PEN-Sommerfest und Neues vom Schreiben

Als ich anläßlich des achtzigsten Geburtstages von Peter Paul Wiplinger im Pressecub-Concoida war, hat mich Helmut Niederle zum Sommerfest in den Hof des Hauses in der Bankgasse Nur acht, eingeladen.

“Kommen Sie, das wird sicher schön!” hat er gesagt!” und da ich ja sehr neugierig bin und auch sehr begierig bezüglich meines Blogs, das vielseitige Literaturleben zu erfassen, bin ich heute hingegangen.

Vorher hatte ich nur um fünf und um sechs eine Stunde und daher Zeit für einen allseitigen literarischen Tag. Da habe ich mir im Sommer ja einiges vorgenommen und wollte mich auch von meinen literarischen Figuren, wie die Fritzi Jelinek, die Lisbeth Hahnenpicher und den Theo Hardenberg begleiten lassen, das ist aber Mangels des tatsäclichen Feedback nicht so leicht, das wirklich in die Praxis umzusetzen, obwohl ich schon ein diesbezügliches Notizbuch habe.

Die literarischen Anforderungen kamen aber ohnehin, hat doch Alfred, die “Magdalena” fertig korrigert, ich habe sie durchgesehen, keinen Fehler mehr gefunden.

Kunststück habe ich das letzte halbe Jahr sehr lange und auch sehr laut daran korrigiert, das heißt mir das Ganze immer und immer wieder vorgelesen.

Jetzt bräuchten wir noch das Cover, damit es in die Druckerei gehen kann und als ich am Morgen im Garten, das Unkraut ausrupfte, hat mich der Alfred zu sich gefrufen und gemeint, er müsse mir etwas zeigen.

Denn auf der Facebookseite des “Globusverlages” war ein Bild von mir in dem schicken schwarzen Leiberl mit der Aufschrift “Es ist wieder Donnerstag”, denn Christoph Kepplinger hat heuer etwas Besonderes vor, die Autoren des “Linken Wortes des Volksstimmefestes” vorzustellen. Jeden Tag kommt ein anderer, eine andere und weil er aktuelles Bild vor mir haben wollte, habe ich mich dafür entschieden.

Also ganz schön literarisch, um so mehr da ja noch der Eindruck von der gestrigen Lesung, die eine sehr gute und auch gut besucht war, in mir wach ist.

Trotzdem habe ich dann bis zum Nachmittag gebraucht, bis ich mich an die Korrekturen des “Literaturgeflüsterbuches  Nummer zwei” machen konnte, was ja, wie ich ahnte, ein wenig schwierig werden könnte, weil zweihundertsechzig Rohseiten und wo setze ich jetzt die Aprostrophe und wo nicht, damit schließlich alles stimmt, trotzdem trage ich mich mit der Idee, daß ich, falls ich bis November nicht mit damit fertig bin, mich bei der Arbeit unterbreche und mich im Rahmen meines siebenten “Nanowrimos” meinem “Fräulein No”, dem Ulricht Blumenbach und der Gerti Schuster widmen werde.

Allerding werden wir dann bald zur “Buch Basel” fahren, denn da habe ich schon angefragt, die Karten und der Festivalpaß werden reserviert, die Bahntickets und das Hotelzimmer ist schon bestellt.

Also nur ganz langsam mit meinem Schreibbuch weitergekommen. Die Farbe meines Druckers ist auch schon fast leer, die in Harland ebenso, aber das Buch, beziehungsweise die Schreibartikel, die im “Literaturgeflüster” so nach und nach entstanden sind, gefallen mir eigentlich sehr gut und ich denke, da ist schon was zusammengekommen, auch wenn das niemand merken will.

Um dreiviertel sieben, nach meiner sechs Uhr Stunde, bin ich  in Richtung Bankgasse aufgebrochen und habe dort im Hof dann gleich Helmut Niederle, Peter Paul Wipplinger und andere getroffen, die dort schwatzend bei einem Gläschen und beim Buffet herumstanden.

Trotzdem gab es auch einen Veranstaltungsraum mit Lesungen und dort moderierte, glaube ich,  Helmuth Niederles Frau und es gab eine Reihe von Kurzlesungen, ein Buch wurde, glaube ich, auch vorgestellt.

Da die autoren nur mit ihrem Vornamen vorgestellt wurden und ich ja kein Pen-Mitglied bin, habe ich mir entsprechend schwer getan, aber Anna Mwangi zuorden können, deren “Kinder des Genossen Rakosi” ich ja gelesen habe.Jetzt hat sie eine Geschichte von einem Vater, der unbedingt wollte, daß sein Sohn die Matura machen und dann ingenieur werden sollte, obwohl der das gar nicht wollte, gelesen.

Dann kam Ishraga Mustafa, die, ich, glaube ich, schon vom “Milena Verlag” und der Vernissage die Doris Kloimstein in St. Pölten einmal veranstaltete, kannte.

Helga Neumayr hat einen interessanten Text gelesen, in dem sie ihr Aufwachsen mit der Vielsprachigkeit thematisierte und auch viele andere, deren Namen ich nicht kannte.

Gespräche gab es auch , mit einem Studienkollegen vom Alfred, einem niederösterreischen Kulturbeamten, den ich immer wieder bei Veranstaltungen sehe, Helmut H. Niederle hat mir ein Glas ausgewaschen, so daß ich Rotwein trinken konnte. Der Kuchen war schon ziemlich aus, aber Soletti und Knabberstanden hat es noch gegeben.

Sonja Henisch und Alexander Peer, dessen Lesung im Cafe Prückl ich gestern wegen meiner Lesung versäumte, habe ich gesehen und der Franz hat sich, glaube ich, mit Dietmar Grieser lange unterhalten, aber den habe ich nicht erkannt.

Nestroy im Weinhaus Sittl

Da der Alfred heute wieder eine Betriebsratsitzung hatte, sind wir wieder zu der Sommerlesereihe ins Weinhaus Sittl gegangen, um ums vom ersten Wiener Lesetheater eine Nestroy-Aufführung geben zu lassen.

