Vom Centrope ins MUSA

im Centrope-Workshop ist es heute mit der semanitsichen Ebene weitergegangen. Das Programm zum “Literarischen Lenz-Literaturfestival”, das vom achtzehnten bis neunzehnten Mai im Theaterbrett stattfindet, gibt es auch schon.

Da werden Edith Kneifl,  Gabo Schein, IlijaTrojanow, Petr Porkovec, Michal Hvorecky, Eva Rossmann, Mila Haugova, Stefan Slupetzky, Denes Krusovsky und Irena Douskova lesen.

Aber da werden wir wahrscheinlich in Harland sein, so daß ich mich mit der literarischen Analyse begnügen muß und die semantische Ebene, wo es um Metaphern und Symbole geht, ist ja auch sehr interessant. Wir haben Peter Roseis und Stefan Slupetzkys Texte analysiert  und sollen das auch zu Hause mit einer Texteite machen, aber für mich ging es wieder ins MUSA, wo diesmal Gabriele Petricek die zum dritten Mal das “Canetti-Stipendium” zu erkannt bekam und und der Stadt Wien Stipendientat Jopa Joakin Jopa Jotakin präsentiert wurden.

Im MUSA gibt es auch eine neue Ausstellung, die am Montag eröffnet werden wird, Jörg Hartigs “Realpopp” und zu den beiden Stipendiaten sind einige Bekannte, wie Hermann Hendrich, Fritz Widhalm,Gerhard Jaschke, Michaela Hinterleitner, Alice Harmer und noch einige andere gekommen.

Gabriele Petricek, die auch einmal bei den “Mittleren” gelesen hatte und zuerst eine Ausbildung in der Modebranche machte, las eine Tetcollage, wo es um Jacky Kennedys Chanellkostüm, eine Schriftstellerin und auch eine Gebirgswanderung ging.

Dann kam Jopa Jotakin, den ich aus dem “Fröhlichen Wohnzimmer” kenne und der jetzt, glaube ich, im GAV-Sekretatiat arbeitet. Ich habe ihn schon bei einer Lesung in St. Pölten gehört, er spricht, steht in seinem Lebenslauf Finnisch und Dada, hat experimentelle Texte, wo er mit seinem Körpereinsatz, aber auch mit Musik und anderen performanten Mitteln arbeitet und er hat mir bis jetzt auch sehr gefallen.

Diesmal möchte ich mich aber von seinen Kochrezepten, die  teilweise ziemlich unerträglich zu hören waren, distanzieren, denn gebackene Mäuse, wo die lebenden Tiere in den Germteig getaucht und dann herausgebraten werden, schmecken mir, glaube ich, nicht und ich finde sie auch nicht sehr literarisch und die Faschistenleiberl sind wahrscheinlich auch nicht das, was ich mag, weil ich ja kein Freund des Rechtsradikalen Gedankenguts, aber auch keiner von Gewalt bin.

Den Leuten hat es wieder sehr gefallen und sie haben auch beim “Häupl-Salat”, wo der Wiener Bürgermeister, der in eine Marinade von Rot-und Weißwein gegoßen wurde, gemeint war, sehr gelacht.

Dann habe ich zwei Gläschen Wein getrunken und drei Stück Brot gegessen und beim Weggehen, Jopa Jotatkin gesagt, daß es mir nicht gefallen hätte.

“Macht nichts!”, hat er mir fröhlich geantwortet. Mir aber schon, weil ich ja gegen Gewalt bin und mir auch bei der Literatur etwas Dertariges nicht gern vorstellen und darüber lachen  möchte.

Danach bin ich schnell nach Hause gegangen, denn da gab es ein Fest, hat der Alfred ja seine WU-Betriebsratkollegen eingeladen und ihnen Schinken mit Melone, Schweinslungenbraten in Kartoffelpanier und danach noch einen Tpfenstrudel gemacht.

Ein sehr gutes Essen von dem ich noch ein bißchen mitbekommen habe und das war gewaltfrei und so stelle ich mir das Leben und die Literatur eigentlich auch vor.

Schreibgruppe: Sucht

Annika Bühnemann gibt schon seit einiger Zeit Tips, beziehungsweise Anregungen für ihre im Juni geplante Challenge “Zehn Geschichten in dreißig Tagen” zu verfassen.

Eine davon lautet: “Beschreibe eine Szene, in der ein Abhängiger seiner Sucht nicht nachgehen kann. Achte auf Emotionen + Gefühle” und das hat mir sehr gefallen, umsomehr da ich mit manchen Anregungen, beispielsweise mit der “Wie es wäre wenn ein Kaninchen, die Weltherrschaft übernehme?”, nicht so viel anfangen kann, obwohl es etwas Ähnliches höchstwahrscheinlich schon gibt.

Und da ich ja letzten Dienstag mit dem “Frühstück” fertig geworden bin und eigentlich noch nicht so schnell mit meiner nächsten Depressionsgeschichte anfangen will, habe ich mir ja sozusagen zwei Monate für Studien und Recherche vorgenommen und da auch schon die erste Challenge-.Geschichte: “Schreibe eine enthusiastische Szene über Hausarbeit” geschrieben, wenn die auch erst nächste Woche, wenn wir schon auf der Bodensee-Radfahrt sein werden, erscheint.

Es gibt da auch noch eine dritte Schreibanregung mit einem Bild mit einem Bus und der Aufforderungen. “Lass uns abhauben”- Emils Augen glänzten. “Einfach wegfahren und das Leben genießen!”

Und gestern am ersten Mai habe ich mir auch schon ein paar Gedanken darüber gemacht, wie es mit meiner Geschichte gehen könnte?

Da sehe ich ja immer eine Frau in der Pizzeria an der Straßenecke sitzen, wenn ich von der “Alten Schmiede” nach Hause gehe und da habe ich mir gedacht, daß sie Mathilde Schmidt heißen könnte, ihr dann eine Tochter namens Lily, die in New York lebt, angedichtet und gedacht, daß die Tochter wollen könnte, daß sie zum Begräbnis ihrer Tante, beziehungsweise Schwester Natalie gehen soll und dort trifft sie deren Ex-Mann und Lilys Vater Moritz Lichtenegger wieder und dem habe ich eigentlich die Sucht anhängen wollen.

Dann habe ich mich aber entschlossen, Mathilde Schmidt, 65, die einmal Verlagssekretärin war und die ihr Achterl immer in der Pizzeria Venezia trinkt, eine solche, beziehungsweise eine Lungenentzündung zu verpassen und mir das, als Thema für die heutige Schreibgruppe gewünscht, die sehr klein gewesen ist, nur die Ruth und Peter Czak waren da, es ist aber trotzdem ein sehr intensives Schreiberlebnis geworden, das ich hier als erste oder zweite Challenge-Geschichte vorstellen will:

“Sie hatte von einem Glas Rotwein geträumt, von einem herrlichen Valpolicella aus der Toscana, den ihr Guiseppe, der Kellner im “Venezia” extra empfohlen hatte.

“Wir haben  heute ein spezielles Tröpferl, Signora!”, hatte er geflüstert, die Flasche hochgehalten, an der weißen Serviette mit der er vorschriftsmäßig ihren Hals umschlungen hatte, gewischt und ihr die rote Flüßigkeit in das Glas geschenkt.

“Buon Appetito, Signora!”, hatte er  noch gewünscht, die Speisekarte zugeschlagen, um, die von ihr gewünschte Pizzastange mit Prosciutto und Mozarella in der Küche in Auftrag zu geben und sie hatte nach dem Glas gegriffen “Grazie, Guiseppe!”, ebenfalls geflüstert, dann den guten Saft getrunken und getrunken….

Und danach aufgewacht mit einem krächzenden Hals und einem brennenden Gefühl im Kopf und als sie sich an die Stirne griff, war die naß vor Schweiß und der excellente Valpolicella war verschwunden und nie dagegwesen. Auf dem Nachtkästchen neben ihrem Bett stand nur auf dem Stövchen, der russische Tee mit Hong und Zitrone, den ihr die Frau von der Volkshilfe, die derzeit jeden Morgen und jeden Abend zwanzig Minuten nach ihr schaute, vorsorglich hingestellt und sie daran erinnert hatte, daß sie davon trinken könne, bis sie morgen um halb neun wieder kommen würde, um neuen Tee zu kochen und ihr das Frühstück zu bereiten.

“Damit Sie etwas zum Erfrischen haben, Frau Schmidt!”, hatte sie ebenfalls fürsorglich gesagt. Dann hatte sie ihre Jacke und ihre Tasche genommen und war gegangen. Hatte sie mit ihrem Fieber, der Lungenentzündung und dem krächzenden Hals zurückgelassen und sie hatte auf die Uhr geschaut und  wehmütig gedacht, daß das die Zeit war, wo sie jeden Abend in die Pizzeria Venezia, die sich in ihrem Wohnhaus befand, hinunterzugehen pflegte, um sich bei ihrem Lieblingskellner Guisellpe, der, wie sie vermutete, in Wahrheit Mehmet hieß und kurdischer Türke war, ein Glas Valpolicella und dazu einen Insalata mista oder eine Prosciutto Mozarella- Pizzastange zu bestellen.

Wie sie das seit fast dreißig Jahren tat, seit es die Pizzeria an der Ecke ihres Hauses gab. Am Abend ging sie hinunter, setzte sich in das Lokal, um eine Kleinigkeit zu essen und ein Glas Rotwein zu trinken oder auch zwei.

Jeden Abend, seit fast dreißig Jahren. Nur heute ging das nicht. Gestern und vorgestern war sie auch nicht dort gewesen, denn da plagte sie eine hinterlistige Lungeentzündung, die ihr ihr Hausarzt Dr. Wolfgruber diagnostiziert hatte. Antibiotica und Penecelin verordnete und ihr die Frau von der Volshilfe schickte, die ihr ihr Bett machte, Tee kochte, die verordneten Medikamente verabreichte und sehr freundlich war.

