Elijas Lied

Jetzt kommt schon Buch vier der heurigen Bloggerdebutshortlist, die ja am dreißigsten November bekanntgegeben wurde.

“Elijas Lied” von der 1994 in Essen geborenen Amanda Lasker-Berlin, das auch für den Debutpreis der LitColgone vorgeschlagen wurde und ich muß sagen, das Buch, das sonst sicher an mir vorbeigegangen wäre, ist eine Überraschung, nämlich ein eher unübliches Thema, Tabus werden angeschrieben und Sprache ist auch ungewöhnlich und nicht so abgelutscht.

Es geht um drei Schwestern, Elija, Loth und Noa, also ungewöhnliche oder biblische Namen und die treffen sich wiedermal um einen Ausflug ins Moor zu machen, wie sie es schon als Kinder taten. Elija ist die älteste, schaut aber am jüngsten aus, denn sie hat das Down-Sndrom und die Gutmenschen-Eltern, die auch gläubig sind, haben sich entschlossen, ihr eine Chance zu geben und sie trotzdem zu bekommen. Sie war auch einmal schwanger, hat das Kind aber nicht bekommen. Da haben die Eltern für sie unterschrieben und jetzt spielt sie Theater und lebt da das aus, was sie im echten Leben nicht erleben kann. Also ganz schön kritisch und sehr ungewöhnlich, das jemand dieses Thema thematisiert. Ich habe das durch den “Ohrenschmaus” ja auch einmal versucht, aber von JuSophie beispielsweise eine harsche Kritik bekommen.

Die andere Schwester ist Noa, die hat ihr Studium ebenso wie Loth aufgegeben und arbeitet jetzt in einer Kantine, sie hat einen Freund, der glaube, ich in höheren Etagen arbeitet und was auch eher ungewöhnlich wenn nicht eher unrealistisch ist, betätigt sie sich als Prostiutierte und geht da in Pflegeheime. Ob es sowas wirklich gibt, weiß ich nicht, vielleicht bin ich da naiv, aber Valerie Fritsch hat sich in ihren ersten Texten auch mit diesem Thema beschäftigt. Es zieht also wahrscheinlich die Debutanten an, über sowas “Verbotenes” zu schreiben. Die dritte Schwester ist Loth und die hat sich den Patrioten oder neuen Rechten angeschlossen und da bin ich verblüfft, wie genau Amanda Lasker-Berlin recherchiert hat, wird ja, glaube ich, Martin Sellner mit seiner amerikanischen Frau, natürlich namenlos genannt, wie das Gut Schnellroda mit dem Ehepaar Kostriza-Kubitschek, wo Loth an einigen Sommer- beziehungsweise Winterakademien teilnahm und dort die blonden Kinder mit ihren dicken Zöpfen herumrannten.

Der Roman ist in eine genaue Tagesstruktur gegliedert, beispielsweise “von acht bis elf” bis “von null und weiter” gegliedert und da hasten die Geschwister durch das Moor, essen zu Mittag Kaiserschmarren, kommen dann in die Nacht und in ein Gewitter, flüchten in eine Kirche und Elija scheint am Schluß in einem See umzukomme oder ist die am ende doch von Noa gerettet worden und kann mit ihrer Regisseurin im Flugzeug bis in die Schweiz und nach Frankreich zu einem Theaterfestival reisen.

Amanda Lasker-Berlin lese ich in ihrer Bigorafie hat schon mit achtzehn ihr erstes Theaterstück aufgeführt und studiert jetzt Theaterregie und ich bin unsicher bezüglich der Bewertung. Denn bis jetzt wäre es trotz der unzweifelhaft vorhandenen Anfängerschwäche bei mir auf Platz eins.

Ein Corona-Weihnachtsmärchen

Shit!” , dachte Michaela Reisinger und seufzte wieder vor sich hin.

“Wie werden wir heuer Weihnachten feiern Mama?”, hatte Lena vorhin gefragt und wissen wollen, warum es keine Weihnachtsmärkte gäbe?

“Ich habe mich doch darauf gefreut, Mama und du hast es mir auch versprochen, daß wir da hingehen, wenn ich brav bin! Aber jetzt hat die Tante im Kindergarten gesagt, das gäbe es heuer nicht, wegen dem Corona-Virus! Warum? Ich bin doch brav gewesen, meistens jedenfalls!”, sagte sie und sah die Mutter treuherzig an.

“Natürlich, Lena-Mädel!”, antwortete Michaela Reisinger und verkniff es sich, die Kleine an sich zu drücken, denn das war ja nicht mehr erlaubt und wenn Lena, das im Kindergarten erzählte, bekam sie vielleicht Ärger mit der Pädagogin.

“Großer Schit und große Scheiße, Extrasupplament!”

“Nicht fluchen, Mama!”, hörte sie da Lenas Stimme, mußte lachen und riß sich zusammen.

“Nein, natürlich, nicht! Du weißt ja, Lena, das Corona-Virus! Die zweite Welle hat uns erfaßt und da müßen wir aufpassen, uns nicht anzustecken und nicht krank zu werden und die Krankheit nicht beispielsweise an die Oma weitergeben, weil die ja schon über siebzig und Diabetikerin ist!”, sagte sie und Lena nickte altklug und treuherzig zugleich.

“Deshalb wurden die Buden am Rathausplatz wieder abgebaut und man darf keinen Alkohol trinken, weil man dann zu lustig wird, nicht aufpasst, sich umarmt und küsst und dann das Virus überträgt! Das weiß ich schon, Mama! Das hat uns die Tante erklärt und dazu gesagt, daß deshalb heuer der Nikolo nur in den Garten gekommen ist und man ihm vom Fenster aus anschauen durfte und weißt du, Mama, er hat eine Maske aufgehabt und das hat sehr lustig ausgeschaut, obwohl das eigentlich trauig ist!”, sagte sie und verzog ihr Gesicht, als würde sie das auch werden.

“Aber du hast ja dein Sackerl mit den Nüßen und den Mandarinen bekommen!”,beschwichtigtre Michaela und Lena nickte energisch.

“Oh ja, Mama! Wird die Oma zu Weihnachten kommen und mir als Geschenk, die Barbie bringen, die sie mir versprochen hat?”

“Natürlich, denn Weihnachten im kleinen Kreis ist erlaubt! Du, der Papa, ich und die Oma! Das sind nur vier Personen und einen Christbaum werden wir auch haben! Den habe ich schon besorgt und wenn du brav bist, darfst du mir beim Schmücken helfen und Kekse werden wir ebenfalls backen, Vanillekipferln und Zimtsterne, die hast du doch gern!”

“Oh ja, Mama!”, sagte Lena und wirkte wieder fröhlich.

“Natürlich helfe ich dir beim Baum schmücken und auch beim Kekse ausstechen und dann setze ich mir die Weihnachtsmannmütze auf, die mir der Papa im vorigen Jahr am Christkindlmarkt kaufte und läute mit der Glocke! Zum Glück hast du sie aufgehoben, weil wir heuer keine nicht kaufen können, aber Mama!”, sagte sie, wurde wieder ernst und sah Michaela an.

“Ich glaube, das geht doch nicht, denn wir sind ja nicht bei dem Gratistest gewesen! Wissen also nicht, ob wir nicht postiv sind und die Oma anstecken können! Warum sind wir nicht testen gewesen? Die Tante Hilde hat uns erklärt, daß das sehr wichtig war und man schuld ist, wenn hundert Menschen ihren Arbeitsplatz deshalb verlieren! Richtig kriminell ist das, hat sie dem Moritz erklärt, als der sagte, daß sein Papa und seine Mama nicht testen waren! Da habe ich mich nicht mehr getraut ihr zu erklären, daß wir auch nicht bei dem Test waren, damit sie uns nicht für kriminell hält!”, sagte sie.

Michaela schüttelte den Kopf verkniff sich das “Scheiße!” und nahm sich vor mit der Kindergartentante zu sprechen, obwohl sie nicht sicher war, ob das etwas helfen würde, weil das genau die Worte waren, die sie im Fernsehen gehört hatte. Das klang fast so, als hätte sie die Kindergärtnerin dort aufgeschnappt und an die Kinder weitergegeben.

“Wir waren nicht dort, weil die Tests freiwillig sind! Wir ohnehin aufeinander aufpassen und du und der Moritz braucht auch nicht hin, weil ihr noch nicht sechs seid!”, erklärte sie und schüttelte noch einmal den Kopf, als sie Lena fragen hörte, ob sie die FFP2-Masken aufsetzen müßte, wenn am Donnerstag die Oma käme, damit sie sie nicht anstecke und schuld wäre, wenn sie ein Engelein würde und es das letzte Mal wäre, daß sie gemeinsam Weihnachten feiern würden?

“Das will ich nicht, Mama, dann setze ich lieber die Maske auf, obwohl ich damit schlecht Luft bekomme und auch keine Kekse naschen kann und ziehe Handschuhe an, wenn ich das Geschenk der Oma auspacke, denn das hat die Tante auch gesagt, daß man das muß, wenn man nicht bei diesem Test gewesen ist und, daß es überhaupt besser wäre, wenn man den Omas nur über eine Zoom-Konferenz zuwinken würde. In der Kirche soll man auch nicht singen! Das ist dort verboten, Mama, hat die Tante gesagt! Aber ich will gerne singen und habe “Stille Nacht” schon eingeübt, damit ich es der Oma vorsingen kann! Glaubst du, daß das mit Maske geht, wenn ich den Sicherheitsabstand einhalte, Mama?”, fragte sie. Michaela unterdrückte das dritte “Scheiße!” und antwortete “Natürlich, Liebling, laß dich nicht kirre machen, Weihnachten feiern ist erlaubt! Da hast du die Tante vielleicht falsch verstanden! Wir backen Kekse, schmücken den Baum, eßen Würstchen mit Kartoffelsalat und du kannst natürlich die Mütze aufsetzten und das Glöckchen schwingen. “Stille Nacht”, singen wir auch und da brauchst du keine Maske aufsetzen und mußt auch keine Handschuhe anziehen, denn die Oma fürchtet sich, glaube ich, nicht!”

“Keine Sorge, Lenchen!”, sagte jetzt auch Bernhard Reisinger, der mit dem Christbaumschmuck das Wohnzimmer betreten hatte.

“Das tut sie nicht, denn ich habe gerade mit ihr telefoniert und sie hat mir verraten, daß sie sich schon sehr auf die Würstchen mit dem Kartoffelsalat freut und wenn du es nicht weitererzählt, sie hat mir auch geflüstert, daß das Weihnachtsengelchen schon das Geschenk für dich bei ihr vobeigebracht hat! Sie hat auch etwas bekommen, was sie uns zeigen wird, wenn sie am Vierundzwanzigsten zu uns kommt und da kannst du ganz unbesorgt dein “Stille Nacht” singen und der Tante Hilde mußt du das, wenn du nicht willst, nicht verraten, daß wir gesungen haben!”, sagte Bernhard Reisinger, zwinkerte seiner Frau und seinem Töchterlein zu, während er die vergoldete Kette und die gläserne Christbaumspitze aus der Schachtel nahm und auf die Leiter stieg, um sie auf der Tanne zu befestigen.

“Fein, Papa!”, jubelte Lena und wollte wissen, was für ein Geschenk die Oma bekam?

