Digitaler Bachmannpreis

Der Bachmann-Preis oder die “Tage der deutschsprachigen Literatur” in Klagenfurt”, wie es ja richtig heißt und den es seit 1977 gibt, ist mir ja, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, sehr wichtig.

Das heißt, ich hätte immer schon sehr gerne dort gelesen und habe auch zwei oder dreimal Mal ist es, glaube ich, gewesen, meine Texte dorthin geschickt.

Aber “Keine Chance, keine Chance!”, wie es so schön heißt, dazu bin ich wahrscheinlich sprachlich zu ungenau, zu wenig abgehoben, vielleicht auch zu konventiell oder einfach nicht im Literaturbetrieb, ich habe mich aber immer schon dafür interessiert und habe versucht soviel wie möglich davon mitzubekommen.

Das war in den Siebzigerjahren, wenn man keinen Fernseher hatte, auch nicht so einfach und damals, das hat man heute wahrscheinlich schon vergessen, war dieser Preis, wo das erste Mal öffentlich über einen Text diskutiert wurde und Marcel Reich-Ranicky hatte ja eine sehr scharfe Ausdrucksweise und ein starkes Fingerwackeln, war er vor allem in Österreich sehr umstritten.

Die IG- Autoren haben sich dagegen aufgelehnt und, ich glaube, es war am Anfang gar nicht so einfach Autoren dafür zu finden, die haben sich dann meistens herumgewunden und Ausreden dafür gefunden, wenn sie schließlich doch gelesen haben. Das Preisgeld war wahrscheinlich schon verlockend. Das ist heute längst besser geworden, die Autoren reißen sich darum, kommen sie ja dadurch mit den Publikumsverlagen in Kontakt und verlegen dann vielleicht bei “Suhrkamp” oder “Hanser”.

Wolfgang Tischer vom Literaturcafe hat sich auch des Bachmanns-Preises angenommen und reist jedes Jahr dafür mit seiner Badehose zum schönsten Betriebsausflug der Welt, Cornelia Travnicek hat sich einige Jahre die Finger wund gedrückt, bis sie 2012 lesen durfte. Und 2013 sollte der Preis überhaupt abgeschafft werden. Da gab es scharfe Proteste und ein Eingestehen der Preis wird bleiben und heuer wieder in diesem Schicksalsjahr, wo sich das Corona-Virus ja über uns stülpte und uns einen Mundschutz verordnete, beziehungsweise in eine Pleitewelle hineinschleuderte, hieß es ja Ende März, als alle Veranstaltungen bis Juni abgesagt waren, daß es das Klagenfurter Wettlesen, das ja immer Ende Juni, Anfang Juli stattfand, auch nicht geben wird.

Warum, habe ich mich gefragt, kann man doch eine gerade eine Veranstaltung, wie diese sehr leicht digital durchführen und außerdem kann ja im Juli alles anders sein und vierzehn Autoren vor sieben Juroren kann man ja mit Sicherheitsabstand lesen lassen und der Kameramann kann ja das alles mit Mundschutz filmen? Wo ist das Problem?

Die Jury hatte auch keines und rief zu einem digitalen Wettbewerb auf, Wolfgang Tischer mit seinem grimmigen Humor, den ich nur sehr schwer verstehe, machte einen Aprilscherz oder meinte es vielleicht ernst, daß er keinen ungeschminkten Klaus Kastberger in seiner Küche im Video-Chat sehen wollte, da war schon bekanntgegeben, daß der Preis digital vorbereitet wird und am 28. Mai werden die Details bekannt gegeben. Daß die Veranstaltung vom 17. bis 21. Juni stattfinden wird, war dann auch schon bekannt und heute weiß man wieder etwas mehr.

Nämlich, daß Kärnten fast virusfrei ist und Landeshauptmann Kaiser sich für Erleichterungen und Grenzöffnungen einsetzt. Morgen werden die Hotels eröffnet. Da wird für einen Urlaub am Wörthersee geworben. Veranstaltungen bis hundert Personen sind ab morgen auch erlaubt. Also wäre wahrscheinlich auch ein richtiger Bachmannpreis mit oder ohne Maskenpflicht mglich. Sitzen da halt dann nur die ausgesuchten Verlagsvertreter mit Sicherheitsabstand im Publkum und das Publkumviewing am Lendhafen könnte mit diesen auch stattfinden.

Mir ist das aber egal, bin ich ja nur einmal live vor Ort gewesen und würde es mir auch heuer nur per livestream ansehen.

Möglich wäre es, vielleicht ist die Literatur dem Landeshauptmann auch nicht so wichtig, daß er die digiatlen Vorbereitungen nicht stören wollte, obwohl die zugelassenen hundert Personen ja ein paar Hotelbetten gesichert hätten.

Die ausgesuchten Autoren haben, was mich auch schon ein wenig wunderte, schon zum Zeitpunkt der Absage festgestanden. Jetzt wurden sie wieder eingeladen oder vielleicht auch andere, denn ich habe schon ein Buch bekommen, wo es, glaube ich, schwarz gezeichnete Seiten gibt, denn die Texte dürfen ja nicht schon veröffentlicht sein.

Es gibt auch zwei Kommentatoren, nämlich Julya Rabinowich die ja auch schon dort lesen durfte und Heinz Sichrovsky. Sonst soll alles in den Arbeitszimmern der Juroren, bei denen Philipp Tingler und Brigitte Schwens-Harrant heuer neu sind, Hubert Winkels wieder den Vorsitz hat und sonst aus Klaus Kastberger, Insa Wilken, Nora Gomringer und Michael Wiederstein bestehen, stattfinden.

Die Lesereihefolge wird ausgelost, die Bachmann-Preisträgerin von 2016 Sharon Dodua Otoo wird die Festrede “Dürfen schwarze blumen malen” halten und nun zu den vierzehn Glücklichen von denen es heuer, was ich sehr gut finde, fünf Österreicher oder innen gibt.

Das sind auch die meisten, die ich kenne, denn der Durchschnittsautor wurde in den Neunzehnachtzigerjahren geboren. Eine Außreißerin, was mich auch sehr freut, nämlich die achtzigjährige Helga Schubert aus der ehemaligen DDR gibt esaucch. Die hätte 1980 lesen sollen. Hat aber keine Ausreisegenehmigung bekommen, dafür war sie von 1987-1990 in der Jury und ich würde mich jetzt schon freuen wenn sie gewinnt.

Von den fünf ÖsterreicherInnen kenne ich vier, nämlich Laura Freudenthaler, Lydia Haider, Jörg Piringer, das sehr experimentell- digiatle GAV-Mitglied und Carolina Schutti, die 1990 in Mainz geborene Hanna Herbst, arbeite lange in Österreich und wird daher unter D und A gereiht und der 1961 in Graz geborene Egon Christian Leitner, von Klaus Kastberger eingeladen, war mit bisher völlig unbekannt, dürfte aber ein sehr schräger Typ und höchstwahrscheinlich aus sozialkritisch sein.

Der 1987 in Greiz geborene Maththias Senkel hat schon 2012 in Klagenfurt gelesen, Die restlichen Schweizer oder deutsche Autoren sind mir völlig unbekannt.

Ich bin also gespannt und freue mich auf das Livestreaming. Der Literaturkurs fällt heuer aus. Die Autoren sind aber schon für 2021 ausgesucht,

Da können wir also nur hoffen, daß uns das Corona-Virus dann schon verlassen hat. Die Zahlen sind aber, wie ich höre ohnehin sehr gut. Nur von der Maskenpflicht will man noch nicht abgehen. Gerüchteweise soll das ja erst nach der Zwangsimpfung passieren. Das wäre nicht sehr gut für mich und würde mich wahrscheinlich noch mehr vom Literaturbetrieb, als ich es schon bin wegbringen.

Aber nein, das stimmt ja nicht, schreibe und lese ich ja mehr denn je und bin ja auch dabei hier nach und nach meinen Corona-Text zu veröffentlichen, so daß ich in Klagenfurt oder in meinem Wohnzimmer ja gar nicht lesen dürfte, denn meine Texte sind ja jetzt meistens schon veröffentlicht.

Die O-Töne merke ich noch an, soll es diesen Sommer geben und können ja wahrscheinlich, wenn es nicht regnetm maskenlos besucht werden. Die Salzburger Festspiele gibt es abgeschminkt und wahrscheinlich mit Maske zum Abendkleid und Frack, auch. Aber da fahre ich ihnehin nicht hin, wie auch nicht nach Frankfurt, daß es auch in abgeschminkter Form geben wird und da wurden die Details heute ebenfalls in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Gastland wird Kanada mit einem wahrscheinlich digitalen Auftritt sein.

