Crossing Borders V

Die “Crossing Borders” ist eine Veranstaltungsreihe im Literaturhaus, wo immer je ein österreichischer Autor und einer, der gerade auf Einladung des Außenministeriums einen Stipendienaufenthalts im MQ hat, präsentiert wird und ihre Bücher gegenüberstellen.

Fünf solche Veranstaltungen hat es schon gegeben. “Crossing Borders III” mit Andrea Grill und Asja Bakic habe ich schon gehört, beziehungsweise gestreamt, was ich heute auch wieder tat, obwohl man ja jetzt unmaskiert und ungetestet wieder hingehen kann, habe aber manchmal eine sechs Uhr Stunde und so ist ein Stream ein rechter Segen und die beiden heute vorgestellten Autoren waren auch durchaus interessant.

Der seit 1964 in Österreich lebende, 1961 in Tel Aviv geborene Doron Rabinovici, der auch in der GAV sehr aktiv ist, präsentierte seine im Frühjahr erschienene “Einstellung”, die ich ja gerne lesen will und es mir, da es nicht auf die BuchpreisListen gekommen ist, wahrscheinlich zum Geburtstag wünschen werde.

Bei der heurigen “Rund um die Burg-Veranstaltung” habe ich ein Stückchen aus dem Buch gehört, das wie der Moderator Florian Baranyi erklärte, eine Parabel auf dem Rechtsextremismus ist und die rechte Mediengestaltung beschreibt.

Geht es darin ja um einen rechtsradikalen Politiker namens Ulli Popp und, um den wahrscheinlich linken Pressefotografen August Becker, die aufeinander stoßen und Florian Baranyi fragte den Autor nach der Entstehungsgeschichte und da meinte Doron Rabinovici, der das Buch nach dem Erscheinen der “Außerirdischen” zu schreiben begonnen hat, daß ihn die Wirklichkeit beim Schreiben überholte. Er wurde nach der Bundespräsendenwahl Anfang 2017 von dem Fotografen Lukas Beck fotografiert und hat dann auch die die Regierungsumbildungen, die Korruptions- und <medienskandale miterlebt, die er in seinem Roman schon beschrieben hat oder nicht dachte, daß das je passieren könnte

Der zweite Autor war der 1983 geborene montenegrinische Autor Stefan Boskovic, der seinen Debutroman “Der Minister” vorstellte, in dem es um einen montenegrinischen Kulturminisster geht, der Schuld an dem Tod einer Schauspielerin ist und der nun zwischen Machtbesessenheit und Schuldgefühlen hin und her schwankt und die Exfrau des Ministers und das ist interessant, ist jetzt mit einem Schriftsteller namens Stefan Boskovic verheiratet und Stefan Boskovic antwortete auf Florian Baranyis Frage, warum das so sei, übersetzt von Mascha Dabic, daß er vermeiden wollte, daß der Autor mit dem Protagonisten verwechselt wurde und sich daher diese Stimme gab.

Dann kam ein Gespräch zwischen beiden Autoren und Florian Baranyi wollte von Doron Rabinovici wissen ob in seinem Roman der Künstler auch ein Theatermann sein hätte können, was Doron Rabinovici als “sehr schwierig” beantwortete.

Um die Macht der Medien geht es in beiden Romanen und zu den Parallelen erklärte Doron Rabinovici, daß er tatsächlich daran gedacht hatte, einer Person in seinem Roman seinen Namen zu geben, das dann aber unterließ, weil er ihn nicht als Schlüsselroman gelesen haben wollte und Stefan Boskovic antwortete auf die Frage, daß er es problematisch fand, seinen Roman so zu schreiben, daß sich niemand daran wiedererkennt, da Montenegro ein sehr kleines Land ist und er erzählte auch eine Episode, wo er sich mit zwei ehemaligen Kulturminstern traf, die dann einen dritten für den Protagonisten hielten und er kurz daran dachte, eine Lesung mit allen drein zu veranstalten, was aber scheiterte, weil die nicht so gut aufeinander zu sprechen waren und dann ging es noch um die Frage, ob Schreiben eine “Echtheitsprobe” für die Autoren ist? Ein Begriff mit dem ich mich etwas schwer tat ihn zu verstehen oder auf mein Schreiben anzuwenden. Es war aber ein sehr interessanter Abend und jetzt müßten die Bücher noch zu mir kommen und statt dem Glas Wein, das jetzt ja wieder im Literaturhaus angeboten wird, habe ich mir aus dem Eiskasten ein Glas roten Sturm geholt, der auch sehr gut schmeckte.

Leseclub mit Schildkröte

Wieder einmal Literaturhaus, wieder einmal großartiger Leseclub und wiedermal gestreamt, da ich wegen der Eigentümerversammlung nicht pünktlich in der Zieglergasse sein konnte, Abrechnen mußte ich auch, aber das ist der Vorteil der Pandemie, daß seither gestreamt werden kann und der großartige Leseclub von Barbara Zeman, die ja auch heuer beim “Bachmann-Preis”d gelesen hat und die den Club, wo sie sich mit einem bildenden Künstler, einem Schauspieler und einem Musikerzusammensetzt, um ein Werk der Exilbibliothek zu präsentieren, ist sehr interessant und Veza Canetti, die Frau des Nobelpreisträger Elias ist das auch.

Ich glaube, ich bin mit ihrer “Gelben Straße” und dem “Oger” in den Neunzigerjahren in Berührung gekommen und Judith Gruber-Rizy hat sich ihre bei einem “Tag der Freiheit des Wortes” angenommen und da auf ihre Pseudnyme “Magd” und “Knecht” und auch auf ihre Beziehung mit Elias hingewiesen, die eher schlecht gewesen sein dürfte. Er hat sie betrogen und auch ihre schriftstellerische Tätigkeit verschwiegen, obwohl sie bei der “Masse und Macht” mitgearbeitet haben dürfte, hat dann dann in den Neunzehnneunzigerjahren Jahren, nach ihrem Tod, der 1963 erfolgte, ihre Werke herausgegeben.

Der “Oger” und die die “Gelbe Straße” sind mir, wie erwähnt bekannt, die “Schildkröten”, die Barbara Zeman in ihrem Leseclub diesmal vorstellte nicht. So ist das Streamen ein Glück für mich und mit der “Gelben Straße” ist wohl die Ferdinandstraße im zweiten Bezirk gemeint, wo Elias und Veza Canetti wohnten und da fanden ja einige Veranstaltungen ihr zu Ehren statt, bei denen ich gewesen sind, und eine Anthologie von Petra Ganglbauer, wo ich aber keinen Text drinnen habe, hat es auch gegeben und die “Gelbe Straße” wurde auch einmal in der “Schmiede” als “Grundbuch” vorgestellt, da hat Julia Danielczyk mitgewirkt, die ja als sie Literaturreferentin wurde auch den “Veza Canetti-Preis” einführte, der immer an eine Autorin vergeben wird.

So weit zu der 1897 in Wien als Venetiana Calderon-Taubner geborenen, die in der Arbeiterzeitung publizierte und nach dem Anschluß mit Elias Canetti nach London emigrierte, wo sie 1963 starb und nie mehr nach Wien zurückkehrte.

Soweit so gut und der Leseclub wurde diesmal mit Musik von Sophia Blenda vorgestellt und die Textproben aus den “Schildkröten” wurden von der Burgschauspielerin Safira Rubens gelesen.

