Vom Rausch des Schreibens zum Musil-Archivgespräch

Ich bin auch heuer wieder nicht zu der Eröffnung der Sonderausstellung “Im Rausch des Schreibens – von Musil bis Bachmann”, im “Literaturmuseum” gekommen, denn da war, glaube ich, die “Autorinnen feiern Autorinnen-Veranstaltung” im Rathaus, was  insofern nicht so viel macht, da man  an den Veranstaltungstagen ab sechs umsonst in das Museum gehen kann und die Gratistickets, die wir damals bei der “Literaturarchiv-Führung” bekommen haben, müssen auch noch irgendwo beim Alfred liegen.

Also heute nach meiner fünf Uhr Stunde, noch schnell zum “Hofer”, Milch, Faschiertes, Bananen und Emmentaler einkaufen, hoffentlich wurde mir das bei der Hitze nicht schlecht und dann hinauf in den dritten Stock in die Sonderausstellung.

Ich habe ja am Etröffnungsabend das Kulturjournal gehört, wo darüber berichtet wurde und ich dachte, es geht wieder, um die Dichter und ihre Shreibtische, das war auch teilweise so.

Ansonsten war der Titel wieder eine ziemliche Irreführung, gab es zwar gleich am Anfang drei Korrekturfassungen eines Gerstl-Gedichts zu sehen, das glaube ich sogar “Drogenrausch” oder so hieß und dann gabs was von der Bachmamm und die FM war natürlich auch zu sehen, wie sie in ihren Zettelbergen untergeht, beziehungweise mittendrin an ihrer “Hermes” sitzt.

Aber dann ging es um den Alkohol und das Rauchen, gut, ist im Titel zu erklären und es ist auch interessant, daß es vonden Zwanziger- bis Dreißigerjahren eine Zeitschrift der Tabakindustrie mit dem Titel “Die Raucherin” gab, die den Damen das Zigarrettenrauchen schmackhaft machen sollte.

Das wäre heute undenkbar und dann lagen auch auf einmal die Romane der großen Amerikaner und die von Upton Sinclair, etcetera auf, die sich mit Opium, Nikotin und dem Rauschgift beschäftigten.

Brunngrabers “Heroin” lag nicht auf, aber vielleicht habe ich das übersehen und Joseph Roth  ist ja an seiner Alkoholsucht zugrunde gegangen.

Von ihm gabs ein Zitat, daß das Leben, beziehungsweise die Literatur nichts ohne Alkohol sei und von Robert Musil, der ja auch im Titel steht, gab es sein Rauchertagebuch zu sehen und das ist insofern interessant, wurde doch um sieben die bei “Jung und Jung” erschienene neue Werkaufsabae vorgestellt und Robert Musil scheint jetzt modern, beziehungsweise ein Jubiläumsjahr zu haben, beschäftigen sich jetzt ja einige mit dem Ulrich und bei dem Archivgespräch, Bernhard Fetz wies natürlich propmt auf das Tabaktagebuch in der Sonderausstellung hin,  wurde zuerst von Dagmar Leupold, eine “Jung und Jung-Autorin” , die mit ihren “Witwen” auf der letzten dBp Liste stand und ich eines ihrer Bücher auf meiner heurigen habe, aber vielleicht nicht zum Lesen komme und Clemens  Setz, dessen “Stunde zwischen Frau und Gitarre”  auf der 2015 dBp stand,  je ein Stückchen aus dem “Mann ohne Eigenschaften” gelesen und hier ist interessant, daß Dagmar Leupold genau diese Ausgabe mitbrachte, die ich auch 1974 vierzehn Tage Lang im Häuschen am Almweg gelesen habe und, wie ich immer hinzufüge, nicht verstanden habe.

Walter Fanta vom Musil Institut, der offenbar der Herausgeber war, saß auch am Podium, moderiert wurd von Ronald Pohl und dann gab es ein Gespräch, das die Frage beantworten sollte, was Musil der heutigen Leserschaft noch zu sagen hat und warum man ihn lesen sollte?

Das weiß ich nicht so genau und ich habe mit Zwanzig, muß ich gestehen, das Buch auch nicht so spannend gefunden, daß ich nicht zu lesen aufhören konnte.

Daß es aber um Inzest zwischen dem Ulrich und seiner Schwester Agathe geht, habe ich mir gemerkt und auch das von der Parallelaktion.

Daß das Buch unvollendet blieb, habe ich dagegen nicht gewußt und die neue Ausgabe ist auch ein kommentierte, die man offenbar auch online finden kann und dann wurde noch diskutiert, wie das Internet die Archive ändern wird und das  ist etwas, das mich sehr interessiert, weil es ja bald keine Handschiften und dann wahrscheinlich auch keine Vorläße mehr geben wird, wenn man alles im Netzt finden kann.

Walter Fanta erwähnte noch, daß Musil alles in seinem Werk verknpüfte und auf ähnliche Stellen in seinem Werk verwies.

Das mache ich in meinen “Literaturgeflüster” auch und habe da schon über dreitausend  Artikel und werde wahrscheinlich so bald oder vielleichauch nie zum Wiederlesen des “Manns” kommen, habe aber da kürztlich “Musils Möder” gelesen und jetzt das Archivgespräch, das sehr interessant und sehr gut besucht war.

Nachher bin ich mit dem Herrn Pauer, der mir erählte, daß er den “Mann” 1969  im August 1974 in vierzehn Tagen gelesen hat, während in Prag die Russen einmarschierten, zurückgegangen.

Das ist natürlich ein Ereignis, das prägt und die Erinnerung wachhält. Also kann ich sagen, daß ich damals warhscheinlich Heftchen-Romane gelesen habe, aber in dem Supermarkt, den es am Brunnenmarkt gegeben hat, einkaufen war und dort ein Glas Roten Rüben- Salat zerbrochen habe, was ich wahrscheinlich bezahlte und anschließend bin ich, glaube ich, auch zu Fuß auf den Almweg gegangen, wo ich ja damals meine Sommer verbrachte.

Von der Wien-Erforschung zur Schule der Dichtung

Ich mache ja immer gerne Wien-Tage und habe mir während meiner Strohwitwenzeit, abgeseehen vom öffentlichen Raum mit der Ruth, ja eher das mir unbekannte Wien, also die Randbezirke vorgenommen oder sagen wir, das hat sich so ergeben, daß ich zweimal in der Seestadt war beziehungsweise das erste Mal nach ihr suchte und dann fiel mir ein, daß der zehnte Bezirk mit dem Laaerberg und dem böhmischen Prater ein genauso unbekannter Ort für mich ist.

