Vier Reisen mit Karl Markus Gauss

Mit dem Reisen beziehungsweise dem neuen bei “Zsolnay” erschinenen Buch des 1954 in Salzburg geborenen Karl Markus Gauss,Mitherausgeber der “Literatur und Kritik” geht es gleich weiter, denn dieses,”Zwanzig Lewa oder tot” wurde heute in der “Alten Schmiede” vorgestellt und Karl Markus Gauss ist ein Spezialist für Osteuropa könnte man so sagen, hat schon mehrere Bücher oder Journale über seine Reisen in diese unbekannten Gegenden geschrieben, einige davon habe ich gelesen, beziehungsweise gefunden und das neue Buch ist eine literarische Kompostion, wie der Einleitung von Kurt Neumann zu entnehmen war.

Die “Alte Schmiede” auch demensprechend voll und ich habe obwohl ich schon zwanzig Minuten vorher gekommen bin, gerade noch einen Platz finden können.

Viel Prominenz, Klaus Zeyringer, Barbara Coudehove-Callhergi, Andrea Grill, Daniela Strigl und und und und das Buch ist, wenn ich es weiter richtig verstanden habe, eine Zusammenfassung von verschiedenen Reisen des Autors, die allerdings in vier Städte oder Gegenden gegangen sind.

Zagreb, Bulgarien, Moldavien und in das Gebiet der Donauschwabern , von dem Karl Markus Gauss Mutter herstammt, das er allerdings erst nach ihrem Tod besuchen konnte und Karl Markus Gauss hat zuerst die ersten Kapitel der ersten drei Reisen gelesen und mit Bulgarien begonnen.

Dort laufen die Zigeuenerkinder herum und eine schon Erwachsener mit einem Schläuchlein im Bauch, zeigt dieses dem Autor und zischt “Zwanzig Lewa oder tot!”, mit dem Geld entschwindet er in die Apotheka der Autor und seine Begleiter in ein Restaurant und dort erscheinen die Zigeunerkunder vor denen alle bulgarischen Freunde waren.

Sie wollen Geld und sind zu dritt, Gauss hat nur mehr zwei Lewa, die er gibt. Aber wie teilt man das auf? Die Kinder wissen Rat, eilen zu dem Schläuchemann, der teilt und später erscheinen die Kinder strahlend mit einem Eis.

Ja, so einfach sind die Osteuropa Reisen und auch so erfolgreich. Deshalb ging es gleich nach Moldawien, dem ärmsten Land Europas. Dort wachsen habe ich einmal aus einem anderen Buch gehört die Kinder alleine in den Dörfern mit höchstens einer Großmutter auf, weil die Mütter alle im Ausland die alten Leute pflegen.

Jetzt fuhr Karl Markus Gauss dort Straßenbahn und als er noch sehr viel jünger war, ist er mit dem Lojse Wieser, meinem speziellen Freund und noch einmen anderen Autor nach Zabreb gefahren, weil er dort die Werke des kroatischen Nationalautorl Mirolsav Krleza nach dem Willen der dortigen Dichterschaft herausgeben sollte.

Er hat das, glaube ich, getan oder vermittelt. Dafür gabs ein Festessen, ein gebratenes Lamm und das Auge davon, die Spezialität landete auf seinem Teller und er mußte es essen, obwohl die Freunde später behaupteten, sie hätten es getan.

Dann kam eine Diskussion zu den Schreibprozessen. Gauss sagte, seine Freunde Martin Pollak und Erich Hackl würden mehr recherchieren.

Er erfindet schon mal was dazu und ist keiner, der seine Text im voraus plant. Er läßt sich leiten und ein kleines Stückchen von der Reise, wie er dann nach der Mutter Tod in der Vojodina war und dort in einer Kirche ein deja vue Erlebnis hatte, hat er auch noch gelesen und dazu gesagt, daß man alle diese Reisen natürlich nicht selber machen müsse, aber wahrscheinlich etwas versäumen würde, wenn man nie dort gewesen wäre und ich war ja schon ein bißchen im Osten.

In der Slowakei, in Polen, sogar bis Litauen bin ich gekommen und in Belgrad war ich auch zweimal kurz.

Weil für mich das Reisen aber auch etwas eher Literarisches ist, habe ich mich in den letzten Tagen mit dem 1929 im Banat geeobrenen Ivan Ivanij in seine Familiensaga “Schlussstrich” vor kurzem bei “Picus” erscheinen begeben, der  von einem Aufwachsen zwischen Ungarn und Serbien erzählt und dabei sicher auch einige Gegenden streift, die Karl Markus Gauss bereiste und Detail am Rande und sicher nicht so spekulär, in meinem derzeitigen “Work on progress”, das ich gerade korrigiere, reist die Therese ja auch nach Belgarad. Der Bus bleibt auch in Novi Sad stehen, aber so genaue Erlebnisse, die später zu anschaulichen Geschichten geformt werden, gibt es dabei wahrscheinlich nicht. Dafür aber ein Bibliotheksgespenst und das Ganze spielt auch hauptsächlich in der Hauptbücherei.

Generalversammlung der IG-Autoren und andere Buchmesse

Wieder einmal GV der IG Autoren, die sowetwas, wie die österreichische Schriftstellergewerkschaft ist, vor Jahren, als es noch kein Literaturhaus gab, von Gerhatrd Ruiss und Johannes Vyoral gegründet. Milo Dor war, glaube ich, der etste Präsident und ich bin, glaube ich, schon seit dreißig Jahren oder so, als Einzelmitglied delegiert.

Denn es ist nicht sehr schwer Mitglied bei den IG-Autoren zu sein. Man muß irgendwas geschrieben haben, dann trägt man sich, wo ein oder stellt irgendwo einen Antrag. Keine Ahnung wann oder wie ich dazu gekommen bin, aber ich kenne Gerhard Ruiss, glaube ich vom Volksstimmefest und auf dieses bin ich durch den “Arbeitskreis der schreibenden Frauen” gekommen.

Den ersten österreichischen Schriftstellerkongreß habe ich gerade versäumt, dann war ich offenbar einmal auf einer Regionlalversammlung wurde delegiert und pilgere seither Jahr für Jahr zu den Genereralversammlungen, die früher im Novemver, jetzt schon länger im Februar stattfinden und sich die Autoren, die delegierten Einzelmitdlieder oder die der Verbände, eineinhalb Tage zusammensetzen und über die Schriftstelleranliegen diskutieren.

Man kann auch Anträge stellen, die dann  behandelt werden, ansonsten referiert Gerhard Riss meistens die Situation, die da ist, das Budget bleibt gleich oder wird eingefroren.

So gibt es das “Handbuch der österreichischen Autoren”, mit dem ich früher meine Verlagsaussendungen machte schon lang nicht mehr. Das wäre auch sehr schnell veraltet und der Web-Autritt der iG Autoren ist, wie Gerhard Ruiss heute betonte, ether bescheiden, denn die IG-Autoren sind glaube ich nicht so webaffin.

Es gibt aber den jährlichen Neuerscheinungskatalog, wo alle Autoren drinnen sind, die ein Buch bei einem österreichischen Verlag haben, allerdings und da bin ich wieder bei dem leidigen und offenbar unüberwindbaren Problem, nur die Verlagsprodukte, die Selfpublisher bleiben wieder einmal draußen und dürfen ihre Bücher auch nicht auf den Stand stellen, wo die IG Autoren alljährlich, die Bücher der österreichichen Autoren in Leipzig, Frrankfurt oder auf der “Buch Wien” aufstellen. In Leipzig und Frankfurt gibt es auch das “Literadio”, da dürfen die Autoren, die zufällig anwesend sind, ihr neues Buch vorstellen, Selfbulisher natürlich wieder nicht, die haben ja immer noch ein Identifikationsproblem und werden als Autoren nicht wahr oder nicht für voll genommen.

Die IG Autoren bieten aber Beratungen an und da habe ich mich schon öfter beraten lassen, das letzte Mal bezüglich “Paul und Paula”, wo es, um die Frage ging, ob ich nicht irgendwelche Personenschutzgesetzte verletze, wenn ich über die Transgenderproblematik schreibe?

