Nach Onkalo

Jetzt kommt Buch zehn der LL und eines das Malte Bremer vom “Literaturcafe” gut gefallen hat, er hätte es auf die Shortlist gesetzt. Dorthin ist es nicht gekommen, es ist aber wirklich ein beeindruckendes Buch, denn es erzählt einmal nicht von der Milifekrise des intellektuellen Mannes, sondern von den kleinen Leuten, die irgendwo dort wohnen, wo man eigentlich wegzeht, wenn man es kann, dort wo die Füchse gute Nacht sagen und die Mütter vielleicht immer noch ihre vierzigjährigen Söhne mit dem Besenstil an der Decke wecken und ihnen das Frühstück richten.

Das hat einer You-Tuberin, die sich durch sie Longlistproben las, nicht gefallen und hat von Sklaverei gesprochen. ich denke es ist aber nur die ganz gewöhnliche Beziehung zwischen einer Mutter und dem noch bei ihr wohnenen erwachsenen Sohn, der keine Familie hat.

Da kenne ich einige davon und es ist, glaube ich, auch nicht die Geschichte einer Depression, sonder ein  depressives oder depressiv machen könnendes Buch, das die 1981 in Mecklenburg geborene Kerstin Peiwuß, die am  “Literaturinstitut in leipzig” studierte und beim “Bachmann-Preis” las, da geschrieben hat.

Ich habe es übriges für alle die es wissen wollen, doch in Buchform gelesen, obwohl es das einzige Buch  war, was ich bei “Netgalley” öffnen konnte und es beginnt sehr eindrucksvoll.

“Mutter ist weg. Stimmt nicht, sie liegt noch im Bett, aber Matuschek kann nichts anders mehr denken.”

Das ist, denke ich, wirklich sehr eindrucksvoll beschrieben, das was wir alle vielleicht einmal erleben werden oder schon erlebt haben und das uns dann ratlos macht.

Bei Matuschek, dem wortkargen Wetterbeobachter am Flughafen, gibt es soetwas noch, ist das so und er rennt erst einmal durchs Haus, dann zu seinem Nachbar Igor, der mitkommt, Kaffee macht, die Ärztin ruft und den “Towarischtsch” dann in sein Haus nimmt um ihm Wodka zu kredenzen.

Er verschafft ihm auch eine Frau, nämlich die Cousine seiner Frau, Irinia und es ist auch nicht so, daß Matuschek noch keine Erfahrungen hat. Die Mutter hat sehr oft wegen der hohen Telefonrechung an Sexhotlines geschimpft, nur ins Haus durfte ihr offenbar keine kommen und mit Irina, der ebenfalls wortklargen Russin klappt es auch nicht so ganz, denn die hat schon einen Sohn und verheimlicht ihm das.

Matuschek hat noch ein Hobby, nämlich das Taubenzüchten und außer Igor noch den alten Witt mit seinen Weltuntergangsphantasien als Freund.

Er verliert dann seine Arbeit und Igor mit dem er öfter angeln war, ertrinkt. Der hinterläßt ihm sein Boot, Galina zieht aus. Ein anderer Nachbar, ein rauer Kerl namens Lewandowski, der alle übern Tisch ziehen will, zieht ein und es macht vorerst den Eindruck, als würde es mit Matuschek bergab gehen. Er macht seine Post nicht auf, Staub liegt überall, auch die Tauben verkommen und er liegt schließlich nur besoffen in dem Boot, so daß ihn der Nachbar retten muß, der das mit rauhen Ton auch tut, dafür aber das Boot haben will.

Es kommt dann zu einer Kehrtwende, Matuschek nimmt sich zusammen, geht einkaufen, beobachtet dort, auch eine berührende Szene, eine alte Frau, die stundenlang vor einer Ampel steht und wartet und die er dann ins Pflegeheim zurückbringt.

Der alte Witt hat sich in seinen strahlensicheren Kellner eingebunkert und dort gestorben, so daß Matuschek seinem rauen Nachbarn, der von Inport und Export lebt, sprich, alles verkauft, anbietet auch sein Haus zu verkaufen und mit seinen und mit Witts Tauben in einen Wohnwagen zieht und dort offenbar in einem aufgelassenen Kernkraftwerk neue Arbeit und Freunde findet.

Für eine gewöhnliche Depression passiert hier eindeutig zu viel, das ist schon der Einfluß des Literaturinstituts zu merken und Mariki Fallwickl eine der heurigen offizielen Buchpreisblogger schreibt bei ihrem Buchpreischeck auch, das es kein Buch für jeden wäre.

Ja und nein, würde ich da antworten, eigentlich schon, weil wir ja alle einmal sterben und unser Leben meistern müßen, aber es kann in seiner Tristesse einen oder eine auch ganz schön hinunterziehen. Es ist aber sicher ein sehr literarisches Buch und eines das in schöner Sprache vom Leben der kleinen Leute, die es nicht so einfach haben in diesem Leben und dieser Welt und das mir deshalb ebenfalls sehr gut gefallen hat.

Das Singen der Sirenen

Weiter geht des mit dem dBp und da mit dem achten Buch und, wie ich irrtümlich glaubte, mit dem zweiten mir bis dato unbekannten Autor.

