Keine Angst bei den Fried-Tagen

Jetzt geht es gleich zum nächsten Festival, von der “Alten Schmiede” ins Literaturhaus, vom “Utopischen Raum” zu den Strategien der Angstüberwindung, was eigentlich ein sehr ähnliches Thema und in Zeiten in diesen, wo wir ja von der Angst gebeutet werden, äußerst wichtig ist.

Es gibt in in Österreich eine “Erich Fried-Gesellschaft”, die sich den Werken Erich Frieds widmet, den “Fried-Preis” vergibt und jedes zweite Jahr finden im Literaturhaus auch die “Erich Fried-Tage” statt.

Symposium hat es, glaube ich, unter Heinz  Lunzer noch geheißen und hat sich da der “Exilliteratur” gewidmet.

Jetzt ist es international geworden und das heurige Thema lautet, wie schon erwähnt “Keine Angst”, was für eine sehr politische denkende Psychologin und Psychotherapeutin, die sich schon seit jahren mit den gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigt, natürlich besonders interessant ist und heuher gibt es auch ein Novum, nämlich eine Ausstellung zu diesem Thema und zwar wurden da zwanzig Mitglieder der Gesellschaft, man kann da ja nicht beitreten, sondern wird ausgewählt und eingladen, ein Objekt oder einen Text zu diesem Thema zu verfassen..

So hat sich Elfriede Jelinek  mit den Angststörungen beschäftigt, Ursula Seeber, die früher die Exilliteratur im Lithaus leitete, mit dem Exil, etcetera und Robert Schindel der derzeitige Präsident und Friederike Mayröcker, die grande dame, die demnächst ihren fünfundneuzigsten Geburtstag feiert haben Texte gelesen, da habe ich seit lange wieder einmal Christel Fallenstein gesehen.

Am Dienstag gab es die feierliche Eröffnungsreden und Begrüßungen von Robert Huez und Anne Zauner, die die Tage kuratierte und dann die Key Note von Aminatta Forna, das ist eine 1964 in Glaskow geborene Schriftstellerin, die eine schottische Mutter und einen Vater aus Sierra Leone hat, so das sie ihre Kindheit dort verbrachte und 2002 mit ihrem Memoir “The devil  that danced on the water” bekannt oder berühmt wurde, in dem sie ihre Kindheit beschreibt.

Ihr  Vater, ein Arzt, war politisch tätig, wurde zuerst Finanzminister, später hingerichtet und ider Titel ihres Vortrags hieß “Why the world needs  new Stories”, wo es um die narrative Indentität und das Neuschreiben der Geschichte geht, was fürchte ich, da es die Rechtem ja auch betreiben, vielleicht gar nicht so ungefährlich ist, wenn die dann beispielsweise den Linken, den Holocaust in die Schuhe schieben wollen oder den Klimawandel leugnen.

Am Mittwoch ist es offensichtlich mit dem Verlesen der “Angstkärtchen”, die man an das Literaturhaus schicken konnte “Wovor haben Sie keine/Angst?”, weitergegangen und dann präsentierten Rainer Merkel und Claudius Lazzeroni ihre “Angstmaschine”, die sie für die  Veranstaltung konstruierten und die auch in der Ausstellung zu sehen ist.

Dann wurde es interessant, denn dann kam erstmals in Österreich, die 1982 in Damaskus geborene Dima Wannous, die in London lebt und präsentierte im Gespräch mit Peter Zimmermann ihren Roman “Die Verängstigten”, der in Syrien nicht erscheinen darf und in dem eine junge Frau einem Arzt und Dichter ihre Geschichte erzählt.

Die 1963 in Jamaika geboroene und in den USA lebende Claudia Rankine ist, glaube ich, auch das erste Mal in Österreich, sie präsentierte “Citizen – An american lyrik,” wo es um den Alltagsrassismus, die Frage der weißen Privilegien, Diskriminierung und Gewalt geht, die anhand von Texten und Bildern präsentiert wurden.

Am Donnerstag gab es dann um halb fünf die Preisverleihung des Literaturwettbewerbs, den es zu diesem Thema für Schüler wieder gegeben habe. Den habe ich versäumt, so daß ich erst Teresa  Präauer die “Fried-Preisträgerin” von 2017 mit ihrem Ausstellungsbeitrag, der sehr interessant war, hörte, hat sich doch auf einem Flohmarkt einmal eine Schachtel gefunden und in dieser war eine ganze Anzahl von Heiligenbildchen, die von 1920 bis 1980 datiert waren, etwas, wo mich  Geschichte der Besitzer sehr interessieren würde. Zeitgeschichtliche Betrachtungen gibt es auch dazu, war doch 1938 der passende Bibelspruch “Möge dieser Kelch an uns vorübergegehen!”, hat nicht ganz geklappt und dann ging es in den Krimiabend und wieder lauter österreichische Erstaufführungen.

Begonnen hat es mit dem Iren John Connolly, der allerdings noch nicht auf Deutsch übersetzt sein dürfte, so hielt er eine Rede, wo es um die Angst im Schreiben ging und der letzte Satz lautete “Die größte Angst, die wir haben sollten, ist die vor uns selbst!”

Stimmt nicht so ganz denke ich, aber statt einem Krimi hat es dann von John Connolly eine Tasche und eine Hörspiel-CD gegeben und der nächste Krimiautor war auch sehr interessant, interessiere ich mich ja sehr für die nichtdeutschsprachige Schweizer Literatur und bin da weder in Basel, noch in Bern und Zürich und auch nicht wirklich in Genf und Locarno fündig geworden, aber der 1969 in Lausanne geborene Joseph Incardona ist mit seinen Krimis vor allem in Frankreich berühmt geworden.

Jetzt wurde einer im “Lenos-Verlag herausgebracht, der “Asphaltdschungel” heißt. Auf der Autobahn spielt, wo einmal ein Kind entführt wurde. Jetzt lebt der Vater, um den Täter auf die Spur zu kommen dort, während sich die Mutter ins Koma trinkt und ihren Schmerz durch Masturbieren zu vertreiben versucht.

Dann wurde es koreanisch, obwohl laut Jeong Yu-jeong einer koreanischen Krankenschwester, die Koreaner gar keine Krimis mögen. Sie hat sich auch bei elf Literaturbewerben oder so beworben, bis es zum Durchbruch kam und der “Der gute Sohn” ist, wahrscheinlich auch kein richtiger Psychothriller, weiß man da ja schon von Anfang an, wer der Täter ist und es wird eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung geschildert.

Am Freitag ist es dann endlich mit Erich Fried weitergegangen, beziehungsweise mit einem Übersetzungsprojekt, wo Frieds Angstgedichte in, glaube ich, achtzehn Sprachen übersetzt und auf der Bühne die französische, italienische, persische und norwegische Übersetzung präsentiert wurde. Dann kam Kathrin Röggla mit einem Text, der die Angst im Flugzeug vor einem möglichen Terroranschlag thematisierte und danach  zum Thema “Angstmache” Jörg Ulrich Albig mit seinem Roman “Zornfried”, der die neuen Rechten thematisierte, sowie Sherko Fatah mit “Schwarzer September”, wo es um eine Terrorgruppe geht, die den jordanischen Premierminister in den Siebzigerjahren ermordete, die unter der Leitung von Wolfgang Popp mit der 1991 geborenen Extremismusexpertin Julia Ebner diskutierten.

Um neunzehn Uhr dreißig wäre Josef Haslinger gekommen, da bin ich aber schon zur Poet-Night ins Siebenstern gegangen, obwohl ich dort erst um halb elf gelesen habe, aber mit einigen Leuten dort verabredet war.

Am Samstag ist nach dem neuen Konzept Comic-Tag, ob das  Erich Fried freuen oder interessieren würde, weiß ich nicht. Das Literaturhaus ist dann jedenfalls sehr voll und nach der Lesung bzw. dem Gespräch stauen sich  die Schlangen vor dem Signiertisch, ich finde es auch sehr interessant und habe auch erst vor kurzem ein Buch gefunden, das vor zwei Jahren sehr promotet wurde.

Jetzt war zuerst die 1987 in Jena geborene Olivia Vieweg mit ihrem Zombie-Novel “Endzeit” daran,  erzählte  von ihrem Studium, den Workshops, die sie besuchte und zeigte Fotos ihren Arbeitsplatz.

Dann ging es nach einer längeren Pause, nach Kanada, beziehungsweise zu der Kanadierin Emily Carroll, die sehr lustig war und viel lachte, obwohl sie  Horror-Comics zeichnet und am Schluß nach wieder einer langen Pause, wo ich mich mit dem Fried-Gesellschaftsmitglied Karin Ivancsics  unterhielt und Robert Huez meine “Magdalena Kirchberg” gab, die ja auch im Literaturhaus spielt und da der Leiter die Lesung der Maria Mattuschek einleitet, Joe Sacco und Chris Ware beide aus der USA die sich mit Thomas Ballhausen, der offenbar nicht nur Film, sondern auch Comic-Spezialist ist unterhielten und ihre Bilder zeigten.

