Mitgift

Jetzt kommt Buch sechs des deutschen Buchpreises und das Spannende daran ist, daß es eigentlich sehr gut mit dem “Weg nach Hause” ist, wo ich ja behauptet hatte, daß man daran den Unterschied zu den Buchpreisbüchern gut erkennen kann und jetzt kommt Hennig Ahrens “Mitgift” und von den 1964 in Niedersachsen geborenen, habe ich ja knapp vor oder während der Longlistverkündung seine HemonÜbersetzungen gelesen und sonst habe ich ich über das Buch gehört, daß Henning Ahrens darin seine Familiengeschichte verarbeitet hat und das deshalb tat, weil der Bauernhof, um den es geht, verkauft wird und nochmals interessant im letzten “Paierstau-“Podcast”, den ich ja im Rahmen meines Buchpreisbloggens regelmäßig verfolge, wurde das Buch besprochen und dazu den Gstrein, den Loschütz und den Karoshi und da haben die drei Podcaster von den erwähnten drei Büchern etwas flapsig behauptet, das wären weiße alte männer Bücher und sie wüßten nicht, wozu sie auf der Liste stehen? Das würde sich zwar ziemlich mit meinem Eindruck decken. Ich würde es aber nicht so ausdrücken und dann haben sie das Ahrens-Buch sehr gelobt und es sogar, glaube ich, auf ihre Shortlist gesetzt und ich dachte, das ist doch dasselbe. Das ist ja wieder so eine Familienkriegsgeschichtenverarbeitung und da bin ich momentan so weit, daß ich fast denke, ich habe schon genug davon gelesen und jetzt interessiert mich mehr ider Sprung in die Gegenwart, als ein Zugsunglück um 1939 oder die Kriegserfahrungen der Leeb und nun zu den Ähnlichkeiten zur Sofia Lundberg, die es durchaus gibt.

Das buch spielt im August 1962 und hat zwei Handlungsstränge beziehungsweise abwechselnde Kapitelfolgen, wo der eine der Augusttag 1962 ist, wo die Totenfrau den Wilhelm Leeb Junior für sein Begräbnis waschen soll und der zweite Teil geht in die Familiengeschichte der Leebs zurück, die in der siebenten Generation den Hof bewirtschaften.

Hauptsächlich geht es aber um den Wilhelm Junior und Senior und der Senior 1902 geboren, mußte in den Krieg und war auch ziemlich Hinter affin und autoritär und sein Sohn 1931 geboren, der sich 1962 erschoßen hat, war bei der Hitlerjugend. Ansonsten wird der Bauernsohn ziemlich sensibel, wie sein Großvater, der auch eher unpraktisch und ein Leser war geschildert. Der Wilheilm Senior ist aber robust und ein Ungustl, war aber gut zu seinen Fremdarbeitern, die er aus Ukrainie mitgebracht hat. Zu der Übersetzerin Larissa hatte er aber wahrscheinlich ein Verhältnis oder klopfte ihr zumindestens auf den Po.

Dann gibt es seine Frau und die Großmutter, die den Hof, während der Abwesendheit des Seniors den Hof bewirtschaften und die Kapitel von Teil zwei gehen ziemlich durcheinander. Mal sind wir im achtzehnten Jahrhundert mal ,1944, 45 oder 47 und als die Amerikaner, glaube ich, kommen, müßen die Waffen und die Hhitlerbilder von den Frauen und den Fremdarbeiterinnen versteckt werden. Sie entscheiden sich für die Latrine. Aber einiges, darunter die Pistole mit der sich Willem erschoßen hat, wird hinter der Speisekammer versteckt und, um wieder zu der Totenfrau Gerda Derkin zurückzukommen, die, wie die Viola im Nachbarhaus, der Lilly im Lundberg-Buch, im Nachbarhaus der Lleebs liebt, die wollte oder hatte mal etwas mit dem Senior, aber der Hofebre konnte eine ohne Geld und Familie nicht heiraten und der Willem Junior wollte auch eine Försterstochter und das ging wahrscheinlich ebenfalls nicht.

Die Totenfrau ist 1962 auch um die sechzig und will mit ihrem Job eigentlich aufhören, als da der Senio,r als sie gerade mit ihrer Katze beim Frühstück sitzt, bei ihr klopft und sagt, er hat sie was für sie zu tun und das zieht sich dann den ganzen Tag dahin. Zuerst schmeißt die alte Frau Leeb sie hinaus. Dann ist die Polizei noch nicht fertig, die Gerda geht zu ihrer Helferin Llisbeth und die Förstertochter taucht auch noch auf und weint sich aus und während wir da den Tag hinunterwandert, springen wir im ersten Teil durch die Jahrhundert und erfahren auch etwas von den Vorfahren, die ebenfalls den Hof bewirtschaften.

Ein sicher gut gemachtes spannendes Buch und stimmt, es hat mehr Fleisch, als der Loschüthz, wo mir die Geschichte fast zu sehr recherchiert-dokumentarisch war, das absolut Neue habe ich darin aber nicht gefunden und auf die Shortlist das kann ich jetzt ja schon verraten, ist es auch nicht gekommen.

