Buchpreisverleihung per Radio

Heute wird also wieder im Casino Schwarzenberg der österreichische Buchpreis verliehen und seit 2016 war ich dabei, weil mir Charlotte Sucher vom Bundesministerium freundlicherweise eine Einladung dazu schickte, denn die Buchpreisverleihung war eher eine interne Angelegenheit wo sich die Autoren, Verleger und andere wichtige Personen trafen und man anschließend im Radio am nächsten Morgen vielleicht eine kurze Mitteilung hören konnte, wer den Preis gewonnen hat, falsch natürlich die Preisträger traten und treten dann immer auf der “Buch Wien” auf , aber mein Eindruck ist, daß sich der österreichische Buchpreis den es seit 2016 in Anlehnung an den deutschen ,gibt kaum in der Öffentlichkeit abspielt.

Falsch die “Buchinsel” in der Margaretenstraße stellt immer die Bücher in ihrer Auslage aus und es gibt auch so ein kleines Buchpreisbüchlein, das man im Gegensatz zu dem deutschen in Österreich auch bekommt mit den Proben der zehn nominierten Bücher und den drei Debuts und ich lese ja seit ich mich 2015 entschloßen habe den deutschen Buchpreis mitzulesen auch beim österreichischen mit, bin da heuer gerade bei Buch sechs der Longlist und den zweiten der Debutlist, angekommen und im Vorjahr, wo ich das auch getan habe, wurde der Preis ja lockdown bedingt nur irgendwo bekanntgegeben.

Heuer kann man, seit heute nur mit 2G wieder teilnehmen, ich habe mich, da ich das ja nicht haben,, diesmal gar nicht um eine Einladung bemüht und hätte wahrscheinlich auch, wenn ich mich impfen oder testen hätte lassen, keine bekommen, weil die Plätze wahrscheinlich liimitiert waren, aber oh <überraschung habe ich vor einigen Tagen herausbekommen, die Verleihung wird in Ö1 übertragen und das finde ich schön, daß man als kulturlinteressierter Ö1 hörer etwas von dem Buchpreis mitbekommen kann.

Also habe ich mir heuer nicht mein rotes oder schwarzes Kleid angezogen, wie ich das früher tat und bin zum Schwarzenbergplatz gestöckelt, sondern, die vier Bücer die ich noch auf meinen Regalen liegen habe, ins Schlafzimmer getragen, um in die Buchpreisverleihung einzutauchen, die wieder von Philipp Hauss und Dorothea Hartinger moderiert wurden.

Ich kann mich erinnert, daß die einmal in “Torquato Tasso-Kostümen” vom Burgtheater kommend aufgetreten haben und das letzte Mal also 2019 wurden auch “Ohrenkuß-Autoren” vorgestellt.

Diesmal ging es um die Zeit und es wurde auch Xaver Bayer , dem Preistrger vom Vorjahr nochmals gratuliert und darauf verwiesen, daß die nominierten Autoren jetzt wohl die Sekunden zählen würden.

Dann wurde die Jury Tilman Eder, Walter Grond, Manuela Reichert, Daniela Strigl und Peter Zimmermann vorgestellt und danach kamen Renate Anderl von der AK, Benedikt Föger vom Hauptverband und Staatssekretärin Andrea Mayer auf die Bühne und mußten ihre Beziehung zur Zeit bekanntgeben, die Jurymitglieder haben vorher erklärten,wann sie Zeit zum Lesen hätten.

Danach wurden die drei Debutpreisbücher vorgestellt, jeweils eine Probe daraus verlesen und dann wieder Überraschung, ich hätte da ja eigentlich an Anna Felnhofer oder Clemens Bruno Gatzmaga gedacht, aber wieder einmal total verschätzt, denn Anna Abinus wurde mit “Revolver Christi” mit dem ich eigentlich nicht so viel anfangen konne, dafür ausgewählt.

Musik gab es auch immer wieder dazwischen zu hören, bevor es zur Vorstellung der Shortlist kam.

Da habe ich ja vor kurzem bei Daniela Chanas Erzälungen, die Überraschung erlebt, das als das beste von den drei bisher gelesenen Shortlistbüchern zu halten,hätte aber sonst eher auf den Schmalz oder die Olga Flor geschätzt, aber da ich mich ja immer verschätze, wer mag ihn bekommen? Das Buch das mir wieder nicht so gut gefallen hat!