Dabei habe ich den 1958 geborenen Michael Wildenhain wahrscheinlich 2015 in Leipzig gesehen, denn da wurde “Das Leben der Alligatoren” für den “Preis der Leipziger Messe” nominiert und das Lesen des bei “Klett-Cotta” erschienenen Romans “Das Singen der Sirenen” war anfänglich, glaube ich, genauso schwierig, wie “Das Jahr der Frauen” und das Buch hat,  genauso einen ungewöhnlich frischen Ton und es erzählt viel, wahrscheinlich wieder einmal viel mehr, als man erfassen kann und daher war es zumindest am Beginn sehr kompliziert. Später wird es einfacher und entpuppt sich wahrscheinlich sogar als ein “ganz gewöhnlicher Liebes- oder Lebensroman”.

Also, da geht es um einen Frankenstein-Forscher namens Jörg Krippen und der fährt nach London weil er dort auf  einer Uni ein Schreibseminar halten, beziehungsweise über den berühmten Roman der Mary Shelley schreiben will.

Er kommt an und das ist schon kompliziert, weil man vorher schon auf ein paar anders gedruckten Seiten in den Text hineingeworfen wurde.

Er wird, weil er verwirrt ist und sich nicht recht auskennt, wo er jetzt hinsoll von einer Inderin angesprochen, die zu ihm sagt “You look so lost”

Die kommt dann in sein Schreibseminar, wo man einen Text schreiben soll, “in dem ein künstlich erschaffenes Wesen… eine tragende Rolle spielt.”

Sie heißt Mae und forscht im Bereich der Stammzellenforschung und der Klappentext verspricht etwas von den “Fragen nach dem Verhältnis von Geistes- und Naturwissenschaften.”

Das klingt sehr interessant und das hat mich auf das Buch auch neugierig gemacht, umsomehr, da es bei “Katie” und bei “Ikarien” um ähnliche Inhalte geht.

Michael Wildenhain hält aber nicht, was er verspricht, könnte man so sagen oder aber auch, er erzählt sehr viel mehr und wenn man so in seinem Lebenslauf nachschaut, ist wahrscheinlich wieder einiges Autobiografisches dabei.

Jörg Krippen  älter als die junge Mae, war nämlich bevor er Wissenschaftler wurde, Dramatiker und hat da einige Theaterstücke geschrieben, dann aber damit aufgehört und Mae hat ihn auch nicht zufällig angesprochen, sondern ihn erwartet, sie war nämlich vor Jahren in Berlin und hat ihn da beobachtet.

Das Ganze wird in abwechselnden Kapiteln erzählt, die in London oder Deutschland spielen und von seiner Familie ist auch sehr viel die Rede. Seine Frau Sabrina, eine Supermarktkassierin ist nämlich  mit ihm sehr unzufrieden. Er hat auch einen fünzehnjährigen Sohn. So etwas hatten wir schon bei “Kraft” und sie wirft ihm auch vor ihn zu betrügen.

Jörg Krippen fliegt dann, was mir nicht so ganz klar wurde, bald auch aus dem Seminar heraus, muß aus seiner Uniunterkunft ausziehen und zieht zu seinem Kollegen Simon, der, was heutzutage wahrscheinlich auch ein wenig ungewöhnlich ist, sich weigert ihn zu duzen und er hat dann eine Begegnung mit einem elfjährigen indischen Buben einen Schach- und Rugbyspieler. Eine andere Inderin führt ihn zu ihm oder ist es umgekehrt und es stellt sich heraus, daß er sein Sohn sein soll.

Das ist dann zwar nicht ganz sicher, ein Vaterschafttest scheint es zu widerlegen und es beginnt auch ein leidenschaftliches Liebesverhältnis zwischen Mae und jörg, die die jüngere Schwester der anderen Inderin ist.

Dazwischen wird auch von der Vergangenheit Jörg Krippen erzählt. Er war wie sein Autor politisch aktiv und er versöhnt sich trotz der großen Liebe am Ende wieder mit seiner Frau und kehrt, obwohl er inzwischen mit Mae auch in Amerika war, zu seiner Familie nach Berlin zurück.

Wo bleibt da der Frankenstein und der Konflikt zwischen der Natur und der Geisteswissenschaft könnte man so fragen, denn eigentlich geht es ja um die anarchistische Vergangenheit des Protagonisten und um die politischen Verwirrungen auf dieser Welt.

Ich fand das Buch  trotzdem literarisch spannend, werde mir den Autor sicher merken und es war auch sehr interessant es in Vergleich zu den anderen Buchpreisbüchern zu setzen.

Einen kritischen Nachsatz muß ich auch noch anfügen. Das Buch hat mein zweimaliges Badewannenlesen nur sehr schlecht ausgehalten.

Buchblog-Award

Jetzt kommt ein kleiner Beitrag in eigener Sache. Ich habe es ja schon geschrieben, es gibt einen von “Netgalley” und vom “Börseverein des deutschen Buchhandels” veranstalteten “Buchblog-Award”, für den ich mich mit meinen neun Jahren” Literaturgeflüster” und über dreitausend Artikel, über das Lesen, das Schreiben und die literarischen Veranstaltungen, die es darum gibt, nominieren habe lassen.

Dem Sieger winkt ein Buchgutschein, ein Hotelaufenthalt und er wird im nächsten Jahr Buchpreisblogger, was ich zwar schon seit 2015 “inoffiziell” betreibe, aber dann wäre es offiziell, so daß auch ich mein Glück versuchen und meine Leser, um ihre Hilfe beziehungsweise um ihre Stimme bitten möchte.

Drückt man auf den Button unten, kommt man auf meine Seite und kann für mich bis vierzehnten September abstimmen. Würde mich sehr freuen, wenn das ein paar täten, denn es steckt viel Engagement, Liebe und Herzblut in diesen Blog, auch wenn er ein paar Flüchtigkeiten enthält und er ist, wie ich finde, inzwischen  schon ein sehr umfangreiches Archiv, in dem man vor allem über den Wiener Literaturbetrieb viel erfahren kann! Vielen Dank!