Der Weg nach Hause

Statt Buch sechs des dBps kommt jetzt ein schwedischer Bestseller, wo man vielleicht ganz gut den Unterschied zu den Buchpreisbüchern feststellen kann. Nämlich den neuen Roman der 1974 geborenen Sofia Lundberg, eigentlich ein Sommerbuch, das an einem zwölften August spielt. An vielen solchen von 1948 bis 2020, wo auch in dem Lockdown freien Schweden die Pandemie herrschte

Aber das Buch beginnt in Gotland am zwölften August 2019 im Haus am Meer der alten Viola. Die ist Witwe und hat im Sommer Besuch von ihren Töchtern, der Enkel-und der Urenkeltochter bekommen, während die am Strand sind bekommt sie einen Anruf. Es ist eine Lilly, die besteFreundin, die sich von ihr verabschiedet, weil sie jetzt stirbt. Das ist ganz schön verwirrend, aber dann geht es zurück ins Jahr 1948. Das sind die Mädchen zehn und bei Lilly wird gerade ihr kleiner Bruder Sture geboren. Er ist das neunte Kind der Wallins und die Mutter Lisbeth stirbt daran. Und die beiden Freundinnen beschließen sich von der Mutter zu verabschieden,beziehungsweise sie in einer Art Seance wiederherzuholen.

Das tun sie an jeden zwölften August und die Wallins sind arm, während Viola in relativ behütenden Verhältnissen aufwächst. Es gibt einen Vater, eine Mutter,, eine Großmutter die den Wallin-Kinder Essen und Kleider zustecken, was der Vater nicht will.

Die Kinder werden älter. Lilliys größter Wunsch ist zu singen. Sie fängt aber in einen Restaurant zu arbeiten an, während Viola Sekretärin wird und als die Mädchen noch älter werden, kommt es zu einem Skandal,der Restaurantbesitzer Uno Engström wird verdächtigt eine Frau ermordet zu habenund kommt ins Gefängnis. Es stellt sich aber heraus, daß Lilly mit ihm zusammen war. Violas Eltern übernehmen das Restaurant, das heißt der Vater kauft es, Viola führt es Lilly singt und serviert. Beginnt dann mit ihrem Bruder Alvin im Keller Schnaps zu brennen, wo sie dann verhaftet wird. So zieht sie mit ihrem Bruder nach Paris und macht dort die große Karriere, während um wieder ins Jahr 2019 zurückzukommen, Viola am zwölften August auf den Dachboden geht um nach Lillys Adresse zu suchen und dann beschließt sie mit den Töchtern Juni und Maj, der Enkeltochter Sara und dem Baby Ellen nach Paris zu fliegen. Inzwischen gehen wir weiter in die Sechzigerjahre hinauf, bevor Lilly zu einem großen und sehr neurotischen Star, dem alle nachrennen und sie sich vor ihren Fans verstecken muß und von ihrem Bruder gegängelt wird, wird sie in einer Bar vergewaltigt und in Visby findet Viola, die mit einem Gunnar verheiratet ist, ein Kind in einem Körbchen, das sie ist schon mit Maj schwanger aufzieht und später adoptiert, währen Lilly in einem Kaufhaus einen Anfall bekommt, weil ein Kind ein Autogramm von ihr will.

Man ahnt schon den Zusammenhang und Viola bekommt einen Brief von Lilly, die sie und die Geschwister zu einem Konzert nach Stockholm lädt. Es kommt aber zu keiner zu einer Begegnung und wieder in Paris zurück spüren sie mit Saras Hilfe zuerst Lillys Wohnung auf. Erfahren dann, das sie in einem Krankenhaus liegt, weil sie mit Schlaftabletten in auf einer Bank gefunden wurde. Viola nimmt sie und den inzwischen an Alzheimer erkrankten Bruder nach Gotland zurück und da sitzen sie dann am zwölten August 2020 mitten in der Corona-Krise. Alle kommen wiederzusammen und der Bruder erkennt Viola in die er einmal verliebt war, wieder einmal nicht. “Viola”! sagt er überrascht” im letzten Satz “Du bist aber alt geworden” und ich habe einen spannenden und etwas übertrieben konstruierten Roman gelesen, wo ich die Idee mit dem zwölften August sehr interessant fand und an das arme Kind dachte, daß am seinem Geburtstag auch den Todestag der Mutter miterleben muß. Etwas was früher wahrscheinlich viele Kinder betraf. Heute aber schon Gegenstand einen dramatischen Unterhaltungsromes ist, der möglicherweise viele Leser findet. Ich habe ihn schon in St. Plölten beim “Thalia” auf dem Neuerscheinungsstapel liegen gesehen.

Zu den Elefanten

Bei Buch fünf des deutschen Buchpreises handelt es sich um den berühmten “Midlifekrisen-Roman”, denn Held Theo, des mir bisher unbekannten, 1975 in Graz geborenen Peter Karoshi, ist vierzig, Kulturwissenschaftler oder Hstoriker, wie sein Autor und beginnt seinTagebuch Anfang Juli zu schreiben. Da hat er sich mit seiner Frau Anna, einer Biologin und dem neunjährigen Sohn Moritz, in ihr Sommerhaus in dem Sazlburger Ort Sonseit zurückgezogen, beobachget eine Bachstelze und merkt,das etwas schiefl äuft und er hier nicht den ganhen Sommer verbringen kann.

So bricht er nach einigen Tagen, während Anna mit dem Auto wieder nach Wien zurückgefahren ist, mit dem Sohn zu einer historischen Reise auf. Denn ebenfalls im sechzehntenJahrhundert,wie bei Franzobel ist Kaiser Maximilian mit dem Elefanten Solomon von Genua nach Wien aufgebrochen. Wasliegt näher,als das umgekehrt zu machen und alle Elefanten Gasthäuser und Hotels abzuklappern? DerSohn will zwar in einem Zelt schlafen. So wird das besorgt und einen Blog, der Theo viele Follower bringt,die seine Reise verfolgen ,gibt es, sehrmodern, auch.

