und Kassandra machten.

Das Rätsel klärt sich, denn der Mann von Gana Savic, Miomir Vukobratovic ist ein verrückter Wissenschaftler, der eine Zeitmaschine erfunden hat, die er reparieren muß. Die drei sollen ihm dabei helfen und müssen dabei einen Porsche stehlen oder zu einem Medaillon kommen.

Man sieht, die Fantasy Elemente, die die Jugendlichen, der Neunzehnneunzigerjahen wohl geprägt haben. Dabei wird das Elend dieser Zeit beschrieben. Die Einflüße des Krieges, wo alle alle “schlachten” wollen, die Drogen, die Mafia, etcetera.

Da gibt es noch einen Kommandanten, das ist der örtliche Mafiaboß, der ein Restaurant namens Milosevic und eine französische Bäckerei aus der es herrlich duftet, aber niemand hinein geht, hat.

Genau beschrieben und in der verschissenen Zeit, den Neunzigerjahren hin- und hergesprungen. Von 1999 geht es nach 1993 zurück, dann wieder nach 1996 hinauf, bevor der Zeitsprung gelingt. Man in den glücklichen 2000, nämlich 2001 ist und wieder zurückgeht um die die Gelegenhheit einer zweiten Chance, alles vielleicht besser zu machen, in Anspruch zu nehmen.

Beigelegt ist, wie schon erwähnt, ein siebzigseitiges Heftchen, ein Rollenspiel, wo man das Jahrzehnt selbst verändern kann und in die Rollen des Kommandaten, von Gana Sanic, etcetera, schlüpfen kann. Die Kleidung der Zeit wird beschrieben, die richtigen oder gefälschten Markenklamotten. Die Bomberjacke, den Carlo Coluci Pullover, die Ballon hose, die Diesel-Jeans, etcetera.

Interessant, daß sich die Jugendlichen in “Diesler” und andere Untergruppen abspalten.

Spannend mit der Zeitmaschine in der verschissenen Zeit der Barbi Marcovic und ihren rauhen Tönen ein wenig mitzuschwingen und wer mich kennt, wird schon erwarten, daß ich mir eine solche Zeitreise für die Coronazeit wünschen würde, beziehungsweise das in meinem “Arbeitstitel” gerade auch ein wenig versuche, wo ich in mein erstes Digi “Wiener Verhältnisse zurückschmwimme, und im Jahr 2053 mit diesem Buch in der Tasche die Ereignisse von 2021 zu erfassen versuche.

Anmerken will ich noch, daß ich in dieser Zeit zweimal kurz in Belgrad war, einmal 1987 wo wir nach unserer Türkeireise bei der Rückfahrt bei meiner Tante Dora Halt machten und 1998 sind wir mit der Anna auch für ein paar Tage dort gewesen und da hat sich der Alfred in einem Musum über die Darstellung des Amselfelds sehr geärgert, das Plakat aber nicht fotografieren dürfen.

Alle Tage schreiben

In der “Gesellschaft für Literatur” gab es wieder “Tacheles”, die Gesprächsreihe mit Daniela Strigl, mit Terezia Mora, ich weiß nicht, ob die auch verschoben wurde, sie fand jedenfalls Lockdown bedingt wieder ohne Publikum statt und Manfred Müller stellte die beiden vor. Bei Daniela Strigl erwähnte er ihr Buch über das “Faulsein” und, daß es das bei der so fleißigen Literaturkritikerin, die die Ebner-Eschenbach- Bücher herausgegeben hat, in unzähligen Jurien sitzt, die O-Töne moderiert und jetzt die “Tacheles-Reihe” und die 1971 in Sopron geborene und in Berlin lebende Terezia Mora ist offenbar auch eine fleißige Frau. 1999 hat ihre literarische Karriere in Klagenfurt begonnen, wo sie einen Text aus ihrem ersten Buch “Seltsame Momente” las. Dann kam der Roman “Alle Tage” und die “Kopp Trilogie”, wo sie 2013 mit dem “Ungeheuer” den dBp bekommen hat. Den Preis der Literaturhäuser “hat sie 2017 bekommen und 2018, wow, den “Büchner-Preis” und jetzt ist ein Arbeitsbuch mit dem Titel “Fleckenverlauf” herausgekommen, den sie bei der “Tacheles-Reihe” vorstellte, obwohl Daniela Strigl darauf hinwies, daß bei dieser Reihe nicht das letzte Buch vorgestellt werden müßte und sie auch nicht wüßte, wie das Gespräch verlaufen würde.