Mein Verlagsverträge, die ich mit “Fischer” und mit “Orac” bezüglich meiner Stotterbücher hatte, habe ich mir auch durchsehen lassen, ansonsten gilt, als Selfpublisher bist du immer noch kein richtiger Autor, aber trotzdem bei den IG Autoren delegiert und da begann es schon am Samstag, um zehn am Morgen mit einem guten Frühstück und der Gelegenheit, die Autorenkollegen aus den Bundesländer zu treffen, die ich meistens nur einmal im Jahr und in diesem Zusammenhang sehe.

Diesmal waren besonders viele Kollegen aus Kärnten da, die mit ihren Namensschildchen herumliefen, sonst war Christl Greller da, die Rizys, O. P. Zier, Nils Jensen, Margit Hahn, Sylvia Treudl, Georg Bydlinksy, Susanne Ayoub Helma Giannonne, Hanhreif Wolf Käfer Elfi Resch, etcetera.

Hilde Langthaler, Ruth Aspöck, Elfriede Haslehner, die sonst meistens auch kommen habe ich nicht gesehen, auch Hilde Schmölzer war nicht da, die ich einmal in diesem Rahmen, glaube ich, kennenlernte.

Aber Ludwig Laher, der gleich über das Bildungsproblem referierte. Vorher hat aber noch Renate Welsh, die Präsidentin, die Anwesenden begrüßt und man konnte ein Billet für Christine Haidegger und Peter Paul Wipplinger unterschreiben, die krankheitshalber nicht kommen kponnten.

Und die Bildungsproblematik ist ja ein weites Thema, denn Deutsch soll  bei der Zentralmatura nicht sehr vorkommen. Vele Kinder haben Deutsch, nicht als Umgangssprache und brauchen speziellen Förderunterricht. Es gibt schon viele sekundäre Analphabeten, die die Schule ohne sinnerfassend lesen zu können verlassen und die Regierung will den Kindern schon in der Volksschule Tablets und Laptops verpassen, die Bücher bleiben da auf der Strecke, ist eine Befürchtung der Autoren.

Es wurde in der Diskussion auch beklagt, daß bei Lesungen zu wenig junge Autoren eingeladen werden und, daß man etwas machen soll, um junge Leute für Literatur zu interessieren.

Aber vorher hatte schon Tschiff Windisch, der nicht mehr junge Poetryslamer erzählt, daß diese Literaturform eine ist, die viele junge Leute anzieht und das merke ich auch, wenn ich zu den Poetry Slams ins Literaturhaus gehe.

Da muß man eine Stunde vorher kommen, bekommt eine Zählkarte, wenn man dazwischen weggehen will und bekommt trotzdem keinem Platz, wo man etwas sieht, sondern irgendwo weit hinten, weil die jungen Slamer allle ihre Freunde mitbringen.

Die Leute lesen nicht mehr viel, wird überall beklagt und ich glaube auch, daß das stimmt. Andererseits wachsen die Literaturblogger und die Booktuber, wie die Schwammerln aus dem Boden und machen jede Woche ein Video, wo sie ihre Neuzugänge, ihren Sub, ihre Leseliste, ihre Tags etcetera präsentieren.

Es ist also nicht so einfach und ich denke, die Zahl der Menschen, die schreiben wollen und dann vielleicht auch selber publizieren, nimmt trotz der wachsenden Zahl der sekundären Analphabeten, ebenfalls zu und natürlich ist es wichtig, daß man zur Matura nicht nur einen Leserbrief oder einen Kommentar verfasst, sondern ein literarisches Thema wählen kann.

Zu Mittag gab es wieder ein Buffet und Gespräche mit Kollegen und ich habe natürlich auch, den wieder gut bestückten Bücherschrank besucht und mich daraus bedient und am Nachmittag ging es weiter mit den Anträgen zum Urhebergesetz, etcetera, denn da hat es ja schon eine Demonstraion zur Festplattenabgabe gegeben und eine Feier zu einem Mustererlagsvertrag gab es auch und richtig, eine “Funkhausanthologie”, wo auch ein Text von mir drinnen ist, wird es auch bald gaben und über den ORF und sein Umgang mit den Autoren wurde auch diskutiert.

Am Sonntag, wo dann auch die Ruth gekommen ist, ist mit einigen Anträgen der Kärntner Autoren und einer Präambel zum Wert der Literatur “Sie  ist gefördert und nötig, wie nie zu vor weitergegangen” und ich bin am Nachmittag wieder nach Döbling zur anderen Buchmesse, die es jetzt auch schon das achte Mal gibt, hinausmarschiert.

Die wurde ja von Margit Kröll, Nicole Engbers, Thorsten Low und vielleicht noch einigen anderen 2010 gegründet, das erste Mal fand sie im fünften Bezirk statt, dann ein paar Mal in einem Architekturbüro in der Seidengasse, einmal am Yppenplatz, dann beim Stadtparkbögen in einem Cafe in der Nähe des Literaturhauses und jetzt das zweite Mal im Bezirksamt Döbling, ab 2011 hat es einen Literaturslam gegeben, wo ich viermal gelesen, aber nie etwas gewonnen habe, 2011 glaube ich aus der Mimi, dann die Taubenszene aus der “Absturzgefahr“, die mit dem Eis aus “Kerstins Achterl” und unter dem Stadtbahnbögen habe ich das “Gruftiemädel” gelesen, seit 2015 gibt es das nicht mehr und begonnen hat es, um zwei wieder mit einem Kinderprogramm.

Diesmal haben drei Verlage, der “Andre Buch Verlag”, der “ohnenohrenverlag” und eben der “Thorsten Low Verlag” ausgestellt und begonnen hat es mit drei Kinderbüchern aus dem “Andere Buch Verlag”.

Dann kam das Kindertheater “Die Rumpelkiste” und führte die “Frau Holle” auf.

Margit Kröll hat diesmal nur gezaubert.

Dann kam schon das Erwachsenen Programm des “Anderen Buch Verlags” und zwar hat da Andreas H. Buchwald drei Bücher vorgestellt, die sich mit dem Osten, dem Wesen und auch mit Abraham beschäftigt haben.

“Vom Eise befreit” heißt die Trilogie mit den realistischen Deutschlandbildern und beim “ohneohrenverlag” traten fünf junge Frauen auf, die ihre meist Phatasiygeschichten prästieren.

Dann kam das Konzert oder die musikalische Lesung in der Thorsten Low sein Phantasyprogtramm präsentierte und ich habe heute im “Wortschatz” das kann ich auch gleich schreiben , was mich besonders freute und ich mir eigentlich nach der Donnerstaglesung sehr wünschte Hanno Millesis “Schmetterlingstrieb” befunden.

Hörspielgala

Ich bin ja kein besonderer Hörspieltyp und höre auch nicht sehr häufig solche, aber zu der “Langen Nacht des Hörspiels” bin ich schon gegangen, als es noch so hieß, im Funkhaus statt im großen Sendessaal stattfand, die Hörspiele live gesendet wurde und es in den Pausen Gulasch gab.

Dann wurden die Nächte immer kürzer und das Programm restriktiver, eine Demo, woraus dann Hanno Millesi später ein Hörspiel machte hat es auch einmal gegeben.

Jetzt heißt die Nacht “Hörspielgala” beginnt um sieben und endet um zehn, wird live übertragen, es gibt kein Parallelprogramm mehr, sondern Standardfixpunkte, man kann es im Radio hören und heuer gabs zum ersten Mal auch einen Livestream.

Also eigentlich gar kein Grund mehr in die Argentinierstraße zu gehen. Ich tue es, glaube ich aus Tradtion und für das “Geflüster” obwohl ich ja eher für das Lesen und die Prosa bin.

Habe heute den ganzen Nachmittag an meinem “Work in Progress” korrigiert, da bin ich die einzelnen Szenen durch und korrigiere jetzt noch solange, bis ich keinen Fehler finde und die “Klara” ist auch gekommen.