Wiederbegegnung mit Eugenie Kain

Die oberösterreichische Schriftstellerin Eugenie Kain, die am  ersten April 1960 in Linz geboren wurde und am achten Jänner 1910 dort ihrer Krebserkrankung erlag, die die Tochter von Franz Kain war, mit dem ich öfter am Volksstimmefest gelesen habe, habe ich auch dort kennengelernt.

Sie hat  ihre sozialkritischen Texte, ich glaube, Krimis waren auch dabei, beim “Linken Wort” gelesen und ist langsam berühmt geworden, hat ihren “Schneckenkönig”, den ich einmal im Schrank gefunden habe, bei “Otto Müller verlegt, ich habe sie in der “Alten Schmiede” glaube ich, mit einer inzwischen auch an Krebs verstorbenen jungen Moderatorin, daraus lesen gehört, 2010  hätte sie auch an dem Projekt “Mit Sprache unterwegs” mitmachen sollen, 2009 hat sie das letzte Mal bei dem schon von Christoph Kepplinger und Roman Gutsch organisierten Volksstimmefest gelesen.

Nach ihrem Tod hat es auch eine Gedenklesung im Volksskundemuseum gegeben und seitdem habe ich zwar den “Schneckenkönig” an einem meiner Recherchetage im “Wortschatz” gefunden aber sonst, bis letzten Montag nicht mehr sehr viel von der engagierten Schriftstellerin gehört, der ich auch einmal eines meiner Bücher zum Rezensieren gegeben habe.

“Sehr gern!”, hat sie, glaube ich, gesagt. Zu der Rezension ist es soviel ich weiß nicht gekommen und ich habe seither eher nur etwas von ihrem Vater, von dem ich mich erinnern kann, daß er einmal einen Regenschirm bei der Lesung des linken Wortes auf einer der Volksstimmfestbühnen über mich gespannt hat, gehört, weil Judith Gruber-Rizy, die ja auch eine sehr engagierte in Wien lebende oberösterreichische Autorin ist, eine Gendekveranstaltung im “Werkl” veranstaltet hat.

Das heißt, sie hat, glaube ich, zwei gemacht, ich bin aber nur bei einer gewesen und am Montag hat mich Ruth Aspöck, die ja in Salzburg geboren, aber in Linz aufgewachsen ist, daher ihre Beziehungen zum “Stifter-Haus” dem Linzer Literaturhaus hat, angemailt und mich, um  meine Mithilfe gebeten.

Will das “Stifter-Haus” doch im Herbst eine Gedenkveranstaltung über Eugenie Kain veranstalten und sucht dabei offenbar noch Texte, die in den “Linken Wort- Anthologien” enthalten sind.

Sie hat die ihren schon längst in den Schrank geräumt, da ich aber eine Sammlerin bin und seit 1989 fast jedes Jahr am Volkksstimmefest gelesen habe, habe ich  die Bände, zumindest die, die ich mir als Belegexemplare in Harland aufgehoben haben.

Die anderen der zwischen fünf und zehn Exemplare, die ich sozusagen als Honorar erhalten habe, habe ich zum Teil verkauft, verschenkt oder in den Bücherschrank getragen, aber immer noch einige übrig, für die, beziehungsweise mein neues Buch, das ja gedrade gedruckt wurde, ich am vor zwei Wochen auch Platz auf dem Bücherregal im Wiener Wohnzimmer geräumt habe. So habe ich der Ruth auch mitteilen können, daß es in der schönen ersten von Helmuth Rizy herausgegegeben Anthologie “Das Eigene und das Fremde” von 1989 in der auch meine “Verwechslung” enthalten ist, von Eugenie kain der Text “Sehnsucht nach Tamarasset”, gibt, der, glaube ich, auch im “Schneckenkönig”  abgedruckt ist.

Das Stifterhaus sucht auch die Anthologie von 1985, die offenbar noch von Arthur West herausgegeben wurde, aber die habe ich nicht und  ist auch vergriffen, wie mir Roman gutsch, den ich einmal danach fragte mitteilte, sowie die von 2001 und 2009.

In der 2001 Anthologie habe ich aber keinen Kain-Text gefunden, in der von 2009, die schon von Christoph Kepplinger und Roman Gutsch im neuen Format herausgegeben “Wir retten das System” ist der kurze  Text “Randschriften” enthalten, aber leider habe ich  keine zusätzliches Exemplar mehr für die Ausstellung oder die Bibliothek des Stifter-Hauses finden können und es ist auch zu hoffen, ob es Corona bedingt im Herbst  schon Ausstellungen geben kann und fraglich, ob ich dorthin nach Linz fahre?

Trotzdem hat es mich gerade in Zeiten, wie diesen, wo sowohl die sozialen, als die literarischen Kontakte sehr reduziert sind und ich seit Mitte März nur ein paarmal mit der Ruth gemailt und mit ihr telefoniert sie aber bei der doch stattgefundenen ersten Mai Veranstaltung gesehen habe, wieder an Eugenie Kain erinnert zu werden, die ich, als sehr herzlichen warmen Menschen im Gedächtnis habe und mit einer anderen Ausstellung bin ich zumindestens literarisch derzeit  sehr beschäftigt, nämlich mit der über das “Rote Wien”, die ja meine Protagonistin Roswitha Herwig gerade für das Wien-Museum mit ihrem Assistenten Viktor Neumann kuratiert und, wo auch nicht so ganz klar ist, wann sie stattfinden wird und wenn ich jetzt noch den “Schneckenkönig” lese, kann ich meine Eugenie Kain Erinnerungen auch ohne Ausstellung auffrischen, war ich ja im Stifter-Haus nur ein einziges Mal und zwar im April 2007, als ich mit der Ruth und ihrer Dichterradkarawane von Ybbs nach Regenburg unterwegs gewesen bin und sie dort aus einem ihrer Bücher gelesen hat.

Indiebookday trotz Ausgangssperre

Heute ist wieder “Indiebookday”, die Aktion, die die unabhängigen Verlage, um auf sich und ihre Situation aufmerksam zu machen, erfunden haben, wo man die Buchgeschäfte stürmen und sich ein Buch, irgendeines, was man ohnehin haben will, wie es heißt, kaufen und ein Bild davon mit sich posten soll, 2013 eingeführt haben und ich seit dieser Zeit, glaube ich, auch davon berichtet habe, beziehungsweise sie auch ein bißchen dazu benützt habe, um auf mich und meine “Indiebooks”, die vielleicht, weil ja selbstgemacht, eigentlich keine sind, aufmerksam zu machen. Wer also ein Buch von mir posten will, sich bitte melden, ich werde es, solange die Post noch offen ist oder ich noch Marken habe, zuschicken.

Vor drei Jahren war ich auch auf einer diesbezüglichen Veranstaltung, wo in einer Buchhandlung mehrere Kleinverlage ihre Bücher präsentierten und ich ein solches auch  gewonnen, aber leider, leider noch nicht gelesen habe.

Ob heuer wieder eine solche Veranstaltung in Wien geplant war, weiß ich nicht, geben wird es solche, zuminestens live in den Buchhandlungen nicht, weil die ja, wie ich gestern hörte, bis Ostern geschloßen sind, was die und wahrscheinlich nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Verlage in vermutlich nicht  zu kleine Schwierigkeiten bringen wird.

Die gute Nachricht ist aber auch hier das Internet, der Online Buchhandel und daß das Lesen wahrscheinlich eine Beschäftigung ist, die aus der Trübsaal hilft und für Bekämpfung  der Langeweile sorgen kann.

Man kann sich also ein Buch online bestellen, man kann auch E-books lesen, was der Buchhandel vielleicht nicht  ganz so gerne mag, oder  vielleicht auch nicht,  auf jeden Fall kann man auch ein Bild von einem E-Book posten  und im Netz den Freunden mitteilen, welche Beute man Indiebookday für sich ergattert hat und wohl auch darüber diskutieren.

Eine Liste der unabhängigen Verlage gibt es sicher auf der “Indiebookseite” oder im Netz zu finden, da sind für mich ja einige überraschende, wie “Kremyair & Scheriau”, den ich eigentlich für nicht so klein halte, dabei und durch dessen literarische Neuerscheinungen ich mich gerade gelesen habe.