Es hat aber mit den fünfzigsten Geburtstag der Autorin, die ich, glaube ich, auch einmal als sie den “Fried-Preis” bekommen hat, im Literaturhaus erlebte. In der “Gesellschaft” war sie glaube ich das erste Mal, in der “Schmiede” habe ich sie auch erlebt und vor dem fünfzigsten Geburtstag hatte sie glaube ich Angst und aus diesem Buch ist das Arbeitsbuch entstanden, wo sie offenbar über ihr Leben oder ihre Arbeit geschrieben hat.

Terezia Mora ist auch Übersetzerin aus dem Ungarisch, so hat sie Peter Esterhazy, den ich einmal in der Hauptbücherei erlebte, übersetzt und ihn in der Zeit, wo er schon krank war, glaube ich, kennengelernt. Das beschreibt sie in dem Arbeitsbuch und sie hat überhaupt sehr viel übersetzt, was sie, wie sie erzählte, gerne tut, aber vor allem, wenn es sich um sehr umfangreiche Werke handelt, die sie dann mehrmals Korrektur lesen muß, weil sie das am eigenen Schreiben hindert. Damit ist vielleicht Attila Bartis “Das Ende” gemeint, das ich vor einiger Zeit im Schrank gefunden habe und erst lesen muß.

“Harmonia Caelestis” habe ich auch gefunden und von Terezia Mora habe ich “Den einzigen Mann auf dem Kontinent” aus einer Abverkaufskiste gezogen, das Lesen aber auch nicht geschafft und das Gespräch in der “Gesellschaft,” das ich mir zweimal anhören mußte, weil der Livestream so ruckelte, daß er nahezu unverständlich war, ging dann zu Viktor Orban und, daß sich Terezia Mora, die ja gelegentlich nach Ungarn kommt, darüber wundert, wieviele Leute ihn wählten und zu der Gewalt an den Frauen oder Mädchen, die in der Schule sexuell belästigt werden und die Lehrer schauen weg.

Terezia Mora recherchiet jetzt für ein neues Buch in Wien und außer den vielen Übersetzungen, gibt es auch Poetik-Vorlesungen und viele Preise darunter den Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und, daß man mit dem Übersetzen nicht viel verdient und Erzählungen vielleicht besser als Romane wären, wurde auch thematisiert.

Grösser als du

Jetzt gehts schon zum “Schweizer Buchpreis”, wo da einzige Buch das ich bis jetzt gelesen habe, nicht mehr auf der Liste steht. Die anderen vier Autoren waren mir, obwohl ich mich ja ein bißchen mit der Schweizer Literatur beschäftigt habe, unbekannt, was auch kritisiert wurden.

Es waren auch zwei Debuts dabei. Eines ist der Gedichtband der 1958 geborenen Veronika Sutter, die als Buchhändlerin arbeitete, sich im Frauenhaus engagiert und das merkt man ihren Geschichte, die Frauen und Männernamen tragen und wieder kunstvoll zu einer Art Roman verbunden sind, denn einige Personen kommen mehrmals vor, auch an.

Es beginnt mit Helen “Unbehaust” heißt die Geschichte, die ich sehr berührend fand, weil sie versöhnlich endet. Da zieht eine Frau nach der Trennung von Remo in eine Wohnung und fühlt sich nicht wohl. Sie fühlt sich wahrscheinlich einsam, auf jeden Fall verfolgt. Am Klo gibt es einen Schacht, wo man früher offenbar Wäsche hinuntergeworfen hat, der Ex ruft an und stalkt ein bißchen, dann kommen Anrufe, wo einer immer wichst und am Balkon gibt es Schritte zu hören. Uje, denkt man schon bis sich alles entspannt, einer seinen Nachbarn sucht, mit dem man dann herrlich Wein trinken und sprechen kann.

Der Nachbar heißt Aexander und hat, Veronika Sutter machts schön surreaal, eine Mutter, die bei einem Restaurantbesuch verstarb, in dem sie mit dem Kopf in die Gurkensuppe fiel und der Sohn muß sie zu Hause aufbahren und möglichst kühlhalten.

Melanie hat, wie einige Frauen in dem Buch einen gewalttätigen Mann, der sehr eifersüchtig ist und in einer der Geschichten schafft sie es dann ihm den Betrug, den sie mit einem Handwerker hatte, einzugestehen und Gloria schafft es sich von ihren Aldo zu trennen, während Walter Eigenmann, der bald in den Ruhestand tritt, in seiner Mittagspause eine Frau bestellt, die ihm Fragen für eine Art Nachruf stellen soll. Da gibt es dann eine Panne, da sie ihm dabei als Spanner entlarvt.