Das heißt im böhmischen Prater war ich einmal vor circa dreißig Jahren mit der Anna und der Monika Jensen, die inzwischen schon verstorben ist und meine Klienten erzählen mir manchmal vom Kurpark Oberlaa so habe ich mich entschlossen, den heutigen Samstag diesbezüglich zu benützen und es ist auch ein langer Auslflugstag geworden, weil es am Abend ja das Fest der “Schule für Dichtung” im Rabenhof gegeben hat.

Sonst bin ich nach meineen Recherchetagen oft schon nach ein paar Stunden zurückgekommen, diesmal dachte ich, ich sollte vielleicht vom Laaerberg direkt zum Rabenhof gehen, nur wußte ich nicht, wie das geht und auf meinen Stadtplänen kam mir auch nicht Erleuchtung, nur daß der Laaerberg nicht so weit von Simmering entfernt ist und Simmering nicht so weit vom dritten Bezirk.

Also bin ich über den Reumannplatz losgezogen und ab dem Reumannplatz war mir die Gegend ziemlich unbekannt, bis dahin kein Problem, denn da habe ich ja manchmal meine Cousine Irmi besucht, die dort  eine Wohnung hat.

Ich habe schon um halb zwölf die erste Rast beim Mc Donald`s auf der Favoritenstraße gemacht, um mir einen Cheese burger de luxe, den ich ja gerne habe und ein Bananenshake gekauft und das Ganze in einem sehr schönen und sehr sonnigen Hinterhofgarten gegessen.

Danach die Laaerbergstraße an vielen Neubauten losmarschiert, Den böhmischen Prater habe ich dann gleich gefunden, dann kam das Erholungsgebiet Laaer Wald und da hat es ein bißchen zu regnen angefangen, so daß ich mich dort auf kein Bankerl, wie ich es eigentlich wollte, legen konnte, sondern habe bei einer Bushaltestelle in der Bitterlichstraße Halt gemacht und dort herausbekommen, daß der Bus nach Simmering fährt.

Weil sich das Wetter aber wieder gebessert hat, bin ich zuerst in den Kurpark Oberlaaa gegangen, den ich nicht gleich, weil eine Baustelle gefunden habe, dann habe ich aber meinen Mittagsschlaf im Kurpark vor einem sehr schönen Springbrunnen gehalten, habe der Konditorei Oberlaa, beziehungsweise deren Klo, einen Besuch abgestattet und am Rückweg ganz zufällig den anderen Teil des Erholungsgebietes gefunden, nämlich einen tollen Park mit Skulpturen, Kinderspielplatz etcetera, der 1974 im Rahmen der WIG eröffnet wurde, wie ich auf verschiedenen Tafeln las.

Also eine neue Entdeckung und den Weg zum Rabenhof über die Simmeringerhauptstraße habe ich dann auch gefunden, dort war ich schon um halb sieben, um acht hats angefangen, die Zählkarten konnten man sich ab sieben abholen, so habe ich den Einzug der Besucher auf einem Bankerl beobachtet und die “Schule der Dichtung” ist mir vielleicht auch, weil sehr experimentell, ein wenig fremd.

Vor fünfundzwanzig Jahren wurde sie von Ide Hintze gegründet. Da kann ich mich an eine GAV-GV erinnerin, wo er den Vorschalag einbrachte. Er hat mich dann auch einmal angerufen, um sich bei mir wegen des “Arbeitskreises schreibender Frauen” zu erkundigen.

Zu einer Mitarbeit ist es aber nicht gekommen, denn ich ich bin ja nicht experimentell so habe ich mir die Werkshow immer bei “Rund um die Burg” angeschaut,Nick Cave hat dort unterrichtet, Falco, Allain Ginsberg, Gert Jonke etcetera und Falko war sogar im Programm, als angefragt angekündigt.

Seminare habe ich dort auch keine besucht, wohl aber der ebenfalls realistisch schreibende Luis Stabauer, der hat einen Kurs bei Nora Gomringer gebucht und dann seinen Text mit den anderen der Gruppe beim “Schamrock-Festival” im Literaturhaus vorgetragen.

Fritz Ostermayer, der jetztige Leiter, Ide Hintze ist vor fünf Jahren gestorben, scheint ein Witzpolt zu sein und so ist nicht nur Falco erschienen sondern auch Antonio Fian der sein Dramulett über die “Schule der Dichtung” lesen sollte nicht, denn dessen Dramulette werden jetzt in Klagenfurt aufgeführt und da wollte er bei der Premiere dabei sein und so haben Judith  Nica Pfeifer und Frithz Ostermayer das Dramulette gelesen, das der “Schule  für Dichtung” gewidment ist.

Vorher gab es aber noch einen projezierten Buchstabensalat, denn die”Schule  für Dichtung” arbeitet auch sehr viusuell. So schlängelten sich Buchstaben auf die große Zahl fünfundzwanzig und einen Sprechchor gab es auch. Dann kam Gerhard Rühm, der glaube ich auch ein Lehrer der Schule für Dichtung ist und brachte mit seiner Frau einige Sprechstücke und gab dann noch sehr alte Chansons aus den fünfziger oder sechziger Jahren zum besten.

Dann gabs eine Pause und dann noch zwei kurze Konhzerte nämlich “Worried men and Worried Boy”, das ist der Frotsänger der “Worried man skiffle group” mit seinen Sonn und deren Lieder, vor allem die des Vater Bayer, Okopenlo und Rühm Vertonungen “Glaubst i bin bled” haben mir sehr gefallen.

Das zweite Konert gab Anne Cotten mit ihrer Schwester und dann wurde, wie Fritz Ostermeyer erklärte, gefeiert. Es gab aber kein Buffet, vielleicht hat das im internen Bereich im Künstlerzimmmer stattgefunden und so bin ich nach Hause gegangen, um meinen Bericht zu bloggen, denn das wurde ich am Klo gefragt, ob ich das wiedertun würde?

Ja natürlich , denn das “Literaturgeflüster” ist sehr wichtig für mich und dann werde ich mich meinen realistischen Fortsetzungsgeschichten widmen, denn eine visuelle experimentelle Poetin bin ich ja nicht, obwohl mir das Motto der sfd “Viva la poesie” sehr gut gefällt und das Fest sicherlich ein Höhepunkt meiner Strohwitwenzeit war, das heoßt halt, der Tag für Elfriede Gerstl war auch sehr intensiv und da hat es ein Buffet gegeben und es haben die anwesenden Autoren auch mit mir gesprochen.

Elfriede Gerstl Tag

Am sechzehnten Juni wäre Elfriede Gerstl fünfundachtzig Jahre alt geworden. Deshalb hat das Intitutu für Germanistik heute in der “Alten Schmiede” eine Elfriede Gerstl-Tagung abgehalten.

Dann gabs eine “Stunde der literarischen Erleuchtung” und im Anschluß wurde der Band fünf der bei “Droschl” erschienenen Werkausgabe”Das vorläufige Bleibende” vorgestellt und ich kenne die 1932 geborene ganz gut.