Sie servierte ihr Kamillentee oder russischen mit Zitrone, aber keinen Rotwein. Dafür hatte sie kein Verständnis und schien, wie sie aussah auch eineAntialkoholikerin zu sein, die nur den Kopf schütteln würde, wenn sie von ihren Gelüsten wüßte.

Von ihren geheimen Gelüsten und den Schweißperlen, die sich jetzt auf ihrer Stirn gesammelt hatten. Denn jetzt war es schon drei oder sogar schon fünf Tage her, daß sie bei Guiseppe in der Pizzeria Venezia gewesen war, wie sie das schon seit fast dreißig Jahren regelmäßig jeden Abend tat. Ob sie ihm abging und er sie vermißte? Aber vielleicht hatte Dr. Wolfgruber, der seine Praxis auf der anderen Straßenseite hatte, ihm Bescheid gegeben oder die Frau von der Volkshilfe hatte ihn informiert, daß sie an einer Lungenentzündung litt und  die nächsten Tage oder vielleicht Wochen ausfallen würde.

“No problema!”, würde der wohl mit einem strahlenden Lächeln seiner weißen Zähne antworten.

“No problema, Signora!” und ihr alles Gute wünschen. Aber gut war es nicht, wie sie merkte, als sie nach nach ihrer Stirne griff und dann mit einer verzweifelten Bewegung zu dem Stövchen, dessen Kerze längst aufgegangen war und die Tonkanne befühlte, in dem sich der von der Frau von der Volkshilfe angepriesene heiße Tee mit Zitronensaft und Honig befinden sollte, der ihr so gar nicht schmeckte.

Überhaupt nicht tat er das, wenn man von einem wunderbaren Tröpfchen, einem Valpolicella aus der Toscana geträumt hatte oder war es ein Chianti, den ihr Guiseppe angepriesen hatte und sie mußte in ihrem Bett und in ihrem Fieber ausharren,  konnte nicht hinuntergehen und sich von ihm das edle Tröpchen servieren lassen.

Brachte es nicht zusammen, ihre Kräfte reichten dazu nicht aus. Auch wenn sie sich nicht genieren würde, im Nachthemd, die drei Stockwerke bis zur Pizzeria Venezia hinunterzusteigen. Als Stammgästin die sie ja seit fast dreißig Jahren war, konnte sie sich das sicher leisten. Sie konnte aber nicht. Ihre Kräfte reichten nicht dazu aus.

Das hatte sie schon gestern ausprobiert und war nicht weitgekommen. Sie konnte nicht einmal in das Vorzimmer zu ihrem Festnetzanschluß hinauswanken, um Guiseppe anzurufen und sich von ihm das edle Tröpferl heraufbringen lassen. Konnte und schaffte es nicht, obwohl ihre Sucht mit allen Sinnen danach lechzte.

Denn jetzt war es, wie sie auf ihrer Uhr ersah, schon weit nach Mitternacht. Die Pizzeria Venezia würde geschlossen sein und Guiseppe-Mehmet nach Hause in die Gemeindewohnung im fünfzehnten Bezirk, wo er mit seinen Eltern und seinen Schwestern lebte, gegangen sein und sie mußte im Trockenen bleiben. Konnte sich nur den Schweiß von der Stirne wischen, der sicher von ihren Entzugserscheinungen und nicht von der Lungenentzündung herkam.

Sich sich mit einem kalten abgestandnenen Zitronentee begnügen, der ihr, wie sie sicher war, nicht schmecken würde. Mußte ausharren und würde bis die Frau von der Volkshilfe morgen, um halb neun wieder kam, dachte sie verzweifelt und ihre Stiirn war naß vor Schweiß und ihre Hände zitterten, als sie jetzt doch nach der Teekanne griff, um sich von den Zitronentee in die bereitstehende Tasse einzuschenken.

Nachtkastlbuch

Barbara Claudia Keller, die ich während unserer Lesung in Salzburg trat und die ich, glaube ich, bei dem “Sichten und Vernichten-Symposium” im Literaturhaus vor einigen Jahren kennenlernte, wo ich meinen “Lieben Godt-Text” vorstellte, hat mir das Manuskript ihres kürztlich bei “Arovell” erschienenen “Nachtkastlbuch – Ein Kaleidoskop” geschickt, in dem die, wie bei den biografischen Anfaben steht, nach einigen Umsiedlungen ist Salzburg lebende Autorin, die, glaube ich, auch als bildende Künstlerin tätig ist, Texte in verschiedenen Genren aufgeschrieben hat.

Ein Buch fürs Nachtkastl oder Lektüre vor dem Schlafengehen, etwas diesbzügliches habe ich ja schon gelesen, könnte man so sagen und interessant ist, glaube ich, auch, daß Barbara Claudia Keller, das Claudia ihrem Namen dazugefügt hat, weil es eine andere Autorin namens Claudia Keller gibt, die glaube ich , kürztlich, den “Alois Vogel Preis” gewonnen hat, in einem Art Vorwort geschrieben hat, daß man das Buch, das sogar Witze und Kochrereztpe enthält, an jeder Stelle zu lesen anfangen kann. Also kein Streß vor dem Einschlafen, sondern beliebige Lektüre.

Barbara Claudia Keller schreibt von “Verknüpfungen und Verknotungen” und davon, daß “ihr Vorrat an Andekdoten und Geschichterln” unerschöpflich sei.

So läßt sie ihre Leser daran teilnehmen, sorgt sich vielleicht auch ein bißchen, nicht genügend davon zu haben, denn die Zahl der lesenden Menschen geht ja, wie ich immer höre zurück, während die der Schreibenden anstieigt.

So gibt es auch ziemlich am Beginn “Betrachtungen übers Schreiben”, wo Barbara Claudia Keller einen kleinen Excurs in die Welt der Schreibwerkstätten gibt, von der Biblio– und der Poesietherapie schreibt, das Korrigieren, Verknüpfen, Erweitern und auch einige Schriftsteller erwähnt.

Ein Text, den ich sehr interessant finde und der vielleicht auch  viel über das Buch, seine Absicht und sein Zustandekommen verrät.

Schade finde ich daher, daß er nicht gleich nach dem Vorwort kommt, sondern zuerst eine Geschichte über einen Mann, der offenbar eine junge Asiatin geheiratet hat und nun Sorge hat, daß sie ihn vergiften will und er sie deshalb vorsorglich auf einen Glaubenskongreß nach Ausland schickt, kommt, die meiner Meinung nach, besser etwas weiter hinten, Platz gehalbt hätte.

Dann kommen einige der schon erwähnten “Notate” und “Witze”, darunter die Geschichte, wie die Autorin mit einer Pyjamahose zu den Salzburger Festspieln geht.

An den Witzen gefällt mir nicht, daß sich einige von ihnen übere ältere Menschen lustig machen. Aber das ist halt so bei den Witzen, daß sie meistens nicht mein Fall sind und mir nicht gefallen.

Dann kommt es schon zu den Kochrezepten, wo man nach Barbara Claudia Kellers Anleitung Rahm-Gemüse-Suppe, Rahmkoch, aber auch Müsili- oder Cornflakekuchen nachkochen kannn.

Dann geht es auf den “Christkindlmarkt” und anschließend erzählt die Autorin, wenn man es lesen will, ihre Negativerfahrungen während einer chinesischen Medizinbehandlung. Da kommt auch die Anekdote vor, daß bei einer Akkupunkturbehandlung, die Akkupunkturnadel vergessen wurde, wodurch es zu unnötigen Schmerzen kam.

Dann kommen und das halte ich für einen wesentlichen Teil des Buches, die Reisegeschichten.

Barbara Claudia Keller macht offenbar gernBusreisen, ist das schon mal einer dieser Werbefahrten, die ich früher ja auch gerne machte und darüber geschrieben habe, aufgesessen. Ist auf “Kulturfahrt  ins Frankenland” und sogar nach Bulgarien gefahren, beziehungsweise geflogen und mit einer Blasenentzündung, beziehungsweise einen doppelten Fersensporn von dort zurückgekommen. Aber den hatte sie schon vorher. Deshalb gibt es auch eine Geschichte über ihre Krankenhauserfahrungen und einen Mundartext, wie sie mit dem Radl in die Stadt fuhr, den ich als Wienerin schwer lesen konnte, gibt es auch und wenn ich noch eine kritische Anmerkung machen darf, so ist, glaube ich, das Zitat, daß “Angesichts des Todes alles lächerlich” ist, das auf Seite fünfundzwanzig steht, von Thomas Bernhard und nicht von Ingeborg Bachmann stammt.

Dann kommt Barbara Claudia Keller zu Erich Fried von dem  einen  Lyrikbband gelesen und über ihn nachgegooglet hat.

Es gibt  auch den “Fried-Preis” und da zitiert Barbara Keller die Aussage eines FAZ-Kritikers über “mittelalte deutsche Preisträgerinnen, von denen er meint, “daß sie erstens nicht schreiben können und zweitens nichts zu sagen haben”.

Wer das wohl gewesen sein könnte? Wenn ich da mal schnell nachgoogle, komme ich darauf, daß den in den letzten Jahren Esther Dischereit, Terzia Mora und Judith Hermann gewonnen haben.

Alles anerkannte renommierte Autorinnen, aber die Kritiker sind ja oft sehr kritisch und es ist wahrscheinlich besser selber nachzulesen und sich zu informieren, als sich auf ihr Urteil zu verlassen.

Barbara Claudia Keller geht aber wieder auf Werbereise, diesmal, um darüber zu schreiben und berichtet so genau von den alten Leuten mit den Gehhilfen und Schirmmützen,  sowie den dünnen Gratiskuchen und den kleinen Nudelpackungen, die man dort geschenkt bekommt.

Dann gehts nach Rom, Rumänien und in die Mazuren. Da ist der Bus mit Barbara Claudia Keller über München durch ganz Deutschland gefahren, bis er endlich an die berühmten Seenplatte in Ostpreußen angekommen ist.

So war dieser Urlaub für sie sehr enttäuschend. Wir haben das ja auch vor ein paar Jahren mit dem Auto und dem Anghänger gemacht und waren zufrieden.

