Noch einmal Oberösterreich

Die oberösterreichische Literatur ist in letzter Zeit in Wien sehr oft zur Geltung gekommen und zwar hat es schon vorigen Donnerstag im “Werkl am Goethehof” begonnen, wo Judith Gruber-Rizy Franz Kain vorstellte.

Weiter ging es am Dienstag im Literaturhaus mit “Oberösterreich erforschen” präsentiert von Helmut Rizy und daraufhin habe ich mich entschlossen, diesen Donnerstag in die “Alte Schmiede” und nicht in die “Gesellschaft für Literatur”, wie ich es eigentlich plantem zu gehen, denn dort präsentierte sich in der “Literatur als Zeit-Schrift-Reihe”, die oberösterreichische Zeitschrift “Rampe” in der ich, lang lang ists her, auch ein paar Texte hatte.

Inzwischen präsentiere ich ja mich und mein Schreiben fast ausschließlich im Internet und im “Literaturgeflüster”, was, wie ich in der Veranstaltung wieder hören konnte, ja immer noch nicht als sehr literarisch gilt, für mich ist es aber trotzdem eine gute Möglichkeit der Präsentation und ein schönes Archiv und diesbezüglich werde ich gleich einmal nachsehen, wann ich welche Texte in der “Rampe” hatte.

Und zwar hatte ich den “Brief an die Herren der Akademie”, ursprüglich, glaube ich, für den Frauenverlag geschrieben und in St. Pölten einmal gelesen, in der “Rampe” 1/89 und die “Geschichten vom lieben Gott”, die ich auch beim “Sichten und Vernichten Symposium” in Salzburg vortrug, in der “Rampe  2/93”

Das ist lange her, die Belegexemplare liegen noch in Harland und Honorar gab es auch dafür, dreihundert Schilling pro Seite, hörte ich, heute in der “Schmiede”, das war viel Geld und die “Rampe” war damals und vielleicht noch heute eine der wenigen Zeitschriften wo es Honorar gab und geantwortet haben sie auch immer und die Fahnen zur Korrektur geschickt.

Aber ich greife vor, erst stellte Lena Brandauer, die gemeinsam mit Daniel Terkl und Paul Dvorak die Reihe betreut, das Podium vor.

Die Zeitschrift gibt es seit 1975, da war Fritz Lichtenauer mit dem ich auch immer korrespondierte, der Redaktuer, inzwischen wird das von Bernhard Judex erledigt und die Zeitschrift, die glaube, ich gegründet wurde, um die oberösterreichische Literatur zu fördern, gehört heute zum “Adalbert Stifter Institut”.

Früher gab es zwei Hefte pro Jahr, jetzt gibt es vier, eines ist einem Thema gewidmet, eines frei, die beiden anderen sind, glaube ich Themenhefte, die Oberösterreichern bzw. den oberösterreichischen Preisträgern gewidmet sind.

Es wurden aber immer auch nicht Oberösterreicher genommen, das ist auch der Grund, warum ich Texte drinnen hatte und mein erster Text wurde, glaube ich durch Gerald Bisinger vermittelt und der hatte im ersten oder zweiten Heft, das es gab ein sogenanntes “Scheißgedicht”, das hat der Frau Fussenegger, die damals auch im Redaktionsteam saß nicht gefallen, so gab es ihr Dementi und das war alles in Dias zu sehen, die August Bisiner, Gerald Bisingers Sohn, der ja in der “Schmiede” der Techniker ist, an die Wand projezierte.

Denn vor dem Gespräch mit Fritz Lichtenauer stellte Bernhard  Judex die Hefte vor, erzählte, was dazu, sagte, daß es immer Antwortbriefe gab und las auch ein Beispiel eines enttäuschten Autors vor.

Dann wurden zwei Autoren, nämlich  Claudia Bitter und Constantin Göttfert vvorgestellt, die Texte in den neueren Heften drinnen haben und zu ihren Erfahrungen mit der “Rampe” befragt.

Die 1965 in OÖ geborene Claudia Bitter kenne ich, glaube ich, weil sie beim “Siemens Literaturpreis” gewonnen hat und den 1979 geborenen Constantin Göttfert, der in Leipzig studierte, habe ich schon bei einigen Lesungen gehört.

Claudia Bitter hatte öfter Texte in der “Rampe” weil sie auch öfter vom Land OÖ Prämien bekommen hat, sie schickt ihre Texte auch gerne an Zeitschrfiten und schreibt auch extra Texte dafür, Constantin Göffert hat glaube ich erst einen Text und ist meistens auch mit seiner Romanarbeit beschäftigt, so daß er nur hinschickt, wenn er einen passenden Text hat.

Dann wurde noch ein Themenheft präsentiert, nämlich das, das der 1972 in Wels geborene FlorianNeuner über den 1960 in Ried am Innskreis geborenen Christian Steinbacher herausgegeben hat.

Florian Neuner hat schon drei Themenhefte unter anderem eines das Waltraud Seidlhofer gewidmet war, betreut und erzählte etwas über die Arbeit und die Zusammenstellung des Heftes, das man dann am Büchertisch kaufen konnte, dann kam der Autor selber, der einmal den “Wartholz-Literaturpreis” gewonnen hat, aber auch “Heimrad Bäcker Preisträger” ist und sehr experimentell und visuell arbeitet, gab eine wahre Werkschau von sich, worin er die Zeit zurück bis zu den Anfängen seinen Schreibens zurückging und in dem er performte und deklamierte auch seine anderen Bücher vorstellte.

Ein sehr interessanter Abend, der einen genauen Einblick in die oberösterreichische Literatur und ihre Förderung gab, die so reichhaltig ist, das man nicht alles haben kann, denn während der in Ried am Innkreis geborene Christian Steinbacher seine Anagramme und Zettelgedichte präsentierte, trat in der Hauptbücher der 1958 in Wels geborene und in Ried am Innkreis lebende Dietmar Füssel auf und stellte seinem historischen Roman aus dem alten Ägypten “Wiederholte Geburten” vor, aber den habe ich ja schon gelesen, während ich das bei Christian Steinbachers “Die Treffsicherheit des Lamas”, das noch aus den Büchertumen der Literatur im März stammt, noch immer nicht getan habe.

Zum Glück publiziert Christian Steinbacher aber nicht nur in der “Rampe” sondern auch im “Feribord” und da ist ihm das Heft 24 gewidmet und daraus las er auch ein Stückchen vor.

In der “Zeitschriftenreihe” wurden schon “Literatur und Kritik” und sechzehn andere vorgestellt.

Ein Büchner-Preisträger in der Alten Schmiede

In der “Alten Schmiede” stellte heute der “Büchner-Preisträger” von 2004, der 1943 geborene Wilhelm Genazino seinen neuesten Roman, Kurt Neumann meinte, es wäre eher eine Erzählstruktur “Außer uns spricht niemand über uns” vor und es war gar nicht so voll, wie am Montag bei Georg Stefan Troller.

Das ist auch etwas, was ich nie verstehen werde, habe Wilhelm Genazino einmal bei einer der Studentenlesungen im Literaturhaus  und einmal bei der “Literatur und Wein” in Göttweig gehört.