“Ihre zehn FFP2-Masken, die der Bundeskanzler an jeden über fünfundsechzig schickt, damit man in Ruhe Weihnachten feiern, sich freuen und auch singen kann! Es ist aber noch nicht sicher, ob die Oma sie aufsetzen wird, ist sie doch eine rebellische Person!”, antwortete Bernhard Reisinger und zwinkerte Michaela zu.”

So das war die Weihnachten 2020-Geschichte. Wer es lieber nostalgischer will, dem ist die “Nika Weihnachtsfrau” zu empfehlen 2 5 7 8 9 10 14 19 20 23 24 25 29 30

Vom Adventkalender zum Bücherchristbaum

Ich bin ja irgendwie ein Adventkalenderfan, die mit Schokolade kaufe ich mir zwar nicht, sondern früher höchstens der Anna, im nächsten Jahr wahrscheinlich der Lia, aber heuer geht das wegen des Lockdowns für die Maskenverweigerin ja nicht, und dann haben mich die Bücheradventkalender immer schon fasziniert.

Was das ist und wie bin ich daraufgekommen? Wahrscheinlich durch das Bloggen und die Bücherblogger.

Das “Literaturcafe” veröffentlicht ja immer einen mit den nicht geschriebenen Büchern und richtig einen Adventkalender habe ich schon geschrieben, als ich noch nicht gebloggt habe, der ist im “Best of” enthalten, da gibts noch ein paar Exemplare, wer ihn also lesen will, bitte melden und dann war auch einmal die Idee mit der Nika oder ursprünglich wars ein Asylwerber oder Student aus Osteuropa, der sich als Weihnachtsmann auf der Mariahilferstraße verdingt, die Nika ists geworden, 2015 im Rahmen des fünften Nanowrimos endlich geschrieben, aber vorher gab noch ein paar Feldversuche, einer davon ist der “Bücheradventkalender” und da die Idee im Advent jeden Tag ein Buch zu lesen.

Einen Versuch von einer ,die es machte uns sich dafür in Tolstois Sessel setzte gab es später, bei mir bleibt es wahrscheinlich bei der Idee im Advent jeden Tag ein Weihnachtsbuch zu lesen, aber aufstapeln auf seinem Weihnachtstischchen kann man sie allemal, dafür sammle ich sie ja schon seit Jahren oder seit es die offenen Bücherschränke gibt, wo die dann, die man zu Weihnachten bekommen hat, später entsorgt werden. Vor zwei Jahren habe ich mir den ersten aufgestapelt und voila, heuer gibts das auch, sogar zweimal, weil in Harland gibts ja auch Weihnachtsbücher, aber am

1. Dezember beginnts in Wien und zwar mit einem Fund aus dem Bücherkasten, denn ich bin ja an meinem Geburtstag am neunten November losgestartet, um trotz Corona und Lockdown eine Bücherkastentour zu machen und lag ein Buch darn, das wahrscheinlich keine Weihnachtsbuch ist, aber so heißt, nämlich

Karl Emil Franzos “Leib Weihnachtskuchen und sein Kind”, eine Erzählung aus dem “Globus Verlag” aus dem Jahr 1984, also vielleicht auch historisch interessant und Karl Emil Franzos, 1848 in Podolien, damals russisches Kaiserreich, geboren gilt als großer Kenner des osteuropäischen Judentums hat Romae und Erzählungen darüber geschrieben. Gelesen habe ich noch nichts von ihm, in der Wien Bibliothek hatte er aber einmal eine Ausstellung und da bin ich an einen Katalog gekommen und jetzt wäre ja die Gelegenheit dazu, wenn ich nicht so eine überlange Leseliste hätte und mit dem Buchpreislesen noch nicht fertig wäre, aber auf dem heurigen Bücheradventkalender, der im Laufe des Monats zum Bücherchristbaum wird, der zwischen den schon aufgestellten Weihnachtsdekorationen seinen Raum einnimmt, Platz hat.

2. “Nika Weihnachtsfrau” jetzt kommt gleich mein Adventkalender. Die “Nika”, 2015 in Zeiten der Flüchtlingskrise geschrieben und seit dieser Zeit gibt es hier jeden Tag gelegentlich ein Türchen. Das Erste ist im Probekapitel zu finden. Das Zweite gibts am Zweiten und vielleicht da dieser Dezember ja wahrscheinlich ein ruhiger wird, gibts hin und wieder auch ein Neues, viel Spaß beim Lesen wünsche ich. Vielleicht gibt einen mal im “Wortschatz” zu finden und sofern ich noch welche haben, kann man sie auch bei mir bestellen.

3. Dezember – “Kerzen, Killer, Krippenspiel”, der heurige Krimi-Adeventkalender, mit vierundzwanzig Weihnachtsgeschichten aus Deutschland, das heißt, falsch ein Krimi spielt in Treberndorf und wurde von Eva Rossmann geschrieben. Ansonsten gehts von der Nordsee bis ins Allgäu hinunter, ein kleiner Trost, weil man ja in Wirklichkeit ohne Quaratäne und Zwangstest nicht ein oder ausreisen darf und am dritten Dezebmer sind wird in Ostermoordorf in Ostfriesland gelandet und da geht es um die Weihnachtsmannkonkurrenz.

4. Dezember – Elke Pistor “lasst uns tot und munter sein”

Jetzt gehts nach Harland, beziehungsweise zu einem Bücherschrankfund, ein Weihnachtskrimi mit Tannenzweige, Lebkuchen und Geschenkpäckchen am Cover. Elke Pistor lese ich bei Wikpedia wurde 1967 geboren und hat schon einige Krimis geschrieben. in diesem lese ich am Buchrücken unter “Mörderische Weihnacht überall!”, geht um den Immobilienmakler Korbinian Löffelholz, schöner sprechender Name, der noch vor Weihnachten eine alte Villa verkaufen muß. Spannend spannend und schön zu lesen, heuer gehts ja wahrscheinlich nicht, aber vielleicht im nächsten Jahr, wenn ich sparsamer beim Büchersammeln bin.

5. Rosamunde Pilcher “Misss Camerons Weihnachtsfest”, wieder ein Geschichtenband einer berühmten Autorin. Von Agatha Christie habe ich ja auch einmal ein Weihnachtsbuch gefunden, das sehr gut aufgerufen wird und von der 2019 verstorbenen schottischen Autorin habe ich einmal einen Film gesehen. Hatte dann ein Buch auf der Leseliste, das ich aber nicht schaffte und nun fünf Weihnachtsgeschichten, die aus anderen Büchern entnommen wurden.

“Lassen Sie sich verzaubern! Kaum jemand vermag die kleinen häuslichen Dramen, die die Welt bewegen, so geschickt zu inszenieren, wie Rosamunde Pilcher”, steht am Rücken des hundertzwanzig Seiten starken “Rororo- Bändchen”, das leider schon ziemlich ramponiert aussieht und ein bißchen naß geworden ist, sich aber trotzdem sicher lesen läßt.

Am 6.Dezember, dem Nikolotag geht es zu “Residenz” beziehungsweise zu Vater und Sohn Grissemann, denn die haben dort einmal ein Weihnachtsbuch herausgegeben.

“Klappe, Santa” heißt es frech und ich habe es einmal oder mehrmals bei der “Buch-Wien” am “Residenz-Stand” bewundert, bevor ich es im “Seedosen-Schrank” gefunden habe.

“weihnachten ernst und christoph” heißt es da poetisch abgewandelt. Ein verrutschtes Christbäumchen ist am Cover neben Vater und Sohn auch zu sehen. Der Vater war ein bekannter Fernsehmoderator und ich habe ihn als ich einmal in Klagenfurt war und er dort moderierte, schimpfen gehört, der Sohn tritt gemeinsam mit Dirk Steermann auf.

“Eine schöne Bescherung: In diesen Geschichten wird anders gefeiert! Nämlich so, wie es sich gehört.”, verspricht der Buchrückentext.

“Christoph und Ernst Grissemann haben für dieses Buch Weihnachtsgeschichten gesammelt, die Sie bestimmt in Stimmung bringen. Schräg und besinnlich, lustig oder tiefsinnig. Mit Texten von Bertold Brecht, Robert Gernhardt, Erich Kästner, Joachim Ringelnatz u.v.a. Das Christkind hätte seine Freude”, heißt es da.

Also lesen, lesen, eintauchen in die Weihnachtsliteratur und solche Bücher habe ich auch schon gelesen

7. Dezember – Manfred Baumann “Glühwein, Mord und Gloria”

Wieder ein Weihnachtskrimi oder kriminelle Weihnachen, wie am Cover steht. Advent und Krimis passen offenbar gut zusammen, leicht und schnell zu lesen, spannend und zeigt vielleicht auch den Widerspruch zwischen Glanz und Freude und den geheimen Mordgelüsten, wenn man Weihnachten vielleicht doch nicht mit der Familie und Tante Emma feiern will. Manfred Baumann wurde 1956 in Hallein geboren, hat schon eine Reihe Krimis geschrieben und in “OTannenbaum O Mörderbaum”, wie am Buchrücken steht, geht es um einen Kommisasar Merau, der sich fast am Glühwein verschluckt, als ihm die Nachricht erielt, daß ein Johnny Lametta, Hauptdarsteller der Weihnachtskrimi – Komödie “Lebkuchen, Leichen und Lametta”, verschwunden ist. Klingt spannend und sollte man lesen, vielleicht geht es sich im nächsten Adventkalender aus.

Am achten Dezember kann ich ein besonderes Schmankerl auf meinen Adventbücherchristbaum legen, nämlich “Deutsche Weihnachten” aus dem Jahr 1922, aus dem “Österreichischen Schulbuchverlag”, wem das Büchlein mit dem schlichten grünenCover wohl gehört haben mag. Ich habs ziemlich am Anfang im Bücherschrank gefunden. Ludwig Richter, der berühmte Illustrator hat die Bilder dazu beigesteuert. Ein Karl Lustig hat die “Deutsche Hausbücherei” eine “Auslese von Gedichten, Erzählungen und Spielen” herausgegeben und wir können, wenn wir die Schrift noch lesen können, eintauchen in die Weihnachtswelt unserer Groß- und Urgroßeltern.

Am neunten Dezember lege ich ein Buch auf meinen Wiener Bücherchristbaumstapel, das ich vorher von meiner Leseliste genommen und auf die des nächsten Jahrs gesetzt habe. Denn Angesichts meiner überlangen Leseliste schaffe ich es nicht Isabel Boltons “Der Weihnachtsbaum” zu lesen. Das Buch habe ich, glaube ich, im “Wortschatz” gefunden und von der 1975 in New York verstorbenen schon etwas gelesen. So bin und bleibe ich neugierig, endlich einmal einen literarischen Roman mit dem Weihnachtsthema zu lesen und freue mich auf das nächste Jahr, wo ich mir meine Bücher halt besser einteilen muß, um Platz dafür zu schaffen.

Am zehnten gehts zu dem Adventkalender, den ich einmal von meiner Leseliste entfernt habe. Jetzt tue ich ihn fü r2021 wieder hinauf. Habe ich jetzt doch begriffen, daß man die Geschichten ja täglich lesen kann und der Adventkalender ist bei dem “Kleinen Aeventsbegleiter – 24 Geschichten zur Weihnachtszeit” aus dem “Piper-Verlag” gleich am Cover zu finden. Da hat der Vorbesitzer, das Buch stammt aus dem Schrank, die Türchen schon aufgemacht und an dem, wo einmal ein Zehner stand ist ein Schlittschuh zu sehen. Im Inhaltsverzeichnis ist der nicht mehr zu finden. So habe ich nachgezählt. Karl Valentins “Winterstreichee” ist die zehnte Geschichte. Schaut man die nach ist der Schlittschuh zu finden. Also kann man sich in dem Buch in dem es Geschichten von Selma Lagerlöf, James Krüss, Joachim Ringelnatz, Italo Calvino, etcetera gibt, von Tag zu Tag durchblättern und ich verweise aufs nächste Jahr, um mehr von diesem Buch zu erfahren und bin schon gespannt.