Longlist

Wiener Strasse

Nun gehts nach Berlin und nicht ,wie der Titel glauben machen könnte nach Wien oder wenigstens St. Pölten und zu dem neunten Buch der dBp LL und einem das, was ich nicht nur aus Lokalpatriotismus sehr schade finde, nicht auf die Shortlist gekommen wäre, denn das wäre, glaube ich, zumindestens für Berlin der Verkaufshit, den sich die Buchhändler immer für den Buchpreis wünschen und beklagen, daß da soviel “Kunstscheiß” daraufsteht, aber das ist schon die Sprache von Kerstin, der reschen feschen Schwester von Erwin, dem Besitzer des Cafe Einfall und steht in der Wiener Straße in Berlin und wir gehen, was ich auch sehr sympathisch finde, weil es Erinnerungen an die “Jugend” weckt, in die Achtzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zurück und den Erwin und den Frank kennen wir schon vom “Herrn Lehmann”, denn der heißt ja Frank mit Vornamen und will nicht Frankie genannt werden und das Buch könnte man so sagen ist ein einziger Klamauk, aber auch eine Satrie auf den Kustbestrieb und es ist, was ebenfalls sympathisch findet, sehr einfach, kein “Kunstscheiß” eben, geschrieben und reißt eine trotzdem mit.

Es beginnt in einem Baumarkt, denn dahin gehen die wackeren Kunden des Cafes, die eigentlich Künstler sind, um, was man erst später mitbekommt für eine Vernissage im Kunsthaus Werkzeug zu besorgen, während ins Cafe Einfall dauernd Leute kommen, die einen Job wollen.

Erwin Kächle ärgert sich mit seiner Nichte Chrissie und heuert dann Frank Lehmann zum Putzen an, was der mit großer Hingabe versieht. Chrissie wird dann als Kellnerin angestellt und soll am Morgen schon aufsperen und Kaffee ausschenken, denn es gibt ja eine alte, zwar unbrauchbare Kaffeemaschine in dem  Cafe. Sie soll auch Kuchen backen, der erste brennt an. Dann wird gleich ein Kunstwerk mit deutscher Fahne daraus gemacht und je für zwei Mark am Stück an Japaner verkauft, worauf sich die Diskussion entspinnt, ob sowas überhaupt geht und man den Verkäufer auf Schadenersatz klagen kann?

Sowas hatte, glaube ich, schon Beuys mit einer Putzfrau, die seine Kunst ahnungslos in den Mülleimer schmiß und richtig, österreichische Aktionskünstler, als Anklang wohl auf die Wiener Straße, gibt es auch und da eine urige Slapstickszene auf dem Dach.

Köstlich, köstlich und die Behauptung, daß es in Berlin keinen Tafelspitz zu kaufen gäbe. Ich weiß nicht, ob das stimmt, habe aber durch einen österreichischen Film erfahren, daß man das sogar in New York kann. Es geht aber gleich weiter, denn Kerstin, Chrissies Mutter und Erwins Schwester macht sich Sorgen, um die Tochter im geteilten Berlin und fährt deshalb, was man ja damals mußte transit durch die DDR, was natürlich auch zu Schwierigkeiten führt.

Indes wird im Cafe Einfall Apfelkuchen gebacken und Kakao ausgeschenkt. Die Vernissage wird vorbereitet, dafür ein Baum geklaut, was den Kontaktpolizisten, der sich, um seinen Bezirk kümmer soll, auf den Plan bringt. Frank Lehmann wird zum Weinausschank im Kunsthaus angeheuert und Erwin geht indessen mit seiner Freundin Helga, die schwanger ist, zum Geburtsvorbereitungskurs und rennt einen Tag lang mit einem Schwangerschaftsbauch herum, um auch mitzubekommen, was die armen Frauen so durchmachen müßen.

Köstlich, köstlich, die Satire, würde ich wieder sagen und am Schluß gibt es noch einen Knalleffekt im Kunsthaus, der damit endet, daß Erwin mit verrutschten Bauch und seinen Kellner Karl im Straßengraben sitzt. Der öffnet sein Kunstobjekt, nimmt eine Flasche Bier heraus und antwortet auf Erwins Frage “Und das soll Kunst sein?”, genüßlich “Jetzt nicht mehr!”

Das Buch ist es, würde ich sagen und auf jeden Fall sehr unterhaltsam, obwohl ich das ja an sich gar nicht so sehr mag und schadem schade, liebe Leute von der Jury, daß es nicht auf die Shortlist gekommen ist.

“Aber ihr habt ja nur Augen für das schwer Verständliche und Experimentelle!”, würden jetzt wohl die Buchhändler sagen.

Dem Buch ist noch ein Lesezeichen beiglegt, wo man Sven Regeners Lesetourneetermine ablesen kann. Er kommt für alle Interessten am sechzehnten und siebzehnten November in den Rabenhof.

Da muß man  sicher Eintritt zahlen. Aber das muß man in Deutschland auch und Erwin hat den Kaffee und den Kuchen im Cafe Einfall ja auch pro Portion um zwei Mark verkauft.