Im Publikum saßen Leute, die behaupteten, daß sie alle seine Werke gelesen hätten, wobei mir einfiel, daß ich gar nicht wußte ob ich einmal was gelesen habe, in meinen Regalen habe ich aber “Die Liebesblödigkeit”, “Ein Regenschirm für alle Tage” und auch den dritten Teil der von Kurt Neumann erwähnten “Abschaffeltrilogie”  – “Falsche Jahre”,  stehen und “Mittelmäßiges Heimweh” habe ich gelesen, aber offensichtlich schon wieder vergessen. Dagegen ist mir in Erinnerung, daß es mich in Göttweig sehr störte, daß die Leute während der Lesung so laut gelacht haben, ich habe. glaube ich. den Autor am Signiertisch darauf angesprochen, ob er diese Stellen auch so lustig gefunden hätte. Er hat glaube ich, “nein”, gesagt, vielleicht war das aber nur die Höflichkeit des Autors, denn Kurt Neumann hat in seiner Einleitung auch die Komik angesprochen und während der Lesung  mehrmals geschmuzelt.

Es geht um den kleinen Mann, hat er glaube ich, eingeleitet, daß Genazino in einer Werkreihe, Trilogie, etcetera darüber schreiben würde, meinte, daß die Erzählstruktur an Becket mahnen würde und erzählte dann von einer Carola mit der der Ich-Erzähler befreundet sei, sich im Laufe des Romans aber von ihr trennen würde und, daß die eine Marathonläuferin, zur Alkoholikerin wird und sich dann, glaube ich, auch umbringt.

Friedrich Hahn sollte den Autor später fragen, ob ihm das nicht leid täte, seine Figuren sterben zu lassen, was er, glaube ich,  auch verneinte und er las das erste und das siebente Kapitel.

Ein Mann geht spazieren könnte man so sagen und macht dabei seine Alltagsbetrachtungen, er ist Rundfunksprecher, offenbar nicht sehr erfolgreich, denn Carola schlägt ihm vor, sich arbeitslos zu melden, das ist aber unter seiner Würde, beziehungsweise will er vom Arbeitsamt nicht umgeschult werden und im ersten Kapitel geht er durch die Stadt und in eine Pizzeria, beobachtet einen Marathonlauf, bei dem auch Carola, mit der er nicht zusammenlebt, teilnimmt, was er nicht wußte, er beobachtet ihr Tatoo und noch verschiedenes andere und im siebenten Kapitel beschließt Carola sich von ihm zu trennen.

Dann konnte man Fragen stellen und es gab diesmal eine sehr intensive Diskussion, die sich auch, was ich sehr interessant fand, weil ich mich ja derzeit intensiv damit beschäftigte, um das Schreiben, beziehungsweise, um die Einfälle geht.

Kurt Neumann fragte, glaube ich, wie der Autor zu seinen Einfällen kommt? Der antwortete, daß man das nicht wisse, soweit ist die Wissenschaft noch nicht und selbst Einstein hat das noch nicht erforscht. Er hat aber immer einen Zettel und einen Stift bei sich und schreibt alles, was ihm so begegnet und ihm interessant erscheint, auf.

So ein Heftchen habe ich auch in der Tasche, schreibe aber weniger intensiver, als ich eigentlich sollte oder wollte und Wilhelm Genazino scheint sich ganze Aktenordner mit diesbezüglichen Stichworten anzulegen, die er dann dementsprechend verwendet, was ich sehr interessant findet.

Eine Dame lobte die Beobachtungen und den Blick von Außen, wie Genazino beispielsweise den Blick in die Pizzeria beschreibt und ein anderer wollte wissen, ob es eigentlich einen Kommentarband gibt, was Genazino wieder verneinte und meinte, daß das eher etwas für Germanisten sei, die Leser solche Bücher aber nicht kaufen würden.

“Ich hoffe es sind hier keine Germanisten!”, setzte er hinzu. Lautes Gelächter, also offenbar doch sehr viele, aber Genazino ist ja selber Germanist, hat das, sowie Soziologie und Philosophie studiert und wird sich weiter mit der Sprache bemühen und seine Einfälle zu Romanen machen und ich habe und das ist vielleicht interessant, mir aus der Lesung mitgenommen, daß ich vielleicht meine  einundvierzig Szenen, die ich inzwischen habe, sprachlich überarbeiten sollte und mir vielleicht von Genazinos Sprachgewalt ein Vorbild nehmen, denn da habe ich heute, fürchte ich, ein bißchen vor mich hingeschluddert.

Ich bin zwar mit meinem Rohkonzept fast fertig und die Therese ist von Salzburg nach Berlin gefahren, aber vor allem da könnte ich die Szenen noch besser ausarbeiten und die Therese im Brecht Haus beispielsweise entsprechende Erlebnisse machen lassen. Wenn es mir da gelingt vielleicht einundvierzige farbige Kurzgeschichten daraus zu machen, hätte mein Roman sicherlich gewonnnen.

Mal sehen, ob es mir gelingt. Ich habe es jedenfalls vor und werde mit dem Rohkonzept demnächst fertig sein. Vier Szenen fehlen mir, glaube ich, noch und derzeit stehe ich bei 43 435 Worte beziehungsweise über achtundachtzig Seiten. Wenn ich die letzten Szenen, die sehr kurz geworden sind, durch genauere Details noch entsprechend verlängere, komme ich vielleicht auch auf das Nanworimoformat, die Rohkonzeptzeit würde entsprechend stimmen.

Oberösterreich erforschen

Unter diesem Titel hat Helmuth Rizy, der gebürtige Linzer, schon vor einem Jahr oberösterreichische Autoren ins Literaturhaus gebracht: Waltraud Seidlhofer, Walter Kohl, Rudolf Habringer, da war ich leider nicht dabei, dafür aber Gregor M. Lepka, Waltraus Seidlhofers Gatte und der hätte im zweiten Teil lesen sollen, ist aber kurz nach seinem achtzigsten Geburtstag verstorben.

So las heute Helmuth Rizy nur einige seiner Gedichte vor und sagte dann kurz etwas zur oberösterreichischen Literaturszene, die ja weit verbreitet ist und auch in der GAV sehr vertreten und viele dieser Oberösterreicher leben auch in Wien oder waren heute im Literaturhaus, wie Judith Gruber Rizy, Ruth Aspöck, die eigentlich in Salzburg geobrene, Luis Stabauer dessen Buch “Atterwellen” über seine Mutter ich ja erst kürlich gelesen habe. Die Ruth und Judith Gruber-Rizy treten auch nächste Woche in Linz im Stifterhaus auf und die Ruth wird von Bernhard Widder eingeführt, der auch heute im Literaturhaus war und die erste Autorin, die Helmuth Rizy vorstellte, ist gar keine Oberösterreicherin sondern kommt aus Bremen, wohnt aber in Ottenschlag, nämlich die 1969 geborene Corinna Antelmann von der ich schon zwei Bücher gelesen habe.

Das erste “Die Farbe der Angst” hat mir ja einmal Dietmar Ehrenreich, der so unerwartet verstorbene “Residenz-Verleger” geschickt, das zweite habe  “Hinter der Zeit” hat mir die Autorin geschickt, als ich sie anläßlich ihrer GAV-Neuaufnahmelesung  2015 persönlich kennenlernte.

Sie hat auch heute daraus gelesen, was mir Gelegenheit gab, auf besonders schöne Sprachschöpfungen zu achten, die mir beim Lesen gar nicht so aufgefallen sind.

Der zwete Oberösterreicher, der1956 in Völklabruck geborene Hans Eichhorn, der auch als Fischer am Attersee tätig ist, ist mir ebenfalls kein Unbekannter, habe ich ihn doch, glaube ich, schon einmal in der “Alten Schmiede” gehört, jetzt las er zwei Geschichten aus einem Prosaband, die mir vor allem durch ihre lakonische Realistik auffielen.