Am Sonntag gab dann die Preisverleihung, die seit 1990 zum dreißigsten Mal vergeben wird. Damals war Chrstoph Hein der Preisträger, Hans Mayer war der Laudator. Jetzt war der Christoph Hein. Es gibt da nur immer einen, der den Preis an Steffen Mensching vergab, der 1958 in Ost-Berlin geboren wurde, Theaterindentant ist und den Roman “Schermanns Augen ” geschrieben hat, der sowohl in Wien, als auch in einem Gullag handelt.

Es gab die üblichen Begrüßungsreden. Der Musikbeitrag stammte von Hans-Eckhardt Wenzel, den ich schon einmal bei den “Kramer-Preisverleihungen” hörte und der mit Steffen Mensching befreunded war und mit ihm einmal in Ostberlin bei einer Fried-Lesung war und dann von ihm noch zu einem Gespräch in sein Hotelzimmer eingeladen wurden. Steffen Mensching erinnerte in seiner Dankesrede daran und las auch ein Gedicht, das aus dem Buch stammte, das ihm Fried damals schenkte.

Danach gabs Sekt zum Anstoßen und Gespräche und hiermit sind die “Erich Fried-Tage” mit dem Thema Angst vorbei.

Vom utopische Raum zum roten Wien

Seit einigen Jahren gibt es ja im November die “Literatur im Herbst” im “Odeon”, die Walter Famler  und die “Alte Schmiede” veranstalten, beziehungsweise wurde die “Literatur im März” dadurch abgelöst und in den ersten Jahren waren meist osteuropäische Länder das Thema. Die ersten Jahre habe ich wegen meines Geburtstagsfestes ohnehin versäumt, dann bin ich, glaube ich, als Griechenland das Thema war, das erste Mal hingegangen, bei Rumnänien war ich, glaube ich, auch, dann wurde “Jugoslawien revisited”, gegendert wurde auch, Japan war daran und vor zwei Jahren ging es um die “Dialektik der Befreiuung”, da wurde, glaube ich, schon das Thema “Zukunft” thematisiert, im Vorjahr ist es um Utopien beziehungsweise Dystopien gegangen und da wurde von Walter Famler schon der utopische Raum, ein Ort für diesbezügliche Diskurse geschaffen, während ich mit dem Uli und das war vielleicht auch eine Utopie, “Sungs Laden” gelesen habe.

Im Frühjahr hat es dann im Schauspielhaus eine “Debattenschmiede” zu diesem Thema gegeben und ich glaube auch noch ein paar Mal, die ich aber versäumte und heuer ist das ganze Festival diesem Thema gewidmet und, wie ich auf einem Blick ins Programm befürchte, mir zu theoretisch und zu wenig Literatur.

ich habe aber die Autogrammsammlerin und Erika Parovsky im Publikum gesehen. Walter Famler hat verkündet, daß der Eröffnungsvortrag in englischer Sprache stattfinden wird und die deutsche Übersetzung ausgeteilt. Die Kulturstadträtin der Stadt Wien, Veronica Kaup-Hasler hat eröffnet und dann kam der Eröffnungsvortrag “Europäische Utopie von unten”, der sich haupsächlich auf die Wende von 1989 bezog von der 1946 geborenen britischen Autorin Mary Kaldor die anschließend darüber mit  Shalini  Randeria, der Rektorin des Instituts für Wissenschaften diskutierte.

Am Samstag ging es dann zum “Utopischen Raum I”, zum Thema “Weltbürger und Grenzen”.

“Willkommen!”, begrüßte der Moderator und Organisator Ilija Trojanow, die beiden Vortragenden Andreas Cassee und Niccolo Milanese.

Der  1982 geborene Schweizer Philosoph Andreas Cassee, der ein Buch über die “Globale Bewegungsfreiheit” geschrieben hat, setzte sich sehr für diese ein, während das Referat des 1984 geborenen, in Paris lebenden Niccolo Milanese über die “heimatlosen Weltbürger ging.

Dann wurde es Realpolitisch, beziehungsweise wurde nach den Utopien in der Politik gefragt und da diskutierte Oliver Scheiber mit der grünen Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, die ja gerade mit den Türkisen die neue Regierung verhandelt und der 1980 im Kongo geborenen Ärztin und stellvertrende Bezirksvorsteherin des erstens Bezirks Mireille Ngosso, sowie Daniela Patsch, die für die Europawahl kanditierte und die sich autofreie Straßen wünscht,  über dieses Thema.

Am Schluß gab es noch ein utopisches Konzert, nämlich zwei Dänen, die sich ihre Musik zusammensampeln und im Anschluß noch darüber diskutierten, wie das mit dem Copyright ist.

Am Sonntag ging es zuerst in die “Alte Schmiede” und da gab es wieder in englischer Sprache, wahrscheinlich wegen der Transnationalität am Podium ein Gespräch über  “Transnationalism or Barbarism”, wobei den Disktutanten Holly Case, Niccolo und Jyoti Misttri, die Barbarei etwas abhanden gekommen waren.

Jyoti Mistry die aus Südafrika kommt und jetzt in Göteburg lebt zeigte zuerst einen Film “When i get up i become a black man”, wobei ein Schwarzer durch die Gegend rannte, das Alphabet rezitierte und ein kleiner Buc aus den fünzigerjahren natürlich “Wenn ich groß werde, werde ich Neger!”, sagte und ich habe Walter Famler auf die fehlende Literatur angesprochen, aber Holly Case, hat den “Magicmountain” erwähnt und ich habe mir gedacht, daß Sibylle Bergs “Buchpreisbuch” gut dazu gepasst hätte.

Am Nachmittag ging es dann im Odeon-Theater weiter mit dem “Utopischen Raum”, da diskutierte Ilija Trojanow mit Alexandra Strickner von Attac und Ulrich Brand, der für Harald Weizer eingesprungen ist, was ein gutes Leben ist und welche Visionen oder Phantasien es dafür braucht  und darüber, daß der Mensch vor den Investitionen kommen muß.

Dann kam der 1935 geborene französische  Etnologe und Antropologe  Marc Auge, der mit seiner Übersetzerin ein Stück aus seinem Buch “Die Zukunft der Erdbewohner”, las und dann folgte nach einer längeren Pause, wo ich ich endlich dazu kam, im zweiten öst Debutbuch Tanja Raichs “Jesolo” zu lesen, die Abschlußdiskussion “Alle Wege führen nach Utopia”, wo Walter Famler seine Ideen zum “Utopischen Raum”, den er weiterverfolgen will, noch einmal mit Ilija Trojanow, der auch daran beteiligt ist, vorstellte und die anderen Podiumsteilnehmer, beziehungsweise das Publikum befragte, welche Themen sie sich dazu wünschen?

Mein utopischer Raum ist wahrscheinlich das “Literaturgeflüster”, politisch bin ich allerdings auch und wünsche mir eine bessere, empathische, achtsamere und solidarischere Welt und am ging es im Schauspielhaus mit dem “Roten Wien”, das ja auch sehr wichtig ist oder war, weiter, so daß sich der utopische Raum in die “Gegenwart des roten Wiens” eingliederte, was eine weitere Veranstaltungsreihe der “Alten Schmiede”,darstellt, die diese Woche dort stattfinden wird.

In der “Debattenschmiede diskutierte Walter Famler mit dem experimentellen Dichter Dieter Sperl, endlich Literatur könnte man sagen. Es ging aber um Architektur und um die Ausstelung, die es im MUSA zu sehen gibt, die von Werner-Michael Schwarz, dem zweiten Diskutanten am Podium, kuratiert wurde.

Vor hundert Jahren haben die Sozialdemokraten die Wahlen gewonnen und mit dem sozialen Wohnbau im Gemeindebau begonnen.ich bin ja in einem solchen aufgewachsen. Es gab aber was ich nicht wußte, auch eine Siedlerbewegung und eine “Freihaussiedlung” und die lud Dieter Sperl offenbar zu einem Projekt ein, so daß er dort eine Zeitlang herumspazierte, schrieb, fotografierte und mit den Bewohnern ins Gespräch kam. Einen Teil eines so entstandenen Textes “Lost Paradise” las er vor und ich habe ja im roten Gemeindebau die soziale Kontrolle sehr stark und als eher unangenehm empfunden. De Dame neben mir war aber sehr begeistert von der Idee, daß den Arbeitern eine Trutzburg oder Schlößer gebaut wurden und das rote Wien war damals ein utopischer Raum, der sich verändert hat in dieser Art und Weise aber  noch immer besteht.

Anstückelungsversuche und Schreibprozeßanhang

Hurrah, hurra, ich bin am Freitag, den zweiundzwanzigsten Nanotag mit den Roman, beziehungsweise mit den fünfzigtausend Worten fertig geworden. Zumindest behauptet meine “Nanoseite” das, denn die ist heuer anders, als die letzten Jahren, auf der einen Seite übersichtlicher, auf der anderen , habe ich mich nicht ausgekannt, denn sie haben immer an die zweitausend Worte weniger angegeben, als ich tatsächlich hatte.