“Picus” bei dem Cornelia Travnieks “Feenstaub”, die übrigens daraus am Donnerstag in der “Seeseiten-Buchhandlung” eine Online-Lesung hielt, ist ein unabängiger Verlag und wahrscheinlich auch “Haymon”, bei dem David Fuchs “Leichte Böden” erschienen ist, das ich aber erst lesen muß.

Das für den “Leipziger Buchpreis” nominierte Langgedicht “luna luna” aus dem Schweizer “Secession-Verlag”  ist sicher auch dabei, aber auch “Droschl”, “Jung und Jung” und die  deutschen Kleinverlage lassen sich auch dabei aufzählen.

Also Freunde kauft Bücher und wenn ihr selber schreiben wollt, könnt ihr euch  auch am “Quarantimo” beteiligen, der von Ronny Rindler ausgerufen wurde, ich biete auch meine Leserunde an darüber zu diskutieren und verweise auf meine zwei letzten Bücher “Die unsichtbare Frau” und “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman”, hin, wer mir dazu ein Bild oder einen Kommentar schicken will, ist willkommen und freut  mich sehr, ansonsten lese ich mich zwar gerade durch das letzte “Leipziger Buchpreis- Buch” der Übersetzungsschiene und demnächst durch das zweite der Abteilung “Belletristik”, die beide nicht den Kriterien entsprechen, aber das ist mir ja, wie ich immer schreibe, ohnehin egal, denn ich lese mich ja, wie ich ebenfalls öfter schreibe, gerne durch den literarischen Gemüsegarten, lese sowohl Groß- als auch Kleinverlage, lese Selbstgemachtes und mich auch eigentlich quer durch alle Genres, so wird  bald ein Krimi kommen und ein Chicklit oder Liebesroman wartet, glaube ich, auch auf mich.

Leipziger Onlinemessentage

Während man hier am Freitag gebannt auf die Pressekonferenz des Bundeskanzlers wartete, wo die neuen verschärften Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, ab Montag Geschäftsschließungen mit Ausnahme des Lebensmittelhandel, was zum Stürmen auf die Geschäfte und Hamsterkäufen, wozu braucht man soviel Klopapier?, führte, Restaurantschließungen ab drei, Schulschließungen, Heimarbeit.

Auf meinem Mailaccount wurde eine Veranstaltung nach der anderen abgesagt, wo ich ab Montag ohnehin nirgendwo mehr hingegangen bin und auf OE24, das ich derzeit viel höre, wurde darüber spekuliert, ob es jetzt zu Notverordnungen und Ausgangssperren kommt, geht “Leipzig”, natürlich ebenfalls abgesagt, per Livestream weiter und langsam bekomme ich heraus was man sich da alles online  anschauen kann.

Am Donnerstag wurde der “Leipziger Buchpreis” per Radio bekannt gegeben, Lutz Seiler, Pieke Biermann und Bettina Hitzer haben gewonnen, Karin Peschka hat auf ihrer Seite bekanntgegeben, das die Autoren, die im Österreich-Cafe lesen hätten sollen, ein Video bei ihr einstellen können und stellte dort gleich ihr neues Buch “Putzt euch, tanzt, lacht” vor und MDR-kündigte am Samstag von zehn bis zwanzig Uhr einen großen Livestream tagt beziehungsweise oder eine virtuelle Buchmesse an.

Also wieder einmal Leipzig im Zimmer habe ich mir vorgenommen, mir die Programme ausgedruckt, die Charles Baudelaire Übersetzung ausgelesen, “Oreo” begonnen und bin dann auf die Leipziger Facebookseite gestoßen, wo es auch einen großen Livestram gibt.

Die Bundeszentrale für politische Bildung, zwei engagierte Herren, die sich  offenbar in Bonn vor das Glashallenpanorama stellten, interviewten den Messedirektor Oliver Zille zum Programm, interviewten auch den Chef der “Lit Cologne”, diese Kölner Gegenveranstaltung, die jedes Jahr zeitgleich mit der Messe stattfindet und die sehr lange ankündigten, daß die Veranstaltung stattfinden würde, dann natürlich doch absagen mußten und wiesen auf die Veranstaltungen hin, die trotz Absage im Netz stattfinden, was  auch eine interessante Idee ist, eine Messe online stattfinden zu lassen, allerdings werden die Bücher dabei wahrscheinlich nicht verkauft, es gibt auch keine Einnahmen und Honorare.

Aber Buchempfehlungen kann man natürlich geben und da hat zum Beispiel der “Fischer-blog-Hundertvierzehn”, die “Vierzehn- Tage – Quarantäne-Leseliste mit vierzehn Büchern, wie zum Beispiel die “Commedia divina” des Dante Alighieri, oder den “Doktor Schiwago”, zusammengestelltund die politischen Bildung Herren befragten auch den Messedirekter und den “Litclogne Veranstalter” mit welchen Buch sie in Quarantäne gehen würden? Ingo Schulzes “Die rechtschaffenen Mörder”, sagte zum Beispiel Oliver Zille,  dann wurden die Bücher vorgestellt, die man nach Leipzig mitgenommen hätte.

Dann wurden Kleinverleger, wie beispielsweise vom “Verbrecherverlag” und von der “Parasitenpresse”, befragt, was für sie der Messeausfall bedeutet und eine virtuelle Lesenacht gab es auch.

Am Samstag ging es dann in das ARD-Studio, wo kurz nach zehn Ingo Schulze schon mit seinem Buch in einem Studio saß, aber noch die Nachrichten zu hören war, so daß er sich flüsternd mit der Moderatorin Kathrin Schuhmacher unterhalten konnte, bis dann das Signal “Die virtuelle Buchmesse” zu hören war und ein “Experiment oder Fest der Freude”, verkündet wurde.

Dreizehn Stunden, neunundzwanzig Romane, Filmbände, etcetera.

Dann wurde das neue Buch “Die rechtschaffenden Mörder” vorgestellt, das noch auf meinen Badezimmerstapel liegt und von einem ostdeutschen Buchhändler handelt, der sich nach und nach als Rechter entwickelt.

Den 1962 geborenen Ingo Schulze habe ich jas in den später Neunzehnhundertachtziger- oder frühen Neunzigerjahre wahrscheinlich in der “Alten Schmiede” kennengelernt, wo er sein damals aktuelles Buch vorstellte und ich mich noch den als Fisch verkleideten “Nordsee-Werber” erinnern kann und inzwischen auch einiges von ihm gelesen habe.

Danach kam es zu einem Wechsel, Musik ertönte, die Wassergläser wurden ausgetauscht, wahrscheinlich auch ein bißchen desinfisziert und dann nahm der mir unbekannte Stephan Ludwig mit seinem Moderator Platz.

Auf dem “Blauen Sofa” hätte dagegen Samstag um zehn, für den den es interessiert, Josef Haslinger mit seinem “Fall” auftreten sollen, aber da liegt das Buch auch schon im Badezimmer und ich habe ebenfalls von Katja Gasser moderiert, die Diskussion darüber gehört und Stephan Ludwig ist, habe ich inzwischen mitbekommen, ein Thriller Autor und laut Moderator, der einzige Autor ohne “Wikipedia-Eintrag”, ich kenne, glaube ich, mehrere und habe selber einen, gehöre aber laut meiner Kritiker zu den “Hobbyautoren”, was ich aber noch immer nicht so definiere.

Der “Wikipedialose” hat übrigens eine Kommissar-Zorn Krimi Reihe geschrieben.

Das neue Buch heißt “Unter der Erde”, die Hauptfigur ist ein Schriftsteller, der in der Laußnitz seinen Großvater besucht und von dort nicht mehr wegkommt.

Um elf folgten wieder Nachrichten, in denen mitgeteilt wurde, daß Tirol und Italien von der WHO auf Stufe sechs der Corona-Gefährdung eingestuft wurde und im Studio hat Greta Taubert aus Leipzig Platz gbenommen, die frei nach Maxie Wander und Nadine Kegele Begegnungen mit ostdeutschen Männern unter den Titel “Guten Morgen, du Schöner” herausgegeben hat und immer, wie der Moderator erklärte, Kakaobohnen mit sich trägt, weil sie glücklich machen.