So bin ich, als ich fertig war, mit den zwei Exemplaren an die NB und die “Alten Schmiede”, mehr sende ich nicht mehr aus, zur Post gegangen, habe ein Exemplar mit einer Widmung in den “Wortschatz” gelegt und war, um dreiviertel sieben im Radiokulturhaus und große Ü berraschung, die drei Damen, die die Zählkarten ausgaben, sagten “Alle schon weg!”, denn um sechs hätten sie aufgemacht und jetzt verteilten sie nur mehr die reservierten Karten.

“Dann warte ich , daß was überbleibt!”, habe ich gesagt und gedacht “wenn ich jetzt umdrehe komm ich noch zum livestram zurecht!”

“Es bleibt nichts über!”, sagte eine Dame. Ich blieb stehen, sah Helmut Peschina, Michaela Falkner etcetera kommen und die reservierten Karten abholen und zum Glück kam dann noch eine Dame, die von ihren zwei nur eine brauchte.

Ja, Glück muß man haben und manchmal, ganz selten, habe ich das auch.

Diesmal war keine frei Platzwahl und die ersten Reihen reserviert, wie bisher, sondern ich hatte einen Platz in der dritten Reihe und Peter Klein, der Literaturabteilungsleiter kam auch bald, begrüßte die Ehrengäste und erklärte dem Publikum wann es klatschen sollte.

Moderiert wurde wieder von Doris Glaser und Andreas Jungwirth. Catch-Pop String-Strog musizierte, das waren Jelena Poprzan und Rina Kacinari und Jelena Poprzan habe ich vor kurzem im “Schwarzenberg” bei Richard Schuberth Kraus Performance gehört.

Deshalb spielten sie auch unter anderen drei Aphorismen von Johann Nestroy, Richard Schuberth und Karl Kraus und sangen dann immer wenn ein Preis vergeben wurde, die “schöne Adrienne” und zuerst wurden, glaube ich, die zehn Hörspiel vorgestellt, die in die engere Auswahl kamen.

Da kommt ja immer Ende oder Anfangt des Jahres eine Karte, wo man ankreuzen kann, tue ich nie, weil ich die meisten Hörspiele nicht kenne.

Die besten zehn wurden kurz angespielt und dann kam die neue Schauspieldriektorin der Salzburger Festspiele Bettina Hering und hielt, was es auch seit einigen Jahren gibt, eine Festrede auf das Hörspiel, wo sie betonte, daß sie in ihrem Schweizer Dorf mit dem Radio und der örtlichen Bibliothek aufgewachsen ist.

Dann wurde gleich das künstlerisch anspruchsvollste Hörspiel,  eine live Aufnahme, “Sturm-Zwang”, wo drei Schauspieler und ein Regisseur auf einem Schiff, ein Hörspiel simulierten oder Shakespeares Sturm nachspielten und da hätte ich gedacht, Bodo Hells Hörspiel hätte diesen Preis gewonnen.

Er war aber erst in der Schlußtranche an der Reihe. Da kam noch vorher Karl Markovics, der heurige Schauspieler des Jahres auf die Bühne und hielt, was ich sehr originell fand, weil ich ja auch immer nahe daran bin, das zu tun, seine Laudatio selber oder weil man das ja nicht machen darf, ließ er das seinen zwanzig Jahre toten Vater für ihn tun.

Orginelle oder auch ein wenig peinlich, eitel oder mutig? Der Applaus war jedenfalls sehr stark und dann gabs, glaube ich, schon die angekündigte siebzehn Minuten Pause und danach wurden die Kurzhörspiel vorgestellt, die diesmal den Satz “Man kann nie wissen” enthalten mußten.

Die wurden ja auch einmal live aufgeführt und ausgewählt. Jetzt konnte das das Publikum im Internet machen und einen Sonderpreis der “Schule der Dichtung” gab es auch wieder und dann ran an die Enderunde, wo Doris Glaser erklärte, ein Hörspiel wäre weit vorn gelegen und die nächsten fünf hatten die gleiche Stimmzahl bekommen.

Also fünf gleiche Preise und darunter war o Wunder “Die größere Hoffnung”, was ich eigentlich für das “Hörspiel des Jahres” gehalten hätte, Bodo Hell, war wie schon erwähnt auch dabei,  ein Stück nach dem ersten Roman von Teresa Präauer und der “Hochwald von Adalbert Stifter und den ersten Preis, hat wieder oder, wie so oft Helmut Peschina für seine Hörspielbearbeitung gewonnen oder eigentlich Euripides für seine “Medea”.

Das Stück kann man morgen in der Hörspielleiste hören und an den nächsten Dienstagen werden dann das anspruchvollste und die Kurzhörspiele gesendet.

Aber morgen ist ja die GV der IG-Autoren und an den nächsten Dienstagen werde ich höchstwahrscheinlich auch wo sein, denn ich bin ja, wie erwähnt ein Prosa und kein eigentlicher Hörspieltyp.

Essays und Prosa übers Schreiben

Nach dem Totengedenken von 1942 geht es jetzt wieder in die Gegenwart, ins Literaturhaus, zu einer GAV-Veranstaltung und zur österreichischen Gegenwartsliteratur.

Da habe ich ja eine “Mittlere Reihe” einmal im Literaturhaus machen wollen, die dann ins Amerlinghaus übersiedelte, bis ich dasorganisieren aufgegeben habe.

Jetzt tun das andere, die 1970 geborene Regina Hilber beispielsweise, neben der ich einmal bei einem GAV Abendessen im Pfudl gesessen bin und deren Text ich in der NÖ-Stipendiaten Anthologie “Auserlesen”, ich vor kurzem gelesen habe.

“Ein literarischer Abend rund um das Schreiben und seine Ausformungen”, steht im Programm und Regina Hilber hat dazu Hanno Millesi und Peter Hodina eingeladen und auf dem Podium auch für eine Wohnzimmerathmosphäre gesorgt, also ein Sofa und eine Leselampe und dann wurde ein Text und zwei Essays übers Schreiben gelesen.

Begonnen hat der in Berlin lebende 1963 georene Peter Hodiana, der mir einmal, nach einer GAV-GV im Gasthaus Pfudl seine “Bausteine I” übergeben hat, was, wie ich erst im Nachhinein bemerkte, wahrscheinlich mein erstes Literaturgeflüster-Rezensionsexemplar gewesen ist.

Jetzt hörte ich ihn wieder und seinen Essay über eine “Poesie der Holzverarbeitung”, in der es um die Frage, wovon oder wofür ein Schriftsteller lebt?, ging.

“Was verdienst du?” ist ja eine häufige Frage, wenn einer beispielsweise bei einer Lesung oder in Ö1 auftritt oder “Kann man vom schreiben?” leben.

Ich kann und will es nicht, die ohne Brotberuf haben whrscheinlich keine andere Wahl und Peter Hodina wollte einmal in Gallneukirchen einen Geldbetrag bei einer Bank einzahlen und wäre fast daran gescheitert, weil der Bankbeamte den Beruf “Schriftsteller” nicht in seiner Liste hatte.

Nun, ich nenne mich ja auch eher Autorin oder schreibende Frau, aber ich befinde mich ja jenseits des Literaturbetriebs, obwohl ich heute zweimal die Erfahrung machte, daß ich erkannt, beziehungwweise auf meinen Blog angesprochen wurde und für einen Fan den  1966 geborenen Hanno Millesi würde ich mich sowieso halten, sofern ich überhaupt, der Fan eines Schriftstellers bin, da definiere ich ja sehr vorsichtig, aber ich habe ihn einmal zu einer Buchprämie verholfen seinen Text “Alles Gute”, eine Erzählung aus dem “Luftschachtverlag” glaube ich, auch einmal schon im Literaturhaus gehört.

Da geht es, um das Feiern von Schriftstellergeburtstagen, im August Dorothy Parker, dann kommt  F. Scott Fitzgerald, da wird sehr viel gesoffen. Es wird aber auch mit Lederhandschuhen auf die Suche nach einem Windhund gegangen, Emily Dickensons Gedichte am Telefon rezitiert und der 9. November was mein Geburtstag ist, wird auch gefeiert.

Daran knüpfte sich, es gab nach jeder Lesung eine Disskussionsrunde, die Frage, nach der Autogbiografie, wie weit ist das Erzähler-Ich das des Autors?