Am elften Dezember geht es zu Andrea Schacht und zum “Fliegenden Weihnachtskater”, im “Aufbau-Taschenbuchverlag” ist das Buch erschienen, Ich habs, glaube ich, im vorigen Jänner im “Wortschatz” gefunden und in meine Weihnachtsbuchergalerie eingereiht. Es geht, wie schon der Titel verspricht, um eine in einen Teppich eingewickelte Katze und um eine Pilotin namens Anita geht es auch, also seien wir gespannt!

Am zwölften Dezember wird es, kann man sagen kitschig, geht es da ja zu “Weihnachten 2004” aus der “Julia- Cora-Reihe”, zurück. Drei Liebesromane zur Weihnachtszeit immer in einem Bändchen gesammelt und ich habe im “Wortschatz” schon vier solche Bücher gefunden. Im Jahr 2004 ist es um die “Wunder der Weihnachtszeit”, “Bleib bei mir für immer” und “Im hellen Schein derKerzen gegangen”. Das Cover ist schön weihnachtlicht und wenn ich im nächsten Jahr jeweils an zwei Tagen so eine Geschichte lese, hätte ich einen etwas anderen Adventkalender, werde meine Leser vielleicht noch ein bißchen mehr von mir enttäuschen, die mir ohnehin schon einen kitschigen Lesegeschmackt zuorden. So ist es, in meiner Jugendtagen habe ich Hedwig Courths-Mahler begeistert gelesen und vorher auch sehr viele “Siliva-Romane” gesammelt und in den letzten Jahren mir auch öfter diverse Weihnachtsfilme angesehen.

Am dreizehnten Dezember wird es etwas mythisch. Führt uns doch der bekannte Benediktiner und Bestsellerautor Anselm Grün ind das “Weihnachtliche Leben” ein und ich habe das kleine in blau gehaltene “Herder-Büchlein”, glaube ich, in dem Schrank, der sich gegenüber der “Kuppitsch-Buchhandlung” gefunden. Ein paar schöne Illustrationen gibt es auch. Das Buch hat nur dreißig Seiten, dafür aber dreizehn, wie passend, kurze Kapitel, die sich mit der “Herbergssuche, dem “Glanz des Engels”, der “Flucht nach Ägypten” etcetera, beschäftigen.

Die berühmte “Weihnachtsgeschichte” von Charles Dickens lege ich am vierzehnten Dezember auf den Adventkalenderstapel, dabei hätte ich das Büchlein, das ich einmal gefunden haben muß, beinahe übersehen. Wahrscheinlich wars ein Weihnachtsgeschenk vom letzten Jahr, das im Vorjahr in den Schrank gelegt wurde. Übersetzt wurde das kleine Büchlein, das am Cover einen rennenden Mann mit Zylinder zeigt, von der Gräftin Sybil von Schönfeldt und ich habe von dem Büchlein schon vor langer Zeit erfahren, als ich mir den Schreibratgeber “Wie man einen verdammt guten Roman schreibte” kaufte. Da wurde es als Beispiel für die Spannung avisiert. Dann habe ich vom Alfred einmal einen E-Book Reader geschenkt bekommen. Den benütze ich zwar nicht sehr. Es gab aber ein paar freigegebenen Bücher drin. Eines war das Weihnachtsmärchen von dem geizigen Scrooge, das ich auf meiner Leseliste hatte, aber leider, leider nicht dazu gekommen bin.

Am fünfzehnten Dezember gibts, hurra, hurra, den “Fröhlichen Advent”, weitere vierundzwanzig Weihnachtsgeschichten, die sich ja herrlich einzeln lesen lassen. So wirds also auch in den nächsten Jahren die tägliche Weihnachtsgeschichte geben und dieser ist, wie am Cover steht “Ein Hausbuch für die schönste Zeit des Jahres” – “Fröhlicher Advent – ein Buch, das zum Geschichtenerzählen verführt, zum Vorlesen, zum Einstimmen in eine frohe Weihnachtszeit” ist am Rücken, des “Insel-Taschenbuchs” zu lesen. Schauen wir also in den fünfzehnten Dezember, da gibts zuerst ein Gedicht von Heinrich Hoffmannvon Fallersleben. “Der Traum. Ich lag und schlief, da träumte mir ein wunderschöner Traum. Er stand auf unserm Tisch vor mir ein hoher Weihnachgtsbaum.” Und dann noch ein Kochrezept von Elisabeth Borchert “Pomeranzenbrötle und Weihnachtsschiffchen”. Schön illustriert ist das Ganze auch.

Am sechzehnten Dezember wird es etwas esotherisch, denn es geht zu “Stella” oder zu dem peruanischen Bestsellerautor Sergio Bamaren. Ein kleines blaues “Piper-Büchlein”. Ein Christbaum, ein Engel und ein Stern am Cover des Weihnachtsmärchen. “Die Nacht , in der die Liebe auf die Welt kam” steht am Buchrücken, der uns verrät, daß es darum um die kleine Taube Stella geht, die darunter leidet, anders als die anderen zu sein.

Das “Christkindl auf Ottakringisch”, hatten wir schon. Am siebzehnten Dezember kommt dann das “Weihnachtsberevier” von Franz Lahner, dem “beliebten WienerMundartdichter”, wie am Buchrücken steht “S Christkindl redt wienerisch”. Da sieht man am Cover das Weihnachtsenterl vor dem “Wiener Sprachkurs” stehen und den Stephansturm als Hintergrundimpession gibt es auch.

Am achtzehnten Dezember lege ich das “Große Brigitte Weihnachtsbuch” aus dem Jahr 1996 auf den Harlander Bücherchristbaumstapel,das ich einmal bei der “Seedose” gefunden habe. In meiner Studentinnenzeit habe ich regelmäßig, die “Brigitte” gelesen und war da immer hingerissen von den Weihnachtsdekorationen und Tips,die dann aber schwer zu verwirklichen waren, aber einmal habe ich das Weihnachtsmenü mit Lachsforelle gekocht. Die “Brigitte-Weihnachtsbücher”, die Sondereditonen sind auch nicht zu mir gekommen oder erst später durch den Schrank. Ich hab das Buch einmal auf die Leseliste gesetzt, dann wieder hinuntergenommen, aber öfter durchgeblättert. Als Schreibunterlage habe ich es auch einmal benützt und interessant natürlich nachzuschauen, was da vor dreißig Jahre Weihnachtsmode war. Es gibt Basteltips, Keksrezepte und viele Bilder von Weihnachtsmännern und Nikoläusen. Vierundzwanzig Weihnachtsmänner mit und ohne Schlitten, tanzend, laufend und sogar Kopf stehend sind auch zu sehen, denn das Buch beinhaltet ja, wie am Cover steht “Viele originelle Ideen für die festlichste Zeit des Jahres – mit Bastelbogen für die ganze Familie.”

Am neunzehnten Dezember geht es um den “Weihnachtszwilling”. Chris Heimerdinger hat die Geschichte geschrieben, wo es um einen Buben geht, für den Weihnachten immer sehr traurig ist, weil sein Bruder ist an diesem Tag gestorben und da das sein Zwilling ist, fällt auch das Geburtstagsfest aus.

jetzt kommt die “Schöne Geschichte!” oder das “Amadeus-Weihnachtsbuch” und die Geschichte dazu. Denn da gab es ja einmal, lang lang ist es her, wahrscheinlich in den Neunzigerjahren, ein Inserat in der Zeitung, die ersten fünfzig Personen, die an einem der Einkaufssamstage zu “Thalia” kommen, bekommen es. Ich bin hingeradelt, habe lange herumgeredet, dann haben sie mir das Büchlein offenbar aus dem Lager geholt, in dem es Geschichten von Christine Nöstlinger, Hans Christian Andersen, Mira Lobe, etcetera, gibt, also eigentlich nicht so besonderes. Aber ein schönes Weihnachtsgeschenk und gestern am vierten Adventsamstag vor dem dritten Lockdown war ich auch beim “Thalia”, mit dem Alfred und der Doris Kloimstein und habe einen Gutschein eingelöst, den die Oma einmal zum Geburtstag bekommen hat.

Am einundzwanzigsten Dezember geht es zu “Weihnachten in die wundervollen Buchhandlung”, ja jetzt kann man noch schnell hingehen und seine Weihnachtsbuchgeschenke kaufen und ein Buch das ich schon gelesen habe, hate ich es mir ja einmal auf der “Buch-Wein” von dem Geburtstagsgutschein der Margit Heumann eingeöst. Dabei mag ich das Vorkämpfen der Petra Hartlieb, die Krimis und andere Bücher geschreiben hat für den stationären Buchhandeln und gegen das böse “Amazon-Einkaufen” nicht so besonders und die “Wundervolle Buchhandlung”, fand ich eigentlich, ganz ehrlich, auch ein wenig banal. Aber zu Weihnachten in eine Buchhandlung zu gehen, ist schön, ohne Maske nicht möglich, habe ich vor ein paar Tagen bis zum Portal auch schon getan und mein Weihnachtsbücherstapel ist, wie man hier sehen und lesen kann, ohnehin schon sehr schön.

“Still erleuchtet jedes Haus – ein Weihnachtsbuch aus dem alten “Residenz-Verlag”, herausgegeben von Adolf Haslinger, lege ich am zweiundzwanzigsten Dezember auf meinen Advent-Bücher-Christbaum. Wenn ich mich nicht irre, habe ich es von den Bücherregalen des “Read!!ingrooms”, denn da habeich ja einmal meine Weihnachtsgeschichte gelesen, es ist bunt bespickt mit allerlei Werbesprüchen und das Cover ist durch ein Pickerl, verunstaltet Ein Christbaum ist auf dem an sich schönen Cover auch zu sehen, die ja die alten “Residenzbücher” hatten und Texte gibt es viele darinnen. Rainer Maria Rilke, Peter Rosei, Gottfried Benn, Theodor Kramer, Alfred Kolleritsch, Peter Handke, ich kann gar nicht alle aufzählen, und einen “Kostnix Stempel von 2014” gibt es auch zu sehen. Dafür ist die Seite wo ich sehen könnte, wann das Buch herausgegeben wurde, herausgerissen, es wird aber noch länger her sein, gibt es den alten “Residenz-Verlag” von “Jung und Jung” ja schon längst nicht mehr. Nur das Buch als Erinnerung oder viele andere schöne Bücher, denn damals habe ich mir ja viele gekauft.

Am dreiundzwanzigsten Dezember lege ich in Wien eine Leseprobe auf den Bücherchristbaumstapel, die ich wahrscheinlich auf der Bühn-Wien oder bei der Buchmesse im MQ gefunden habe. “Weihnachten in der kleinen Sommerküche am Meer”, das ist eine Serie der in Edinburgh geobrenen und in Frankreich lebenden Jenny Colgan und solche Bücher würde ich ja gerne lesen, wenn ich mehr Zeit hätte, aber vielleicht geht sich die Leseprobe aus.