Um elf kam dann Denis Scheck mit einem Bücherstapel, beziehungsweise “Best of Druckfrisch”,  verglich eine Messe ohne Publikum mit Telefonsex,  stellte dann die besten Neuerscheinungen vor und da zuerst eine Studie einer amerikanischen Hirnforscherin, daß unser Hirn darauf reagiert, was man liest und man also vor Sebastian Fitzek etcetera waren sollte. Das sehen manche wahrscheinlich anders und dann wurde auch gleich zu meiner Freunde “Die Wunderkammer der deutschen Sprache” vorgestellt.

Dann lobte er Lutz Seilers Leipziger-Buchpreisbuch, Ingo Schulzes “Rechtschaffene Möder” wurden auch zitiert und interessanterweise auch Maren Karmes “luna luna” und nach Österreich zu Monika Helfers  Familienroman “Die Bagage”, das neue Buch von Bov Bjerg, das der Valerie Fritsch “Herzklappen von Johnson & Johnson”.

James Baldwien “Giovannis Zimmer”, das ich einmal in einem der Schränke gefunden habe, wurde auch neu herausgegeben und natürlich “Middlemarch” schon gelesen und auf für den “Leipziger-Buchpreis” nominiert.

Interessant, interessant, des hehren Literaturkritikers Frühjahrsempfehlungen und ebenfalls interessant, was ich davon schon gelesen habe.

Dann kam Tom Kummer mit seinem neuen Roman “Von schlechten Eltern”, aus dem er, wenn ich mich nicht irre, Teile beim letzten “Bachmann-Preis”, gelesen hat und danach der Fotograf Mario Schneider mit seinem Bildband “Tourist”, wo er Menschen beim Fotografieren fotografierte.

Die 1990 geborene und in Magdeburg aufgewachsene Valerie Schönian hat ein Buch über  “Ostbewußtsein. Warum Nachwendekindern für den Osten streiten und was das für die Deutsche Einheit bedeutet”, geschrieben.

Dann kam die Schauspielerin Katja Riemann, deren Interwiew offenbar schon früher auf einer Parkbank im Freien aufgenommen worden war,  die sich sehr gegen die Beschneidung junger Mädchen in Afrika engagiert und über ihre “Projektreisen” berichtete.

Der nächste Autor war dann der 1950 in Halle geborene Historiner Stefan Wolle, der sich wieder mit “Ost-Berlin. Biografie einer Hauptstadt” beschäftigt hat und es auch ein paar Tonbeispielspiele, beispielsweise von den Weltjugendfestspielen 1973, wo der Autor auch anwesend war, gab.

Es folgte Eva Sichelschmidts  Familienroman “Bis wieder einer weint”, die das Leben der Aufbaugeneration der fünziger und sechziger Jahre schilderte.

Paula Irmschler, deren Chemnitz-Roman “Superbusen” in meinem Badezimmer liegt und auf den ich mich schon sehr freue, ist leider krankheitsbedingt ausgefallen.

So folgte der Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz mit “Das gespaltene Land. Ein Psychogramm.

Das alles war zwar  interessant und spannend und sehr auf die DDR und die deutsche Geschichte zentriert.

Literarischer wurde es , als der neue Gedichtband der “Bachmann-Preisträgerin” von 2015 Nora Gomringer “Die Gottesanbieterin”, das auch Gebetstexte enthält und sich auf Gott bezieht.

Dann wurde es wieder historisch und Deutschland lastig, stellten doch Jan Wenzel und Wolfgang Schwärzer, ihr in der Kategorie Sachbuch für den Leipziger Buchpreis nominierten, sehr umfangreichen Band “Das Jahr 1990 freilegen” vor, wo es auch um die Wende und den Zerfall der DDR geht, das am Cover zwei Fotos aber keinen Titel hat und das fast wie ein Katalog oder ein Bildband wirkt.

Mit den 1973 in Bagdad geborenen Abbas Khider, der dort mehrmals verhaftet wurde, weil er kritische Bücher geschrieben und Flugblätter verteilte und dann nach Deutschland kam,  wurde es wieder literarischer.

Er hat schon unter anderen, die Bücher “Die Ohrfeige” und “Die Orangen des Präsidenten” geschrieben, die ich aber nicht gelesen habe und stellte jetzt seinen neues Roman “Der Palast der Miserablen” vor, das von 2000-2003 im Irak spielt und dessen Held Shams mit dem Autor einige Ähnlichkeiten hat.

Dann kam, glaube ich, aus Halle, wo die Online-Messe ausgestrahlt wird, Josef Haslinger und erzählte von seinen Erlebnissen, die er im Stift Zwettl hatte.

Dann kam die 1986 geborene Marina Frenk, deren Debut “Ewig her und gar nicht wahr”, ich ja schon gelesen habe.

Mit Michael Kraskes “Der Riss. Wie die Radikalisierung im Osten unser Zusammenleben zerstört”, wurde es dann wieder politisch.

Um sieben kam der Politiker und deutscher Ex-Vizekanzler  Joschka Fischer, der ein Buch zum Thema “Willkommen im 21.Jahrhundert. Europas Aufbruch und die deutsche Verantwortung” geschrieben hat.

Das war es dann, ab acht gibt es dann noch eine Radio-Kulturnacht, aber da werde ich wohl mit dem Buchpreisbuch “Oreo” in die Badewanne gehen und nachher noch ein wenig Öe24 hören, um bezüglich Corona auf dem Laufenden zu bleiben, wo die Krise, mit Bespuckungsvorfällen in der U-Bahn, offenbar voll in Gang ist.

Preise der Leipziger Buchmesse, Selfpublisherinterview und Corona-News

Der Preis oder die Preise der “Leipziger Buchmesse”, denn da gibt es ja die Kategorien “Sachbuch”, “Übersetzung” und “Belletristik”, werden üblicherweise, am Donnerstag, dem ersten Messetag, also eigentlich heute, um sechszehn Uhr in der Glashalle vor Publikum vergeben.

Die Halle ist abgesperrt, hinein kann man nur mit Einladung oder mit Presseausweis und dann gibt es Sekt und Brezeln,  kann aber draußen herumstehen und zuhören,  laut übertragen wird es auch.

Aber heuer ist ja alles wegen dieses Carona-Virus, das sich rasant ausbreitet, anders, die Messe wurde vor einer guten Woche abgesagt und anders ist auch, daß ich mich das erste Mal für den Preis besonders interessierte, also die Bücher angefragt, sie lesen und darüber bloggen wollte.

Das heißt, ich habe zuerst, die Belletristikschiene, die mich ja besonders interessiert, dann die Übersetzungen und zuletzt von den Sachbüchern, die Biografie über Ivo Andric angefragt und acht Bücher bereits bekommen, auf eines warte ich noch, drei habe ich schon gelesen, beim Charles Baudelaire bin ich gerade dabei, es waren ja einige sehr umfangreiche Schinken und als die Messeabsage kam, kam damit zugleich die Frage, wie, wann und wo, der Preis der vergeben oder verkündet werden würde und bald die Antwort, daß das am Donnerstag um 9. 30 die Preisgeber bekannt gegeben werden und das ist jetzt geschehen.

Der Belletristikpreisträger ist also Lutz Sailer mit seinem “Stern 111”, ein Buch das “Suhrkamp” mir versprochen hat, aber noch zu mir kommen muß.

Dafür werde ich die beste Übersetzung, nämlich die von Pieke Bierman von “Oreo” von der afroamerikanischen Autorin Fran Ross lesen, sobald ich mit dem Charles Baudelaire fertig bin und das Sachbuch habe ich nicht bestellt, wäre aber angesichts derzeitgen <lage sicher auch sehr interessant, nämlich Bettina Hitzer “Krebs fühlen – eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts”.

Das ließe sich sicher auf das Corona Virus, das derzeit alle Gemüter erregt und schuld daran ist, daß es derzeit nur ein “Leipzig vurtell” gibt, sicher ausdehnen, aber bei mir ging es dann sowohl emotional, als auch literarisch weiter.

Hatte ich doch um Zehn ein Interview mit einer Studentin, die ihre Dissertation zum Thema “Autorenschaftskonzepte im Literaturbetrieb der Gegenwart”, schreibt und sich dabei auch für das “Selfpublishing” interessiert.

Wow, ich wußte gar nicht, daß es das schon  gibt, denn ich erlebe ja noch immer, obwohl ja, wie ich immer schreibe in Leipzig und Frankfurt, die Selfpublisher schon ganze Hallen füllen, aber in Wien nennt man das ja noch immer “Eigenverlag” und setzt ein “Wollen wir nicht!”, hinzu.