Die Erste spielte in einem Cafe, die Zweite von einem Neubau und es geht noch um hunderttausend andere Dinge und dann kam die 1978 in Linz geborene Dominika Meindl an die Reihe, die ich wahrscheinlich auch von den GAV-Neuaufnahmen kenne.

Sie organisiert Lesungen in Wels, ist auch irgendwo Präsidentin und las zwei Texte, einen ernsten und einen heiteren, wie sie sehr extravertiert erzählte.

Der Erste handelte von einer Frau, die in Südtirol schifährt  und vom Tod eines Großvaters. Der Zweite war ein Dramulett, wo alle auf der Bühne in verteilten Rollen, die Familie Putz, bekannt aus der Lutz-Werbung darstellten. Das Dramulett stammt, glaube ich, aus dem Shakespeare-Jahr und besteht, wie Dominia Meindl erklärte, größtenteils aus Originaltexten. Alle bringen alle um und ein paar gesellschaftkritische Anmerkung bezüglich der bekannten Möbelfirma brachte Dominika Meindl auch noch an.

Nachher gabs ein paar Hinweise auf die nächsten Veranstaltungen, die bezogen sich zwar auf Vorarlberg, beziehungsweise auf die der Rizys.

Aber ich kann gleich anmerken, daß übermorgen in der “Alten Schmiede”, die oberösterreichische Literaturzeitschrift “Die Rampe”, wo ich auch einmal ein paar Texte hatte, vorgestellt wird.

Ich weiß noch nicht genau ob ich hingehen werde. Es gibt ja auch ein verlockendenes Paralellprogramm in der “Gesellschaft für Literatur”.

Im Literaturhaus gabs wieder Wein und Gespräche. So hat mich Bernhard Widder auf einige Literaturveranstaltungen angesprochen. Beispielsweise hat er mir erzählt, daß es gestern in der “Alten Schmiede” sehr voll war, was ihn ein wenig gewundert hat, mich hat das auch.

Er war auch vorige Woche im MUSA, wo es ja sehr experimentell zugegangen ist und er wollte von mir wissen, wie mir Robert Schindels Roman “Der Kalte” gefallen hat?

Er hat, glaube ich, soweit ich mich erinnern kann und im Bücherschtrank wo ich natürlich vorher wieder war, hätte ich Sabine Grubers “Daldossi oder das Leben des Augenblicks”, die ich ja gestern auch in der “Alten Schmiede” sah, fast übersehen, so abgegriffen war das Leseexemplar, “bitte nicht vor dem 21. Juli 2016 besprechen”, daß ich es fast für “Stillbach oder die Sehnsucht” was ja auf meiner Leseliste steht, gehalten hätte.

Dann habe ich aber doch danach gegiffen und frohlockt, Buch sechs der ersten österreichischen Buchpreislonlist und das dritte von der Shortlist, was ich nun habe.

Die Frage ist nur, wann ich es lesen werde? Ist meine Leseliste ja schon sehr lang und sehr voll, aber wieder eine Bestätigung, wenn ich nur lang genug warte, kommen schon die Bücher zu mir und “Stillbach oder die Sehnsucht” das ich ja vom vorigen Jahr auf heuer verschoben habe, werde ich diesem Jahr lesen.

Aber ich schweife ab mit Oberösterreich hat die in Südtirol geborene Autorin nicht viel zu tun, obwohl sie ja manchmal mit Sabine M. Gruber verwechselt wird und die wurde ja in Linz geboren.

Erlebtes und Erinnertes von Georg Stefan Troller

Robert Schindel

Robert Schindel

Den 1921 geborenen  geborenene Regisseur und Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller, kenne ich, seit er 2005, den “Theodor Kramer Preis” bekommen hat. Der Alfred hat da, glaube ich, sein Buch “Das fidele Grab an der Donau” gekauft oder war das erst später, als wir anläßlich eines “Theodor Kramer Symposiums” im Metrokino waren und dort einen seinen Teil der Filmtrilogie “Wohin und zurück” gesehen haben und bei den Wiener Vorlesungen ersehe ich gerade meinem Archiv habe ich ihn auch schon gehört.

Und heute war der über Fünfundneunzigjährige, der am 10. Dezember seinen Geburtstag feierte, in der “Alten Schmiede” um, wie er launig sagte, sein vorletztes Buch “Unterwegs auf vielen Straßen” vorzustellen und da der Alfred irgenwie ein Troller Fan ist, bin ich mit ihm hin, ich wäre höchstwahrscheinlich eher in die “Gesellschaft für Literatur” gegangen, wo Britgitte Schwens-Harrant Felizitas Hoppe vorstellte.

Da ich noch eine Diagnostik fertig zu machen hatte, war ich spät daran, so daß mir die Assistenten, als ich die Stiege ins literarische Quartier hinunter gehen wollte, sagten “Es ist schon sehr voll!”

Der Alfred hatte mir aber zum Glück einen Platz hinter August Bisingers Technikpult reserviert und dann ging es bald los, zuerst mit einem Interview, das Robert Schindel, mit Freund George machen sollte, der das aber, da er ja selber immer Interviews machte, offenbar gar nicht so gerne mochte.

So nur ein paar Dinge zu seinem interessanten Lebenslauf, 1921 in Wien geboren, den Nazis knapp entkommen, mit Siebzehn kam er über Paris nach Amerika und wurde dort in die US Army eingezogen. Seit 1949 lebt er in Paris und zu dem letzten oder vorletzten Buch so genau habe ich es nicht verstanden, weil Georg Stefan Troller noch aus einem anderen gelesen hat, kam es, glaube ich, weil er einmal in den Keller ging, dort einen Koffer voller Unterlagen fand  und dort sein “Erinnertes und Erlebtes machte.

Zuerst hat er aber aus  “Mit meiner Schreibmaschine” ein Kapitel gelesen, wo er als Fünzehnjähriger durch seine Gymnastiklehrerin, die Bekanntschaft des Antisemiten  Louis-Ferdinand Celine machte, die in ihn verliebt war und den er, weil er schon damals gut Französisch konnte, die Sozialeinrichtungen Wiens zeigen mußte. Später hat er ihn dann noch einmal wieder getroffen, nicht mit ihm gesprochen, seine Frau Lucette hat ihm aber freundlich nachgewunken.

Georg Stefan Troller

Georg Stefan Troller

Dann kamen einige Kapitel aus dem neuen Buch, zuerst seine Erlebnisse, die er auf Deutsch in seinem Kriegstagebuch aufgeschrieben hat. Ist er doch als Soldat nach Deutschland gekommen, hat dort mit den Besiegten gesprochen, die sich alle verteidigten, daß sie nichts gewußt hätten, ohnehin Juden versteckten oder Feindsender gehört hätten und Kaugummis haben wollten und ist auch nach Dachau gekommen, wo es die Leichenberge zu sehen gab.

Dann kamen lustigere Kapitel, die von seinen Interviews handelten die er mit Brigitte Bardot, Picasso etcetera machte und den Hoppalas war auch ein Kapitel gewidmet. So hat er durch das Mißgeschick einer Putzfrau einmal, den Koffer verloren in dem alle seine Ehrungen waren und als er dann zu einem Treffen eingeladen wurde, wo er mit so einer goldenen Kamera über den roten Teppich marschieren mußte, wurde er dann als “Niemand” verkannt.

Nachher gabs das Buch zu kaufen und weil das der Alfred machte und es sich signieren ließ, bin ich noch lange sitzen geblieben und habe beobachten können, wieviele Leute das eigentlich tun und es war heute auch ein sehr gemischtes Publkum anwesend, so habe ich eine von Christel Fallensteins Betreuerinnen, die Sprachkunststudentin Frieda genauso gesehen wie Konstantin Kaiser, Dieter Scherr, von den IG Autoren, der einmal von mir ein Portrait in der “Autorensolidarität” brachte, Sabine Gruber und und und….