Auf der “Buchpreis-Seite” gibt es wieder Videos, wo die Autoren in zwei Minuten ihre Bücher vorstellen und erklären, was da passiert und da erzählt Peter Karoshi, daß die Reise zu der sie aufbrechen sehr surreal wird.

Wenn man erst am Anfang des Lesens ist, klingt das überraschend, denn bis dahin war es ein eher philosophischer Bericht. Der Kulturwissenschaftler ist in der Krise. In der Ehe scheint etwas nichtzu stimmen. Er überdenkt sein Leben und betrachtet die Natur. Da gibt es sehr schöne Beschreibungen und ich dachte wieder, das ist doch kein Roman, sondern ein sehr genau beschriebener philosophischer Krisenbericht und richtig, Novelle steht auf dem Buch.

Also wäre es auch kein Kanditat für den Buchpreis, der ja den besten Roman sucht und ich hatte mir vorher auch noch das Gespräch zwischen Katja Gasser und Peter Karoshi im Netz angesehen, wo der sehr sympathisch wirkende Autor erklärt, daß er sein zweites Buch sehr konstruiert hat und einen solchen Roman schreiben wollte.

“Was?”,dachte ich da.

“Was kann man da konzipieren?”

Aber kaum geht die Reise los, passieren viele Mißgeschicke. Sie machen auch, wie ich zuerst dachte, keine Fußreise, sondern nehmen Bus und Bahn, geraten da gleich in eine Unterbrechung, müßen flüchten, schlafen dann in einem Hotel in Salzburg, in der Nähe des Ferienhauses, worüber sich Anna zu der es telefonischen Kontakt gibt, wundert. Dann geht es über den Brenner, hier verschwinden Sohn und Zelt. Erverschweigt das Anna und beschließt dem Sohn von dem, er annimmt, daß er schon vorausreist nach. Besucht die jeweiligen Elefantenhotels in Bozen und Brixen. Kommt dort auch ins Spital. Später wird er in einem anderen Hotel schon erkannt. Er hat ja viele Followers, die seine Reise verfolgen. Es erwartet ihn eine Marie. Es kommt zu einer Schlägerei und zur Verdächtigung sie ermordet zu haben. Er reist weiter mit Bus oder LKWs, überquert Autobahnen, rettet Frauen nach Unfälle und ritzt Elefanten in Felsenzeichnungen.

Snd das die Phantasien eines frustierten Wissenschaftlers, der zuhause siebentausend Bücher hat,die er nach Verlagen reiht, aber sonst nichts erleb? Und richtig, seinen Sohn findet er auch wieder. Nur hat der dann schon einen Vollbart. Anna erwartet die Beiden am Hauptbahnho fin Wien und am Ende liegt er im Bett des Sommerhauses, resumiert wieder über sein Leben, während Sohn Moritz mit Enkel Kuke einkaufen geht

Uch muß sagen, daß er ein guter Vater ist. Für einen Moment bin ich unendlich stolz und zufrieden!”,lauten die letztenSätze und ich muß sagen ein ungewöhnlich geschriebes Buch zu einem schon sehr abgelutschten Thema, das ich ohne die Nominierung wahrscheinlich nie kennengelernt hätte, obwohl Peter Karoshi, wie ich ergooglet habe, in Wien lebt.

Besichtigung eines Unglücks

Wenn man die diesjährige deutsche Buchpreisliste durchleuchtet, so fallen neben den jungen Frauen, die über die Diversität und ihr Migrantenschicksal schreiben auch ein paar ältere (weiße) Männerauf, die über ihre Kriegserinnerung schreiben,beziehungsweise diese Geschichte aufschreiben wollen.

Alois Hotschnig der das auch getan hat, steht nicht auf der Liste, dafür aber der 1946 geborene Gert Loschütz, der schon einmal auf der Buchpreisliste gestanden ist und “Besichtigung eines Unglücks” ist der vierte Buch der LL, das ich gelesen habe. Ich weiß, ich bin spät daran, denn nächste Woche wird schon die Shortlist bekanntgegeben und da hätte ich eigentlich noch keine Tips, würde aber nicht auf Gert Loschütz tippen. Aber mal sehehen, ich habe mich diesbezüglich schon oft geirrt und hätte beispielsweise auch Yulia Marfutova nicht auf der LL gesehen.

Vor Weihnachten 1939 gab es in in Genthin, das ist, glaube ich in der Ex-DDR so zwischen Dresden und Magdeburg, ein großes Zugunglück, das mehrere Menschenleben forderte, gegeben und Thomas Vandersee ist ein Journalist, der in Genthin aufwuchs. Der bekommtin den Neunziger- oder Zweitausenderjahren einen Brief eines Nachbarn, der ihn auf das Zugunglück aufmerksam macht und Fotos schickt. Es dauert lange bis sich der Journalist des Themas annimmt, darüber schreibt und dann auch noch Beziehungen zu seiner Familiengeschichte entdeckt.

In fünf Teilen ist das Buch gegliedert, das ich zwischen Dokumentaton und eher farblos nzusammengestückelten Romangeschehen eingliedern würde. Der erste Teil “Vier Sekunden” versucht aus den Akten das Zugunglück zu rekapitulieren. In dem Zug saß eine Frau namens Carla, die mit einem Juden namen Richard verlobt war. Die war in Begleitung eines Ialieners und hat sich als dessen Frau ausgegeben.