Irgendwie passen die Wientage mit den Sommerlesereihen ja ganz gut zusammen, am Montag Weinhaus Sittl, aber da sollte ich eigentlich in Harland sein, am Dienstag im Juli Cafe Prückl und am Donnerstag die O- Töne, da bleiben für den Mittwoch nur der Rathausplatz oder das Filmfestival am Karlsplatz über, sofern es eines gibt.

Und Nestroy mag ich eigentlich sehr, obwohl ich ja keine große Theatergeherin bin, habe ich als Schülerin und Studentin, glaube ich, recht viele seiner Stücke gesehen und wir waren auch vor zwei Jahren mit der Ute und dem Andreas bei den Nestroy-Spielen in Schwechat. Da hat Ottwald John einen Hausherrn gespielt, jetzt hat er bei der von Christa Kern kuratierten Veranstaltung der “Beiden Nachtwandler oder das Notwendige und das Überflüßige”, auch einen bankrotten Vater gespielt, der seine beiden Töchter gegen Geld verkuppeln will.

Ein eher selten gespieltes Stück, ich weiß nicht, ob ich es schon einmal gesehen oder gelesen habe. Der Titel ist aber sehr bekannt und war eigentlich das Motto das die Schülerin oder Studentin aus ihrer philosophischen Phase ins Leben mitgenommen hat, auch wenn sich das inzwischen vielleicht ein bißchen verwischt hat und ein berühmtes Zitat habe ich auch daraus erkannt, daß ich gerne öfter mal zitiere “Ich denke von allen Menschen das Schlechteste, selbst und mir und ich habe mich noch selten getäuscht!”

Sonst war mir die Handlung von dem Nachtwandler, der durch sein Auftauchen einen reichen Herrn vor einem Einbrecher rettet, der ihn daraufhin glücklich machen will, was aber nicht gelingt, weil die Ansprüche mit den Gelegenheiten steigen, ziemlich unbekannt und Nestroy, ja Nestroy ist sehr moralisch und es ist eigentlich ein starkes Stück, das viel über die Menschheit aussagt, daß der Seiler, glaube ich, Sebastian hieß, war dann ein Gag, der eigentlich gar nicht so hineinpasste, die Leute aber zum Lachen brachte, mich aber ein bißchen störte, habe ich es doch bekanntlich nicht so sehr mit der Ironie, es war aber gut, wenn ich schon nicht in Harland Radfahren konnte, mir wieder einmal einen Nestroy zu geben oder in Erinnerung zu rufen, da ich da ich ja außer im Sommer oder zu den “Frauen lesen Frauen-Aufführungen”, nicht so oft zu Lesetheateraufführungen gehe.

Außer Christa Kern und Ottwald John haben noch Manuel Gierisch,Renate Woltron und Thomas Macek , die ich von den Poet-Nächten kenne mitgelesen, während mir die anderen Darsteller eher unbekannt waren und der schöne Bidermayergastgarten des Weinhaus Sittl war des schönen Wetters wegen auch sehr voll und der Hof ist auch so stilecht, daß man sich vorstellen könnte, daß Johann Nestroy auch hier gespielt haben könnte.

Schräges von der O-Töne-Eröffnung

Lukas Lauermann

Lukas Lauermann

Barbara Zeman

Barbara Zeman

Am Donnerstag hat im MQ wieder das Lesefest begonnen, das jetzt von Klaus  Kastberger zusammengestellt wird, der jetzt auch für die Debuts verantwortlich ist.

Bei der Eröffnung gibt es immer ein Musikprogramm und war im Folder als die “Schräger Singer/Songwriterin Alicia Edelweiß mit dem wohl vielfältigsten Cellisten Lukas Lauermann” angekündet.

Sie hatten auch eine Geigerin dabei und dann folgten zwei Autoren, die man wohl auch als schräng bezeichnen kann. Nämlich das Debut “Immerjahn” von Barbara Zemann, die ich schon im Literaturhaus hörte und da hat die 1981 in Eisenstadt geborene Autorin wieder sehr genau und sehr lang ihren wohl etwas ungewöhnlichen Künstlerroman vorgestellt, der wahrscheinlich an das Debut von vor zwei Jahren von Irene Diwiak erinnern könnte, so daß ich gespannt bin, ob ich das Buch auf der Debutschiene des östBps finden werde, auf der Bloggerdebutlonglist steht es, glaube ich, schon.

Barbara Zemann erzählte wahrscheinlich mehr, als sie gelesen hat und Daniela Strigl sprach in ihrer Einleitung auch davon, daß des Sujet des Debuts, nämlich ein Tag eines reichen Mannes, der seine Villa in ein Museum verwandelt will, dabei aber seine Sekretärin entlassen hat, etwas ungewöhnlich ist, weil die meisten anderen Debutanten eher von ihrer engen und bedrückenden Kindheit schreiben.

Dann folgte ebenfalls ein außergewöhnliches Literaturtalent, nämlich der neue Erzählband “Der Trost runder Dinge” des 1982 in Graz geborenen Clemens J. Setz, der neuerdings Hüte zu tragen scheint und dessen literarischen Aufstieg ich eigentlich sehr genau verfolgt habe.

Habe ich doch sein Debut “Söhne und Planeten” bei einem St. Pöltner Flohmarkt gekauft und, ich glaube, 2009 gelesen. Dann hat er bald den Bremer Literaturpreis bekommen,  dicke Romane wie die “Frequenzen” noch bei “Residenz” erschienen, geschrieben. “Indigo” ist, glaube ich, auch sehr dick.

Mit den Erzählungen “Die Liebe zur Zeit des Mahlstädterkindes” hat er den “Leipziger Belletriktik-Preis” gewonnen und da hat mich der Wechsel in die Skurrilität schon etwas gewundert. Bei dem neuen Erzählband scheint das nicht anders zu sein, wie Daniela Strigl im Interview erwähnte, obwohl die Geschichte, die er glesen hatte, einen eigentlich realen Hintergrund hatte.

Der dickste Roman war dann wohl “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre” was 2015 auf der Long- und vielleicht auch auf der Shortlist des dBp stand und mir sehr gefallen hat.

Gedichtbände gibt es  auch und auch Twittergedichte, von denen Clemens J. Setz noch eine Zugabe gab und der Haupthof des MQ war wieder sehr voll, Ljuba Arnautovic, Alice Harmer, Sarah Wipauer, die glaube ich mit Clemens J. Setz befreundet ist, habe ich gesehen, aber auch meine Hauptschulkollegin Christa U, Margit Heumann und noch viele mehr.

