Von den Experimentellen ins Kino unter Sterne

Ich würde im Sommer ja gerne von Donnerstagabend bis Dienstagfrüh in Harland bleiben, aber manchmal will der Alfred früher zurück und so bin ich heute schon am Vormittag nach Wien zurückgekommen, wo ich Zeit zum Korrigieren hatte und bin am Abend noch einmal in die “Alte Schmiede” gegangen, wo es dann gar nicht so experimentell, wie erwartet war.

Hat doch Annalena Stabauer die neuen Bücher von Florian Neuner und Peter Pessl vorgestellt und interessant war dabei, daß bei Autoren Stadt Wien Stipendiaten war, so daß ich sie schon im MUSA hörte und der 1972 in Wels geborene Florian Neuner, der die Zeitschrift “Idiome” herausgibt und der Gerhard Jaschke heuer auch nach Leipzig begleitete, berichtete in “Drei Tote” eigentlich über etwas erstaunlich Realistisches, nämlich über das Älterwerden und das Sterben, den sozialen Rückzug und den körperlichen Verfall von drei Künstlerpersönlichkeiten, einen Bildhauer, einem Musiker einem Dichter oder Dichterin, er tut das aber auf höchst experimentelle Art, also nicht erzählend oder die Erzählung von hinten aufgezähmt, wie Annalena Stabauer in ihrer Einleitung erläuterte, dann war es aber interessant von den mit Bücher und Zetteln übervollen Wohnungen und damit ist, glaube ich, gar nicht Friederike Mayröcker gemeint und den Mäusen, die die Bücher zerfressen zu hören, während der Komponist Probleme mit dem Alkohol hat und die Bildhauerin, das war, glaube ich, eine solche, das Künstlerhaus nur mit den Füßen nach vorn verlassen will, den Namen und biografische Daten kommen in einem experimentellen Text, wo sich das ich vom wir abhebt natürlich nicht vor, trotzdem habe ich mir Florian Neuner nicht so verständlich vorgestellt und Peter Pessls “Mamamaus Mandzukic habe ich auch schon im Musa gehört. Damals konnte man sich, glaube ich, die Zeichnungen mitnehmen.

jetzt wurden sie an die Wand projeziert und der  1963 in Frankfurt am Main Geborene, der früher gern bei meinen “Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltungen” gelesen hat, las aus seinem ersten Zaubermärchen, wo es ins Lalalager Ravensbrück geht und von einem Politiker die Rede ist, der erklärt, daß man sich noch wundern würde, also auch höchst aktuell das Zaubermärchen, von der Wiesenprinzessin und im Gespräch erklärte Peter Pessl, daß er in seinem Schreiben, immer von einem Buch zum nächsten kommt, als die sich wunderte, daß seine früheren Bücher, beispielsweise die über den Hymalaya ganz anders waren. Aber in dem über Rom, das ich, glaube ich, auch schon in der AS hörte, gibt es schon so eine Zaubermaus oder Ratte und jetzt hat er die Idee weiterentwickelt und Märchen deshalb weil man damit sehr viel ausdrücken und jedes Thema bearbeiten kann.

Die experimentelle Szene Linda Christanell, Dieter Sperl, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und und im Publikum und nachher habe ich geschwankt, ob ich nach Hause oder auf den Karlsplatz gehen soll, denn das Kino unter Sternen gibt es ja heuer wieder am Karlsplatz und da hat es zwei interessant klingende Kurzfilme geben, den einen über den letzten Tag der Firma Stasny, den anderen über Spar-Lehrlinge, die “Romeo und Julia” aufführen, so daß ich mir das auch gegeben habe und von der experimentellen Literatur zur Kreaitivität für alle gekommen bin.

Lebenslange Sommerlesereihe

Die Sommerlesereihe der Literaturzeitschrift “Podium”, im Cafe Prückl, beziehungsweise in der “Alten Schmiede” gibt es seit 1993.

Damals hat sie Claudia Erdheim eingeführt und zehn Jahre gemacht, dann kam Christa Nebenführ und organisierte und moderierte  bis heuer, denn im nächsten Jahr hat sie bei der Eröffnungsveranstaltung in der “Alten Scmiede” angekündigt, wird es Birgit Schwaner übernehmen, die eher experimentelle Autorin, die, ich erst am Freitag im Amerlinghaus hörte und die mich immer freundlich grüßt und das heurige Motto, das den ganzen Monat jeweils am Dienstag und am Freitag meistens im Cafe Ürückl nur am Schluß wird im Cafe Florianihof gelesen, durchgeführt wird, heißt “lebenslang”.

Voriges Jahr war es das “Glück”, vor zwei Jahren war es “Literatur und Arbeit”, “unsterblich”, das Pendat ist es auch einmal gewesen, “Schlaf” und die “Zahl 40” und und und…

Ich bin weil ich ja bis vor zwei Jhren im sommer immer Sommerfrische in harland bei St. Pölten machte und nur Montag und Dienstag in Wien war, meistens nur zur Auftaktveranstaltung gegangen und habe auch ein bißchen Schwierigkeiten mit Christa Nebenführ, die mir ja einmal sehr deutlich sagte, daß ihr meine Texte nicht so gefallen würden.