Und morgen  wird, wie Kurt Neumann noch erklärte im Metrokino Georg Stefan Trollers Werkschau mit dem Film “Selbstbeschreibung” eröffnet, aber da werde ich wahrscheinlich ins Literaturhaus gehen.

Und von mir kann ich noch vermelden, daß ich meine Handlung jetzt so ziemlich konzipiert habe. Wahrscheinlich wird das “Frühstück”oder die Bibliothekgespenstgeschichte, dreiundvierzig Szenen haben,fünfunddreißig sind davon schon geschrieben.

Das unnötige Rüstzeug, ZUKUMFT

Wiedermal  Studentenlesung, seit 2011 gibt es die ja im Literaturhaus, nachdem im Herbst 2009 war das, glaube ich, der erste Hochschullehrgang des Instituts der Sprachkunst gegründet wurde.

Sandra Gugic, Irmi Fuchs, Rhea Krcmarova, etcetera, wurden aufgenommen, die Namen waren damals im Internet zu finden und standen auch im Literaturhausprogramm, bei der Studentenlesung und da habe ich auch meine Kritikerin Nummer zwei YuSophie kennengelernt, die meinen Artikel im ersten Kommentar sehr lobte, sich dann aber plötzlich durch irgendetwas provoziert gefühlt hat.

Im Jahr darauf gab es noch eine Veranstaltung mit diesem Namen, dazwischen gab es auch noch das Symposium und die Lesart der Sprachkunst, danach folgten unzählige Veranstaltungen, jeweils im Jänner oder Juni meistens, halt zu Semesterende, die dann aber schon andere Namen trugen und die heutige Veranstaltung könnte man irgendwie, als Studentenlesung III bezeichnenen, haben ja Studenten des Jahrgangs 2014/2015 ihre Werke vorgestellt und neu dabei war, was ich sehr gut finde und unbedingt weiterzumachen rate, daß einer der Lehrer, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Jahrgangsbetreuer, die Veranstaltung moderierte, aber Esther Dischereit war wohl auch eine solche, die mit ihren Studenten eine Anthologie herausgegeben hat, aber dazu noch später.

Jetzt trat erst Michael Hammerschmid, sehr bekannt durch seine Lyrik Kurationen in der “Alten Schmiede”, er betreut doch glaube ich auch inzwischen die “Textvorstellungen” und ist “Priessnitzpreisträger von 2009“, die Veranstaltung moderierte, das heißt, das Werk der Studenten, nicht so sehr ihren Lebenslauf, aber die Art ihres literarischen Schreibens, vorstellte, was mir sehr angenehm ist und ich mich noch mit Schrecken an die Studentenlesung II erinnere, wo die Leute auftraten und vergaßen ihre Namen zu sagen.

Sie haben wohl gedacht, das sei nicht nötig, weil das Publikum ohnehin zum größten Teil aus Spreachkunststudenten bestand, die sie ohnehin wissen, es ist aber eine öffentliche Veranstaltung im Literaturhausprogramm angekündigt, so daß jeder hinkommen kann, auch wenn das inzwischen außer mir nicht viele tun, was irgendwie sehr schade finde, denn es war eine sehr schöne Veranstaltung und einige der Namen kann man sich vielleicht auch merken oder wird sie noch später hören, wie ja einige von den Studenten später im MUSA lesen, weil sie ein Stipendium gewonnen haben oder sogar in Klagenfurt lesen, wie das, glaube ich, Bastian Schneider tat.

Michael Hammerschmid hat mit den Studenten auch drei Hefte herausgegeben, die den schönen Titel “Sechzehn Stunden” tragen, wo die Studenten jeweils einen Text drinnen hatte, auf den der Moderator sich in seiner Anküdigung dann bezog.

Der Saal war sehr voll, weil es ja inzwischen mehrere Sprachkunslehrgänge gibt und die Lesung wurde auf drei Blöcke mit jeweils einer Pause, wo es etwas zum trinken gab, aufgeteilt.

Ferdinand Schmatz, der jetztige Leiter und Professor, war wie Robert Huez in seiner Eineitung betonte, auch anwesend, ich habe ihn aber nicht gesehen, nur seine Stimme gehört, weil er hinter mir gesessen ist.

Das war in den letzten Jahren auch nicht mehr so, daß die Vortragenden zu den Lesungen gekommen sind, da hatte ich eher den Eindruck als würden die Studenten die Veranstaltungen organisieren.

Begonnen hat die 1995 in Hallein geborene  Felicia Schätzer, die vier Kurzgeschichten über Eltern, weil sie, wie sie betonte ihre Eltern sehr mag las, die alle irgendwie sehr märchenhaft waren und im Publikum sehr viel Gelächter auslöste.

Dann folgte Christiane Heidrich mit sehr kurzen eindrucksvollen Textfragmenten.

Die dritte Lesende war die 1995 geborene Marie Luise Lehner, deren erster Roman, wie Michael Hammerschmid einleitete, schon im Februar erscheint, sie hat auch einen zweiten namens “Zeichensprache” in dem es wie Michael Hammerschmid ebenfalls erwähnte um die Liebe geht, daraus las sie ein Stück, ein sehr poetischer Text wo eine Frau durch Wien geht und  ein du sucht, das sich ihr offenbar immer entzieht.

Dann kam Robin Reithmayr mit einem spannenden Text namens “Willi”, der davon handelte, daß der Protagonist einen Zoo besucht und dort den Elfanten Willi mit Bananen bewerfen, beziehungsweise mit Obst füttern will.

Nach der ersten Pause machte Gerd Sulzenbacher mit, glaube ich, Texten aus den “sechzehn Stunden”, während der 1992 in Tübingen Luca Mario Kieser unterstützt von Nastasja  Penzar das Ende eines Monologs vortrug, wo ein Schauspieler auf einer Treppe steht, nach einem Schlüßel sucht, aber auch das Haus des Nikolaus zu zeichnen versucht.

Dann  folgte Timo Brandt, den ich, glaube ich schon bei mehreren Sprachkunstveranstaltungen gesehen habe, der auch die “Jenny” herausgibt und laut Michael Hammerschmid auch schon in mehreren Literaturzeitschriften publizierte mit sehr starken Eindrucksvollen Gedichten.

Nach der zweiten Pause las zuerst Anna-Sophie Fritz eine Mischung aus ihren im letzten Jahr entstandenen Werken, dann kam, die schon erwähnte, in Berlin geborene Nastasja Penzar, die ebenfalls ein Kapitel  aus einen Roman vortrug,  der “Navidad” heißen wird und ebenfalls sehr poetisch zu sein scheint.

Der letzte war  der 1986 in Tulln geborene Patrick Wolf, der, glaube ich, schon seit 2012 Sprachkunst studiert und daher im Literaturhausprogramm nicht enthalten war, den ich aber schon kannte, weil er öfter Christl Fallenstein zu Veranstaltungen begleitet  und einen Text aus einem Projekt gelesen hat, das mit Esther Dischereit entstanden ist, da sind die Studenten nämlich in ein Dorf in die ehemalige DDR gefahren und haben die Bewohner interviewt.

Patrick Wolf tat das mit Marliese Smoliski, die 1930 geboren wurde und ihr Leben sehr genossen hat, obwohl sie höchstwahrscheinlich nicht sehr viel davon hatte, aus den Interviews ist ein Buch entstanden, das im “Mitteldeutschen Verlag” erschienen ist und das, wie Patrik Wolf mir erzählte, in Leipzig im Rahmen von “Leipzig liest” vorgestellt wird.