Vivi erfährt von ihrer Gynäkologin, daß sie Syphilis hat, aber woher hat das Kevin ihr Freund, der sie angesteckt hat.

In “Freesien” geht es um Glorias Großmutter, die im Sterben liegt. Sie hat diese Blumen geliebt, sie sind auch bei ihrem Begräbnis zu finden, die eine Tochter hat angekündigt erst zum Begräbnis zu kommen, die andere, Selma, Glorias Mutter ist froh, daß die sich um alles kümmert und die erinnert sich, an die Freesien, die sie und die Großmutter vorbereiten, als die Mutter von der Entzugsklinik zurückkam, aber die wollte sie nicht haben.

In “Royal Palace” erinnert sich Helen an die Zeit, als sie, um Französisch zu lernen, als Buffetmädchen in Montreux arbeitete und da Madame St. John kennenlernte, die eine Schundheftschreiberin war und sich zweimal wöchentlich von Lausanne in das Hotel zum dinieren chauffieren ließ und ihr Zimmer sehen wollte. Auch eine geheimnisvolle Geschichte, obwohl ich bezweifeln würde, daß man mit Heftchenromanen so viel Geld verdienen kann.

Es ist vielleicht ein bißchen schwierig, die zeitlichen und beziehungsmäßigen Zusammenhänge der Geschichten, die zwischen feministischer Gesellschaftskritik und Surrealität schwanken und daher höchst eindrucksvoll sind, zu erfaßen.

Aber die Urusla, Walters Eigenmanns Frau, will, wie immer eine Woche nach Ligurien fahren, um dort ihren Liebhaber zu treffen, da versäumt sie seine Pensionierung. Aber der Lebhaber sagt ab, so folgt sie einen, der ihr bei einer verklemmten Schnalle hilft ins Hotelzimmer und verkündet dann ihrem Ehemann, daß sie ihren Mädchennamen wieder annehmen will.

Aldo, Glorias Ex-Ehemann hat sehr beeindruckende Träume, so kämpfen zwei Mäuse in einem Milchtopf ums Überleben. Die eine säuft ab, die andere strampelt die Milch zur Butter, kann über den Rand dann aber doch nicht heraus und während Aldo das sieht, geht seine Ex Gloria zum Frauenstreik. Diese Stelle hat Veronika Sutter bei der “Blauen Stunde” in Frankfurt, glaube ich, gelesen, das wird aber behindert, weil eine Frau ermordet wurde, weil sie auch dorthin wollte und der Täter war ihr Ex-Ehemann.

“Größer als du”, ist dann die letzte Geschichte, da ist Caro, Glorias Freundin, die Potagonistin und die hat Schuldgefühle, weil ihr Mann als er in die Limmat sprang, um seine Angst zu überwinden, an einem Herzanfall verstarb und das natürlich einen Mann erzählt.

Ein interessantes Buch, obwohl ich Erzählungen eigentlich nicht mag und hier auch meine Schwierigkeiten wieder merkte, mich erstens nicht recht auszukennen und manchmal bei einem Text nicht mitkam, weil ich in Gedanken noch beim vorigen war.

Siebenundzwanzigster Nanotag

Wem es interessiert, es geht munter weiter mit dem Schreiben meines sechsten Corona-Textes, wow, da liege ich wahrscheinlich wirklich an der Spitze und das macht mir keiner so bald nach, obwohl ich weiß, das kritische Corona-Texte nicht sehr gefragt sind. Aber das Thema interessiert mich, obwohl ich schon weiß, daß man derzeit wahrscheinlich nicht wirklich über dieses Thema schreiben kann, denn man weiß ja nicht, wie es weiter und ausgehen wird?

Diese Angst hatte ich schon bei meinem ersten Text, dem “Frühlingserwachen”, dann kam ein relativ unbeschwerter Sommer und dann dachte ich, jetzt muß endlich ein dystopischer Roman her, beim ersten Text hat der Alzheimerpatient Egon, die Pandemie als eine Invasion vom Mars oder dritten Weltkrieg erlebt. Beim dritten Buch ließ ich die Mathilde am Ende in ein Nichtgeimpften-Ghetto ziehen und habe schon gedacht, daß das sehr utopisch und wahrscheinlich nie möglich ist.