War sozusagen ein Fan von ihr. Habe mir irgendwann, als ich noch in der Otto Bauergasse wohnte,die “Wiener Mischung” gekauft und bin ihr auch manchmal begegnet, wenn ich durch Wien gegangen bin.

War sie doch auch eine begnadete Flaneurin. Dann habe ich durch GAV direktenKontakt zu ihr gekommen. Sie hat, weil sie wahrscheinlich schwer nein sagen konnte, einmal bei meinem Geburtstagsfest gelesen undals es im “Semper Depot” das große neue “Wespenetnfest” gab und ich keine Einladung hatte, wil ich ja nicht zu denhundert bedeutensten österreichischen Autoren zähle, hat sie mich einfach dazu mitgenommen.

2009 ist sie gestorben. ich war be ihrem Begräbnis, habe einige Bcher von ihr gelesen, war bei einigen Veranstaltungen und habe “Die berechtigten Fragen” aus dem dem Jahr 1973 auch einmal im Bücherschrank gefunden und als an einem sechztehnten Juni die Bücherschrank-Lesung in der Grundsteingasse war, habe ich dort nicht nur aus der “Mimi”, sondern auch ein Stückchen ihr zu Ehren daraus gelesen und der “Droschl Verlag” hat nach ihrem Tod eine Werkausgabe von ihr zusammengestellt.

Da wa ich bei allen Präsentationen, eigentlich hätten es vier Bände werden sollen.

Aber weil so viel unveröffentlichtes Maerial vorhanden war, gibtes einen fünften Band und das Symposoum “.. bin ich aus Sprache”hat um elf  begonnen.

Da bin ich zwar,weil ich noch eine zehn Uhr Stunde schon lange eingeteilt hatte, ein bißchen hu spät gekommen und habe daher, was sicherlich sehr schade ist, den Vortrag über das Frühwerk fast versäumt, nur aus der Diskussionen mitbekommen, daß Elfriede Gerstl Schwieigkeiten hatten, sich in der Gruppe um Hermann Hakel zu behaupten.

Dann kam schon Alexandra Millner an die Reihe und referierte über Elfriede Gerstls Hörspiele oder über die “Berechtigten Fragen”, die ich  auch einmal in einer Lesetheateraufführung hörte, weil die “Frauen lesen Frauen” Elfriede Gerstl, die ja schwer nein nasgen konnte, bevorzugt zu ihren Veranstaltungen eingeladen haben, damit Leute kommen, weil sie ja nach dem sie spät aber noch den “Trrakl” und den “Fried-Preis” im selben Jahrb bekommen hat, sowas wie berühmt geworden ist.

Ihr war der späte Ruhmso gar nicht recht, da sie sich in den fünziger Jhren ja sehr durchkämfpen mußte und vom Kulgturamt nicht die Unterstüzung bekommen hat, die sie brauchte.

Dann gab es eine Mittagspause, die Referenten wurden zum Essen eingeladen, ich habe mir in einem der Asia- Garbuden, die es am Schwedenplatz gibt, kleine Chicken Noodles geholt, dann ein Eis in dem berühnmten Eissalon am Schwedenplatz und bin danach ins tschechische Zetrum in die Herrengasse gewandert, denn da gab es einen” Tag der offenen Tür,” wo tschechische Heilbäder vorgestellt wurden und man dazu Kaffee und Kuchen, sowie andere Schmankerln bekommen hat.

Dann ging es weiter mit einem Vortrag eines Sprachwissenschaftlers über das Wienerische bei Elfriede Gerstl und als Kontrast dazu kam ein Pole, der Elfriede Gerstl gerade übersetzt und über seine diesbezügliche Schwierigkeiten dabei berichtete.

Dann gab es eine Pause, mit wieder Kaffee und Kuchen und dann stellte Katharina Serles, die in Wien Germankistik studierte, aber jetzt gerade in Desdenabeitet, Elfriede Gerstl multimedial vor.

Das heißt, sie zeigte Bilder und Filme über sie. Zeigte so das Atelier in der Kettenbrückengasse, wo sie ihr Kleiderlager hatteund ich sie einmal hinbegleitet habe, weil wir beide ins MUSAzu einer Aichinger-Veranstaltung nicht mehr hinein gekommen sind.

Dann gabs wieder eine Pause, wo ich ein bißchen am Donaukanal entlangflanierte und dann ging es in den Keller, wo Teresa Präaauer und Franh Schuh in der “Stunde der literarischen Erleuchtung” Texte aus der  neuen Werkausgabe lasen und dazu kommentierten.

Danach wurde die Werkausgabe vorgestellt und es gab eine Podiumsdiskussion mit Herbert J. Wimmer, der ja Elfriede Gerstls Lebensmensch war, Franz Schuh, Konstanze Fliedl, Christa Gürtler und Doron Rabinovici, wo auch die Frage diskustiert wurde, was von Elfriede Gerstl bleiben wirdẞ

Das ist wahrscheinlich genausowenig klar,wie ob sie jetzt eine Rand oder Kultfigur ist und ob sich die jungen Leuten  sehr für sie interessieren?

Es gab aber im Anschluß ein sterisches Buffet, das der “Droschl- Verlag” stiftete, mit Wein,  Aufstrichen und Apfelstrudel und die ganze literarische Prominenz ist dazu gekommen, so daß ich mich mit Manfred Chobot, Mathias Fallenstein, Gustav Ernst etcetera unterhalten konnte.

Vom Centrope ins Literaturhaus und in die Galerie Lindner

Heute war wieder ein literarischer Tag könnte man so meinen oder eigentlich auch nicht.

Am Vormittag vier Stunden, dann mit einem Umweg über den Bücherschrank, wo ich nicht fündig wurde, in die “Dokumentationsstelle für Mittel- und Osteuropäische Literatur zum Centrope Workshop”, wo wir uns inzwischen mit den Sujets befassten und Stephan Teichgräber Bücher von Beppo Beyerl, Anna Kim und den Peter Esterhazy, den ich vor ein paar Wochen gefunden habe, als ich zum orkshop oder vielleicht auch in die Hauptbücherei ging.

Ich habe das Buch jedenfalls einmal mitgenommen, dann auf meinen Schlafzimmerstapel gelegt, der inzwischen schon riesig ist und wenn man in den Büchern das Sujet analysiert, erklärte Stephan Teichgräber, kann man eine diesbezüpgliche Analyse machen und weiß alles bezüglich der Motive und der Fabeln und braucht keine Inhaltsanalyse mehr geben.

Davon komme ich so schnell wohl nicht los und will das auch nicht wirklich und der Philosoph, der mit mir das Workshop besucht, bot sich an, das nächste Mal “Den Meister und Margarita” zu analysieren.