Barbara Zeman, führte wie immer durch das Leben Veza Canettis und den Roman, der in der <nazizeit spielt, wo Eva und Andreas Kain nach dem Anschluß nach London flüchten, während ein Nazi in ihre Wohnung einzieht, die Schildkröten stellen ein Symbol für die Unterdrückung der Juden dar und Veza Canetti verwendete in ihrem erst 1999 erschienen, aber schon kurz nach ihrer Emigration geschriebenen einzigen Roman auch viele Tiersymbole. Interessant, interessant. Jetzt muß ich das Buch nur noch finden, damit ich es lesen kann.

Preis der Literaturhäuser an Sasha Marianna Salzmann

Den “Preis der Literaturhäuser” der vom “Netzwerk der Literaturhäuser” vergeben wird, gibt es, glaube ich, seit 2002.

Er wird oder wurde in Leipzig am Freitag auf dem “Blauen Sofa” vergeben. Da gab es dann Wein und Brezel bevor wir zu den Hundertmarks gefahren sind. Der Preisträger bekommt eine Lesereihe durch die Literaturhäuser und bis vor ein paar Jahren war das Wiener Literaturhaus nicht dabei.

“Warum nicht?”, habe ich Silvia Bartel einmal gefragt und sie hat mir “Das ist eine gute Frage!”, geantwortet.

Und die war, daß das Literaturhaus nicht in diesem Netzwerk war. Das hat sich vor ein paar Jahren geändert und so war ich bei ein paar Literaturhausveranstaltungen, wo die Preisträger vorgestellt wurden.

Bei einer vor Corona, war ich, glaube ich, nach oder während Corona war dann Marlene Streeruwitz, die Preisträgerin und das letzte Jahr, glaube ich, Ingo Schulze an der Reihe und diesmal war die 1985 in Wogograd geborene und seit 1995 in Deutschland lebende Sasha Marianna Salzmann die Autorin im Gorki Theater war und mit ihren zwei Romanen auf der Long-bzw Shortlist des dBps gestanden ist.

“Außer sich” und “Im Menschen muß immer alles herrlich sein”. Ich habe beide Bücher gelesen und war, glaube ich, nicht so begeistert.

Sasha Marianna Salzmann ist aber eine sehr engagierte junge Frau, die, wie der Moderator Florian Baranyi anmerkte, sich nicht an der Mehrheitsgesellschaft orientiert und vor kurzem einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung über die Ukrainie geschrieben hat.

Sie hat aus ihrem letzten Buch einige Stellen gelesen und dann mit Florian Baranyi über das Cover ihrer Bücher diskutiert und verraten was sie bedeuten sollen.

“Im Menschen muß immer alles herrlich sein”, wurde, glaube ich, in siebzehn Sprachen übersetzt. Hier bedauerte Sasha Marianna Salzmann, daß das wahrscheinlich auf Russisch nicht passieren wird. Es waren nur sehr wenige Leute im Literaturhaus, lag wahrscheinlich auch daran, daß Anne Weber mit Sabine Scholl in der “Alten Schmiede” war und die ist die “Buchpreisträgerin von 2020”,vielleicht lag es aber auch an der Hitze und ich habe, wie geschrieben, die Bücher schon gelesen und die junge Frau auch interessant gefunden, auch wenn ich mit ihrem rasanten Stil meine Schwierigkeiten habe.

Bernhard Strobel in Nahaufnahme

Literaturhaus oder “Alte Schmiede” war heute wieder die Frage und ich habe mich für das Erstere entschieden, wo es wieder eine “Nahaufnahme-Veranstaltung” gab, die vom Verein für “Neugermanistik” initiert wurde, wo zwei Literaturwissenschaftler einen Autor sozusagen in Zange nehmen, ihn befragen und die dann auch Stellen aus ihren Büchern lesen, denn “Literatur hat kein Ablaufdatum!”, hat Alexandra Millner, die, glaube ich, mal die Präsidentein oder Vizepräsidentin dieses Vereins war, geprägt und das stimmt, denn ist wahrscheinlich äußerst spannend sich durch das Gesamtwerk eines Autors oder Autorin zu lesen.

Das tue ich auch nicht immer, aber manchmal schon, obwohl ich jetzt kaum mehr zum Backlesen, komme und von dem 1982 geborenen Bernhard Strobel habe ich, glaube ich, noch nichts gelesen, war aber bei einigen seiner Buchpräsentationen und der große jetzt auch schon vierzigjährige Autor, hat, glaube ich, drei oder vier Erzählbände und einen Roman geschrieben und ich würde Ähnlichkeiten mit seinem und meinen Schreiben erkennen, denn er beschäftigt sich auch mit dem Alltag, wenn er auch wahrscheinlich, eine fehlerfreiere Sprache hat, fungiert er ja auch als Übersetzer und wird da nächste Woche den “Staatspreis für Übersetzungen” bekommen.

Lydia Rammerstorfer und Sebastian Fasthuber haben die Fragen gestellt oder durch sein Werk geführt und begonnen hat es mit dem ersten Erzählband “Sackgasse” und da hat er die Geschichte “Regen” gelesen. Da steht einer am Fenster schaut in den Regen und hat schlechte Laune, vielleicht hat er auch eine Depression. Er läuft jedenfalls den ganzen Tag im Pyjama herum und zerstreitet sich mit seiner Frau oder Freundin.

Das ist glaube ich der typische Strobel-Stil. Dann kam eine Textprobe aus “Nichts nichts”, 2010 bei “Droschl” wie alle seine Bücher erschienen. Da ist die Geschichte etwas difiziler. Ein Bruder besucht seine Schwester im Haus der Mutter, die irgendwie ein unkonventionelleres Leben, wie die Schwester hat. Der Bruder betrinkt sich dann, wird ausgeraubt und wacht nackt unter einer Bank auf.

Also schon ein bißchen Handlung und der Roman “Im Vorgarten der Palme”, von dem erklärt wurde, daß er einen anderen Stil hat, passiert eigentlich das gleiche Muster, wie in der ersten Geschichte und der Held ist ein Ungustl.

Da schreibt Bernhard Strobl, glaube ich, ein Fortsetzung und am Schluß wurde noch eine Kindergeschichte oder eine von einem Kind, das an der ungarischen Grenze bei seinen Großeltern lebt und die Großmutter spricht das Wort “Ungarn” immer verkleinert oder zu schnell aus und Ungarn ist ein seltsames Land, denkt das Kind. Da fahren die Österreicher nach Ungarn um dort zu essen, die nicht Ungarisch sprechen, während die Kellner dort es meistens können.

Am Schluß, wies Barbara Zwiefelhofer, die diesmal nur teilweise mit Maske auftrat. Man sieht, das wird weniger, obwohl schon wieder gefordert wird, die wieder einzuführen, auf den “Staatspreis” und eine Lesung auf das nächste Buch hin, die wahrscheinlich im Oktober erfolgt.

Spannend spannend und wieder was gelernt, obwohl der Abend in der “Schmiede” mit den Schweizer Autoren sicher auch interessant gewesen wäre und nein, es war nicht die Maske, die mich da abgehalten hat, obwohl man die am letzten Donnerstag ja tragen mußte und Annaena Stabauer, die schwanger ist, auch einmal dazu aufgefordert hat.

Schriftlinien

Das ist eine Reihe die Günter Vallaster offenbar im Rahmen der GAV jedes Jahr veranstaltet und wo es um den Zusammenhang zwischen Literatur und bildender Kunst, Fotografie, Musik, etcetera, geht. So hat es Jana Waldhör in ihrer Einleitung ausgedrückt und dann den 1968 in Schruns geborenen Günter Vallaster ausführlich vorgestellt.