Ich werde “Havel, Hunde, Katzen, Tulpen – Garz erzählt”, auch bald lesen, vorher aber die Biografie von Hans Fallada, die mir der “Aufbau-Verlag” heute geschickt hat und habe vom Jahrgang 2014/2015 wieder einen starken Eindruck nach Hause mitgenommen und bin jetzt sehr gespannt von welchen Autoren ich noch etwas hören werde.

Michael Hammerschmid sagte noch, was auch sehr interessant ist, daß das ein sehr starker Jahrgang mit schon sehr eigenständigen Stimmen sei, den die Verlage höchstwahrscheinlich nicht auf das gewünschte Durchschnittsmaß brechen werden könne, mal sehen, ich bin sehr gespannt.

Drei Geschichten zur Geschichte

In den Siebzigerjahren als Studentin, als meine Reisemöglichkeiten sehr beschränkt waren, denn allein und sehr schüchtern, bin ich gelegentlich im Sommer mit dem Zug nach Linz gefahren und habe mir die Stadt angesehen und in den Buchhandlungen bin ich da auf die “Aufbau-Bücher”, des 1922 in Bad Goisern geborenen Schriftsteller und Kommunisten Franz Kain gestoßen.

“Das Schützenmahl” und der Wirtshausroman “Das Ende der ewigen Ruh”, sowie “Die Donau fließt vorbei”,  stehen in meinen Bibliothekskatalog.

Ich habe Franz Kain dann wahrscheinlich bald persönlich kennengelernt, habe ich ja auch  das Volksstimmefest besucht, wo er regelmäßig gelesen hat.

Ab 1989 lese ich dort regelmäßig und ich kann mich an eine Lesung erinnern, wo er den Regenschirm über mich ausgebreitet hat.

1997 ist der Gemeinderat in Linz gestorben, seine Bücher werden seither in der “Bibliothek der Provinz” herausgegeben und in der DDR ist er in den Siebzigerjahren erschienen, weil er, wie Judith Gruber Rizy, die eine Dissertation über ihn geschrieben hat, einige Jahre dort Korrespondet der Volksstimme war und in diesen Zusammenhang auch Anna Senghers kennenlernte,  im “Werkl im Goehtehof” erwähnte, denn dort gabs heute eine Lesung aus seinen Werken.

Drei Erzählungen aus dem Band “Der Weg zum Ödensee”, keine “Frauen lesen Frauen Veranstaltung”, des ersten Wiener Lesetheaters, denn Franz Kain, der ja auch eine schreibende Tochter hatte, die ich ebenfalls am Volksstimmefest kennenlernt, war ja ein  Mann.

Es haben aber die Lesetheaterfrauen gelesen, nämlich Judith Gruber Rizy und Gabriela Schmoll und dann noch die GAV-Geschäftsführerin Magdalena Knapp Menzel und für mich überraschend Vera Albert, die ich ja durch den ÖAAG-Supervisorenpool kennenlernte, die aber seit einigen Jahren  literarisch behziehungsweise verlegerisch tätig ist.

Das “Werkl im Goethehof” in Kaisermühlen, in dem ich auch schon mal gelesen habe, war bummvoll, als ich es erreichte,  sehr viele Bekannte, die ich vom Lesetheater beziehungsweise von den Volksstimmefesten kennen.

Werner Grüner, Hilde Langthaler, Elfi Resch, Matria Lautischer und und …

Und Judith Gruber-Rzy, die die Veranstaltung zusammenstellte, erzählte, daß Franz Kain, dessen Vater an der Oktoberrevolutin beteiligt war, schon mit vierzehn Jahren  Mitglied  des kommunistischen Jugendbundes war, dort verhaftet wurde, dadurch nur mehr Holzarbeiter werden konnte und später, die Geschichte durch Geschichten erzählen wollte.

Drei davon wurden von den Frauen vorgetragen und ich muß sagen, sie waren äußerst spannend und eine gute Erinnerung an Franz Kain, der inzwischen, glaube ich, schon ziemlich vergessen ist.

Die erste “Nachrede für Habsburg”, erzählte wahrscheinlich eher, die Geschichte von Franz Kains Vater.

Denn da saß der Ich-Erzähler  in Sibirien, weil ihn  sein Kaiser dorthin schickte und erzählt, weil er Zigaretten will, einem Holzhändler Geschichten über das Kaiserreich oder Franz Josef, denn Bad Goisern liegt ja in der Nähe von Bad Ischl und in Bad Ischl war die Kaiservilla, wo Franz Josef sechzig Jahre lang seine Sommer verbrachte und so erzählte der Protagnoist und erzählte und fing schon selber an seine Geschichten zu glauben, wie die warmen Eier für die Kaiserin Elisabeth jeden Morgen geliefert werden mußten, weil sie das Klar für ihre Haare brauchte und eine Kuh viertelliterweise gemelkt wurde, damit die Herrschaften ihren Gesundheitstrunk trinken konnte und 1914 als der Thornfolger erschoßen wurde, stand der Prtogonist auf der Leier und weißte das Vorzimmer der kaiserlichen Gemächer aus und wurde angebeblich so zum Zeugen, wie dem Kaiser diese Nachricht übermittelt wurde, die nicht sehr schön war und wahrscheinlich auch nicht freute.

Die zweite Geschichte “Revolutinsferien”, ist nicht weniger originell und packend, die haben, die Kinder 1934 bekommen und prüsten sich damit, die Knaben spielen Krieg und die Hahnenschwänzler bekämpfen die Sozischweine, während das Mädchen lieber beschwichtigend am Feuer sitzt und Kartoffeln brät.

Die dritte Geschichte geht noch ein Stückchen in der Geschichte weiter, denn da geht es in das Strafbataillon in das Franz Kain geschickt wurde und da liegen die Soldaten in einem Mohnfeld, erleben ihre Kindertage und wissen, daß  sie nicht mehr nach Hause kommen.

Sehr interessant wieder einmal an den oberösterreichischen Dichter und an meine alten DDR-Ausgaben erinnert zu werden, die wohl in Harland in den Regalen stehen.

Wäre spannend sie wieder zu lesen und Judith Gruber Rizy hat auch noch zwei Aufsätze über sein Leben geschrieben.

Wieder ins Musa

Das Jahr geht weiter mit der Vorstellung der Stadt Wien Stipendiaten von 2016 und diese sind wieder sehr experimentell. Das heißt, bei bei dem 1981 geborenen Kärntner, der auch Musiker ist, Norbert Kröll, Absolvent des Hochschullehrgangs für Sprachkunst wußte ich das nicht so genau, denn der war mir bisher nicht bekannt.

Sein Roman, der im Frühjahr bei “Löcker” erscheinen wird “Sanfter Asphalt”, von Straßenbildern begleitet, ist das aber, denn das gibt es eine Erzählstimme, die mit seinem Körper spricht, das Zähneputzen, die Funktion des Magens,  wird besprochen, es geht es weiter über das Müsliessen und dann kommt pötzlich ein Spam, das sich, als Angebot eines Druckkostenverlages entpuppt.

Der Protagonist, der Stadtflaneur, der durch Wien wandert, erlebt eine sterbende Katze im Hausflur und Gedanken über die Homosexualität gibt es, glaube ich, auch.

Sehr experimentell und plotlos könnte man sagen und dabei bin ich mit meinem kleinen in St. Pölten gekauften Büchlein dagesessen und habe mir meinen Plot, der den zweiten Teil meines Romanes betrifft, auffnotiert, denn Sieg, ich habe eine Handlung und die ersten siebzehn Szenen, die ich mir bis Sonntag auffnotiert habe, jetzt zweimal durchkorrigiert, die drei Handlungsstränge, die ich bis jetzt habe, haben jetzt ein Ende.