Das gehört zwar zur russischen Literatur und nicht zu der des Centropes, ist aber sicher interessant und bezüglich des Abendprogramms hätte es auch einige Alternativen gegeben.

So gab es ein “Worldpress-Treffen” ganz in meiner Nähe, irgendwo im fünften und in der Hauptbücherei stellte Sybille Haman Shida Bazyar die “Bloggerdebutpreisgewinnerin” vor.

Das wäre zwar ganz interessant gewesen, mich ihr als ein Mitglied der Jury vorzustellen, aber ich gehe eigentlich nicht so gerne zu Veranstaltungen, wo ich schon das Buch gelesen habe, außerdem hätte man sich anmelden müssen und im Literaturhaus gab es eine Performance zum Thema Kannibalismus, beziehungsweise zum “Menschen fressen”.

Das ist zwar nicht ganz mein Thema, aber sicher interessant, wie Barbara Zwiefelhofer in der Einleitung erwähnte und Maria Seisenbacher, die mit Hermann Nikklas zur “Wortwerft” gehört, habe ich schon einmal in der “Gesellschaft für Literatur” gehört.

Dazu kam noch eine Tänzerin, nämlich Marlene Wolfsberger und die drei, barfuß mit schwarzen T-Shirt und Jeans, hatten ein Programm erarbeitet, wo sie vom Hänsel und Gretel wo, es ja auch um das Menschenfressen, bis zu japanischen Texten, Krimifällen, da gibt es ja einiges an Kaniballismus in der Kriminalgeschichte, bis zu eigenen Texten, eine interessante Performance bote.

Das Publikum war mir wieder gänzlich unbekannt, hat also vermutlich aus Freunden und Verwandten der Veranstalter bestanden und Maria Seisenbacher, das muß ich  erwähnen, war sehr freundlich und hat mir ganz genau erklärt, wie es zu der Veranstaltung gekommen ist.

Ich habe mich mit ihr länger unterhalten und  am Rückweg dann doch noch in der Galerie Lindner vorbeigeschaut, wo es eine Vernissage gab.

“Weissbruch” von Annete Haas und Denise Winter.

Die Frau Lindner und die Anna Lindner mit ihrem Sohn waren da und ich habe mich bei derletztern erkundigt, ob sie morgen zum “Gerstl-Symposium” in die “Alte Schmiede” kommt.

Sie kommt, hat sie mir gesagt und ich habe das auch vor, so daß auch der morgige Tag wahrscheinlich auch sehr literarisch werden wird.

Vom öffentlichen Raum zu Brigitte Hamanns Sammlungen

Mit dem Erforschen des öffentlichen Raumes mit der Ruth, die inzwischen einen Veranstaltungsvorschlag für das nächste Jahr bei der GAV einreichen wird, ist es heute weitergegangen.

Wir haben uns, vorher  war ich mit der Anna am Naschmarkt essen und Probleme mit dem Internet hatte ich auch, bei der U-Bahnstation Krieau getroffen und dort steht die U-Bahntrasse auf einer Menge Säulen und die wurden von zwei verschiedenen Künstlern bemalt.

Da gibt es einmal die “3 Brothers”, das ist ein Projekt des brasilianischen Künstlers Speto, der eine Hommage an die Brüder Villas-Boas und an die Erzählkunst der indogenen Bevölkerung Brasiliens geliefert hat, in dem er die Säulen mit kugelförmigen Gesichtern in verschiedenen Größen, die die Brüder darstellen sollten und noch eine indogene Frauenfigur dazu malte.

Wir sind im Gras auf der gegenüberliegenden Straßenseite gesessen und haben unsere Texte, was mit der wenigen Hintergrundinformation, die wir hatten, gar nicht so einfach war, geschrieben.

Dann gab es eine Pause in der Bäckerei Felber bei Kaffee und Kuchen. Danach ging es mit dem französischen Künstler Honet, der seine Säulen mit minimalistischen Figuren, beziehungsweise modernen Totemköpfen bemalt hat, weiter.

Da sind jeweils drei auf einer Säule in den verschiedensten Farben und ich habe mir während des Schreibens Gedanken gemacht, wen  die Totemköpfe wohl bewachen, was ihre Funktion unterhalb derU-Bahntrasse ist und oben brausten die grauen Silberpfeile vorbei.

Bei unserer Veranstaltung werden wir laut Ruths Plan, die beiden Stationen mit der “Gerngroß-Säule” von Franz West verbinden.

Jetzt  sind wir aber in die Servitengasse gefahren, denn da git es noch eine Ergänzungen zu den “Antifaschismus-Stationen”,die wir schon am Montag beschrieben haben.

Denn dort hat die Künstlerin Julia Schulz in den  Boden eine Vitrine eingelassen und die mit 462 Schlüsseln gefüllt, an denen jeweils ein Namensschild einer Jüdin oder eines Juden befestigt ist, die dort bis 1938 ihren Wohnsitz oder ihr Geschäft hatten.

Das regt natürlich an Geschichten über Helena Friedmann, Alfred Kohn oder Moritz Eisler, etcetera, zu schreiben.

Wir haben uns auch hier unsere Geschichten vorgelesen und uns dann getrennt. Die Ruth ist zu einer Lesetheaterveranstaltung ins Theatermuseum gefahren, ich in die Wien-Bibliothek, wo eine Ausstellung, der im Vorjahr verstorbenen Historikerin Brigitte Hamann eröffnet wurde, denn die war eine große Sammlerin und ihre Wohnung war voll von Gegenständen, Briefen, etcetera, die sie aus verschiedenen Nachläßen und Auktionen erstanden hat.

Die wurden inzwischen von der Wien-Bibliothek übernommen und dort war es, als ich zwanzig Minuten vor Beginn gekommen bin, wieder sehr voll, so daß ich nur ganz hinten einen Platz bekommen habe, mich aber da mit Agnes Pistorius unterhalten konnte, die neben mir gesessen ist.

Markus Hering hat Textbeispiele gelesen, dann kam ein Sohn von Brigitte Hamann und erzählte, wie aufregend es für ihn und seine Geschwister gewesen ist, mit den wertvollen Gegenständen, die einmal dem Kaiser Maximillian oder der Kaiserin Sisi gehört haben, aufzuwachsen.

Brigitte Hamann hat auch die Truhe gefunden, die Sisis Gedichte enthielten, die erst 1950 geöffnet werden durften und dann veröffentlicht werden sollten.

Die sind angeblich schlecht oder in der Heine-Nachfolge.

Der Alfred hat mir aber einmal zum Muttertag ein kleines Büchlein mit den Gedichten der Kaiserin Elisabeth geschenkt und Kyra Waldner oder war es Marcel Atze, berichtete von der aufwendigen Haarpflege, die die Kaiserin mit ihren fast bodenlangen Haaren hatte.