Seit dem die Sommerfrische aber nur mehr aus verlängterten Wochenenden besteht, habe ich angefangen auch ein bißchen ins Cafe Prückl zu gehen, so war ich vor zwei Jahren glaube ich einmal und im letzten Jahr jeden Dienstag dort, heuer weiß ich es nicht so recht, weil es ja wieder das Filmfestival am Karlsplatz gibt und ich gesehen habe, daß ich am nächsten Dienstag bis acht Stunden habe und da würde ich zu spät kommen, während es sich für den Karlsplatz ausgeht.

Lebenslang also ein interessantes und auch sehr allfassendes Thema und zur Auftaktveranstaltung hat Christa Nebenführ in die “Alte Schmiede” Ljuba Arnautovic, Harald Darer und Barbara Keller eingeladen und sagte, in ihrer Einleitung, daß sie heuer jeweils ihren persönlichen Bezug zu den lesenden Autoren nennen würde, im letzten Jahr hat sie, glaube ich, gesagt, um wieviele Jahre sie jünger oder älter als die Autoren ist.

So erzählte sie also, daß sie mit Ljuba Arnautovic in der Autorenwohnung am Grundlsee war, dort mit ihr sehr viel spazieren gegangen ist und sie ihr dabei die Handlung ihres kürzlich erschienen Romans, der eigentlich die Geschichte ihrer Familie ist, erzählte.

Da war ich ja bei der Präsentation in der “Gesellschaft für Literatur” und die 1954 in Russland geborene Autorin hat so ziemlich dieselben Stellen, wie damals aus ihren Debut “Die Verborgenen” gelesen, nämlich die mit den Kleidern an der Donau und den Besuch der Polizisten bei der alten Frau und dann noch die, wo die Brüder am 12. 2. 1934 auf ihre Eltern warteten und das war für mich, die ich das Buch ja noch immer nicht bekommen habe, sehr interessant und bei den O Tönen, das kann ich gleich verraten, wird Ljuba Arnautovic auch lesen und auf der Debutpreisliste steht sie auch. Vielleicht kommt sie da auf die Shortliste, da kann ich dann das Buch nochmals anfragen oder bekomme es als PDF zur Verfügung gestellt.

Harald Darer habe ich glaube ich in der “Kolik- Lounge” im Schauspielhaus kennengelernt und von ihm “Herzkörper” gelesen, sowie mir einmal bei einem Literaturhausflohmarkt “Schnitzeltragödie” gekauft, aber noch nicht gelesen.

Christa Nebenführ hat einmal eine Rezension, ich glaube, über sein erstes Buch geschrieben und gelesen hat er aus einem Manuskript der “Blaumann”, wo es um eine Arbeitersiedlung, die nach Ungarn verlegten Fabriken und den ersten Mai geht und ein Text, der mich wieder einmal im Stil und der Machart an Thomas Bernhard erinnerte.

Die letzte Leserin, die 1944 geborene ehemalige Deutschlehrerin Barbara Keller, war einmal Schülerin bei Christa Nebenführs Schreibwerkstätten und hat 2016 den “Alois Vogel- Preis” mit der Geschichte “Seine Geschichte” gewonnen, wo es um einen Flüchtling geht, der seine Geschichte an Hand der Erlebnisse und der Toten mit denen er mit einem Schlauchboot über das Meer gefahren ist, immer wieder auf andere Art und Weise erzählt.

Sehr interessantder Auftakt zum Sommerlesen oder Sommerhören. Das Programm der anderen Juliveranstaltungen habe ich mir mitgenommen und bin nun gespannt zu welchen Lebenslang – Lesungen ich diesen Sommen  kommen werde.

Zauner lesen

Den am 2. Dezember 1959 in geborene und am 30. Juni 2016 verstorbenen Hans Jörg Zauner habe ich in der GAV und im Umkreis des “Fröhlichen Wohnzimmers” kennengelernt, obwohl er in seiner Dichtung, glaube ich, radikaler und experimenteller, als Ilse Kilic und Fritz Widhalm war. Er hat auch in der “Editon neue Texte”, die von Heimrad Bäcker herausgegeben wurde, verlegt und war ein “Ritter-Autor”, wenn man bei “Wikipedia” nachgooglet, staunt man über die Vielzahl der Texte, die er herausgebracht hat. Er hat auch eine Menge Preise bekommen und 1996, wie immer im rosa Anzug und einer futoristischen Brille in Klagenfurt als Erster gelesen, in dem Jahr, wo ich mir den Spaß gegeben habe und einmal auf eigene Faust und eigene Kosten hingefahren bin.

Gewonnen hat er nichts und kam glaube ich auch nicht in die Endauswahlrunde und dann habe ich ihm auch noch ein bißchen später einmal in einer Galerie bei einer experimentellen Lesung gehört. Im vorigen Jahr war ich im Cafe Prückl bei der Sommerlesereihe, als ich von seinem Tod, er ist, glaube ich, nach einer Narkose nicht mehr aufgewacht, erfahren habe.

Heute gab es in der Sommerlesereihe des Lesetheaters eine von Christine Huber initierte Gedenkveranstaltung, wo  wieder Freunde und Weggefährten und nicht die üblichen Lesetheaterleser, sondern Gerald Jatzek, Christian Futscher, Kurt Neumann, Jopa Joakin, Ilse Kilic und Fritz Widhalm, Peter Pessl, Thomas Havlik, Richard Obermayr und Erhan Altan, die ganze experimentelle Riege halt, eingeladen hat, aus dem 2016 bei “Ritter” erschienenen Buch ” 99.144 gedichtnasenlöcher schiessen auf mich bis alles passt” und ich muß sagen, ich habe nicht gewußt, daß Hans Jörg Zauner ein solcher Hardcoverexperimenteller war, wie man wahrscheinlich schon am Titel des Buches erkennt.