Jetzt haben wir den Lockdown für Ungeimpfte und die Drohung auf ein ungemütliches Weihnachten, während Bundeskanzler Schallenberg, wie der jetzt heißt, von denen “Die alles richtig machten!”, spricht und dabei die, die sich impfen ließen, dann bei einer Orf-Gala herumschunkelte und sich dabei filmen ließ, während auch die Geimpften inzwischen strengen Lockdown haben, weil die Zahlen wieder hoch, die abgebauten Intensivbetten rar, das überforderte Personal weg und die neue noch viel gefährlichere Virus aus Südfafrika gegen das vielleicht die Impfung nicht wirkt, schon am Kommen ist.

Grauslich, grauslich, spricht alles gegen gemütliche Weihnachten natürlich und nachdem mein Feminisbuchbuch, da haben wir jetzt auch eine Genderdebatte, sich auch sosehr mit Corona, beschäftigte, daß ich damit nicht beim Volksstimmefest lesen durfte, aber da gab es ja schon 3G und das Vierte, das “Seitengewitter” sich schon mit der Diskrinierung der Ungeimpften, die “Dann halt nicht überall ihr Leberkäsesemmerl essen dürfen!”, beschäftigte, da habe ich auch noch, das ist Utopie gedacht.

Jetzt fürchte ich fast, der Lockdwon für NI hört niemals auf und man kann froh sein, wenn einem nicht der Führerschein entzogen wird, man seine eventuele Spitalsbehandlung selber zahlen muß oder wenn die Impfpflicht kommt, ins Gefängnis muß, etcetera.

Also alles ganz schön utopisch oder auch nicht und, wie schreibe ich jetzt darüber? In die Zukunft gehen und da ein Drehbuch für einen dystopischen Film schreiben oder einen, der beschreibt, wie es in Wien 2020/21, war. Geht natürlich auch nicht wirklich, denn ich weiß ja nicht, wie man im Jahr 2099 über die Pandemie denkt und wie es da utopisch aussieht?

Wie man überwacht wird? Welche KI es gibt, weiß ich auch nicht. Habe den Plot also jetzt auch schon ins Jahr 2053 zurückverlegt, weil ich dachte, daß ich da realistischer schreiben kann und einen Ausgangspunkt gab es auch, hat da ja einer, glaube ich, wirklich bei einer Tankstelle herumgeschoßen weil ihm die Kassieriern “Maske auf!”, angeschnauzt hat. Das habe ich nach Wiener Neustadt verlegt und am fünfzehnten November mit dem Schreiben angefangen. Dann, glaube ich, fünf Szenen gehabt, die noch ein bißchen holprig klangen, zum Beispiel, die Stellen mit der Berta-KI.

Dann dachte ich, jetzt muß ich nach 2021 zurück und den Andreas Brunner, wie mein Tankstellenschießer heißt, erzählen lassen. Das war vorigen Donnerstag, dann fuhr ich nach Harland und hörte mir die Beschlüße über die Impfpflicht und den Lockdown für alle an und da hatte ich dann natürlich nicht die Konzentration zum Weiterschreiben, die Literatur im Odeon, wo Ilija Trojanow , den ich ja für sehr intellektuell halte, sagte, “Die idioten, die für das Recht krank zu werden kämpfen, marschieren jetzt vorbei!”, war auch und ich dachte “Ich kann es nicht, ich kann es nicht! Hör auf damit, wer will das Lesen und der Alfred der unter der Pandemie, sehr leidet, kommt mit dem PDF-Erstellen auch nicht nach. Meine Leser wissen es wahrscheinlich, sehr lang habe ich das nicht ausgehalten, obwohl ich mich tapfer bemühte, mir das Wochenendtrödeln zuzugestehen.

Am Montag ist mir dann, glaube ich, eingefallen, daß ich die Geschichte ins Jahr 2053 zurückverlegen und den Text neuschreiben könnte. Meine Leser wissen es wahrscheinlich, ich habe die elf Seiten, die ich damals hatte, nicht weggeworfen, sondern durchkorrigiert. Der Bernie Winter ist verschwunden, die Joana hat keinen Freund, hat aber, als ich weitergeschrieben habe, inzwischen im Flugzeug einen gefunden, denn daß es gut ist, die Joana nach Wien fliegen zu lassen, habe ich auch bald gedacht.

Bei den “Wiener Verhältnissen”, das Reverenzbuch und mein erstes “Digi”, fliegt die Hanna Richter nach New York, um ein Buch über den Jakob Mandelbaum zu schreiben, der ist der Ururgroßvater der Joana und die Hanna Richter habe mich entschloßen ist ihre Großmutter und als die Hanna nach NY fliegt, spricht sie ihr Sitznachbar, ein Geschäftsmann an, das dachte ich, mache ich auch.