Der stellte dann seine Reihe und die Mitwirkenden noch ausführlicher vor und der erste Lesende war der 1957 geborene Peter Bosch, der außer Autor auch noch Fotograf ist. So gab es eine Fotostrecke, die projeziert werden sollte und auch im Literaturhaus aufgestellt war, “Abwesenheitsportraits” genannt. Peter Bosch hat aber nicht dazu, sondern eine Szene aus seinem neuen Roman gelesen, wo es, wie Günter Vallaster ausführlich erklärte, um die Musik geht und die Stelle war dann ein Gespräch mit einem Ich-Erzähler, wo er einem Stotterer erzählte, wie er einmal eine religiöse Freundin in in einem Pub treffen wollte, aber irrtümlich in einer Kirche gelandet ist. Dort hat er eine Sängerin namens Vibi kennengelernt, mit ihr im Beichtstuhl geküßt und dann die Nacht in der verschlossenen Kirche verbrachte.

Spannend, spannend und gar nicht so experimentell, wie ich die Veranstaltung gehalten habe. Dann kam der Berliner Achim Wagner, der offenbar lange in der Türkei gelebt hat und der seine “Schriftlinien” in der Übertragung türkischer und zypriotischer Autoren verstand. Das heißt, er hat sowohl eigene als auch Gedichte, bzw. Nachschriften von Orhan Veli, Oktay Rifat, Melih Cevded, Nazim Hikmet, Zahrad, Ahmet Arif, Metin Cengiz, Gonca Özem, Fikret Demirag, Gürenc Korkmazel,Tugce Tekhanh, Rasit Pertev und Zafer Senocak unter dem Titel “Orte, die ich nicht anfrage gelesen” und dann kam die 1983 in Villach geborene Angelika Stallhofer, die ich schon bei den “Wilden Worten” hörte und deren “Adrian” ich gelesen habe und präsentierte ihren Gedichtband “Stille Kometen”, der in der “edition ch” erschienen ist und von Andrea Zambori illustriert wurde, die auch im Programm stand und ein Video mit ihren Zeichnungen geschickt hat. Der Band besteht aus fünf Zyklen: “Brennen – Wasserstellen – Surren- Schlingen und Schwebebahn”, den ich auch demnächst lesen werde und oh Überraschung, es gab wieder Wein und Getränke und nur wenige Masken, obwohl die ja von Sigrid Pilz, der Volksanswältin wieder gefordert werden und es angeblich, wie ich hörte schon im Juli wieder schärfere Maßnahmen geben wird.

Also bis daher das Leben genießen und sich ein bißchen in die “Schriftlinien” einlesen, die es, wie Günter Vallaster versicherte, auch im nächsten Jahr wieder geben wird.

Freiheit des Wortes zum Thema “Wir”

Am zehnten Mai 1933 haben die Nazis die Bücher von jüdischen, kommunistischen, etcetera, Autoren verbrannt und als sich die GAV 1973 gegründet hat, hat sie zwei Großveranstaltungen gehabt, wo bis zu dreißig Autoren im NIG im Hörsaal 1 ihre Texte gelesen haben. Die “Lyrik im März” und die “Freiheit des Wortes” letztere hat glaube ich auch mal in Klagenfurt und in Vllach stattgefunden und dann hat sie Gerhard Kofler der damalige Generalsekretär, glaube ich, versucht sie still und heilich einzustellen. Da habe ich mich eingeschaltet und sie 2001 noch im NIG veranstaltet, 2002 hat sie dann Rolf Schwendter im Literaturhaus organisiert, weil sich 2001 Konstantin Kaiser eingeschaltet hat und die Lesung, glaube ich, veranstalten wollte, hat er dann nicht so habe ich von 2003 bis 2009 die Veranstaltung im Literaturhaus organisiert, was immer schwieriger wurde, weil Silvia Bartl mich und meine “Mittleren” ja hinausgeschmissen hat und dann hieß es bei der GAV nur mehr eine Veranstaltung, da habe ich mich für die “Mittleren” entschieden und die dann noch bis 2012 organisiert.

2010 hat mich Petra Ganglbauer zum Lesen eingeladen, später nicht mehr. Ich bin ein paarmal zu den Veranstaltungen, die jetzt Monika Gentner organisiert aber nicht mehr liest, weil man das seit einigen Jahren gleichzeitig nicht mehr darf und die letzten zwei Jahre war Corona bedingt ohnehin damit Sense. Jetzt ist mir ein Programm in die Hände gefallen und es gibt seit einigen Jahren offenbar ein Thema, diesmal war es “Wir” und von der Bücherverbrennung 1933 war nur mehr in der Einleitung die Rede.

Wir leben aber in spannenden Zeiten, wo man es keine Meinungsfreiheit mehr gibt oder die sehr eingeschränkt wird, wenn man etwas gegen Corona oder die Maßnahmen sagt und der Angriffskrieg der Russen in der Ukraine stattfindet, so daß es für die Freiheit des Wortes gleich viel zu sagen gibt.

Dietmar Füssel, dessen Bücher ich ja fast alle gelesen habe und der, glaube ich, auch sehr Corona kritisch ,ist, sagte mir gleich daß er bei seinen Text ausgbuht werden würde, aber wenn es um die “Freiheit des Wortes” geht, darf man ja seine Meinung sagen und begonnen hat es mit der mir unbekannten Sonja Gruber, die offenbar ein neues GAV-Mitglied ist. Ich war ja jetzt auch zwei Jahre bei keiner Generalversammlung. 2020 hats wahrscheinlich keine gegeben. 2021 nur mit Maske und mit Impfausweis. Die junge Frau hatte aber sehr scharfe Gedichte, wo es um Gewalt und Unterdrückung geht. Patrica Brooks, die ich natürlich kenne, brachte Gedichte aus einem neuen Gedichtband, wo es um das moderne Nomadentum geht.

Dann kam Klaus Ebner, der, glaube ich, auch bei meinen Veranstaltungen gelesen hat und er thematisierte gleich das Thema Ukraine, beziehungsweise las er, daß er bis der Krieg ausbrach, eigentlich über etwas anderes schreiben wollte. Das hat seinen Text verändert und dann kam Dietmar Füssel mit zwei Texten. Den Ersten hat er 2019 geschrieben und er wandte sich gegen die Zensur beziehungsweise gegen die politische Korrektheit, die vieles ausgrenzt, meinte aber, er wäre gegen alle Nazis und Rassisten und dann ist man plötzlich ein solcher oder ein Schwurbler, wenn man auf eine Anticorona-Maßnahmendemo geht. Darum ging es in seinem zweiten Text. Alles wahr, was er gelesen hat und alles meine Meinung und er bekam zwar leise, aber trotzdem ein paar Buhs, eigentlich sehr schade, wenn man das nicht lesen darf und sehr mutig von Dietmar Füssel, daß er es versuchte.

Dann ging es aber gleich über etwas anderes, was auch sehr wichtig ist, nämlich über die Einsamkeit im Alter, die Christl Greller, die ja auch eine unermüdliche Schreiberin ist, thematisierte. Johann Kleemayr scheint auch ein neues GAV-Mitglied zu sein oder eines, das ich nicht kannte und er hatte auch einen interessanten Text, ging es da doch um die Spinnräder, die in den Sechzigerjahren aus den Bauernhäusern verschwanden, weil man sie um hundert Schilling verkaufen konnte, was der dreizehnjährige Ich-Erzähler sehr begierig tat.