Wieder Dreiminutenspiele

Eigentlich hätte ich den Sommerfrischenmontag in Harland verbringen  und da beispielsweise zur Ochsenburg hinaufsteigen wollen, da aber der Alfred eine BetriebsratsFraktionssitzung hatte, sind wir schon nach dem Mittagessen im Gasthaus Gwercher nach Wien gefahren und ich bin wieder einmal zur Sommerlesereihe des Lesetheaters ins Weinhaus Sittl gegangen, die ja den ganzen Sommer am Montag dort Programm machen und wenn ich in Wien bin, gehe ich auch hin, obwohl das Programm nicht so ganz meinem Geschmack entspricht, ich Theaterstücke eigentlich nicht so mag und ich einiges schon in den Vorjahren gehört habe, so, glaube ich, auch die “Dreiminutenspiele” veranstaltet von Hahnrei Wolf Käfer, aber diesmal gab es ein anderes Programm, das sich viel um Liebe und Verführung handelte, was von Hahnrei Wolf Käfer gekonnt moderiert wurde.

So gab es wieder das Stück von Peter Turrini, wo sich die Buben Tannenhzapfen in die Badehose steckten, um den Mädchen zu imponieren. Es gab auch ein Stück von Renate Woltron, das ich auch schon gehört habe, wo ein Mann von seiner Frau einen Gutschein für eine Kosmetikbehandlung geschenkt bekommt und er ihn ihr dann wieder zurückschenkt.

Es gab ein schönes Stück von Thomas Sautner “Wir rauchen nicht, wir trinken nicht, wir sind brav und angepasst” und wieder zwei Stücke von Dietmar Füssel, Dramulette von Antonio Fian und und und……

Gerhard Ruiss hat auf der Gitarre dazu gespielt und gesungen, aber auch mitgelesen und es war wieder ein interessanter Abend mit einer interessanten Stimmung und ebensolchen Gesprächen mit beispielsweise Ottwald John, der uns gleich für nächste Woche zu dem Nestroystück “Die beiden Nachtwandler oder das Notwendige und das Überflüssige”, wo er mitlesen wird, eingeladen hat und da der Alfred da wieder Betriebsratsitzung hat, werden wir wohl auch hingehen.

Literatur und Geschichte

“Ferne Spiegel – Literatur und Geschichte”, lautet das Motto der heurigen “Podium-Sommerlesereihe”, die erstmals von Birgit Schwaner gestaltet wird. Gegründet wurde die Reihe von Claudia Erdheim und wurde bis letztes Jahr von Christa Nebenführ organisiert.

Die Auftaktveranstaltung findet immer in der “Alten Schmiede” statt, die dann im Juli jeweils Dienstag und Donnerstag im Cafe Prückl forgesetzt werden.

Zu deen Auftaktveranstaltungen bin ich eigentlich immer gegangen, ins Cafe Prückl, da ich ja sehr sparsam bin, erst seit einigen Jahren und lesen würde ich auch gerne einmal wollen, aber Christa Nebenführ haben meine Texte ja nicht gefallen, bei Birigt Schwaner, die immer sehr freundlich ist und die einmal auch ein Buch von mir kaufte, habe ich zum Thema passend den Link zum “Schutzengelchen” hingeschickt, das ja auch im ersten Weltkrieg spielt, dann hat es, leider, leider offenbar doch nicht so gepasst, obwohl, die heutigen Lesungen sehr abwechslungsreich waren und einer sich auch mit dem Frauenwahlrecht beschäftigt hat und Cornelia Travnicek,die ihn geschrieben hat, war wohl auch so angzogen, wie die Urgroßmutter, die mit einem Flugzeug nach Donetz reiste, aber gut, macht ja nichts oder ich kann es nicht verändern und ich bin wegen meiner sechs Uhr Stunde auch wieder ein bißchen zu spät gekommen oder gerade richtig zum Interview, das Birigt Schwaner mit Nils Jensen zur Geschichte des Podiums führte.

ich habe da auch eine, denn Alois Vogel, einer der Urväter des Literaturkreises, hat ja einmal meinen Slavica Text genommen und ich hatte auch noch später ein paar Texte in der Literaturzeitschrift, in der quadratischen, bei dem zweihundert Seiten Buch hat es dann nicht mehr geklappt und Nils Jensen erwähnte gerade den Namen Wilhelm Szabo, als ich meinen Platz in der zweiten Reihe erreichte.

Dan  kam Claudia Erdheim, die Sommerlesenreihebegründerin und sagte, daß sie früher hunderttausend Schillinge für die Veranstaltung zur Verfügung gehabt habe, da wird das Budget heute wohl ein wenig knapper sein und sie las aus ihrem Buch über das jüdische Leben in der Leopoldsstadt im, glaube ich, siebzehnten Jahrhundert.

Dann folgte wieder Nils Jensen und ging mit seinem Essay über Europa in die Gegenwart, da erwähnte er ein 1979 geschriebenes Gedicht und den Roman des vorletzten deutschen Buchpreisträgers, der ja mit seiner Fiktionalisierung sehr in die Patrouille der Rechten oder in den Fälscherverdacht gekommen ist und dann Cornelia Travnicek mit einer Abwandlung zu hundert Jahren Frauenwahlrecht.

Das wurde ja im letzten Jahr gefeiert und Cornelia Travnicek erzählte, daß vorher das allgemeine Männerwahlrecht eingeführt wurde und noch früher konnten nur Leute von Stand und Geld wählen, da waren dann einige Frauen dabei, die ihr Wahlrecht verloren haben.

Grund genug für Cornelia Travnicek den Spieß im Sinne der “Töchter Egalias” umzudrehen und einen Karl in ein Wirtshaus zu schicken, wo ihm drei stramme Damen mit großen Hüten auf den Penis schauen und eine Frau Binder vergeblich versucht einem jungen Mann zu helfen, der durch das neue Wahlrecht seines verlieren wird.