Leo Perutz-Preisverleihung

https://literaturgefluester.wordpress.com/2012/09/13/elisabeth-chovanec-leo-perutz-preis-und-shortlist-des-dbp/Den “Leo Perutz-Preis” für den besten in ovativen Krimi mit Wien-Bezug gibt es  vom “Hauptverband des Buchhandels” und der Stadt Wien veranstaltet, seit einigen Jahren und meistens fand die Veranstaltung im Palais Fürstenberg in der Grünangergasse statt. Einmal war die die Veranstaltung im Bestattungsmuseum und diesmal überraschend in der Wien Bibliothek, in der es ja auch manchmal Krimilesungen gibt und fast wäre ich aus Gewohnheit in die Grüngangergasse gegangen ,denn auf der Seite www. buchhandel. at, wo ich meine Informationen beziehe, gab es zwar vor einigen Monaten oder Wochen einen Hinweis auf die Shortlist und, daß die Veranstaltung am 13. September stattfinden würde, mehr aber nicht.

Dann habe ich aber am Freitag doch ein Mail an Teresa Preis geschickt, die jetzt die Pressearbeit macht und sie hat mir auch schnell geantwortet, Mittwoch 19 Uhr Wien Bibliothek, ich setze Sie gerne auf die Liste.

Das war dann gar nicht so notwendig, denn der der Chemiker Manfred, ein regelmäßiger Wien Bibliothek Besucher, der gestern  bei einer Veranstaltung über Johann Strauß war, war auch da und sonst die üblichen Perutz-Besucher.

Christopher Just, der mit seinem “Modsdetektiv” nicht nur niminiert war, sondern auch bei den O-Tönen Debuts gelesen hat, habe ich im Lift getroffen und ihn gleich frech gefragt, ob er den Preis gewinnen würde?

Aber das hat er wahrscheinlich weder gewußt noch gewonnen. Er hat mir aber den Vortritt in die BibliotheK gelassen und dort trafen dann nach  und nach die Horoatoren ein. Roman Kollmer hat moderiert, vom “Picus” waren Alexander Pootyka und Dorothea Löcker da, hatten sie ja auch einen Kanditaten und Günter Kaindlsdorfer, der bisher moderierte, war verschwunden.

Die sogenannte Shortlist bestand aus fünf mir außer Theresa Pramer, der vor zwei Jahren Preisträgerin und Christopher Justaus lauter unbekannten namen und ich denke ja auch, das ist ein schräger Preis, denn Leo Perutz hat ja eher Gespenstergeschichten als Krimis gechrieben und es sind ja auch meist eher schräge <Kimris die da nominiert werden, obwohl Eva <menasse, Stephan Slopethzky, Thomas Raab, etcetera haben schon gewonnen und diesmal war die Shorthlist mit

  1. Alex Beer “Der zweite Reiter”
  2. Christopher Just “Der Modsdetektiv”
  3. Stephan Peters Erstbezug”
  4. Theresa Prammer “Die unbekannte Schwester” und
  5. Hans-Peter Vrtacnik “Totenvorgel”

bestückt und diesmal war diePreisverleihung eher ungewöhnlich. Das heißt Roman Kollmer hat moderiert. Eine Vertreterin von der Stadt Wien hat Grußworte gesprochen und dann kam Erwin Riedesser vom Hauptberband, der in ein Streitgepräch mit Roman Kollmer verwickelt wurde, beabcbsichtig oder unbeabsichtigt, habe ich keine Ahnung. Er sagte jedenfalls ein paar Worte zu dem Preis, den Preisträgern, Leo Peruthz und möglichen Veränderungen. Dann stellte Roman Kollmer die Preisträger vor, die diesmal nach und nach den Lesetisch füllten. Es gab eine jeweilige Kurzlesung von drei bis fünf Minuten und ein Gespräch zwischen Roman Kollmer und den Autoren, wo man erfuhr, daß Alex Beer, deren Namen ein Pseudonym ist und die in Bregenz geboren wurde, Roman ein historischer ist, der im 1919 nach dem ersten Weltkrieg spielt. Andreas Pittner, ich glaube, auch ein Preisträger, hat einmal auch etwas Ähnliches geschrieben, wo der Kommissar in der geheitzten Straßenbahn fährt.

Die Krimihandlung des Moddetekiven habe ich immer noch nicht verstanden und der bei “Picus” erschienene Krimi “Erstbezug” handelt von einem Afghanen, der in eine überfüllte Wohnung gestopft wurde.

Die Preisträgerin von vor zwei Jahren hatte dagegen etwas von einer unbekannten Schwester und Hans Peter Vertacnik ist offenbar ein pensionierter Pensionist, der sich jetzt im Krimigenre versucht und dabei gleich einen Innenminister ermorden läßt.

Dann kam Andreas Gruber, der Vorjahrspreisträger, der heuer in der Jury saß, erzählte etwas von den Juurysitzungen, verkündete, daß Alex Beer gewonnen hat und verlas die Laudatio.

Großer Applaus und Juchu Geschrei, Alex Beer, die noch unter einem anderen Namen offenbar schon einmal nominiert war, hatte sich ihr Fan Publikum mitgebracht, dann gabs Wein und Brötchen.

Ich habe mich mit dem Chemiker Manfred unterhalten und das Geschehen, um mich herumbetrachtet und werde, da ich ja jetzt doppelten Buchpreislese wohl in der nähsten Zeit kaum zum Krimilesen kommen. Benedikt Föger der Präsident des <Hauptverbandes erwähnte aber etwas, das die Krimis dem Buchhandel den Ummsatz bringen und wieder neu, es gab diesmal einen Büchertisch, wo man alles kaufen konnte. Sehr viele Interessenten habe ich dabei aber nicht gesehen.