Kurt Mitterndorfer, der Linzer GaV-Kollege, mit dem ich bei einer GV einmal Schwierigkeiten hatte, spannte den Bogen des “Wir” über seine Familie zu einer afghanischen Flüchtlingsfamilie, die er bei ihrem Asylantrag beziehungsweise dessen Bewilligung begleitete und Dine Petrik beschäftigte sich wieder mit der Ukraine beziehungsweise mit Ukrainischen Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts und Gerda Sengstbratl hatte eine interessante Idee, die ich unterstützen würde, schickt sie doch ein Frauenheer an die russisch ukrainische Front, um den Kämpfern ihre Waffen wegzunehmen. Ja so sollte man es machen, statt harte Waffen hinzuschicken und Luis Stabauer, der sich in seinen Texten ja sehr mit Lateinamerika beschäftigt thematisierte dieses Thema. Interessant, interessant und eine sehr spannende Lesung. Monika Gentner lud anschließend zu einem Gespräch bei einem Glas Wein, aber das war leider noch Utopie. Ein solcher wird im Literaturhaus noch nicht ausgeschenkt. Es gab aber den Büchertisch und wieder interessant, weil ich das ja sehr intensiv beobachte, im Gegensatz zu gestern , wo ich maskenlos in der Minderheit war, waren das diesmal die Maskenträger, trotz der Buhrufe also sehr spannend und das ist es ebenfalls, daß ich ja viele der Lesenden und Besucher seit zwei Jahren das erste Mal wiedergesehen habe.

Kleiner Einblick in Stephan Eibels neuen Roman

Nach fast zwei Jahren Lockdowns und 2G Regime stürze ich mich seit einer Woche ziemlich hektisch in das Veranstaltungsgeschehen, denn da gibt es nicht nur Nachholbedarf, es ist auch sehr viel los. Nach der “Literatur und Wein” letztes Wochenende, war am Montag Franz Schuh in der “Alten Schmiede” und am Mittwoch ist es gleich weiter mit dem “Barbara Frischmuth-Symposium” gegangen.Aber damit nicht genug, denn als ich am Mittwoch von der “Schmiede” nach Hause gekommen bin, hatte ich eine Einladung von den feministischen Autorinnen zu einer “Buchpräsentation und Sprachkunstlesung” im Amtshaus Margareten, wo es auch ein Buffet gegeben hat und am Montag hat mich Stephan Eibel in der “AS” angesprochen und mir gesagt, daß er Freitag im Literaturhaus ist.

“Ist da nicht noch das Symposium?”, habe ich geantwortet. Aber das war am Freitag in der Breitegasse im Debot und um achtzehn Uhr aus, da ist sich also ein Besuch im Literaturhaus locker ausgegangen, also habe ich mich am Buffet mit Wein, Käse und Schinken gestärkt und bin dann in der Siebensterngasse über ein Modeatelier, bzw über eine Hose, die ich probieren wollte gestolpert und habe dort, weil gerade eine Vernissage auch ein Glas Proseco bekommen und die freundliche Schneiderin hat mich noch durch ihre Werkstatt geführt.

Es ist also nach den Maßnahmenlockerungen sehr viel los in Wien, von Corona nicht viel zu merken, dafür hört man überall von den Teuerungen, der Inflation, dem Gastop, dem Krieg in der Ukraine, etcetera, also über den Bücherschrank, wo es auch etwas zu holen gab, ins Literaturhaus, wo mich Stephan Eibel, den ich ja schon lange kenne, der auch auf meinen Geburtstagsfesten öfter gelesen hat, freundlich begrüßte und jetzt hat er oder möchte einen Roman über seine Eisenerzer-Erlebnisse oder eine Jugend dort in den Siebzigerjahren schreiben oder diesen bzw. die Entwürfe, die er dazu schon hat, im Gespräch mit Andrea Maria Dusl, die, wie Barbara Frischmuth aus Aussee zu stammten scheint, vorstellte. “Sabine und Thomas” soll der Roman heißen, wo mir nicht ganz klar war, wie viel Stephan Eibel davon schon hat, denn er hat, glaube ich, darüber schon eine Sendung in Ö1 gehabt. Da hat ihm die Lesung des Schauspielers nicht gefallen, so daß er ein Kapitel gleich verworfen hat. Andererseits hat Barbara Zwiefelhofer Zettel ausgeteilt, wo man seine Eindrücke über die Siebzigerjahren aufschreiben sollte und da muß ich sagen, daß die offenbar im Gegensatz zu Stephan Eibel, der wie ich, 1953 geboren wurde, die beste Zeit meines Lebens war. Denn da habe ich studiert, da war Bruno Kreisky mit seinen Sozialreformen, die AKW-Bewegung und Zwentendorf war auch, sowie die sexuelle Revolution und die freie Liebe, die ist mir aber nicht eingefallen und es scheint in dem Buch auch um einen Elias zu gehen. Der ist in den Siebzigerjahren offenbar zehn oder zwölf und will Indianer werden. Dafür muß er einige Mutproben bestehen und Elias scheint in einer Ingeineursiedlung zu leben, obwohl seine Eltern Arbeiter sind und da ist sicher viel Autobiografisches von Stephan Eibel, der sich ja auch Erzberg nennt und dort aufgewachsen ist, dabei. Andrea Maria Dusl brachte einige Musikbeispiele dazu und Stephan Eibel erzählte, daß die Gymnasiaten “Ganz in Weiß” bei der Juke Box wählte, während die Lehrilinge etwas ganz anderes hörte. Das Gespräch drehte sich auch über Wahrheit und übers Lügen, was Stehan Eibel lockerer als ich sieht.

Er las auch einige Kapitel vor. Ein interessantes Buch, aber wahrscheinlich nicht so ganz neu. Im nächsten Jahr soll es erscheinen und nach konnte man sich die früheren Bücher oder die der Andrea Dusel wieder mit Maske signieren lassen und Wein hat es auch keinen gegeben, aber den hatte ich ja schon getrunken und bin mit dem Alfred anschließend auch in eine Pizzeria gegangen.

Oberösterreichisches im Literaturhaus

Im Literaturhaus haben sie mir gestern ja als Erstes gesagt, daß man jetzt wieder maskenlos und ohne Anmeldung zu den Veranstaltungen kommen kann. Da bin ich mir ja schon fast ein wenig zwanghaft vorgekommen, daß ich soviel nachgefragt habe. Dann stand aber am Eingang ein Tisch mit einem sehr freundlichen jungen Mann fast so, wie bei den Slams, der mich und den Alfred irgendwie abzählte und uns dann einen schönen Abend wünschte. Die Sessel weit auseinander, diesmal haben die Leute die schon dort waren zumeist Masken getragen, die sich dann später lichteten. Ich habe niemanden außer Barbra Zwiefelhofer gekannt, die sich in ihrer Einleitung freute, daß man jetzt wieder ohne Maske kommen kann, aber selbst immer wieder eine aufsetzte und auch desinfizierte und dann die zwei Autoren und den Moderator vorstellte. Alles Oberösterreicher Christian Schacherreiter, Wilfried Steiner und Sebastian Fasthuber, der moderierte und die Themen der vorgestellten Romane waren auch sehr interessant und was mich ja freut sehr realisitsch.