Also habe ich zweiundfünfzigtausend Worte geschrieben, aber das auch nicht wirklich, weil ich die meisten Szenen ja nach dem Schreiben korrigierte, obwohl man das laut dem “Nanogedanken” ja nicht soll.Ich kann aber nicht anders und als ich dann mit dem Rohtext fertig war, aber nur so vierzigtausend Worte hatte, noch einmal. Da sind natürlich Worte weggefallen und ich war eine Weile ratlos, was mache ich jetzt?

Lasse ich den verkürzten Roman, die meisten, die ich außerhalb des “Nanos” schreibe, sind auch kürzer und liegen zwischen dreißig und vierzigtausend Worten, obwohl man bei den Ratgebern immer hört, daß  fünfzigtausend  Worte  ein sehr kurzer Roman ist, und man eigentlich das doppelte haben sollte.

Nun ja, nun ja, was mache ich jetzt, es war ja erst der Tag fünfzehn oder sechzehn, also noch sehr viel Zeit.

Also bin ich auf die Idee gekommen einen Epilog  zu schreiben und habe da vier Szenen geschrieben, die eigentlich eine Magterialansammlung waren, denn die “Nanoratgeber” empfehlen ja auch das nichtchronologische Schreiben. Also einfach Szenen anfügen, damit man was bekommt, was man später zusammenfügen kann.

Ich habe das noch nie gemacht, habe aber in den Rohtext noch vor oder zwischen dem Korrigieren Szenen eingefügt und bin am Donnerstag auf die Idee gekommen, daß ich in einem Anhang ja auch die Artikel einfügen kann, die sich mit dem Schreibprozeß beschäftigen und das waren heuer ja sehr viele, weil es ja für meine Leser interessant sein könnte, wie so ein Roman entsteht und dann habe ich sicher die fünfzigtausend Worte, weil meine Artikel sind ja eher lang.

Am Freitag habe ich dann noch eine vierzigste Szene geschrieben, die wo die Anna vom Ulrich zu ihrer Mutter kommt, da hatte ich auf der “Nanoseite” dann zuerst 50 001 Worte und, als ich später noch etwas einfügte 50 688 nach meiner Zählung 51 857, hurrah, hurrah und habe fertig korrigert.

Als ich da bei meinen vier Epilogszenen war, die ich eigentlich wegstreichen wollte, bin ich daraufgekommen, daß ich die erste, die wo die Sibylle Neuemayer ihren Moritz verläßt, lassen, also zur Einundvierzigsten machen und den Epilog streichen werden, die zweite und die dritte Szene, die der Fatma Sayan und der Dorothea Hartinger, die eigentlich nur eine Materialsammlung war, habe ich gestrichen, mit dem Resultat, daß ich dadurch wieder nur 48 971 Worte hatte, die ich natürlich nicht hochladen werde.

Die Harry-Szene muß ich noch korrigieren, werde sie aber lassen, das heißt der Text wird dann zweiundvierzig Szenen haben und keinen Epilog.

Dafür kommt aber ein Anhang, da habe ich schon vor einer Woche ein kleines Nachwort geschrieben, das werde ich aptieren und habe die Schreibartikel eingefügt, die ich dann noch korrigiert werden, das heißt die Verlinkungen herausnehmen und hatte dann, weil ich ja eher lange Artikel habe 55.340  Worte und am Abend kam dann die Überraschung, nämlich das Winner-Zerifikat, das ich mir diesmal ausdrucken werde und die Nachricht, das ich mir ein Winner T-Shirt um kaufen kann, was ich auch nicht machen werden, mir aber das Congratulation Video angesehen und muß sagen, wow, ich bin  erfreut, in drei Wochen einen Roman geschrieben, der eigentlich trotz “Buch Basel” und “Buch Wien” flott von der Hand gegangen ist.

Endkorrigieren werde ich ihn erst wenn das “Mein Schreiben meine Bücher-Buch” fertig ist, ich bin aber sehr zufrieden, wünsche mir natürlich außer dem Trommelwirbel auch Leser, aber, wow es war eine schöne Zeit, ein intensiver November, obwohl ich  noch nicht wirklich fertig bin und auch noch eine ganze Woche Zeit habe.

Kafka-Wege in Berlin und einundzwanzigster Nanotag

Ich bin ja keine besondere Kafka Expertin, denn man könnte wahrscheinlich sagen, Kafka ist mir zu kafkaesk, so habe ich auch nicht sehr viele seiner Texte gelesen.

Nach meiner Matura habe ich mir “Amerika” gekauft. Das Lesen aber erst im zweiten Anhieb geschafft, sonst habe ich, glaube ich, keine  Originalexte gelesen, wohl aber seine Tagebücher, die ich mal im Schrank gefunden habe, als ich noch zum Lesen der Bücherschrankfunde gekommen bin und in der “Gesellschaft für Literatur” gibt es regelmäßige Kafka-Veranstaltungen, weil ja Manfred Müller, glaube ich, der Präsident, der Kafka-Gesellschaft in Klosterneuburg in diesem ehemaligen Sanatorium Hoffmann ist, da habe ich einmal einen realen Kafka-Spaziergang gemacht und mir einmal in der Herrengasse einen Vortrag über Kafkas-Wien angehört, die anderen Kafka-Spaziergang habe ich versäumt, die “Gesellschaft” ist ja, glaube ich, auch nach Prag gefahren, aber weil das ja nicht so einfach ist, bietet sie auch virtuelle Spaziergänge, also Vorträge darüber an und heute war ein solcher über Kafka in Berlin.

Nun weiß ich inzwischen zwar, daß der in Prag geborene Versicherungsangestellte in Klosterneuburg gestorben ist. Daß er auch in Berlin war, habe ich nicht gewußt.

Aber Berlin ist offenbar nicht nur heute modern und in aller Munde und ich kenne jede Menge Leute, die dort wohnen.

Das war es wohl schon 1910, wo Kafka offenbar das erste Mal dort war und in Berlin wohnt auch Sarah Mondegrin und die ist durchs Lesen zu Kafka gekommen und bietet jetzt “Kafka Walks” oder “Imagine Kafka” an und geht dort mit vermutlich amerikanischen Touristen auf Kafkas Spuren durch Berlin und Manfred Müller hat sie offenbar nach Wien geholt und so ist Sarah Mondegrin, die wie im Prgramm steht, schon seit Vor-Mauerzeiten in Berlin lebt und dort auch Kurse für kreatives Schreiben anbietet, mit einem Regenschirm an dem Bonbons aufgespießt war, in den Vortragssaaal hineingetänzelt, hat sich an das Vortragepult gesetzt und erklärt, daß sie später erklärt, was es mit dem Schirm auf sich hat.

Auf der Wand war schon ein Bild mit einem Indianer auf einem Pferd projeziert, da Kafka offenbar gern ein solcher gewesen wäre und in Berlin, seinem Sehnsuchtsort, war er offenbar drei oder viermal.

1910 als Tourist, 2013 zu Ostern als er sich dort mit Felice Bauer verlobte und dann hat er 1923, als er schon sehr krank war, dort eine Zeit lang gelebt, eine jüdische Hochschule besucht und Dora Diamant kennengelernt. Da war er, obwohl schon sehr schwach, sehr glücklich, fühlte sich befreit und vor allem sehr wohl in dieser schnelllebenden lebendigen Stadt und Sarah Mondegrin brachte das alles sehr lebhaft vor und projezierte Bilder des Berlins von 1910 und dem, wie es damals zu Kafkas Zeiten dort ausgesehen hat.

Sie erwähnte auch viele Bücher und das Regenschirmmotiv kommt auch aus einem Buch, denn Kafka hat einmal einen solchen verschenkt und nachher gab es eine angeregte Diskussion, denn im Publkum saßen offenbar auch  viele Kafka-Experten, die interessierte Fragen stellten.

Und was den “Nano” betriff,  kann ich meinen Lesern vermelden, ich habe es geschafft, zumindest was das Konzept betrifft, weiß ich jetzt, wie ich in der Woche mit den beiden Wochenendveranstaltungen, die ich noch habe, fertig werde, nachdem ich jetzt drei Tage nichts geschrieben, sondern die  Seiten, die ich habe, korrigert und korriegiert habe, so daß meine fünfzigtausend Worte, die nach meiner Zählung schon hatte, immer weniger und weniger wurden.

Beim Korrigieren bin ich jetzt mit der Szene zweiunddreißig fertig, das ist die, wo dieHenrike Gansl macht und den Harry und den Fabi dazu einlädt, da habe ich dann heute, um doch etwas zu schreiben und wieder über meine fünfzigtausend Worte zu kommen, noch eine Johanna Buchhandlungsszene eingefügt und habe somit mit dem jetztigen Stand 50739 Worte und hundertfünf Seiten.

