Laufendes Verfahren

Buch zwölf der deutschen Liste und das fünfte Österreichbuch sozusagen, obwohl die 1971 in Salzburg geborene Kathrin Röggla seit 1992 in Berlin und jetzt in Köln lebt. Ich habe sie, glaube ich, kennengelernt, als ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendiums war. Dann habe ich mit ihr bei dem von Christine Haidegger organisiertes Symposium “Sichten und Vernichten” gelesen, Thomas Rothschild hat sie, glaube ich, nach Klagenfurt eingeladen oder ihre Lesung dort vermittelt und Kathrin Röggla , die 1995 den “Priessnitz-” und 2008 den “Wildgans-Preis” bekommen hat und beim “Fried- Preis”, 2013 die Jurorin war und die ich auch schon bei Symposien hörte, ist sicher eine sehr analytische Autorin, die politische Themen in einer schönen Sprache, vielleicht etwas unverständlich, wie man unken könnte, beschreibt. “Wir schlafen nicht” habe ich einmal bei einem “Thalia-Abverkauf” bekommen und “Nachtsendung” ist auf der “Öst” gestanden.

Jetzt “Laufendes Verfahren”, der Bericht über den NSU-Prozeß, dem Strafverfahren gegen einerechtsextremen Terrorgruppe, die neun Morde an Migranten und einem Polizisten beging. Das Urteil wurde 2018, also vor fünf Jahren in München verkündet und Kathrin Röggla geht es in ihrem Buch wieder sehr theoretisch an.

Roman steht darauf und der dBp ist eigentlich auch ein Romanpreis, es ist aber keiner, sondern ein literarischer Prozeßbericht und interessant wäre das Lesen des Buches wahrscheinlich, wenn man über diesen Prozeß mehr erfahren will. Das hat es zumindestens bei mir nicht gebracht. Wußte ich vorher nicht viel darüber und weiß jetzt auch nicht mehr. Denn das Buch hat keinen Plot und keine Handlung, berichtet in der “Wir”Form in sehr schöner Sprache, ich wiederhole es, das Gerichtsgeschehen. Da gibt es die “Omagegenrechts” den “Bloggerklaus”, den “Gerichtsopa”, den “O-Ton-Jurist”, die “Frau von der türkischen Botschaft” und dann vor allem in wechselden Variationen die “Vornamenyildiz”, die zur “Nachamenyildiz”, zur “Grundsatzyildiz” und was auch immer wird und so geht es hin auf den zweihundert Seiten. Es wird der Gerichtsprozeß erlebt oder durchschwafelt und hat am Ende sicher ein sehr interessantes Buch gelesen, an dem Kathrin Röggla möglichdrweise fünfJahre recherchiert und gearbeitet hat, so daß es jetzt erst erschien, aber zumindestens ich nicht viel verstanden habe.

Dem “Papierstaupodcast”, die ja den dBp genau beobachten, ist es, glaube ich, ähnlich gegangen und mir, die ich mich ja momentan wieder sehr intensiv mit den Corona-Maßnahmenf beschäftige, ist aufgeallen, daß da an mehren Stellen jemand gerügt wird, weil er keine Maske, trug, aber 2018 oder vorher als die Verbrechen geschahen, gab es noch keine Maskenpflicht.

Auf die Shortlist ist das Buch nicht gekommen und ich habe mich wieder einmal durch ein ein Stück österreichischer Gegewartsliteratur abseits vom , der ja am Montag vergeben wird, gelesen.

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