Vor allem der 1954 in Linz geborene Christian Schacherreiter, der Lehrer und Schuldirektor war, hat mich angesprochen, sind es ja meine Themen, dieses links und rechts, da der sozialistische Politiker, der zum Landesparteiobmann der SPÖ aufsteigen will, dort der Burschenschaftler aus der Nazifamilie, der noch dazu schwul ist und der Sozialist wird verdächtig vor zwanzig Jahren eine Frau vergewaltigt zu haben. Es gibt dann eine Diskussion über Gewalt an Frauen, wo der tatsächliche oder abgelehnte Verteidtiger des Sozialisten diskutiert, der auch ein Burschenschaftler ist.

Interessant, interessant und den den1960 ebenfalls in Linz geborenen Wilfried Steiner, habe ich, glaube ich schon lesen gehört und ein Buch von ihm einmal gefunden. Sein neuer Roman “Schöne Ungeheuer” ist eine Mischung zwischen einem Krimi und einem Physiklehrbuch, denn es handelt von einem Wissenschaftsjournalisten, der einen Mord an einen Physiker aufklären soll, der ihn nach Genf und nach CERN führt und dort hat ja auch Mary Shelley ihren “Frankenstein” geschrieben, ist sicher auch sehr interessant und Sebastian Fasthuber befragte Wilfried Steiner auch nach seiner Lieber zur Astronomie und seinen Forschungen, die er bezüglich des Romans betrieben hat.

Nachher konnte man sich, aber bitte mit Maske, die Bücher signieren lassen und Wein hat es trotz der wieder fast normalen Normalität nicht gegeben. Aber vielleicht kommt das auch noch und im Bücherschrankc habe ich dann “Die Elenden von Lodz” von Steve Sem-Sandberg gefunden und darüber habe ich ja schon ein anderes Buch gelesen, beziehungsweise es mir einmal zum Geburtstag schenken lassen.

Dreizehnte Wendelin Schmidt-Dengler-Lesung

Der 2008 verstorbene Wendelin Schmidt-Dengler war ein legendärer Wiener Germanistikprofessor, wahrscheinlich mit dem berühmten MRR vergleichbar, den ich im dritte oder fünften Semester einmal, als er noch Assistent war, bei einer Vorlesung über die neue österreichische Literatur hörte und mir da überlegte, ob nicht mit mein Studium wechseln und statt Psychologie Germanistik studieren soll? Das habe ich, zum Glück wahrscheinlich, nicht getan, weil ich ja von der Psychologie bzw Psychotherapie leben konnte, von der Germanistik wahrscheinlich nicht.

Es gibt aber inzwischen eine Wendelin Schmidt-Dengler-Lesung, die ihm Rahmen des Franz Werfel-n Stipediumsprogramm abgehalten wird und da werden immer, glaube ich, europäische Studenten ausgewählt, die sich für die österreichische Literatur interessieren und da gibt es offenbar auch immer eine Tagung im Literaturhaus und da bin ich auch auf einer gewesen und jetzt scheint es wieder eine solche Tagung zum Thema “Andere Wirklichkeiten- Pararealitäten in der österreichischen Literatur” zu geben. Da konnte man sich das Programm abrufen und im Literaturhaus wurde dann am Abend die Lesung gestreamt, die diesmal von dem 1982 in Graz geborenen Clemens J. Setz von dem ich schon einiges gehört und gelesen habe und der trotz seiner Jugend auch schon den “Büchner-Preis” bekommen hat, stammt.

Die heutige Veranstaltung war auch anders als die, an die ich mich erinnern kann.

Es war aber, glaube ich, der Sohn von Schmidt-Dengler anwesend, seine Frau Maria, die ich öfter bei literarischen Veranstaltungen getroffen habe, aber nicht und Clemens J. Setz hat und das war für mich überraschend, weil ich unter einer Lesung einen Vortrag erwartet hätte, aus seinem Buch “Die Bienen und das Unsichtbare” gelesen, das ich schon bei einer Lesung gehört habe und dazwischen sind dann die Stipendiaten aufgetreten und haben ein Stück aus seiner Lesung bzw. Buch übersetzt und da die meisten ein Gedicht, wo das Wort “bla bla” vorkommt.

Clemens J Setz hat dann noch die Twitter Poesie und da einen Star-Dichter, der zwar wahrscheinlich, den “Bücher-Preis” nie bekommt, aber viele viele Followers hat, zitiert.

Morgen geht die Tagung weiter, zu der man sich anmelden konnte und die, glaube ich, hybrid stattfindet. Aber ich befinde mich in Harland und mit Maske und mit Impfung, eh schon wissen, gehe ich immer noch nirgendwo hin.

Fürsprache und Widerworte

Das diesjährige Erich Fried Festival, das am Mittwoch mit einem Festvorttag von Herta Müller, der “Nobelpreis-Trägerin” von 2009 “Vor der Tür saß mal der Zufall”, begann, hätte eigentlich, wie Robert Huez in seiner Einleitung sagte, schon im Vorjahr stattfinden sollen. Die Pandemie hat es verhindert und auch die Preisverleihung an Frank Witzel wurde verschoben. Aber jetzt. Seltsamerweise fand der Festvortrag in der Bibliothek und nicht im Lesungssaal statt. Aber es gibt ja noch die Regeln. Man muß oder soll seinen Platz reservieren, muß Maske tragen und offenbar sind auch weniger Zuschauer zugelassen. Aber man kann streamen und Herta Müller hätte ja 2009 bei der “Literatur im Herbst” lesen sollen. Ihr “Nobelpreis” sollte das verhindern. Ich habe sie aber bei der “Buch Basel” ,gehört und es gab glaube ich, auch einmal ein Symposium über Elfriede Jelinek und Herta Müller, aber da wurde nur über die beiden “Nobelpreis-Trägerinnen” gesprochen.

Jetzt war die Autorin aber da. Robert Huez hat eingeleitet, die Kulturstadträtin eröffnet und sich über das hochkarätige Programm gefreut und Anne Zauner, die Organisatorin, hat dann Herta Müller vorgestellt. Da kann ich mich erinnern, daß ich einmal im Cinema Paradiso in St. Pölten saß, wo über Herta Müller gesprochen wurde. Das war vor dem “Nobelpreis” zugegeben.

“Herta Müller, wer ist das?”, wurde da gefragt und ich habe mich gewundert, denn ich habe sie für eine bekannte Autorin gehalten. Das Spiel wiederholte sich dann nach dem “Nobelpreis” und ich denke, das passt auch zum Veranstaltungsthema und der Vortrag “Vor der Tür saß mal der Zufall” war, wenn ich mich nicht irre, ihrer “Nobelpreis-Rede” ähnlich. Es ging wieder um den Vernehmer zu dem Herta Müller, bevor sie nach Deutschland emigrierte, immer antreten und auch etwas unterschreiben mußte. Zuerst nannte er sie “Gnädige Frau!” und küßte ihre Hand. Später “Hure” und fragte auch mit wievielen Schwänzen sie schon Kontakt gehabt hätte? Das war wahrscheinlich eine sehr traumatisierende Erfahrung, die Herta Müller, die inzwischen viele Collagen macht, immer noch sehr beschäftigt.Diesmal durch den russischen Präsidenten Putin bereichert. So bezeichnete Herta Müller sich und alle Leute aus dem Osten als “Putin-Versteherin”, dieses Schimpfwort, weil sie ja sehr genau wissen, wie der Diktator tickt.

Auch Robert Huez wies in seiner Einleitung auf den Angriff auf die Ukraine hin und verwies auch auf Zahlscheine mit denen man den ukrainischen Flüchtlingen helfen kann und morgen Nachmittag geht es dann bis Sonntagvormittag, wo dann Frank Witzel seinen Preis bekommt, weiter.