Eine Frage, die die Autoren meist energisch verneinen, aber wahrscheinlich fließt doch immer etwas von der Person und der Persönlichkeit in die Texte hinein und Regina Hilber suchte in einem Text, der, wie der von Peter Hodina, in einer “Anthologie” enthalten ist, nach dem heiligen Löchern.

Das ist die Frage, was die Verlage gern verlegen, den neuen Hodina, Millesi, Hilber oder doch vielleicht das zuvälligerweise in einem Safte entdeckte neue Werk der Harper Lee oder des Truman Capote?

Die Verlage werden sich wahrscheinlich, wenn sie können, für das letztere entscheiden, aber es ist auch sicher spannend und  wichtig neue Autoren zu entdecken oder vergessene wieder zu verlegen.

Peter Hodina scheint, wie ich ein Büchersammler zu sein und meinte, daß er viel in Antiquariate gehen würde, während Hanno Millesi darauf hinwies, daß ein Autor anders, als der gewöhnliche Leser liest.

Natürlich klar, das tue ich auch, ich versuche  auch immer in den Bchern zu entdecken, was die anderen besser, als ich können und habe heute bei meiner Bücherkastenrunde, auch wieder eine schöne Entdeckung gemacht.

Denn bei dem in der Zieglergasse stand eine junge Frau, die sich sehr euphorisch über die Bücher freute und mich auf einen Bücherschrank der “Grünen” zwei Gassen weiter, beim Bezirksamt Neubau aufmerksam machte und dort habe ich Anton Wildgans berühmte “Rede über Österreich” gefunden und nach der Diskussion über das Schreiben gab es diesmal sehr interessante Gespräche bei Wein und Wasser und ich bin dabei auch mit Alexander Peer ins Gespräch gekommen, von dem ich ja auch einmal ein Buch im offenen Bücherschrank gefunden habe.

 

Zum fünfundsiebzigsten Todestag von Stefan Zweig

Am dreiundzwanzigsten Februar 1942 hat sich Stefan Zweig mit seiner zweiten Frau Charlotte in Brasilien das Leben genommen, aus diesem Anlaß gab und gab es zwei Veranstaltungen in der “Gesellschaft für Literatur”, nämlich am Dienstag die Präsentation des Stefan Zweig-Thomas Mann Briefwechsels, einem sehr umfangreichen und sehr teuren Buch, das von Katrin Bedenig und Franz Zeder herausgegeben wurde.

Der 1948 geborene Gymnasiallehrer Franz Zeder war in der “Gesellschaft” und diskutierte mit dem 1954 in Wien geborenen Ulrich Weinzierl, den Band, während Manfred Müller ausgewählte Briefstellen vorlas und von Ulrich Weinzierl ist ja auch das Buch “Stefan Zweigs brennendes Geheimnis”, in dem er ihm, glaube ich, homoseuxuelle oder exhibitionistische Neigungen nachweisen will.

Ich habe dieses Buch nicht gelesen, wohl aber zweimal die “Welt von gestern” was ich als ein sehr offenes und ehrliches Buch empfunden habe, diesbezügliche Neigungen sind mir darin nicht aufgefallen und Tagebucheintragungen diesbezüglich zu deuten und zu interpretieren, würde ich, auch wenn der Autor, diese natürlich verbrennen oder aufpassen hätte können, was er hineinschreibt, eigentlich nicht als ein legitimes  Mittel halten, einen Autor zu beurteilen, ganz abgesehen davon, daß mir das eigentlich egal ist, ob er jetzt homosexuell war oder nicht.

Vielleicht finde ich das Buch einmal im Schrank, da würde ich ja vorher auch ganz gerne, das von Volker Weidermann noch lieber finden, dann werde ich es lesen und mich diesbezüglich informieren und weil ich in den “Berührungen” Stefan Zweig ja in den Himmel schickte und ihn dort mit dem Heimito und dem Fräulein Anne immer frühstücken lassen, habe ich mich ja im vorigen Jahr sehr intensivi in sein Werk eingelesen, den Film “Vor der Morgenröte”, die das brasilianische Exil bis zum Selbstmord schildert, habe ich auch gesehen und würde mich, obwohl ich natürlich keine solche Expertin, wie die beiden schon erwähnten Herren bin, schon als ein bißchen kompetent betrachten.

Die “Gesellschaft” war auch erstaunlich voll, sehr viel Publkum, das sich über Thomas Mann und Stefan Zweig informieren wollten und bezüglich Thomas Mann müßte ich das wahrscheinlich viel mehr tun, denn da habe ich zwar schon in der Straßergasse, die “Buddenbrocks” gelesen, das heißt, ich habe es zu Hause getan, während ich dort noch in die Schule gegangen bin. Bei der Frau Professor Friedl haben wir, glaube ich den “Tonio Krüger” gelesen und meine Schwester hatte die “Buddenbrocks” zu Haus.

Ich wollte es lesen, sie hat es mir nicht gegeben, so bin ich in die Buchhandlung in die Kalvarienberggasse gefahren und habe mir das Buch gekauft.

Ob es diesbezüglich Streit mit meiner Mutter und Ohrfeigen gegeben hat, weiß ich nicht mehr. Verstanden habe ich es sicher nicht. Meine Schwester hatte auch die “Bekenntnisse des Hochstabplers Felix Krull”, wo ich mir vom Namen her, wahrscheinlich etwas anderes vorstellte und nach meiner Matura, schon als Studentin, habe ich den “Zauberberg”, “Lotte in Weimar” und auch noch einiges mehr gelesen.

Verstanden nicht sehr viel und später habe ich mich mit dem großen Meister nicht mehr beschäftigt, den sollte ich also auch wiederlesen und ezüglich Stefan Zweig habe ich im letzten Jahr die Frage geklärt, ob der jetzt ein großer Schriftsteller ist.

Für mich ist er es was “Die Welt von Gestern” und die Novellen, da zum Beispiel auch das “Brennende Geheimnis” oder “Die Gouvernante” betrifft und für das Publkum wahrscheinlich auch, sonst wäre es nicht in Scharen gekommen, aber vielleicht waren es auch die drei Herren am Podium, die es anlockte, Franz Zeder sagte ja in seiner Eileitung launig, das die Herrengasse ein geeeingeterer Ort, als beispielsweise das Literaturhaus wäre, denn drei Herren am Podium, zwei Herren im Briefwechsel, die Frauen waren dann eher im Publikum und Ulrich Weinzierl dokumentierte genauso launig, die von Manfred Müller vorgelesenen Stellen.

Da begann es gleich mit dem Jahr 1917, da war der Krieg und da hat Stefan Zweig ja ein Stück geschrieben, das in Zürich, glaube ich, aufgeführt wurde und Stefan Zweig verehrte den großen Meister Mann sehr, während der laut Ulrich Weinzierl in seinen Tagebüchern etwas anderes, als in den Briefen geschrieben hat.

Es gab dann auch eine Differenz, weil sich Thomas Mann sehr klar von den Nazis distanzierte, die ja in Deutschland schon ab 1933 herrschten, da hat Stefan Zweig noch das Libretto für die “Schweigsame Frau” geschrieben und sich vom Reichs- oder Generaalmuskdirektor Richard Strauss noch nicht so distanziert, wie er das später tat.

Thomas Mann emigrierte dann in die Schweiz, verlor die deutsche Staatsbürgetrschaft und Stefan Zweig verließ Salzburg, glaube ich, im Februar 1934, weil es da bei ihm  eine Hausdurchsuchung gegeben hat.

Thomas Mann nahm deutlich gegen die Nazis Stellung, Stefan Zweig war da viel konfliktscheuer, wie das ja auch in der “Ungeduld des Herzens” schön beschrieben wird.

Zum sechzigsten Geburtstag schenkte Zweig Thomas Mann eine Goethe Handschrift und, als es dann zum Selbstmord kam, hat sich Thomas Mann sehr distanziert und dazu keine eindeutige Stellung bezogen, das vielleicht sogar als Flucht oder Feigheit ausgelegt, aber sein Sohn Klaus hat sich auch umgebracht.