Obwohl ich noch ein paar ungelesene Weihnachtsbüchlein in Harland liegen habe, habe ich mich entschieden Uli Lucas “Weihnachten im Weltall” auf den Bücherchristbuch zu legen, das ich schon gelesen habe und den Uli habe ich, 2016, glaube ich, kennengelernt, da hat er sich über einen meiner Kommentare auf dem Literaturcafe kommetiert, dann hat er mir ein Mail geschrieben und meine Fehler korrigert, dann haben wir uns über seine politischen Ansichten gestritten und jetzt sind wir in Sachen Corona seltsamerweise einer Meinung.

So Weihnachten ist da und ich lege noch schnell am fünfundzwangsten ein Büchlein, das ich von meiner Mutter erbte oder aus dem Bücherschrank aus der Wattgasse stammt “Als Weihnachten noch Weihnachten war” mit schönen Illustrationen und Weihnachtsgeschichten von Adalbert Stifter, Peter Rosegger und auch einigen anonymen Texten. Die beiden Weihnachtsstapel in der Krongasse und in Harland sind groß und schön geworden und eigentlich ist es eine ganz beachtliche Sammlung an Weihnachtsbücher, Krimis, Romane und besinnlichen Texte, die sich da angesammelt haben. Gelesene und noch ungelesene und im nächsten Jahr habe ich wahrscheinlich auch noch genug für einen neuen Bücherturm und ich kann auch noch einiges finden. Seien wir gespannt und ein Weihnachtsgedicht und die Weihnachtskekse, die früher der Schwiegervater backte, kann ich auch noch präsentieren und natürlich auch den “Nika, Adventkalender”, wer da noch nicht hat, kann sich da weiterlesen. Ungefähr die Hälfte der Adventkalenderfester gibt es da jetzt schon. Zwei sind heuer noch dazugekommen. Das Probekapitel ist schon oben verlinkt, dann kommen 2 5 7 8 9 10 14 19 20 23 24 25 29 30 und wer wissen will, was ich zu Weihnachten bekommen habe?

Von der Anna wieder Badeschaum und belgische Pralinen, vom Alfred die zwei literarischen Kalender, die ich schon seit Jahren bekomme, ein Häferl von der Heimhelferin Martina, von meinen Klienten Schokolade und ein selbstgebasteltes Herz und aus dem Bücherschrank in Altmannsdorf habe ich mir gestern Hans Falladas “Junger Herr ganz gross”, eine Donaulandausgabe aus den Füfzigerjahren. Wer ist da wohl mit oder ohne Corona gestorben und ich habe die “Sommerereignisse” und die “Hierarchien” hineingelegt.

Wer Interesse daran hat, schnell hinschauen, vielleicht sind sie noch da. Die “Hierarchien” werde ich aber, weil davon ja noch einige Schachteln in Harland stehen, noch öfter in die beiden St. Pöltner Schränke, also auch in den bei der Seedose hineinlegen und hoffe, daß ich die St. Pöltner damit nicht überfordere. Also frohes Fest und laßt es auch durch Corona nicht allzusehr vermiesen, die dazu passende Weihnachtsgosse kommt dann morgen!

Kerzen, Killer, Krippenspiel

Auf die Idee im Advent Weihnachtsbücher zu lesen hat mich, glaube ich “Leselustfrust” gebracht, die hat 2010 glaube ich ein Adventspecial ausgerufen und dann allmählich mit dem Nloggen aufgehört, ich habe mit dem Weihnachtsbuch lesen angefangen, was damals noch leicht möglich war, die im Laufe des Jahres gefundenen Schätze aus den Bücherschränken aufzulesen, dann wurde die Leseliste aber länger und spätestens seit dem Buchpreisbloggen habe ich die aufgeschriebenen Weihnachtsbücher ungelesen wieder ausgetragen.

Vielleicht vorgenommen, aber das nächste Jahr und weiter gesammelt und einmal war auch ein Adventkalender dabei, vierundzwanzig Türchen. Eins für jeden Tag, der kugelt auch irgendwo ungelesen herum. Dafür gibts aber den eigenen Adventkalender, den ich ja auch irgendwann zu planen und 2015 zu schreiben angefangen habe und im Vorjahr gab es dann ein tägliches Adventkalenderfensterlesen.

Richtig der “Holmes-Adventkalender” war auch einmal dabei, den gibts in Fortsetzungen, aber einmal habe ich ihn nicht bestellt, das nächste Mal dann nicht bekommen.

Aber Weihnachtsbücher und Buchadventkalender gibts zum Glück zu Hauf, ist Weihnachten ja ein wichtiges Fest, was heuer Corona bedingt ohnehin ein wenig flachzufallen scheint und das Punschtrinken mehr oder weniger illegal und kommt die Polizei, mit dem Becher schwupps um die Ecke, was zwar für nicht Corona-Erleber ein wenig makaber klingen mag, aber zu den Weihnachtskrimis führt und da habe ich einmal einen gelesen und Krimiadventkalender scheint es auch in Serie zu geben.

Einen habe ich dieses Jahr gefunden auf meine Liste geschrieben und pünktlich am ersten Dezember mit dem Lesen der ersten Geschichte begonnen. Ein Deutschlandkrimiadventkalender, den es auch in Serien zu geben scheint und jeden Tag ist ein anderer Ort dran, was inZeiten der Reisebeschränkungen, wo man seinen Advent ja höchstens Indoor feiern kann, vielleicht auch ganz passend ist.

“24 Weihnachtskrimis vom Nordseestrand zum Alpenrand”, steht am Cover, unsere Eva Rossmann kann ich gleich spoilern und damit die deutsche Grenze sprengen ist auch dabei und beginnen tuts pünktlich am Ersten in Sylt. Die lehrerin Gisa Pauly hat “Familiengrufti” geschrieben und da geht es hübsch makaber zu. Nämlich um ein Familiengrab in dem nur mehr ein Platz frei ist und in das nun alle hineinwollen. Die alte Dora, die von ihrer Schwester gepflegt wird, denn die will auch hinein, tut das und wünscht sich nur noch einmal Sylt im Schnee zu sehen und dann abzukratzen. Ein Wunsch, der von Neffe und Nichte, die die zweihunderttausend im Testament vorgesehen Euro erben wollen, zu erfüllen versucht wird. Mit Kunstschnee rasen sie heran und zaubern vor Doras Fenster ein Schneeparadies, die will aber ins Wohnzimmer hinunter, um auch den Garten zu sehen. Gerda versucht es zu verhindern. Die Nichte rollt den Kunstschnee aus und der Neffe, der vom Apotheker schon das Gift besorgen wollte, rutscht auf seinem Motorrad dann auf diesen aus.

Am zweiten Dezember gehts wieder auf eine Nordseeinsel, nämlich langeoog. Nie gehört, denn dahin hat sich eine Oma nach dem Tod des Opas zurückgezogen und sich seltsam verändert. Die Enkeltochter wird zu Weihnachten hingeschickt und erlebt ein total geschmücktes Haus. Im Wohnzimmer sitzt eine Hippiefrau. In der Küche steht die Oma und bäckt Plätzchen und bis zum Weihnachtstag kommen alle Weihnachtsmänner auf der Insel um. Sie rutschen im Schnee aus, so daß am nächsten Tag drei Weihnachtsfrauen durch den Ort huschen und die Plätzchen an die Kinder verteilen. Apropos Weihnachtsfrau, die gibts natürlich auch bei mir und das zweite Türchen ist auch schon geöffnet.

Am dritten Dezember bleibts noch in Ostfriesland, denn dort, in Ostermoordorf wird ein Weihnachtsmann gesucht. Christiane Franke hat die Geschichte von dem Herbert, der sich um Weihnachtsmann zu werden einen Bauch angefressen hat und auch alles tut, um den sich ebenfalls bewerbenden Nachbarn auszuschalten, geschrieben. Nur leider bekommt er zu dem Zeitpunkt, als die Polizei erscheint, einen Herzinfarkt, denn der Nachbar ist schlauer gewesen.

Am vierten Dezember gehts nach Hamburg in die Elbphiloharmie. Da soll sich ein Sologeiger bei einem Konzert beweisen, hat aber einen Zwillingsbruder, der ihn erpreßt. Der liegt jetzt als Engel vor ihm, scheint vom Himmel gefallen, hat aber vorher LSD ins Glas gemischt bekommen. Also muß man seine Leiche beseitigen, die “Orchestervioline namens Swantje, die auch gern Solo spielen will, hilft ihm dabei, nur leider ragen die Flügel aus dem Wasser, also springt der Violinist hinein und Swantje kann für ihn spielen. Mit LSD sieht man aber alles anders und spielt wahrscheinlich auch falsch.

Am fünften Dezember geht es nach Berlin in das noble Viertel Grunewald. Da steht Alice mit einer Weihnachtsmütze in ihrer feudalen Villa und setzt sie einer Marmorstatue auf. Die ist, erfahren wir bald, ihr Ehemann, denn der hat im letzte Jahr das gewünschte Collier seiner Sekretärin statt ihr geschenkt. Jetzt ist er eben verschollen. Alice muß auf seinen Totenschein warten. Da ruft die beste Freundin an und schluchzt ins Telefon, denn ihr Mann, der Kompagnon von Alice Albert hat dessen Sekretärin übernommen und will ihr nun ein Schmuckstück schiken. Das geht doch nicht und so beginnt Aice zu routieren und nach Kapstadt fliegen. Ein paar Briefe werden noch aufgegeben und am Ende hat sie dann einen Diamanten, der einmal die Sekreätrin war, um den Hals. Ein bißchen makaber könnte man meinen. Die Story wurde aber von Profis geschrieben. Nämlich Saskia und Veit Etzold und die ist Fachärztin für Rechtsmedizin, ihr Mann Autor von spekulären Todesfällen.

Am sechsten Dezember bleibt es in Berlin und es geht von Andreas Gößling geschrieben, zu einem Luk oder einem Krippenspiel. Der ist zweiundvierzig und seine Mutter Elsa liegt tot im Bett. Wie sie dort hingekommen ist, weiß man nicht, nur daß sie in einer Schuhschachtel eine Menge Euroscheine hat. Die nimmt das Söhnchen nun und geht dorthin, wo Berlin schon etwas schäbig wird. Da wird ein Krippenspiel aufgeführt. DerJosef gefällt ihm nicht, der möchte er selber sein. So verteilt er die Scheine. Nimmt dann den Engel mit nach Haus und stellt ihm die ganze Schuhschachtel hin, nur leider hat der einen Penis und am Ende fliegt Luk selbst als “Engelchen, flieg!”, aus dem Fenster hinaus und ich bleibe am Nikolaustag etwas verwirrt zurück. Denke, es gibt schon merkwürdige Adventgeschichteoder wenn ich wieder an den Anfang gehe, wo es ja ein abgewandeltes “Von drauß vom Walde komm ich her” gibt das mit “nun wertet das nachfolgend Geschriebene aus eurer Sicht. Sind gute Gschicht, sinds böse Gschicht?”

Am siebenten Dezember geht es nach Bielefeld, obwohl die Geschichte von Mechthild Borrmann “Einmal Ägypten” heißt, denn das ist der Traum eines Ehepaares, einmal dorthin zu reisen. Dafür spart der Mann seit er einen Herzinfarkt erlitt und daher Frührentner ist, aber die Tochter ist geschieden und braucht mal eine Waschmaschine oder Sachen für die Kinder. So ist das Konto bald leer und über die Bank muß er sich auch ärgern. Da muß man alles selber machen und die Angestellten sind unfreundlich. Da spuckt ihm der Automat aber einmal eine Zinsnachzahlungvon fünfunddreißigtausend Euro aus und alles ändert sich.