Den Rest muß ich noch korrigeren, werde aber am Schluß noch eine Szene einfügen, nämlich die, wo die Anna nachdem sie die Nacht beim Ulrich war, nach Hause kommt und ihrer Mutter sagt, daß sie die Wohnung doch nicht nimmt sondern zu ihm zurückkehren wird.

Da die “Nanoseite” offenbar anders zählt, macht sie aus meinen 50 739 Worten 48 950, ich brauche also noch über tausend Worte oder mehr, weil ja wieder Worte wegfallen, wenn ich das Ganze fertig korrigiere, was ich machen will, um in den Fluß hineinzukommen.

Ich habe ja am Sonntag vier Anngszenen eingefügt, die von Personen handeln, die im Text keine eigenen haben und daher nicht wirklich hineinpassen, so verläßt die Sibyille Neumayer, den Moritz, der Harry hat Krebs, die Fatma muß zum Begräbnis ihrer Großmutter mit ihrer Mutter nach Teheran fliegen und die Dorothea geht zum Elternsprechtag.

Da bin ich nicht sicher ob ich das, wenn ich dann nach dem November, die Buchkorrektur mache, das nicht wegstreiche? Jetzt brauche ich sie für meinen Wortaccount und habe auch einige Pläne, wo ich vielleicht noch ein paar Anhangszenen anfügen könnte, so könnte der Professor Gruber eine bekommen, etcetera, aber das ist eine reine Materialsammlung macht mir also auch eine bißchen Unbehagen.

Am Sonntag habe ich auch ein recht kurzes Nachwort angefügt und da ist mir jetzt die Idee gekommen, daß ich die Mutter-Szene schreibe, dann fertig korrigiere und dann am Schluß einen Anhang einfüge, wo ich alle Literaturgeflüsterartikel, die sich ganz dem “Nano” widmen einfüge und wenn ich fertig bin, noch einen Schlußartikel schreiben werde, das müßte sich in der Woche ausgehen und dann bin ich sicher über fünzigtausend Worte und wenn ich danach korrigiere kann ich ja sehen, was ich lasse oder streiche. Die Schreibartikel sind für die Leser vielleicht auch interessant, die den Prozeß verfolgen wollen.

Ich habe ja auch vor, daß ich, wenn ich mit dem “Literaturgeflüsterbuch” fertig bin, das Ganze ohnehin noch nach Spannungsbögen zu untersuchen, das Gustav Ernst-Buch dazu und anderes Schreibmaterial beispielsweise die Mini-Books der Jurenka Jurk dazu verwende.

Wien-Reihe und neunzehnter Nanotag

Die “Literatur im MUSA” von Julia Danilczyk, der Literaturbeauftragten der Stadt Wien, 2013 eingeführt, um die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorzustellen, gibt es ja nicht mehr, da das MUSA jetzt zum Wien- Museum gehört, so gibt es in der “AS” jetzt die “Wien-Reihe”, die schon im Oktober begonnen hat, da war ich mit dem Alfred aber im Kino, so daß ich erst heute wieder dazugekommen bin, mir die heurigen Preisträger und Stipendiaten und ihre Werke anzuhören, was ich, was ich sicher schon geschrieben habe, sehr wichtig finde, zu wissen, wer da von der Stadt Wien gefördert wird und mich auch sehr interessiert.

In der “Alten Schmiede” war ich ja erst gestern zu “fünfzig Jahre Wespennest”, da aber im “Schmiedesaal”, die “Wien-Reihe” fand im Keller statt und sowohl aus Verena Mermers “Autobus Ultima Speranza” als auch aus Bettina Balakas “Die Tauben von Brünn” habe ich schon lesen gehört.

Verena Mermer wurde vor cira einem Jahr von Cornelius Hell im Literaturhaus vorgestellt, Bettina Balaka stellte ihr Buch bei den O- Tönen vor, ansonsten stellte Julia Danilczyk die beiden Lesenden vor und vergab als Novum an die Förderungspreisträgerin Verena Mermer, die Urkunde, Bettina Balaka, die ich 1996 kennengelernt habe, als ich in der Jury für das Nachwuchsstipendium war, ist “Canetti-Preisträgerin” und ein Gespräch mit den beiden Autorinnen über ihre Bücher gab es nach den Lesungen auch

Eher wenig Zuhörer, im MUSA war es ja immer sehr voll, ein paar Bekannte, die Angela und der Josef, die ich eigentlich erwartet hätten, waren nicht da, obwohl es Wein gegeben hat und wie in der “Alten Schmiede” üblich, Knabbergepäck statt des im “MUSA” üblichen Brots.

Ich habe mich lange mit Linda Christanell unterhalten, die ja auch bei der  gestrigen Veranstaltung war und habe heute bezüglich des “Nanos” nichts geschrieben, sondern ein paar Szenen korrigiert. Das heißt, ich bin wieder unter die fünfzigtausend Worte gefallen und was die “Nanoseite” betrifft, ist es interessant, denn einerseits steht da, daß ich erst 48 276 Worte hätte, also noch an die zweitausend schreiben müßten, auf der anderen Seite aber, ich bräuchte keine mehr. Ich korrigiere auf jeden Fall einmal zu Ende und schaue dann, was ich noch einfügen oder erweiten kann.

50 Jahre Wespennest und achtzehnter Nanotag

Die Zeitschrift “Wespentext” für brauchbare Texte lautet oder lautete der Untertitel, gibt es schon fünfzig Jahre, wurde also 1969 von Peter Henisch, der im “Mai ist vorbei”, darüber gechrieben hat, Gustav Ernst, Franz Schuh, Josef Haslinger und ich weiß nicht, von wem noch gegründet. Da war ich sechzehn und habe mich noch nicht so dafür interessiert, nach meiner Matura 1973, wo ich literarisch schreiben wollte aber schon und ich habe ab den späten Siebzigerjahren würde ich schätzen, meine Texte regelmäßig dorthin geschickt. Josef Haslinger sagte mir einmal, daß er sich in einer der Redaktionssitzungen dafür entschieden hätte, die anderen aber nicht. Franz Schuh hat mich einmal in der Otto Bauergasse angerufen, um mir zu sagen, daß er gerne einen meiner Text für irgendwas genommen hätte, ging dann aber  nicht und als ich 1987 in die GAVaufgenommen wurde, hatte ich dann etwas später die “U-Bahngeschichten” darin.

In den neunziger Jahren gab es ein großes Fest im Semperdepot wozu mich Elfriede Gerstl mitgenommen hat. Da hatte dann schon Walter Famler das Heft übernommen und Gustav Ernst hat mit Karin Fleischanderl die “Koliken” übernommen, da hat sich dann, glaube ich, auch der Stil geändert, er wurde essayistisch und international.

Gegründet wurde ja das Heft, glaube ich, um sich von den “Manuskripten” abzugrenzen und realistische Literatur dort zu bringen.

Walter Famler machte auch immer zu der “Literatur im Herbst” ein Sonderfest und jetzt die Fünfzigjahrfeier in der “Alten Schmiede”, wo sehr viel Prominenz und Insider erschienen.

Walter Famler hielt die Eröffnungsrede, Franz Schuh, saß mit Andrea Roeding die das Heft jetzt, glaube ich, mit herausgibt und Michael Lissek vom SWR 2 am Poidum.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Zederbauer, die ich im “Kulturjournal” auf der “Buch Wien” hörte und es ging um den Essay.

Ein interessantes Thema und Franz Schuh las gleich einen Ausschnitt aus seinem in der letzten “Wespenheft-Nummer” erschienenen, der die Frage beantwortete, warum er ein solcher wäre und den Essay als heruntergekommene Gattung die vom akademischen Proletariat betrieben wird, bezeichnete, was ich eigentlich sehr pessimistisch finde.

Andrea Roeding hat sich in ihren Beitrag mit den weiblichen Essayistinnen zum Beispiel Zadie Shmith , die ja auch Romanautorin ist, bechäftigt und von Michael Lissek war gleich ein Ausschnitt aus einem Spoke Essay zum Thema “Warten” zu hören, der vor einem Jahr gesendet wurde.

Wolfgang Müller-Funk, Sabine Scholl, Dieter Bandhauer die auch ihren Beitrag geleistet hatten, waren im Publikum, nachher gab es ein Buffet, Frieda Paris von der “Schreibkunst” ist auf mich zugegangen und hat nach meinen Blog gefragt, der Josef nach dem “Ohrenschmaus”, zu einigen Veranstaltungen wurde ich auch eingeladen  und  aus meiner “Nanowerkstatt” kann ich berichten, daß ich von meinem Zählsystem fertig bin. Da habe ich jetzt 50 0652 Worte eigegeben. Der Zähler der Seite behauptet es wäre 48 276 oder 96% und da ich noch immer beim Korrigieren, nämlich  gerade bei der fünfzehnten Szene bin, sinds jetzt schon wieder ein paar Worte weniger. Die ist aber die Johanna Szene, die ich schon ein paar Mal erwähnte, daß ich sie einfügen will und jetzt geschrieben habe.