Eine Aneinanderreihe lauter schöner neu zusammengesetzter Worte und kein Sinn. Ja nicht einmal ganze Sätze. Wo bleibt da der Inhalt, kann die realistisch schreibende Autorin, die ja schon einiges in Sachen Experiment gewohnt ist, fragen? Hat das auch, beziehungsweise große Mühe, alles zu verstehen und die Worte möglichst aufzuschreiben, denn von Sinnerfassen konnte nicht die Rede sein.

Trotzdem war es sehr eindrucksvoll, haben doch Ilse Kilic und Fritz Widhalm im Duett gelesen, Erhan  Altan hat sich seinen Zauner teilweise auf Türkisch übersetzt oder ihn übersetzt bekommen und Richard Obermayr, der zufälligerweise wie ich mich erinner kann 1996 auch in Klagenfurt gelesen hat und der für mich eigentlich zusammen mit Andrea Winkler der Inbegriff der Sprachrauschler ist, aber der bildende Künster Hans Jörg Zauner ist mit Sicherheit experimenteller,  hat eine mich beeindruckende Variation auf die Worte “Ach bleib” gelesen und hinzugefügt, daß diese Variationen das Thema bis zu Unkenntlichkeit verzerren kann.

Da fällt es der realistischen politischen psychologisch schreibenden Autorin schwer, den Sinn der Sache zu verstehen. Obwohl es sicherlich ein schöner Wortrausch und Neusprachschöpfungsregen war, der von den Lesenden teilweise als Gedicht bezeichnet wurden. Nun Gedichte sind für mich etwas anderes, trotzdem war es interessant, sich an Hans Jörg Zauner in seinen rosa Anzug und seine schmale Brille zu erinnern.

Ich habe mich auch mit einem Chemiker, den ich vorige Woche bei der Ungar-Lesung in der “Alten Schmiede” getroffen habe, auch lange über die Zaunersche Sprachkunst unterhalten, dabei auf den Alfred gewartet, der wieder aus Amerika zurück ist, der kommen wollte, es aber nicht bis dreiviertel neun, wo ich gegangen bin, schaffte

Wohnzimmertag

“Das fröhliche Wohnzimmer” der kleine Verlag von Ilse und Fritz, der glaube ich, jetzt schon so an die dreißig Jahre oder länger oder kürzer besteht, präsentiert seine Bücher in den verschiedensten Veranstaltungen.

Früher hat es die xxx-small im Amerlinghaus zur Adventzeit gegeben, die “Wohnzimmertage” gibt es auch, die aber, glaube ich, meistens am Freitag stattfinden, wo ich mich ja öfter am Land befinde, es gibt die Veranstaltungen im Glückschweinmuseum und und und…..

Im “Read!!ingroom” hat sich das “Fröhliche Wohnzimmer” präsentiert und einmal beziehungsweise Autoren von dort in St. Pölten im Sonnenpark.

Früher hat es kleine feine experimentelle Einzelpublikationen gegeben, da hat der Rudi, glaube ich, mit der Hand seinen ersten “Willi” geschrieben, jetzt gibt es, glaube ich, vorwiegend Anthologien, wo das “Wohnzimmer” befreundete Autoren (also mich nicht, denn ich bin ja nicht experimentell, wohl aber die Ruth manchmal einlädt), so daß ich da schon eine kleine Anthologiensammlung habe und die “Wohnzimmertage” dienen, wenn ich es richtig verstanden habe, dazu, die Anthologien zu präsentieren.

Zumindest standen zwei davcon am Programm, die auch am Büchertisch auflagen und gekauft werden konnten.

Wolfgang Helmhart, Ilse Kilic, Nikolaus Scheibner und Birgit Schwaner haben gelesen. Fritz Widhalm hat moderiert und die Amerlinghausgalerie war sehr voll mit den Fans der Wiener experimentellen Szene.

Ruth Aspöck war da, die Filmemacherin Linda Christanell, Hermann Hendrich und der Rudi, der in bewährter Manier wieder durch den Raum gerufen hat, Jopa Joakin, Michaela Hinterleitner, Patricia Brooks, Waltraud Haas und und und…..

Gelesen haben die Autren, sowohl aus den erwähnten Anthologien “DieKunst sich in 26 Richtungen gleicheitig zu sträuben” und “Edle Dichtung”, aber auch aus anderen Werken.

Wolfgang Helmhart hat, glaube ich, gleich mit einer anderen Anthologie begonnen, die “Doch aber” hieß und Ilse Kilic brachte zuerst zwei Gedichte, eines hieß “Mein Bluthochdruck” und beschäftigte sich höchst akktuell mit dem Älterwerden.

Dann kam der Text aus der “Edlen Dichtung”, der sich  “Kleine tausend Fragezeichen” betitelt und ähnlich wie Anna Herzig gestern in der “Alten Schmiede” viele Fragen stellte.

“Gibt es ein Recht auf Unwissen?” lautet eine solche oder “Warum mögen mich manche Menschen nicht und warum kann ich andere nicht leiden?” und so weiter und so fort, um dann in zwei weitere Gedichte, nämlich der “Mut” und noch ein anderes zu münden.