Am achten Dezember gehts auf einen Weihnachtsmarkt. Eine Kommissarin fährt dort hin, denn dort gibts eine Leiche und Harald Gilbers spart in “Ein Mörder sieht rot-grün” auch nicht an Kunstkritik. Denn da inszeniert ein verhinderter Schauspieler ein Weihnachtsstück und einer. der eigentlich farbenblind ist und als Buchhalter arbeitet, träumt von der Künstlerkarriere, aber leider will keiner seine Figürchen kaufen.

Am neunten Dezember geht es in den Harz und da vorerst in eine Kirche, dort sprechen die Damen den Gemeindemitarbeiter Markus Draugard an und wollen ihn trösten, weil seine Frau ihn verlassen hat. Er will aber nur in den Wald hinaus, um sich an seiner Schwiegermutter zu rächen, was aber nicht so wie geplant gelingt.

In “Bert-Bernd der Engel und ich” zeigt Rudi Jagusch am zehnten Dezember, wie man perfekt die Genres mischen kann. Da geht es zuerst in den Unglückstag eines erfolglosen Detektiven, der statt vom Gerichtsvollzieher den Besuch eines Engels bekommt. Der heißt Angela, ist eine ehemalige Schulkollegin und will, daß er ihr hilft ihren mann zu ermorden. Er macht natürlich für Geld und Sex alles und am Schluß stehen alle am Weihnachtsmarkt und trinken Punsch, was man jetzt wahrscheinlich in Köln, wo die Geschichte spielt, auch nicht darf. Bert-Bernd, der Engel, die Schulklasse und auch noch die Sekretärin und in den Dom geht es Schluß auch.

Am elften Dezember geht es nach Bonn am Rhein, ins Beethoven-Haus und zu einer erfolgreichen Jungunternehmerin über fünfzig, die bäckt die berühmten Elisen-Lebkuchen, denn ihr Herbert hat sie verlassen. Jetzt ist er das Backtriebmittel für ihre Lebkuchen und da sie immer positiv denkt, verschluckt sich auch ihre Rivalin an den lebzelten, beziehungsweise bekommt sie eineAllegie davon.

Am zwöften Dezember geht es in das kleine Dörfchen Vogelsberg und zu einem Weihnachtsmann, der auf seiner Tour alle seine Kumpels, die er verdächtigt mit seiner Frau geschlafen zu haben, umbringen will. Am Ende erwartet ihn die Frau, serviert nach Mandeln schmeckenden Weihnachtsstollen, erklärt, sie hatte nie mit den Kollegen etwas, aber jetzt wird sie ihn verlassen.

Am dreizehnten Dezember führt uns Katja Bohnet nach Gießen und da kommen zwei Polizisten zu einer Leiche die an einem Feuerwehrschlauch aufgehängt ist und deren die Füße fehlen. Einer der Kommissareist ein Turgenjews Spezialist und zitiert mehrmals “Die Väter und Söhne” und der Tote bekommen wir heraus, war ein Autohändler, der seine Schwiegertochter, die die Mörderin war, im Fußballspielen trainierte und das Ganze ist wohl auch, als eine gewisse Ironie auf das Krimigenre zu interpretieren.

In Limburg an der Lahn verpackt Oma Rotraud sorgfältig den Adventkalender mit der Giftpraline, die für den Nachbar bestimmt ist, der sie aus der Wohnung ekeln will. Dann geht sie die Werkzeuge entsorgen und als sie zurückkommt ist der kalender verschwunden. Der Enkel der zur Weihnachtsfeier muß, hat sich ihn ausgeborgt. Sie hetzt zum Schloß um das Stück zu holen. Der Chef erwischt sie, lädt sie ein und verteilt dann auch noch die Pralinen. In letzter Sekunde kann Rottraud sie sich noch schnappen. Nur um vom Enkel am nächsten Tag zu erfahren, daß er die Kalender ausgetauscht hat, weil er schon abgelaufen war.

Wem die bisherigen Adventkrimis, Mann will seine Rivalen ermorden und kommt selbst dabei um, zu banal waren, den kann ich am fünfzehnten Dezember in die Stadtbibliothek von Bayreuth verweisen. Denn da ist schon das zweite Wort Thomas Bernhard, denn Thomas Kastura, der Autor hat Germanistik studiert und so schickt er einen erfolglosen Autor zu einer Adventlesung, wo sein Rivale der sehr bekannter Krimiautor Gratasch auftreten soll. Er hat vorgesorgt und aus dem Darknet einen Auftragsmörder bestellt, der ihm den Kopfschuß geben soll. Eine schöne Gratasch-Verehrerin setzt sich neben ihm und berührt ihn an der Schulter, was bei Thomas Kastura zu köstlichen Bernhard-Passagen bewegt, denn der ist ja ein Autor den man herrlich nachahmen kann. Also gibt es “sentimentalitätsdurstige Beamtenweiber und frühpensionierte Krankenschwestern” etcetera. Und während er in Worten wie “Gratasch-Salat” und “Gratasch-Verhinderer” schwelgt, wird das akademische Viertel überschritten und statt dem berühmten Autor tritt nur eine verlegene Bibliothekarin auf, die von einer Verhinderung des Autors spricht. Aber es gibt ja Ersatz, die schöne Nachbarin hat sie darauf aufmerksam gemacht, daß ja noch ein Autor im Publikum sitzt, den sie bitten, würde, etwas was ich mir ja auch schon gewünscht habe und während ich noch dachte “Uje, jetzt kann er nicht auftreten!”, schwelgt er in seinem Glück, bis er dann den Kopfschuß spürt und ich kann noch verraten, daß ich jetzt endlich verstehe, warum man keine Genre mischen soll, denn ein Thomas Bernhard Verschnitt in Krimimanier klang wenigstens für mich am Schluß unerträglich und die Krimileser werden wohl auch nicht soviel von Thomas Bernhard lesen wollen und dessen Anhängern sind Krimis wahrscheinlich sowieso viel zu banal.

Am sechzehnten Dezember geht es ins Mittelalter. Denn da reitet eine gescheite Frau mit ihren drei Töchtern von Nürnberg in ein Kloster. Aber leider liegt zu viel Schnee, so müßen sie bei einem Ritter übernachten. Der ist ein ungeselliger Kerl, serviert schlechtes Fleisch, seine zwei Neffen und zwei seltsame Nonnen sitzen mit am Tisch und am nächsten Morgen ist er tot und blutige Mistelzweige gibt es als Auflösungshilfe auch.

Am siebzehnten Dezember wird in Karlsruhe eingebrochen und zwar immer in Häusern oder Wohnungen, wo vorher der Nikolaus bei den Kindern war. Ein pensionierter Polizist verdingt sich auch als solcher. Der ist einsam und erzählt seine Erlebnisse in einer Kneipe und ein Freund oder Bekannter, der Besitzerin geht dann einbrechen.

Am achtzehnten Dezember geht es in den schwäbischen Wald und zur “Mühlenweihnachten”, denn da holt ein Müller eine Agnieszka vom Bahnhof ab, die bei ihm einziehen soll. Die scheint offenbar besser Deutsch zu sprechen, als sie vorgibt und dem Sex weicht sie auch aus. Schickt ihn dagegen ins Gasthaus einen trinken während sie sich alles genau anschaut. Die Mühle läßt sie sich auch vorführen, dann schenken sie sich Bücher. Er bekommt den “Max und Moritz” denn für Bildbände über Mühle interessiert er sich, sie “Shades of grey”. Dann versuchen sie das in Echt zu praktizieren. Sie legt sich auch im Slip aufs Bett. Schnallt sich die Handschnellen aber nicht an, sondern haut ihm mit dem Baseballschläger eine übern Kopf bevor sie dann an ihm das praktiziert, was er einmal bei ihrer Schwester tat.

Am neunzehnten Dezember sind wir in Stuttgart auf dem Weihnachtsmarkt. Da soll ein Posaunenchor ein Konzert geben. Aber der dicke Willi mit der Tuba ist nicht da. Der wird dann später tot in der Kirche aufgefunden und eine junge Komissarin klärt das Ganze auf.

Am zwanzigsten Dezember führt und Eva Rossmann dann ins Weinviertel nach Treberndorf, denn da lebt eine syrische Flüchtlingsfrau bei einer Maria, einer Weinbauerin, trägt Dirndl und hilft am Weihnachtsmarkt. Haßpostings gegen den Bürgermeisger und gegen die Windmühlenbefürworter oder ihre Gegner gibt es auch und als Lilia am Ende einen Aufsatz über ihr Weihnachten schreiben soll, gibt ihn ihr die Lehrerin kopfschüttelnd zurück. Zwar keine Fehler und die richtige Grammatik, aber Themenverfehlung, denn so läuft das deutsche oder österreichische Weihnachten ja nicht ab.

Am einundzwanzigsten Dezember sind wir in München, beziehungsweise in einem Gefängnis, wo ein Schriftsteller namens Bronsky, so steht auch über der “Mangoldtragödie”, auf Seite dreihundertneunundachtzig und bei den Lebensläuften, daß Max Brosky ein Pseudonym für Franz-Maria Sonner, von dem ich, wenn ich mich nichts irre, schon was gelesen habe, den Weihnachtsglocken lauscht und erzählt, wie es ist in einer Kleinstadt zu leben, wo man vom Feinkosthandel total überwacht wird, so daß es schließlich zum Blasphemievorwurf kommt.

Am zweiundzwanzigsten Dezember führt uns Su Turhan in den “Dönersquare”, das ist eineKebab-Bude in München und wünscht uns “Mutlu Noeller!”, also “Frohe Weihnachten!” auf türkisch. Denn da hilft Yusuf, was ja Josef heißt, dreimal in der Woche aus. Der war mal im Gefängnis, holt also gleich das Messer, als Meryem, also Maria mit dem schwangeren Bauch, die aus Sofia eingeflogen kam, nicht zahlen will. ein Drogenfahnder sucht auch nach ihr, der wird aber von Albert, der in Afghanistan seinen Arm verloren hat, ruhig beziehungsweise auf Schnaps gestellt. Ein türkisches Pärchen zahlt die zeche und das Christkindlein wird dann am Klo geboren. Herbergssuche im Multikultiland.

Am dreiundzweanzigsten Dezember gehts in den Allgäu aber eigentlich zurück zum Nikolaustag, vielleicht hätte man die Geschichten besser ordnen sollen, denn ich habe ja schon welche, die am Weihnachtstag spielen, gelesen. Egal, denn der berühmte Kommissar Kluftinger der Autorengruppe Klüpfel und Kobr von der ich schon viel gehört, aber, glaube ich, noch nichts gelesen habe, muß einen Fall aufklären, wo Diebsgut vielleicht in einem Knderheim versteckt ist. Wie bekommt man das heraus? In dem man sich als Nikolo und Krampus verkleidet, bei den gelangweilten Kindern und Jugendlichen eine Show abzieht und sie ein bißchen traumatisiert und dann auch noch den Rivalen verprügeln läßt.

Am vierundzwanzigsten Dezember geht es in die Schweiz, zu Tom Zai, den Wölfen und zu einem Wildhüter, der Drohbriefe bekommt, weil er Wölfe in sein Revier angesiedelt hat, deshalb hat er seine Frau vernachläßig und will zur Versöhnung in der Weihnachtsgeschichte, die auch zu Nikolo spielt mit ihr in ein Superrestaurant gehen. Dann kommt die Nachricht, die Wölfe sind ausgebrochen, beziehungweise wurde sie von den Gegnern in eine Falle gelockt und seine frusterierte Frau droht zu allem Überfluß sich von den Maffia-Russen in ihr Hotelzimmer entführen zu lassen.