Also kann das vielleicht helfen und auf jedenfalls vielleicht die Grundlage für meinen nächsten diesbezüglichen Antrag bei der nächsten GV der IG- Autoren stellen.

Aso war ich an diesem “Ersten Messetag” sehr beschäftigt, an dem ich ja eigentlich von halb elf bis halb zwölf, eine Einladung  zur “Präsentation des Lesekompass” hatte.

Da habe ich inzwischen auch schon die diesbezüglichen Informationen bekommen und das Programm des “Österreichs-Cafes” und das des “Blauen Sofas”, habe ich mir ja auch ausgedruckt. Da hätte ja um halb eins Peter Veran sein “Plädoyer für einen Märtyrer” halten sollen.

Um vier wäre eben die Bekanntgabe der Preisträger in der Glashalle gewesen und, um fünf der offizielle Empfang oder Umtrunk im Österreich- Cafe.

Das entfällt alles und wäre wohl auch nicht so erfreulich, überschlagen sich ja derzeit bei uns die Corona-Meldungen. Die Schulen werden geschloßen und den ersten Toten gibt es auch schon zu vermelden.

Was die Vorsicht oder die allgemeine Panik wahrscheinlich noch ein Stückchen  anwachsen läßt, denn da gibt es  seit Dienstag sogenannte Notverordnungen, also keine Veranstaltungen über hundert Personen.

Da würden üblicherweise sowohl das Literaturhaus, als auch die “Alte Schmiede” und die “Gesellschaft für Literatur” nicht darunter fallen.

Das Literaturhaus hat den Poetry Slam am Freitag abgesagt. Da wären wahrscheinlich mehr Leute gekommen.

In der “AS” und in der “Gesellschaft” waren oder sind noch bis jetzt die Pforten offen und ich war am Dienstag auch in der Herrengasse, wollte mich  aber nicht in eine Namensliste eintragen, obwohl mich dort wahrscheinlich ohnehin jeder kennt und für heute beim “Hörspielfestival” in der “AS” bin ich mir nicht sicher, ob ich hingehen soll, weil man sich ja wahrscheinlich auch anstecken oder das Virus weitergeben kann, wenn sich weniger als hundert Personen im Raum befinden.

Vielleicht also doch eine Lesequarantäne, beziehungsweise ein “Leipzig im Zimmer” oder “Leipzig virtuell”.

Da macht ja am Samststag “MRD-Kultur und ARD” einen intensiven Online Tag und Karin Peschka, die am Samstag um halb drei im Österreich-Cafe lesen hätte sollen, verlegte die Lesung auf ihren You Tube-Kanal und lud  auch die anderen Autoren dazu ein.

Der “Falter-Bücherfrühling” ist auch zu mir gekommen, also vielleicht ein “Leipzig im Zimmer” mit einer Lesequarantäne und da habe ich obwohl Lutz Seilers Siegerbuch noch nicht zu mir gekommen ist, noch einiges zu lesen, den neuen Ingo Schulze vielleicht, der ja auch auf der Belletristik-Liste gestanden ist, also um fünf oder um sechs oder sieben, da ich zu dieser Zeit eine Stunde habe, das Glas Wein erheben, auf die Sieger anstoßen und hoffe, daß das Virus gut an uns vorüberzieht, eine demensprechende Glosse wird es bei mir auch bald geben.

Kein Leipzig wegen Corona

Am Mttwoch hätten wir nach Leipzig fahren sollen und hatte wieder schon alles vorbereitet, die Akkreditierung, die diesesmal mit einem Onlineticket passierte, ein Bloggertreffen, ein paar Termine für den Donnerstag, den fast ausgebucht, “Leipziger Buchpreis” um vier, wo ich diesmal die Bücher lese und gerade beim einzigen Sachbuch bin, das ich angefragt habe und dem anschließenden Empfang der Österreicher in Halle vier.

Wie gehabt, seit vielen Jahren, seit 2015 bin ich ja akkrediert  und habe nur ein paar Mal ausgelassen, weil der Alfred gerade auf Reisen war und im Vorjahr natürlich, weil ich mir das ja am zehnten März einen offenen Knöchelbruch zugezogen habe und mit Gips nicht nach Leipzig fahren wollte und heuer ist wieder alles anders, denn da gibt es ja seit Jänner den Corona- Alarm, ein Virus, das in China ausgebrochen ist und ich zuerst dachte, aha wie jedes Jahre, Schweinegrippe, Sars, Vogelgrippe, etcetera.

Als ich 2009 beim ersten “Nanowrimo” mitgeschrieben habe, gab es da ja auch ein Virus, das alle berunruhigt hat und das ich darin behandelt habe und als die Corono-Seuche oder Hysterie, die Welt überschwemmte, habe ich gerade mein Schreibebuch korrigiert, wo das Anfangskapitel ja enthalten ist.

In China wurden also die Städte abgesperrt, an den Flughäfen gab es Kontrolle und in den Videos häuften sich die Verschwörungstheorien von wegen abgesichtilich ausgelassenen Viren und die Meldungen, die man hörte, waren äußerst widersprüchlich, hieß es da doch, lange nicht so gefährlich wie die Grippe, aber als Ende Jänner das Virus Norditalien erreichte und eine Lehrerin im Gymnasium in der Albertgasse, die dort gewesen war, Grippe hatte, wurde die Schule abgesperrt, die Kinder nicht hinausgelassen und Polizisten mit Gasmasken liefen herum, obwohl die Lehrerin dann gar nicht infisziert war.

Spätestens da hatte ich wegen Leipzig, obwohl immer noch Pressemeldungen kamen, ein ungutes Gefühl und am vorvorigen Mittwoch, da war ja, glaube ich, die Geschichte mit dieser Schule, war ich im Literaturhaus und da erzählte mir eine Kammerrätin aus der Steiermark, der Autor würde in Leipzig sein Buch vorstellen.

“Wo?” habe ich  gefragt und einer, der offensichtlich auch Verleger war, mischte sich ein und fragte mich, ob ich sicher wäre, daß die Messe stattfände?

“Nein!”, habe ich geantwortet, “Ich bin nicht sicher!”, obwohl auf www.buecher.at, glaube ich, noch stand, daß sie vorerst nicht betroffen wäre, aber besondere Maßnahme, wie Desinfektionsmittel am Klo, getroffen werden würden.

Dann kam der Virus auch nach Deutschland, die Videos meldeten mehr oder weniger höhnisch von Hamsterkäufen und mokierten sich über die Leute, die mit Gasmasken, die Supermärkte stürmten, um billiges Toastbrot, das nach drei Tagen schimmelt und Konservendosen einzukaufen, aber es kursieren ja auch Videos von Vorratspflicht und Mitteiliungen, daß man sich Taschenlampen und Wasserflaschen einbunkern soll, obwohl ja nicht so klar ist, wieso ich das brauche, wenn ich wegen Ansteckungsgefahr zwei Wochen zu Hause bleiben soll?

Nun ja, die Angst ist wohl ein schlechter Ratgeber,  Panik verringert das logische Denken und fördert die Freude sich über Verängstigte lustig zu machen.

So gab es auch bei Tobias Nazemi vom “Buchrevier” eine Glosse, daß Leipzig natürlich nicht abgesagt wird, aber keine Bücher ausgestellt werden dürfen, weil das Papier ja die Viren verbreitet,  Gerüchte über die Bargeldabschaffung aus diesbezüglichen Gründen gab es auf den rechten Videos ja auch, daß es also nur Hör- und E-Books zu bewundern gäbe und die Besucher an den Eingängen Mundschutz und Ohrenstöpsel ausgehändigt bekämen, so daß die soziale Komminikation eingeschränkt wäre, worüber dann die Verleger jubeln, weil es geht ja endlich nur um das Buch und das Lesen.

Ich habe ja schon mit meinen Freund Uli öfter darüber diskutiert, daß ich es eigentlich nicht so mit den schwarzen Humor habe und habe zum Alfred gesagt, daß ich glaube am Montag oder Dienstag wird die Messe abgesagt. Am Montag, den zweiten März bekam ich noch eine Einladung zu einer Pressekonferenz, Monika Vasik hat mich aber am Abend in der “AS” gefragt, ob wir fahren werden und ihre Bedenken geäußert, daß man dann nicht mehr hinauskäme, wenn dort der Virus identifiziert wäre.