Nikolaus Scheibner hob die beiden erwähnten Anthologien hoch und beschäftigte sich, eigentlich sehr logisch in der “Edlen Dichtung” mit dem Schreiben. Dann brachte seinen Text aus der anderen und dann noch Gedichte aus eigenen Bänden, beispielweise eines, das sich mit dem  Badezimmer oder Badewanne beschäftigte und Birgit Schwaner, die ich ja ursprünglich vom Lesetheater beziehungsweise der Poet Night kenne, brachte auch ihre Texte aus den drei schon erwähnten Wohnzimmeranthologien und las am Schluß noch aus ihrem letzten bei “Klever” erschienenen Buch “Jackls Mondfahrt”, wo es, um den Sohn, der Frau geht, die in Salzburg einmal als Hexe verbrannt wurde.

Das war der Wohnzimmerjtag I in der brütendenen Sommerhitze oder einer sehr warmen und sehr lauten Amerlinghausgalerie. Ende August wird dann, wie Fritz Widhalm verlautete, der zweite Teil folgen, aber da werde ich höchstwahrscheinlich in Harland oder bei den O Tönen sein.

Zweimal Veränderung in der Alten Schmiede

Nach dem gestrigen Gedenken an H. R. Ungar waren heute im Schmiedesaal die Buffettische wieder weggeräumt und Markus Köhle hat am Lesepult Pltz genommen und zwei Autorinnen mit ihren neuen Büchern vorgestellt.

“Bischkek, Istanbul, Brunnenmarkt Wien und fremde Beziehungswelten”, steht im Programm geschrieben, vorgestellt hat er Daniela Emmingers neues Buch “Kafka mit Flügel”, als Liebesroman, Reiseroman, Horror, Thriller, Science Fiction und ich habe sicher noch einiges vergessen bei der euphorischen Beschreibung, war auf das Buch aber sehr gespannt, denn es ist ja meine drittes Emminger-Buch aus dem ich hörte, habe ich doch sowohl “Gemischter Satz”, weil es auf der östListe stand gelesen,“Die Vergebung muß noch warten”, entweder im “Wortschatz” gefunden, wenn ich es mir nicht doch beim Adventflohmarkt in der Grünangergasse gekauft habe und das frühe Ritter-Buch, “Leben für Anfänger” auch ein Bücherschrankfund, liegt in meinem Badezimmer und steht auf meiner heurigen Leseliste, aber ob ich das Lesen schaffen werde?

Das hochgelobte neue Buch ist jedenfalls sehr dick und handelt, wie Markus Köhle weiter erklärte, von Veränderungen und Verwandlungen.

Gibt es da ja eine Tierärtzin, die große Verluste erleidet, so daß sie sich, um sich nicht umzubringen, auf die Suche nach einem kirgisischen Freund, einem Schmetterlingsforscher begibt, sie reist nach Kirgistan und da passierten seltsame Dinge, werden da doch die Seelen der Schmetterlinge transformiert und verwandelt und das wäre meine Assoziation zu Kafka, der ja eigentlich sonst nicht vorkommt.

Daniela Emminger hat drei Szenen vom Anfang der Mitte und den  Schluß gelesen, wie das Buch ausgeht, aber natürlich nicht verraten, sondern in der Diskussion erzählt, daß sie über Verluste schreiben wollte, sich dazu nach Kirigistan, dem ihr fremden Land begeben hat und da ist dann die Geschichte entstanden, an der sie drei Jahre gearbeitet hat.

Die mir bisher unbekannte Anna  Herzig, die in der Nähe des Brunnenmarkts lebt und 1987 geboren wurde, hat, glaube ich auch drei Jahre an ihrem “Sommernachtsreigen” gearbeitet und das ist eine Dreieckesgeschichte, eine Frau, ihr Mann und ihr Liebhaber und die Frau, die Erzählerin namens Johanna, träumt von Istanbul, während die Geschichte ihren Ausgangspunkt an der Bus- oder Straßenbahnhaltestelle beim Brunnenmarkt hat.

Anna Herzig hat sich auch durch das Buch, das eine Liebeserklärung an Wien ist, gelesen und anfangs viele Fragen gestellt, beziehungsweise vorgelesen.

“Wie heißt du?, wo kommst du her und kannst du diesen Kredit zurückzahlen,etcetera” und einer der Helden kauft sich auch viele Kartenspiele und vieles andere passiert auch in dem Buch, in dem sich die Personen verändert und, wie bei Schnitzler sich offenbar auch in einem Öiebesreigen ergehen.

Und so habe ich diese Woche außer zwei junge Männer auch zwei Autorinnen persönlich kennengelernt, wobei ich von der 1975 geborenen Daniela Emminger schon zwei Bücher gelesen habe.