So das wars mit den vierundzwanzig Weihnachtskrimis und für die, die es weniger kriminell haben wollen, verlinke ich noch einmal zur “Nika, Weihnachtsfrau”, die habe ich heuer trotz meines Versprechens nicht in die Bücherschränke gelegt, war auch nur einmal im “Wortschatz” und habe das “Frühlingserwachen” hineingelegt. Jetzt radle ich noch einmal nach Altmannsdorf und da habe ich ja die “Hierarchien” zur Auswahl, die “Sommerelebnisse”, die zwar nicht zur Jahreszeit passen, gibt es auch zur Auswahl und jetzt wünsche ich ein frohes Fest und hoffe ihr habt euch alle brav durchgetestet, das Corona-Weihnachtsmärchen gibts dann übermorgen!

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Hawaii

Jetzt komme ich zu der Bloggerdebutshortlist, von der ich schon zwei Bücher gelesen habe. Lucia Leidenfrosts “Verlassene Kinder” und Deniz Ohde “Streulicht”, das dritte Buch ist das Debut des 1986 geborenen Cihan Acar, der in Heidelberg Rechtswissenschaften studierte und in Heilbronn lebt und Hawai ist, da darf man sich nicht täuschen lassen, auch von dem farbenprächtigen Umschlag des bei”Hanser”erschienenen Buches nicht, ein heruntergekommenen Viertel in Heilbronn in dem zumeist Türken leben. Chian Acar ist auch türkischer Herkunft, das zweite Debut also, das von der zweiten oder dritten Migratengeneration geschrieben wurde oder handelt und es gefällt mir, glaube ich, besser als “Streulicht”, mit dem ich, vielleicht auch, weil es soviel gelobt wurde, nicht so viel anfangen konnte.

Von “Hawaii” habe ich eigentlich nur von diesen “Papierstau-Podcast” erfahren, der alle dBp-Bücher besprochen hat und glaube ich, auch bedauerte, daß es nicht darauf stand. Dann hat mich das Cover auf der Bloggerdebutliste beeindruckt. Dann wars auf der Shortlist und ich hatte keine Ahnung wovon es handelt.

Es handelt von Kemal Arslan das ist ein zwanzigjähriger junger Mann. Sohn türkischer Eltern, die in Hawai leben oder lebten. In dem Buch fahren sie gleich einmal in die Türkei zurück und Kemal kommt von dort. Denn er er war Profifußballer, so erfolgreich, daß ihn die Kinder in dem Bau seiner Eltern sofort erkennen und ansprechen. Aber seine Karriere ist vorbei. Er hatte einen Unfall, sein Fuß ist kaputt. Er kann nicht mehr spielen. Jetzt ist er arbeitslos und er muß neu anfangen und sich neuorientieren und so irrt er im Sommer, in den sogenannten Hundstagen durch Heilbronn herum und macht zum Teil surreale Erfahrungen. Das Buch spielt von Donnerstag bis Sonntag, also in drei Tagen und zwei Nächten, beginnt bei einer türkischen Hochzeit, spielt dann in einigen Clubs, zwei Freunde Emre und Hakan gibt es auch und eine Exfreundin namens Sina, die stammt aus einem guten Haus, ist ziemlich wohlhabend oder ihre Eltern sind es und Kemal hat sie mitten in seiner Karriere verlassen. Jetzt will er reumütig zu ihr zurück, sie hat aber schon einen Freund.

Der Vater sorgt sich um die Zukunft seines Sohnes. So vermittelt er ihm eine Stelle, bei Tayfun, der hat ein großes Unternehmen aufgebaut und will Kemal auch anstellen. Durch seie Freunde erfährt er, der Vater oder besser Onkel hat viel Geld für die Vermittlung zahlen müßen, das ist so üblich und Tayfun schenkt ihm eine Rolex, die sich aber als Fälschung erweist.

Kemal irrt durch die Stadt in der nicht oder nicht mehr verwurzelt ist, aber sowohl deutsche, als auch türkische Identitäten hat und macht zum Teil recht surreale, skurille Erfahrungen dabei. So gibt einen alten Mann, der sich auch Kemal nennt, der ihn verfolgt und in eine Straßenschlacht, die die ganze Stadt zerstört, wo die Türken gegen die Nazis geraten und auch Tayfun verwickelt ist, gerät er auch. Das Wasser ist auch verdorben, also ein bißchen dystopisch und das kaputte Auto mit dem er Selbstgespräche führt und das alle haben wollen und, das er schließlich Paul, das ist Sinas Bruder, schenkt, gibt es auch.

Am Schluß, also nach den Kämpfen, wo die Stadt zumindestens teilweise in Schutt und Asche liegt, packt Kemal seine Reisetasche,, um wie die letzen Säthze lauten:

“Das mit der Reise ohne Ziel stimmt gar nicht. Ich wußte genau, wo ich hinwollte. An einem Ort an dem ich der sein kann der ich bin. Nicht Kemal, der Fußballer, nicht Kemal, der Arbeitslose, der Herumtreiber, der Versager, der Verrtäter, der Verkäufer, der Typ zwischendrin. Sondern einfach nur ich. So einen Ort muß ich finden. Und wenn es ihn nicht gibt, dann muß ich ihn halt für immer suchen.”

“Hawai ist ein rauschhafter Trip durch Heilbronn, der den Leser sofort in seinen Bann zieht”, hat Benedikt Wells am Buchrücken geschrieben und Abbas Khider läßt wissen “Ein toller Roman! Unterhaltsam, oft schräg, voller ungewöhnlicher Bilder und kluger Geschichten.”

Das Letztere stimmt, glaube ich und das ist wahrscheinlich auch der Vorzug des Buches, der ungewöhnliche Ton, in dem einige Genres durcheinander gemischt sind, Cihan Acar ist auch Hip-Hoper und da habe ich ja vor kurzem ein paar Lektionen bezüglich dieser Jugendkultur benommen und es gibt im Netz auch ein paar Videos wo Cihan Alcar durch Hawai zieht und die Orte, zum Beispiel das Wollhaus, die Alle, ein bestimmter Club, die in dem Buch vorkommen, zeigt.

Sofort bin ich nicht in das Buch hineingekommen und so leicht zu lesen, wie einer bei “Amazon” geschrieben hat, ist es und bin ich nicht. Es war aber ein Gewinn und so kann ich den Debutfrauen nur danken, daß sie es auf die Shortlist setzen, denn sonst wäre es wahrscheinlich an mir vorbei gegangen.

Veza Canetti-Preisverleihung in W24

Den “Veza Canetti -Preis” gibt es seit 2014. Als Julia Danielcyck Literaturbeauftragte der Stadt Wien geworden ist, hat sie ihn eingeführt und von 2014 bis 2018 fand die Preisverleihung immer im Oktober, glaube ich, im Musa statt, 2014 an Olga Flor, 2015 an Sabine Gruber, 2016 an Ilse Kilic, 2017 an Lydia Mischkulnig, 2018 an Petra Ganglbauer. Man sieht die GAV-Frauen hatten hier Einfluß und 2019 an Rosa Pock der Witwe von H. C. Artmann. Da fand die Preisverleihung, glaube ich, schon im Rathaus statt, denn das Musa wurde ja umstrukturiert und ein Teil des Wien-Museums, so daß die Stadt Wien-Veranstaltungen jetzt ja in der “Alten Schmiede” stattfinden.

Da war ich dann schon nicht mehr dabei, weil die Verleihung, glaube ich, zeitgleich mit dem “Ohrenschmaus” stattfand und da habe ich ja eine Laudatio gehalten. Julia Danielcyck hat mich, glaube ich, als ich im letzten Jahr zur Eröffnung der “Buch-Wien” marschierte, darauf aufmerksam gemacht. Aber leider, leider und heuer ist ohnehin alles anders, Corona hat uns in den Händen und sperrt uns ein oder aus. Also nur mehr Livestreamveranstaltungen, bis wir dann vielleicht wieder einmal nach Absolvierung eines Schnelltests in die “Alte Schmiede” dürfen und noch vielleichter einmal die Masken fallen lassen können.

Noch ist es nicht so weit. So ist die Einladung der Stadt Wien doch an der Preisverleihung, denn heuer hat ihn die 1953 geborene Elisabeth Reichart bekommen, nur über das “W- 24-Portal” erfolgt. Da wurde die Preisverleihung, die, glaube ich, am dritte Dezember in Beisein der vier Frauen, der Stadträtin für Kultur Veronica Kaup-Hasler, die, die Veranstaltung eröffnete, Julia Danilcyck, die Elisabeth Reichart interviewte, derselben und der Laudatorin Christina Kaindl-Hönig erfolgt und ich, ich schreibe es wieder, die diesen Preis ja auch gerne haben würde, also meinen Anspruch darauf erhebe, wie es Mieze Medusa über Yasmin Hafedh bezüglich des Nobelpreis sagte, kenne Elisabeth Reichart schon sehr lange, obwohl ich ihr berühmtes Buch mit dem sie 1984 den Durchbruch schaffte “Februarschatten” nie gelesen habe. Ich habe aber einmal mit ihr gelesen, beziehungsweise an dem von Christine Haidegger im Liiteraturhaus Salzburg organisierten Symposium “Sichten und Vernichten”.

Ein paar ihrer Bücher habe ich gefunden oder billig gekauft zum Beispiel “Die unsichtbare Fotografin” aus der habe ich die Autorin, die gerade zehn Tage jünger ist, als ich, einmal bei “Rund um die Burg” lesen gehört.

“Das vergessene Lächeln der Amaterasu” habe ich, glaube ich, im Schrank gefunden und noch nicht gelesen und 2016 war ich bei Präsentation ihres Romanes “Frühstück bei Fortuna” in der “Alten Schmiede”. Ich habe das Buch angefragt, aber nicht bekommen. “Komm über den See” habe ich auch noch nicht gelesen, aber wahrscheinlich in meinen Regalen.