Ich habe jetzt achtunddreißig Szenen und hundertvier Seiten. Es gibt einen Anhang mit vier Szenen, die der Sibylle Neumayr, der Dorothea Hartinger, der Fatma Saijan und des Harry Krempinsky, die die also keine eigenen Szenen haben und das sind Seitenfüller, die ich wahrscheinlich nachher weglassen werden.

Ein Nachwort habe ich auch geschrieben und jetzt korrigiere ich mal fertig und entscheide dann, wie ich das mit den cirka zweitausend Worten mache die ich ja noch angeblich schreiben muß.

Ich könnte ja noch ein paar Anhangszenen schreiben, den Beschreibungstext oder den Text fülliger machen, etcetera.

Mal sehen, ich bin gespannt und freu mich über den Erfolg, der ein solcher ist, auch wenn es keiner merkt und es niemanden interessiert.

Ausflug nach Krems und fünfzehnter Nanowrimotag

Kultur Mitte Krems

Kultur Mitte Krems

Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie ich in den Verteiler der Kremser Galerie Mitte gekommen bin, die auch immer wieder literarische Veranstaltungen machen. Die Ruth hat jedenfalls ein paarmal dort gelesen, es gab einmal einen Vortrag über die Mutter von Liszt und einige Ausstellungen. Jedenfalls bekomme ich das Programm und wenn es sich ausgeht und wir in Harland sind, dann fahren wir auch hin.

Derzeit gibt es eine Ausstellung mit Werken des 1950 in St. Pölten geborenen und 2002 verstorbenen Herbert Kirchler, der auch Kunsterzieher im Piaristengymnasium war und in Memorian hat sozusagen sein Freund, der 1956 in Krems geborene Helmut Steiner,  der Musiker war und in der letzten Zeit den Zugang zum Schreiben gefunden hat, sein letztes Buch “Die Monate mit “R” vor, das eine Art Krimi oder Korruptionsskandalgeschichte zu sein scheint.

Jedenfalls geht es um drei ältere Frauen, eine Architektin, eine Friseurin, eine Lehrerin, die in einer idyllischen Nühle leben und jetzt enteignet werden sollen, weil an der Stelle ein Kraftwerk gebaut werden soll.

Franz Kral begrüßte und wies auf die letzte Veranstaltung von “Fünfundzwanzig Jahre Kultur Mitte” hin und verteilte Wein und Blumen an seine Mitarbeiter, so daß mir nicht ganz klarwar, ob das jetzt die letzte Veranstaltung von 2019 oder überhaupt war.

Helmut Steiner, Franz Kral

Helmut Steiner, Franz Kral

Man wird sehen und die Lesung begann mit einer Begrüßung des Autors an seinen Freund, dann gab es Musik und dann die Lesung, die immer wieder von musikalischen Stellen unterbrochen wurde.

Die Ausstellung war zu sehen, Wein und Brötchen gab es auch und was den “Nanowrimo” betrifft, kann ich vermelden, daß ich gestern mit dem Rohkonzept fertiggrworden bin, da hatte ich über vierzigtausend Worte und habe gedacht, da kann ich jetzt nur Nonsense anfügen und was mache ich jetzt?

Dann habe ich mich entschlossen das Ganze einmal durchzukorrigieren und heute morgen, habe ich einen Epilog angefügt. Sibylle Neumayer verläßt ihren Mann. Spielt ihm aber vorher die Aufführung ihres Sohnes vor und den Plan für zwei weitere Szenen, die ich zwischendurch einfügen will, hatte ich auch. Eine davon habe ich schon geschrieben und zwar wird die Claudia eingeführt, wie sie mit ihrem Vater über Gerti Schuster spricht, dann verläßt sie wütend die Villa rennt durch die Stadt und bleibt vor einem Handtaschengeschäft stehen.

Dann soll noch die Szene folgen, wo die Johanna das Stück schreibt und für die diesbezügliche Recherche Kontakt mit der Fatma aufnimmt, die ihren Namen geändert hat und jetzt Saiyan heißen wird. Da muß ich erst die Stelle finden, wo ich sie einfügen werde und, um das herauszubekommen, habe ich mit dem Korrigieren angefangen. Da fallen Worte weg, ich weiß, aber dann wird es mir wahrscheinlich leichter fallen, noch was dazwischen zu schieben, weil ich ja dabei merke, was noch fehlt.

Der Zwischenstand  ist jedenfalls 44 431 Worte, neunzig Seiten und sechsunddreißig Szenen. Blöderweise zeigt meine Statisktikseite 42 911 Worte an, ich weiß auch nicht wieso. Da müßte ich also noch über siebentausend Wort schreiben, was wahrscheinlich fünf oder sechs Szenen sind. Ob mir soviel einfällt? Ich bin gespannt.

Und noch etwas kann ich berichten, ich habe von der Anna zum Geburtstag einen Thalia-Gutschein über hundert Euro bekommen. Da kann ich ja morgen einkaufen gehen und mir überlegen, welche Bücher ich haben will?

Dreißig Jahre Mauerfall

Vom Gegenwartsliteraturworkshop, wo wir heute sowohl ein Gedicht von Gabor Schein analysiert, als auch weiter mit Radka Denemarkovas “Stunden aus Blei”, weitermachten und da die Übersetzung von Raija Hauck mit der von Stephan Teichgräber verglichen haben, ist es ins Cafe Jelinek in die Otto Bauergasse gegangen, da mich Sascha Wittmann dort zu einer “Textmotor-Lesung” zu Fall der Berliner Mauer am 9. 11. 1989 eingeladen hat und der “Textmotor” ist eine Gruppe literarisch Tätiger rund um Luis Stabauer, die sich dort, glaube ich, vier Mal im Jahr treffen und diesmal zum Fall der Berliner Mauer ihre Texte lasen. Paul Auer, der auch moderierte, Doris Fleischmann, die ich, glaube ich, schon in Leipzig hörte, Leopold Hnidek, Claudia Sprintz und Luis Stabauer haben das getan, Sascha Wittmann, die mich eingeladen hat, ist nicht erschienen und Paul Auer fragte jeden der Lesenden zu Beginn, wie er den neunten November 1989 erlebt hat? Ich hatte da meinen sechsunddreißigsten Geburtstag und wenn der neunte ein Donnerstag war, am Freitag mein Fest und da bin ich anschließend mit oder ohne Anna mit dem Frans Postma das Wochenende nach Budapest gefahren und vorher im Sommer waren wir, der Alfred und die Anna in Instanbul, da gab es schon die DDR-Leute, die aus Ungarn nach Österreich kamen und beim Volksstimmefest habe ich das zweite Mal gelesen. Das erste Mal war ein paar Jahre früer mit dem “Arbeitskreis schreibender Frauen”, das zweite Man hat mich Arthur West solo eingeladen, ich habe aus den “Hierarchien” gelesen, Peter Turrini hat mich interessiert gefragt, ob das ein Roman sei?

Die Jelinek hat, glaube ich, noch glesen und die Marie Therese Kerschbauer und Arthur West hat beschwichtigt, daß das, was man über die DDR hört, nicht so arg sei. Das ist mir eingefallen, als Paul Auer gefragt wurde, wie er den Mauerfall erlebte? Die Zusatzfrage war, warst du da schon auf der Welt? Er war und hat sich bei seiner <mutter erkundigt, wie die KPÖ darauf regieren würden, nun Arthur West eher beschwichtigen und ein Witz habe ich glaube ich auf dem näcsten oder übernächsten Volksstimmefest gehört “Da geht ein ganzes Volk für höhere Brotpreise und Erhöhung der Mieten auf die Straße. Nun für die Reisefreiheit hat es das auch getan und darum ging es auch, um dieText der “Textmotor-Autoren”, wo Leopod Hnidek eine Geschichte las, wie er vor dem Mauerfall, die DDR-Grenze mit seinem Wagen öfter passierte, der wurde kontrolliert, zwei Papiersäcke mit Bananen und Nylonstrümpfen wurde von den Grenzern einkassiert, der Rest ist an die Geschäftspartner gegangen und dreißig Jahre später fährt er wieder über Hof nach Leipzig zu der Messe und bringt seinen Freunden, die inzwischen Mindestrentner und von der Altersarmut betroffen sind, wieder ein Säckchen mit.

Luis Stabauers Geschichte handelt von einem Pärchen, das der Ich-Erzähler am Plattensee kennenlernte und das ihm von ihrer geplanten Flucht erzählte.

Doris Fleischmanns Geschichte hieß “Portrait  einer Leipziger  Dame” und die von Paul Auer hatte eher mit Rom als mit dem Mauerfall in Berlin zu tun.