Dann gab es wieder Brot und Wein. Man konnte sich den Katalog “So schön kann Wissenschaft sein”, ein Ausspruch von Brigitte Hamann, die ich ja, glaube ich, 2012 das letzte Mal gesehen habe, als sie den “Toleranzpreis des österreichischen Buchhandels” bekommen hat, kaufen oder sich die Ausstellung ansehen, in der nur ein Teil der Exponate, wie Marcel Atze betonte, zu sehen waren.

Ich habe mir vor allem die tonaufnahmen angehört, wo Brigitte Hamann über ihre Bücher über Kronprinz Rudolf, dieKaiserin Sisi und “Hitlers Wien” berichtet hat.

Ich habe zwar keines der Bücher gelesen. Aber vielleicht finde ich einmal eines in den Schränken. Das ist sicher interessant und auch natürlich, daß der Sohn sehr offen überdie Demenz seiner Mutter berichtet hat, die ja, glaube ich, schon 2021 zu merken war.

 

Hermynias Ende und Anfang

In der Bibliothek, die ich von meinen Eltern erbte, stand auch Hermynia zur Mühlens “Reise durch ein Leben”, die Geschichte der 1883 geborenen Aristokratin und Diplomatentochter, die bei der Großmutter in Gmunden aufgewachsen ist und dort zwei Freundinnen, ein Bürger- und ein Arbeitermädchen hatte.

In den Neunzigerjahren hat dann, glaube ich, der “Sisyphus-Verlag”, die “rote Gräfin” entdeckt und ihre Autobiografie “Ende und Anfang” herausgegeben und noch ein anderes Buch.

Dann kam der “Promedia-Verlag” mit den “Töchtern der Nazinen”, wo wir die gleichen Protagonisten, wie in der “Reise durch ein Leben” treffen, sowie “Ewiges Schattenspiel” und “Als der Fremde” kam.

Diese Bücher habe ich gelesen und irgendwann, wahrscheinlich auch in den Neunzigerjahren, ich habe noch nicht gebloggt, gab es im Literaturhaus eine Veranstaltung “Zum Tee bei Hermynia” veranstaltet von der “Exil-Bibliothek”, wo auch Christiane Zintzen einen Vortrag hielt und es nachher, wie ich mich zu erinnern glaube, Tee und Brötchen gab, wo von Hermynia zur Mühlens Exil in England die Rede war.

Sie hat da sehr viel geschrieben und übersetzt. Upton Sinclair zum Beispiel und ich habe auch ein paar dieser Bücher in meinen Harlander Regalen, weil sie überleben mußte und sich dadurch, wie Ursula Seeber, glaube ich, anmerkte, auch ein wenig ausgeschrieben.

Mir würde da der gleiche Themen- oder der gleiche Personenkreis auffallen, aber ich habe nicht alles, nur vier Bücher gelesen und dann gibt es noch die “Frauen lesen Frauen-Gruppe” des “Ersten Wiener Lesetheaters” und die haben schon vor ein paar Jahren einmal  Hermynia zur Mühlen im Literaturhaus aufgeührt.

Und heute wieder, die Autobiografie, veranstaltet von Judith Gruber-Rizy, die einleitend den Lebenslauf der roten Gräfin erzählte und das war ein sehr bewegtes Leben. Denn bei der Großmutter in Gmunden aufgewachsen und sich sehr früh mit der sozialen Frage beschäftigt. Dann ist sie aber sehr viel mit den Eltern gereist, nach Algier, Venedig, Florenz, Paris, Alexandrienund hat auch in einem Pensionat gelebt.

Das Verhältnis zur Mutter dürfte ein schwieriges gewesen sein. Es gab einen “roten Onkel” und der Vater, der der Tochter auch viel Bildung abverlangte. Aber sehr unzufrieden war, wenn sie sich unter ihrem Stand verliebte.

Sie hat dann einen baltischen Baron geheiratet, der sehr verschieden von ihr war und sich von ihm wieder getrennt.

Das beschreibt sie in ihrer Autobiografie, die mit dem ersten Weltkrieg endet. Die Scheidung von dem Baron und den Weg in ein selbständiges Leben, wo sie schriftstellerisch tätig gewesen ist, bezeichnet sie als Anfang.

Dann kam bald das dritte Reich, ihre Bücher waren auf den verbotenen Listen und die Emigration nach England. Die Rückkehr nach Österreich wurde ihr verwehrt und heute ist sie, die 1951 in England gestorben ist, wie die Lesefrauen erwähnten, ziemlich vergessen.

Für mich nicht so ganz und ich denke, sie wäre auch eine Kanditatin für die “Autorinnen feiern Autorinnen-Veranstaltung”, die ja Julia Danielcyck eingeführt hat.

Neben Else Feldmann würde ich sie mir sehr wünschen und im “Republikanischen Club”, wo die Veranstaltung stattgefunden hat, gab es wieder Wein, Knabbereien und Gespräche und da habe ich gehört, daß einige Besucherinnen meinten, sie hätten noch nie etwas von Hermynia zur Mühlen gehört, die ja inzwischen wieder außer ein paar “Promedia-Restbestände” wieder vergriffen ist.

Da bin ich dank dem Bücherschrank meiner Eltern nicht so ganz ungebildet und auch gespannt, was ich vielleicht noch von der “roten Gräfin”, die sich so stark für die sozialen Fragen interessierte, hören werde.

Karl Kraus und die Frauen

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, unermüdliche, mit der wir den letzten Silvester und vor kurzem ihren achtzigsten Geburtstag gefeiert haben, hat sich ja in ihrem letzten Buch mit “Karl Kraus und den Frauen” beschäftigt und heute im Literaturhaus eine diesbezügliche Veranstaltung gemacht.

Ursprünglich habe ich gar nicht hingehen willen, war ich ja schon bei ein paar diesbezüglichen Lesungen und außerdem das Buch noch auf meiner Leseliste. Dann hat mir aber der Alfred ein Kuvert mit einem Foto in die Hand gedrückt und gesagt, ich solle es ihr geben und weil ich ja sehr genau und gewissenhaft bin…

Außerdem hatte ich  eine sechs Uhr Stunde und da ist es sich gerade noch ausgegangen, rechtzeigtig ins Lieraturhaus zu kommen. Es hätte zwar auch in der”Gesellschaft für Literatur” eine Veranstaltung zu Wolfgang Hildesheimer gegeben. Aber Karl Kraus ist sicher interessant außerdem war auch Andrea Stift, die sich ja jetzt Stift-Laube nennt, im Programm angekündet und von der habe ich schon länger nichts mehr gehört, nur ihr letztes Buch gelesen und würde auch ganz gerne wissen, warum sie nicht mehr beim “Ohrenschmaus” mitmacht?