Andreas Latzkos Lebensfahrt

In der “Gesellschaft für Literatur” gibt es eine “Autorinnenlexikon” genannte Reihe, in der, wie Ursula Ebel erklärte, verschiednene Schriftsteller vorgestellt werden.

Franz Kafka war da ein berühmter und vielleicht auch Stefan Zweig, heute ging es aber um einen nicht so bekannten Autor, nämlich, um den 1876 in Budapest geborenen und 1943 in Amsterdam verstorbenen Andreas Latzko, der 1917 mit seinem, wie der Herausgeber Georg B. Deutsch erklärte, Buch “Menschen im “Krieg” wo er über den ersten Weltkrieg schrieb, sehr  berühmt wurde und das jetzt, wie auch  “Friedensgericht” bei “Milena”, der ja kein Frauenverlag mehr ist, herausgekommen ist.

Und Georg B. Deutsch, der sich auch sehr für Soma Morgenstern und die Gedenktafel in dem Haus, wo die “Auge” immer Weihnachten feiert, angebracht wurde, einsetzt, hat jetzt unter dem Motto “1917-2017”, seine Erinnerungen, die unter dem Titel “Lebensfahrt” zuerst von Andreas Latzko und dann von seiner Frau Stella geschrieben wurden, neu herausgebracht.

Ein interessanter Lebenslauf eines mir bis jetzt unbekannten Dichters und interessant war auch, daß Cornelius Hell im Publikum war und interessierte Fragen stellte, Bettina Balaka ist  neben mir gesessen , Frau Schmidt-Dengler, Helene Hofmann etcetera.

Der Abend war in zwei Teilen gegliedert. Zuerst stellte Georg B. Deutsch das Buch, beziehungsweise Andreas Latzkos Leben  vor.

Bettina Rossbacher hat aus dem Buch gelesen, Georg B. Deutsch hat erzählt und Bilder, beziehunsweise Lebensdaten projiziert.

AndreasLatzkaist auch viel herumgereist, hat sich auf einer Asienreise mit Malaria angesteckt,  wurde  im ersten Weltkrieg als kriegsuntauglich erklärt, er war auch ein Kriegsgegner, obwohl er später  an der Isonzofront war und hat die “Menschen im Krieg” geschrieben. Ging nach Amsterdam, wo er auch 1943 gestorben ist.

Dazwischen hat er  auch einige Zeit in Salzburg gelebt und war mit Stefan Zweig befreundet, deshalb war der zweite Teil des Abends dem Briefwechsel zwischen Zweig und Latzko gewidmet.

Auch da hat Bettina Rossbacher einige Stellen vorgelesen und Hans Weichselbaum vom Trakl-Forum hat einen Vortrag über den Briefwechsel oder die schwierige Beziehung zwischen den beiden  gehalten. War Zweig doch berühmt und  vermögend, Latzko krank und es gab, glaube ich, Konflikte zwischen den beiden, wer jetzt wen besucht soll?

Zweig scheint sich aber sehr für Andreas Latzko interessiert zu haben, hat ihm seine Bücher geschickt, aber auch “Den wilden Mann”, einen  Roman Latzkos, der 1918 herausgekommen ist, mit Begeisterung während einer Zugsfahrt gelesen, wie er in einem Brief lang erklärte.

Die kurze deutsche Liste

So, jetzt wurde sie bekannt gegeben, die kurze Auswahl aus den zwanzig Longlistbüchern und welche das werden würden, darüber wurde in den letzten Tagen  schon einfrig spekuliert.

Auf der Facebookseite des dBps selbst kann man das immer knapp vorher machen und, ich glaube, ein paar Bücher oder eine Einladung zur Preisverleihung dabei gewinnen.

Circa sechzig Leute haben das getan und auf  Zaimoglu, Bnne, Menasse, etcetera gesetzt.

Die offiziellen Buchpreisblogger haben diesmal keinen Einheitstip abgegeben, da hat nur Isabella Caldart von “Novellieren” auf Menasse, Prosser, Bonne, Franzobel, Salzman und Wolf getippt und Malte Bremer vom  Literaturcafe, der sich da ja immer durch die Leseproben liest, tippte auf Zaimoglu, Preiwuß, Menasse, Franzobel, Wolf und Bonne also vier Übereinstimmungen.

Ich habe von den zwanzig Bücher inzwischen acht gelesen und bin jetzt beim neunten, den Sven Regener, davon haben mir die beiden wahrscheinlich Außenseiterbücher “Das Singen der Sirenen” und “Das Jahr der Frauen” ganz gut gefallen.

“Katie” fand ich interessant, über Robert Prosser war ich erstaunt, Feridun Zaimoglu würde ich mir als Sieger wünschen, bei Julia Wolf und Jonas Lüscher weiß ich so nicht und mit dem Bonne hatte ich gewißte Schwierigkeiten.

Habe ich jetzt alle aufgezählt?

Davon kann man natürlich keine Shortlistprognosen anstellen,  versuche mich dabei wohl auch immer intuitiv und angepasst in die Mainstreamnamen hineinzudenken und liege dabei auch meistens falsch, denn die Jury entscheidet meistens querbet und nimmt wohl auch einige wahrscheinlich nicht Gewinnertips hinein.

Also erwähne ich da Bonne, Zaimoglu, Lehr, Schulze, Regener und als Quotenfrau Marion Poschmann und habe da jetzt Sven Regener vergessen, der auch ein  bekannter Name ist.