Seien wir gespannt und für alle Interessierte weise ich noch darauf hin, daß zeitgleich die “Rauriser- Lteraturtage”, die ich ja im Vorjahr per livestream verfolgte und auch die Festschrift gelesen habe, eröffnet wurde und da wird ja Anna Albinus, die mit “Revolver Christi” schon das Öst-Debut gewonnen hat, den Preis bekommen.

Am Donnerstag ging es dann um vier mit einem Jugendliteraturwettbewerb zum Thema “Eine Stadt von Morgen” weiter, wo Jugendliche ihre Texte unter der Jury von Robert Huez, Gustav Ernst und Zita Bereuter vorstellten. Meiner Stunden wegen habe ich das versäumt und so bin ich erst zum Buchdebut des 1993 in London geborenen Caleb Azumah Nelsen “Freischwimmen” gekommen, das eine Liebesgeschichte im rassischen London schildert und von Florian Baranyi, der wie Anne Zauner einleitete, ein leidenschaftlicher Leser mit einer aus allen Nähten platzenden Privatbibliothek ist, zurechtgekommen.

Nach einer Pause kam dann der 1954 geborene ungarische Autor Laszlo Krasznahorkai mit seinem momentanen Roman “Herrscht 07769”, das aus einem einzigen Satz besteht und vom Fischer Lektor Hans-Jürgen Balmes moderiert wurde und glaube ich schon bei der letzten Lese.Auslese empfohlen wurde und der gut Deutsch sprechende Autor erzählte in der Einleitung, daß er vor fünfunddreißig Jahren in der “Alten Schmiede” gelesen habe, was sein erster Auslandsaufenthalt in der freien Welt war und er da zum ersten Mal auch Touristen gesehen hat, während sich die Ungarn nur für Kühlschränke und nicht für Kultur interessierten, woran ich mich auch erinnern kann, daß die Kärntner Boutiquenbesitzerin in der Otto Bauerbasse plötzlich Computer in ihr Geschäft stellte, weil das die Ungarn so haben wollten und toll, daß der weißhaarige Autor das Maskentragen im Literaturhaus auch für surreale Sache hält und trotzdem machen sie mit, setze ich hinzu.

Der Autor hat dann auf Ungarisch aus seinem Mammutroman gelesen und es gab, was im Stream besonders gut zu sehen war, eine auf eine Leinwand projezierte deutsche Übersetzung und im Gespräch danach, empfahl Laszlo Krasznahorkai seinem Publikum lieber Hölderlin, als seine Bücher zu lesen und kam dann, was eigentlich stimmt darauf zu sprechen, daß das deutsche Buch nicht von ihm, sondern von der Übersetzerin stammt.

Am Freitag Nachmittag ging es dann mit einem Lyrik-Schwerpunkt weiter und zwar führte da zuerst Teresa Präauer, die ja in letzter Zeit sehr aktiv ist, ein Gespräch mit dem 1987 in Ost-Berlin geborenen Max Czollek mit dem sie, glaube ich, den Schwerpunkt auch kuratiert hat und begann da mit dem Namensgeber Erich Fried “Die Jungen werfen zum Spaß mit Steinen nach Fröschen Und d Die Frösche sterben im Ernst”, obwohl Max Czollek wie er sagte, sich gar nicht so sehr mit Erich Fried beschäftigt hat und dann ging es wieder am Beispiel des Ukraine-Kriegs um den politischen Sinn der Lyrik oder wie wirksam sie sein kann. Dann ging es, um die Widersprüche von Traurigkeit zu Lachen und Lebenslust oder um die Frage, ob man sich wegen dem Krieg in der Ukraine freuen darf.

“Trauern für die Ukraine!”, habe ich ja schon irgendwo als Forderung gehört. ich denke, soll man nicht, aber wahrscheinlich lenken, die Zustände, die herrschen von der Fröhlichkeit ab und machen es auch schwer sich auf die Kunst zu konzentrieren.

Die erste Lesende war dann, die 1993 in München geborene und in Leipzig lebende Ronya Othmann, die ich beim “Bachmann-Preis” hörte und, die auch schon Romane und Gedichte, veröffentlicht hat. Sie begann mit einem Gedicht namens “Babylon”, kam dann zu einem von einem größenwahnsinnigen Diktator geplanten Staudamm, in dem man dann Zement schütten mußte, damit er nicht zerbarst und anderen politische Unsinnigkeiten, die aus ihrem bei “Hanser” erschienenen Gedichtband die “Verbrechen” stammen und Max Czollek wollte anschließend von ihr wissen, ob sie forensische Poesie schreibe? Keine Ahnung, was das ist und ob das möglich ist, ist aber wahrscheinlich die Absicht des Lyrik-Schwerpunktes.

Dann kam die aus Israel eingeflogene 1980 geborene Adi Keissar, die wie Max Czollek erwähnte, eine neue Art der Lyrikpräsentation gefunden hat, die sich von der üblichen und vielgeschmähten Wasserglaslesung abhebt.

Die Lesung erfolgte, was, wie ich erfahren habe, eine Spezialität des Festivals ist, in der Originalsprache, also Hebraäisch. Das offenbar nicht sehr zahlreiche Publikum, denn die ganze Veranstaltung findet offenbar in der Bibliothek statt, erhielt Handouts, für die Streamzuhörer las Max Czollek dann die Übersetzung “Ich weiß nicht, wie man Gedichte liest. Dann stand einer mit theatralischer Stimme, damit ich wüßte wie man Gedichte liest”, womit offenbar die neuen Darstellungsform gemeint ist und dann auch noch das andere Gedicht.

Dann kam die 1988 in Klagenfurt geborene Barbara Juch, dieren Gedichtdebut “Barbara” heißt, offenbar auch in der von Stefanie Sargnagel, gegründeten Burschenschaft Hysteria tätig ist und die mit einem Kärntner Volksslied begann, dann mit “Land der Berge viel zu viele” fortsetzte und auch von “Barbara, Babsi, Bärbl”, als Vertreterin Österreichs von diesem Lyrikschwerpunkt las und um das “Schnelle Schwimmen und Rennen” ging es auch.

Dann kam der gut Deutsch sprechende in San Paolo geborene und in Berlin als Übersetzer und Literaturvermittler lebende Ricardo Domeneck, der seine Gedichte auf Portugisisch, aber auch auf Deutsch las.

Nach einer Pause kam dann ein Gespräch zwischen der “Fried-Preisträgerin” von 2017, Teresa Präauer, von der auch der Titel des Symposiums stammt, mit Ronya Othmann, die ja einen kurdischen-jesidischen Vater hat und Ricardo Domeneck.

Teresa Präauer fragte Royja Othmann welche Bedeutung die Landschaft und die Herkunft ihres Vaters für sie hat? Und von Ricardo Domeneck, der vor zwanzig Jahren nach Berlin emigriert und auf Portugisisch schreibt, wollte Teresa Präauer wissen, inwiefern die Migration sein Leben und sein Schreiben verändert hat und die Körperlichkeit ist für ihn, wie sie betonte, auch sehr wichtig. So schreibt er homoerotische Liebesgedichte, die in Brasilien als sehr politisch interpretiert werden, was er gar nicht so empfindet.

Dann kam als Stargast wahrscheinlich der Belasrussische Autor Sasha Filipenko, von dem ich “Den ehemaligen Sohn” und die “Roten Kreuze” gelesen habe und der jetzt seinen ebenfalls bei “Diogenes” erschienenen Roman “Die Jagd” vorstellte.