Interessant, interessant, könnte man sagen und klar, daß sich ein Romancier daraufstürzt und das ausschlachet. Dann hat noch die Mutter des Journalisten, eine Lisa neben dem Bahnhof gewohnt, also von dem Zugunglück in ihrem Schlafzimmer etwas mitbekomen hat. Die hat Geige gespielt, hat aber auch in einem Kaufhaus, bzw einer Fabrik gearbeit und dieser Carla, die in einem Krankenhaus gelandet ist, Kleider gebracht.

Der zweite Teil ist dieser Carla und ihrer Beziehung zu Richard, beziehungsweise dem Italiener gewidmet. Der dritte dem “Violinenfräulein, also der Mutter, die ein Verhältnis mit einem “Begabten” hatte, einem Violinisten, der ihr Geigenunterricht gab. Dann aber in Cleveland Ohio ein Engagement annahm. Ein Brief der Lisas Verhältis zu diesem Mann andeutet, das war dann schon in den Fünfzigerjahren, hing auf dem schwarzen Brett im Haus, offenbar eine Methode der DDR, die Leute vor verbotenen Verhältnissen, sprich Westkontakten zu warnen. Der Schuß geht nach hinten los. Lisa emigrierte mit ihrem Sohn, glaube ich, nach Westberlin zu einer Tante und arbeitete in einem Blumengeschäft.

Der vierte Teil heißt “Aus den Notizheften”, dann wird das Ganze noch einmal schlagwortartig angeführt. Er hat zum Beispiel eine Freundin, die Yps, also Y oder Yvonne heißt und dann geht es wieder zu Carla zurück, die in der Gegenwart stirbt und aus ihrem Nachlaß bekommt man heraus, daß sie fünfmal verheiratet war und interessanterweise haben alle ihre Männer Richard geheißen und der erste Richard merke ich noch an, ist in einem Konzentrationslager umgekommen.

Die Eroberung Amerikas

Jetzt kommt, obwohl die Shortlist schon nächste Woche bekannt gegeben wird, das dritte Buch der deutschen Longlist, das ich gelesen habe, nämlich Franzobels “Die Eroberung Amerikas” und dafür habe ich auch noch fast eine Woche gebraucht, denn es ist sehr dick und es war auch schwer hineinzukommen, obwohl ich davon ja schon einiges bei Lesungen gehört habe und auch “Das Floß der Medusa”,das vor einigen Jahren auf der Shortlist stand, gelesen habe und ich den 1967 in Vöcklabruck geborenen, der 1995 den “Bachmann-Preis” gewonnen hat, ganz gut kenne und sogar mit ihm in einer Jury bin oder war und Franzobel, was immer man auch über ihn sagen könnte, er tritt meistens mit einer Flasche oder Dose Bier bei Lesungen auf und geht zum Opernball, ist zweifellos ein Sprachkünstler, der sich an den verschiedensten Stilen übt, auch sprechende Namen verwendet und jetzt offenbar den Abenteuerroman entdeckt hat. Es scheint auch noch einen dritten diesbezüglichen Roman zugeben, der geplant ist und an dem er arbeitet und da hat er sich jetzt an Hernando de Soto ausgelassen, der im sechzehnten Jahrhundert Florida eroberte und dabei offenbar unter einem unglücklichen Stern stand.

Ein Grund für Franzobel sich darüber aushzulassen und seinen skurrilen Humor über die Sache zu stülpen und weil man sich wahrscheinlich nicht wirklich in das sechzehnte Jahrundert hineinversetzen kann, hat es Franhzobel offebar gar nicht versucht, sondern schreibt aus der Perspektive des einundzwanzigsten. Wendet immer akuelle Vergleiche an, nennt Namen von Schauspielern und Dingen,die erst viel später passsierten und wenn ich mich nicht irre und nicht überinterpretiere, sind auch Anspielungen an die Pandemie dabei und erzählt die Geschichte aus der Sicht von einigen Gestalten. Da gibt es wieder einen niederländischen Arzt, der Pflanzen sammelt und alles archivieren will. Zwei Gauner und einen Elias Plim, der in Algier Sklave war, dort auch zum Islam konvertierte und irgendwie auf das Schiff gekommen ist. Es gibt einen Notar mit Holzbein, künstlichen Zähnen, Glatze, etcetera, der einem der Gauner nachreist, weil der als illegitimer Sohn eines Grafen, ein Vermögen geerbt hat und einen amerikanischen Advokaten, Trutz Finkelstein, der Amerika daraufhin klagt, das Land den Indianern zurückzugeben.

Soweit,so gut. Aberfangen wir bei Hernando de Soto an, den Franzobel Ferdinand Desoto nennt. Der ist ein Sohn aus armen Haus. Arbeitet als Stallbursche,verliebt sich in die schöne Maria. Wird dann von deren Vater auf den Feldzug nach Peru mitgenommen.Heiratet später Marias Schwester Isabella und bricht mit ihr, ihrem Bruder, einen Priester zur Eroberung Amerikas auf.