Dann auf der deutschen Buchpreisseite nachgeschaut und wieder, wie zu erwarten einige Überraschungen erlebt, denn:

  1. Gerhard Falkner “Romeo oder Julia”, ein Buch das ich gerstern bekommen habe und auf das bisher, glaube ich, niemand tippte, ich aber sehr gespannt darauf bin.

2. Franzobel “Das Floss der Medusa”, wie erwartet, von dem ich auch schon einiges hörte und es noch lesen werde.

 

3.Thomas Lehr “Schlafende Sonne”, ein Buch das wahrscheinlich  an mir vorbei gehen wird, da ich die E-pubs der Netgalley  nicht öffnen kann und “Hanser” kein Exemplar für mich hatte. Aber damit die Trauben nicht so tief hängen, füge ich gleich hinzu, daß es einigen Bloggern gar nicht so gefallen hat.

 

4. Robert Menasse “Die Hauptstadt”, der wie im Vorjahr Reinhard Kaiser-Mühllecker, doppelt nominierte. Ich wünsche ihm viel Glück und bin auf das Schwein daas durch Brüssel läuft schon sehr gespannt, habe das Buch in meinen Badezimmer liegen, möchte aber zuerst noch die anderen deutschen Listenbücher lesen.

 

5. Mein Tip “Maron Poschmann “Die Kieferninsel”, ein Buch das sehr gelobt wird, obwohl manche nicht verstehen, warum ein Mann nach einem Traum so einfach seine Frau verläßt. Ein Buch, das ich auch noch nicht habe, aber “Suhrkamp” will mir das PDF schicken, also bleibe ich gespannt und

 

6. Saha Mariana Salzmann “Außer sich”, ein Buch auf das viele tippten, das in meinem Badezimmer liegt und ich als nächstes oder übernächstes lesen werde, auf der Liste.

 

Spannend, daß ich diesmal noch keines der Shortlistbücher gelesen habe und schade, daß mein Tip Zaimoglu nicht dabei ist, ebenfalls spannend, zu erraten wer jetzt gewinnen wird? Dazu haben wir noch ein Monat Zeit und bis dahin kann ich mich durch die Bücher lesen und werde das auch tun.

Margit Heumanns wilde Worte

Margit Heumann

Margit Heumann

Margit Heumann, die Vorarlbergerin, die ich, glaube ich, über Thomas Wollingers “Texthobelwerkstatt” kennengelernt habe und deren Schundheft-Krimi “Wo er recht hat, hat er recht”, mich sozusage durch unsere Bodenseeradfahrt begleitet hat, das heißt, ich habe das kleine Hefterl schon ein paar Wochen vorher gelesen aber gedacht, ich sollte mit dem Veröffentlichen warten, bis wir sozusagen schon auf Tour sind und das so von Tag zu Tag hinausgeschoben habe, weil ich ja in Vorarlberg einen Vorarlberger Literaturschwerpunkt lesen und auch bloggen wollte und da hat das Buch hineingepasst.

Als wir wieder zurück waren, gab es dann die  “Schundheiftparty” im Gasthaus Lechner und da hat Magit Heumann schon angekündigt, daß ihr Paul und ihre Emma eine Fortsetzung haben werden und jetzt ist das Buch “Kriminelle Schmunzelgeschichten”- “Soviel Schwein geht auf keine Kuhhaut” erschienen und wurde heute bei den “Wilden Worten” vorgestellt.

Das heißt angekündigt war der “Schundheftkrimi” und aus dem hat Margit Heumann auch ein paar Stellen vorgetragen und sie macht das ja immer sehr spannend und äußerst effektiv. Liest ein paar Zeilen, erzählt zwischendurch ein bißchen und hört, wenn es am spannensten auf, damit man das Buch kaufen kann, gemein, nicht wahr?

Aber der Paul und die Emma haben ihre Fortsetzung in den vierzehn Geschichten und ich sehe gerade, “Wo er recht hat, hat er recht” ist die erste davon.

Also hätte ich das “Schundheft” gar nicht lesen müßen oder ich erspare mir, beim neuen Buch den Anfang, könnte man so sagen und interessant ist auch, daß es wie bei Meredith Winters “Liebeskrimis” eine Genreüberschreitung zu geben scheint.

Richard Weihs

Richard Weihs

Andreas Scheiwein

Andreas Scheiwein

“Kriminelle Schmunzelgeschichten”, ein Genre der Margit Heumann sozusagen und die Geschichten vom Paul und von der Emma scheinen meist auch einfach anzufangen. Den Alltag zu schildern, eine Autofahrt beispielsweise und dann am Rand der Kriminalität abzugleiten. Bei den beiden angelesenen Fragmenten kommt irgendwann die Polizei.

Bei der ersten bringt sie Paul der Emma nach, die ihren Liebling auf der Autobahn ausgesetzt hat, weil zu viel getrunken. Beim zweiten läßt er sich ein Organ entnehmen und im Aufwachraum schnappt ihn die Polizei und sein Körper scheint seltsamerweise auch unverletzt zu sein, und dann, wie Margit Heumann erwähnte wurschteln sich die beiden wieder heraus.

Vierzehn Schmunzelgeschichten mit Schuß also und in zwei beziehungsweise drei, wenn man den Schundhefttext mitzählt, ließ Margit Heumann ein wenig hineinhören und, wie schon geschrieben, hörte sie auf, als es am spannensten war, nicht ohne im anschließenden Gespräch zu versichern, daß alles davon erfunden und nicht wirklich so erlebt wäre.