“Der ehemalige Sohn” ist inzwischen in Weissrußland verboten und er mußte auch mit seiner Familie Belarus verlassen, weil er auf einer schwarzen Liste stand und lebt jetzt, glaube ich, in der Schweiz oder auch nicht so richtig, wie Sasha Filipenko auf Günther Kainderrlsdorfer, der moderierte, von Mascha Dabic übersetzt antwortete.

Sasha Filipenko schreibt auf Russisch und die “Jagd”, wo ein Journalist verfolgt wird, spielt auch dort. Günter Kaindlsdorfer wollte wissen, wie weit das Buch auch in Belarus spielen könnte und der Autor meinte, daß das nicht möglich wäre, weil man in Belarus wesentlich schneller gegen kritische Journalisten vorgehen würde, was aber seit dem Krieg nicht mehr stimmt. Er hat den Roman 2014 zu schreiben begonnen, der dann auch 2016 in Russland oder Belarus erschienen ist. Sasha Filipenko hatte , wie er sagte, schon seit 2010 Schwierigkeiten mit der Zensur.

Dann kam die Lesung aus dem Buch, das einen sehr musikalischen sonatenhaften Aufbau hat. Sasha Filipenko hat eine musikalische Ausbildung und das Buch ist auch mit sehr schnellen filmischen Schnitten aufgebaut. Es gibt den Hauptakt, und immer wieder Pausen, sowie anderen Tempoangaben. Es geht aber um einen Oligarchen, der mit seiner Familie viel in der Welt herumreist und um einen Journalisten, der sich mit ihm anlegt und dann auch um eine Gerichtsverhandlung, weil der Journalist einen leeren Artikel gebloggt hat und deshalb verhaftet wird.

Sasha Filipenko sagte, nach der der Lesung, daß er diese Stelle schon 2014 in Russland gelesen habe und hab haben die Zuhörer gelacht und nicht geglaubt, daß man eines leeren Plakates wegen verhaftet werden kann. <inzwischen passiert das oft, wenn man was postet oder teilt und da muß ich anfügen, daß das auch in Österreich passiert ist, daß Leute fünftausend Euro an einen Rechtsanwalt für einen geteilten Post zahlen sollten.

Sasha Filipenko antwortet dann auf Günter Kaindlsdorfer Frage nach dem Aufbau, daß er wollte, daß der Leser begreift, daß der Weg die Handlung zu verstehen sehr mühevoll ist und nahm auch in Kauf, daß manche Leser das Lesen aufgeben, weil die Handlung immer wieder abreißt, er wollte sie aber zu Mittätern machen, die die Geschichte zusammenfügen.

Mühsam denke ich und das dachte ich auch beim Mitlesen des deutschen Textes, aber ich habe das Buch schon angefragt, mal sehen was ich nach dem Lesen dazu sage?

Günter Kaindlsdorfer meinte aber, daß der Deal, daß er das Buch wegwerfen könnte, bei ihm nicht aufgegangen ist. Er ist neugierig geworden und hat weitergelesen. Bei “Amazon” habe ich aber andere Meinungen gefunden, die damit nichts anfangen konnten.

Um acht kam dann der 1983 in den USA geborene Phil Klay, der schon 2015 bei den “Fried-Tagen” war und da sein Debut “Wir erschossen auch Hunde” präsentierte. Jetzt wurde unter der Moderation von Sebastian Fasthuber, der auch schon öfter auf den “Fried-Tagen” moderierte sein neues Buch “Den Sturm ernten” vorgestellt, wo es um vier Mitglieder der US Special Forces geht, die in einem kolumbianischen Dschungel gekommen sind, Phil Klay konnte hier seine Erfahrungen als US-Marine verwenden, um einen Krieg zu beschreiben und hat einige kurze Stellen daraus gelesen.

Und um zehn gab es noch ein Konzert “Best of Ernst Molden”, der Enkel der Paula von Preradovic und der Sohn von Ernst und Hanna Molden der ja bevor er zu singen angefangen hat, auch Bücher geschrieben hat und von dem ich schon einige Konzerte gehört habe.

Viele schöne Lieder “Und was i am liebsten mog is summer jeden Tag!” und “Alles könnt das letzte Mal sein, drum sollt man sich urdentlich geben, nimm das, da liegts dei Leben!”- “Wo san die Kollegen, wann i außa muß in Regen?”

Am Samstag ging es dann um zwei mit einer Jennifer Daniel weiter, aber da sind wir nach St. Pölten gefahren, weil ich der LITGES-Seite entnommen habe, daß da der Osterspaziergang der literarischen Gesellschaft stattfinden wird. Es ist zwar erst zwei Wochen vor Ostern und von daher ungewöhnllich früh und eigentlich würde ich normalerweise nicht von Wien aus hinfahren, aber weil derzeit ohnehin nichts los ist und ich schon über zwei Jahren keine Lesung mehr hatte und 2019 ist wegen der “Literatur & Wein” der Osterspaziergang auch ausgefallen und weil ja sonst außer streamen und zu Hause sein, weil ich derzeit auch auf keine Demos gehe, ohnehin nichts los ist, habe, ich gedacht, fahren wir hin und ich lese “Den Meister Hoppel” vor. Mein Ostertext, den ich im Vorjahr geschrieben habe. Das Wetter war kalt und regnerisch, beziehungsweise hat es sogar geschneit. Wir waren um halb drei schon bei der “Seedose”. Dort war nichts los, das Restaurant geschlossen, nur gelegentlich ist einer mit einem Hund vorbeigekommen und zwei Leute haben was ins Restaurant geräumt und das war noch um viertel vier so. Da habe wir nochmals auf der Seite nachgeschaut und dann die Eva Riebler angerufen. Osterspazierigang auf den Ostersamstag verschoben, was es ja auch passender ist. Also zurückgefahren und da konnte ich mich dann ins Festival zurückstreamen oder auch nicht, denn um vier sollte ja Deb Olin Unferth aus ihrer “Happy green familiy”, das mir “Wagenbuch” , als E-Pub zuschickte, lesen, aber die ist krank geworden, also ist es erst um sechs mit Nate Powell weitergegangen, der, wie auch Jennifer Daniel, ein Comiczeichner ist. Denn der Samstag gehört ja bei den “Fried-Tagen” seit einigen Jahren den Comiczeichnern und da war es, als ich dort noch anwesend war, immer sehr voll und anschließend stellten sich die Leute eine Stunde oder länger an, um sich ein Autogramm in ihr Buch signieren zu lassen und der Autor hat gezeichnet und gezeichnet.

Ob das diesmal auch so ist, habe ich keine Ahnung, der Saal sieht ja immer sehr leer aus und werde davon wohl auch nicht viel mitbekommen. Das vorgestellte Buch heißt jedenfalls “Safe ist for later” und Nate Powell entnehme ich dem Programm, wurde 1978 in den USA geboren und so wurde das Gespräch mit Mathias Wieland auch auf Englisch geführt und, um Donald Trump und seine Wahl ging es dabei auch.

Das Buch wurde dann auf Deutsch präsentiert, das heißt, die Zeichnungen gezeigt und Mathias Wieland hat den Text gelesen, der wie schon angedeutet, ein sehr politischer ist.