Isabella bleibt in Kuba, wird dort Gouverneurin und betrügt ihren Mann mit einem Gutsbesitzer, während der sich mit seiner Truppe nach Florida begibt. Den Missisippi sieh tund dort stirbt. Aber vorher ist auf fünfhundert Print und neunhundert E- Bup Seiten noch sehr viel unglaubliches passiert. Tierwettkämpfe werden geschildert. Eine Glocke in der Geld versteckt ist, wird nachgespürt. Perlen gefunden und verloren, Indianer aufgehängt. Der Hunger packt die Eroberer, macht sie fast verrückt.Es wir dgemordet und vergewaltigt und am Schluß kommt es vielleicht zu keinem Happyend, aber zu einem “Happylog und einer “Danksagung”, wo sich Franzobel bei all denen bedankt die ihm bei der Entstehung desBuches geholfen haben.

Erklärt, wie er auf die Idee das Buch zu schreiben gekommen ist und meint, daß die, die glauben und da gehöre auch ich dazu, daß das Buch zu lang geworden ist,sich bei seinem Verleger und Lektor Herbert Ohrlinger beschweren sollen, der aber ohnehin zu Kürzungen gedrängt hat, sonst wäre das Buch doppelt so dick geworden und ich hätte noch länger zum Lese ngebraucht und kann abschließend nur bemerken, daßich nicht glaube, daß sich Hernando de Sotas Eroberungszug wirklich so abgespielt hat und, daß die damaligen Protagonisten wirklich wie Paul Newmann, etcetra, ausgesehen haben. Hätte aber ohne das Buch nicht gewußt, daß es einen Hernando de Sota gegeben hat, der Florida eroberte und jetzt auf zum nächsten Buch und ich hoffe, ich komme da schneller voran.

Glitterschnitter

Bevor es endlich an die deutsche Buchpreisliste geht, kommt das Buch von dem ich mir vorgestellt konnte, daß es darauf stehen würde, nämlich Sven Regeners “Glitterschnitter” und der 1961 geborene Musiker ist schon 2017 mit seiner “Wiener Straße”auf der Longlist gestanden und die liegt in Berlin in Kreuzberg, wenn ich mich nicht irre und wenn ich mich weiter nicht irre, sind auch die anderen “Herr Lehmann -Bücher” dort angesiegelt. Also eine Fortsetzung desselben Romans und den würde ich in die Abteilung “Klamauk-oder Nonsenseroman” einreihen und damit tue ich mir etwas schwer, obwohl es sich ganz spannend gelesen hat und spannend auch, wie penebiel und konsequent Sven Regner da Alltagserlebnisse schuldert. Ein ganzes Buch von fast fünhundert Seiten dreht sich darum, daß ein paar Typen, die in der Wienerstraße und da in der “Intimfrisur” bzw. im Cafe Einfall verkehren, in der Gruppe “Glitterschnitter” spielen wollen und das ist eine Band mit Bohrmaschine,also wieder Abeilung Klamauk, aber einen Roman eines Musikers über eine Band habe ich ja auch vor kurzem gelesen, der wenig ernsthafter war, aber vielleicht wurde dort die Ironie nicht so konsequent durchgezogen.

Da gibt es also den Frank Lehmann, der ist, glaube ich, schon Held eines Vorromans und glaube ich auch verfilmt, der ist Putzkraft oder Kellnerin Cafe Einfall. Die Kellnerin dort ist eigentlich Chrissie, aber die hat Besuch von ihrer Mutter Kerstin, die eigentlich Susanne heißt, aus Stuttgart, die will der Tochter unbedingt ein Bett oder einen Kasten kaufen. Deshalb fahren sie zu “Ikea” und da muß ich anmerken, das Buch spielt 1980, also in den tiefsten DDR-Zeiten, sie nehmen H. R. mit, das ist ein Künstler der ein Aqarell malen soll. Er interessiert sich aber für die Musterwohnung, die dort aufgebaut ist, kauft das alles und baut das Zeug in seinem Zimmer auf. Statt dem Aquarell, die ein abstrakter Künstler ja nicht will, baut er das Bühnenbild für die Glitterschnitter-Performance. Eine Lisa will dort Saxophon spielen und es gibt auch eine Rivalität zwischen der “Intimfrisur” einem Friseurgeschäft, das jetzt in ein Wiener Cafe umgewandelt werden soll und dem Cafe Einfall. Daher werden hier Sachertorte dort Kuchen gebacken und bis drei Uhr nachmittag darf man im Cafe Einfall auch nicht rauchen, was für Zeiten waren das, weil sich dort eine Schwangerengruppe treffen will. In dem Cafe taucht der Kontaktpolizist auf, der nicht versteht, wieso er nicht rauchen darf, steht dann draußen. Es kommt, glaube ich, zu einer Schlägerei. Der Kontaktbeamte hat am Ende auch noch einen Schlaganfall und da wird nicht die Rettung oder die Feuerwehr geholt oder besser hingegangen, weil das Telefon kaputt ist.

Ein Shakespeare Englisch oder besser Deutsch wird auch gelegentlich gesprochen. Ein Kellner entlassen, der dann als Gast ins Cae kommt, alle nehmen auch ihre Bierdosen dorthin mit, damit sie nicht drei Mark für die Flasche zahlen müssen und die Arsch Galerie mit den beiden Pseudoösterreichern, die ständig von Ottakring sprechen, gibt es auch. Die fahren am Schluß nach Passau, denn das liegt ja an der österreichischen Grenze und von dort wieder nach Österreich zurück.