Sehr spannend der Text,  hat mir wirklich sehr gefallen und jetzt kann ich gespannt sein auf die weiteren “Spiegelschriften”, am Dienstag werde ich mich ja wahrscheinlich mit Ausnahme des sechzehnten, wo ich im Cafe Westend lese, ins Prückl begeben und am Donnerstag zu den O-Tönen, wo die Großen der Literatur lesen und mir verraten werden, was vielleicht demnächst auf den kommenden Buchpreislisten stehen wird.

Dichtfest zum Saisonschluß

CHRISTINE HUBER

CHRISTINE HUBER

Alfred Goubran

Alfred Goubran

Bevor es in der “AS” in die Sommerpause geht, gab es noch einmal das von Christine Huber veranstaltete “DichtFest”, da war ich heuer durch meinen Unfall, glaube ich, noch gar nicht, aber die Saison lasse ich gerne damit ausklingen, deshalb sind wir schon am Vormittag nach Wien gefahren und nicht, wie wir es sonst im Sommer machen werden, erst am Dienstagmorgen.

Ich gehe  ja ganz gerne zu diesen Lyrikveranstaltungen, obwohl ich sonst gar nicht so ein großer Lyrikfan bin und Christine Huber hat auch wieder sechs sehr interessante Dichter- und Dichterinnen für die Abschlußveranstaltungen ausgewählt.

Zwei davon habe ich schon gekannt, beziehungsweise sie vor kurzem aus ihren neuerscheinenen Büchern lesen hören, nämlich Alice Harmer bei der KritLit und Susanne Toth, das letzte Mal im Cafe Westend, wo ich ja am sechzehnten Juli lesen werden.

Begonnen hat der Abend mit einer Lesung von Alfred Goubran, der ja früher die “Edition Selene” hatte und meine Bücher dort nicht haben wollte.

Jetzt hat er aus den “Technische Tiere” gelesen und die Frau, die hinter mir saß und die ich schon öfter bei literarischen Veranstaltungen gesehen habe, hat öfter laut gelacht und ihre  Zwischenfragen gestellt.

“Was Sie lesen wirklich nur dreizehn Minuten? Hören Sie dann mitten im Satz auf?”, beispielsweise.

Alfred Goubran hat “Selbstverständlich!”, geantwortet, mich hat aber ihr Gelächter und ihr Dazwischenreden genervt und es hat mich auch aus meiner Konzentration gerissen, weil ich die lauten Dazwischenqatscher ja nicht so gerne habe.

Monika Maslowska

Monika Maslowska

Alice Harmer

Alice Harmer

Das habe ich ihr in der Pause auch hgesagt.

“Sie können das ja auch machen!”, hat sie geantwortet und Alice Harmer, die als Dritte gelesen hat, hat sich bei ihr für ihre Lacher sogar bedankt.

Nun ja, wie sich die Geister scheiden, ich denke es stört, wenn einer so ungeniert, seine Meinungen abgibt, während, die anderen den Mund halten und daziwschen hat auch noch die aus Polen stammende und mir bis jetzt unbekannte  Monika Maslowa mit ihrem bei “Limbus” erschienenen “Winterrot” gelesen und zwar gibt es da in dem Buch sehr schöne Illustrationen, die die Autorin immer mit einem sehr kurzen Satz versehen hat.

Dann gab es die Pause und dann folgte Susanne Toth mit ihrem “Wir sind”. SIe hat diesmal im Sitzen gelesen,  ihre Texte sehr konzentriert vorgetragen und auch öfter wiederholt.

Dann folgte die Schweizerin Christine Zurbrügg, die ich, glaube ich, vom “Volksstimmefest” oder anderen Veranstaltungen kannte. Sie hat einen noch unveröfftentlichten “Haiku Band”, der die in die vier Jahreszeiten eingeteilt sind und dazu Akkordeon gespielt und sogar gejodelt.

Der letzte Leser dieses Abend ist der “Textvorstellungen-Moderator” Friedrich Hahn, der schon über vierzig Bücher hat und von dem ich auch die Idee übernommen habe, zu meinem sechzigsten Geburtstag aus meinen dreißig letzten Büchern zu lesen, beziehungsweise sie vorzustellen.

Jetzt hat er aus “neben deinen fußnoten mein alter schuh” gelesen und dazwschen immer wieder auf seine anderen Bücher aufmerksam gemacht. Anschließend gab es wieder Wein, Knabbereien und Gespräche, die ich vorwiegend mit dem Franz, der der Alfred von seiner Studentenheimzeit kennt und mit einer Stammbesucherin geführt habe.

Susanne Toth

Susanne Toth

Christina Zurbrügg

Christina Zurbrügg

Und Morgen, kann ich gleich verraten, geht es weiter mit der “Podium-Auftaktveranstaltung”, die immer in der “AS”,stattfindet, bevor sie ins Cafe Prückl geht und die werde ich mir auch anhören, bevor es aufs Land in meine  Sommerfrischenwochenenden, beziehungsweise zu den O-Tönen gehen wird, die aber erst nöchste Woche beginnen.

Friedrich Hahn

Friedrich Hahn

Wieder einmal Bachmannlesen

Ich verfolge ja ziemlich genau von Anfang an und das war, glaube ich, 1977, das Geschehen um den “Bachmann-Preis”, zuerst mit dem, was ich aus der Zeitung in dem Fernsehen so nebenbei mitbekommen habe, zweimal habe ich, glaube ich, auch einen Text hingeschickt und versucht mich für eine Lesung zu bewerben. 1996 bin ich  auf eigene Faust hingefahren, habe mich ins Studio gesetzt, mir die Lesungen angehört und weil ich nicht akkreditiert war, die Texte nicht bekommen.

Jetzt kann man sie sich ausdrucken und das Ganze im Fernsehen oder im Internet verfolgen, was ich eigentlich jedes Jahr tue und heuer ein bißchen Terminkollusion, den 1996 war der Wettbewerb noch in der letzten Juniwoche, dann wurde 2009 pder 2010 wegen der Fußballmeisterschaften, die es da ja zeitgleich gibt, in den Juli verlegt.