Aber Billigbussreisen und Werbefahrten können anstrengend sein. So bin ich ja auch einmal mit dem akademischen Reisebüro in vier Tagen über Krakau nach Lemberg gefahren. Das war anstrengend, meine schon zitierte “Reise nach Odessa” erzählt davon, obwohl das akademische Reisebüro keine Werbefahrt machte. Ich habe mir aber das schöne Cover für mein Buch von dort mitgenommen.

Barbara Keller ist auch noch in die Türkei gefahren, hat sich dort ein wenig geneppt gefühlt, Göreme besichtigt, billige Ansichtskarten und auch einen Schal bekommen und ich finde das Buch, beziehungsweise die Mischung von Notaten, Sprichwörtern, Rezepten, Reisen durchaus sehr interessant und es auch immer wieder spannend, was in Österreich und auch anderswo so alles geschrieben wird, was  in den Buchhandlungen vielleicht gar nicht so leicht  zu finden ist.

Realitätsgewitter

Jetzt kommt ein Buch, von dem ich vor ein paar Monaten in “Ex Libris” gehört habe, das ich ja gar nicht so oft konsumiere.

Das Buch, der mir unbekannten Autorin Julia Zange namens “Realitätsgewitter“, das im vorigen November erschienen ist und von dem der Moderator sagte, die Eltern hätten die Autorin daraufhin geklagt oder eine einstweilige Verfügung verlangt.

Das ist interessant und macht neugierig, also habe ich mir das Buch gestellt, das nur hundertfünfzig Seiten stark ist und am Cover ein sehr eindringliches Bild einer schwarzen Katze mit gelben Augen trägt. Das macht auch neugierig.

Am Buchrücken, hat dann Maxim Biller, der gestrenge Kritiker, der inzwischen aus dem literarischen Quartett ausgestiegen ist um wieder mehr zu schreiben geschrieben: “Das kann nur Julia Zange:Alle zehn Jahre ein Buch schreiben, das man nicht mehr vergisst!”

Das macht noch mehr neugierig also goolge ich nach und erfahre bei “Wikipedia”, daß die Autorin, eine trotzig dreinschauende blonde junge Frau, entweder 1983 oder 1987 geboren ist, 2006 den renommieren “Open Mike” gewonnen hat. 2008 den Roman “Die Anstalt der besseren Mädchen” bei “Suhrkamp” herausgegeben hat und als Schauspielerin in Berlin lebt.

In der Biografie, die im Buch enthalten ist, steht keine Altersangabe und zusätzlich zu dem schon Erwähnten, steht noch, daß sie  als Redakteurin tätig ist.

Interessant, interessant. Der Klappentext verrät, “daß ‘Marla alles super hingekriegt hätte, die Vorlesewettbewerbe, das Abi und vor allem das richtige Lächeln an den richtigen Stellen. Dann ist sie in die Großstadt gezogen und fühlt sich verloren, bis sie, um ihrer Einsamkeit zu entkommen, sich in ihre Heimat zurück und ans Meer begibt, wo sie sich dann selber findet.”

Das von dem “Erwachsenenwerden und dem sich Selberfinden”, steht auch noch einmal am Buchrücken und irgendwo habe ich noch etwas von sehr vielen Facebookfreunden gelesen.

In den fünfzehn Kapiteln des Buches wird dann gar nicht soviel Vorgeschichte erzäöhlt, sondern man wird gleich hineingeworfen in das Leben, der jungen Frau, die zu Weihnachten allein in ihrer WG ist. Die finnische Mitbewohnerin ist nach Hause gefahren. MarlasEltern sind in Indien,  SMSen, daß es keinen Weihnachtsbaum und keine Weihnachtsgans dort gibt und kündigen ihr später noch den Scheck, weil sie jetzt alt genug ist, für sich selbst zu sorgen.

Sie hat aber ihr Philosophiestudium abgebrochen und kein Geld, aber viele Freunden, einen Ben, einen  Dylan, einen Lorenz, die sie zum Teil schon von ihrer Schulzeit kennt, zum Teil  kennenlernt, während sie durch das Berliner Leben taumelt.

Da sie Geld braucht, sucht sie eine Stellung, so geht sie in ein Geschäft hinein, das eine Aushilfe sucht. Aber dafür ist sie nicht passend genug angezogen und man braucht, als Aushilfe in einer Boutique offenbar auch ein abgeschlossenes Studium und andere Sprachkenntnisse, als Englisch und ein bißchen Französisch. Also wird nichts aus dem Job.

Englisch wird in dem Buch aber ohnehin sehr viel geredet, ist Marla doch total global vernetzt und die Freunde die sie in den Bars und Lokalen trifft, kommen oft auf dem Ausland.

Ein Holger verschafft ihr dann, sie hat inzwischen eine Zara-Klamottentüte zurückgetragen und mit den fünfundzwanzig Euro, die sie dafür bekommen hat, Lebensmittel eingekauft, einen Job als Redakteurin in einem Modemagazin. So reist sie herum und geht zu Pressekonferzenen, interviewt Star und seltsame Typen, die ein “Forever life” Konzept entwerfen und mißbilligend auf sie schauen, wenn sie sich zwei Stück Zucker in ihren Cappucino kippt und sich ein Tomaten Mozarella Ciabatta bestellt.

Dann wird die Oma neunzig und sie fährt nach Haus. Die Eltern hatten mal eine Fabrik, die der Großvater, der schon vierundneunzig ist, gegründet hat. Jetzt  arbeitet der Vater in einem Center für Medical Research und die Mutter hat in dem Haus, wo sie wohnen eine Praxis als Lebensberaterin.

Als Marla dorthin kommt, empfängt sie nur die ihr unbekannte Haushaltshilfe. Später kommt die Mutter, sagt zuerst “Marla mein Schatz, ich hab dich vermißt. Du siehst gut aus,-viel erwachsener!”

Dann “Ich kann inhaltlich nicht mit dir reden, Marla. Wenn du etwas Tiefergehendes mit mir besprechen möchtest, können wir das gerne mit einem Psychologen oder Mediator machen”

Dann wieder “Natürlich, ich liebe dich mehr als mein Leben, Marla” und schließlich:

“Ich schlage vor, du übernachtest bei deinen Großeltern oder fährst wieder zurück in dein Drecksloch. Ansonsten werde ich nämlich dieses Haus verlassen!”

Marla geht in ihr ehemaliges Zimmer, die Mutter in ein Hotel, was ihr der Vater, der vor dem Fernseher sitzt, mitteilt, als sie in der Nacht von Schreien, die sie im Garten hört, aufwacht.

Jetzt verläßt sie mit der geklauten Kreditkarte des Vaters das Haus und fährt nach Sylt. Am Bahnhof kauft sie sich noch die ersten Zigaretten ihres Lebens und ein Feuerzeug mit einer Katze. In der Villa der Eltern hing auch ein Katzenbild, das die Kinder einmal den Eltern schenkten, die Mutter aber daran etwas auszusetzen hatte.

In Sylt bekommt sie in einem Hotel, das in einem Hochhaus liegt, ein Zimmer für vier Tage, trifft einen Ole, den sie über eine Kontaktbörse kennenlernte, fährt mit einem Elektrorad den Strand entlang und dann wieder nach Berlin zurück, wo die Mitbewohnerin sie empfängt und sie schließlich zum Essen ruft.

Wie das mit der Selbstfindung und dem Erwachsenwerden ist, habe ich nicht ganz mitbekommen, wie mir überhaupt der Klappentext etwas konstruiert erschien und ich das Buch auch nicht als Roman, sondern, zugegeben als, scharf und pointiert geschriebene Episoden interpretieren würde.

Einen Roman müßte man erst darauf komponieren, würde die Kritikerin in mir sagen und dazu fällt mir auch noch auf, daß das Buch, das zu Weihnachten beginnt und bis zum Sommer 2016 handelt, der Brexit und der Anschlag von Nizza wird erwähnt und immer wieder taucht das Portrait von Andela Merkel auf, wenn es schon im November erschienen ist, sehr schnell geschrieben worden ist.

Der Titel “Realtitätsgewitter” deutet wohl auf die Überforderung der jungen Frau hin und da habe ich ja schon einige diesbezügliche Romane gelesen, die die Überforderung der jungen Leute von heute zeigen, aber damals vor hundert oder achtzig Jahren, ist es wahrscheinlich auch nicht viel besser gewesen.

Wenn die Eltern von Frau Zange klagten, müßten sie sich wohl betroffen und angesprochen gefühlt haben, in diesem Fall wäre wohl wirklich ein Gespräch mit oder auch ohne Psychologen und Mediator zu empfehlen.

Ansonsten kann ich nur sagen, daß mir die Autorin bisher unbekannt war, daß ich die Episoden scharf und pointiert geschrieben empfunden habe und sie wohl auch sehr viel von der Überfordertheit ausdrücken, denen die jungen Leute heute wohl ausgesetzt sind und was man vielleicht auch lesen will.

Ansonsten ist es dieser Marla, trotz ihrer harten oder neurotischen Eltern, eigentlich nicht so schlecht gegangen. Der Job war ja da und die Freunde, wenn vielleicht auch oberflächlich auch und ob sie sich nach vier Tagen Sylt wohl wirklich gefunden und erwachsen ins Leben zurückgekeht ist, erscheint mir fraglich.

Wär schön wenn das so einfach wäre und wer hat das einmal zu mir gesagt, ein Roman ist etwas ganz anders und braucht wohl auch mehr, als vier Monate, um zu entstehen.Er muß auch berühren und etwas Neues, noch nie dagewesenes beinhalten?

Nun berührt haben mich die pointiert beschriebenen Szenen schon. Neu ist der Inhalt wahrscheinlich nicht und in Berlin, Wien und woanders, werden wahrscheinlich noch viel mehr entwurzelte junge Leute herumlaufen, die per Facebook kommunizieren, moderne Klamotten haben und sich mit ihren Eltern nicht verstehen.