“Thomas Mann war der bessere Schriftsteller, Stefan Zweig der bessere Mensch!”, schloß Ulrich Weinzierl launig die Präsentation und forderte dann zum Kauf oder besser Nichtkauf des hundert Euro Werkes auf und ich kann mich was das betrifft nicht so festlegen, ist es ja schon vierzig Jahre her, daß ich Thomas Mann gelesen habe, Stefan Zweig aber erst im letzten Jahr und am Mittwoch ging gleich weiter in der “Gesellschaft” mit viel Publikum und mit einem Vortrag des Leiters des Salzburger Stefan Zweig Centers Klemens Renoldners, der über das Österreich Bild Zweigs  “Zuletzt noch einmal Österreich”, gesprochen  hat, der im Programm mit den Namen Hoffmannsthal, Kraus, Freud, etcetera angekündigt war, auf die offenbar verwiesen werden sollten

Marianne Gruber hat mit sehr berührenden Worten eingeleitet und der  1953 in Schärding Geborene, der glaube ich, ein Cousin des Andreas Renoldners ist, den ich immer bei den IG Autoren sehe, hat im Wesentlichen den Lebenslauf erzählt, wozu der Schauspieler  Peter Vilnay entsprechenden Textstellen gelesen hat.

Die ersten zwei stammten aus der “Welt von Gestern”, ein Erinnerungsbuch, keine Biografie, wie Klemens Renoldner betonte, was für mich sehr berührend war, zu sehen, daß man sich mit dem Buch den Vortrag ersparen hätte können, denn Stefan Zweig hat schon für sich selbst gesprochen und geschrieben und braucht eigentlich die ganzen Theorien, ob jetzt wahr oder falsch, die sich um sein Leben ranken, nicht.

Sehr beeindruckend, die Einleitung und der Schluß und natürlich interessant von Klemens Renoldner zu hören, daß er das Buch zum größten Teil im Londoner Exil von 1938 bis 1940 geschrieben hat und dazu, als Kontrast kam eine Stelle aus “Brasilien, dem Land der Zukunft”, die meisten werden es nicht kennen, vermutete Klemens Renoldner und sagte noch dazu, daß das Buch nach seinem Erscheinen nicht sehr freundlich aufgenommen wurde, daß es aber auch, als eine Liebeserklärung an die verlorene Heimat Wiens zu verstehen ist.

Dann folgten noch zwei Briefe, einer an Franz Werfel, der da mit seiner Frau Alma nach Kalifornien ins Exil gegangen ist und dort als Dank für seine Rettung “Das Lied von Bernadette” geschrieben hat und dann den Abschiedbrief, den Zweig, bevor er das Veronal genommen hat auf seinen Schreibtisch liegte:

“Ich grüsse alle meine Freunde, mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger gehe ihnen voraus!”

Peter Vilnay hat das sehr beeidruckend gelesen und den Schlußapplaus auf diese Art und Weise erstickt.

Morgen hält, wie ich in den letzten Tagen in Ö1 ständighören konnte, Klemens Renoldner diesen oder einen anderen Vortrag noch in Salzburg. Er wies auch auf einige neue Tonaufnahmen hin und ich kann allen an meinen Zweig Bild interessierten, meine “Berührungen” empfehlen.

Ich schicke das Buch gerne zu, vergebe auch Rezensionsexemplare und die Stelle im Himmel, die ich auch beim letzten Volksstimmefest gelesen habe, kann man auch in der Leseprobe lesen und ich lese sie bei der “Amerlinghaus-Benefizveranstaltung” am 3. März um ungefähr 23 Uhr auch nochmals vor, wo das Buch auch aufliegen wird und man es kaufen kann.

Wienzeile

Mit der Literaturzeitschriftenpräsentation ging es heute weiter in der “Alten Schmiede” und zwar wurde da die “Wienzeile” vorgestellt, die von Thomas Frechberger und Günther Geiger gegründet wurde und einmal ein ziemlich subversives Magazin war.

Heute heißt sie “Supranationales Magazin für Kunst, Kultur und Politik” und es gibt schon siebzig Nummern.

Heft 69 und 709 die beid von  Lydia Haider redigiert wurden und die auch, was sehr erfreulich war, zur freien Entnahme auflagen, wurden heute vorgestellt und ich kann anmerken, daß ich einmal, lang lang ist her, glaube ich, meinen “Ziwebelschneiden-Text” drinnen hatte.

Früher habe ich ja regelmäßig oft auch mit Auszügen aus meinem jeweiligen Werk in Arbeit, die Literaturzeitschriften beschickt und einige, ganz wenige, haben hin und wieder auch einen Text von mir genommen.

Heute ist mein Blog meine Art mich literarisch zu präsentieren und ich schicke nur vereinzelt, hauptsächlich wenn ich angeschrieben oder angesprochen werde, etwas zu einer Zeitschrift hin

Gerhard Jaschke hat meinen Eisendle-Text im “Freibord” gebracht, für den “Sterz” habe ich ein Stück aus der “Brüderschaft”, das “Gruftie-Mädel” geschickt, nicht genommen, der Herr der “Lichtungen” hat mich mal angeswprochen, nicht genommen und dann am “Volksstimmefest”gelesen und jetzt habe ich es mit den “Köpfen” wieder für das “Etcetera” probiert. Der Text ist losgeschickt, sehr viel Hoffnung habe ich nicht und die 1985 in Steyr geborene Lydia Haider, war glaube ich 2016 bei den “Alpha Finalisten” und ist eine sehr freundliche junge Frau, die sich bei Daniel Terkl für die Einladung, das Heft vorstellen zu können, bedankte.

Sie erzählte dann etwas zu ihrer “Wienzeile- Geschichte” und stellte die vier Autoren vor, die sowohl im “Hehe-Heft”, als auch in den “Linien” Texte drinnen haben, die sie dann lasen.

Die erste war die 1987 in Wien geborene und in Berlin lebende Lea Zsivkovits, die Gedichte las.

Dann kam der 1960 in Graz geborene Musiker und Autor Adi Traar, ein Stamm-Wienzeile-Beschickter, wie Lydia Haiderbetonte, der hatte in den zwei Heften zwei sehr unterschiedliche Texte “Raueis” ist eine Dystopie, die an die “Wand” erinnern kann. Ums Universitätssterben geht es dabei aber auch und in “Garry auf und davon” geht es um einen Musiker, der bei seinem Auftritt gar nicht gut ankommt, obwohl er das offerbar nicht mitbekommt.

Excellent gelesen vom Autor und dann kam ein mir Bekannter, den ich erst vor kurzem hörte, nämlich der 1992 in Düsseldorf geborenen Timo Brandt, der an der Angewandten Sprachkunst studiert und er hatte im ersten Heft, einen Text, den er geschrieben hat, als er nach Wien kam.

So heißt er auch oder ist ein “Wiengedicht” und im zweiten Heft, ist der Text im Inhaltsverzeichnis verloren gegangen, heißt aber “Ausschneidbares” und ist auch so grafisch angedordnet, daß man ihn ausschneiden oder zerrreißen kann, was der Autor sagte, er einmal so performen wollte, aber diesmal nicht so tat.

Die vierte Lesende war die 1987 in Wien geborene und jetzt in OÖ lebende Magdalena Stammler, die jetzt ihren vielleicht autobiografischen Text “Schwesternschaft” las in dem es um zwei Freundinnen oder an die Erinnerungen der einen an die anderen geht, die gemeinsam studierten, sich im Cafe Hummel trafen und sich über die Frauen lustig machten, die heirateten Kinder kriegten und dann ins Frauengefängnis Einfamilienhaus übersiedelten, was bei beiden Kopfschütteln auslöste.

Dann wurde die Erste zuerst schwanger und zog dann in das schöne Haus der Oma aufs Land mit ihrer Familie, während sich die andere ins Frauengefängnis “Kinderwunschklinik” zurückzog.

Sehr eindrucksvoll in Zeiten, wo eine Ronja von Rönne gegen den Feminismus wetterte, aber Gertraud Klemm hat ja auch über das “Aberland” geschrieben und in den beiden Heften sind auch Texte von Bekannten zu finden.

Matthias Vieida beispielsweise, den ich glaube ich, auch aus den Studentenlesungen kenne. Daniela Emminger, die auf der LL des öst Bp stand und von der ich zwei Bücher auf meiner Leseliste habe.