Jetzt ist es wieder in der letzten Juniwoche und die Eröffnung fand auch nicht, wie üblich Mittwoch, um halb neun sondern schon, um halb sieben statt und da habe ich ja eigentlich in die “Gesellschaft für Literatur” zu einer Veranstaltung von Andrea Grill, die ja auch einmal in Klagenfurt gelesen hat, gehen wollen und vorher war ich bei einem Vernetzungstreffen in der WGKK, das am Wienerberg von eins bis halb fünf stattgefunden hat, dann hätte ich eigentlich gedacht, als ich noch nicht wußte, daß es diesmal schon um halb sieben losgeht, fahre ich zum Karlplatz, kaufe mir dort Fahrscheine und mache mir ein bis zwei schöne Stunden, dann gehe ich in die “Gesellschaft” und dann nach Hause, um mir die Eröffnung, was man ja kann, im Nachhinein anzusehen.

Dann war ich aber nicht so sicher, ob ich das wirklich wollte, weil was mache ich zwei Stunden in der heißen stadt, wenn das Gehen noch nicht so geht und ich auch keinen Kaffee trinken oder ein Eis essen will und mir eigentlich auch keine Bücher kaufen will.

Auf den Karlsplatz mit der U- Bahn fahren und mir Fahrscheine kaufen und dann überlegen was ich mache, dachte ich, bin dann aber schon viel früher in den Bus gestiegen, der ja an der Kettenbrückengasse hält oder das sollte, denn dann gab es eine Durchsage und der Bus ist die Pilgramgasse hinunter und nicht die Schönbrunnerstraße gefahren und dort, wo ich eigentlich aussteigen wollte, war alles abgesperrt und im Oe24 live erfuhr ich kurz darauf, daß es in der Schäffergasse Ecke Pressgasse, dort wo ich vorbeigehen hätte müßen, eine Gasexplosium gegeben hat, die derzeit, glaube ich, ganz Wien in Atem hält.

Also nach Hause, die Krongasse liegt ja ein wenig abseits, mich mit einem Campari Soda, den der Alfred gestern bei seinem Betriebsratfest geschenkt bekommen hat, in den Garten gesetzt.

Zuerst, die von Klaus Kastberger, der ja auch in der Klagenfurter-Jury sitzt, herausgegebenen Fritsch-Tagebücher, die ich gerade lese, gebloggt und mich abwechsend zum Oe24-livestream versucht in den Klagenfurt- livestream hineinzukommen, was dann kurz nach halb acht gelungen ist.

Es gab die Eröffnungsmusiik und dann die Begrüßungsreden von Karin Bernhard. Christian Ankowitsch moderierte, stellte die Gäste vor und begrüßte  die Bürgermeisterin für ihre Eröffnungsrede. Dann sprach eine 3-Satfrau, danach kamen die Preisstiftenden Privatsponsoren von der PSK-Bank und der Kelag und wurden vom Moderator ausgefragt.

Der Klavierspieler  Karen Asatrian folgte und forderte die Anwesenden zum Mitsingen auf. Die Jury Stefan Gmündner, Nora Gomringer, Klaus Kastberger, Hildegard Keller, Michael Widerstein, Insa Wilke und der Jurysprecher Hubert Winkels marschierten auf, der Sprecher hielt seine Antrittsrede, dann wurden die Lesereihefolge ausgelost und mein Internet verschwand für eine Weile, so daß ich erst wieder zur Festrede von Clemens J. Setz, der auch einmal in Klagenfurt gelesen hat und jetzt einen langen Bart trägt, die “Kayfabe und Literatur” heißt und man rätseln konnte, was das heißt.

Eines der Strache-Videos, wo der ehemalige Vizekanzler einer Familie Österreicher ein fremdenfreies Österreich zeigt, wird dabei zitiert und wer von den vierzehn Autoren, bei denen diesmal sechs Österreicher sind, von denen ich nur Sarah Wipauer, Lukas Meschik und Birgit Birnbacher kenne, Morgen beginnen wird, werde ich erst später erfahren.

Wahrscheinlich erst zu Mittag, da ich morgen bis zwölf Uhr Stunden habe und  am Nachmittag noch ein paar, aber dazwischen werde ich mich wieder nach Klagenfurt schalten, um herauszubekommen, was für spannende Texte dort gelesen werden.

Sarah Wipauer wird aber, was man auf der Seite sehen kann, morgen um elf die zweite sein. Christian Ankowitsch stellte seine Co Autorin Zita Bereuther vor und das eingeladene Festpublikum strömte zum Buffet, während ich die Rede nachlesen und meine Texte korrigieren werde.

Die erste Leserin am Freitagmorgen, ein undankbarer Lesetermin, wie ich denke, war die 1980 geborene in Berlin lebende Katharina Schultens, die auf Einladung von Insa Wilkens einen Romanauszug aus einem eher schiencefictionalen Text las.

Dann folgte die 1986 in Wien geborene Sarah Wipauer, die ich vor einigen Jahren über meinen Blog kennenlernte und die auch schon im Literaturkurs gelesen hat und auf deren Twitteraccaunt laut Wolfgang Tischer Klaus Kastberger aufmerksam wurde und sie daher mit ihrem Text, der von einem Gespenst, das durch den Weltall fliegt, zum Lesen einlud.

Dann kam die 1974 in Zürich geborene Silvia Tschui, die ein sehr witziges Vorstellungsfilmchen hatte, in dem erklärt wird, warum sie den Preis gewinnen muß und dann aus ihrem Roman “Der Hartmut am Buffet” las, wo es um eine Geschichte und ihre Rivalität von zwei Brüdern geht, die im Krieg flüchten mßte.

In der Mittagspause ging es dann um Peter Handke und dem Leben mit seiner kleinen Tochter in Paris, ein Film von Georg Stefan Troller.

Nach zwei Interviews ging es dann laut Programm  verspätet, wieder in den Sall, wo die mir bisher unbekannte 1982 in St. Veit an der Glan, wo ich einmal fast ertrunken wäre, geborene Julia Jost, deren Portrait ein Interview in einem Theater ist und deren Text “Unweit vom Schalkaltal”, glaube ich, auch in Kärnten spielt,  vom Hof ihrer Eltern und an Hand einer Klassenfotografie eine Kindergrausamkeit erzählt.

Als letzte in der Frauenrunde folgte am Freitag die 1959 in Schaffhausen geborene Andrea Gerstner, deren Text “Das kann ich”, heißt und in dem, glaube ich, eine Großmutter von dem Sorgerechtverfahren um ihren Enkel erzählt und dabei hintergründige Gedanken hat.