Noch bevor ich darüber nachdenken konnte, kam am Dienstag dann die Absage, worüber sich die Aussteller sicherlich nicht freuen werden, aber lesen kann man in der Zeit, wo man dann zu Hause sitzt und das ist sicherlich ein Vorteil, sich eine mögliche oder unmögliche Quarantänezeit  so zu vertreiben und es besteht bei mir diesbezüglich auch kein Bedarf, denn weil “Middlemarch” ja so umfangreich war, dümple ich ohnehin dahin und meine Neuerscheinungsleseliste, Bücher die ich ja unbedingt lesen muß, hat sich inzwischen auf ungefähr fünfzehn Stück angesammelt.In den letzten Tagen waren die Zuläufe auch besonders reichlich, weil die nominierten Buchpreisbücher kamen und seltsamerweise auch anderes, was ich gar nicht angefragt habe, nun ja, nun ja oder eigentlich sehr gut.

Cornelia Travniceks “Feenstaub” die ja in Leipzig auch prominent auftreten hätte sollen, ist ausgelesen,  David Fuchs  “Leichte Böden”, ein Buch, das er  in Leipzig im Österreich Cafe präsentiert hätte, liegt auf meinen Lesestapel, dann gibt es  noch ein paar bücher von Ulrich Becher, über den ich ja am Anfang gestolpert bin, als ich vor jahrzehnten ein paar ausrangierten Exemplare vor der städtischen Bücherei in der Gumpendorferstraße fand, darunter war auch der “Nachtigallzyklus”, den hat “Schöffling & Co” jetzt unter dem Titel “New Yorker Novellen”, wieder aufgelegt und auch seine “Murmeljagd”, die ich noch nicht gelesen habe.

Als noch keine Rede von der Absage war, habe ich überlegt, welche Bücher ich nach Leipzig mitnehmen soll und Anfang des Jahres habe ich auch einen Krimi gelesen, der in Leipzig nach dem ersten Weltkrieg spielt.

Diese Frage erübrigt sich, ich werde mich weiter durch meine Leseliste arbeiten, zu Literaturveranstaltungen gehen, sofoern sie nicht auch abgesagt werden und bezüglich des “Leipziger Buchpreises” meine Schtzungen geben.

Der wird wohl  vergeben werden, wann oder wo steht, glaube ich, noch nicht so ganz fest. Aber man kann sich ja vorsorglich durch die Bücher lesen und da ist man vielleicht auch von der Massenhysterie abgelenkt und es besteht keine diesbezügliche Ansteckungsgefahr.

Schade ist es natürlich doch, denn jetzt kann ich der Ute schon das zweite Mal nicht den “Hammer” mit unseren Stadtspaziergängen gehen und die Ulrike, ihre älteste Tochter, feiert ihren vierzigsten Geburtstag, wo ich ihr auch nur übers Netz gratulieren kann!

Bei den IG-Autoren

Generalversammlung der IG-Autoren, deshalb sind wir ja einen Tag früher aus Hinthertal abgefahren, die Ruth, die länger geblieben ist, wird wohl erst am Sonntag zu der Wahl zustoßen, aber ich bin ja ein gwissenhafter Typ und gehe eigentlich immer zu den IG-Autoren, seit dem ich einmal vor zig Jahren als Einzelmitglied nominiert wurde und diesmal war es auch besonders wichtig, denn ich habe ja einen Antrag wegen Selfpublishing gestellt, weil die IG ja grundsätzlich alle Autoren vertritt für die Selfpublisher, wie Gerhard Ruiss immer sagt, nichts machen kann, aber da nennt er es Eigen oder Selbstverlag und das hatte ja früher ein Schmuddelimage und war, glaube ich, den Zuschußverlagen zuzuorden oder wird das immer noch.

Bis vor zehn Jahren war das ja, glaube ich, so, daß das Selberverlegen, das letzte war und man das nur machte, wenn man keinen Verlag fand und das stimmt ja auch, ich habe bis auf die “Hierarchien” in der “Edition Wortbrücke” keinen gefunden, obwohl ich, bis 2004, glaube ich, meine Mansuskripte immer mehr oder weniger ausschickte, bis zweiundvierzig Mal habe ich das, glaube ich, getan, von “Rowohlt”, “Suhrkamp”, angefangen über “Residenz” “Haymon” bis zum “Resistenz-Verlag” und keiner hat es machen wollen, bis der Alfred die “Wiener Verhältnisse”, 2000, glaube ich, selber machte und sie mir zum Geburtstag schenkte.

Inzwischen habe ich fast fünfzig selbstgemachte Bücher, die genaue Zahl vergesse ich immer, es sind  auch immer einige in Vorbereitung, ich lasse sie mir fünfzigmal drucken, verzichte auf die ISBN-Nummer und würde sie aber trotzdem gerne bei Lesungen präsentieren und bei Preisen einreichen, beziehungsweise einen “Buchpreis” damit gewinnen, geht aber nicht, denn “Selfpublishing” ausgeschloßen, heißt es da ja meistens und das heißt es auch bei den Rezensenten, zumindestens hat das Doris Kloimstein so gesagt, daß sie  nicht wüßte, wie und wo, man, die unterbringen könnte und das stimmt ja auch, denn, wie heißt es ja so schön “Selfpublishing wollen wir nicht!”, obwohl sich das Bild in Deutschland ja schon so ungefähr vor zehn Jahren geändert hat, weil dort ja “Amazon” den “Selfpublishern” Tür und Tore geöffnet haben und seither, die Selbstverleger boomen, alle drei Monate ein neues Buch auf den Markt schmeißen und damit erst recht, die Ausschreibungen und Wettbewerbe überfordern, die sich dann die Kritierien suchen, um die Einreichungen zu beschränken und, wie heißt das so schön beim “Bachmannpreis”  oder wo auch immer, “Selfpublishing wollen wir nicht!”

Aber ich greife vor, noch sind wir nicht so weit, noch kam zuerst das Frühstücksbuffet und die Begrüßung, sowie die Feststellung der Beschlußfähigkeit und dann wurde ein Antrag nach dem anderen besprochen, von denen Gerhard Ruiss  betonte, daß es diesmal viele wären, so daß es von einer Stunde Mittagspause unterbrochen, wo es wieder die tradtionellen Würstln gab, ein dichtes Arbeiten war und ein Antrag war meiner, der ziemlich am Schluß besprochen wurde.

Vorher ging es noch um die neue Regierungsbildung und was sich die Autorenschaft von der grünen Staatssekretärin Ulrike Lunacek erwarten kann und die Rolle des Deutschunterrichts in den Schulen wurde auch besprochen.

Dann kam, wie schon erwähnt ein Antrag der Doris Kloimstein, die eine bessere Unterscheidung zwischen den Verlags- und den Zuschußverlagen wünschte, weil diese oft nicht mehr so leicht zu erkennen sind.

Natürlich, denn ich kann mir ja die ISBN-Nummer kaufen und “Eva”, “Erika” oder was auch immer Verlag darauf schreiben und auch wenn man eine ISBN-Nummer hat, heißt das ja noch lange nicht, daß man das Buch dann in der Buchhandlung bestellen kann.

Die “Hierachen” haben ja eine solche und da habe ich  noch einige Schachteln in Harland stehen, sie erst vor kurzem in das neue Bücherregal umgeräumt und beschloßen, da jetzt immer eines in die Telefonzelle in Altmannsdorf bzw. in die bei der “Seedose” zu legen, wenn ich da vorüberkomme.

Dann durfte ich meinen Antrag vortragen, bekam den Vorschlag, daß ich eine “Selfpublisherplattform” gründen soll, aber das ist ja, glaube ich, nicht das was ich will.

Ich will mehr Anerkennung für meine Bücher, will daß sie beachtet werden und gebe ja jetzt bald mein “Vorlaßbuch” heraus, wo man sich ja auch ein bißchen über “Mein Schreiben, meine Bücher” informieren kann und denke und das habe ich gerade Margit Heumann als Kommentar geschrieben, steter Tropfen höhlt den Stein und jetzt kommen ja auch Selfpublisher zu den Generalversammlungen und mit denen kann ich mich, Plattform hin, Plattfrom her, wirklich ein bißchen verbünden, obwohl ich ja eigentlich nichts weiter, als den Zusatzparagraphen bei Ausschreibungen “Selfpublishing wollen wir nicht!”,  abschaffen, was mir, wie ich fürchte, so bald nicht gelingen wird, bin aber beim Abendbuffet mit zwei netten Kollegen ins Gespräch gekommen, habe einer ein Buch gegeben, mit der Doris Klomstein noch ein bißchen geplaudert und die Sylvia Treudl gefragt, ob ich mich bei “Literatur und Wein” , weil ich ja darüber blogge, vielleicht auch, wie in Basel akkreditieren könnte?