Ja natürlich, da scheine ich Meisterin zu sein! Also gratuliere ich Raphaela Edelbauer, die ja schon zum zweiten Mal auf der Shortlist steht, zum Öst 2021 herzlich.

“Das flüßige Land” hat mir ja viel besseer gefallen aber Raphaela Edelbauer schreibt schon wieder an etwas Neues, wie sie Philipp Hauss erklärte, der von ihr wissen wollte, wieviel Zeit sie sich zwischen den Büchern nehmen würde und dankte ihrer Auterin herzlich, ohne die sie, wie sie meinte, den Preis nicht gewonnen hätte.

Dann gabs nochmals Musik vom “David Helbock`s Random Control-Trio” und ein Gruppenfoto, offenbar Pandemie bedingtt kein Bufett, aber das wird nachgeholt, versicherten die Moderatoren und Ö1 hat dann erwähnt, daß man die beiden Sieger am Donnerstag auf der “Buch-Wien” hören kann, aber ich habe die Bücher ja schon gelesen und freue mich, wenn mans wissen will, auf das “Lieblingstier” und die anderen noch ungelesenen Bücher.

Zum hundersten Geburtstag von Ilse Aichinger

Die am elften November 2016 verstorbene Ilse Aichinger, da bin ich gerade auf der “Buch-Wien” gewesen und habe anschließend mein literarisches Geburtstagsfest gefeiert, wäre am ersten November hundert Jahre alt geworden und hat mein literarisches Leben auch mehr oder weniger intensiv begleitet.

Als Studentin ist mir wohl die “Größere Hoffnung” in die Hand bekommen und habe sie höchstwahrscheinlich nicht verstanden und bei dem Symposium das im Oktober 1980 in der “AS” bzw im NIG stattfand, bin ich höchstwahrscheinlich nicht gewesen, zumindestens kann ich mich nicht erinnern.

Ich bin aber bei Veranstaltungen gewesen, wo ihre Kinotexte in der “Edition Korrespondenzen” herausgekommen, präsentiert wurden. Habe mir da, was ich nicht sehr oft tue, mir von ihr ein Autogramm, nicht in das Buch, sondern auf das Programmheftchen geben lassen, was von einem in der Schlange kritisiert wurde und ich kann mich auch, das war wahrscheinlich 2001, an ein “Rund um die Burg” erinnern, wo sie glaube ich einen Text über nine elefen gelesen hat, aber zu spät daran war, nachher hat Dietmar Grieser gelesen und die alten Damen im Publikum haben ungedudig “Wir wollen sen Grieser!”, skandiert und haben der alten Dame, die mit zitternder Stimme gelesen hat, nicht mehr zugehört. Das hat mich sehr beeindruckt und habe es Herrn Grieser auch einmal erzählt, weil ich dachte, daß es gut in seine Bücher passen könnte.

In der “Alten Schmiede” gab es mehrere Hommagen und Saisoneröffnungen, die ich mir natürlich anhörte und in der Gesellschaft im April 2016 in der “Gesellschaft” eine Veranstaltung, die ich abgebrochen habe, nachdem ich mich in der Pause mit dem Korrespondenzen -Verleger, der sie immer im Pflegeheim in Ottakring, wo sie damals lebte, unterhalten habe,um pünktlich nach Krems zur “Literatur und Wein” zum kommen und nach ihrem Tod gab es im Literaturmuseum eine Veranstaltung und bin ich anschließend zum Wein ins “DichtFest” gegangen. Ein berühmtes Plakat, wo da die etwa Sechzigjährige im karierten Kleid sitzt, das ich mir einmal von einer Literaturhaus-Veranstaltung mitgenommen habe, hängt auch in unserem Wohnzimmer.