Die Diskussion darüber habe ich dann wegen meiner Nachmittagsstunden versäumt und mußte von mir nachgehört werden.

Ich bin aber auf die letzte Donnerstagsdemo vor den Sommer zuerst in den Bruno Kreisky Park und dann im Zick-Zack zum Karlplatz gegangen, um mir Freitagmorgen, nachdem ich die Fritsch-Tagebücher ausgelesen habe, mir den Wolfgang Tischer Podcast vom “Literaturcafe” angehört habe, die die Texte von Sarah Wipauer und Katharina Schultens lobten und die von Silvia Tschul, Julia Jost und Andrea Gerstern als nicht neu genug und schon sehr oft gehört verunglimpften und sich von der Jury mehr Kritik wünschten. Ich bin ja gegen das “Bachmann-Preis-Geschimpfe”, das mit den Finger wackeln und “Das ist ein schlechter Text-Geschrei!”, aber Wolfgang Tischer ist da defensiver und wünscht sich zu seinem Vergnügen mehr Widerspruch!

Dann gings in meine erste Stunde und in Klagenfurt betrat der 1986 geborene und in Köln lebende Yannic Han Biao Federer, die Bühne,  indessen Text “Kenn ich nicht”, der Autor offenbar in verschiedenen Positionen selber auftritt.

Dann folgte die 1993 in München geborene Ronya Othmann, die in Leipzig studiert und wahrscheinlich kurdische-jesidische Wurzeln hat und in ihrem Text “Vierundsiebbzig” den Genozid an den Jesiden schildert und der in seiner Beurteilung der Jury große  Schwierigkeiten machte, ihn literarisch zu beurteilen.

Die 1885 in Salzburg geborene Birgit Birnbacher, deren “Wir ohne Wal”,ich gelesen habe und der mich vor poetische Herausforderungen stellte, folgte mit den Text “Der Schrank” und beschäftigte sich in ihrem Portrait mit der Arbeitswelt und die Geschichte handelt sehr konkret von einem Schrank, der plötzlich in einem Stiegenhaus steht und dann, wie sich herausstellt, der Ich-Erzählerin gehört, der mich sehr beindruckt und mir sehr gefallen hat, obwohl die Erzählerin am Schluß der Geschichte in den Schrank ist, um zu verschwinden, was wieder nicht sehr realistisch ist.

In der Pause gab es dann ein filmisches Portrait des “Thomas-Sessler-Theaterverlags” und ein Interview mit dem Direktor der Schule für Dichtung und glaube ich, einem Komponisten über den Schlager, beziehungsweise Udo Jürgens, der ja aus Klagenfurt stammt.

Danach folgte der 1996 in Berlin geborene Daniel Heitzler, der noch keine Veröffentlichungen hat, was eigentlich den Wettbewerbsbedingungen, daß man eine Verlagsempfehlung haben muß, widerspricht mit seinem Text “Der Fluch”, der in Mexiko zu spielen scheint und dann folgte, als letzter des Tages, der offenbare Star des Bewerbes,  der 1961 in Bern geborene Tom Kummer, der glaube ich, bisher durch seine “Fälschungen” aufgefallen ist. . Sein Text “Von schlechten Eltern”, scheint von Schweizern zu handeln, die sich auf der Flucht befinden.

Am Abend bin ich dann doch in die Galerie in die Florianigasse gegangen, um einer GAV-Veranstaltung zu lauschen, statt noch einmal genauer über meine mißglückte “Bachmann-Preis-Karriere” zu schwadronieren und am Samstag fuhren wir dann nach Harland, um dort als Erstes festzustellen, daß der Kühlschrank ausgefallen war, so daß ich erst sehr spät in den Text, der 1974 in Wien geborenen Ines Birkan, die ich, glaube ich, schon bei Veranstaltungen gesehen habe, einsteigen konnte, der von einer Ekaterina, die sich glaube ich mit einem Seeskorpion eingelassen hat, handelt.

Dann kam  der 1992 in Völckerbruck geborene und in Hannover lebende Leander Fischer mit seinem Text “Nymphenverzeichnis”, wo es um einen Musiker und das Fliegenfischen geht.

Dann kam ein Film über Anna Katharina Hahn,die sich als Stadtschreiberin von Mainz für Tauben interessierte.

Danach der letzte Österreicher in der Lesereihe, einer der, obwohl sehr jung, schon viele Bücher geschrieben hat, der 1988 in Wien geborene Lukas Meschik, der in seinem Portrait die Hauptbücherei vorstellte und ein Plädoyer über das Lesen hielt und über den Tod seines Vaters  die schönen Sätze schrieb: “Jeder Sohn stirbt als sein Vater. Jeder Vater lebt weiter als sein Sohn” und die Behauptung enthält, daß man immer, um vier Uhr früh stirbt, was wohl nicht so stimmt, der Sohn es sich aber für sich selber wünscht. Ein Text über den die Jury sehr kontrovers diskutierte und als letzter stellte der 1976 in Frankfurt geborene Storyteller Martin Beyer das Henkerhaus in Bamberg vor und las seinen Text “Und ich war da”, der sich natürlich mit einem Henker und die Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl beschäftigte, wie die meisten Texte ja schon in den Portraits vorgestellt wurden.

Ein Text, der mir, wie auch der von Silvia Tschui,  sehr gut, der Jury weniger gefallen hat, die meinte, daß man so nicht über die Geschwister Scholl schreiben dürfe, aber ich denke auch, daß der junge Kriegsheimkehrer, der Sophie Scholl, die Augen zudrücken hätte sollen, imJahre 1943 keine Ahnung haben konnte, wen er da vor sich hat.

Das war es dann mit sehr unterschiedlichen und auch sehr interessanten Texten. In Klagenfurt kann man schwimmen gehen, ich werde mich aufs Rad setzen und schauen, was die “Seedosen-Telefonzelle” für mich hat und ab fünfzehnUhr kann das Publikum abstimmen.

Soll ich das heuer, habe ich meinem resignativen Rückzug gedacht und überlegt, ob ich jetzt Sarah Wipauer, Birgit Birnbauer, Lukas Meschik oder doch dem nicht so gut weggekommenen Text von Andrea Gerster meine Stimme geben soll?