Heute also die “Veza Canetti-Preisverleihung”, an die studierte Historikerin und ein bißchen seltsam, das über eine Aufzeichnung zu sehen, wo alles ein bißchen abgehackt erfolgte. Zuerst eröffnete die Stadträtin, dann interviewte Julia Danielcyck, die Autorin und fragte sie zu ihren Bezug zu Veza Canetti. Den habe ich auch. Habe ich mir ja den “Oger” gekauft. War dann bei einigen Festen in der Ferdinandstraße, Judith Gruber-Rizy hat bei einem Tag der “Freiheit des Wortes”, glaube ich, das erste Mal ihre Pseudonyme Veronika Knecht und Veza Magd erwähnt, die ja sehr bezeichnet sind und die Mär, daß, der Elisas ihr Schaffen ein wenig unterdrückt haben soll, geht auch herum. In der “Alten Schmiede” präsentierte Julia Danielcyck einmal Veza Canetti in der Reihe der Grundbücher und Elisabeth Reichart erwähnte die Pseudonyme, erzählte, daß sie, als Veza Canetti endlich publiziert wurde, zu ihren Lebzeiten gab es, glaube ich, nur Artikel in der “Arbeiterzeitung”, sie ihre Werke las und dann kam die Theaterwissenschaftlerin Christina Kaindl-Hönig an das Podium und führte durch das Werk der Autorin. Die Bücher waren auch ein paarmal eingeblendet und richtig, Lyrikbände gibt es auch. Aus dem letzten hat Elisabeth Reichart dann gelesen. Dann überreichte die Stadträtin den Blumenstrauß, den die Autorin, glaube ich, mit bunter Maske entgegennahm. Julia Danielcyck präsentierte das Gruppenfoto und forderte oder war das die Stadträtin, die unsichtbaren Zuhörer auf, doch Elisabeth Reichart zu lesen. Denn jetzt hätte man die Zeit dazu. Ich wahrscheinlich nicht zu viel, denn ich lese mich gerade durch das Bloggerdebut und habe gestern drei Gedichtbände von Peter Paul Wiplinger zugeschickt bekommen, von denen ich einen allerdings schon hatte, fand es aber allemal sehr erfrischend mich auf diese Art und Weise durch mein Reichart-Archiv zu wühlen. Das Glas Wein und das Brot, das es im Musa im Anschluß gegeben hätte, fehlte zwar dabei und auch das Gespräch mit der Angela und dem Josef. Also können wir nur auf das nächste Jahr hoffen, wo man vielleicht wieder maskenlos ins Rathaus gehen kann und da bin ich schon gespannt, wer den Preis vielleicht bekommen wird und schlage wieder Julja Rabinowich oder Judith Gruber-Rizy dafür vor und wenn ich ihn vielleicht doch einmal bekäme, würde ich mir die Ruth als Laudlatorin wünschen.

Positiv-negativ-positiv

“Nach einem entbehrungsreichen Leben endlich positiv und das ist negativ!”, dichtete, glaube ich, der Lyriker Hans Augustin im Frühling während des ersten Lockdowns und das gibt Anlaß ein wenig über die Worte “positiv” und “negativ” nachzudenken. Kommt wahrscheinlich von der Allmacht der Medizin, daß der Kranke als positiv beurteilt wird und hat man die Krankheit nicht, ist man negativ. Und das muß man nun allendhalben und überall sein und wenn man in Zukunft einkaufen, in ein Konzert oder in ein Gasthaus gehen will, muß man wohl seinen Negativbescheid vorweisen, damit man Einlaß findet, denn wir suchen ja das Virus derzeit, wie die berühmte Nadel in den berühmten Heuhaufen, um, wie es, glaube ich, der freiheitliche Politiker Peter Westenthaler nannte, eine Krankheit zu finden, bei der man zuerst einenTest machen muß, muß sie herauszubekommen, um dann die Leute zu einer Impfung zu motivieren, damit sie sich davor schützen lassen und da ist jetzt wahrscheinlich nicht nur in Österreich der Teufel los.

Der dritte Lockdown naht und testen, testen, testen, hat ja nicht nur unser Kanzler gesagt und so werden Gesunde über Teststraßen gejagt, um sie dann abzusondern, zu isolieren oder wegzusperren, damit sie die Krankheiten nicht übertragen und zu Superspraydern werden, sitzen sie dann eine Woche in Quarantäne, reagieren meist asymptomatisch, während die Krankenhäuser offenbar bei den Älteren, bei denen die Krankheit tödlich sein kann, immer noch nicht nachkommen sie zu behandeln.

Also braucht man die Maßnahmen, um das Virus in den Griff zu bekommen, das ja jetzt mit Eifer und sehr verbissen, wie die Nadeln in dem berühmten Heuhaufen gesucht und aufgespürt werden soll, was ja eigentlich, wie schon der Hausverstand sagt, nicht gelingen kann und so schießen wir mit Kanonen auf den Spatzen Covid. Schießen dabei alles nieder, zertrümmern die Wirtschaft, traumatisieren die Bürger und die Kinder in den Schulen in die sie jetzt nicht gehen dürfen und das Virus hüpft dann lustig davon.

Das hat, glaube ich, der zu den Corona-Kritiker gezählte Experte Prof Bhakdi in seinen Buch “Corona-Fehlalarm?” geschrieben und ich habe mir schon am Anfang etwas schwer getan, diese Virus Bekämpfung- Manie nachzuvollziehen, stamme ich ja noch aus der Generation, wo man lernte sich bei einer Grippe, einer Verkühlung ins Bett zu legen, heißen zitronentee trinken und den täglichen Apfel, beziehungsweise, das berühmte Hühnersüppchen zu essen und die Krankheit auszukurieren.

“An apple per day keeps the doctor away, stand, glaube ich, auf einem Zettelchen das auf dem Nachttisch meiner Großmutter lag. Das gilt nicht mehr, gilt als überhaolt und nicht mehr aktuell, denn jetzt darf man ja alles, nur nicht positiv sein und so wird getestet und getestet. Man muß Abstand halten und seine Hände desinfizieren, obwohl ich ja, glaube ich, auch in der Schule lernte, daß man damit auf Dauer seine Abwehrkräfte eher dezimiert, als stärkt, aber die scheinen derzeit ohnehin nicht sehr gefragt, wurden doch im Frühling in Wien die Bundesgärten abgesperrt, so daß man nicht in Schönbrunn oder im Prater spazieren gehen konnte, hieß es doch “Stay at home!” und man darf nur aus den berühmten vier oder fünf Gründen aus dem Haus und die häufigsten Worte, die man jetzt hört, sind “Ist es noch erlaubtß” und man darf ab Weihnachten, glaube ich, zwar einen Skilift benützen, braucht da aber eine FFP2-Maske und den Sicherheitsabstandmuß man auch einhalten.

Denn die Viruszahlen, die der Getesten schnellen immer noch nach oben oder eigentlich hat sie der Lockdown 2 schon ein wenig eingedämmt. Eine sogenannte Plateauspitze wurde schon erreicht. Aber Weihnachten naht und da haben alle offenbar Angst und die Politiker scheinen in ein eine Art Massenpanik verfallen.

Was ist, wenn nach Weihnachten, wozu ja die Massentestungen gestartet wurden, daß man nachher in Ruhe bei seinen Lieben Weihnachten feiern darf, aber davor haben jetzt offenbar alle Angst. Zwar dürfen sich da maximal zehn Personen aus maximal zehn Haushalten treffen. Wie geht sich das aus? Ist die berühmte Frage. Aber das soll man ja ohnehin nicht auskosten. Aber was ist, wenn die Zahlen dann nachher in die Höhe schnellen, weil da alle vor dem Christbaum vielleicht ohne Maske “Stille Nacht!”, singen oder die Oma ohne Handschuhe küßen? Deshalb “Machen sie einen Schnelltest, bevor sie sie aus dem Altersheim holen!”, hat der Bundeskanzler geraten. Aber das soll man ohnehin nicht tun und wenn man sie dort besucht, muß man einen Schnelltest machen und ab Jänner ist der Massentest ohnehin bei wahrscheinlich Allen Pflicht, bis uns dann die Impfung aus dem Dilemma erlöst.

Aber das wollen, hört allenhalb aus den Umfragen, die Impfmuffeln Österreichs ja nicht, haben sie doch Angst davor und wollen erst abwarten, ob den anderen nicht vielleicht doch grüne oder blaue Ohren wachsen, bis sie sich selber impfen lassen. Aber wenn sich nicht mindestens sechzig Prozent impfen lassen, gibt es keine Herdenimmunität, obwohl ohnehin noch nicht klar ist, ob es die überhaupt gibt, wie lange der Impfstoff wirkt und, ob man nicht doch noch trotzdem ansteckend ist.

Deshalb weiter testen, testen, Abstand halten, Maske tragen und es bleibt die Frage, wie wirkt sich das alles auf die Psyche des Menschens aus. Was macht das mit der Psyche, wenn man den anderen nicht trauen kann, ob der nicht vielleicht doch ansteckend ist und die Krankheit auf einen übertragen kann? Der nächste als Feind! Vorsicht, Vorsicht, Maske auf, Socialdistancing und Abstand halten, sich zu Hause einsperren und nur noch miteinander telefonieren und die, die in Folge der Lockdowns arbeitslos geworden sind, haben jetzt andere Verdienstchancen. Werden doch Sicherheitsmitarbeiter, die vor den Geschäften stehen und die Negativatteste kontrollieren, die Contakttracer und die Covidverordnungsplaner sehr gesucht, während die anderem, die Arbeitslose und die Kurzarbeit anmelden und alles alles vielleicht den Bach hinuntergeht, obwohl uns der Bundeskanzler ja schon seit langem, das Licht am Ende des Tunnels und die Auferstehung zu Ostern oder zu Weihnachten verspricht. Zu Weihnachten nicht, da rät er zur Vorsicht und das Silvesterfeiern ist ohnehin schon lange abgesagt und bis wir das Licht des Tunnels sehen, müssen wir uns weiter regelmäßig testen lassen und uns, sollten wir postiv sein, rechtzeitig isolieren, absondern, wegsperren und alles nur nicht positiv sein! Denn das ist das Ende mit oder ohne Schrecken und da habe ich ich doch gelernt, daß man immer positiv denken und auch so leben soll! Wie habe ich mich da getäuscht!

Patience geht vorüber

Jetzt kommt das dritte Buch der fünf aus den Neunzehnhundertzwanziger Jahren, die ich vor ein paar Monaten angeboten bekommen habe. Zwei habe ich schon gelesen, das vierte wartet noch auf mich, das fünfte ist nicht gekommen. Dafür das Erste zweimal und ich muß sagen Margaret Goldsmiths “Patience geht vorüber” war eine Überraschung, obwohl ich, ich gebe es zu, zuerst einmal die Nase rümpfte, als ich das orange Büchlein auf den vier Frauenköpfe zu sehen sind, bekommen habe und dann noch etwas von einer lesbischen Beziehung zwischen zwei Mädchen, die im Jahr 1918 ihr Abitur oder Matura machten und das in einer Berliner Konditorei feierten, las.

Margaret Goldsmith entnehme ich dem Nachwort, beziehungsweise “Wikipedia”, war eine amerikanische Journalistin, die 1894 geboren wurde, ihre Jugend in Deutschland verbrachte, hauptsächlich in England lebte und unter anderen Erich Kästner übersetzt.

Das Buch ist der Malerin Martel Schwichteberg gewidmet, von der auch das Cover stammt und ist 1931 das erste Mal erschienen. Ich habe etwas gebraucht, um mich hineinzulesen und irgendwann erstaunt zu denken, interessant interessant und diese Margaret Goldsmith, die 1971 gestorben ist, war offenbar wirklich eine genauso selbstbewußte Frau, wie ihre Protagonistin Patience.