Diese Frage hat sich für mich allerdings nicht beantwortet, denn Heidi Hagl hat Andrea Stifts Text gelesen, da sie gar nicht gekommen ist, so hat sie Hilde Schmölzer entschuldigt und dann das Vorwort zu ihrem Buch gelesen.

Karl Kraus hatte ein sehr ambibvalentes Frauenbild, zwar sehr viele Freundinnen und Geliebte. Hat von ihmen in seinen Aphorismen aber einerseit nicht sehr viel gehalten, andererseits hat er zu den Intellektuellen und den Dichterinnen dann doch wieder Kontakt gehabt und so hat Beatrice Simonson einen Essay gelesen in dem sie sich um die Beziehung von Karl Kraus zu Else Lasker-Schüler auseinandersetzte.

Dann kam schon Heidi Hagl mit Andrea Stifts Text über die Kriegsbetrichtserstatterin Alice Schalek, die Karl Kraus in den “letzten Tagen” als absolutes Feindbild portraitiert hat. Das ist von ihr übergeliegen , allesandere der sicher sehr wagemutigen emanzipierten Frau nicht und Heidi Hagl hat ein paar “Ich-Passagen” gelesen von denen ich gerne wissen würde, ob sie Originalzitate sind oderaus Andrea Stifts Feder stammen?

Dann kam noch einmal Hilde Schmölzer mit Karl Kraus Beziehung zu dem “Kindweib” Irma Karczewska, die auch bei der letzten Kraus Vorlesung in der Wien Bibliothek eine Rolle spielte, Kraus hat sie als Vierzehnjährige kennengelernt, dann fallengelassen, aber immerhin finanziell unterstüzt.

Enige Bekannte im Publikum, so ein paar Lesetheaterfrauen, obwohl es keine Lesetheaterveranstaltungen war und Elfriede Haslehner, die inzwischen gestürzt ist, also auch nicht so ganz aktiv.

Es gab danach wieder Gespräche bei Wein und Knabbereien und interessant, daß mich da ein Herr angesprochen hat und meinte, daß er bewundere, wie schnell und flüßig ich mit der linken Hand schreiben würde.

Vom öffentlichen Raum zum Kuchldeutsch

Die Ruth hatte ja Idee zu den Kunstwerken, die es im öfentlichen Raum, da gibt es einen Folder, ein Schreibprojekt zu machen und dann im nächsten Jahr eine Lesung oder einen Rundgang etcetera.

Zu Ostern, als ich gerade meine Schreibcampläne bloggte, hat sie mich deshalb angeschrieben oder angerufen und mir dann bei der letzten Schreibgruppe den entsprechenden Folder übergeben.

Lauter experimentelle Kunstwerke vom Hrdklicka-Mahnmal angefangen,  bis zu den Figuren in der Kriau, igitt, igitt, aber ich bin ja neugierig und aufgeschlossen und kann eigentlich über allles schreiben, obwohl mir die in der Schreibgruppe entsehenden Texte manchmal etwas zu essayistisch sind.

Also okay und mich, wie ich glaubte, heute Mittag zu einer diesbezüglichen Vorbesprechung mit der Ruth getroffen. Die ist sehr ehrgeizig und will mit mir in den kommenden zwei Woche je zweimal losstarten und heute hat es gleich mit dem Hrdlicka- Mahnmal gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz angefangen. Das kenne ich sehr gut, trifft sich da ja Jahr für Jahr die KPÖ am ersten Mai, um zum Parlament zu marschieren und heuer habe ich festgestellt, daß es keine Bänke dort gibt.

Es gibt dort unter anderen, den die Straßen waschenden Juden von der Progromnacht 1938, aber weil sich die Touristen ungehemmt immer darauf setzten, ist der inzwischen mit Stacheldraht umhüllt und vis a vis vor derAlbertina gibt es eine Bank, aber da sitzen meistens auchTouristen darauf und fotografieren sich und als wir uns zaghaft hinsetzen wollten, winkten sie ab, weil sie uns nicht au ihren Fotos haben wollten.

Wir haben es dann doch getan und, wie in der Gruppe zwanzig Minuten geschrieben. Abr was oder wie?

Wenn man Kunstgeschichte studiert, muß man das Werk beschreiben, aber das tue und will ich ja nicht und ich hatte irgendwie die Idee vielleicht auch meine Fortsetzungsgeschichten einzubeziehen.

Es könnte sich ja der Moritz mit der Mathilde dort treffen. Aber dann hatte ich keinen Blick auf die Stelen, weil an mir die Hop on -hoff off- Busse vorbeibrausten, die Fiaker ihre Pferde striegelten und ihre Kutschen putzen, wie die Ruth so s1chön geschrieben hat und ein Polizist ein paar Meter neben mir stand und das Ganze scharf beäugte.

Und da hat es vor einigen Jahren einen Protrest gegen das Mahnmahl gegeben. Heute hasten die Touristen vorbei, die in die Oper und in die Albertina wollen und wir wollten ja auch noch wohin, nämlich zum Ballhausplatz, weil es da ja inzwischen ein Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz gibt und zwar ausgerechnet auf dem Platz, wo es Ende der Achtzigerjahre eine “Kosmos-Prostestlesung” gegeben hat, weil Barbara Klein, die engagierierte Intendtantin ein aufgelassenes Sex-Kino als Spielort haben wollte, aber das wollte auch ein Jazzclub und so habe ich da einmal meine”Verwechslung” und die ist in der “Volksstimme-Anthologe” abgedruckt, die auch ein Hrdlicka-Cover hat, gelesen und gehe inzwischen manchmal ins Kosmostheater, das es inzwischen am Siebensternplatz gibt.

Und die modernen Denkmäler haben, denke ich, alle das Problem, das sie sehr abstrakt sind und ohne Anleitung nicht so leicht zu erkennen, was damit gemeint ist.

Also an der Stelle, wo einmal eine improvisierte Bühne aufgebaut war,  große Stufen, die die Touristen wahrscheinlich zum Einladuen und >Niedersetzen auffordern. Die Rutha hat geschreiben “Kinder spielen glücklich herum.”

Und es gibt natürlich eine Tafe auf der man lesen kann, daß die Bundesregierung 2008 beschlossen hat, alle Deserteure im World War II zu rehabiliteren und den Auftrag an den Künstler Olaf Nikolai gab, das in einem Mahnmahl darzustellen.

Das ist jetzt also ein großes X, das man allerdings erst so richtig erkennt, wenn man hinaufklettert. Dann sieht man, daß oben  “all all all all alone all all alll all” etcetera steht und wir haben uns auf eine der Stufen gesetzt und geschrieben.

