Die österreichische Shortlist

Ich habe ja diesmal, weil erst eineinhalb Wochen nach der Veröffentlichung der deutschen Longlist und ein paar Tage vor der Veröffentlichung der österreichischen, von Frankreich zurückgekommen, mich zuerst durch die Österreichische gelesen, weil da die Bücher früher, als die deutschen bei der Negalley zu beziehen waren und habe daher am Tag der öst. Shortlistverkündung schon acht der Bücher gelesen und konnte raten, wer darauf kommt, bezeihungsweise welche Bücher ich darauf täte?

Eine schwere, fast unmögliche Frage, denn ich hätte mehr als fünf Kanditaten. Welche Bücher lasse ich also weg?

Den Bodo Herbst vielleicht mit seinen experimentellen Baumpassagen? Ich bin keine experimentelle Autorin und würde bei einem Buchpreis vielleicht auch an Romane denken, aber Bodo Hell ,ist ein sehr bekannter Autor, jetzt achtzig und gehört gewürdigt. Obwohl, um vielleicht Petra Hartlieb zu zitieren sein “Droschl-Buch” nicht so viele Käufer findet.

Also versuchen wir es mit etwas Leichteren. Die Christina Walker mit ihrem Krähenroman ist vielleicht nicht so bekannt, als die anderen Autoren und hat vielleicht auch ein leises und nicht unbedingt so neues Thema.

Susanne Gregor, deren “Wir werden fliegen” ich noch nicht gelesen habe, fällt vielleicht auch in diese Kategorie und ganz ehrlich Maja Haderlaps “Nachtfrauen” haben mir nicht so gefallen, hätte ich von der “Bachmann-Preisträgerin” und Experten bei den Kärntner Slowenen, vielleicht etwas mehr Nachhaltigeres erwartet.

Also hätte ich mit etwas Bauchweh vier Ausscheidungen, bleibt aber immer noch ein Buch zuviel übrig. Also welches, nehme ich, nehmen die Juroren. Da bleiben ja lauter bekannte Namen, lauter bekannte Autoren über.

Über Wolf Haas “Eigentum” kann ich auch noch nichts sagen, fange ich das ja gerade erst zu lesen an. Er ist aber ein bekannter Autor mit einer sehr starken Sprache, also würde ich tippen, es steht darauf.

Da wären dann noch Birgit Birnbacher mit “Wovon wir leben” ein sehr realistischer österreichischer Provinzroman mit dem ich wahrscheinlich mehr als mit Thomas Olahs “Doppler” anfangen kann. Aber der steht ohnehin auf der Sbortlist Debutliste und ist daher keine Konkurrenz. Wäre also mit Karin Peschkas “Dschomba” zu vergleichen, ein Provinzroman aus den Fünfziger- und Siebzigerjahren und Karin Peschka hat auch eine eigene starke Sprache, gehört also auch darauf?

Was haben wir noch? Die “Monde vor der Landung” des sehr jungen “Büchner-Preisträgers” Clemens J. Setz, der auch auf der deutschen Liste und auf der der “Leipziger Buchmesse” stand.

Das wäre vielleicht auch ein würdiger Gewinner, obwohl der Roman ja weniger surreal als erwartet ist, Also gerade deshalb, würde ich ihn auf der Shortlist sehen. Dann hätten wir noch Teresa Präauer mit ihrem “Kochen im falschen Jahrhundert”, ein Buch das einerseits sehr gelobt, andererseits auch kritisiert wurde und eigentlich kein wirklicher Roman ist, aber das ist auch kein Kriterium für den Öst. Bei der Deutschen, wo es auch draufsteht, ist das anders und Milena Michiko Flasars “Oben Erde unten Himmel”, die mit ihren Japanmotiven eine literarische Außenseiterin ist.

Wer kommt also auf die kurze Liste und welche Bücher fehlen?

Eine spannende Frage, die die Jury zu beantworten hat und ich würde auf jeden Fall wieder empfehlen, alles zu lesen und sich ein eigenes Urteil zum machen und dann gibt es ja auch noch andere Neuerscheinungen, die zum Teil auf der dBp standen, bei den O-Tönen oder bei anderen Veranstaltungen zu hören waren und meine Bücher, kann ich nicht lassen, hinzuzufügen, gibt es auch noch und da sind in diesem Jahr auch schon vier erschienen.

Und hier die Überraschung:

  1. Milena Michiko Flasar “Oben Himmel unten Erde”
  2. Wolf Haas “Eigentum”
  3. Maja Haderlap “Nachtfrauen”
  4. Teresa Präauer “Kochen im falschen Jahrhundert” und
  5. Clemens J. Setz “Monde vor der Landung”

Spannend, spannend und ein bißchen schade für Bod Hell und die experimentelle Lyrik.

Ich hätte ihn gegen Maja Haderlap ausgetauscht und jetzt können wir raten, ob Wolf Haas, Clemens J. Setz oder doch eine der drei Autorinnen den Preis gewinnt. Am sechsten November ist es dann soweit. Da bleibt und also noch Zeit alles zu lesen.

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