Interessant ist vielleicht auch noch die “Amazon-Bewertung”, die ich ja sehr gerne zu Rate ziehe. Von ein bis fünf Stern ist da alles zu finden und zu den pointierten Bildern, mit denen auch das moderne Szene Berlin beschrieben wird, durch das Marla torkelt, fällt mir noch das “Mimikry-Spiel des Lebens-Buch” ein, das ja auch bei “Aufbau oder zu der Verlagsgruppe gehörendenen Verlag” erschienen ist und das in einem Sommer in diversen Künstlerwohnungen entstanden ist, die vielleicht denen gleichen, durch die Marla zieht und literarische Anspielungen kommen in dem Buch auch einige vor, scheint Marla oder ihrer Autorin ja sehr belesen.

Franz Werfel-Stipendium und Schmidt-Dengler Lesung

Im Literaturhaus gibt es derzeit ein dichtes Programm, nämlich die Jubiläustagung zu “25 Jahre Franz Werfel-Stipendium”, mit einer Tagung zum Thema “Literatur als Erotik”, die schon am Donnerstag angefangen hat und bis Samstag weitergeht.

Das “Franz-Werfel-Stipendium” richtet sich an ausländische Hochschullehrer, die zu österreichischer Literatur forschen und wird von Konstanze Fliedl betreut und am Donnerstag, während ich im Rathaus war, hat es mit einer Veranstaltung mit Gustav Ernst, Robert Menasse, Anne Cotten und Lydia Mischkulnig unter der Leitung von Daniela Strigl begonnen. Also sehr hochkarätig. Eine Ausstellung dazu gibt es auch und am Freitag ist es dann mit den Referaten der Stipendiaten weitergegangen. So hat Graziella Predoiu aus Rumänien über Leopold von Sacher Masochs “Venus im Pelz” gesprochen. Dann folgte ihr Jan Budnak aus Tscheien und der stellte die deutschmährische Moderne am Beispiel einer Geschichte von Franz Schmamann vor, die mich stark eine der Erzählungen von Mela Hartwig erinnert hat.

Ein Mädchen geht über ein Feld um einer Zwangsheirat zu entgehen, wird dabei von einem Gendarmen vergewaltigen, kann sich nur durch Totschlag retten, traut sich aber nicht, um nicht der Schande und dem Spott ausgelieftert zu werden, das zu erzählten. so wird sie zum Tod verurteilt.

Vahidin  Preljevic aus Bonien-Herzegowina, kam dann wieder nach Österreich zurück und beschäftigte sich mit der Josefine Mutzenbacher, die ja Felix Salten zugeschrieben wird. Er meinte, aber daß die Urheberschaft nicht bewiesen wäre, Salten hätte das abgestritten, Schnitzler hat einmal geschrieben “Das kann nur der Salten geschreiben” haben,  Karl Kraus wurde auch vermutet und ich fragte mich, warum es eigentlich so sicher ist, daß das ein Mann geschrieben hat. Vielleicht ist es wirklich eine “Wiener Dirne” oder wie man heute sagen würde, eine Sexarbeiterin gewesen.

Dann gab es eine Pause und da entdeckte ich, daß am Büchertisch ein Haufen der Büchlein die bei den Wiener Vorlesungen entstanden sind, zur freien Entnahme auflagen.

So zum Beispiel eines von Edward Timms, den ich ja erst vorige Woche hörte über “Karl Kraus und der Kampf ums Recht” und eines von Sigurd Pauöl Scheichl “Zur Aktualität von Karl Kraus  “Letzte Tage der Menschheit”, aber auch einige von Ruth Klüger. So habe ich mir meine Tasche vollgestopft.

Es ging dann noch weiter mit Jean Bertrand Miguoue aus Kamerun, der über die “Erotik des Wortes. Dchtung als Form des Voyeurismus am Beispiel von Altenberg, Kafka und Musil” referierte und ein Büchlein über Peter Altenberg hat es auch gegeben.

Dann kam Gabor  Kerekes aus Ungarn, der zeigte welche österreichischen Bücher wann in Ungarn aufgelegt wurden und wie wenig erotisch die Literatur in Ungarn zur Zeit des Stalinismus war.

Dann ging es weiter am Nachmittag, ich mußte aber in den BÖP, denn da gab es ein Verlagspsychologentreffen. So habe ich einige Vorträge, aber auch die Präsentation der Publikation zu “25 Jahre Franz Werfel-Stipendium” versäumt. Die ist aber aufgelegen, als ich am Abend wiederkam, denn da hat es nicht nur ein Buffet, sondern vorher die neunte “Schmidt-Dengler-Lesung” gegeben, die diesmal Peter Nadas gehalten hat, den ich ja erst vor ein paar Wochen im Literaturmuseum hörte.

Er stellt seine noch nicht auf Deutsch erschienenen Memoiren “Aufleuchtende Details” vor und ganz besonders spannend war es, daß auf einmal die Anna “Hallo, Mutter!”, sagte, da sie mit ihrer Freundin Anna Linder, die ja Literaturwissenschaftlerin ist, gekommem ist, um sich den Vortrag anzuhören.

Am Samstag wurde es dann morderner und zwar ging es mit Christina Spinei aus Rumänien weiter, die über Ingeborg Bachmann, beziehungsweise Hans Weigels sogenannten Schlüsselroman “Die unvollendete Symphonie”  ihre Beziehung zu Paul Celan referierte.

Die Ungarin Edit Kiraly referierte über die “Kussschule” in Andreas Okopenkos “Lexikonroman”.

Dann kam die Polin Anna Dabrowska und referierte über das Erotische in Semier InsayifsRoman “Faruq”, den ich nicht gelesen habe, so daß ich über seine Erotik nicht viel sagen kann, ich kenne den 1995 geborenen Sohn eines Irakers und einer Österreicher, eher als Literaturvermittler, hat er ja den “Siemens-Literaturpreis” organisiert und hat in der “Gesellschaft für Literatur” auch eine Jugendschreibwerkstatt.

Nach der Mittagspause ging es weiter mit Clemens J. Setz, da referierte die Polin Mart Wimmer über die “Frequenzen” Indigo” und “Die Liebe in Zeiten des Mahlstädter Kindes” und da schieden sich die Geisgter, wurden einige Stellen in Setz Werk ja als kitsch gefunden und das war, soweit ich mich erinnern kann, mein Eindruck bei dem Erzählband, der ja den “Leipziger Buchpreis” gewonnen hat, auch, während ich von der “Stunde zwischen Frau und Gitatte” sehr begeistert war und diesem “verrückten” Buch gern den dBp gegeben hätte und erotisch ist der Monsterroman, glaube ich, auch ganz schön.

Dann ging es noch um Ann Cottens Erzähltband, der “Schaudernde Fächer” und um Paula Köhlmeiers “Maramba”, das ich ja einmal im “Wortschatz” gefunden habe und weil wir bei den Bücherfunden bin, kann ich gleich erwähnen,  daß am Samstag, was mich ganz besonders freute, Luigi Reitans “Flucht in der Literatur – Flucht in die Literatur”, die “Wiener Vorlesung” vom 15. März 2016, das heuer in Leipzig vorgestellt wurde, auflag.

Das wars dann schon für das allgemeine Publikum, dann gab es noch Kaffee und die Reste vom gestrigen Buffet und ein paar gute Erdbeerwürfeln, ich habe mich mit ein paar Besuchern unterhalten, meine Bücher hergezeigt, über mein Schreiben erzählt, während es für die Stipendiaten zum Strategiegespräch über die künftigen Themen ging und dann gab es für sie, glaube ich, noch einen Heurigenbesuch, während ich nur sagen kann, daß es eine sehr sehr interessante Tagung war, obwohl das Thema Erotik wahrscheinlich zu weit und zu hoch gegriffen war.

Es ist nicht alles nur erotisch, aber das ist ein Thema, das wahrscheinlich alle anspricht und wie man sieht, hat die österreichische Literatur sehr viel davon zu bieten.

Von Franz Werfel, ein ziemlich zeitgleich mit Leo Perutz in Prag geborener deutschsprachiger Dichter, der aber, wie Manfred Müller, am Dienstag in der “Gesellschaft für Literatur” erzählte, nicht so viel, wie Perutz oder Kafka gelesen werden würde, habe ich übrigens “Das Lied der Bernadette” und den “Veruntreuten Himmel”  gelesen.

Die vierzig Tage des Musa Dagh” warten noch auf mich.

 

Dreitausendmal

Es ist soweit, wenn die WordPress-Statistik stimmt, ist das jetzt der dreitausendste Artikel, den es seit Juli 2008 gibt und mit dem ich versuche der Öffentlichkeit mein literarisches Leben zu präsentieren.

Dreitausend Artikel, ich habe sie selbstverständlich nicht nachgezählt, aber wui, eine gigangtische Zahl und auch eine schöne Gewohnheit, daß ich mich da seit fast neun Jahren abend für abend und machmal auch am Morgen oder zu Mittag, je nach dem wie es sich ausgeht, hinsetze, um über mein literarisches Leben zu schreiben.

Und eine, die ich auch nicht mehr missen will, denn das “Literaturgeflüster” und das kontinulierliche Reflektieren über mein Schreiben, mein Lesen und das, was so im Literaturbetrieb passiert und was sich davon für mich mitbekommen  läßt, ist sehr wichtig für mich geworden oder war es  höchstwahrscheinlich schon immer.

Aber, wie man früher für die Schublade schreiben mußte, wenn man nicht das Glück oder das Talent hatte, einen Verlag zu finden, ich habe das offenbar nicht und weiß noch immer nicht warum, denn an den paar Rechschreib- und Flüchtigkeitsfehler kann es ja nicht liegen, aber meine Kritiker werden es mir vielleicht sagen und sich jetzt relativ einfach schnell und billig selber publizieren kann, was ich auch seit 2000 ziemlich regelmäßig und auch schon sehr viel tue, kann man sich jetzt auch im Netz darstellen, was ich eigentlich sehr schön finde.