Eine Frau ist inzwischen gekommen, die sich, glaube ich, auch für das Denkmal interessierte, ein paar Studenten diskutierten dagegenüber die Hochschulwahl und dann kam noch eine Schulklasse, deren Lehrerin ihnen erklärte, daß es am Heldenplatz inzwischen Container geben würde, weil das Parlament renoviert wird und daher für die nächsten drei Jahre in dieses verlegt wure.

Wor wollten eigentlich noch einen dritten Ort, nämlich die Franz West-Säule in der Raalgasse beschreiben. Aber ich hatte, um fünf eine Stunde und da wäre sich das dann nicht mehr ausgegangen und am Abend gab es eine Veranstaltung behiehungsweise Buchpräsentation in der “Gesellschaft für Literatur”.

“Deutschlernen von unten- Böhmakeln und Kucheldeutsch” eine Gemeinschaftsarbeitder Universität Olmütz und Bamberg und obwohlich  um halb sechs dort war, war es schon sehr voll, weil offenbar ein Fanclub hingepilert ist und auch die achtzig Euro Bücher  alle aufgekauft hatten,  so daß nurmehr ein Ansichtsexemplar über war.

Das Thema ist aber sehr interessant, obwohl heute, nachdem der Heinz Conrad ja gestorben ist, kaum mehr einer böhmakelt. Ich tue es, obwohl meine Großmutter ja von daher hergekommen ist, auch nicht und lese inzwischen ein entsprechendes Pendant, nämlich “Broken German” von Tomer Gardi und das ist es ja, was die Kids mit dem Migrationshintergrund und dem Asylantrag heute sprechen, während damals die böhmischen Köchinnnen in der Küche ihr böhnmisches Deutsch radebrechten und das die Schauspieler in den Kabaretts, ebenfalls taten.

Und der Joseph Schwejk wurde vor fünfzig oder so Jahren selbstverständlich böhmakelnd “Bitte gehorsamst, Herr Oberst!” übersetzt und der Fritz Muliar hat das hervorragend beherrscht, während der echte Joseph in Prag ja wahrscheinlich kein Deutsch, sondern Tschechisch gesprochen hat.

Aber so ist das mit den Klischees und die Leute  haben sich sich auch blendend unterhalten und sehr gelacht.

Miguell Herz-Kestranek hat  Beispiele davon vorgelesen und  sich auch beschwert, daß  man in Prag keinen böhmakelten Schwejk haben wollte.

Der ist inzwischen, glaube ich, auch anders übersetzt und nachher gab es Wein ,tschechisches Bier und Oblatten. Ich habe mich mit Ottlwald John und anderen unterhalten und denke sehr über das Deutschlernen von Unten und die veränderte Sprache nach, werde ich ja auch öfter wegen meiner Unverständlichkeit und meinen Rechtscchreibfehlern kritisiert, obwohl ich ja, glaube ich, ganu gut Deutsch oder besser Österreichisch schreiben kann und mich trotzdem nicht anpassen will.

Erinnerungen an Hermann Hakel und Jochen Jungs Reime

Vom Centrope wo wir weiter Trojanows “Macht und Widerstand” analysiert haben und ich meine Entdeckungen bei Marlene Streruwitz “Yseut”: “Das Präfix, das konnte alles herstellen. Das konnte alles aus einem Verb machen, Mit “ver” Das war Zustandverständerung. Bewirken. Verhalten. Beurteilen. Verben des Tötens und des Verderbens wurden mit “ver” gebildet. Das hatte sie doch vorgehabt.”, vorgetragen habe, ist es  gleich zu zweimal “Alte Schmiede-Veranstaltungen” gegangen. Gab es doch da einmal eine “Stunde der Literarischen Erleuchtung”, wo Hans Raimund Hermann Hakels Lyrik und Prosa vorgetragen hat.

Und der heute wahrscheinlich ziemlich vergessene Hermann Hakel, der 1911 geboren wurde und vor dreißig Jahren gestorben ist, mit Erika Danneberg verheiratet war, die Zeitschrift “Lynkeus”, an die ich, lang lang ists her, auch was geschickt habe, war ja in den  fünfziger und sechziger Jahren neben Hans Weigel einer der Literaturpäpste oder Förderer junger Talente in Wien.

So hat Herta Kräftner, wie Dine Petrik meint, ihr Problem mit ihm gehabt und ich habe den von der Hakel- Gesellschaft nach seinem Tod herausgegebenen Band “Ein besonderer Mensch”, den es einmal in der “Gesellschaft für Literatur” gab, gelesen und die von ihm herausgegebenen “Jiddische Gedichte“.

Der Sekretär, den ich vor kurzem auch schon in der “Alten Schmiede” hörte, war wieder anwesend und hat auch die Hakel- Publikation der Gesellschaft zur freien Entnahme aufgelegt und Hans Raimund, auch ein Hakel Kenner, hat zu Beginn seiner “Gedächtnismomente”, die autobiografischen Notizen aus dem “besonderen Menschen” gelesen, wo Hakel schreibt, daß er sich  für einen Durchschnittsdichter hält.

Er war wohl, wie auch Erika Danneberg erlebt haben mutß, auch ein schwieriger Mensch und hat sich mit allen oder jeden zerstritten und Hans Raimund hat ein paar Prosastücke, sowie ein paar seiner Gedichte vorgestellt.

Das gibt es eines auf die “Novaragasse”, wo der Dichter auch lebte und eines “Das jüdische Kind”, das laut Hans Raimund und Richard Kovavevic in vielen Anthologien und Schulbüchern abgedruckt war, obwohl sich Hakel sonst nie besonders zum Publizieren seiner eigenen Werke drängte.

Im Programm schrieb Hans Raimund etwas das Hermann Hakel ein konservativer Dichter gewesen sei, der es den heuten Lesern schwer machen würde und Kurt Neumann meinte, als er nach der Veranstaltung auf die Präsentation von Jochen Jungs Gedichtdebut hinwies, darauf, daß es Ahnlichkeiten zwischen beiden Werken geben würden und die waren dann, oh Staunen darin zu finden, daß Jochen Jung der Verleger, der seit einigen Jahren ebenfalls schreibt, “Wolkenherz” habe ich gelesen und bei der Veranstaltung über die “Dichterbegegnungen”, die er ja reichlich hatte, war ich vor einem Jahr in der “Alten Schmiede”, plötzlich vermehrt zu dichten angefangen hat.

Kurt Neumann erwähnte in seiner Leitung, die verschieden Gattungsformen, die in den hundertvierzig Gedichten des bei “Haymon” erschinenen Lyrikdebuts vorkommen, verwies auf Jandl und Shakespeare, als Vorbilder und auf die vielen Themengebiete mit denen sie sich beschäftigen würden und Jochen Jung erzählte , daß ihm in der Nacht, wenn er nicht schlafen könne die Textzeilen einfallen würden, er müsse sie dann sofort aufschreiben und hätte, die Gedichte mit seiner Lektorin alphabetisch geordnet.