Vom Doml zur Ungar-Gedenklesung

Wieder einmal Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropaische Literatur zum Utopie-Workshop und zum letzten Mal in diesem Semester, die letzten zwei Male hat ja Stephan Teichgräber dessen einzige Zuhörerin ich inzwischen bin, abgesagt und diesmal haben wir uns endlich einmal ein bißchen mit Jewgenij Samjatins “Wir” beschäftigt, was ein sehr interessanter Text ist, kein Roman, sondern die Tagebuchnotizen eines Mathematikers, der sich mit dem “Integral” beschäftigt und das dritte in der Ausschreibung angebebene Buch “Die Stadt der Katzen” haben wir vollends ausgelassen, weil ich über das Buch im Internet nicht viel gefunden haben, vom Samjatin habe ich mir etwa hundert Seiten ausgedruckt und nicht gelsen, das gebe ich zu, daß ich da derzeit mit meiner Leseliste beschäftigt bin und wenn ich nicht sehr aufpasse, mir wahrscheinlich heuer das dopppelte Buchpreislesen abschminken werde könne und ich kann, glaube ich, nicht sehr aufpassen, habe ich mir ja gerade vorhin zwei Rezensionsexemplare bestellt und heute auch zwei andere bekommen habe.

Ich habe mich aber zumindest theoretisch mit der utopischen Literatur beschäftigt, bin da daraufgekommen, daß Margaret Atwoods “Report der Magd” ein solcher ist und Karin Peschkeas “Atolyse Wien” die Geschichten vom Untergang Wiens, ist zwar nicht utopisch, aber zumindest eine Utopie und Stephan Teichgräber hat sich für das Buch, das ich heute in den Workshop mitgenommen habe, auch sehr interessiert.

Ansonsten haben wir uns über Hüseyn Simek, der ja auch auf Zaza schreibt, eine Sprache, die Stephan Teichgräber lernen wollte, unterhalten und noch über den einen oder anderen literarischen Gegenstand und am Abend bin ich in die “Alte Schmiede” zu einer Veranstaltung gegeangen, die ich eigentlich schon woanders gehört habe, nämlich zur Präsentation der bei “Mandelbaum” erschienene Gedichtesammlung “Die Freiheit des Vogels im Käfig zu singen”, des am 12. 2. verstorbenen Heinz R. Ungars, die ja im Rahmen der Krit Lit im Weinhaus Sittl vorgestellt wurde.

Das Todesdatum des 1938 geborenen höchst politischen Dichters ist eigentlich ein sehr schönes und würde Hein R. Ungar wahrscheinlich nicht auf Thomas Bernhard sondern auf die Februarkämpfe beziehen und während im Weinhaus Sittl das Sturmgewitter sang und Ottwlad John performierte, hat Kurt Neumann diesmal Weggefährten und auch junge Dichter die einen Bezug zu Hein R Ungar haben, eingeladen zwei bis drei Gedichte aus der Sammlung vorzugtaagen und so sind Peter Rosei, Marie Therese Kerschbaumer, Gerhard Jaschke, Gerhard Ruiss, Ilse Kilic, Christine Huber, Wilhelm Pevny, Konstatnin Kaiser, Michael Hammerschid bis hin zur Cornelia Travnicek aufgetreten und haben an den berühmten Dichter erinnert, der vorher selbst das Wort hatte, nämlich einen Auschnitt aus seiner 2006 gehaltenen Schmiede-Lesung auf der Videowall gab, da ist ein schönes Bonmot haften geblieben, das dann von Peter Rosei wiederholt wurde.

“Es ist uns noch nie so gut gegangen, wie jetzt”, sagten die Gänse kurz vor Martini”.

Wie wahr und wenn wir nicht aufpassen ist es jetzt vielleicht schon wieder fünf vor zwölf und da macht es wenig Sinn sich darüber zu streiten, ob man einen Zweigelt trinken darf,  weil der Herr Zweigelt, der diese Rebensorte entdeckte, offenbar ein bekennender Nazi war.

Georg Herrnstadt hat noch drei Lieder gesungen und im Anschluß gab es ein vom “Mandelbaum” gestiftetes Buffet mit besagter Rotweinsorte, Krautrouladen, Ravioli, Brötchen, Kuchen und und…..

Sehr fein also und auch viele Gespräche mit bekannten Gesichtern, Dine Petrik war da, Ottwald <john, Werner Grüner und sogar Silyia Bartl, die früher lang lang ists her, das Programm im Literaturhaus machte und mich von dort hinausgeschmissen hat und es war sehr berührend an den toten Schöpfer der Proletenpassion und vielen anderen sehr politischen Liedern zu denken und an ihm im Gedenken mit oder ohne Zweigelt anzustopßen.

Zwei junge Männer

Heute ist es sich wieder gerade für die Abschlußveranstaltung, hetz, hetz, in die “Gesellschaft für Literatur ausgegangen”. Der Sommer naht und da werden ja in Wien die Gehsteige aufgerollt, die Theater schließen, die Sommerfestivals machen auf, man geht auf Sommerfrische oder fliegt in den Urlaub und in der “Gesellschaft für Literatur” tagte offenbar ein Seminar für Bibliotheksmitarbeiterinnen oder hielt hier ihre Abschlußveranstaltung ab.

Das stand so im Programm, denn die Einleitung einer Frau Ulla Krauss-Nussbaumer habe ich versäumt, dafür bin ich höchstwahrscheinlich neben ihr in der ersten Reihe gesessen, denn alles andere war schon besetzt und im zweiten Raum saßen auch ein paar Menschen, aber den mag ich ja nicht sehr. Also hat Zuspätkommen doch seinen Vorteil, liebe Frau Elisabeth, obwohl es wieder nicht anders ging, denn die Lesung der zwei jungen Männer, die heute in der “Gesellschaft” auftraten, hat mich sehr interessiert und das ist auch, für alle, die es noch nicht wissen sollten, der Grund, warum ich so regelmäßig und so oft zu literarischen Veranstaltungen gehe.