Interessant war es trotzdem die Mauerfallgeschichten von österreichischen Autoren zu hören und dann bin ich ein Stücken weiter in die Schmalzhofgasse zu einer Vernissage der Galerie Lindner gegangen und hatte wieder einen interessanten literarischen Crossover-Tag.

Und ins Cafe Jelinek, das kann ich noch erwähnen, bin ich vor dreißig und mehr Jahren, als ich, glaube ich, noch die Wohnung in der Otto Bauergasse hatte und mit dem Alfred und der Anna in der Gumpendorferstraße wohnte, auch öfter gegangen und habe dort meine Texte, “Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt” und auch die “Hierachien” geschrieben und noch früher, in den späten Siebzigerjahren habe ich, glaube ich, auch mit dem “Arbeitskreis” einmal in genau jenem erhöhten Extrastüberl gelesen.

Von der Buch-Wien zur Buch-Basel

Schaufensterlesung

Schaufensterlesung

Eröffnung

Eröffnung

Die “Buch-Basel”, dort wo der “Schweizer Buchpreis” vergeben wird, den es schon länger als den österreichischen gibt, war eigentlich immer mein Sehnsuchtsort.

“In der Pension fahre ich dann mal hin!”, hat der Lehrer, den ich früher immer in der “Alten Schmiede” traf, zu mir gesagt, als ich davon erzählte und ich dachte, das wäre doch eine gute Art Urlaub zu machen oder das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

In der Scheiz dieses sehr teuere Sehnsuchtsland, bin ich in den letzten zwei Jahren eher zufällig relativ oft gewesen, sind wir doch zu Ruth siebzigsten Geburtstag mit ihr um den Bodensee gefahren, 2018 haben wir einen Schweiz Urlaub gemacht.

Alain Claude Sulzer

Alain Claude Sulzer

Radio X in der Clara

Radio X in der Clara

“Wo willst du hin?”, hat der Alfred mich gefragt.

“Nach Zürich, Genf und Bern!”, habe ich geantwortet und das Basel dabei ganz zufällig ausgelassen. Im Sommer gibt es aber ohnehin keine “Buch-Basel”, die ich eigentlich für eine Schweizer Buchmesse, als Pendant zur Buch-Wien gehalten habe.

Das Jahr 2019 also das große Schweizjahr im Sommer zehn Tage beim Filmfestival in Locarno, Kultur also pur und im November, die “Buch-Basel”, die ja obwohl sie keine Messe, sondern ein Literaturfestival ist, einen entscheidenden Nachteil hat, sie ist zeitgleich mit der “Buch-Wien”, also entweder oder und dann ersetzt sie mir heuer das literarische Geburtstagsmest.

Das mit der Gleichzeitigkeit war dann nicht ganz so arg, denn das Literaturfestival “Buch-Basel” ist kürzer, als die “Buch Wien”, findet erst am Freitagabend mit der Eröffnung und dann an dem anschließenden Wochenende mit dem Höhepunkt am Sonntagvormittag im Theater Basel mit der Preisverleihung.

Das war auch nicht so ganz richtig, ein paar Veranstaltungen waren, genau wie in Locarno schon vor der Eröffnung, die am Freitag stattfand, so war ich bei der Eröffnung der Buch Wien und zwei Tage vorher schon bei der Verkündung des österreichischen Buchpreises und am Donnerstag auf der Messe.

Da bin ich mit dem Alfred in der Früh mit der schwarzen Reisetasche hingefahren. Zu Mittag haben wir uns zum Essen getroffen und da ist ihm eingefallen, daß wir, da die Messe um sieben aus war und der Nachtzug nach Zürich erst um halb zehn vom Hauptbahnhof abfuhr, Zeit haben, die sehr volle schwere Tüte, in der sich ja einige Leseproben und die zwei Bücher, die ich als Bloggerin bekommen habe, in die Krongasse zu tragen und sie nicht nach Basel mitzuschleppen, noch dazu wo ja nicht so ganz klar ist, mit wievielen zusätzlichen Büchern ich zurückkommen werde.

Gegen den Hass

Gegen den Hass

Dana Grigorcea im Gespräch

Dana Grigorcea im Gespräch

Mit dem Nachtzug also, ich bin schon lange nicht mehr mit einem solchen gefahren und eigentlich fahre ich überhaupt sehr selten Zug. Früher war das anders. Da bin ich ja einige Jahre von St Pölten nach Wien gependelt und noch viel früher als Studentin habe ich öfter mal einen Nachtzug genommen, um nach Amsterdam zum Frans, nach Hamburg, Kopenhagen, etcetera zu fahren.

Jetzt also seit langem wieder und ohne Schlaf- oder Liegewagen ist das wahrscheinlich ein wenig schwierig, obwohl ich schlaflose Nächte ja gewohnt bin und sie mir auch nicht so viel machen. Ich erinnere nur an die Zeiten wo es das “Rund um die Burg” in seiner ursprüglichen Form noch gegeben hat.

Ich habe aber nicht viel geschlafen, in dem Abteil, wo außer uns noch ein Paar war, das offenbar nach Feldkirch umgezogen ist, jedenfalls einen Teil seiner Möbel und große Taschen mitschleppte.

Um acht Uhr zwanzig in Zürich angekommen. Da habe ich noch vorher eine Szene meines “Nanowrimos” geschrieben, damit ich doch nicht so aus dem Fluß herauskomme, in den Zug nach Basel umgestiegen, dort gefrühstückt, Cafe latte mit Croissant und dann zum Hotel gegangen. Das man leider um zehn noch nicht beziehen konnte, also nur die Tasche abgestellt.

Das Volkshaus, wo ein Teil des Festivals stattfindet, befindet sich in der Nähe. Wir haben aber nur kurz hineingeschaut, da das Programm erst am Abend, beziehungsweise Nachmittag begann, in die Stadt gegangen, die sehr schön ist mit sehr schönen alten Häusern, direkt am Rhein in einer Pizzeria mit Blick am See Mittag gegessen und in zwei Buchhandlungen sind wir auch gegangen.

Zuerst zu “Orell Füssli”, dort habe ich, während ich auf den Alfred gewartet habe, das “Buch- Wien-Programm”, das ich noch in der Tasche hatte, durchgeblättert, um zu sehen, was ich versäume und mir dann schon parallel dazu das Programmheft der Buch Basel vorgenommen.

Club der ungelesenen Bücher

Club der ungelesenen Bücher

Bücherschrank am Wettsteinplatz

Bücherschrank am Wettsteinplatz

Die zweite Buchhandlung war die Partnerin des Festivals, also die, die am Abend die Bücher dort verkaufte und in der Buchhandlung lagen die Schweizer Buchpreisbücher und die Programme auf. Tickets konnten auch gekauft werden, aber ich holte mir den Festival um cicra vier beim Festival ab. Vorher habe ich ein bißchen korrigiert und geschlafen und dann wollten wir uns eigentlich die Ergebnisse anschauen, die Gianna Molinari, ich glaube die Vorjahrs-Schweizer-Buchpreisgewinnerin, zumindest war sie nominiert, mit einer Schreibwerkstatt geschaffen hat. Die haben wir dann aber nicht gefunden. So ging es zu einer Schaufensterlesung, wo und das finde ich originell, als kleiner Teaser für das Festival fünf Autoren, ich glaube hauptsächlich Debutanten, zehn Minuten aus ihrem Werk gelesen haben, das sie dann in den nächsten Tagen noch genauer vorstellten.

Ein paar Stühle waren vorsorglich mit Decken versehen auf der Straße vor dem Kaufhaus aufgestellt. Die Autoren saßen im Schausfenster und die erste war Guila Becker mit “Das Leben ist eines der härtsten” ein Buch das ich gelesen habe, mir aber nicht so gefallen hat. Kristin Höller, Yael Inokai und  Guy  Krneta folgten. Die Letzte wäre, höre und staune Angela Lehner gewesen, was natürlich die Frage aufwirft, wozu fahre ich nach Basel, wenn ich da die Leute treffem, die ich vorher schon auf der “Buch-Wien” gesehen habe?  Aber natürlich, die “Buch -Basel” ist ein internationales Literaturfestival, während ich ja eigentlich um mein Schweizer Literaturwissen zu vertiefen hergefahren bin, hatte auch drei der Schweizer Nominierten in der Tasche, weil ich den ja ” Schweizer Buchpreis” lese und ein paar andere Schweizer Bücher warten auch auf mich.

Sibylle Berg

Sibylle Berg

Jazzchor und Franz Hohler

Jazzchor und Franz Hohler

Je zehn Minuten hätten die Jungautoren lesen sollen, nach der dritten war es aber schon dreiviertel sechs und um halb wurde das Volkshaus geöffnet, so sind wir vorsorglich gegangen, was sehr gut war, weil wir da schon nur weit hinten Plätze bekamen.