Am Sonntag gab es dann noch ein paar Anträge, darunter die  Hochhausdebatte bezüglich der Weltkulturerbediskussion, die Gerhard Ruiss schon ein paar Jahre diskutiert und dann die Wahl.

Renate Welsh, Peter Turrini und Anna Migutsch wurden wieder als Präsidenten und Vizepräsidenten bestätigt, die anderen wiedergewählt. Ich habe mich für das Schiedsgericht gemeldet. Mit jemanden noch über das Selfpublishing diskutiert, dann ging es nach Hause, weil Margit Kröll, die in den letzten Jahren immer die Einladungen zur anderen Buchmesse, die ja auch irgendwie etwas selbstgemachtes war, diesmal nicht gekommen war.

Regional versammeln

Die IG-Autoren, die vor zig Jahren von Gerhard Ruiss und Johannes Vyoral gegründet wurden und sich als Interessensvertretung für alle österreichische Autoren sehen, halten jedes zweite Jahr eine Regionalversammlung in jedem Bundesland ab, wo Gerhard Ruiss, der inzwischen der alleinige Geschäftsführer ist, von den aktuellen Entwicklungen berichtet und Deligierte für die Generalversammlung, die im Februar in Wien stattfindet, berufen.

So bin ich auch heute Abend statt mit dem Alfred nach St.Pölten zu fahren ins Literaturhaus gepilgert, wo schon Ljuba Arnautovic, Elfi Resch, Magdalena Tschurluwitz, Dieter Scherr  und noch einige andere versammelt waren.

Interessanterweise habe ich auch Doris Kloimstein getroffen, die ja als in St. Pölten wohnendem sich eigentlich nächste Woche in Krems versammeln sollte, aber da hat sie die Ruth zu einer Lesung in St. Pölten eingeladen, so daß sie nach Wien gefahren ist und wieder interessant ist, daß ich einmal, als ich noch von St. Pölten nach Wien pendelte, bei einer RV in St. Pölten war, wo ich die Doris Kloimstein kennenlernte.

Gerhard Ruiss begann seinen Vortrag mit den Veränderungen, die die neue Regierung mit sich brachte. Da gibt es ja jetzt ein Sekretariat für Kunst und Kultur, wo die Grüne Ulrike Lunacek die  Staatssekretärin ist und der Sozialminister ist auch ein Grüner, was, wie Gerhard Ruiss betonte auch für die Belange der Autoren wichtig ist.

Es gibt Neuerungen mit dem Musterverlagsvertrag und wieder die Messe in Leipzig, wo die IG Autoren ja, wie in Frankfurt ausstellen, den Neuerscheinungskatatlog und die “Autorensolidarität” und wenn man rechtliche oder soziale Problem hat, wird man auch kostenlos von der iG  vertreten.

Dann gab es eine Diskussion,  man konnte Fragen stellen und wieder interessant, daß sich jetzt auch schon andere Selfpublisher zu Wort melden und auch ihre Rechte vertreten haben wollen, was ich ja auch zum Thema der nächsten GV machen wollte, weil ich mich ja manchmal bei all den Diskussionen um Stipendien, Verlagsvertrag, etcetera ziemlich daneben fühle und am Schluß erfuhr ich noch, daß Hermann J. Hendrich gestorben ist und bin dann mit der Doris Kloimstein in die Krongasse gegangen, wo ich die Ruth, die ihn ja herausgegeben hat, angerufen und davon verständigt habe, die, wie sie mir sagte, eigentlich auch zu der Regionalversammlung gehen wollte und Adolf Holl, der kritische Theologe, der ja eigentlich auch Mitglied der IG- Autoren sein hätte können, hat er doch unter anderen “Jesus in schlechter Gesellschaft” geschrieben, ich habe auch einige Bücher von ihm in meinen Regalen, hat mir der Alfred verraten ist auch im neunundachtzigsten LA gestorben.

 

Von der GAV-GV zum Badeschiff

Erika Kronabitter, Eva Jancak © Erika Kronabitter

Erika Kronabitter, Eva Jancak © Erika Kronabitter

Dieses Wochenende sind ja nicht nur die Publikumstage auf der Frankfurter-Messe, sondern auch die Generalversammlung der Grazer Autorinnen Autoren, 1973 in Graz als Abspaltungsversuch vom damaligen PEN gegründet und immer noch der größte österreichische Autorenverein, den wir haben, auch wenn die Gründungsmitglieder fehlen und nicht mehr Ernst Jandl, der, glaube ich, zu Zeiten meiner Aufnahme Präsident war, H. C. Artmann, den ich kaum dort gesehen habe, aber auch Marie Therese Kerschbaumer, Gert Jonke, Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker,  etcetera, zu den Generalversammlungen kommen.

Ich habe, glaube ich, schon geschrieben, daß ich 1987 in die GAV aufgenommen wurde. 1986 habe ich das erste Mal eingereicht, damals gab es noch die Vollversammlung und die Generalversammlungen haben das ganze Wochenende, das heißt bis Samstagmittag, stattgefunden.

Josef Haslinger war der Generalsekretär, später Gerhard Kofer, Heidi Pataki lange die Präsidentin, Rolf Schwendter war das auch, dann kam Petra Ganglbauer und jetzt ist, welch Überraschung Ilse Kilic die Präsidentin, die zu Zeiten meiner Aufnahme, die Sekrretärin war.

Die Zeiten ändern sich, jetzt hat die GAV siebenhundert Mitglieder, die GVs finden im Oktober an einem Samstag statt und vorher gibt es am Freitag nachmittag seit einigen Jahren den kulturpolitischen Arbeitskreis, wo verschiedene kulturrelevanten Themen diskutiert werden.

Ruth Aspöck hat den, glaube ich, einmal eingeführt. Jetzt machen ihn Ilse Kilic und Christa Nebenführ und die Lesung der Mitglieder, die im letzten Jahr aufgenommen wurden, die es eine Zeitlang anschließend in der “Alten Schmiede” gab, gibt es auch nicht mehr.

Jetzt werden auch nur mehr alle zwei Jahre neue Mitglieder aufgenommen, so wurde heuer auch sehr lange über die Neuaufnahmen diskutiert.

Es gab viele Vetos, denn jedes Mitglied kann ein solches einlegen, wenn ihm ein Juryentscheid nicht gefällt, daher gibt es dann auch lange Diskussionen und Abstimmungen und die eingereichten Veranstaltungen. Inzwischen kann jedes Mitglied pro Jahr ein Veranstaltung einreichen und weil die Mitglieder mehr werden, die Subventionen aber gleichbleiben, gab es im letzten Jahr, wo keine neuen Mitglieder aufgenommen wurden, eine lange Diskussion darüber, was und wie eingespart werden kann.

Heuer gingen die Veranstaltungsvorschläge schneller vor sich, so daß nach den Berichten aus den Bundeslängern, denn wenn der Name auch “Grazer Autorenversammlung” heißt, gibt es in jeden Bundesland eine eigene Regionalversammlung, die ihre eigenen Veranstaltungen machen, noch Zeit für allfälliges war und da wurde über eine eventuelle Namensumänderung diskutiert, da das “Graz” im Namen vielleicht ein bißchen lästig und wiedersprüchig sein könnte.

Aber ich möchte nicht Mitglied einer “Allgemeinen österreichischen Autorenversammlung”, werden, denn die GAV, bei der ich ja schon sehr lange Mitglied bin, ist ein wichtiges Stück Identität für mich und man kann ja das “Gegründet in Graz!”, zusätzlich erklären.

Wird wohl so bleiben, zumindestens noch für die nächste Zeit, dann gab es wieder das Abendessen, diesmal im Cafe Prückl, wie im letzten Jahr, lange war es im Gasthaus Pfudl, aber diesmal hätte man sich wahrscheinlich aus Einsarungsgründen das Essen und das Trinken selber zahlen müßen und ich eße ja eigentlich nichts am Abend.