Aus dem Geschäftsmann ist aber der dreißigjährige Joshua Schuster geworden, der als Assiszentprofessor des historischen Instituts nach Wien fliegt, über Karl den Großen forscht und dann mit der Joana im Stadtpark vor dem Johann Strauß-Denkmal Walzer tanzt. Die Tankstelle in Wiener Neustadt gibt es nicht mehr und der Andreas Brunner läßt sich bis jetzt wenigstens nicht finden. Velleicht taucht er, das ist aber nur so eine Idee, dann bei der Filmpremiere in New York auf. Die Joana besucht aber Lena Richter, Hanna Richters Tochter, die ja ihren Werner verlassen hat, bevor sie nach New York flog, um sich dann mit Jakob Mandelsbaums Enkel zu verheiraten und die ist eine art alter ego, lebt in einer betreuten Seniorenwohnung, hat drei Bücher, wie das “Frühlingserwachen”, das “Notizbuch” und die “Mathilde” geschrieben, die sie der Joana zur Recherche gibt und der Joshua vermittelt den Kontakt zur Magda Wurminger, Andreas Brunners damaliger Freundin, die ihm, ja weil er sich nicht impfen ließ, verlassen hat.

So weit so what. 12 370 Worte, zwölf Szenen und siebenundzwanzig Seiten habe ich jetzt und, wie es weitergeht nicht viel Ahnung. Daß sich aber ein Roman nicht in vier oder sechs Wochen schreiben läßt, weiß ich inzwischen auch, obwohl ich da noch immer, wie ich fürchte, sehr ungeduldig bin, das wird sich wohl auch nicht so ganz ändern lassen.

Jetzt ist schon der siebenundzwanzigste Dezember, der “Nano” also bald vorbei und keine Spur von den fünfzigtausend Worten, trotzdem ist aber mein “Nichtnano”, der mich auch noch weiter beschäftigen wird, sehr interessant und mal sehen, wie es weitergeht, ich bin sehr gespannt und lasse es meine Leser wissen.

1431

Buch acht des Öst, der Jeanne d`Arc-Roman der 1984 geborenen Sophie Reyer, die ja sehr fleißig ist, schon einmal auf der Shortlist gestanden ist, sehr viele Bücher geschrieben hat, sowohl für Erwachsene und Kinder in den verschiedenen Genres und auch fürs Theater tätig ist und ich auch schon bei einigen ihrer Lesungen war.

Ein historischer Roman oder eine Biografie, da gibt es jetzt ja einige. Franzobel hat da auch so etwas geschrieben.

Über die “Jungfrau von Orleans”, wo man ja das Schiller-Stück wahrscheinlich aus der Schule kennt, die französische Nationalheldin, die zumindestens im Elsaß ,in vielen Dörfern einen Platz mit ihrem Namen und ein Denkmal hat, nun auch von Sophie Reyer in einer schönen etwas geheimnisvollen Sprache beschrieben und wenn man wenig über die Geschichte weiß, lohnt es sich sicher das Buch zu lesen.

Wie historisch es ist, ist wahrscheinlich die Frage, da haben sich wohl schon sehr viele Legenden darum gebildet. Irgendwo habe ich gelesen, daß es nur die Gerichtsakten, aber wenig Persönliches über Jeanne d´ Arc gibt, die ja mit Neunzehn hingerichtet wurde. Ein Bauernmädchen,, das von Stimmen befehligt in Männerkleidung in den Krieg gezogen ist, in Reims den Dauphin krönte und schließlich 1431 am Scheiterhaufen verbrannte.

Sophie Reyer beschreibt das in einundzwanzig Kapitel, mit Prolog und Epilog und das Interessante ist jedes Kapitel ist zweigeteilt, von hinten zurück sozusagen. Am Anfang steht das Jahr 1431, dem Todesjahr. Johanna ist gefangen und wird von einem Beichtvater betreut, der sie aushorchen soll. Dann geht es in ihr Leben, in die Kindheit am Dorf, die Beziehung zur Großmutter, die Stimmen, wo Gott oder die Engeln Johanna auf ihre Mission vorbereiten und dann das schon Erwähnte, das bei Schiller zu sehen aber auch nachzugooglen ist.

Schön ist die Sprache, da habe ich mir einiges angestrichen.

“Was hast du Kind? Was rennst du denn so?”, fragt die Großmutter einmal.

“Der Tod – er ist hinter mir her!”, ruft Johanna aus.

“Woher weißt du das?”