Was ich, wie sich herausstellte, ohne Alfreds Hilfe gar nicht konnte, weil ich da aus Sicherheitsgründen ein SMS schicken müßte und ich keine Handy habe. Ich dann aber, vielleicht weil mir das letzte Buch nicht so gefallen hat, doch für Birgit Birnbacher stimmte und ich den Wipauer-Text nicht ganz gelesen habe.

Nur meine Shortlistprognose: Birgit Birnbacher, Yannik Han Biao Federer, Julia Jost, Tom Kummer, Ronya Othmann, Katharina Schultens und Sarah Wipauer würde ich vermuten, aber meistens sind dann  zwei nicht so offensichtliche Namen dabei, die dann auch keine Stimme bekommen und wer es machen wird…?

Sarah Wipauer, Tom Kummer und Ronya Othmann und vielleicht auch Birgit Birnbauer oder Yannik Han Biao Federer werden wohl einen Preis bekommen und Wolfgang Tischer scheint auch, wie der Moderator angedeutet hat, eine öffentliche Shortlistenreihung zu bekommen.

Die wurde dann am Sonntag verlesen und wenn man sie mit meiner vergleicht, fehlen Katharina Schultens und Tom Kummer, dafür kamen Leander Fischer und Daniel Heitzler darauf.

Zur Bachmannpreisträgerin wir dann ziemlich kurz und schmerzlos Birgit Birnbacher, was mich überraschte aber freut, weil mir der Text bis auf den Schluß ja sehr gut gefallen hat.

Der zweite Preis ging dann an mir sehr überraschend an Leander Fischer und wieder wurde mit Herrn Federer stichgewählt. Was dann beim nächsten Druchgang mit Julia Jost noch einmal passierte, daß er wieder überblieb.

Was dann bei der 3Sat- Stichwahl Heitzler gegen Federer, dessen Debutroman ja auch auf der Debutpreis-Longlist steht, endlich für Yannik Han Biau Federer gewann und Sarah Wipauer ist, was ich sehr schade finde, leider übergeblieben. Dafür hat die bisher auch eher übersehene Ronja Othmann für ihren starken Text den Puplikumspreis gewonnen.

Die Preise sind vergeben, die Spannung ist vorbei und ich kann mich nach der Abschlußrede von Hubert Winkels mit dem Alfi um ein Trauma zu vermeiden auf die Rudolfshöhe begeben.

Wir und das Fremde

Vor einigen Tagen habe ich von Judith Gruber-Rizy eine Einladung zu ihrer Lesung aus “Der Mann im Goldrahmen” in die Galerie Sandpeck in der Florianigasse bekommen, die am Freitag um 19 Uhr stattfand und dahin hätte ich gehen können, da wir eines Sommerfestes, das der Alfred besucht, erst am Samstag nach Harland fahren, aber aus dem “Mann im Goldrahmen” habe ich Judith Gruber-Rizy schön öfter lesen gehört und da ich nicht gerne zu doppelten Veranstaltungen gehe, habe ich gedacht, was mache ich dann, weil es mich am Abend ja meistens aus dem Haus treibt und ich eigentlich auch einen Blogbeitrag brauchte?

Die   Alternative wäre ein neuerlicher Beitrag über den “Bachmann-Preis” und ein Jammern darüber, daß ich dazu nicht eingeladen werde und wenn, sicherlich verrissen werden würde, so daß es gut ist, daß…

Aber ich soll ja nicht so viel jammern, weil das die Leser vielleicht nicht hören wollen, ein bißchen in der Stadt herummarschienen wollte ich ja eigentlich auch und so bin ich, als die Lesungen in Klagenfurt beendet waren und ich die Monatsabrechnung gemacht hatte und auch noch Fahrscheine brauchte, um fünf in Richtung Florianigasse  aufgebrochen und war,  als ich die Galerie beim Uhlplatz erreichte,  erstaunt, daß es sich eine von Linda Kreiss zum Thema “Wir und das Fremde -Leben im Ausland”, organisierte GAV-Veranstaltung handelte, bei der außer Judith Gruber-Rizy, noch Dine Petrik und Alaka Chural lassen.

Musikbeiträge von Nadja Offinger und Begleitung gab es auch und ein paar bekannte Stammbesucherinnen habe ich gleich vor oder in der Galerie getroffen.

Linda Kreiss ein neueres GAV-Mitglied, habe ich glaube ich einmal bei einer von Anita C. Schaub organisierten Veranstaltung im Amerlinghaus gehört und sie hat ein paar Bücher über Nepal geschrieben, deshalb wahrscheinlich das Thema, das ja in Zeiten, wie diesen  ein sehr wichtiges ist.

Die Galeristin hat begrüßt, die Sängerin und Gitaristin Nadja Offinger das Einleitungslied gesungen, dann hat Linda Kreiss etwas zu der Veranstaltung erklärt und Dine Petrik vorgestellt, die aus ihren “Stahlrosen zur Nacht” aus denen ich,glaube ich, schon  einmal bei einer Lesung war, gelesen hat und zwar eine Stelle von einer Tante aus Lemberg, die von dort offenbar ins Burgenland zu der  jungen Dine und ihrer Familie geflüchtet ist.

Judith Gruber-Rizy, ersten in der “Edition Wortreich” erschienen Roman, die dann folgte, habe ich auch schon zum Teil gekannt, weil ich da ja bei einer Lesung war, da geht eine Frau, die, ich weiß nicht, ob sie Rosa heißt, ein Jahr in ein Häuschen aufs Land, um sich von ihrem Sohn zu trennen und auch jeden Tag ein Foto vom Kirschbaum in ihrem Garten zu machen.

Dann las Linda Kreiss aus ihrem Nepalbuch “Der den Mond trägt” und stellte anschließend ihre Freundin Alakaa Chural aus dem Nepal vor, die seit elf Jahren mit ihrer Familie in Wien lebt und hier an der Uni tätig ist und die sang begleitet von Nadja Offinger, ein Lied, das sie geschrieben hat, um sich über das Heimweh, das sie nach Nepal hat, hinwegzuhelfen.