Stefan Alfare den ich kennenlernte, als ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendiums waren und dessen Gedichte mich damals sehr beeindruckten, obwohl ich mich ihn nicht vorzuschlagen traute.

Stefan Sonntagbauer, der bei “Holzbaum” publizierte, als die noch literarische Texte brachten. Laura Freudenthaler kenne ich glaube ich aus Schreibwerkstatt der “Österreichischen Gesellschaft für Literatur” und habe auch ein Buch von ihr in meinen Bergen. Isabella Breiers Gedichte habe ich, glaube ich, schon einmal gehört.

Peter Paul Wiplinger, der Doyen, mit dem ich 1996 in derselben Jury war und den ich meistens bei den GVs- der IG Autoren treffe. Nicole  Makarewicz, die ich von den “Texthobelspänen” kenne und Claudia  Sykora Bitter, die im “Linien-Heft” zwei Graphiken hat, die ich aber schon bei der “Rampe-Vorstellung” hörte.

Lydia Haider, die noch erklärte, daß die Literaturzeitschriften für die Autoren soetwas, wie der Motor seien, der eine literarische Karriere anstarten könnte, rief  noch zum Senden guter Texte auf, die immer willkommen wären und erkundigte sich bei den Autoren, welche Themen sie sich für die nächsten Hefte wünschen würden?

Eine erfrischende Präsentation eines erfrischenden und sehr lesbaren, wie Lydia Haider auch betonte,. daß das wichtig sei, Hefres und für mich eine Überraschung, denn diese Präsentation hob sich sehr erfreulich von den anderen Zeitschriftenvorstellungen ab, die mir aber auch gefallen haben.

Natalka Sniadanko vor dem gläsernen Vorhang

“Der gläserne Vorhang” ist eine Reihe in der “Gesellschaft für Literatur”, wo CorneliusHell vorwiegend osteuropäische Literatur präsentiert. Denn der Eiserne ist ja gefallen, aber was bitte, weiß man schon von der ukrainischen Literatur, der litauischen, tschechischen, ungarischen etcetera?

Ich schon ein bißchen, denn ich habe Andre Kurkow gelsesen und Tanja Maljartschuk und in der Donaulounge der “Buch-Wien” wird sie ja auch sehr prominent von Cornelius Hell und anderen vorgestellt. In Litauen habe ich schon einmal einen Literaturstreifzug gemacht oder den eigentlich eher am Campingplatz von Wigry mit Leseproben von der Frankfurter Buchmesse 2002 und heuer wird auch Litauen Gastland in Leipzig sein und in der “Gesellschaft” habe ich heute auch eine mir bisher unbekannte Autorin kennengelernt, die bei “Haymon” verlegt und deren Buch. “Sammlung der Leidenschaften” mich zuerst einmal auch nicht so besonders angesprochen hat.

Ich gebe es zu, ich bin hingegangen, weil es kein Konkurrenzprogramm gab und ich verbringe den Abend ja gern bei einer literarischen Veranstaltung und hätte, ich schreibe es gleich, sehr viel versäumt, wenn ich nicht hingegangen wäre.

Die “Gesellschaft” war auch gut gefüllt, aber außer Christl Greller und dem Herrn von den logischen Denkern, alles Leute die ich eher nicht kannte.

Stimmt nicht, Wladimir Fried war da, fotografierte, saß in der ersten Reihe und stellte seine Fragen sogar auf Russisch oder Ukrainisch, dabei ist die 1973 in Lwiw geborene Autorin schon weit vor dem Vorhang, hat sie doch in Freiburg studiert und sprach ein akzentfreies Deutsch. Sie trug ein elegantes Kleid, hatte eine schicke Frisur und auf der einen Hand rote auf der anderen grüne Fingernägel.

Und ihr Buch, das jetzt schon zum zweiten Mal auf Deutsch übersetzt wurde, erschien vor zwanzig Jahre in der Ukraine und wurde da gleich ein Kultbuch, denn es erzählt die Geschichte eines noch in der SU geborenen Mädchens, das eigentlich Programmerin werden soll, dann das Philologie Studium durchsetzt und später mit einem Baron zurück nach Lemberg kommt, wo die Großmutter gleich begeistert ist, weil er sie “Dobre Dan!” begrüßt und ihm ständig Grieß0koch vorsetzt und, als er sich eine Hose kauft, weil seine schmutzig geworden ist, erwischt er ausgerechnet die Jeans, die er einmal zur Altkleidung gegeben hat.

Man sieht die junge Frau ist sehr witzig und ich war in den Neunzigerjahren, wo das Buch spielt, ja auch einen Tag in Lemberg, beziehungsweise bin ich mit dem akademischen Reisebüro vier Tage dort und in Krakau gewesen, die Hin- und Rückfahrt eingerechnet und kann mich an das, was in dem Buch bespöttelt wird, eigentlich sehr gut erinnern.

Es gibt kein Warmwasser, man muß mit einem Kübel durschen. Nun ich war in einem Luxushotel, da gab es rote Rüben zum Frühstück und die akademischen Damen stöhnten  und auch darüber, daß es auf der Fahrt dorthin keine Gastronomie gegeben hat und man auf einer Wiese austreten mußte.

Das hat mich sehr beeindruckt, von der Geschichte, habe ich damals noch nicht sehr gewußt und auch in meiner “Reise nach Odessa” verarbeitet, die Schulkinder auf dem Cover sahen damals genauso aus und Nadelka Sniadanko hat einen frischen frechen Ton, der mich sehr beeindruckt hat.

Ein zweites Buch “Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen”, 2016 bei “Haymon” erschienen, gibt es auch, was mich vom Titel noch mehr ansprechen würde.

Mal sehen, ob ich es mal finde, vielleicht beim Literaturhausflohmarkt zur nächsten Weihnachtszeit, wenn ich da früher hingehe und jetzt lese ich mich mich sowieso schon durch die Neuerscheinungen und habe da auch schon sehr viel Interessantes entdeckt.

Aber ein Blick hinter den gläsernen Vorhang lohnt sich allemal und jetzt bin ich nur noch auf den Litauschwerpunkt in Leipzig gespannt, was ich da Neues kennenlernen werde.

Frauenlesungen in der Alten Schmiede

Ria Endres und Elisabeth Wäger-Häusle, zwei Autorinnennamen, die sich bei mir noch aus Neunzehnhundertsiebziger oder Achtzigerjahren, wahrscheinlich auch in Verbindung mit der “Alten Schmiede” beziehungsweise der GAV eingeprägt haben und von der 1946 in Bayerisch- Schwaben geborenenen Schriftstellerin und Essayistin Ria Endres habe ich im Schrank “Milena antwortet” eine fiktive Antwort auf Franz Kafka gefunden und habe vor, es demnächst zu lesen und jetzt wurde ein in der “Bibliothek der Provinz” erschienener Roman “Fresko ohne Blau”, präsentiert.

Johannes Tröndle, der moderierte, sprach in der Einleitung von nur wenigen Erzähl-oder Prosawerken, vieles sind Hörspiele und Essays und in “Fresko ohne Blau” geht es in ein Kloster und Internatschule, beziehungsweise zu den letzten Tagen der ehemaligen Direktorin Schwester Assunta, die sich während ihre Kräfte sie verlassen, sowohl in die Vergangenheit zurückbegibt an die Bücher denkt, die sie, um sie  vor den Nazis zu retten, eingraben ließ und die nun einen sogenannten Bücherfriedhof bilden, über den man gehen muß, wenn man in das Kloster will.

Sie verliert auch ihren Glauben oder setzt sich mit dem Tod und dem Sterben auseinander und freundet sich mit der namenlosen sogenannten Bienenschwester an, während zwei Schülerinnen, nachts durch die Fenster klettern, im Keller miteinander kuscheln, Geheimnisse miteinander teilen und sozusagen, wie Ria Endreserläuterte, das Fenster zum Außen bilden.

Im anschließenden Gespräch erzählte die Autorin, daß sie selber einmal in einem Kloster abiturierte und dieses sowohl, als Gefängnis als auch sehr bereichernd empfunden hat. So hat sie sich damals in die Kunst geflüchtet und mit ihrer Deutschlehrerin auch “Warten auf Godot” gelesen.