Erika Kronabitter, Christian Kargl © Erika Kronabitter

Erika Kronabitter, Christian Kargl © Erika Kronabitter

Zu Mittag war ich bei der “Nordsee” und habe mir eine mittlere Portion Fisch und Chips besorgt und mir nachher beim “Heindl” drei Maroni gekauft und außerdem hat mich die Gerlinde vom “Ohrenschmaus”, die ja dort nicht nur den “Preis” organisert, sondern auch Lesungen der Einreichenden schon lange ins Badeschiff am Donaukanal eingeladen, wo es das” Cafe Ohrenschmaus” gibt und da gab es heute ein Fest oder ein Party, jedenfalls spielte die Tschuschenkapelle oder ein Musiker davon und um halb sechs hat Erika Kronabitter ihr neues, bei der “Edition Taschenspiel” erschienenes Buch “Endlich Alles Richtig” vorgestellt, so daß ich, die ja die Erika schon beim Artmann-Symposium am Donnerstag und am Freitag gesehen habe, darauf angesprochen  und eigentlich gedacht habe, daß ich mit ihr von der Sitzung zum Badeschiff gehen könnte, denn der Donaukanal ist ja nicht weit von der “Alten Schmiede” entfernt.

Sie hatte aber ein Schreibcoaching und war gar nicht bei der GV obwohl sie Vorstandsmitglied ist, so bin ich nach der Verabschiedung durch die Präsidentin alleine hingegangen, bin gerade noch rechtzeitig zur Lesung gekommen, konnte auch einen Kaiserspitzer trinken, einen sehr guten Salat mit Grantäpfel und anderem und ein Stück Kuchen essen und dann noch mit der Erika mit einem Achterl Rot auf die sehr literarischen Woche anstoßen, in der ich viel in Wien erlebt habe und gar nicht nach Frankfurt gekommen bin und nächstes Jahr, das kann ich gleich anmerken, wird die GAV-GV wieder zeitgleich mit der Frankfurter-Buchmesse sein, also wird es vielleicht wieder etwas hektisch werden und bezüglich Leipzig, wo wir ja eigentlich immer regelmäßig fahren, gibt es das Problem auch, wenn auch vielleicht nicht mehr so regelmäßig, da es ja keine jährlichen Vollversammlungen mehr gibt und sich mein Messebesuch also höchstens mit der “Lyrik im März” schneidet was auch nichts macht, da ich ja keine Lyrik schreibe, sondern mich nur an die Großveranstaltungen erinnern kann, die in den Achtzigerjahren im NIG im Hörsaal eins, stattgefunden habe, wo Rolf Schwendter gelesen habe, Gerald Bisinger sich sein Begräbnis vorstellte, Ernst Jandl, Gerhard Kofler auf Deutsch und auf Italienisch, Friederike Mayröcker, Marie Therese Kerschbaumer und und und die GAV ist ein Stück von mir auch wenn ich selten nach Graz komme, die ich nicht missen will, aber einmal war dort auch eine Vollversammlung und Dietmar Füssel ein sehr engagiertes oberösterreichisches GAV-Mitglied, hat mir auch seinen neuen Gedichtband übergeben, so daß ich wieder genügend Lesestoff habe und mich auch demnächst wieder ein bißchen auf das blaue Sofa setzen werden, um herauszufiden, was ich während der Neuaufnahmediskussion und den Badeschifflesungen in Frankfurt versäumt habe.

Fast verpasste Buchmesse

Ich bin ja, das habe ich schon geschrieben, 2000 und 2002 in Frankfurt gewesen, in Leipzig fast jedes Jahr, weil wir ja Freunde dort haben, wo wir schlafen können, in Frankfurt nur die beiden Male, wo das Gastland 2000 Polen und 2002 Litauen war und wir einmal in Mainz und das andere Mal in Wiesbaden geschlafen haben und immer hin und hergefahren sind.

Als ich dann 2008 zu bloggen angefangen habe, habe ich fast zufällig entdeckt, daß man sich sehr viel, die blauen Sofa Videos beispielsweise, damals gab es aber auch so kleine feine Bloggerclips im Internet ansehen konnte, war begeistert und habe seither immer die Buchmesse in meinem Schlafzimmer im Bett oder sonstwo mehr oder regemmäßig verfolgt. MancheLeser werden sich über meinen Eifer gewundert haben und eine hat sich, glaube ich, auch gedacht, daß ich das Leben darüber versäume und eine andere oder war es dieselbe, hat mich aufgefordert doch mein Resume darüber abzugeben.

Nun ein Resume über ein Buchmesse auf der man gar nicht war, ist wahrscheinlich schwer zu geben, ich habe aber 2008 den spanischen Autor Rafael Chirbes für mich entdeckt, der sonst wahrscheinlich an mir vorbei gegangen wäre.

Interessant es es also für eine solche Literatur und Buchfantikerin, die ich bin, für mich allemal da aus der Ferne beizuwohnen, so habe ich meine Stunden gemacht, bin auch zu Literaturveranstaltungen gegangen, habe aber zwischendurch immer über Frankfurt gesurft und meine Kommentare darüber abgegeben.

Heuer könnte das anders, beziehungsweise knapper werden, denn heuer ist sehr viel los, war ich doch am Mittwochnachmittag, dem ersten Buchmessentag bei einer Fortbildungsveranstaltung bei der WGKK am Wienerberg und vorher hätte ich mich zwar ein paar Stunden auf das blaue Sofa setzen können und habe das auch vorgehabt, aber leider ist bei uns am Dienstagmittag das Internet ausgefallen und dann hatten wir bis Mittwochabend keines und da hatte ich mir noch nicht die Programme ausgedruckt.

Ich war zwar am Monttag zwischen der “Ohrenschmausjurysitzung” und den “Wilden Worten” den Live stream der “dBp-Preisverleihung” gesehen und mich da über Sasa Stanisics Peter Handke-Kritik sehr geärgert und auf dem Literaturcafe habe ich auch sehr viel kommentiert, weil es da einen Artikel gegeben hat, wo Handke als der “Größte Langeweiler genannt und mit einer Schlaftablette verglichen wurde” und da mußte ich natürlich wiedersprechen.

So bin ich erst am Mittwochabend als das Internet wieder ging, zu den Programmen und ein paar blaue Sofa-Videos gekommen und am Donnerstag und Freitag gibt es ein H. C. Artmann-Symposium in der Wien Bibliothek in der Bartensteingasse, am Freitagnachmittag ist dann Kulturpolitischer Arbeitskreis und am Samstag, die Generalversammlung der GAV und amSonntag, wo dann der Ehrenpreis des deutschen Buchhandels in der Paulskirche vergeben wird, ist das Sladky-Fototreffen, also knapp knapp und ich werde also, wie auch meine Leserin weiland wünschte, mein Leben leben, die literarischen Higlights in  Wien genießen und am Abend, wenn es sich ausgeht, mich ein bißchen auf das Sofa setzen und dann auch, wenn es sich ergibt, darüber bloggen.

Daß das Gastland Norwegen ist, könnte ich beispielsweise schreiben und das hat die Blogger ja schon vor zwei Jahren auf eine Lesereise durch das Land geschickt, mich natürlich nicht, aber ich habe einen Jon Fosse in meinem Badezimmer liegen und werde ihn aber  erst lesen, wenn ich mit dem deutschen, den österreichischen und den schweizer Buchpreis, also wahrscheinlich im Dezember fertig bin.

Sonst kenne ich von den Norwegern nur Jostein Gaardener und Karl Ove Knausgaard natürlich, der ja glaube ich auch die Eröffnungsrede hielt, von dem ich aber  noch nichts gelesen habe, nur einmal in der Schweiz vor einem Jahr ein Buch gefunden.

Die Buchpreisträger treten wahrscheinlich auf, Olga Tocarczuk und noch ein paar andere berühmte Autoren und Jurenka Jurk, die mir ja immer die Einladungen zu ihren Webinars schickt, macht dort, glaube ich, ein Schreibprojekt, wo zwei ihrer Schülerinnen einen Roman während der Messe schreiben.

Das kann man sich, glaube ich, auch per Livestream ansehen. Mal sehen, ob ich dazu komme, Wolfgang Tischer hat sein Programm und sicher vieles mehr.

Die kleinen feinen Videos, die mich im ersten Jahr so begeistert haben, gibt es, glaube ich, nicht mehr, aber mal sehen, wie es weiter geht und was ich so von der Messe, auf der ich ja nicht bin, mitbekomme, die sicher groß und riesig ist und vom deutschen Buchpreis warten ja auch noch sechs Bücher auf mich.