Er kommt alle holen, sagt der Dorfpfarrer!”

“Dann halte dich an Gott!”

“Der ist soweit oben!”, Seite 23

“Kann der Tod sterben?”, fragt Johanna.

“Ja” Und jeden Sommer kommt er als Leben wieder und singt sein Lied!”, Seite 35.

“Doch seine Worte sind weit weg von ihm, er scheint nichts zu fühlen. Manche reden wie Regen, denkt Johanna da. Ganz ohne Belangen.” Seite 75.

“Er schwankt zwischen Trunksucht und Ausschweifungen. Ein Bündel neurotischer Sympotme”, Seite 105, Ob man im fünfzehnten Jahrhundert diesen Eindruck schon gekannt hat?

“Wir ergeben uns keinem Weib. Und auch nicht diesen ungläubigen Hurenböcken, die dir folgen!”, tönt es da aus seinem Mund.” Seite 147.

“Die Geburt bestimmt unser Ende. Überall zeigt sich der Tod!”, sagt Gott, “stirb jetzt ein bisschen hier, damit du dann in Ruhe weitergehen kannst!”, Seite 177.

“Das ist alles”, endet das Buch und wahrscheinlich nicht so bei Schiller zu finden ist, daß Sophie Reyer auch die Gewalt durch die Soldaten an Johannes, die ihr an den Röcke gehen, so daß sie sich weigert diese zu tragen, zeigt und das Ganze vielleicht auch ein bißchen an die Transgenderproblematik denken läßt.

Nicht auf die Shortlist gekommen, aber sicher interessant, Sophie Reyer und ihr Schreiben kennenzulernen.

Preis der Literaturhäuser an Ingo Schulze

Der “Preis der Literaturhäuser”i wurde in Leipzig, glaube ich, fast immer am Freitag als Letztes auf dem “Blauen Sofa” verliehen. Nachher gab es Wein und Brezeln, einmal am Vormittag Kaffee, warum weiß ich nicht mehr und der Preis besteht aus einer Lesetournee durch verschiedene deutschsprachige Literaturhäuser und sehr lange war das Literaturhaus Wien nicht dabei.

“Warum?”, habe ich Silvia Bartl einmal gefragt, als sie in Leipzig war, als sich dort die GAV präsentierte, 2007 war das glaube ich.

“Gute Frage!”, war ihre Antwort.

Später habe ich dann verstanden, daß das Wiener Literaturhaus kein richtiges Literaturhaus war, weil es mit verschiedenen anderen Institutionen verbunden war. Seit einigen Jahre ist das aber anders und da habe ich 2016 Ulf Stolterfoht im Literaturhaus präsentiert von Oswald Egger gehört und 2020 Marlene Streeruwitz, die ihre Tournee Pandemie bedingt überhaupt nicht oder nur verspätet und digital antreten konnte, 2021 hat ihn Ingo Schulze bekommen und, ob der seine Tournee schon ganz halb oder gar nicht absolviert hat, weiß ich nicht genau.

Ich war auch nicht bei der Verleihung auf dem “Blauen Sofa” auf der digitalen Buchmesse im Mai, seit dieser Woche gibt es Österreich aber wieder strengen Lockdown also keine Liveveranstaltungen, so saßen Robert Huez mit seinem Team, Wolfgang Popp und dem 1962 in Dresden geborenen Autor wahrscheinlich allein im Literaturhaus und Ingo Schulze sollte auch, diesmal der alleinige Juror des heurigen “Frieds-Preisträgers” Frank Witzel, von dem ich zwei Bücher gelesen habe und der Preis sollte auch am Sonntag in der Literaturhausbibliothek gestreamt, werden, wurde, aber, wie ich gerade gelesen habe, auf den Frühling verschoben. Also nur einmal Ingo Schulze und den habe ich einmal, wahrscheinlich in den Neunzehnneunzigerjahren in der “Alten Schmiede” gehört.

Die Wende war vorbei und ich habe mich ja sehr für die DDR-Literatur interessiert und die auch öfter in der “AS” gehört, aber die war vorüber und die Geschichte von dem Mann in dem Taucheranzug, der vor einem Fischrestauraunt steht und dort an die Passanten Flyer verteilt, hat mich sehr beeindruckt. Daß die Geschichte aus den “Simplen stories” ist, habe ich erst jetzt in der Diskussion von Wolfgan Popp erfahren. Ich habe das Buch aber, glaube ich, mal gefunden oder aus der Abveraufskiste gezogen und habe von ingo Schulze überhaupt sehr viele Bücher und einige davon auch gelesen.