Bei Sophie und Fabi endet es bei der Angelobung des Bp. Da wird ein Stein auf Fabi geschmissen und Sophie zieht ihn weg ins Cafe Eiles. Die Therese ist inzwischen von Graz, wo die Performance auch durch eine Demonstration gestört wird, nach Linz, nach Salzburg und  bis Berlin gekommen, wo sie in den Terrorangriff auf den Weihnachtsmarkt hineinkommt, bevor sie zurück nach Wien und in die Sprechstunde ihres Psychiaters fährt und die Doro verbringt ein Wochenende in der Bibliothek, schreibt und liest da ihren Roman zu Ende, dann sperrt sie ab und geht aufs Dach früchstücken, wo sie dann der Karo sowohl das die “Viertagebuchfrau”, als auch den Schlüßel  zu denm Abstellkammerl übergibt und nach Hause duschen geht.

Das habe ich mir neben Hermann Hendrich und der ganzen experimentellen Szene sitzend aufnotiert. Vor mir saß Lukas Cejek, Elisabeth Wandler-Deck war auch da und ein paar junge Leute, möglicherweise Sprachkunststudenten.

Julia Danielcyk interviewte dann wieder den jungen Stipendiaten, fragte, ob es ein Wien Roman sei und nur dort spielen könne und vorhat sie der Technik gedankt, denn wo elffriede.auffzeichnensysteme vorkommt, wird es kompliziert.

Da war ich schon bei zwei Performances im Literaturhaus, deshalb war wahrscheinlich auch Barbara Zwiefelhofer da.

Das Licht wurde gelöscht, jemand legte sich auf den Boden und die Performancerin trat mit zwei Stirnlampen auf, las ihren Text, “Nachrichten vor dem Ton”, der, würde ich mal flapsen aus einer Reihe von Sprichwörtern und Alltagswendungen bestand, von einer Rolle, hatte auch ein Diktiergerät in der Hand und während Julia Danielcyk, die Stipediatin interviewte, lag der Kollege, was wahrscheinlich auch ein wenig irritierte noch immer da.

Interessant, interessant und mir stellte sich wieder mal die Frage, wer das ganze Experimentelle, Ralph Klever war da und verkaufte elffriede.aufzeichnungssystemes Werk, wirklich liest und behaupte, außer den Jurymitgleider wahrscheinlich nicht sehr viele Leute.

Es waren auch die Stammbesucher, die sagen wir mal, wegen dem Wein und dem Brot kommen, heute eher nicht anwesend. Dafür die experimentelle Szene Wiens oder ein Teil davon und ich habe in dieser Umgebung meinen sehr politischen und wohl auch linearen neuen Roman oder wahrscheinlich wird es wieder nur eine Erzählung konzipiert, schüttele den Kopf bei all dem Experimentellen, gehe aber immer wieder getreulich hin und habe auch im Gespräch mit Wolfgang Helmhart behauptet, das ich mir jedesmal etwas davon mitnehme und auch das ist interessant.

Schattenstörche bei den wilden Worten

Franz Blaha

Franz Blaha

Weihnachten ist vorbei, die literarischen Veranstaltungen haben wieder begonnen, in der “Alten Schmiede” diskutierte Ilija Trojanow mit dem Bulgaren Georgi Gospodinov, von dem ich, glaube ich, ein Buch in meinen Regalen habe und bei den “Wilden Worten” im Amerlinghaus trat Franz Blaha, ein literarisches Urgestein und Schreibwerkstättenveranstalter, “Augustin”, “Häferl” und jetzt auch in der Pannachschgasse auf und stellte sein neues Buch “Schattenstörche” vor.

Das war mir zwar  bekannt, habe ich es ja zu meinem Geburtstag bekommen und Franz Blaha, ein unermüdlicher Veranstaltungsbesucher, wo ich ihm dann immer treffe, hat da auch schon gelesen.

Trotz Wintereinbruch und Schneeverwehungen und großer Kälte im Galerienzimmer relativ viel Publikum und Fanbesucher.

Sogar ein Herr vom “Augustin”, ein früherer Stammbesucher, wie Richard Weihs erwähnte, tauchte auf und Franz Blaha erklärte gleich, was es mit den “Schattenstörchen” auf sich hat.

Wo viel Licht ist ist viel Schatten und die beiden Störche, die er von seinem Urlaubsquartierfenster immer sehen kann, teilen sich, die solchen auf, der eine steht dann im Lichte und den im Dunklen sieht man nicht, um Berthold Brecht zu verhunzen, aber der taucht in dem Gedichtband, in dem es auch sehr schöne Illustrationen gibt, auch auf, erklärte Franz Blaha in seiner Einleitung und kam dann gleich auf die Lyrik zu sprechen, denn da braucht man diese Gegensätze, wo es es ernst ist, muß man es ein wenig lustig machen und der Humor hat auch seinen Hintergrund.

Dementsprechend gibt es in dem Buch die verschiedensten Themengebiete. Es gibt die “Schreiberwehen”, das “Schlender-Gendern”, den “Daseins Hader”,”Anfälliges” “Religiorösen” “Klamaukiaden”, “Unflüstereien” und natürlich auch die “Abgesänge”.

Franz Blaha, Richard Weihs

Franz Blaha, Richard Weihs

Aus jeder der Abteilungen hat Franz Blaha einige Gedichte gelesen und sich dazwischen selbst conferiert.

Hat von den Sternen gesprochen, die man sowohl im Waldviertel, als auch in Australien sehen kann, den großen und den kleinen Bären und da muß es auch einen dritten geben und ein paar sozialkritische Gedichte mit dem sozialkritischen Anklang, den man nicht nur, aber auch am ersten Mai vertragen kann, gab es ebenfalls.

Es überwog aber der Humor und die humoristischen Wortspiele würde ich sagen und am Schluß gab es soviel Applaus, daß Richard Weihs eine Zugabe vorschlug.

Franz Blaha leitete aber gekonnt die Diskussion ein und da wurde es fast esoterisch, aber nicht zusehr, denn die Fragen wurden  vor allem von einer Dame nach den Schreibwerkstätten gestellt und da hatte Franz Blaha wieder sehr viel zu erzählen.

Die Erste war in einem Gefängnis, dahin mußte man sich mit bürgerlicher Ausprägung erst überwinden, aber die Hartmuthgasse war ein sehr priveligiertes und das ist auch die Adresse, die in meinen “Hirarchien” steht, denn dorthin wurde Jack Unterweger während der Arbeit an meinem Buch von Stein ja verlegt, um sich auf seine Entlassung vorzubereiten.

Dann kam Franz Blaha zum “Augustin” und launig wie er ist, zählte er auf, wieso es möglich war, daß es die Schreibwerkstätte schon vor der Obdachlosenzeitung gab.

Richard Weihs

Richard Weihs

Die macht Herr Blaha, glaube ich nicht mehr, hat mich 2009 aber einmal dorthin eingeladen und im “Häferl” habe ich auch einmal gelesen.

Jetzt erzählte Franz Blaha viel aus seinem Handwerk, ließ in die Schreibschulen schauen und die konnte man dann gleich an Hand der Wunschgedichte ausprobieren.

Da habe ich mir ja das letzte Mal etwas von einer Weihnachtsgans mit dem Namen Barbara oder Marianne gewünscht und jetzt habe ich wieder an mein “Work on Progress” gedacht.