Eine interessante Veranstaltung und auch eine interessante Alternaitive zum “Bachmannlesen” und am Heimweg habe ich auch einige der Bücherschränke gestürmt und dabei ein paar interessante Bücher, zum Beispiel, das Buch zum Film von Wladyslaw Szpilman “Der Pianist”, das ich schon immer lesen wollte.

Zum achtzigsten Geburtstag von Peter Paul Wiplinger

Den am 25. Juni 1939 in Haslach geborenen Peter Paul Wiplinger kenne ich, glaube ich, von den IG-GVs, als ich 1996 als GAV- Vertreterin in der Jury des Nachwuchsstipendiums war, war er neben Barbara Neuwirth und Herbert Ohrlinger vom Zsolnay Verlag dort als PEN- Vertreter, ich habe mich vor seinen Urteilen gefürchtet, aber siehe da, wir lagen auf der selben Linie.

Bei der “Goldenen Margarete”, die es in der Szene Margareten ein paar Mal gab, hat er gelesen, ich sah ihn auch ein paar Mal bei der “Buch-Wien” Eröffnung, wo er mich immer freunlich auf das “Literaturgeflüster” ansprach.

Vor ein paar Jahren hat er einen Unfall gehabt, das heißt, er wurde von einem Radfahrer niedergefahren, als er im  Bundesministerium für Kunst  einen Antrag für einen Kollegen einbringen wollte. Jetzt scheint es ihm wieder gut zu gehen, hat er mich doch bei der letzten “KritLit” fotografiert und mich zu der Buchpräsentation und seinem Geburtstagsfest in den Concordia Presseclub eingeladen.

Weil ich ja jetzt etwas länger zum Gehen brauche, bin ich zu spät gekommen, die Musik hat schon gespielt und ich mußte etwas suchen, bis ich  doch einen Platz in der dritten Reihe fand.

die Generalsekretärin des Presseclubs und Helmuth A. Niederle vom PEN haben eröffnet, Josip Cenic hat ein kroatisches Lied gesungen, dann kam die Laudatio von Gerhard Ruiss, der Peter Paul Wiplinger für seinen unermüdlichen Einsatz für Verfolgte und Minderheiten lobte und dann kam ein kurzer Film über Peter Paul Wiplingers “Schachtelsätze”, denn dieses Buch wurde gemeisam mit den “Erinnerungen” vorgestellt.

Dann kam eine Lesung des Jubilars, der sich bei seinen Freunden bedankte und dann zwanzig Minuten sehr poetische Stellen aus seinen beiden Büchern las.

Ein paar Dankesreden und Lobeshymnen gab es auch noch, bevor das Buffet eröffnet wurde, man sich Bücher signieren oder Peter Paul Wiplinger sein Geschenk überreichen konnte.

Ich habe das mit der “Unsichtbaren Frau” getan und dann meine Einladungskarten für die Cafe Westend-Lesung an Gerald Grassl, der mir sagte, daß Christoph Kepplinger die Volksstimmefest- Lesung heuer zum letzten Mal organisieren würde, Manfred Chobot, Julia Danielcyck, Ottwald John und noch ein paar andere Interessierte verteilte.

Eine interessante Veranstaltung zu Ehren eines interessantes Autors, den ich auch auf diese Weise alles Gute zum Geburtstag und weitere Schaffensenergie wünsche!

Französische Comics statt Markus Köhle

Heute hatte ich wieder eine sechs Uhr Stunde und  anschließend zwei Optionen, entweder ins Literaturhaus, wo Lewis Trondheim und Brigitte Findakly ihre zwei Comics “Das verrückte Unkraut” und “Mohnblumen aus dem Irak” vorstellten oder in die “AS”, wo Markus Köhle und Claudia Rohrauer ihr gemeinsamen bei “Sonderzahl” erschienes Buch vorstellten.

Klingt beides interessant und beides irgendwie nicht, denn ich bin ja eigentlich keine Comic-Leserin und für die experimentelle Literatur interessiere ich mich auch nicht so besonders, habe mich aber aus dem Bauch entschieden ins Literaturhaus zu fahren, obwohl ich nicht ganz sicher war, ob es dort nicht sehr voll sein würde, wie das bei den Comic- Präsentationen ja seltsamerweise öfter ist und ich dann würde stehen müssen, weil ich ja zu spät kommen würde.

Zu spät bin ich gekommen, einen Platz in der zweiten Reihe habe ich aber trotzdem gefunden und die französische Übersetzerin Isolde Schmitt hat gerade auf eine Frage von Thomas Ballhausen geantwortet, daß der französische Comiczeichner zuerst Strichmännchen mit offenen Mündern gezeichnet hat, um das Metier zu erlernen und es dann mit Zeichnungen ohne Text versucht hat.

Lewis Trondheim  entnahm ich dem Programm gehört zu den bekanntesten französischen Comiczeichnern, der in Instagram jeden Tag eine Zeichnung aus seinem berühmten “Herr Hase Album” stellte und das “Verrückte Unkraut” ist der neueste Band der Serie und seine Frau Brigitte Findakly wurde im Irak von einer französischen Mutter und einem irakischen Vater geborren, ist Coloristin und hat ein Buch über ihre Kindheit mit ihrem Mann zeichnen wollen.

Die Bilder aus den Comics liefen im Hintergrund während die beiden Zeichner zuerst Thomas Ballhausen und dann die Fragen aus dem Publikum beantwortete und nachher gab es, um den Büchertisch eine lange Schlange, denn bei Comics Vernastaltungen das habe ich schon bei den “Fried Symposien”, wo es ja eigene Comic Abende gibt, gehen die Bücher, wie die warmen Semmeln weg und der Zeichner sitzt vorn an einem Tisch und signiert jedes Buch mit einer eigenen Zeichnung, während es beim Getränketisch gar keinen Andfrang gab, obwohl man da den Wein nicht zahlen mußte.

Auch sehr interessant, die Leute mit ihren Büchertaschen abziehen zu sehen, gekannt habe ich kaum jemanden aus dem Publikum und, als ich nachher in den “Wortschatz” schaute und gerade dachte “Nicht viel Besonderes drin!”, stieß ich auf Evely Schlags brandneues “Yemen Cafe”, was ja vielleicht zum Thema ganz passend ist und ich auch, wenn ich mich nicht ihre,  bei der Präsentation in der “AS” war.