Das “Neue Leben” den großen Wenderoman, glaube ich, auf einen unserer Sommeraufenthalte in der hohen Tatra.

“Adam und Evelyn” ist 2008, “Peter Holtz”, 2017, da habe ich sccchon Buchpreisgelesen, auf der deutschen Buchpreisliste, da habe ich schon Buchpreis gelesen und die “Rechtschaffenden Mörder” war 2020 für den “Leipzger Buchpreis” nominiert. Da habe ich noch geglaubt hinzukommen. Die Pandemie hat es verhindert und jetzt führte Wolfgang Popp, der im Ö1 moderiert und auch schon einige Bücher geschrieben hat, durch das Werk.

Ingo Schulze dessen Bücher ja alle sehr genau die Wende und die ehemalige DDR beschreiben, erwähnte, was mir bisher offenbar entgangen ist oder ich vergessen habe, daß er die “Rechtschaffenden Mörder,” wo mir ja der erste Teil sehr gut gefallen hat, während ich die anderen eher aufgesetzt fand, in Joseph Roth-Manier geschrieben hat, während er die “Short stories” an die amerikanischen Shortstoriesmanier und beim “Peter Holtz” an den Schelmenroman orientierte.

Ingo Schulze hat aus den “Rechtschaffenden Mördern” gelesen und sehr viel darüber erzählte. Eine interessante Lesung, die ich wieder im Livestream und während ich noch die siebente Szene meiner “Arbeitstitel-Geschichte” mit der ich jetzt doch weitergekommen bin und inzwischen 6316 Worte habe, korrigierte, verfolgte.

Crossing Borders III

Es ist offenbar die Zeit der Literatur- und Autorengespräche. so gibt es in der “AS” die “Stichwort-Reihe”, im Literaturhaus “Im Gespräch” mit dem Verein Neugermanistik, dann gibt es noch die “Dichterinnen lesen Dichterinnen” und dann das “Crossing Borders” eine Kooperation mit dem BMEIA und dem Q21 im Museumsquartier. In der “Gesellschaft” hat es in der letzten Zeit auch einige BMEiA-Veranstaltungen ,von den Österreich Bibliotheken gegeben und die Crossing Borders sind, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Austausch von österreichischen Autoren, die sich um einen Auslandsaufenthalt bewerben und ausländische, die in Wien, das Museumsquartier beziehen oder dort eine Stipendiatswohnung haben.

Zwei solche Veranstaltungen hat es im Literaturhaus schon gegeben, die ich versäumte, jetzt war eine mit Andrea Grill, Asja Bakic moderiert von Jana Volkmann, die ich eigentlich als Moderatorin der AS oder als Autorin kenne, also auch crossing over und interessant war auch, daß da zwei eigentlich schon alte Bücher vorgestellt wurden.

Die 1982 geborene bosnisch kroatische Autorin Asja Bakic, die offenbar nach Wien gekommen ist, hat ihren im “Verbrecher-Verlag” erschienenen Erzählband “Mars” präsentiert, der von Alida Bremer übersetzt wurde und offenbar in Kroatien schon 2015 erschienen sind. Es sind phantastische Geschichten, die sehr unheimlich wirken, in denen viel Geheimnisvolles passiert und die auch von Andrea Grill, die den Band offenbar schon kannte, so empfunden wurde und noch ungewöhnlicher war vielleicht, daß die 1975 in Bad Ischl geborene Andrea Grill einen Erzählband präsentierte, der schon 2012 erschienen sind “Liebesmaschine N.J.C”.

Meine Erklärung dazu wäre, daß das deshalb so war, weil das Buch bei oder nach einem New Yorker Stipendiumsaufenthalt von Andrea Grill entstanden ist. Das letzte Buch das von ihr erschienen ist, ist “Cherubino” das ja 2019 auf der deutschen Longlist stand. Andrea Grill erzählte etwas von den KIs, die das Buch behandeln, was ich beim Lesen gar nicht so verstanden habe, denn ich habe ja, wenn ich mich richtig erinnere, das Buch einmal aus einer Abverkaufskiste gezogen und das erste Mal, glaube ich, bei der ersten “Rund um die Burg” neu in dem Landtmann-Theater gehört.

Die beiden Autorinnen haben jeweils Ausschnitte aus ihren Erzählungen gelesen und dann wurde über das literarische Leben oder die Arbeitsbedingungen der Autorinnen diskutiert, wo vor allem Asja Bakic sehr unzufrieden war und meinte, daß die Autoren schlechte Arbeitsbedingungen hätte.