“Reduktion auf das Wesentliche”, hat es Manfred Müller genannt und das habe ich gehört, bin ich doch gerade in die Einleitung von Lukas Meschiks “Die Räume des Valentin Kemp” geplatzt und gerade der  1988 in Wien geborene Autor hat, war der Grund warum ich mich für den Gesellschaftsbesuch entschloßen habe, habe ich doch seine 2010 erschienenene “Anleitung zum Fest”, erstanden, glaube ich, aus einem “Morawa-Abverkauf” gelesen, denn ich lese ja sehr viel, auch wenn das momentan bei mir sehr sehr langsam vor sich geht und als der junge Mann  das Lesepult betreten hat, war ich erstaunt, wie jung der Dreißigjährige, der auch Musiker ist, aussah und richtig “Unter Dreißig”, hätte man diese Veranstaltung auch nennen können.

Manfred Müller hat vorher viel über das bei “Limbus” erschienene Buch erzählt, da wacht eines Tages ein junger Mann auf und befindet sich in einem Raum oder eigentlich in fünf Räume, denn er wird nach und nach in diese verlegt. Zuerst ist er aber nur in einem, ein Tisch, ein Bett ein Kasten, in dem immer wieder die Lebensmittel, die er braucht, hineingelegt werden, ein Klo, eine Duschkabine und auf dem Tisch Papier und ein gut gefülltes Federpenal, die zum Aufschreiben einladen, also ist es auch eine Schreibpoetik, wie Manfred Müller erklärte und das plötzliche Gefangensein läßt wahrscheinlich an die “Wand” denken” und den Kafka-Experten natürlich an den Franticek.

Manfred Müller hat ein bestimmtes Werk erwähnt, das die Nicht-Kafka-Expertin gar nicht kennt. Ich habe, ich gestehe es, auch wenn ich mich damit als unliterarisch qualifiziere an die “Verwandlung” gedacht und an die “Wand” natürlich auch und Lukas Meschik hat das Ganze sehr sehr genau beschrieben und hinzugefügt, daß der gute Valentin Kemp nach und nach in andere Räume verlegt wird und Menschen kommen auch vor, aber mehr hat er nicht verraten, denn man soll sich das Buch ja kaufen, aber ich habe gestern Martin Horvaths “Moor im Hemd oder wie ich auszog die Welt zu retten” gefunden und die letzte Woche an der neuen Autobiografie von Bodo Kirchhoff gelesen.

Also keine Zeit, keine Zeit, obwohl mich das Buch schon interessieren würde und dann kam der noch jüngere, nämlich 1992 geborene Lehrer Mario Wurmitzer und der hat eine Fluchtgeschichte in eine Märchenwelt verpackt.

Da sitzt eine schwangere Frau am Spinnrand, um für den König Gold zu spinnen, der von seinen Untertanen immer mehr und mehr verlagt, so daß ein Ich und ein Du, ein junger Mann und eine unge Frau, erklärte Manfred Müller zu den Partisanen flüchten wollte und das bei “Luftschacht” erschienene Buch heißt “Im Inneren desKlaviers”, denn dorthin ziehen sich die Beiden offebnar zurück und es ist kein Debut, hat doch Mario Wurmitzer schon einen Jugendroman geschrieben und Theaterstücke schreibt er auch.

Interessant, interessant, die Abschlußveranstaltung. Manfred Müller wünschte noch einen schönen (Lese)sommer und morgen und übermorgen wird es für mich noch in die “Alte Schmiede” gehen.

Afrikanischer Prinz aus Cuba

Das Lesetheater hat ja eine jährliche Sommerlesereihe im Garten des Weinhaus Sittl, die heute mit einer von Ruth organisierten Lesung eröffnet wurde. Ist sie ja eine Cuba Expertin, weil lange dort gelebt, studiert und gearbeitet und sie hat in ihrer Reihe die “Donau hinunter”, die es seit 2007 nicht mehr gibt, als eines ihrer Bücher einen Gedicht- und Prosaband von Nicolas Guillen, den, wie sie im Programm schrieb “Großen Poeten der Negritude der zwanziger und dreißiger Jahre”, den füge ich hinzu, hierzulande keiner kennt.

Ich habe zwar das kleine rote Bändchen, 2002 erschienen, von ihr und Renata Zuniga übersetzt des von 1902 bis 1989 lebenden Dichters einmal von ihr bekommen und als wir zur Verlagsaufgabe 2007 die Donau hinunterradelten, gab es zwar eine Guillen Lesung, Ottwald John hätte da, glaube ich, lesen sollen, Robert Eglhofer hat es dann für ihn getan, weil alles andere zu umständlich, aber wir sind ja nur bis Regensburg mitgeradelt, also habe ich diese Gelegenheit versäumt und heute wäre ich auch fast in die “Alte Schmiede” gegangen, weil da ein anderer ihrer Autoren nämlich Hermann J. Hendrich bei den “Textvorstellungen” las, als ich mich aber vorigen Sonntag mit ihr traf, um noch einmal ein Kunstwerk des öffentlichen Raums zu beschreiben, hat sie mich darauf aufmersam gemacht und mir versprochen, daß sie mir einen Platz reservieren würde, also dann.