Spannend irgendwie, vor allem der Österreich Bezug, da hebe ich natürlich ab, Seven Regener muß hier Verbindungen haben und der Stll, daß da seitenlang über nichts geschrieben wird, nimmt mich ja auch mit. Ich tue das ja irgendwie auch, würde das aber ernsthafter betreiben wollen und hier noch zur Vervollständigung der Beschreibungstext:

“Willkommen inder Welt von Glitterschnitter, einem großen, wilden Roman über Liebe, Freundschaft, Verrat, Kunst und Wahn in einer seltsamen Stadt in einer seltsamen Zeit.”

Das weisse Haus

Das ist jetzt das Buch des 1967 geborenen Filmproduzenten und Schriftstzellers Wolfgang Mueller, das ich auf den ersten Blick für einen Krimi gehalten habe “Wer zieht im Hintergrund die Fäden?” steht am Buchrücken und am Cover ist auf schwarzen Grund ein weißer Hausumruiß mit einer offenen Tür zu sehen.

Es ist aber viel mehr oder etwas anderes. Ein Frauenroman, über die Midlifekrise literarasch überhöht und aufgepäppelt. Eine über die Dummheit von mittelalten Frauen, die sich von männern unterdrücken lassen und in denWahnsinn rennen und mich am Schluß sehr stark an die “Frauen von Stepford” erinnerte, diesen Film aus 1975. wo sich die Männer die Frauen durch Puppen ersetzen, um ein bequemens Leben zu haben, obwohl es in dem Buch um etwas anderes geht.

Da weiße Haus ist alles davon ein bißchen. Gesellschaftskritik und immer wieder diskrete Anspielungen an die Aktualität, an das vegane Essen, die Ausländerfrage, etcetera, gibt es auch und manches erschien mir ein wenig langatmig und manche Sätze zu künstlich, wie aus einem Werbeprospekt.

Da ist also Elisabeth, eine Frau ein bißchen nach vierzig, Architektin oder Architekturkritikerin. Sie schreibt jedenfalls Bücher über Häuser und da ist sie dabei Villen in Berlin zu beschreiben, die eine Seele haben und stößt auf das weiße Haus. Das heißt eigentlich bringt sie ihr Lebenspartner Anton darauf. Sie sind nicht verheiratet und eine Tochter namens Leonie aus einer früheren Beziehung gibt es auch. Anton ist Finanzbeamter und Steuerfahnder, arbeitet aber an Elisabeths Preojekten mit und wird als eher schwacher Typ geschildert, der keine Verantwortung übernehmen will.

Die Beiden gehen zu dem Haus, es gehört einem Schönheitschirurgen der aus Ägypten stammt und behauptet das Haus selbst geplant zu haben. Er hat eine Frau Namens Leila, die war Tänzerin und wurde von ihm zu Versuchszwecken total operiert, so daß sie, wie eine Puppe aussieht.

Elisabeth verfällt Hanif Amid isofort, obwohl er sie schlecht behandelt und fast vergewaltigt und Anton, der eher banale Tp verfällt Leila.

Hanif behauptet Leila will ihm umbringen. Sie hat ihm auch beim Finanzamt angezeigt. So ist Anton auf das Haus gekommen und als Elisabeth eines Tages hinkommt liegt ein polnischer Autoverkäufer oder Mafiosi tot am Boden.Das habe ich unlängst bei Antonio Fian so gelesen, auch das Anton hilft die Leiche zu beseitigen. Elisabeth wird auch von der polnischen Mafia zusammengeschlagen, muß Ahmids Rechnungen bezahlen und wird von Anton verlassen.

Eine Kommissarin tritt auf, die wird als eher dick und tolpatschig geschildert und Elisabeth verfällt Hanfi immer mehr, überschlägt sich auch mit ihrer Tochter und ist gemein zu ihr, das ist eine Stelle die mir gar nicht gefällt, obwohl sie in der Realität vielleicht gar nicht so selten vorkommen wird.

Hanif fliegt mit Leila nach Ägypten um die Angelegenheit zu bereinigen. Sie kommt dort bei einem Terrorumschlag ums Leben und Anton gesteht Elisabeth, daß er auch dort war, um Hanif auf Leilas Anstacheln, zu beseitigen. Er konnte es nicht tun. Verdächtigt Hanif aber an dem Anschlag beteiligt zu sein. Elisabeth muß das weiße Haus weit unter seinem Wert verkaufen. Hanifs Praxis oder Schönheitsklinik ist ausgeräumt, denn er will nach London ziehen, um dort neu anzufangen. Eigentlich hat er dor studiert. Jetzt ist er von Berlin enttäuscht. Elisabeth folgt ihm. Will dort als Immobilienmaklerin arbeiten, weil der Plan das Buch zu schreiben gescheitert ist und sie sich mit ihrem Verleger, mit dem sie befreundet war, überworfen hat, beziehungsweise ist er auch in Konkurs gegangen und sich von Hanif, weil sie mit ihrem alternden Körper unzufrieden ist, verschönern lassen. Er macht das, sie liegt wochenlang im Spital, hat Schmerzen, Verbände, darf nicht aus dem Haus und erkennt schließlich, daß sie von ihm zu einer Kopie gemacht wurde.

Nein, ein Krimi ist das nicht. Wahrscheinlich ein Unterhaltungsroman, der brissante Themen vielleich ein bißchen übertrieben aufarbeitet, um seine Leser zu finden.