Klingt auch sehr spannend und dann kam Richard Weihs auch schon mit seinen Wunschgedichten und da hat sich Margit Heumann, beim letzten Mal, als die Ruth dran war, auch eines gewünscht, das sinnigerweise auch den Titel “Weo er recht hat, hat er recht” hat und ich wünsche mir ja auch manchmal passend zu meinen Works in Progress das entsprechende Gedicht.

Diesmal aber nicht, seltsamerweise ist mir keine unsichtbare Frau eingefallen, die Donald Trump aufsucht, um ihn von einer Invasion nach Nordkorea abzuhalten.

Schade eigentlich, ich habe mir stattdessen ein ganz gewöhnliches Herbstgedicht gewünscht und einen Special Guest beziehungsweise einen freien Wildbahnleser, der sich sozusagen für seine am Samstag stattfindende Lesung einübte, hat es auch gegeben.

 

Ikarien

Jetzt kommt ein Buch, das nicht auf der LL steht, ich das aber eigentlich erwartet hätte, ist doch der 1940 geborene Uwe Timm, 2013, glaube ich, mit “Vogelweide” dort gestanden.

Ich habe noch kein Buch von ihm gelesen, wohl aber, glaube ich, einige Bücher in meinen Regalen und gehört natürlich schon sehr viel und das Thema ist sehr interessant, das Buch aber wahrscheinlich insgesamt zu leise, zu linear und zu chronologisch, um auf die erwähnte Liste zu kommen.

Wir gehen in das Jahr 1945 zurück, in den Frühling, der Krieg ist gerade vorbei und es rücken die amerikanischen Besatzer an, einer von ihnen ist ein junger Literaturwissenschaftler, in Deutschland geboren, aber sein Vater schon 1932 aus beruflichen Gründen nach Amerika immigriert  und nun wird der deutschsprechende Michael Hansen, obwohl er kein Mediziner ist, dem medizinischen Ressort zugeteilt und er soll über die Eutanasie und die Rassenhygenik die im dritten Reich betrieben wurde, recherchieren.

Das Biuch ist vielleicht doch ganz raffiniert geschrieben, beginnt es doch mit einem von seinen Eltern wahrscheinlich versteckten, behinderten Kind, das von den anderen gehänselt wird von Hansen oder seinen Chauffeur einen Kaugummi geschenkt bekommt und den mit dem Papier in den Mund schieben will.

Der Kaugummi, das, was die Amerikaner in das zerbomte Deutschland brachten, spielt in dem Buch auch eine große Rolle und die Vogelstimmen, vielleicht ein Steckenpferd von Uwe timm.

Der junge Amerikaner wird jedenfalls in die Nähe von München geschickt, er soll dort einen alten Mann verhören, einen Widerstandskämpfer, der mit dem Rassenhygieniker Alfred Ploetz befreundet war.

Der, erfährt man, wenn man nachgooglet und das kann man, wie bei Christine Wunnike, hat von 1860 bis 1940 gelebt, wurde sogar einmal für den Nobelpreis vorgeschlagen und war mit Gerhard Hauptmann befreundet.

“Die Reise nach Ikarien” erfährt man, wenn man weiter googlet, ist ein  utopioscher Roman des Frühsozialisten Etienne Cabet und der Roman von Uwe Timm erzählt nun in zwei Strängen einmal das Lebens und die Frauenbeziehungen von Michael Hansen im frühen Nachkriegsdeutschland und zweitens, vereinfacht ausgedrückt, wie es dazu kommen konnte, daß das Volk der Denker und Dichter, dem Rassenwahnsinn und noch einigem anderen verfiel und im Besonderen, auf die beiden aus Breslau stammenden Freunde Ploetz und Wagner bezogen, wie man von einem Sozialisten zum Nazi werden konnte.

An dreizehn Tagen besucht Michael Hansen nun den alten Mann, einen Antiquar, der in Dachau war und sich auch lange im Keller des Antiquariats verstecken mußte, und der erzählt ihm von der Jugend der Freunde und dem Geheimbund, der Ikarier, dem sie mit den Brüdern Hauptmann am Anfang des Jahrhunderts angehörtetn.

In Amerika gab es auch solche Ikarier. Dort reiten die Freunde auch hin und lebten eine zeitlang die sozialistische Utopie, wo Frauen allerdings kein Mitspracherecht hatten.

Langsam langsam verwandelt sich Alfred Ploetz, der dem Alkohol abgeschworen hat und auch nachweisen will, daß er das Gerhin und die Erbmasse verändert zum Rassenhygieniker und lieferte damit die Grundlage zu dem was im dritten Reich zur Vernichtung des angeblich nicht lebenswerten menschlichen Lebens führte.

Das wird an Beispielen erzählt und dazwischen beschlagnahmt Hansen Autos, verteilt an Kindern Kaugummi und trifft sich mit Frauen, die ihn aber nur ausnützen und eigentlich nichts von ihm wissen wollen.

Nach den dreizehn Gespräch, wird Ploetz Forschungskartei und anatmomischen Sammlungen mit den in Alkohol eingelegten Hirnschnitten  abtransportiert und auch Hansen wird abgezogen und anderen Aufgaben zugeführt.

Verglichen mit den Longlistenromanen wahrscheinlich ein stilles Buch, das  trotzdem auf eine sehr literarische Weise von der Eutanasie und wie es dazu kommen konnte, erzählt und eines mit dem sich Uwe Timm offensichtlich sehr lang beschöftigt hat.