Mal sehen, was aus  aus der Dorothea Wewerka dem Bibliotheksgespenst entsteht, aber vielleicht hat Richard Weihs andere Einfälle.

Herr Blaha fragte mich jedenfalls nach meinem momentanen Schreiben und da könnte ich anmerken, es stagniert oder, nein einen ungefähren Handlungsbogen habe ich vielleicht sogar schon. Jedenfalls folgt bald der dementsprechende Artikel und zur Hintergrundliteratur habe ich mir bevor ich mit dem Alfred ins Amerlinghaus gegangen bin, Marlene Streeruwitzs letzten “Wahlkampfroman” ausgedruckt und in den “Schattenstörchen” – “Texte wie Vogelschatten”, kann ich ja auch noch lesen und das nächste Mal wird Regina Hilber, wie Richard Weihs anmerkte, Gästin bei den “Wilden Worten” sein und im März einer, der sich das letzte Mal ein Wunschgedicht schreiben ließ.

Recherchebeginn und Glücksschweinmuseum

Heute also mit der Recherche für mein neues Romanprojekt begonnen oder einen Weihnachtseinkaufstag eingelegt oder einfach das besorgt, was so nötig war.

Strumpfhosen zum Beispiel und zwei neue Pullis, dann bin ich zum Friseur gegangen und danach ins Literaturhaus, denn spät aber doch bin ich daraufgekommen, daß es dort auch heuer wieder einen Flohmarkt gibt und bis wieder in die Verlängerung gekommen. Es war schon ziemlich ausgesucht, wie mir Robert Huez erklärte, dafür aber sehr billig, nämlich zehn Bücher um fünf Euro, denn alles muß raus und die waren dann eher von deutschen Verlagen und eher von Bachmannpreisträgern, aber eigentlich sehr toll.

Evelyn Schlags “Das L in Laura” war  dabei, ein Buch von Kerstin Hensel, aber auch das neue von Harald Darer und und und …

Dann habe ich mich für eine Stunde in das Foyer der Hauptbücherei gesetzt, um zu recherchieren, beziehungsweise mein Expose zu erstellen, denn in der Hauptbücherei wird es sich ja abspielen und so hat auch die Szene begonnen, die ich schon habe.

Ich habe also in mein Notizbuch geschrieben, ein paar Seiten, aber auf sehr viel Neues bin ich nicht gekommen, nur daß ich jetzt vier Protagonisten habe, die Dorothea Wewerka, die Therese Schwarzenberg, das ist die Freundin, der Bibliothekarin Karoline Prohaska und Dorothea kann einem Gespräch zuhören, wie die ihrem Kollegen erzählt, daß ihre Freundin verschwunden ist. Dann trifft sie sie vielleicht am Nachmittag am Westbahnhof in einer Kaffeebar und trifft dort auch den jungen Jusstudenten Fabian Hirschmann, ein Mitglied der Indentiären, der auch an der Burgtheaterbesetzung teilnahm, als dort ein Stück von Elfriede Jelinek aufgeführt wurde, aber sehr viel mehr an Handlung habe ich noch nicht.

Danach war es kalt und ich schwer bepackt mit meiner Büchertasche so daß ich nicht mehr durch die Weihnachtsmärkte ziehen und Leute beobachten wollte, sondern nach Hause ging, die Bücher einzutragen und da gab es dann auch im “Kulturjournal” eine Sendung über das Bücherjahr.

Eine Diskussion zwischen Kristina Pfoser, Klaus Nüchtern, Daniela Strigl und Petra Hartlieb über die Flops und Highlights und interessant, daß die ganz andere Erfahrungen, als ich machten.

Aber den Buchhändlern geht es ja, um die Verkaufbarkeit, so lobte Petra Hartlieb das Buch von Joachim Mayerhoff, das die Leser ihr aus den Regalen reißen würden und die würden auch gerne das neue Buch von Christoph Ransmayr bestellen, daß aber sowohl Daniela Strigl als Klaus Nüchtern nicht gefallen hat.

Dann lobten sie Jane Garden und ihre Trilogie, Bücher und Autorin sind bisher eher an mir vorbei gegangen, besprachen den “Buchpreis” und wünschten sich da auch mehr Verkäuflichkeit, nun ja, nun ja.

Über mein Bücherjahr habe ich ja schon geschrieben und es war, glaube ich, ein sehr interessantes und sehr intensives.

Peter Waterhouse “Die Auswandernden” hat mich sehr beeidruckt, das neue Buch der Anna Weidenholzer vielleicht nicht so sehr wie es Daniela Strigl gefallen hat, “The Girls” würde ich als Highlight auslassen, dafür die “Vegetarierin” empfehlen und Bücher um zweiundzwanzig Euro sind mir eigentlich zu teuer, auch wenn das die Buchhändler nicht hören wollen.

Und dann gab es am Abend noch eine Veranstaltung, hat doch der liebe Rudi bei meinem Geburtstagsfest und dann bei seiner Lesung im Amerlinghaus sehr intensiv auf seine Lesung im “Glücksschweinmuseum” aufmerksam gemacht, die er, weil sie ja beide in diesem Jahr sechzig wurden, mit Fritz Widhalm dort machen wollte.

Fritz Widhalm ist, glaube ich, im Sommer sechzig geworden, da haben er und Ilse Kilic mich zu seinem Fest eingeladen, ich konnte aber nicht kommen, weil ich in Harland war, so habe ich die “Fritz Schrift”, die zwar in der Edition Ch von Günter Vallaster herausgegeben wurde und wo die ganze Szene um den “Wohnzimmerkreis” ihre Fritz-Würdigung drinnen hat, versäumt.

Jetzt wurde sie  herumgezeigt und der Fritz hat, da der Rudi krank geworden ist, auch die Lesung allein gestaltet. Deshalb, weil der Rudi sie absagte, waren auch nicht so viele Leute im “Glücksschweinmuseum” in der Florianigasse, in dem ich bisher nur zweimal war, einmal habe ich mir das Lokal mit den tausend Glücksschweinen in allen Varoanten und Formen, in dem auch die B+ücher der “Wohnzimmerediton” verkauft werden, Dienstag, Donnerstag und Freitag ist das Museum am Nachmittag geöfnet, angesehen und dann war ich noch einmal bei einer Lesung mit der Ruth vor ein paar Jahren, öfter habe ich es nicht geschafft hinzukommen, obwohl mir Ilse Kilic meistens die Einladungen dazu schickt.

Jetzt hat sie ein bißchen in das Museum eingeleitet, den Neuerscheinungskatalog und das Buch hergezeigt, aus dem der Rudi, wenn er gekommen wäre, gelesen hätte “Eine andere Welt ist möglich Absonderlich und süß ungleiche Gedichte”.

Der Rudi hat aber überhaupt viele Texte in den “Wohnzimmer-Anthologien” und der Fritz Widhalm viele Bücher, obwohl er ja, wie er schon in der Schreibgruppe erwähnte, mit sechzig zu schreiben aufhören will.

Aus zehn davon, die sowohl in  der “Edition Ch”, im “Fröhlichen Wohnzimmer” im “Ritter-Verlag” und auch noch woanders erschienen sind, hat er gelesen und mit dem ersten Band der “Verwicklungsromane” wo es jetzt ja schon zehn Teile gibt, hat er das Kapitel gelesen, wo auch der Rudi vorkommt.

Dann folgten “Kapitel vier”, “Ein schwarzer Herrenschirm”,”HUCH”,”Mister ELK & Mister SEAL”, der Nichtkriminalroman “Warum starb der schöne Mann?”,”Pubertät mit Mädchen”, “die Nacht schluckte die Dämmerung” und und und…

Ich wußte gar nicht, daß der Fritz schon so viele Bücher geschrieben hat, in denen es oft auch über das Schreiben und über Schriftsteller geht.