Dann gabs diesmal nur eine sehr kurze Pause, Richard Pils, Maria Gornikiewicz, die auch in der “Bibliothek der Provinz” verlegt und ein mir unbekannter Dichter der vor mir gesessen ist, verschwanden, dafür tauchten die GAV Mitglieder Erika Kronabitter, Waltraud Haas, Lisa Fritsch, Elisabeth Reichart, Kritsta Kempinger, Karin Jahn , Thomas Northoff und und und, die ich zum Teil schön länger nicht mehr gesehen habe, um der  1942 in Rankweil geborenenen Elisabeth Wäger, wie sie sich jetzt, glaube ich, nur noch nennt, die sehr frauenbewegte Texte, wie “Annas Häuser” geschrieben hat und lange Zeit als Dramaturgin gearbeitet hat, deren Prosastücke “Töchter & andere Bewohner” seltsamerweise in der “Pen-Edition” des “Löcker Verlags” erschienenen ist.

Es sind kurze lyrische prosa Episoden, die von einer schreibenden Tochter, einem Turmzimmer, einem Familienroman und vielen anderen, der Untertitel ist auch “Der Rundgang durch ein privates Office” handeln, wie Annalena Stabauer, die diesmal moderierte, in ihrer Einleitung erwähnte.

Sehr kurze Sätze, Szenem, Bilderreigen, die von der Mutter und der Tochter handeln, die einen surrealen Roman schreiben möchte, weil sie sich an keinen Familienroman traut, Bild um Bild, Wortwiederholung an Wortwiederholung gereiht: “Die Faust aufs Auge, die Freiheit des Wortes, die kleine Tochter schrumpft ein wenig, ich habe noch nie eine Fledermaus gesehen, ich werde im Dezember alles geregelt haben, ich werde mit dem Korrigieren beginnen und nun bin ich sprachlos”, beendet Elisabeth Wäger ihre Lesung und las dann noch von Annalena Stabauer aufgefordert, ein Gedicht in vorarlbergischen Dialekt, denn einen solchen Gedichtband hat sie auch einmal herausgegeben und ich habe wieder einmal ein schönes Stück Frauenliteratur aus einer frauenbewegten Zeit gehört.

9. Wiener Katzenfasching

Deborah und Janina Schedy

Deborah und Janina Schedy

Erwin Weilguny

Erwin Weilguny

Susanne Schneider hat, glaube ich, gemeinsam mit Rolf Schwendter, weil ja beide Katzenfans 2009 den ersten Wiener Katzenfasching ausgerufen, wo sich die Katzenliebhaber des ersten Wiener Lesetheaters ins Gartenstüberl des Weinhaus Sittls setzten, Rolf Schwndter, als Kater Rolf mit seinem Hofstaat, alle als Katzen verkleidet vorne am langen Tisch und dann wurde von ständigen “Miaus” begleitet, einen ganzen Abend lang, Kätzlisches von sich gegeben.

Irgendwann und irgendwie habe ich ja meine Kätzin Murana, die Abwandlung vom Kater Murr, die ich glaube ich schon lange schreiben wollte, im Herbst 2009, da gab es auch die Studentenrevolte auf der Uni, geschrieben und so hat mich Susanne Schneider zum zweiten Wiener Katzenfasching eingeladen.

Ich bin ja überhaupt kein Katzenfan, so kann ich die besondere Katzenliebe von Menschen, die sich wie Katzen schminken, miauen und murren und dann bevorzugt Texte lesen, die zeigen, wie sich die Katzen zu Tyrannen  der Menschen machen, nicht besonders nachvollziehen und habe da auch manchmal den Kopf geschüttelt.

Erwin Leder

Erwin Leder

Erik Hardenberg

Erik Hardenberg

Aber 2013 ist Rolf Schwendter gestorben und als mich Susanne Schwendter 2014 wieder zum Katzenfasching einlud, habe ich einen Text geschrieben, der sich auf Rolf Schwendters Katzenliebe bezog und sozusagen noch einen Nachruf auf ihn gemacht, einen solchen Text habe ich ja schon für das Volksstimmefest 2013 geschrieben und ihn auch bei der damaligen Poet Night gelesen.

Danach habe ich weder beim Katzenfasching gelesen noch bin ich dorthin ins Gasthaus Sittl gegangen, dienn ich bin ja  keine besondere Katzenfreundin, aber als ich unlängst im Literaturhaus war, habe ich auch Susanne Schneider dort getroffen, die die Einladungen dafür verteilte und weil wir dieses Wochenende wegen Ruth Aspöcks Geburtstagsfest in Wien geblieben sind, hat es sich eigentlich angeboten den neunten Wiener Katzenfasching zu feiern, der diesmal, glaube ich, auch nicht so lang war und auch nicht sovoll.

Manfred Loydolt, der als Prinz Manfred mit Christa Kern, glaube ich, auch immer am “Katzenhonoratorentisch” thronte fehlte, da gab es diesmal nur ein kleines Tischchen von Susanne Schneider und Susanna C Aschner-Schwarz mit Katzenohren besetzt, die den Abend moderierten und im Publikum gab es, wie es so schön heißt, die üblichen Verdächtigen oder alte Bekannte.

So haben Renate Woltron und Manuel Girisch mit Zitaten berühmter Männer über Katzen und Erich Kästners Erlebnisse mit einer Katze, die dem Dichter beim Dichten dreinredete, begonnen und dann machte Felizitas Girisch, die, glaube ich, die Märchen für das Marketing untersucht hat, mit einem Märchen weiter, wo eine alte Katze eine junge belehrt, daß man keine Vögel fangen soll.

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Das wäre, glaube ich, wurde ich einmal belehrt, ein Eingriff in die Natur und wird wahrscheinlich auch nicht ganz klappen, im Märchen ist aber alles möglich und dann traten auch gleich Heidi Hagl, Gabriella Schmoll und, ich glaube, Rosemarie Wolfik auf und lasen einen Text von Eva Rossmann “Gismos Nacht”, wo der Kater Gismo, der mit seiner Mira aufs Land gezogen ist, eine alte Katze vorm Erschossenwerden rettet.

Das habe ich sehr interessant gefunden, bin ich ja eine eifrige Eva Rossmann Leserin und Christa Kern ist diesmal zwar nicht als Prinzessin am Podium gesessen, hatte aber auch eine Katzenmaske und las als letzte vor der ersten Pause drei Texte.

Andrea Pauli hat auch noch einen Text von Elke Heidenreich, einen Brief an ihre Katze Klara, die sie nach ihrer Mutter nannte und über die sie sich, weil dieser sehr ähnlich, beschwerte, am Ende aber doch vermisste.

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Dann folgte der zweite Teil und da gab es einige musikalische Einlagen und Erwin Weilguny sang ein Lied von einer “Gürtelkatze”, das wahrscheinlich nicht wirklich was mit Katzen zu tun hat.

Dafür holte  Susanna C. Schwarz wieder ihren Erich Kästner hervor und Ingeborg Reisner, die den Wiener Dialekt untersuchte und ein Buch darüber herausgibt, brachte spezielle Katzenwendungen, wie “Es ist alles für die Katz”, aber auch  Unbekannteres.

Sehr gut haben mir wieder Susanne Schneiders Texte gefallen, da wurde zuerst einer von Erwin Leder gelesen, wo es eine Katze von Prag nach Shanghai verschlagen hat, der Holocaust machte es notwendig, dort noch verloren wurde und sich alleine durchschlagen und dabei aufpassen muß nicht von Kindern erschlagen oder zu Katze süßsauer verarbeitet zu werden.

Es kam dann noch ein von Susanne Schneider selbstgelesener von den Katzen im Gemeindebau, dazwischen hatte aber noch Hahnrei Wolf Käfer, der wieder für die guten Katzenkekse sorgte, eine neue Art der “Verwandlung”, da wacht die Katze Kafka plötzlich eines Morgens auf und stellt verwundert fest, sie ist ein Mensch geworden und fängt nach einigen Irritationen und einkleidungen auch prompt zu schreiben an.