Im Anhang schreibt er, daß er schon in den Siebzigerjahren damit begonnen hat  und er führt, obwohl, wie er schreibt “Ein Roman keine Dissertation ist”, auch einen genauen Nachweis der Werke an, mit denen er sich  für die Recherche beschäftigt hat und führt dabei neben Hauptmann und Ploetz, was ich besonders interessant finde, auch “Wikipedia” an und da habe auch ich  nachgegooglet, schon um zu verstehen, was das Wort “Ikarien” und damit der Titel bedeutet.

Als kleinen Nachtrag kann ich noch anmerken, daß Uwe Timm mit dem Buch, zwar nicht auf die LL des dBp aber auf die Shortlist des Wilhelm Raabe Preises gekommen ist. Ich wünsche ihm viel Glück für den Gewinn.

Theodor Kramer Preis an Renate Welsh und Nahid Bagheri-Goldschmied

Renate Welsh-Rabady

Renate Welsh-Rabady

Nahid Bagheri-Goldschmied

Nahid Bagheri-Goldschmied

Den “Theodor Kramer Preis”, der von der “Kramer-Gesellschaft” für das “Schreiben im Widerstand und im Exil” vergeben wird, gibt es seit 2001.

Damals hat ihn  die 1916 in Wien geborene Stella Rotenberg bekommen. Ich war bei der Preisverleihung im “Esra” dem “Zentrum für psychosoziale und therapeutische Integration”, damals habe ich ja auch das erste Mal den “Tag der Freiheit des Wortes” organisiert, wo ich Detail am Rand Nahid Bagheri-Goldschmied eingeladen habe, die ich damals, glaube ich, bei einer Veranstaltung des Frauenverlags oder des Kosmostheater kennenlernte und die dadurch auch vielleicht in Kontakt mit Konstantin Kaiser gekommen ist.

Später waren die Preisverleihungen dann im Krems zuerst in der ehemaligen Karmeliterkirche, dann im Literaturhaus, seit einigen Jahren finden sie, was eigentlich auch stimmiger ist, in Niederhollabrunn, dem Geburtsort des 1987 geborenen und 1958 gestorbenen Theordor Kramer statt.

Wir waren bei einigen Preisverleihungen, in Krems und sind dann immer nach Harland ins Wochenende gefahren, an die von Michael Guittenbrunner und Georg Stefan Troller kann ich mich erinnern, über die von Ilana Shumeli und Josef Burg, Elazar Benyoetz und Ruth Klüger habe ich schon gebloggt und 2015 und im Vorjahr waren die Veranstaltungen dann in Niederhollabrunn.

Cecily Corti

Cecily Corti

Konstantin Kaiser

Konstantin Kaiser

So auch heute, wo der Preis an die Kinderbuchautorin Renate Welsh, die sich jetzt ja Renate Welsh-Rabadi nennt und im Vorjahr den “Preis der Stadt Wien” bekommen hat und an die 1957 in Teheran geborene Nahid Bagheri-Goldschmid vergeben wurde.

Die Fahrt in das kleine niederösterreische Dörfchen, wo es zwei Kindergärten, eine alte Schule, die Kirche und das Pfarrheim gibt, ist ja immer sehr idyllisch und vor der Veranstaltung  gibt es auch eine Führung durch das Dorf und diesmal sind wir gerade zurechtbekommen, wo das Gedicht über den “Michelberg” verlesen wurde.

Dann ging es los im Pfarrheim mit dem musikalischen Intermezzo von Sigi Finkel, der Bürgermeister und Gabriele Ecker vom der niederösterreichischen Kulturabteilung haben eröffnet und Konstantin kaiser  die Laudiationes gehalten.

Renate Welsh, die ja, glaube ich, auch Päsidentin der IG-Autoren ist und da immer zu den GVs kommt ist ja sozial sehr engagiert, so hält sie verschiedene Schreibwerkstätten unter anderen in der VinziRast, und Cäcily Corti, die sich sehr dafür engagiert, hielt auch noch eine Dankesrede.

Nahid Bagheri-Goldschmied, die Lyrikerin, engagierte sich dagegen für Theodor Kramer, das heißt sie hat ihn ins Persische übersetzt und las auch zwei seiner Gediche in dieser Sprache vor, bevor Andrea Pauli, vom Lesetheater zuerst eine sehr berührende Geschichte von Renate Welsch “Fräulein Emma”, die in der Nachkriegszeit spielt, vielleicht ein wenig autobiografisch ist und wo es interessanterweise, wie in “Ikarien”, das ich vor kurzem gelesen habe, auch um ein behindertes Kind geht und dann gemeinsam mit Nahid Bagheri-Goldschmied einige ihrer Gedichte.

Sigi Finkel

Sigi Finkel

Gabriele Ecker

Gabriele Ecker

Danach gab es wieder ein Buffet und einen Büchertisch, wo man sich mit den Werken der beiden Preisträger versorgen konnte, gab es auch und einen kleinen Nachtrag in anderer Sache kann ich auch noch anfügen.

Seit heute gibt es einen neuen offenen Bücherschrank in der Belverderegasse, der am Vormittag mit einem gemeinsamen Frühstück eröffnet wurde.

Das bin ich zwar zu spät gekommen, aber als ich  nach dem Essen hinging, habe ich noch ein Buch von Elif Shafak, der türkischen Autorin, die heuer den “Ehrenpreis des Buchhandels für Toleranz im Handeln und Denken” bekommen wird,  gefunden, was ja gut dazu passt.

Andrea Pauli

Andrea Pauli

Kirchenplatz Niederhollabrunn

Kirchenplatz Niederhollabrunn