Die ist die Tochter einer Engländerin, wuchs in Berlin auf und ging gleich nach oder auch schon vor der Matura 1918 eine Beziehung zu ihrer Schulkollegin Grete, eine Sozialistin ein. Patience hat einen adeligen Namen nämlich von Zimmern, was ihr Schwierigkeiten in der sozialistischen Gewerkschaft, in der sie vorübergehend arbeitet, macht, es taucht dann auch ein Adeliger, mit einem Kriegstrauma würde man wohl heute sagen, auf, der die junge Patience heiraten will, weil er glaubt, aus dem Krieg nicht mehr zurückzukommen und verspricht ihr, daß sie dann mit ihrer Grete auf dem Gut seiner Eltern wohnen und auch mit ihr Reisen machen kann. Ja, so wars wohl zu Beginn des vorvorigen Jahrhunderts, bei der Courths- Mahler, die ich ja mal viel gelesen habe, kommt sowas uns heute verrückt erscheinendes auch öfter vor. Patience wird aber Journalistin. Der Ehemann kommt aus dem Krieg zurück. Die Mutter zu der es auch Schwierigkeiten gibt, geht nach England und die drei leben kurz in der Wohnung, bevor Patience, die verläßt, verspricht die Miete weiter zu bezahlen und sie geht dann für ihre Berliner-Zeitung nach England, wo die Mutter, die inzwischen Abgeordnete ist, nicht mit dem verheirateten Mann, zu dem sie eine Beziehung hat, leben kann. Patience geht mit dessen Sohn eine kurze Beziehung ein. Die mißlingt, dann geht sie nach Berlin zurück, um Medizin zu studieren. Das alles klingt vielleicht zu phantastisch einfach, aber die Hausmädchen oder die verhärmten Arbeiterfrauen, die jedes Jahr ein Kind bekommen und sich dann schämen mit ihren dicken Bauch neben ihren Mann spazieren zu gehen, werden zumindestens auch thematisiert und was für mich verblüffend war, die neue Sachlichkeit, die ja den Neunzehnhundertzwanziger Jahren beschrieben wird, wo ich ja auch einmal bei einem Vortrag in der “Wien-Bibliothek” war und die auch die fünf Bcher wahrscheinlich thematisieren wollen. Margaret Goldschmith spricht auch das an, beziehungwweise läßt sie ihre Ärztin Patience an dieser Gefühlskälte leiden. Sie hat sich ja in ihrer Jugend ausgelebt, bemerkt dann, daß sie lieber in der Krebsforschung, als mit Patienten arbeiten will und geht, als sie diese Gefühlkälte bemerkt sogar zu einem Psychiater, der rät der “Gnädigen Frau”, daß es schade ist, daß sie Witwe ist, denn sonst würde er ihr ein Kind empfehlen. Gesagt, getan, die neue Sachlichkeit macht es möglich oder auch nicht, denn die noch Studentin sucht sich imHörsaal sofort den passenden Kanditaten, einen schwedischen Studentn aus und lädt ihn über Nacht bei sich ein. Es gelingt nur nicht, was man heute damit interpretieren könnte, daß der Körper oder die Seele daauch ein Mitspracherecht hat. Also studiert sie fertig. Geht ins Labor zu einem Professor, der in Amerika einen Vortrag halten soll, aber nur schlecht Englisch kann. So muß Patience ihn begleiten. Der guten Sitte wegen, wir sind inzwischen Mitte Neunzehnhundertzwanzig, fahren sie getrennt und da trifft Patience, ein Kind, das auf sie zugeht und die Mutter, wieder sehr konstruiert würde ich sagen, auch wenn mich die Kritiker deswegen kristisieren, erleidet am Schiff einen Blindarmdurchbruch und stirbt während der Notoperation, vorher hat sie Patience mit dem deutschen Konsul, der sich auch am Schiff befand, das Adoptionsrecht überschrieben und das Kind, das Patience nach ihrer Mutter Victoria nennt, hüpft lustig mit ihrer “Peschi” herum, die für den Professor übersetzt und diesmal zu dritt mit dem Schiff zurückfährt. Dort wird es aber, wie uns die Geschichte lehrt, höchstwahrscheinlich auch nicht lustig werden. Aber da schließt das Buch, das ich wirklich sehr interessant fand, obwohl man es natürlich auch als kitschig interpretieren könnte, was die wenigen Kritiken, die es nach Erscheinen gibt, wie man dem Nachwort entnehmen kann, auch taten.

Mit Vicki Baum, die ja auch über die neue Sachlichkeit geschrieben hat, war Margaret Goldsmith auch bekannt, beziehungsweise ist ihr Buch, glaube ich, in einem Seitenverlag von “Ullstein” erschienen.

Am Markt vor dem dritten Lockdown

Gleich nach Weihnachten wird ja, weil da die Zahlen hochgehen könnten, der dritte Lockdown oder die sogenannte Weihnachtsruhe kommen, Geschäfte wieder zu, die Restaurants sind es ja noch. Die Schule auch wieder zu oder Ferien bis nach dem zweiten Massentestdurchgang verlängert, durch den man sich dann am achtzehnte Jännern freitesten kann, ansonsten muß man noch eine Woche länger zu Hause sitzen und die Impfung wird dann auch beginnen.

“Uje, uje!”, könnte man da sagen. Aber ich befinde mich ja ohnehin schon im Dauerlockdown und komme mit meinem Schreiben und dem Lesen ja gut zurecht und das Radfahren in St. Pölten ist ja auch nicht zu verachten. Da komme ich wenigsten hinaus und bleibe gesund, so bin ich gestern wieder in Richtung Ochsenburg gefahren, auf das Schloß hinaufgestiegen und wieder zurückgegangen und heute wieder auf den Markt in St. Pölten und habe dort die Doris Kloimstein getroffen, denn das tun wir ja schon seit einigen Jahren. Würstl essen, Bier trinken oder Cidre und manchmal Bücher tauschen, geht aber jetzt natürlich nicht mehr, denn am Markt herrscht ja auch schon länger Maskenpflicht, die Würstln gibt es auch nicht mehr, nur noch Leberkäsesemmeln und Bier in Flaschen, aber kein Punsch. Der war in St. Pölten ohnehin nicht gut und Weihnachtsmärkte gibt es ja heuer auch nicht, was mich eigentlich auch nicht sehr stört, als ich aber den Markt erreichte, stand dort ein Leiermann im Nikolauskostüm und spielte sein Liedchen.

Ein bißchen weihachtlich war es also auch und ich hatte zwei Gutscheine in der Tasche, die ich noch vor dem dritten Lockdown eintauschen wollte. Den einen hat der Alfred von den “Grünen” bekommen, weil er ja im September so eifrig für sie Wahl gekämpft hat. Zehn Euro einzulösen beim “Sonnentor” und dann hat mir der Alfred einen sechzig Euro Gutschein für den “Thalia” gegeben. Den hat einmal seine Mutter zum Geburtstag bekommen, weil sie früher sehr viel gelesen hat. Jetzt tut sie das nicht mehr und früher, als ich von der Schwiegermutter zu Weihnachten noch einen Hunderter bekommen habe, habe ich ja einmal überlegt, ob ich mir den nicht nach Weihnachten beim “Thalia” einlösen soll?

Ich habe es dann wegen meiner schon damals vorhandenen Bücherberge nicht getan, aber im Vorjahr zum Geburtstag von derAnna, glaube ich, einen solchen bekommen, dafür fünf Bücher eingelöst, von denen ich, glaube ich, nur den Stermann gelesen habe. Der Handke und der Volker Weidermann warten noch immer auf mich und ich kann mich auch erinnern, daß ich das eine oder das andere Mal vor Weihnachten, wo ich den Alfred vielleicht noch nicht am Markt getroffen war, beim “Thalia” schauen oder schmökern war und, ich glaube, die “Wunderbare Buchhandlung” der Petra Hartlieb durchgeblättert habe. Deren Weihnachtsbuch habe ich mir ja einmal von einem Gutschein der Margit Heumann eingelöst und schon gelesen und jetzt, trotz der Bücherberge, die noch auf mich warten und die Bloggerdebutshortlist die ich auch noch lesen muß, wieder Bücher aussuchen, aber welche?

Da tue ich mir ja immer schwer. Denn die “Buchpreislisten” sind ja schon abgelesen .Jana Volkmanns “Auwald” habe ich angefragt. Also welche Bücher, Lydia Mischkulnigs “Richterin” ist mir dann eingefallen und dann schau her, die Empfehlungen der “Leseauslese”, Sigrid Nunenz, Iris Hanika, Elif Sharif, denn heuer ist ja wieder etwas anders. Ich kann ja nicht in das Geschäft, um mir die Bücher auszusuchen, denn mit Maske, eh schon wissen, gehe ich nirgendwo hinein. Aber der Alfred kann sie mir ja herausholen oder die Doris Kloimstein, weil, ob derAlfred das findet, was ich will?

Also hab ich ihr meine Bücherwünsche angesagt und sie hat mir stolz ihr negatives Covid-Attest gezeigt, denn sie war beim Massentest. Am markt war es dann sehr voll und die Leute sind am Rand gestanden. haben dort ihr Bier getrunken und beim “Sonnentor”, lag der Weihnachtstee, den ich für den Punsch verwenden kann, mit einer Packung Vollkornkekse, in Geschenkpackung in dem Körbchen vor dem Geschäft. Das also ausgesucht und während die Doris mir netterweise, die gewünschten Bücher und oh überraschung und großes Kompliment, es waren alle da, die Sigrid Nunenz, die Elif Sharaf und die Lydia Mischkulnig, die Iris Hanika habe ich ausgelassen, wäre aber ohnehin nicht mehr drinnen gewesen, aussuchte, habe ich in den Bücherkisten vor dem Eingang die Weihnachtsrezept- und Weihnachtskinderbücher durchgeschaut, die dort aufgestellt waren und die Weihnachteinkäufer beobachtet.

Vorschau auf „Ein braunrot kariertes Notizbuch“

Wieder ein Corona-Text. Die Schriftstellerin Eja Augustin hat sich im Sommer in das elterliche Häuschen in St. Georgen am Steinfeld zurückgezogen, um dort einen Roman zu schreiben. Es ist die Zeit der wiedereingeführten Maskenpflicht und der Reisewarnungen.
Eja findet in der Bücherzelle am Viehofner See ein Notizbuch in dem einige Eintragungen stehen, die sich auf ein geplantes Festival beziehen.
Im Seedosen-Restaurant in das sie sich später auf einen Kaiserspritzer setzt, beobachtet sie ein streitendes Paar, das von einem Handy spricht, das der Freund der rothaarigen jungen Frau, ein Polizist namens Simon, in einen Blumentopf geworfen haben soll.
Das inspiriert Eja zu einer Romanidee, denn eine prekäre Philosophiestudentin hat sie noch in Wien bei einer Künstlerdemo getroffen und eine alte Klavierprofessorin bei einer Lesetheateraufführung, die sie ebenfalls dort besuchte.

Schon wieder ein neues Buch, das vierte in diesem Jahr, zumindestens die vierte Vorschau. Das Buch selber wird wahrscheinlich erst am Anfang des nächsten Jahrs erscheinen und das “Braunrotkarierte Notizbuch” ist sozusagen der zweiten Teil der sogenannten Corona-Trilogie.

Teil eins ist “Kein Frühlingserwachen mehr”, der dritte “Mathilde im Corona-Land”, meinem achten “Nanowrimo” an dem ich gerade korrigiere.

Hier wieder die drei Fragen mit denen man das Buch gewinnen kann:

1.Was hat es mit dem Notizbuch auf sich und wo wurde es gefunden?

2, Was will Kathi organisieren?

3 Bei welcher Veranstaltung hat Eja das Vorbild, der Tante Aloisa kennengerlent?

Ich lade wieder herzlich zu einer Leserunde ein, würde dafür wieder Bücher verschicken und beim “Frühlingserwachen” kann man sich auch noch bei der Leserunde beteiligen.

Die Schreibberichte verlinke ich auch, damit man den Schreibprzeße ein wenig nachvollziehen und mir sozusagen beim Schreiben über die Schulter blickenkann, beziehungsweise sich beim Beantworten derGewinnspielfragen leichter tut:

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Und nun seien wir gespannt,wie es mit Corona weitergeht und ob es noch einen Teil vier, fünf, etcetera geben wird, denn das Thema Corona interessiert mich ja sehr.