Dazwischen gabs Musik und ich habe wieder einen kleinen Einblick in die “Fröhliche Wohnzimmer-Edition” bekommen und mich auch ein bißchen durch die Bücher gesehen.

Dazwischen rauschten die tausend Schweinchen, von denen einige an der Decke befestigt waren oder sprangen aus der Kuckucks beziehungsweise Schweineuhr. Die Ilse hat auch von einer Freundin, die gut nähen kann, eine Schweinchentasche bekommen und die  Schweinchen kann man sich auch in der “Schweinchenanthologie” ansehen, die, das “fröhliche Wohnzimmer” auch einmal herausgegeben hat.

 

Letzte Textvorstellungen mit Angelika Reitzer

Vor Weihnachten ging es noch einmal zu den “Textvorstellungen in die “Alte Schmiede”, wo Angelika Reitzer unter dem Motto “Das ganze Leben”, Bücher von Christoph Linher, Hubert Weinheimer und Amaryllis Sommerer vorstellte, die zwar bei einem der Bücher das Wort “Leben” im Titel trugen, ansonsten aber Erinnerungen beziehungsweise Monologe über Schuld und Sühne waren.

Christoph Linher und Hubert Weinheimer, zwei 1983 geborene junge Männer, die sowohl Musiker, als auch Schreibende sind und beide waren mir bis dato unbekannt.

Die “Textvorstellungen” bieten ja immer die Chance zur Neuentdeckung und zum Kennenlernen und Angelika Reitzer stellte die Texte der beiden jungen Männer auch sehr gründlich vor.

“Farn” heißt die “Erzählung aus dem Off”, des aus Feldkirch kommenden  Christoph Linher, bei “Murry Salzmann” erschienen und im ersten Satz wird ein “Höller” zitiert, eine Figur, die wie Angelika Reitzer erklärte auch bei Thomas Bernhard zu finden ist und der junge Mann, der für diese Erzählung auch schon einen Literaturpreis bekommen hat, scheint, wenn ich mich nicht sehr irre, ein ähnlich erzählerisches Talent, wie Valerie Fritsch zu sein, die Angelika Reitzer, die vor sieben Jahren, wie Kurt Neumann im Anschluß erklärte, ihre “Textvorstellungen” ja begonnen hat, dort auch vorstellte.

Die Erzählung ist ein Monolog, einer sitzt in einem Haus mit einer Fußfessel, wird nur vom Bewährungshelfer Höller besucht und resumiert sein Leben.

Es geht um eine Schuld, einen Unfall, eine Fahrerflucht, aber auch um eine Beziehungskrise und dem Verlassenwerden durch die Ehefrau und schöne Worte. Einige wunderschöne Wortschöpfungen und wiedereinmal dem Sujet nicht ganz angepasst, weil die, die mit Fußfesseln in ihren Häusern sitzen, wahrscheinlich keine so schöne Sprache haben oder doch vielleicht, handelt es sich ja um einen Bildhauer und um ein großes literarisches Talent, wie ich vermuten würde.

Der zweite junge Mann wurde im Salzkammergut geboren und lebt als Musiker in Wien und er hat mit seinem Debutroman auch einen Monolog geschrieben, da befindet sich ein Schauspieler an einem einsamen Strand “Gui Gui oder die Machbarkeit der Welt”, heißt Hubert  Weinheimers 2014 erschienener Roman, den er, wie er im Anschluß erzählte, in drei Monaten niedergeschrieben hat.

Ausgangspunkt war die Idee eines bestellten Selbstmordes oder Mordes. Der Schauspieler wurde von seinem Bruder gezwungen ihn zu erschießen. Jetzt haust er in einem Zelt, schreit seine Wut heraus und resumiert sein Leben. Sprachlich nicht ganz so anspruchsvoll, wie der Monolog von Christoiph Linher, dafür aber excellent vorgetragen und die dritte im Bunde Amaryllis Sommerer, Geburtsdatum ist von ihr keines im Programm angegeben, wird wahrscheinlich in den Sechzigern gewesen sein, war mir dann bekannt, habe ich von ihr zwei bei “Milena” erschienene Bücher ja im Schrank gefunden und von der 2016 auf die 2017 Leseliste geräumt, ich habe sie glaube ich auch schon einmal bei Angelika Reitzer in der “Alten Schmiede” gehört und ihr bei “Picus ” erschienerner Roman “Wie das Leben geht” hat sie auch auf der letzten “Buch-Wien” im “Literaturcafe” vorgestellt.

Es ist eine Vater Tochter Geschichte oder Franz hat die Krebsdiagnose bekommen und so sinniert er auch über sein Leben nach. Er tut es nicht ganz allein, seine Frau Helli und seine Tochter Katja scheinen im Buch auch Stimmen zu haben. Aber sonst gibt es wieder Ähnlichkeiten zu den vorher präsentierten Texten. Franz ist ein Kriegskind, wie es Amaryllis Sommerer nannte, nämlich mit Sechzehn noch rasch an die Front geschickt und zurückgekommen, wie auch mein Schwiegervater.

Das Buch spielt in den Achtzigerjahren und als Franz die Diagnose bekommt, geht er sein Leben durch und spricht von seinen Traumen, er hat dann in den Fünfzigerjahren eine Art Doppelleben in einem Wiener Spielerlokal geführt, seine Helli geheiratet und die Tochter, die nach der Matura, den Ottakringer Gemeindebau verlassen hat, wird von ihm nach der Diagnose angerufen.

Sprachlich ist die Krimischreiberin Amaryllis Sommerer realistischer, als die beiden vorher vorgestellten Texte,  das Suet ist mir auch vertraut, bin ich ja auch in einem Gemeindebau aufgewachsen und mein Vater stammt aus Ottakring.

Eine sehr interessante Mischung also und als es vorbei war, ergriff Kurt Neumann das Wort, wünschte frohe Weihnachten und wies darauf hin, daß Angelika Reitzer mit Ende des Jahres die Redaktion der “Alten Schmiede” verlassen und sich wieder mehr ihrem eigenen Schreiben widmen wird.

Er verwies darauf, daß man sie damit im neuen Jahr mit dem neuen Buch in der “Alten Schmiede” als Autorin hören würde könne und  auf die erste von ihr redigierte “Textvorstellungen” und da fiel mir ein, daß ich, die ja als sehr anspruchsvoll empfunden haben.

In der ersten hat sie Anna Weidenholzer vorgestellt, die ersten drei “Textvorstellungen” hatten alle sehr anspruchsvolle Namen, später hat sich das geändert, ich habe auch einige davon versäumt und Angelika Reitzer hat sich später auch den Buchdebuts und der Lesart zugewandt.

Ich habe sie ja persönlich in der Hauptbücher kennengelernt, als ich dort das Buch der Theodora Dimova vorstellte und ich habe auch zwei ihrer Romane gelesen, bin gespannt wie es weitergeht mit den “Textvorstellungen” und ob ich dort auch wieder einmal lesen werde, gespannt auf Angelika Reitzers neues Buch und auch, ob ich von Christoph Linher, den ich, wie schon erwähnt für eine ähnlich starke literarische Stimme wie Anna Weidenholzer, Sandra Gugic oder Valerie Fritsch halte, die ja inzwischen Karrieren machte, noch etwas hören werde.

Und ein Adventkalenderfenster aus der “Nika, Weihnachtsfrau” gibt es auch.