Andrea Grill, die heuer den “Wildgans-Preis” bekommen hat erklärte, daß sie sich, seit dem sie beim “Bachmann-Preis” gelesen hat, sich als Schriftstellerin bezeichnet hätte oder da eigentlich erst Schriftsteller, weil das die Bachmann auch so tat, aber jetzt wird ja gegendert und übersetzen tun die beiden auch. Andrea Grill, die eigentlich Biologin ist, aus dem Albanischen, Asja Bakic aus dem Englischen und Französischen aber auch Mascha Kaleko, Marlen Haushofer und Gabriele Tergit,, die ja jetzt, glaube ich, erst wieder entdeckt wird.

Eine interessante Diskussion, wo es eigentlich mehr um das Soziale oder in die Einsichten in das Autorinnenleben, die mich ja bekanntlicherweise sehr interessieren, ging und natürlich haben Bücher Haltbarwerte und man kann sie auch nach zehn Jahren lesen, ob die “Liebesmaschine” aber noch erhältlich ist, bin ich mir nicht so sicher. Da die Buchhandlungen aber jetzt ohnehin wieder geschlossen haben, kann ich auf die Bücherschränke verweisen. Besser wären zwar die Bibliotheken, aber die haben ja ebenfalls zu.

Die Natur bei Stifter und bei Han Kang

“Stichwort Natur” hieß die heutige Veranstaltung, wo Brigitte Schwens-Harrant mit Lydia Mischkulnig und Christa Zöchling zu diesem Thema zwei Bücher von Adalbert Stifter und der Koreanerin Hang Kang besprachen. Eine interessante Mischung habe ich gedacht.

Denn der “Hochwald” wurde 1842 geschrieben, die “Vegetarierin” 2007, die eine Erzählung spielt im Böhmerwald, der Roman in Korea, auf dem ersten Blick würde ich da gar keine Gemeinsamkeiten sehen und die Natur in der “Vegetarierin auch nicht erkennen, die ich ja gelesen habe.

Stifter habe ich auch sehr viel gelesen, als Studentin, ob der “Hochwald” dabei war, weiß ich gar nicht mehr, kann mich aber auch an ein Naturexeperiment erinnern, daß ich plante und mit dem ich entsetzlich gescheitert bin. 1975 wird das wahrscheinlich gewesen sein. Das Semester zu Ende. Die Elfi hat mich, glaube ich, in die “Fromme Helene” zum Essen eingeladen und ist dann in die Schweiz zum Servieren gegangen und ich mit einer Tasche Bücher, unter denen die von Stifter waren, auf den Almweg, in der besten Absicht dort den ganzen Sommer zu verbringen.

Zwei, drei Tage habe ich das, glaube ich, ausgehalten und der “Hochwald”, den die drei begeistert beprachen ist auch nur eine scheinbare Idylle. Es spielt im dreißigjährigen Krieg und ein Vater will seine zwei Töchter Johanna und Clarissa heißen sie, glaube ich, vor den Angreifern im Hochwald verstecken. Da denkt man jetzt wahrscheinlich an Vergewaltigung, Adalbert Stifter hat das wahrscheinlich reiner beschrieben und die drei Frauen zeigten sich auch von den Bildern sehr begeistert, den Szenen, wo die Mädchen im Wald Schmetterlinge finden und daraufkommen, daß sie im Winter nicht überleben können und wie sie sich durch den Wald zu ihrer Burg schleichen und dort nur Ruinen sehen. Dann spinnen und musizieren natürlich, wie es damals üblich war.

Die Natur bei Hang Kang ist der Körper der Frau, die scheinbar mittelmäßig plötzlich zu essen aufhört , um zur Natur zu werden und vom Vater zum Essen gezwungen und von der Schwester in eine Klinik eingewiesen wird. Drei Perspektiven, die des Ehemannes, der mit den Veränderungen seiner Frau nicht zurechtkommt, die zweite des Schwagers, der den Körper der Vegetarierin bemalen möchte und die dritte der Schwester.

Brigitte Schwens-Harrant sah in dem Buch die Auflehnung gegen die Gesellschaft. Es geht um die Gewalt des Vaters gegen die Tochter, der ihr ganz brutal das Fleisch in den Mund schiebt. Ein sehr interessantes Buch, das als ich es gelesen habe, das Buch der Saison war, die Beziehung zum Stifter habe ich nach wie vor nicht gefunden, habe von Han Kang aber noch ein anderes Buch gelesen, das ähnliche für uns ungewöhnliche Motive hat.