Jeder kann das und einige nützen auch diese Gelegenheit und so gibt es in diesem, wie mein Kritiker Uli, der aber inzwischen selber bloggt, sagen würde, auch schon einen riesigen sinnlosen Content in ihm, den dann keiner liest, weil man ja vielleicht selber damit beschäftigt ist, zu bloggen, zu schreiben, zu facebooken, Istagramm zu bedienen und und…

Ich bin ja und darf das mit meinen schon fast vierundsechzig Jahren vielleicht auch ein bißchen sein, eine altmodische Person, die also nur bloggt und nicht facebooked, twittert und bei Instagrammaktiv ist und die das Bloggen auch als eine Art literarisches Archiv betrachtet.

Ich blogge nur über mein literarisches Leben, das aber ziemlich umfangreich und genau und ich kann mich auch noch sehr genau erinnern, als ich 2008, nach dem Bachmannpreis, den ich damals sehr intensiv im Netz verfolgte und da auch auf einige Blogger stieß, die sich in den Pausen daraüber austauschten, den Alfred fragte, ob ich das auch kann und eigentlich keine Ahnung hatte, wie ich das machen will.

“Klar!”, hat er gesagt.

“Da kannst du über die Bücher schreiben, die du liest und die Veranstaltungen, die du besuchst und so ist das dann auch gewesen und das andere, hat sich eigentlich automatisch und wie von selbst entwickelt.

Denn gelesen habe ich schon immer viel und bezüglich der “Tahalia-Kundenrezensionen”, die es damals gab, hatte ich auch schon Bücher besprochen.

Zu Veranstaltungen gehe ich, glaube ich, seit meiner Matura und literarisch schreibe ich auch seither, habe inzwischen über vierzig selbstgemachte Bücher und auch einige andere, einige Texte in Anthologien, einige in Literaturzeitschriften, habe einige, zugegeben eher kleine Preise gewonnen, war und bin immer noch in einigen Jurien.

Die Literatur ist nicht mein Haupt- sondern ich habe, wie das so schön heißt, einen BrotberufHobbyautorin, würde ich mich nicht nennen, wer das mag, kann das gerne tun, für mich stimmt es nicht, denn das Schreiben und das Bewegen im Literaturbetreib ist meine Lebensform, die Psychologie und die Psychotherapie sind die Gebiete von denen ich leben und inzwischen habe ich auch schon eine Pension, auch wenn meine Praxis und meine beiden Kassenverträge weiterlaufen.

Viel Erfolg habe ich mit der Literatur nicht gehabt. Ich schreibe das ja  immer und es stimmt wahrscheinlich auch, daß ich mich in den dreitausend Artikel immer wieder ein bißchen wiederhole, daß ich 1978 wird das vielleicht gewesen sein, von meinen beiden Freunden,  Monika J., die inzwischen schon gestorben ist und Gerhard K., der als Psychologe Karriere machte, sehr kritisiert wurde, als ich ihnen meine “Einladung zum Tee” zeigte.

Auch das verstehe ich noch immer nicht so ganz, daß das sein muß, wenn eine junge Frau, die etwas schüchtern ist, mit einer ihrer ersten Geschichten kommt.

Klar, daß sie damit nicht den Nobelpreis bekommt, auch, wenn sie sich das vielleicht erhofft, da würde ich auf jedenfall “Schön!”, sagen, und “Ich sehe, das ist dir sehr wichtig!” und dann kann ich noch immer, wenn ich das unbedingt will, hinzufügen “Aber auf das und das, könntest du vielleicht achten!

Nun gut, die Monika hat mich in den “Arbeitskreis der schreibenden Frauen” gebracht und dort bin ich auf einmal hautnah, neben und nicht im Literatubetrieb gewesen. Habe aber Frauen wie Elfriede Haslehner, Marie Therese Kerschbaumer, Christa Stippinger und und kennengelernt, mit denen ich mich zum Teil noch heute treffe und in die GAV bin ich über sie und in Umwegen auch gekommen.

Dann meine Texte herumgeschickt und herumgeschickt und nicht die gewünschte Resonanz bekommen. 2000 hat mir der Alfred, den ich inzwischen kennenlernte, mein erstes Buch zum Geburtstag geschenkt “Die Wiener Verhältnisse”, die “Hierarchen” sind inzwischen in der “Edion Wortbrücke” herausgekommen und “vernichtend” kritisiert worden, was ich auch nicht so ganz berstehe.

Langer Rede, kurzer Sinn, inzwischen gibt es schon über vierzig selbstgemachte Bücher und wem es interessiert, ich bin mit dem Korrigiern von “Vor dem Frühstück kennt dich keiner” gerade fertig geworden und habe den Text dem Alfred geschickt, damit er mir das PDF für mein drei oder vierundvierzigstes Selbstgemachtes Buch, so genau merke ich mir das gar nicht mehr, machen kann, das ich dann hier vorstelle, wenn es das Foto gibt und ein Gewinnspiel ,wo man es gewinnen kann, wird es auch wieder geben.

Die Resonanz auf meinen Blog ist ja nicht so groß, wie ich es vielleicht gerne hätte, zumindest melden sich die Leute bezüglich meiner Gewinnspiele nicht zu Hauf, obwohl ich, wenn ich zu Veranstaltungen gehe, immer wieder von Leuten, die ich gar nicht persönlich kenne, angesprochen werde, daß sie meinen Blog kennen und die Verlage schicken mir auch vermehrt Bücher, damit ich sie bespreche und das tue ich auch gerne, denn das Lesen macht mir noch immer Spaß und so habe ich eben im Juli 2008 mit meinen ersten Artikel über mein literarisches Leben begonnen.

Der war sehr kurz und damals hatten wir in Harland auch kein Internet, so daß es noch keine tägliche Artikel gab. Jetzt gibt es die und ich gebe zu, ich plane sie auch schon im Voraus und überlege mir auch genau zu welchen Veranstaltungen ich gehen soll, weil sie blogtechnisch, wie das vielleicht so blöd heißt, interessant sein könnten.

Ich lasse mir manchmal Bücher, wenn ich sie zum Beispiel auf der “Alpha Gala” oder einer anderen Veranstaltung bekomme “für das Literaturgeflüster” signieren, das hat einmal Michaela Falkner im Literaturhaus so gemacht, als ich ihr vom “Literaturgeflüster” erzählte und seither sage ich das manchmal, obwohl ich kein Signiertyp bin und mir nie Bücher zu den Veranstaltungen extra mitnehme.

Zum tausendsten Mal habe ich einen extra Artikel geschrieben und wenn ich mich nicht irre zum fünfhundersten Mal auch, dann habe ich es schleifen lassen.

Jetzt habe ich gedacht, es wäre eine gute Idee extra daraufhinzuweisen und noch einmal zum hundersten oder tausendsten Mal über mich zu schreiben. En wenig eitel vielleicht, aber das Bild mit der “Literaturgeflüsteradresse” von denen ich immer noch einige habe, hat der Alfred drucken lassen und gedacht, daß ich es vor zwei Jahren in Leipzig verteilen könnte.

Gebracht hat es nicht sehr viel oder doch vielleicht, hat mir Daniel Wisser ja dieses Mal im Leipzig bei der Happy Hour am Österreichstand erzählt, daß ihm ein Freund in Amerika auf meinen Blog aufmerksam gemacht hat, wui!

Also dreitausendmal und dann bald den neunten Bloggeburtstag und nächstes Jahr gibt es das Literaturgeflüster zehn Jahre. Da hat mir der Alfred schon vorgeschlagen, daß ich mich mit einem Banner vor die Hauptbücherei stellen soll. Das mache ich natürlich nicht, aber einen Artikel mit einem großen Gewinnspiel wird es  geben und wer jetzt vielleicht das “Literaturgeflüster-Texte-Buch“oder ein anderes Buch von mir haben will, der soll sich bei mir melden. Ich schicke es ihm gerne zu oder treffe mich mit ihm, wenn er oder sie in Wien wohnen sollte und auch zu Literaturveranstaltungen geht.

Solange der Vorrat reicht oder ich, wie ich heute, als ich meine zwei letzten Bücher, nach Leipzig zur deuteschen Biblitohek schickte, merken konnte, daß das sehr teuer ist, das Porto zahlen kann, wie es so schön heißt, schreibe ich dazu und da ich meistens niemand auf meine Gewinnspiele meldet, habe ich hier keine Angst, überrant zu werden, schrenke aber vorsorglich, die Zahl der zu gewinnenden Bücher auf drei ein.

Mir ist das Schreiben und das Lesen sehr wichtig. Das Eigene und das Fremde, wie es ebenfalls so schön heißt, deshalb ist das “Literaturgeflüster” und die Möglichkeit mich damit im Netz zu präsentieren, für mich eine gute Idee, die ich auch weiter betreiben werde, auch wenn ich selbstverständlich weiß, daß sich niemand so besonders dafür interessiert und höchstens den Artikel liest, wenn ich seinen Namen oder seine Veranstaltung erwähnte.

Aber das macht eigentlich gar nichts oder es ist natürlich, wie es ist und ich mache was und so gut, wie ich es kann, mit meinen Flüchtigkeits- und meinen Rechtschreibfehlern.

Die Ersten schleichen sich zwangsläufig ein, wenn man in einer Stunde mit dem Artikel fertig sein will, weil man ja noch anderes,  Familie,  Beruf, das Lesen, das Schreiben, das Spazierengehen, etcetera hat und auch noch schlafen muß und das Zweite war mir, wie ich ja ebenfalls immer schreibe, schon in meiner Schulzeit nicht so wichtig.

Aber ich kann es, das Schreiben und das Lesen und ich praktiziere es auch regelmäßig, so wie ich es kann, mit meinen selbstgemachten Büchern, die ja inzwischen auch ein gänoiger Weg sind und mit meinen Blogartikeln.

Ich freue mich also über den Dreitausensten, hätte mir im Juli 2008 nicht gedacht, daß es so viele werden und sie mir so wichtig sind und denke sie sind inzwischen ein sehr schönes Literaturarchiv.