Also hingegangen, Erika Brunngraber war schon da, Ilse Kilic, alles Leute die auf der großen Donauradreise mitgefahren sind, waren schon da und gelesen haben Werner Grüner, Ottwald John, und noch eine Dame, Fritz Widhalm hat die Musik geregelt, wo original kubanische Klänge zu hören waren, Werner Grüner hat eine original kubanische Fahne aufgehängt und Ruth Aspöck hat eingeleitet und ein bißchen was zum Leben des Dichters gesagt, der aus einer reichen aus Afrika kommenden Familie stammte, ins Exil  gehen mußte, 1959 nach Kuba zurückkam und dort sehr populär wurde. Viele seiner Gedichte wurden vertont und zu “legendären Volksliedern” fügte sie noch hinzu und sie sind auch sehr politisch.

Es begann aber ganz einfach mit einem “Flötensolo”

“Die Flöte seufzte ihre Trauigikeit, die Flöte sagte: Kein Kummer ist so groß wie mein Kummer”.

Dann ging es weiter mit der Sonne nach Regen, dazu spannte Ottwald John, der später noch Rosen in das Publikum schmiß, einen Regenschwirm auf und bei Werner Grüner wurde es dann sehr politisch und auch sehr lang mit einem Gesang auf “West indies”:

“West Indies! Kokosnüsse, Tabak und Branntwein.

Hier lebt ein dunkles heiteres Volk,

konservativ und liberal.

Arbeite ich nicht, töten sie mich

und sie töten mich, arbeite ich,

so oder so töten sie mich,

so oder so töten sie mich”

Mit einem “Sklavenschiff” ging es dann weiter:

“Ich kam mit einem Sklavenschiff

Man brachte mich her

Zuckerrohr und Peitsche die Fabrik

Brennende Sonne,

Brauner Schweiß

Füße im Eisenblock”

Sehr politisch und anklagend, wie man sieht, als es aber in die “Fremden Länder”, vielleicht Exilstationen, wie in den “Winter von Paris” ging, wurde es auch nicht besser:

“Im Winter von Paris

gehts denen schlecht

den sans-abris

gehts denen schlecht

den sans-logis

gehts denen schlecht

den sans-nourri

gehts denen schlecht

im Winter von Paris”

Dazwischen immer wieder, wie schon beschrieben, Musikeinlagen und so hat man einen kleinen Einblick in die Welt eines kubanischen Dichters bekommen. Ein Grund vielleicht die kommentierten Neudrucke, der “Edition die Donau hinunter” zu lesen. Aber die gibt es ja schon elf Jahre nicht mehr und das Buch wird wahrscheinlich vergriffen sein, obwohl die Ruth noch ein paar Exemplare zu haben scheint, zumindestens lagen einige davon am Lesetisch auf und ich müßte es, das ich erstaunlich schnell in meinen Regalen gefunden habe, so daß ich gut zitieren konnte, auch noch lesen.

Was wahrscheinlich auch zu empfehlen ist, da die Akustik, wie ich hörte in dem gar nicht so gut besuchten Gasthausgarten gar nicht so gut war, die Musik eher leise zu hören war und außerdem sehr laut und eindringlich, die Lesenden immer wieder von Vogelgezwitscher übertönt wurden.

Türkisches Leben

Eigentlich habe ich ja dieses Wochenende dem ausführlichen Korrigieren meiner “Unsichtbaren Frau” widmen wollen, um mit dem Text, den ich am Sonntag schon an den Alfred geschickt habe, dann aber doch noch Fehler um Fehler in ihm gefunden habe, endlich fertig zu werden, dann habe ich in der Früh, ein Mail von Hüseyin A. Simsek mit einer Einladung zur Präsentation seines neuen Buchs “Das Mädchen wollte ihre Infrarotfarbe” am Samstag, um halb neun im “Kramladen” bei den Stadtbahnbögen am Lerchenfeldergürtel bekommen.

Meine Neugier hat gesiegt und ich bin hingegangen, habe aber zuerst bei  Hüseyin A. Simsek nachgegooglet, den ich bei den “Wilden Worten”, wo sein Verleger gelesen hat, kennengelernt habe und, der ein 1962 geborener, türkischer Autor und Journalist ist, der in deutscher, türkischer und zazaischer Sprache veröffentlicht und  seit 1998 in Österreich lebt. Vorher war er, der in verschiedenen Redaktionen gearbeitet hat, sehr viel in Gefängnissen und er hat außer literarischen, auch schon wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht.

Das kleine Lokal bei der Josefstädterstraße war bald sehr voll und der Autor, der von einer Dame unterstützt und eingeleitet wurde, erählte, daß er das Buch schon in den Neunzigerjahren geschrieben hat und  es jetzt in dem Verlag von Gerald K. Nitsche, den Verlag der “Wenigerheiten”, herausgekommen ist.

Im Internet wird das Buch, als Roman eines Aufschreies, “Hände weg von meinem Leben” beschrieben, Hüseyin A. Simsek, der, was ich ein wenig ungewöhnlich fand, nur wenig aus dem Buch gelesen hat, dafür aber eine ausführliche Inhaltsangebe gegeben hat, erzählte, daß es die Geschichte eines Mädchen sei, das sich von der patriarchalischen Struktur ihres Elternhauses lösen wollte und deshalb die Aufnahmsprüfung in ein Internat, beziehungsweise eine Schwesternschule machte.