Zu meinem Erstaunen waren die meisten der Gedichte gereimt und wirkten für mich daher eher konventoneller, als die von Hermann Hakel, aber mit fünfundsiebzig Jahren kann man sich, glaube ich, auch wenn man ein bekannter Verleger ist und sich mit Handke und Thomas Bernhard etcetera, befreudet war, mit dem Älterwerden und dem Tod auseinandersetzen und kann solche Gedanken auch in Reimform ausdrücken.

Ob ich oder ein anderer älterer Mensch, beziehungsweise ein Hobbydichter, dann einen Verlag dafür gefunden hätte, ist eine andere Frage.

Aber Jochen Jung hat ja schon mehrere Bücher bei “Haymon” und nun den Gedichtband “Das alte Spiel” herausgebracht und erklärte noch, daß es sehr schade wäre, daß sich sehr wenige Leser, Verlage, Kritiker etcetera mit Lyrik auseinandersetzen würden und nur die Leute Gedichte kaufen oder lesen, die selber welche schreiben.

Das tue ich nun nicht, lese aber öfter welche oder gehe zu diesbezüglichen Veranstaltungen und noch eine Neuigkeit habe ich zu vermelden, die vierzehn Auserwählten, die heuer beim Bachmannpreis lesen dürfen, wurden heute bekannt gegeben, von denen mir bei den Österreichern Karin Peschka, Ferdinand Schmalz und Barbi Markovic bekannt sind, deren “Superheldinnen” ich noch lesen muß.

Von Verena Dürr habe ich in der “Auserlesen-Anthologie” etwas gelesen und den Österreich-Armerikaner John Wray in Göttweig gehört.

Die anderen Autoren sind mir unbekannt, was ich aber demnächst sichr ändern wird.

Eine Roman genannte Textcollage

Heute bin ich, was mir ja nicht sehr oft passiert, zu einem mir völlig unbekannten Autor zu einer mir völlig unbekannten Buchpräsentation in die “Alte Schmiede” gegangen. Gut, Markus Köhle moderierte, das war ein Anhaltspunkt und eine andere Alternative hat es auch nicht gegeben.

Aber gut, ich bin ja neugierig und der “Verbrecher-Verlag” in dem Markus Binders “Teilzeitrevue” erschienen ist, war mir auch von der Anke Stelling und dem dBp-Preislesen 2015 ein Begriff und war auch beim “Indie-Bookday” beim “Lhotzkys Literaturbuffet”, wo übrigens auch Markus Köhle anwesend war, präsent.

Daß der 1963 in Enns geborene Autor und Musiker, den meisten durch das Sängerduo Attwenger ein Begriff ist, hat dann Markus Köhle in seiner Einleitung erklärt und dazu gefügt, daß der Sänger-Musiker schon 2005 im “Verbrecher-Verlag” ein Prosa-Debut namens “Testsiegerstraße” hatte.

“Teilzeitrevue” ist eine Fälschung oder Täuschung erklärte Markus Köhle noch und hielt das Buch hoch, um das Cover zu präsentieren.

Roman hat es der Autor genannt, Markus Köhle hat, glaube ich, gesagt, daß man die 550 Textbestandteile aus denen es bestehen würde, auch so bezeichnen könnte und es gibt auch einen Handlungsbogen, nämlich ein Paar, eine Sie und ein Er, beide nicht nähbe benannt und beschrieben, weil das wie der Autor erklärte, nicht so wichtig wäre, fliegen von Mexiko nach Europa und die fünfhunderfünfzig Textbestandteile, die aus Songtexten, Gedichte, Dialogen, etcetera bestehen, spielen sich in sechsunddreißig Stunden ab.

Markus Binder hat schon zweimal in Wien aus dem Buch gelesen und ein Kritiker hat, glaube ich, gesagt, was ich auch schon einmal zu hören bekommen habe, daß die Protagonisten zu passiv wären.

Dem hat Markus Binder widersprochen, denn die zwei reisen ja von Mexiko nach Europa, verbringen eine Nacht in verschiedenen Lokalen, fahren mit dem Zug, etecerta, also eigentlich passiert, sehr viel an Fragmenten, Täuschungen Beobachtungen, Wahrnehmungen, aber nichts, was einer linearen Handlung oder einem Plot entsprechen würde.

Es ist also eher eine konstruierte Textfläche und um das Ganze noch spannender oder mulitmedialer zu machen, gibt es dazu noch Songs und Videos, die man sich auch, gratis, wie der Autor betonte, im Internet abrufen könne.

Drei davon hat er gesungen und dazu die Videos gezeigt, einer heißt  “Ich kaufe nichts” und man sieht dazu Märkte in Odessa, Modawien und noch an einem Ort, den ich nicht ausschreiben kann, denn Markus Binders Textcollage ist auch sehr konsumkritiksch.

Dazu gibt es einen Text von Markus Köhle im Programm: “Markus Binder hat ein Ohr für den Sound der Zeit. So eigenwillig wie seine musikalische Arbeit ist auch seine literarische. Ja in Teilzeitrevue gibt es einen Er und eine Sie, die erfreulich gesellschaftskritisch und geräuschsenibel sind. Ja es gibt auch ein Handlungsgerüst: es wird gereist, er wird getanzt, es wird geliebt, es wird konsumiert, nein Konsum kritisiert. Aber vor allem wird beobachtet.”

Das sagt eigentlich schon alles und zuerst hat es, wie schon beschrieben, eine Einführung von Markus Köhle, die eigentlich auch schon ein Gespräch mit dem Autor war, gegeben. Dann hat der durch sein Buch geführt, Textstellen vorgelesen, gesungen, die Filme gezeigt und sich selbst dazu immer wieder kommentiert:

“Diese Stelle gefällt mir auch sehr gut”, beispielsweise oder “Das habe ich nicht ganz verstanden!” und ich habe wieder einmal eine sehr spannende Variante des zeitgenössischen Schreibens erlebt und glaube sogar, daß ich ähnlich beschreibend begonnen habe, dann bin ich erzählender geworden.

Markus Binder ist, wie er sagte, bei den Fragmenten geblieben und das finde ich sehr schön, daß die Gegenwartsliteratur so vielfältig und verschieden ist und denke, daß sie das auch soll und habe jetzt ein Buch und einen Autor kennengelernt, die sonst vielleicht an mir vorbeigegangen wären.

Das heißt es kann sein, daß ich das Duo Attwenger schon einmal im Literaturhaus oder bei einer anderen Veranstaltung gehört habe.