Mein Persönliches, an dem ich auch andere gerne teilnehmen lasse, auch wenn ich sehr viel jammere, mich wiederhole, etcetera,  bin ich, wie ich bin, schreibe, wie ich es kann und freue mich ganz ehrlich, wenn es ihm geben sollte, schon auf meinen Fünftausendter.

Julya Rabinowitsch feiert Mela Hartwig

Die  “Autorinnen feiert Autorinnen Veranstaltung gibt es jetzt das vierte Mal. Julia Danielcyck hat sie eingeführt, als sie von Roul Blahacek das  Literaturreferat übernommen hat und das war sicher eine engagierte Idee und so hat Marlene Strerwuwitz Bertha von Suttner gefeiert, Marlene Schachinger Betty Paoli und Ruth Klüger Marie Ebner von Eschenbach.

Lauter adelige Damen, als ob es es keine andere Autorinnen gäbe und als ob es nicht wert wäre, diese auch zu feiern.

Else Feldmann vielleicht oder Hermynia von Mühlen, Bingo die ist auch adelig, also Else Feldmann oder eine andere jüdische Autorin, die im Holocaust Österrreich verlassen hat und damit ihre Identität verlor.

Das habe ich Julia Danielcyck vor cirka einem Jahr gesagt und Bingo, Zufallf oder nicht, man soll sich ja nicht selber überschätzen, ist diesmal Meta Hartwig, die Auserwählte und Julia Rabinowitsch, die Festrednerin.

Die wäre ja meine Anwärterin für den “Veza Canetti- Preis”, wenn ich ihn schon nicht selber gewinne und Judith Gruber-Rizy vielleicht auch nicht so in der Szene ist, aber Julia Rabinowitsch, die ja mit ihrem “Spaltkopf” bei der “Edition Exil”, der literarische Aufstieg gelungen ist, wäre eine Anwärttin für mich, ist außerdem auch eine sehr unkonventionelle Person, wurde für die Festrede auserwählt und hat sich diesbezüglich auch ordentlich ins Zeug glegt.

Mela Hartwig, eine unbekannte Autorin hat Julya Rabinowitsch gesagt, ja natürlich, auch für mich, ich habe noch nie etwas von ihr gelesen, aber, glaube ich, schon etwas gehört, denn “Droschl” hat ja die Werke der  1895 in Wien geborenen Tochter von Theodor Herzl wieder aufgelegt und die hat eine Ausbildung als Schauspielerin absolviert und dann expressionistisch zu schreiben begonnen.

“In zerbrochenen Spiegeln” war der Titel der Festrede. Aber zuerst ist in Vertretung für den Stadtrat, der auf dem Proramm stand, eine Gemeinderätin gekoimmen und hat sich eupnhorisch geäußert, daß sie gerne eine Bürermeisterin haben will.

Denn die Veranstaltung hat ja im Staatssenatssitzungsrat stattgefunden, wo die Portraits der Bürgermeister, lauter würdige Herrn, hängen und ganz vorn, das von Helmut Zilk und der hat sich ja von Maria Lassnig malen lassen.

De Proportionen sind da etwas verrtuscht und das erregt Unmut und so weisen die Eröffnungsredner, meistens auf das Portrait hin. Die euphorische Gemeinderätin tat das auch, aber leider ist sie keine Lassnig-Liebhaberin oder eine Feindin der verrutschten Proportionen und so äußerte sie sich etwas negativ, obwohl Maria Lassnig ja auch eine Frau ist.

Interessant dazu, hinter mir sind Eva Geber und der Mandelbaum-Verleger gesessen und die haben sich auch zu dem Bild geäußert. Eva Geber meinte, daß Maria Lassnig sich damit übver HELMUT Zilk lustig machen wollte, die Gmeinderätin meinte eher, daß Zilk den Gemeinderat mit diesen Bild verarschen wollte.

Nun sei es, wie es sei, das Thema war Mela Hartwig und die ist eine expressionistische Autorin und da sind die Proportionen wahrscheinlich auch etwas verrutscht, aber sie ist ja, wie Julia Rabinowitsch in ihrer Rede betonte, wahrscheinlich den meinsten Anwesenden unbekannt.

Sie hat aber sehr eindrucksvolle Geschichten geschrieben in ihrem Novellenband “Extasen”, darunter eine, wo die fünzehn ährige Agnes von ihrem psychoanalytischen Vater mißbraucht wird und eine von einer Frau, die sich im Mondlicht schwängern läßt und dann wirklich und wahrhaftig wegen Abtreibung verurteilt wird.

Man sieht, ganz schön sozialkritisch, nachdem der Band 1927 bei “Zsolnay” erschienen ist. Dann kam das dritte Reich und beendete Mela Hartwigs literarische Karriere und “Zsonay” wollte das dritte Buch nicht mehr verlegen.

Sie emigrierte nach London, fing dort zu malen an und ihrem Mann ist es nicht gelungen, auf das Talent seiner Frau aufmerksam zu machen oder doch ein bißchen, Ernst Schönwiese brachte etwas in seiner Literaturzeitschrift, die Wien-ibliothek hat den Nachlaß aufgekauft und “Droschl” hat die wichtigen Werke, der 1967 gestorbenen Autorin, wieder aufgelegt.

Interessant, interessant auch die Paralelen zu Julia Rabinowitsch, die ja auch emigriertrte, in einer fremden Sprache Karriere machte, während Mela Hartwig ihre im Exiil verlor. Sie hat zu malen, Julia Rabinowitsch zu schreiben angefangen und ihre Festrede war, glaube ich, die beste, wenn man von der von Marlene Streeruwitz absah, die wahrscheinlich etwas ungewöhnlich war.

Interessant, interessant, nachher gab es wieder ein Glas Wein, in den ersten zwei Jahren hat es das nicht gegeben und dabei ein paar Gespräche und ich bin jetzt natürlich neugierig, wer die nächste Canetti Preisträgerin wird, schlage Julia Rabinowitsch vor und würde mir als nächste gefeierte Autorin Else Feldmann oder Hermynia zur Mühlen wünschen, aber Hilde Spiel ist wahrscheinlich auch ganz interessant.

Schreibcamppläne

Am Dienstag bin ich mit dem Korrigieren meines “Bibliotheksgespenstes” oder “Vor dem Frühstück kennt dich keiner”, wie der Text etwas kryptisch heißt, fertiggeworden.

Ich habe ihn an den Alfred geschickt, damit er ihn druckereifertig machen kann, den Beschreibungstext hat mir ja schon Richard Weihs in einer seiner “Wunschgedicht-Veranstaltung” geliefert.

Das Foto von der Hauptbücherei, wo sich die Geschichte ja größtenteils abspielt, aber auch beim Mc Donald`s und in verschiedenen Reisebussen auf der Fahrt nach Belgarad, Graz, Linz, Salzburg, Berlin, müssen wir noch machen, aber ich bin frei für meine weiteren Schreibpläne, das habe ich schon unlängst ein bißchen konzipiert, jetzt kann ich es genauer konkretisieren.

Zuerst kommen da ja immer meine Rituale, das heißt das Fensterputzen, das werde ich nächste Woche machen, da sich das Monat ja dem Ende neigt und ich nach meinen Vormittagsstunden meine Abrechung machen muß.

Nächste Woche vielleicht und da kann ich am Freitag vielleicht schon auf Recherche gehen oder das “Literaturgeflüster” ein bißchen feiern, was ich mir ja auch vorgenommen habe.

Dann gibts eine Unterbrechung, nämlich die Radfahrt um den Bodensee, die wir der Ruth zum siebzigsten Geburtstag schenken, beziehungsweise mit ihr machen. Dann kommt noch eine Woche und dann ideal für Schreibpläne geeignet eine Strohwitwenzeit, da da der Alfred mit dem Karli ja nach Amerika fliegt.

Aber was mache ich da und, wie gehe ich es an zu dem Stoff für mein neues Buch zu kommen?

Das habe ich mich schon gefragt und ein bißchen konkreter ist es jetzt auch schon, denn da gibt es wieder eine Zwillingsschwesternidee, die man ja auch mit den literarischen Blogs oder dem Leben im Netz verbinden kann, wenn es, wie ich mich wieder leicht spolern möchtem mit dem Leben in der Bibliothek schon nichts geworden ist.

Daß ich mich nach über vierzig jahren erfolglosen Schreiben, ein wenig ausgeschrieben fühle, habe ich auch schon mehrmals erähnt. Nicht schon wieder über eine depressive Frau schreiben, vier bis sevchs Wochen lang, dann drei Monate korrigeren, dann erscheint wieder drei Monate später das Buch und das war es dann?

Nein oder ja, das heißt sehr viel scheine ich dagegen nicht machen zu können oder doch vielleicht.

Vielleicht wirklich einmal zu Recherche oder Studienzwecke eine längere Auszeit nehmen und wieder eine Schreibwerkstatt bei mir selber machen.

Ganz allein brauche ich aber diesmal da nicht zu sein, hat doch Annika Bühnemann, deren Blog und vor allem ihre Twitter und Videoaktivitäten ich seit einem Jahr sehr intensiv verfolge, eine idee geboren, die zufälligerweise ganz genau passend ist.

Will sie ja im Juni zu einer Challenge aufzrufen, wo man zehn Geschichten in einem Monat schreiben soll.

Bis Juni ist zwar noch ein bißchen Zeit, weil wir erst April haben, sie gibt auf ihrer Twitterseite aber schon Anregungen, schreibt, daß man eine spannende Szene über das Putzen oder eine darüber, wie einer seiner Sucht nicht nachgehen kann, schreiben soll.

Ideen, die sich aufgreifen lassen und dann hätte ich schon zwei Geschichten.

Also zuerst die Fenster putzen und da fällt mir auf, da hätte ich schon Geschichte eins und könnte daraus etwas machen und dann das habe ich mir jetzt auch fix vorgenommen, werde ich zuerst für Recherche-oder Studienzwecke, das “Blogbuster-Leseprobenbuch” lesen und darüber schreiben und dann entweder hinaus, durch die Stadt fahren, für mein Romanprojekt recherchieren oder die zehn Geschichten schreiben, die ich ja schon ab Mai in meinen Blog einstellen kann.