Dort hatte gab es aber mit den religiösen Einschränkungen Schwierigkeiten und Unterdrückungen. Jeans wurden verboten und man durfte  auch nicht Seilhüpfen, weil das den Busen in Bewegung brachte, etcetera.

Das Mädchen hat sich dagegen aufgelehnt, sich offenbar auch an die Presse gewandt, was die Schule zu einer Gegendarstellung veranlaßte und der Romantitel ist wahrscheinlich, als Metapher für den Wunsch sein Leben selbst zu leben und sich gegen jede Bevormundung zu wehren, zu verstehen.

Ob dieser Versuch gelungen ist, war der Beschreibung und der Textprobe nicht ganz zu entnehmen. Dazu müßte man das Buch, das dem Publikum auch mit fünfzig Prozent Rabatt angeboten wurde, erst lesen.

Es  gab  aber Gelegenheit zu Fragen aus dem Publikum, das hauptsächlich aus der türkischen Gemeinde zu bestehen schien, obwohl die Veranstaltung, glaube ich, auch im “Falter” angekündigt war.

Es wurde zum Bezug des Autors zu dem Thema gefragt, der dabei auch sehr viel persönlich Erfahrenes verwendet  haben dürfte und es war sehr interessant,  eine neue Variante des Literaturbetriebs kennengelernt zu haben und das türkische Leben in Wien studieren zu können, obwohl ich ja eigentlich zu Hause bleiben wollte.

Die Calamari warten

Ich bin ja eine begierige Verfolgerin der Sprachkunstlesungen. Vom Anfang an und vielleicht schon vorher in der Entstehungsphase habe ich die Entwicklungen des Hochschulllehrganges für Sprachkunst verfolgt. War bei den Studentenlesungen, wie die ersten Jahresabschlußlesungen noch hießen, beim “Symposium für Sprachkunst”, beim Fest für Robert Schindel, dann ging der Lehrgang in die “Alte Schmiede” und im Literaturhaus gibts jetzt jeweil zum Semesterende, je eine Veranstaltung mit einem speziellen Titel. Ich war, glaube ich, bei fast allen und einmal auch im Republikanischen Club, wo die Zwischenwelt ihre Sprachkunstlesung mit ihremLehrer Vladimir Vertlib hatte.

Heute hieß es also die “Calamari warten”, einmal habe ich einen Studenten nach der Bewandtheit der Titel gefragt, inzwischen lasse ich mich überraschen und es war der Jahrgang 2015/2016 dran, wo ich gerade Frieda Paris kannte, weil sie ja eine der Betreuerinnen von Christel Fallenstein ist und sie mich einmal auch bei den OTönen angesprochen hatte.

Das Literaturhaus sehr voll mit  Sprachkunststudenten und wahrscheinlich ganz wenig anderen Zuhörern, auch den Lehrkörper habe ich diesmal nicht gesehen.

Barbara Zwfelhofer leitete ein und wies auf die Sprachkunststudentin Anna Draxl hin, die sonst immer beim Ausschank ist, die die Veranstaltung organisierte.

Die las auch als erstes, zwei Texte mit kurzen schönen Sätzen, die ein bißćhen auf den Titel hindeuten könnten. Ging es beim Ersten doch um jemanden, der sowohl eine Fabrik, als auch das Geschehen in einem Schiff beobachtet und im anderen, um jemanden der Schiffe verleiht.

Die Calamari warten, denke ich also unterm Wasser und fangen die Körper ein, die sich dort nähern. Sie können aber auch auf den Tellern warten, in den Vierteln vielleicht, wo viele türken wohnen und wo auch Zitronen über die Straßen rollen, denn Muhamed Ali Bas, den ich, glaube ich,  schon mal gehört habe, hatte genau einen solchen Text.

Es ging um das “Heimatrecht, Alter!” und um den Opa, der sich vielleicht ein solches in Anspruch nehmen könnte, aber sowohl keinen Parkschein, als auch keinen Behindertenausweis hat.

Dann folgte Katharina Pressl mit kurzen Textsequenzen und Stephan Langer mit zwei Strängen aus einem Theaterstück, wo es sowohl um die Protokollierung, als auch um Hunde ging und nach der Pause betrat Frieda Paris mit einem Sackerl die Bühne. Vorher hat sie einen Föhn aus ihm herausgenommen und nachher noch einige Sachen, wie einen Kamm, eine Kaffeemaschine etcetera auf den Tisch gestellt und immer wieder zwischen ihren Gedichtzeilen mit den Gegenständen hantiert.

Antonio Schachinger hatte auch einen sehr interessant über Ecuadorianer, die in Mexiko ihr Leben fristen und Stephan Manuel Eggenweber brachte, wie Antonio Schachinger ankündete einen autobiographischen Text, der war dann natürlich sehr verschlüßelt und handelte, wie Charlotte Roche Texte von vielen Körperflüßigkeiten. Es ging um Sprache und den Mund dabei. Zuerst war vomKörper die Rede, dann ging es zu einem Festbanquette, wo sechs Studenten oder Cateringkräfte, die Gäste einschloßen, während sie ihnen das Festmahl, die Süppchen und anderen Köstlichkeiten servieren und am Ende kotzen alle vor sich hin und waren fröhlich und wenn ich es recht verstanden habe, hat die neue Sprache dabei gesiegt.