Pop ist tot

Bevor es an das deutsche oder österreichische Buchpreislesen kommt, noch eine österreichische Neuerscheinung,die nicht auf die ÖSt gekommen ist, nämlich Thomas Mulitzer “Pop ist tot” und da habe ich das Debut des 1988 geborenen Salzburgers, der auch Musiker ist,versäumt, obwohl ich ja sehr viel, fast alles aus der “Kremayr&ScheriauLiteraturschiene”gelesen habe. Jetzt habe ich nicht auf das neue Buch vergessen und bin sozusagen mit Thomas Mulitzer, auf einen Roadtrip mit einer alternden Punkband gegangen. Ein Gebiet, wo ich mich nicht sehr auskenne. Also interessant und wieder ein Stück neuer Lebenserfahrung, was in Zeiten, wie diesen, wo man ja nicht aus dem Haus kommt, besonders erfrischend sein kann.

“Thomas Mulitzer kapert die Roadmovie-Form, spielt den Mythos Punkband laut und dreckig, verzerrt jedes einzelne jaulende Klischee und zertrümmert es in kleine Splitter. Ein bitterernster und zum Brüllen komischer Roman über die grenzenlose Freiheit, das Ende der Naivität und natürlich über die beste Musik!”, steht am Klappentext. Auf der ersten Seite sieht man eine Gitarre.und dann geht es los mit dem modernen Nomadenton.

Da ist ein, ich glaube, namenloser Erzähler,der in den Neunzigerjahren mit einem Günther, dem Branko, und dem Hansi, die Band “Pop ist tot” gründete mit der er durch die Lande tingelte. Das ist lange her. Jetzt jobt er in Salzburg in einer Werbearbentur, hat eineFreundin namens Nina und eine Chefin namens Doris, die ihm ein bißchen diskriminiert. Muß an Lippenstiften-Projekten basteln und am Donnerstag in der Tracht in dem hippen Bürohaus auftauchen. Er vergißt darauf und muß daher als Strafe im Dirndl Flyer verteilen. Das fand ich eine eine spannende und sehr dichte Szene. Später wird es etwas undurchsichtiger. Der frustrierte Erzähler trifft jedenfalls den ehemaligen Drummer Günther am Gang, der in Wien aus seiner Gemeindewohnung delogiert wurde, weil er seine tote Katze nicht rechtzeitg entsorgt hat, wasich auch recht spannend fand, der will die Band wiederbelebten und hat schon mit der Band “Superschnaps” ausgemacht, daß sie sie als Vorprogramm mit ihnen durch die Lande tingeln können. Honorar gibt es zwar keines. Nur Schnaps und ein paar Goodies.

So wird viel getrunken, in lausigen Quartieren übernachtet und oft auch in Kellern gespielt und dazwischen gibt es immer wieder Erinnerungen, wie sichdie Band gegründethat.

Nina besucht den Helden nicht. Dafür taucht eine Romana auf, die der Band den Social Media-Auftritt machen will und am Schluß geht alles schief, der Van in Flammenauf,ein Laptop geht verloren. Es kommt zu Rangeleien, denn die Superhelden sind in den zwanzig Jahren natürlich gealtert. Der große Traum von der Freiheit bleibt aber trotzdem da und wird im Epilog auch noch thematisiert.

Paradais

“Saison der Wirbelstürme” das hochgelobte Debutder 1982 geborenen mexikanischen Autorin Fernanda Melchor, hat mir, glaube ich, nicht so gut gefallen. Bei “Paradais” das mir “Wagenbach” wieder als Quartbuch in E- Pubform schickte, ist das anders. Denn das ist trotz des rauhen Tones ein tolles Buch, das die sozialen Mißstände, die in Mexiko herrschen, auf eine meiner Meinung nach hervorragende Weise schildert.

Auch wenn ich eine Weile brauchte, um hineinzukommen. Das ist Leopoldo oder Polo, ein sechzehnjähriger Junge, der sich durch das Buch erzählt. Er ist Gärtner im Paradais, eine Nobelsiedlung in Progreso. Seine Mutter hat ihn dorthin vermittelt, nachdem er die Schule abgebrochen hat. Mit seiner Mutter ist der pfiffige Junge ohnehin nicht zufrieden, denn sie hat ihm aus seinem Zimmer ausgesiedelt. Dort wohnt jetzt seine Cousine Zorayda, die schwanger ist. Sie behauptet, das Kind ist von ihm. Er sagt, sie fickt mit jeden herum und Polo, der von seinem Großvater träumt, der ihm bevor er dement gestorben ist, versprochen hat, ein Boot zu bauen, mit dem er Touristen herumfahren könne, betrinkt sich am liebsten mit dem dicken Franco, der bei seinen Großeltern in der Luxussiedlung lebt, um nicht nach Hause zu müssen und der Dicke hat einen Plan, der sich durch ganze Buch zieht.

Da gibt es nämlich die Senora Marian Marono, die der Dicke, der seine Großeltern bestiehlt, um den Schnaps zu kaufen und vom Großvater das Schießen erlernte, er ist der Sohn eines bekannten Rechtsanwalt, gerne vögeln will und da heckt er den Plan aus, dort einzubrechen, um einen Slip der Angebetenen zu stehlen.

“Schwachkopf!” meint Polo und geht dann mit, um sich während der Dicke vögelt, am Geld, Schmuck und Fernsehgeräten zu bereichern, um seinem Elend zu entkommen. Das Ganze geht schief oder zieht sich als Erzählung durchs Buch.

“Der Dicke war schuld!”, heißt es immer wieder und eine blutige Gräfin gibt es es es auch. Ein wenig Mystik, wie in den “Wirbelstürmen” gibt es also auch und der Ton ist rauh. Es werden auch einige Gewaltszenen geschildert und man bekommt einen guten Eindruck über die sozialen Mißstände im rauhen Mexiko.