Da habe ich mir ja auch schon vorgenommen, die vielleicht auch mit oder über meine Romanfiguren zu schreiben, die Fritzi Jelinek ist ja Schreibtrainerin oder Literaturcoachin, wie das jetzt so schön heißt, von der könnte ich mich beraten lasse oder über sie schreiben, über den Psychiater Theo Hardenberg vielleicht auch noch einmal, beziehungsweise über die Lisbeth Hahnenpichler, die einsame Ex-Bibliothekarin und und….

Dazwischen zu Hause bleiben, meine eigenen Bücher wiederlesen, in den ungelesenen Sub-Stapeln schmökern, mich selbst ein wenig beweihräuchern, weil das ja sonst keiner tut und als ich das vor cirka einem Monat schon so geschrieben habe, hat mich die Ruth angerufen, die ja meinen Blog zu lesen scheint und hat mir angeboten meine Strohwitwenzeit ein wenig zu versüßen und mit mir zu den öffentlichen Kunstwerken, die in Wien überall ausgestellt sind, hinzupilgern, denn darüber kann man ja auch herrlich schreiben und zu zweit geht das sicher noch mal besser.

Also viele Pläöne für meine Strohwitwenzeit oder meinem Weg bis zum nächsten Projekt, mit dem ich hoffentlich ein bißchen Aufmerksamkeit bekomme.

Denn daran scheint es bei mir ja zu hapern und daran habe ich auch gedacht, als ich mir Montag den Podcast des Literaturcafes, auch ein Ideenspender, anhörte, denn da hat Wolfgang Tischer gemeinsam mit Klaudia Zotzmann, am Sonntag in Wien zum “Tag des Buches” ein Selfpublisherseminar vertanstaltet und sich mit ihr über eine Stunde darüber unterhalten und das ist ja auch sehr interessant.

Diese Kluft zwischen den Selbfpublishern und den sogenannten Verlagsautoren, eine die es noch gar nicht so lange gibt, denn bis vor kurzem waren sie Selfpublisher sowieso pfui und das letzte, wurden “Eigenverlag” genannt, sind von den Zuschußverlagen ausgenützt und dann noch verlacht worden, dann hat ihnen der “böse Amazon” die Tore weit geöffnet und seither wachsen, wie ich ja immer so schön schreibe, die “Selfpublisherseminare”, wie die Schwammerln aus dem Boden. Es gibt “Vom Schreiben leben-Seiten” und eine Unzahl von Tips für Schreibfreudige, von denen mir die meisten, wie ich daraufgekommen bin, auch nicht viel weiterhelfen.

“Kein Wunder!”, ätzte da mein Kritiker, der inzwischen aber ganz friedlich ist und selber bloggt und schreibt, “wenn man nicht schreiben kann, nützen die nichts!”

Aber ich war ja gestern auch auf einer Podiumdsdiskussion wo es um das Schreiben in Niederösterreich gegangen ist und da wurden ja Ideen zur Verbesserung der Autorenwelt gesammelt.

Da ging es zwar um die Literaturförderung und davon sind die Selfpublisher wahrscheinlich auch ausgeschlossen, aber Tobias Nazemi, der “Blogbuster-Erfinder”, hat zum “Tag des Buches” davon geschrieben, daß inzwischen schon mehr Leute schreiben, als lesen und das scheint nicht ganz übertrieben zu sein.

Ich finde das ja schön, nur schade, daß ich nicht die von mir gewünschte Aufmerksamkeit finde und noch mehr schade, daß sich manchmal Leute über mich und mein Schreiben, über das ich ja sehr ehrlich und offen berichte, lustig machen und das sollte eigentlich nicht sein.

Ich werde es aber nicht lassen und werde jetzt, wenn ich es schaffe, ein sogenanntes “Schreibecamp” einlegen, Recherchieren, Szenen schreiben, das Eigene wieder lesen, um zu sehen, wo ich anknüpfen kann und diesen Artikel habe ich jetzt eingeschoben, weil es wieder Neugikeiten gibt und auch damit mein “Dreitausender-Artikel” den ich schon vorbereitet habe und auf den ich auch schon hinweisen kann,  nicht zu früh erscheint, denn, ihr könnt euch schon freuen, Freunde und auch Kritiker, das “Literaturgeflüster” gibt es schon fast neun Jahre und da habe ich jetzt schon fast dreitausendmal über mich und mein erfolgloses Schreiben, aber auch über meine Schreibpläne, die Bücher die ich lese,  die Veranstaltungen, die ich besuche, etcetera, etcetera, geschrieben.

Vom Centrope nach Krems

Alfred Komarek, Barbara Schwarz, Gabriele Ecker, Maria Scholl, Gerhard Ruiss

Alfred Komarek, Barbara Schwarz, Gabriele Ecker, Maria Scholl, Gerhard Ruiss

Heute war nach zwei Wochen Osterferien wieder einmal das Centrope-Workshop, ein bißchen ist mir ja  das Privatissimum mit Stephan Teichgräber abgegangen und wir haben auch weiter an dem Präfix “ver” geforscht und es in Michal Hvoreckys Buch gesucht.

Diesmal mußte ich das akademische Viertel einhalten und genau, um dreiviertel fünf weggehen, denn der Alfred wollte nach Krems und in das dortige Literaturhaus, denn dort fand heute ein Podiumsgespräch zum Thema  “Literatur in und aus Niederösterreich” mit Gerhard Ruiss, Alfred Komarek, der Landesrätin Barbara Schwarz, Gabriele Ecker von der Literaturabteilung NÖ und Maria Scholl von der APA, die, wie sie erzählte, auch Lesepsychologin ist, also sowohl Psychologie und vergleichende Literaturwissenschaft studiert hat, statt.

Jetzt könnte man natürlich fragen, ob es sich lohnt, wegen Gerhard Ruiss nach Krems zu fahren, ist ja das Literaturhaus Wien viel näher als das “Ulnoe”, aber der Alfred kommt ja aus St. Pölten, ich habe in Harland meinen Nebenwohnsitz und verbringe schon seit Jahren meine Sommerfrische dort und habe auch einen Sommer lang, so was wie ein inoffizielles Stadtschreiben betrieben und ein Büchlein mit dem Titel “Literatur aus NÖ” habe ich da in der “Seedosen-Bücherzelle” auch gefunden, gehe jedes Jahr zu mit der “LitGes” beim Osterspaziergang mit, habe in meinen “Sommerereignissen”, die Sandra Winter auch in Harland bei St. Pölten Sommerfrische machen lassen und und und…

Und außerdem war der Eintritt frei, man mußte sich nur anmelden und dann war sogar der Sitzplatz reserviert, also nichts wie hin und weil wir das so früh taten, sind wir auch schon vor halb sieben dort gewesen und haben im Auto eine Zeitlang gewartet, bis Alfred Komarek und die ersten Gäste eintrafen, denn Hand aufs Herz so voll wie bei “Literatur und Wein” war es nicht, das lag wohl an dem schwierigen Thema, wie Sylvia Treudl in ihrer Einleitung sagte und dann den ORF-Journalisten vorstellte, der moderierte und das Podium einführte.

Der sagte dann etwas, was er zwar höchstwahrscheinlich nicht so meinte, aber zum Thema passend doch bezeichnend war, nämlich “Daß der seine Frau lesen lassen würde!”, ha, ha, aber das Einleitungsstatements war damit  eröffnet, denn es ging ja darum in Niederösterreich, die Literatur zu den Lesern zu bringen, beziehungsweise, die Leute von Kindesbeinen an zu solchen zu machen und dafür gibt das Land NÖ, wie Gerhard Ruiss in seiner Einleitung erwähnte, auch eine Hochglanzbroschüre heraus oder eigentlich um die Kultur zu fördern und peinlich ist da auch, daß auf die Literatur dabei vergessen wurde.

Ja das alte Thmea, dabei gibt es ja eine NÖ-Literaturförderung, das Hans Weigl-Stipendium und die Literaturgalen im Palais Niederösttereich mit der NÖ-Edition, die eigentlich sehr toll ist, es gibt auch die großen niederösterreichischen Lesefestivals,” Literatur und Wein” wäre da ein Beispiel, das ich schon mehrmals besuchte, weil der Alfred immer die Karten kauft, es gibt aber auch die “Literatur im Nebel”, “Die europäischen Literaturtage”, ich glaube, in der Wachau und wahrscheinlich auch und und und, wie Gabi Ecker betonte, die kleinen Intitiativen, die zum Beispie in den den kleinen Orten stattfinden und natürlich genauso wichtig sind, wie die großen Festivals, zu denen die Stars eingeladen werden und zu denen man zahlen muß, das wahrscheinlich auch nur eine betimmte Mittelschicht hingeht.

Das kann ich nur die Galerie ins Krems erwähnen, bei der ja die Ruth schon ein paar Mal las, den “Poetry Slam” der LitGes und wahrscheinlich auch den “Kramer-Preis”, der jetzt in Niederhollabrunn, früher aber in der Kulturhauptstadt NÖ mit dem “Ulnoe” vergeben wurde.

Die Landesrätin Barbara Schwarz, die ich, glaube ich, schon von der NÖ-Gala kenne, hielt eine Laudatio auf die Leseförderung, denn man muß die Kinder dazu anhalten zum Buch zu greifen, weil das ja viel anstrengender, als das Fernsehen, das Facebooken und das Spielen ist.

Das gibt es aber auch den “Schulroman”, den Autoren mit Schülern schreiben und Alfred Komarek erwähnte auch, daß eine Initative wäre, die Kinder durch das eigene Schreiben, das Wecken der eigenen Kreativität zur Literatur zulocken.

Das ist ja etwas, was bei mir offenbar nicht so gut funktioniert hat, weil mein Trauma ja irgenwie ist, daß ich im Nacken habe, daß ich nicht schreiben darf, weil ich es nicht kann.