Und als Letztes für den Samstag kam dann der 1958 in Mexiko-City geborene Guillermo Arriaga, der wie Anne Zauner erklärte, aus kleinen Verhältnissen kommend, sich auf den roten Teppich Hollywoods hinaufgearbeitet hat und seinen Roman “Das Feuer retten”, das in einem Gefängnis zu spielen scheint, vorstellte. Wolfgang Popp, der Ö1-Moderator und Buchautor hat das Gespräch geführt und der freundliche Autor legte zuerst ein paar Münzen auf den Lesetisch, damit die die nach Mexiko wollen, schon einen Startschuß haben.

Dann erzählte er, daß es ihm beim Schreiben immer ums Geschichten erzählen und nicht um gesellschaftskritik geht und in seinem Roman spielen zwei Klassen, eine erfolgreiche und , die des Gefängnisinsassen zusammen.

Es geht um eine Choreografin, die auch Millionärin ist und mit ihrer Gruppe im Gefängnis auftritt und dort auf einen sehr gebildeten Mörder trifft und interessant ist, daß Guillermo Arriaga zu den Autoren gehört, die beim Beginn des Schreibens noch nicht das Ende ihrer Geschichte wissen, etwas was man in der Romanschreibschule trainiert, den Roman erst durchzuplanen, bevor man zum Schreiben beginnt, was offenbar, die Profis von den Autoren unterscheidet und der Autor auch betonte, daß er keine Recherchen und keine Planungen mache, sondern alles erfinde, so ist er beispielsweise, auch nie in einen Gefängnis gewesen, wie Karl May nie in der Gegend, wo seine Romane spielen und das Unperfekte macht nach Meinung des Autors, die Schönheit des Werkes aus, was ich wieder für einen interessanten Ansatz halte. Man schreibt, was man kann, nicht was man will, obwohl ein bißchen Planung und Recherche höchstwahrscheinlich auch nicht schaden kann und der Autor offenbar sehr selbstbewußt ist, daß er sich so darstellen kann. Spannend auch, daß der Autor mehr Englisch, als Spanisch redete, obwohl eine sehr freundliche Übersetzerin neben ihm saß.

Auf die Frage ob er fixe Schreibzeiten hatte, antwortete, daß er eigentlich immer schreibe, weil er immer wissen will, wie es weitergeht. So ist er auch jetzt in dieser wunderschönen Stadt Wien in seinem Hotelzimmer gesessen und hat geschrieben und das auch gestern, obwohl er eigentlich zu Phil Klays Lesung gehen wollte, er aber, wo es mir ein bißchen ähnlich geht, vom Schreiben abhängig ist. So geht es ihm aber auch beim Regieführen, was ja ebenfalls ein Teil seiner Tätigkeit ist.

Es gibt auch zwei Erzählweisen, der Gefangene spricht in der Ich-Form, die Choreografin wird in der Sie-Form erzählt, was Guillermo Arriaga damit begründete, daß er über eine Frau nicht in der Ich-Form schreiben könne. Bei weiblichen Autoren ist das oft umgekehrt und ich habe gleich eine Lösung für mein neues Werk gefunden, in dem ich den Roman im Roman “Die Gestohlenen Jahre” auch in der Ich-Form schreiben werde. Simon erzählt das als “ich”, während die anderen Protagonisten erzählt werden.

Und am Schluß ging es noch um die Frage, wie man gute Sexszenen schreibt, von denen in dem Buch einige enthalten sind.

Und am Sonntag ging es dann an die Preisverleihung an Frank Witzel, die, glaube ich, schon im November stattfinden hätte sollen, als Ingo Schulze im Literaturhaus war, um den Preis der Literaturhäuser entgegenzunehmen oder abzulesen. Zur Erinnerung, beim der “Fried Preis” gibt es nur einen einzigen Juror, der ist diesmal Ingo Schulze, von dem ich auch schon viel gelesen habeund den ich sehr interessant finde.

Diesmal begann es, was ich für interessant halte und früher nicht so war, mit einer musikalischen Einlage und zwar sang da Cosima Büsing mit hoher schriller Stimme eine Komposition von Bernhard Lang. Es ist ja der Preis von 2021, den Sektionschef Meindl übergab. Ex Ministerin Havlicek, die ja einmal mit Jack Unterweger saß im Publikum. Es wurden wieder, was auch relativ neu ist, von Robert Huez die Namen aller Mitarbeiter des Organisationsteam verlesen.

Robert Schindel der Präsident der Fried-Gesellschaft glaube ich, hielt dann die Erföffnungsrede und sprach von den düsteren Zeiten, in denen wir momentan leben.

“Es ist Krieg , was soll ich machen und ich begehre nicht schuld daran zu sein” und gratulierte dann dem Preisträger ganz herzlich. Die Laudatio stammte dann von dem alleinige Juror, der 1962 in Dresden geboren wurde und in Berlin lebt und verlas, wie er die Laudatio während der Zugfahrt nach Wien verbesserte und dabei auch an den Präsidenten der Ukraine dachte und weil er die Laudtio schon im November geschrieben hat, mußte er sie insofern ändern, da Witzel inzwischen einen Erzählband veröffentlicht hat, die Erzählungen für ihn also genauso wichtig, wie die Romane sind und er seine Vorlesungen auch nach diesen Muster verfaßt und dann mit seinem schräg Gegenüber über die Laudatio diskutiert und um Masken geht es dabei natürlich auch, weil man die jetzt ja im Zug tragen muß.

“Weiter so, Applaus!”beschloß er dann seine Rede, die mir gut gefallen hat.

Dann kam der schon erwähnte Sektionschef Jürgen Mein, der die “Fried-Gesellschaft” sehr lobte und Laudator und Preisträger gratulierte und sich dann auch fragte, was Kunst und Kultur gegen den Krieg ausrichten kann? Viel meinte er, denn da gab es einmal eine Opernaufführung, die die Sänger so erregte, daß sie anschließend aufgestanden sind, zu den Waffen griffen, um ihre Heimat zu verteidigen. Das wird für jetzt wohl utopisch bleiben und ist vielleicht auch nicht wirklich zu empfehlen. So wurde der Preis an Frank Witzel übergeben, der dann nach einer neuerlichen Musikeinlage, mit seiner Dankeslesung begann, die sich auch mit der aktuellen Situation der seiner “eigenen Dummheit” beschäftigte, was wohl die Hilflosigkeit thematisierte, die einen wahrscheinlich erfaßt, wenn man mit der aktuellen Situation abstellen will und nicht recht weiß, wie das passieren kann und erwähnte auch dabei, daß im Vorjahr viele Nerve in Dänemark ermordet wurden, weil man an ihnen das Corona-Virus zu entdecken glaubte und die jetzt zum Himmel stinken, was wirklich sehr dumm ist, wie es das genauso ist, wenn man nicht versteht, wieso man für sein Geld auf der Bank keine Zinsen mehr erhält, sondern dafür zahlen muß und dumm füge ich jetzt noch etwas aufmüpfig an, sind ja angeblich auch die, die sich nicht impfen lassen wollen, wie eine etwas seltsame Studie festgestellt hat, aber das hat Frank Witzel nicht thematisiert, kam dann aber doch darauf zu sprechen, daß es nur eine Wissenschaft, der man zu folgen hat, nicht geben kann und hörte dann mit Zitaten von Robert Musil, Niklas Luhmann und einem Gedicht von Erich Fried auf.

Das war es dann und jetzt gehe ich, um etwas für meine Abwehrkräfte zu tun und meinen Vitamin D – Haushalt zu steigern, Radfahren um den Ring, es war aber sehr interessant mich, wenn auch nur per Stream mit den “Fried-Tagen” zu beschäftigen und gelernt habe ich auch sehr viel dabei.