Susanna C.Schwarz-Aschner

Susanna C.Schwarz-Aschner

Richard Matula

Richard Matula

Es gab  auch die üblichen Gebrauchsanweisungen, wie sich die Katzen, um ihre Menschen zu ärgern und zu tyrannisieren verhalten sollen, Susanna  C  Schwarz Aschner, die solches schon von ihrer Katze zu kennen scheint, lächelte dazu.

Helga Graziella Schwaiger hatte eine solche selbstverfasste Geschichte, Ottwald John hatte einen sehr kurzen Text in drei Wiederholungen, Hans Jörg Liebscher, auch ein Mitgestalter, beschäftigte sich mit “Schrödingers Katze” und den Schlußpunkt setzten wieder Ingrid Jantzen und Richard Matula im dritten Teil mit einer Art Katzenmusical, wo auch  dem Kater Rolf in seinem Katzenhimmel gedacht wurde.

Geburtstag feiern mit Ruth

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Ruth Aspöck, von der ich gar nicht mehr so genau weiß, wann ich sie kennenlernte, beim “Arbeitskreis schreibender Frauen ist es nicht gewesen und in der “AUF”, die sie mitgründete, war ich nicht wirklich aktiv,  ist am siebenten Februar siebzig geworden und feierte das mit einem großen Fest in der Vinothek des Augustinerkellers zu dem sie hundert Leute eingeladen. Siebzig  werden dann schon gekommen sein und überreichten Ruth, die  auffällig gekleidet war, ihre Geschenke.

Vor dem Eingang ist ihre Schwester gestanden und verteilte an die Ainkommenden Situplatznummern. Zu mir hat sie nur den Namen Peter Czak gesagt, so habe ich mich neben ihm gesetzt und mir überlegt, wen ich von den schon Anwesenden kannte.  Es waren ziemlich viele, denn die Ruth hat einen großen Bekanntenkreis und macht auch gerne Feste.

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Als sie noch ihren Verlag “Die Donau hinunter” hatte, gab es  eine Lesung im Amerlinghaus, an die ich mich noch gut erinnern kann. Irene Wondratsch habe ich, glaube ich, dort kennengelernt und auch, daß es nachher Wein und Salzstangerl gab.

Denn ich habe damals gerade den “Tod eines Jurymitglieds” geschrieben. Die Geschichte über den Wiener Literaturbetrieb, wo ein Jurymitglied eines Literaturpreises tot am Donaukanalsaufgefunden wird (es war der Ast, der auch Ödon von Horvath ermordete und keine Schriftstellerin) der Kommissar, Allan Wilton nachempfunden, sucht  dabei auch Romana Reichel auf, die gerade “Eine Einladung für Freundinnen und Freunde” mit einer “Lesung aus “Texten von zwanzig Jahren” zu ihrem siebenundvierzigsten Geburtstag machte.

Dann hats ein paar Feste in Ruths Wohnung gegeben und den fünfundsechzigsten hat sie wieder groß in der Konditorei an der Ecke Burggasse gefeiert, vor zwei Jahren waren ein paar Frauen im Augustinerkeller eingeladen, der Alfred war da gerade unterwegs, so ists ein Frauenfest geworden, aber die Ruth ist ja auch als Feministin bekannt,  mit sechzig mit ihrem Verlag in Pension gegangen und damals im April drei Wochen lang von Wien mit dem Rad nach Bamberg gefahren und es gab jeden Abend eine Lesung.

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Wir sind von Ybbs bis Regensburg mitgefahren und ich hab eein Vielshofen meine Geschichte “Nachsplitter oder Simona ist betrunken”, die ich ursprünglich für den “Siemens Literaturpreis” geschrieben habe und die in Ruths erster “Donauanthologie” enthalten ist, gelesen und die beiden Anthologien dort im Rathaus vorgestellt.

Und weil das Radfahren ein gute Idee ist und die Ruth oder auch wir einmal um den Bodensee fahren wollten, werden wir das, als Geburtstagsgeschenk an sie im Mai machen, dabei auch Erika Kronabitter in Bregenz treffen, die auch versuchen wird, eine Lesung dort zu organiseren, so daß wir vielleicht ein bißchen das Flair von damals haben und jetzt hat es in dichtes Programm gegeben, denn die Ruth ist eine sehr strukturierte Frau, die auch ein umfangreiches Werkverzeichnis, als Geschenk oder Information an ihre Besucher aufgelegt hat und es gab auch irgendwelche exotische Pflanzen, die als Tischschmuck auflagen und die man sich mitnehmen und zu Hauseeinpflanzen konnte, mal sehen, ob sie gedeihen werden.

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So hat “18 Uhr Eintreffen der Gäste”, “18. 30  Begrüßungsworte” auf dem Programm gestanden.Um neunzehn Uhr gab es dann den “Imbiß mit drum und dram”, der aus verschiednen Würsten, Sauerkraut und Kartoffeln bestand und dann kam die”Musikalische Einlage von Richard Weihs”, der mir ja mit seinem Wunschgedicht von den letzten wilden Worten, sozusagen den Klappentext für mein derzeitges Werk, beziehungsweise auch die Erklärung geliefert hat, wieso die Dorothea Wewerka ein Bibliotheksgespenst ist, das nur als Detail am Rande und eigentlich nicht dazupassend, denn Richard Weihs hat sein berühmtes Lied von “Friß die Krot” gesungen und dann gabs “Die süße Überraschung, den Kaiserschmarrn” und um 21. 30, bevor die Gäste verabschiedet wurden, die “Vergangenheitszertrümmerungsperformance”, bei der sich die Ruth ihr buntes Kleid vom Leib reißen” ließ, wie sie sagte.

Ob das ein Hinweis auf das Alter ist, wo man sich nur mehr in Sack und Asche kleiden soll?

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Nun Hilde Schmölzer, die vor kurzem achtzig wurde, wo ich ja auch mitgefeiert habe, ist noch sehr aktiv und Elfriede Haslehner schon darüber, hat mir zwei fotos mitgebracht, die sie auf der Silvesterfeier bei Hilde Schmölzer machte, sonst habe ich einige Leute von der GAV oder vom “Wohnzimmerkreis”, wie Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Christa Nebenführ, Jopa Joakin, Magdalena Knapp Menzel, Peter Bosch, gesehen. Irene Wondratsch war auch da und ich bin eine Zeitlang neben Nora Aschacher, die beim ORF gearbeitet hat, gesessen, die ich einmal bei einem einem runden Festvon Christa Kern getroffen habe.

Ruth Aspöcks Verleger, die ja seit es ihrem Verlag nicht mehr gibt, bei Löcker schon fünf Bücher hat, war da und ich bin sicher, auch wenn sie darüber vielleicht noch nichts erzählt, sie schreibt schon an einem Neuen.

Das letzte wurde erst vor kurzem bei den “Textvorstellungen” von Renata Zuniga vorgestellt, die auch im Publikum war. Erika Brunngraber war da, die Familie und auch einige andere, die ich nicht kannte, denn die Ruth ist ja sehr aktiv und hat, wie schon geschrieben, einen großen Freundeskreis.

Jetzt können wir uns auf die Radtour freuen, die Hotels hat der Alfred schon bestellt. Ich werde darüber berichten, aber vorher wird noch die “Klara” fertig werden, die jetzt an die Druckerei gehen kann und die das “Frühstück” ist zu korrigieren und am achten März gibt es im Amerilinghaus, wieder einmal eine Solidaritätslesung, und da fand ja vor wahrscheinlich dreiundzwanzig Jahren, der Alfred war zu dieser Zeit gerade mit der Alfred beim jährlichen Schifahren im Lesachtal, was er eine Zeitlang machte, das Fest für die ” Freundinnen und Freunde” statt und jetzt kann ich mich auch erinnern, daß die Ruth da eine literarische Rückschau aus ihrem Leben gab, was ich bei meinen runden Geburtstagen inzwischen auch mache und zu meinem siebzigsten Geburtstag, was noch eine Weile dauern wird, ich kann es schon verraten n, siebzig Minuten aus meinen dann wahrscheinlich schon über fünfzig selbstgemachten Büchern lesen werde. Jetzt habe ich einmal der Ruth die “Berührungen” als kleines Vorgeschenk mitgebracht.