Katrin Eckert, die Festivalintentanten eröffnete und gab bekannt, daß leider leider die Festvalrednerin Olga Tocartczuk wegen dem “Nobelpreis-Trubel” abgesagt hat und statt ihr Carolin Emcke die Eröffnungrede halten würde, was klar ist, denn als Herta Müller, die auch auftreten soll, den “NP” bekommen hat, hötte sie auch bei der “Literatur im Herbst” auftreten sollen und ist nicht gekommen.

Vorher gab es aber noch ein paar weiter Teasers als Vorgeschmack auf das Programm, was ich sehr spannend finde, ein Schwerpunkt des Festivals ist das Thema “Zukunft jetzt” dazu stellte Carolin Emke die “Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels von 2016” ohnehin ihr neues Buch vor, es gibt aber auch eine junge wilde Schiene, die Kostproben gab und eine musikalische Untermauerung vonYves Neuhaus gab es auch.

Dann gab es  den Apero wie das in der Schweiz so heißt und ich ließ mir von Alfred zum Geburtstag Eugen Ruges “Metropol” kaufen, ein Buch auf das ich schon lage scharf bin und nachher hatten wir uns zu entscheiden, ob wir zu Caroline Emcke oder Thomas Hürlimann wollten, eine Wahl die mir schwer fiel, weil mich ja beides interessierte, aber Caroline Emckes Buch zur “Me to Debatte “Ja heißt ja und..” war sicher interessant und wir haben die Diskussion mit Thomas Strässle auch sehr genossen.

Am Samstag hatte man dann die Qual der Wahl, denn mehrere Veranstaltungen gleichzeitig und so konnte man sich zwischen Lesungen der fünf Buchpreisnominierten, was ich eigentlich tun wollte und vielen anderen kleineren oder größeren Schwerpunkt- und anderer Events entscheiden.

Eric Facon, Dror Mishani

Eric Facon, Dror Mishani

Herta Müller im Gespräch

Herta Müller im Gespräch

Leider stimmte das Programm nicht immer und so wurde schon die erste Schweizer Buchpreislesung Alain Claude Sulzers “Unhaltbare Zustände” in einen der oberen Säle verlegt und das Buch, das ich mir auch in die Schweiz mitgenommen habe, ist sehr interessant. Es berichtet von den Veränderungen, die einen Schaufensterdekorateur 1968 passieren und dann hätte Ivna  Zic lesen sollen, deren Buch ich bereits besprochen habe. Deshalb haben wir uns entschlossen essen zu gehen, in ein “Klara” genanntes Lokal, in dem es nicht nur sechs Foodstationen, sondern auch das Radio Programm der “Buch-Basel” gab. Also wieder etwas Neues gesehen.  Dann kam Sybille Berg mit ihrer Lesung dran, die ich schon in Wien hörte und dann hätte eigentlich Tabea Stein im Festsaal folgen sollen. Es wurde aber über über Bastian Berbners Buch “Gegen den Hass” diskutiert, in dem er Beispiele von Leuten beschreibt, die dadurch, daß sie Flüchtlinge persönlich kennenlernten, ihre Vorurteile überwunden haben.

Dann war die Wahl zwischen Simone Lippert, deren Buch ich gerade begonnen habe und Dana Grigorcea mit der ich ja einmal im Schiff von Bratislava nach Wien gefahren bin, die hätte eigentlich Hana Abbas vorstellen sollen.

Es war  aber das Gespräch über das Buch von Asije Mujgan Güvenli einer schweizer-türkischen Autorin, die in der Türkei einige Jahre im Gefängnis gesessen ist und jetzt ein Buch auf türkisch darüber geschrieben hat, in dem sie versuchte, die positiven Seiten dieser Zeit darzustellen. So haben sich die inhaftierten Frauen mit Musik beschäftigt, Lieder gesungen oder einander Filme erzählt und interessant dabei war auch, daß ich im Publikum Elisabeth Wandeler-Deck gesehen habe, die ich ja von der “Alten Schmiede” kenne.

Danach war eine kleine Pause, den wir für einen Gang zu einem offenen Bücherschrank nützen, um auch diesbezüglich etwas zu tun und da habe ich mir und das ist auch sehr interessant, drei Schweizer Bücher herausgesucht, nämlich Thomas Hürlimanns “Fräulein Stark”, der auch beim Festival gelesen hat, dann Hansjörg Schneider “Das Paar im Kahn” und Alex Capus “Leon und Louise” von dem ich allerdings nicht sicher bin, ob ich es nicht schon habe und der Alfred hat mir noch Franz Hohlers “Päckchen” gekauft, so daß ich meine Schweizer Bibliothek wieder etwas aufgefüllt habe, dann gings zu einer interessanten Veranstaltung zu einem interessanten Ort, nämlich zu einer Velo-Werkstatt die sich “Obst&Gemüse” nennt und dort wurde der “Club der ungelesenen Bücher” vorgestellt. Vorher hat es eine andere Veranstaltung gegeben, wo auch eine Bekannte nämlich Eva Schörkhuber, die ich vom Volksstimmefest kenne, gelesen hat und bei dieser Veranstaltung wurde zuerst ein Buch von Gion Mathias Cavelty vorgestellt, das “Endlich Nichtleser” heißt, in dem er sich sehr gegen das Lesen ausspricht.

lick auf Basel

Blick auf Basel

Dann wurden drei Experten, nämlich Thomas Strässle, der ja im Schweizer Literaturclub auftritt, eine Bloggerin namens Anette König und Stephan Bader vom “Literarischen Monat” zu ihrem Leseverhalten befragt und dann sollten sie ein Buch, nämlich der des 1989 geborenen Juan S Guse, der argentinischer Abstammung ist “Miami Punk”, das sie nicht gelesen haben, besprechen und dann wurden sie noch danach gefragt, welches Buch sie nicht gelesen haben?

Interessant, interessant und sehr erfrischend einmal ein anderer Einblick in das Literaturgeschehen, wo man ja immer hört, daß man lesen und lesen soll, die Leute es dann aber doch nicht so tun.

Am Sonntag ist es  zur Veleihung des “Schweizer Buchpreises”  ins Theater Basel gegangen, im Gegensatz zum “Österreichischen Buchpreis” und wahrscheinlich auch zum deutschen war die Veranstaltung kostenlos und öffentlich zuggängig und ansonsten ähnlich zu den beiden anderen gestaltet. Beim “Schweizer Buchpreis”, der seit 2008 existiert, gibt es nur eine Shortliste und die bestand bekanntlich heuer aus Sibylle Berg, Simone Lappert, Tabea Steiner, Alain Claude Sulzer und Ivna Zic und die fünf Nominierten wurden und das ist vielleicht ein Unterschied zu Österreich jeweils von einem Jury-Mitglied vorgestellt. Filmchen gab es keines, dafür eine Lesung des Buchanfangs und sehr angenehm habe ich empfunden, daß jedes Mitglied seinem Autor zur Nominierung gratulierte.

Dann wurde es spannend, obwohl Alfred schon seit einigen Tagen Sybille Berg den Gewinn voraussagte. Ich hätte noch Simone Lappert und Alain Claude Sulzer zusätzliche Chancen zugeschrieben und den beiden anderen eher nicht.

Aber wenn man die Vorjahrslisten anschaut, haben da öfter auch Debutanten gewonnen und das war es auch, was der Jurysprecher Manfred Papst betonte, daß es um das Buch und nicht um das Gesamtwerk geht, aber trotzdem Sybille Berg war die Gewinnerin, die überrascht tat oder es vielleicht auch war nachher gab es den Apero, also Wein und Sekt und kleine Häppchen. Ich ließ mir das Buch von Simon Lappert signieren, das ich gerade lese und es  in der Tasche hatte und erlebte eine Überraschun, als ich eine Stammbesucherin der “Alten Schmiede”, die auch einen Wohnsitz in Basel hat, traf. Mit ihr haben wir uns am Nachmittag im Volkshaus verabredet, denn da gab es noch einige Veranstaltung.

Zuerst wurde der Schweizer Schriftsteller Franz Hohler, von dem ich mir ja ein Buch kaufen ließ, verjazzt. Das heißt, der Jazzchor Basel sang zu seinen Texten. Dann wurde ein Krimi aber auch Liebesbuch  von Dror Mishani, einem israelischen Autors, namens “Drei” vorgestellt und am Schluß kam Herta Müller, die “Nobelpreisträgerin” von 2009 und erzählte von den Erfahrungen die sie in der rumänischen Diktatur machte, wie sie einen prägt und zeigte anschließend ihre Collagen, die ihr Freiheit gaben. Sie sprach da von einem “Wortbesitz” den es  in Rumänien nicht gab und ich dachte, daß es interessant wäre Sibylle Berg und Herta Müller über die derzeitigen Zustand in Deutschland, es gibt ja Leute die behaupten, man lebt dort schon in einer Diktatur und könne nicht mehr seine Meinung sagen, zu einer Diskussion zusammenzubringen.

Das war dann die “Buch-Basel”, neue Bücher, überraschende Begegnungen, spannende Einsichten, obwohl ich sicher viel und vor allem auch einen großen Teil der “Buch -Wien” versäumte, die inzwischen schon zu Ende gegangen ist.