Ein spannendes Buch , das ich mir so nicht erwartet habe und ich wirklich empfehlen kann.

Einige Preise hat Fernanda Melchor für ihr Buch auch schon bekommen und gilt, wie ich den Beschreibungstexten entnehme, als eine der wichtigsten jüngeren literarischen Stimme Mexikos, die ich Dank “Wagenbach” kennenlernten konnte.

Die österreichische Buchpreisliste

Während ich mich tapfer durch die Herbstneuerscheinungen lese, da warten ja noch ein Krimi und der Sven Regener auf mich,der es nicht auf die deutsche Buchpreisliste schaffte, die deutschen Buchpreisbücher allmählich in Printform oder über die Netgalley bei mir eintrudeln, wurde schon die Longlist des österreichischen Buchpreises bekanntgegeben. Denn den gibt es ja seit 2016, als Pendant zum deutschen, den es seit 2005 gibt und da gibt es, auch wenn ich mich seit Corona noch ein bißchen weiter weg vom Literaturbetrieb befinde, als ich das schon vorher war, bei mir das große Rätselraten, denn was könnte da daraufstehen?

Daß es ein guter Tip ist, sich an das zu halten, was da bei den O-Tönen präsentiert wurde, habe ich, glaube ich, schon 2016 erkannt.

Also unbedingt:Eva Menasse “Dunkelblum” die ich ja letzte Woche regenbedingt versäumt habe.Michael Köhlmeier “Matou”, das habe ich schon auf der dBp vermißt, dann

Monika Helfer “Vati”, das steht zwar auf der deutschen Longlist

Norbert Gstrein “Der zweite Jakob”, das war nicht bei den O-Tönen, steht aber auf der LL, bei

Franzobebel “Die Eroberung Amerikas” ist das ebenso und das ist auch das erste Buch, das ich, wenn ich mit dem Regner fertig bin, zu lesen beginne

Hanno Millesi “Der Charme der langen Wege”würde ich mir wünschen. Da wären wir schon in den mittleren Dimensionen.

Ferdinand Schmalz “Mein Lieblingstier heißt Winter”, auf das ich noch warte, hat auch gute Chancen und dann natürlich

Olga Flor “Morituri”, stand zwar auch nicht auf der LL, war bei den O-Tönen und mi teinem früheren Buch auf der ÖST.

Das wär so das, was mir einfiele. Da bliebe noch Platz für zwei unbekanntere Bücher aus kleineren Verlagen,wo ich aber keine wirklichen Ideen hatte und dann,voila,das ist es wirklich geworden und wurde von derJury, der diesmal Walter Grond, Tilman Eder, Mauela Reichert, Daniela Strigl und Peter Zimmermann angehörten, also angesehene Literaaturspezialisten von denen ich drei mehr oder weniger gut kenne, ausgesucht.

Anna Baar “Nil”, die hat, glaube ich,einmal beim “Bachmann-Preis” gelesen und hat ihr Buch auch in der Frühjahrssaison an mehreren Stellen vorgestellt, ist aber an mir eher vorbei gegangen

Raphaela Edelbauer “Dave”, die Entdeckung von 2019, habe ich schon gelesen und wurde auch auf den O-Tönen vorgestellt

Daniela Chana “Neun seltsame Frauen” wurde, glaube ich in der “AS” vorgestellt.

Olga Flor “Morituri”, O-Töne und AS

Monika Helfer “Vati”, steht auch auf der dBp LL und habe ich, glaube ich, bei den O- Tönen versäumt.

Hanno Millesi “Der Charme der langen Wege” mein Liebling ,hurra,hurra, habe ich erwartet, schon gelesen und bei den O- Tönen leider versäumt.

Teresa Präauer “Das Glück ist eine Bohne”, davon habe ich noch nicht viel gehört und Teresa Präauer auch noch nicht sehr viel gelesen.

Sophie Reyer “1431” habe ich nicht erwartet, stand aber schon auf der ÖSt und das Buch wurde mir auch schon zugesagt

Ferdinand Schmalz”Mein Lieblingstier heißt Winter” habe ich erwartet und warte auch noch auf dasBuch

Franz Schuh “Lachen und Sterben”, das ist, glaube ich ein Essay und habe es auch schon bekommen.

Dann gibts beim Öst immer eine Debutschiene und die ist mir ziemlilich unbekannt.

Zwar hat

Anna Felnhofer aus ihrem “Schnittbild” gemeinsam mit Hanno Millesi bei den O- Tönen gelesen, aber das habe ich versäumt.

Anna Albinus “Revolver Christi” Buch und Autorin mir völlig unbekannt, scheint etwas Experimentelles aus ein kleinen Verlag zu sein, habe denText aber schon bekommen.

Clemens Bruno Getzmaga “Jacob träumt nicht mehr”. Da habe ich das Buch,das auch auf der Bloggerdebut-LL steht und ein auffälliges Cover hat, schon ein paar Mal gesehen. Wußte aber nicht, daß es einen österreichischer Autor hat.

So das wars und wieder eine interessante Lleseliste, wo man, glaube ich, einen guten Einblick in die österreichische Gegenwartsliteratur bekommt. Also lesen, lesen,lesen und auch wenn es bei mir derzeit nur langsam weitergeht, fange ich demnächst damit an und bin schon sehr gespannt.