Aber so muß es ja nicht funktionieren und es meldete sich dann auch bald ein Herr im Publikum, der auf Nobert C. Kaser, hinwies der in Bruneck ein eigenes Festival hat und von den Poetry Slams erzählte, die die Jugend in Scharen in Literaturhaus locken würden, davon haben wir ja auch bei der letzten IG-GV in Wien gesprochen und das habe ich ja auch schon gesehen und erlebt, daß das funktioniert.

Gerhard Ruiss winkte da zwar ein wenig ab, erwähnte abe, daß er sicheine Scnhuhschachtel oder einen Ideenpool wünscht, in den man seinen Einfall zurLiteraturförderung hineinwerfen kann.

Die Verbindung von Literatur und Musik wurde noch erwähnt und die Lesepsychologin, die eigentlich einen sehr aufgeschlossenen Eindruck machte und auch von der Handyliteratur und den Internetromanen sprach, etrwähnte einen Abend im Musikverein wo Peter Matic Marcel Proust zitierte und alle waren gebannt.

Nun da würde ich mir eine moderne und nicht so abgehobene Literaturförderung vorstellen und ich finde, die Selbstdarstellung oder die Personalisierung, die Maria Scholl, verteufelte, eigentlich nicht so schlecht.

Wenn sie gut gemacht ist, denke ich kann sich auch Bodo Kirchhoff mit seinem “Buchpreis-Buch” ans Meer setzen und melancholisch auf die Wellen schauen, daß das Autoren-Ich nicht der Erzähler sein muß, weiß ich, allerdings auch, daß es trotzdem oft genug zusammentrifft und höchstwahrscheinlich auch bei Bodo Kirchhoff, von dem ich ja nicht nur seinen “Buchpreis-Roman” gelesen habe.

Nachher gab es Brot und Wein und Gespräche und ich mußte da Gabi Ecker unbedingt erzählen, daß ich heute Cornelia Travniceks neuen Lyrikband “Parblüh-Monologe mit Sylvia”gelesen habe und, um jetzt sowohl von der Literatur des Centrope, als auch von der niederösterreichischen Literaturförderung wegzukommen, kann ich ein bißchen Italienisch werden und verkünden, daß ich, als ich vom Centrope in die Krongasse gegangen bin, im Bücherschrank Paolo Giordano “Cer menschliche Körper” gefunden habe, dessen “Einsamkeit der Primzahlen” ich ja auch einmal dort fand und das mir sehr gut geallen hat.

Man sieht, das Lesen scheint bei mir zu funktionieren, auch wenn manche meinen, daß ich nicht schreiben kann.

Sylvia Treudl bedankte sich nach der Veranstaltung, sowohl beim Podium, als auch beim Publkum, das sie für das interesse, wie sie meinte, an dem schwierigen thema lobte und versprach, daß das erst der erste Teil einer Veranstaltungsreishe wäre und, daß die sicher weitergehen würde.

Und interessant, das kann ich auch verraten, war es allemal, auch wenn ich den zweiten Teil des Lyrik-Festivals “lichterloh” dadurch versäumt habe.

Leo Perutz-Buchvorstellung

Leo Perutz, der 1882 in Prag geboren wurde und 1957 in Bad Ischl gestorben ist, gilt, wie Manfred Müller heute in der “Gesellschaft für Literatur” sagte, schon lange als Geheimautor, obwohl seine Bücher immer in großer Auflage erschienen sind.

Nun, ich kenne ihn vom Namen,  Otto Lambauer, mein literarischer Verstärker meiner ersten Blogzeit, hat ihn, glaube ich, sehr gepriesen und ihn neben Joseph Roth bevorzugt gelesen und ich glaube, als ich damals 2005 in der Szene Margareten einen Buch-Gutschein gewonnen habe und damit das zweite Mal zu “Thalia” auf die Mariahilferstraße ging, um den Rest einzulösen, sah ich Perzutz in den Regalen stehen, dachte, den muß ich kaufen, dann sah ich Theodor Suppers “Kettenreaktion Kontra”, habe danach gegriffen und bin auf den Perutz erst wieder gestoßen, als ich den “Marquis de Bolibar” in einen der Schränke fand, der mir gar nicht so gefallen hat.

Stimmt nicht ganz, es gibt ja den “Leo Perutz,-den österreichischen Krimipreis” seit einigen Jahren und da gehen ich regelmäßig hin, obwohl man da ja diskutieren müßte, wie der Preis zu seien Namen kam?

Denn Krimi hat Perutz ja, glaube ich, nicht geschrieben, eher unheimliche oder Science Fi Geschichten.

Ich bin ja nicht so eine Expertin, aber heute saßen die in der”Gesellschaft” im Publikum und auf dem Podium und ich habe in den Schränken, wenn ich in meiner Bücherliste nachsehe, inzwischen auch “Nachts unter der steinernen Brücke” gefunden und dann habe ich, inzwischen ganz vergessen, noch aus den Büchertürmen der “Literatur im März-Veranstaltungen”, das in der “Edition Sonderzahl” erschienene, mit Brigitte Forster von dem Perutz Kenner Hans Harals Müller herausgegebene Buch “Unruhige Träume abtrünnige Konstruktionen” in meinen Regalen, das ich mir inzwischen herausgeholt habe.

Daß Hans Harald Müller ein Perutz-Experte ist, habe ich heute von seinem Namensvetter Manfred Müller erfahren oder war es der Zsolnay Verleger Herbert Ohrlinger, der den Roman “Zwischen neun und neun”, ein mir völlig unbekannter Titel, herausgegeben hat.

Manfred Müller leitete jedenfalls die Veranstaltung ein, in dem er auf eine Reihe von berühmten Prager Dichter, wie natürlich Franz Kafka, Franz Werfel, Max Brod, Egon Erwin Kisch hinwies, die alle knapp nach Leo Perutz geboren wurden und Leo Perutz erklärte Manfred Müller, war ein schlechter Schüler, hatte keine Matura aber trotzdem in Wien Versicherungsmathematik studiert und dann, als solcher gearbeitet und 1018 ist sein dritterRoman “Zwischen neun und neun herausgekommen.

Dann gibt es noch sehr viele andere “Wohin rollst du Äpfelchen, “St. Petri Schnee” und “Nachts unter der steinernen Brücke” ist erst in den fünfziger Jahren herausgekommen.

Dazwischen mußte er nach Israel emgrieren,  ist aber nach dem Krieg wieder öfter nach Österreich, Wien und ins Salzkammergut zurückgekommen und 1957 gestorben und ab da eine Zeitlang, wie Manfred Müller erzählte, offenbar vergessen gewesen oder vielleicht doch nicht so ganz, Doron Rabinobvici, der ja auch in Israel geboren wurde, ist jedenfalls ein Perutz-Experte oder Fan und hat schon einmal in der “Gesellschaft für Literatur” über Perutz referiert.

Jetzt hat er mit Herbert Ohrlinger, das Buch, das dann sehr zu kaufen empfohlen wurde, vorgestellt und darin geht es, wie Manfred Müller noch erklärte, um einen Mann, Stanislaus Demba, der offenbar einen Tag durch Wien herumirrt. Ein Kapitel hat Doron Rabinovici gelesen, bei dem im Publikum viel gelacht wurde. Da gehen am Morgen zwei Gelehrte mit einem Hund in einen Park, um dort wissenschaftlich zu arbeiten und treffen dabei auf den geheimnisvollen Studenten, zuerst unterhalten sie sich, was ich sehr interessant gefunden habe, über das Haschischrauchen und dann kommen sie darauf, weil sich der Student sehr seltsam verhält, daß das der erste europäische Haschischraucher sein muß.

Der enflieht aber und versteckt auch etwas unter seinen Mantel, was das ist, ist ein großes geheimnis da manfred Müller und Herbert Orlinger nicht verraten wollten, aber bei “Wikipedia” nachzuschlagen ist, da es dort einen Artikel über das Buch gibt.

Herbert Ohrlinger las  dann  noch ein Kapitel vor, nämlich das, in dem der Studetnt in ein Kaffeehaus geht, sich vom Kellner zuerst aufzählen läßt, was es alles zu essen gibt, sich dann sämtliche Bücher und Lexika, die das Kaffeehaus vorrätig hat, bringen läßt und dann nachdenm er Salami und zwei Eier gegessen hat, das Kaffeehaus wieder verläßt, weil es ihm dort zum Verfassen seiner Dissertation zu laut war.

“Phantastischer Roman”, finde ich bei “Wikipedia. Manfred Müller oder war das Doron Rabinovivi betonten noch, daß das Buch aus sechzehn, siebzehn oder achtzehn Episoden bestünden, zwanzig steht bei “Wikipedia”, die jede für sich abgeschlossen ist, weil der Roman zuerst auch in Fortsetzungen in Zeitungen erschienen ist.

Mir würde nun noch völlig unwissenschaftlich einfallen, daß Leo Pertrutz in seiner Phantastik und seiner Einfallsfreude vielleicht mit Sebastian Fitzek zu vergleichen ist, wird aber, wie ich heraushörte, in der heutigen Jugend nicht mehr soviel gelesen.

Sebastian Fitzek aber schon, ist der ja der Schwarm der Booktuber und Bücherblogger und ich denke Leo Perutz ist interessant, denn diese zwei Kaptel haben mir wesentlich besser gefallen, als der “Marquis von Bolbar”, den ich soweit ich mich erinnern kann, ein wenig fad empfunden habe.

Also lesen, “Nachts unter der steineren Brücke” habe ich mir schon vorgenommen. Daß ich nichts anderes in meinem Katalog habe, hat mich ein wenig erstaunt, aber vielleicht kommt “Zwischen neun und neun” noch einmal zu mir.

Mit “Zsolnay”  ist es zwar ein wenig schwierig mit den Rezensionsexemplaren. Aber die Bücherkästen sind ja sehr voll und wenn es, wie Manfred Müller noch erwähnte, ja immer so viele verschiedene Auflagen gab, ist es durchaus möglich, daß ich mal darauf stoße.