Buch-Wien 2019

Von einem verkürzten Gegenwartsliteraturworkshop, wir haben uns Dirk Stermanns Roman “Der Hammer” über  Joseph von Hammer-Purgstall durchgenommen, der sehr märchenhaft beginnt. So war das erste Motiv, die Geburt des kleinen Joseph oder die Mutter liegt in den Wehen und die Wehenmutter, wie früher die Hebammen hießen, lief an lauter Leuten vorbei, deren Berufe sehr seltsame Namen, wie Gubernialrat oder Gelbgießer hatten, denn Joseph von Hammer-Purgstall wurde 1774 in Graz geboren. Ein Buch, das bisher vollkommen an mir vorbei gegangen und von dem ich mich auch wunderte, daß es Stephan Teichgräber für die Dokumentationsstelle angeschafft hatte, ist es am Mittwoch zur “Buch-Wien” gegangen, wo die Eröffnung um sechs Uhr stattfand und diesmal in die lange Nacht der Bücher integriert war.

Es gibt überhaupt einige Neuerungen auf der heurigen Buch-Wien, so findet sie eine Stunde länger von neun bis neunzehn Uhr ab Donnerstag statt und es gibt ein Abendticket, um fünf Euro, man kann sich akkreditieren und es gibt ein eigenes Bloggergprogramm. Bisher hatte ich ja den Eindruck, daß ich die einzige Bloggerin bin, die sich für die Buch-Wien interessiert. Diesmal gibt es am Samstag ein Bloggertreffen, aber da bin ich dann nicht mehr dort.

Eine weitere Neuerung, die  aber, glaube ich, schon im vorigen Jahr begonnen hat, ist, daß die erste Hälfte der Sitzreihen reserviert war und mir zum Glück die Ruth einen Platz besetzt hat, sonst hätte ich wahscheinlich keinen bekommen, weil schon alles voll war,  als ich um drei viertel sechs gekommen ist.

Benedikt Föger, der sich am Dienstag krankheitsbedingt beim “Perutz-Preis” vertreten ließ, war wieder fit und hielt die Einleitungsrede, wo er versprach, daß der Buchhandel auf die Herausforderungen, die die Klimakrise stellt, reagieren wird.

Dann kam die Kulturstadträtin der Stadt Wien  und erzählte, daß sie gern und immer ab Mitternacht lesen würde und Alexander van der Bellen outete sich als “Lady Chatterley” und Agatha Christie-Leser und allesamt beklagten, daß es nicht sein könne, daß die Jugend ohne Lesekompetenz die Schulen verlassen würden, weil sie sich dann nicht auf das Abenteuer lesen einlassen können.

Die richtige Erföffnungsrede hielt Armin Thurnher und er ging auf die Peter Handke Debatte ein und verband sie mit der Krise in der Kommunikation, der er neben der Klimakrise sah und es auch sehr wichtig ist, wie das Rechts und das Links miteinander umgehen würde.

Dann wurde Florian Scheuba als der Moderator des Abends angekündigt und die lange Nacht begann mit einem Konzert.

Der Wein und die Brezln wurden nicht dort, wo es sonst üblich war, ausgegeben, sondern ein Stückchen weiter hinten, mit einem Schild, daß der Zutritt nur mit Einladung gestatt ist. Ich habe mich mit einer Buchhändlerin sehr gut unterhalten und auch das Ehepaar gesehen mit dem ich mich bei der “Buchpreisverleihung” unterhalten habe. Die habe ich dann auf ihren Stand der “Edition Winkler Hermaden besucht, mit Ulrike Winkler Hermaden, die auch Autorin ist Bücher getauscht und habe mir auch von Christa Stippinger wieder die neuen “Exilpreis-Bücher” geben lassen, die Preistexte und ein neues Buch von Anna Mwangi, von der ich ja schon die “Kinder des Genossen Rakosi” gelesen haben.

Auf der ORf Bühne, die auch anders aussar, hätte Michael Köhlmeier  seine Märchen vorstellen sollen, als ich aber hingekommen bin, ist Clemens J. Setz darauf gesessen und hat erzählt, wie es für ihm war, daß Norbert Gstrein am Montag der Preisträger, aber gar nicht anwesen war.

Er hat dann auch erzählt, daß er einmal im Zug gefahren ist und gesehen hat, daß die Leute das Buch von Vea Kaiser lasen, die nach ihm dran gekommen ist und das selber über Clemens J. Setz behauptete. Bei ihr bin ich aber nicht sehr lang geblieben, da es heuer wieder eine “Donau-Lounge” gab, die um neun eröffnet wurde.

Da gibt es diesmal richtige Sitzreihen und nicht die Hocker die bisher herumstanden. es gab auch Wein aus Kroatien und der anderen Donauländer, beziehungsweise Krimseckt, der ukrainische Botschafter hielt eine Rede und zwei Damen von der Kulturförderung wurde interviewt. Dann gab es ein kleines Qizz und auf der ORF Bühne, wo gerade Veit Heinichen etwas über sein neues Buch beziehungsweise, die politische Situation erzählte, habe ich erfahren, daß auch Tobias Moretti ausgefallen ist, aber Dirk Stermann gekommen und hat noch mehr und eigentlich sehr genau über seinen historischen Roman erzählt.

Sonst hat es wieder einen Poetry Slam mit Markus Köhle und Mieze Medusa, den man weit hören können und einige Ausstellungseröffnungen gegeben.

Am Donnerstag ist es dann mit Monika Salzer von den “Omas gegen Rechts” weitergegangen und ich habe eigentlich den ganzen Vormittag auf der “Standard-Bühne” verbracht. Das heißt vorher bin ich zu den Ständen gegangen, die für die Blogger Rezensionsexemplare hatten und habe mir einen Krimi und ein Buch über Hedy Lamar abgeholt.

Aber dann wurde es auf der “Standard-Bühne” interessant. Es gab zwar ein Schülerprogramm, aber das hatte es in sich , denn zwei Übersetzerinnen erklärten, den Schülern, wie das funktioniert und übersetzen mit ihnen gemeinsam ein paar Sätze aus einem Buch eines amerikanischen Autors, das demnächst erscheinen wird.

Zu Mittag habe ich mich mit dem Alfred getroffen und bin mit ihm essen gegangen. Currygarnelen mit Mango und Avacado und dann eine Nutellacreme. War sehr lecker und weil es in dem Retaurant schnell ging, bin ich noch zu  der Präsentation des neuen Buchs von Cornelius Hell zurechtgekommen. Dann wurde auf der “Standard-Bühne” der “Schweizer Buchpreis” präsentiert, den Schweizer-Stand, den es früher gegeben hat, gab es nicht mehr, nur einen Gemeinschaftsstand, wo auch die Schweizer Schokolade verteilt wurde und von den fünf Nominierten waren Sibylle Berg und Tabea Steiner anwesend. Ivana Zic, deren Buch ich gerade lese, war auch angekündigt, ist aber auch krankheitshalber ausgefallen und dann ging es auf die ORF-Bühne, wo die österreichischen “Buchpreigewinner” präsentiert werden sollten, aber Norbert Gstrein war noch immer krank, so daß Angela Leiner sehr viel von ihrem Buch erzählte.

Dann kam Alfred Komarek der ein Buch namens “Alfred” geschrieben hat, wo es Hexen und Engel gibt, es aber sonst um den “Alfred” zu gehen scheint, der schon vor Jahren in Ö3 eine regelmäßige Sendung hatte.

Das Kulturjournal, das es in Ö1 gibt, wurde auch auf der ORF-Bühne gesendet und da ging es auch übers Übersetzen. Erich Hackl, der nebenberuflich aus dem Spanischen übersetzt, war auf der Bühne. Clemens J. Setz der das aus dem Englischen tut und dann noch eine Dame, die schwedische Bücher überträgt und anschließnd ging es zum Hauptverband-Stand wo es eine Nachlese des Tschechischien Auftritts in Leipzig und ein diesbezpgliches come together gab. Was ja sehr gut passte, da ich ja leider wegen meinen Sturz die Leipziger Buchmesse versäumen mußte.

So habe ich das ein bißchen nachgeholt, zuerst Schokolade und später sehr gute Schinkenbrötchen gegessen, dazu Wein getrunken und mich dann um sieben mit dem Alfred vor dem Eingang getroffen, der darauf gekommen isst, daß wir noch genug Zeit hatten und außerdem in die Krongasse müßten, um Wäsche aufzuhängen, die er vergessen hat. So haben wir die Tasche, die wir in der Früh zur WU schleppten, wieder zurückgeschleppt und sind dann zum Hauptbahnhof gefahren, um auf den Zug nach Zürich zu warten und dann nach Basel umzusteigen. Die” Buch-Wien” ist hiermit für mich vorbei, die “Buch-Basel” wird am Freitag mit der Eröffnung um secvhs beginnen. Ich bin gespannt.