Und zum hunderten Geburtstag, wo ihr eine Woche lang an den verschiedensten Orten gedacht wird, umständehalber nur mehr Livestream oder doch nicht so ganz und eine Woche vorher hat Cornelius Hell ihr im Ö1 die “Gedanken für den Tag” gewidmet und die “Die Welt ist aus dem Stoff,/der Betrachtung verlangt, ein Zitat aus dem Gedicht “Winterantort” – Ilse Aichinger zum achtzigsten Geburtstag” hat am Montag den 2. 11. wo es im Literaturhaus immer eine Gedenklesung für die toten Mitglieder gibt, mit einem “Hörstück” begonnen, das Kurt Neumann für den Rundfunk aus dem schon erwähnten Symposium gebastetl hat. Da Programm von damals ist wohl in der “AS” aufgelegen, ich habe mir nur gemerkt, daß Erich Fried und Peter Härting bei dem Symposium aufgetreten ist und Ilse Aichinger, da Richard Reichesperger mit dem sie bis zu seinem Tod, 2004, befreundet war, das erste Mal getroffen hat.

Das war der Prolog der Veranstaltung, dann trat der “Büchner-Preisträger” Josef Winkler auf die Bühne, der offenbar am 1. 12. 2008 im Schausspielhaus Darmstadt auf einer großen Bühne, wo schöne Gladiolen standen, die er gerne ihr gewidmet hätte und der bei einer anderen Veranstaltung auf den “Erinnerungspunkt” bestand, der am Mittwoch auf der Schwedenbrücke eröffnet wird, bestanden hat. Es hat vor fünfundzwanzig Jahren auch eine Veranstaltung im Akademietheater mit Elfriede Jelinek, Elfriede Gerstl ,Josef Winkler,, etcetera, gegeben, die mir ebenfalls entgangen ist, wo Josef Winkler denselber Text, den er auch am Montag vortrug, gelesen hat. Dann kam Julian Schutting und las Texte wo er Ilse Aichinger an ein Interview erinnerte und mit ihr auch ins Kino gegangen ist, was die in ihren letzten Lebensjahren oder davor, als die das noch konnte, fast täglich tat.

Dann kam ein Generationensprung nämlich die 1973 in Zagreb geborene Anna Baar, die das Stiftsgymnasium in Viktring besuchte und einmal, wie Ilse Aichinger ein Medizinstudium abgebrochen hat, deren “Nil” das auf der Shortlist des Öst steht, ich erst lesen muß und sie erzählte in ihrem Text von ihrer Matura in jenem Gymnasium 1991, wo sie sich zwischen Bertha von Suttner,Hermann Hesse, Albert Camus und den “Spiegelgeschichten” entscheiden konnte, die sie offenbar erst später gelesen oder verstanden hat.

Am Schluß der Montagveranstaltung kam die 1963 in Erlangen geborene Germanistin Christine Ivanovic, die sich sehr mit Ilse Aichinger beschäftigte und auch zwei Ausstellungen über sie gestaltet hat, die das Gedicht “Winterantwort”, in dem Ilse Aichinger ihrer deportierten Großmutter gedachte, wobei sie sie an das Grimmsche Märchen des “Rotkäppchen” anschloß, interpretierte.

“Großmutter wo sind deine Lippen hin. um die Gräser zu schmecken/ ist es nicht ein finsterer Wald in den wir gerieten?/ Nein, Großmutter, er ist nicht finster, ich weiß es, ich wohnte lang bei den Kindern am Rande,und es ist auch kein Wald.”

Dann habe ich mich in die schon erwähnte Veranstaltung ins Literaturhaus gestreamt, was ich auch im Vorjahr tat, wo zeitgleich der Terroranschlag stattgefunden hat und bin gerade zu Christian Katt zurechtgekommen, der sich, wie immer mit den Werken des 2001verstorbenen Christian Loidl beschäftigt hat.

Dann folgte Antonio Fian, der sich mit dem 2011 verstorbenen Werner Kofler beschäftigte, mit dessen Koffer ich ja einmal von Wien nach Klagenfurt gefahren bin. Dann kam Erika Wimmer, die sich mit der 2007 verstorbenen Erika Danneberg beschäftigt hat, die im Jänner ihren hundersten Geburtstag feiern würde, die mit Hermann Hakel verheiratet, Psychoanalytikerin und Kommunistin war, die ich im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennenlernte und mit der ich einige Male beim Volksstimmefest gelesen habe und las sechs Gedichte von denen ich “Wie gehst du um Genosse mit deinen Genossinnen?”, schon kannte. Karin Ivancsics, die die Veranstaltung für die GAV organisierte, folgte und erklärte, daß die Veranstaltung, die mit der großen Friederike Mayröcker begonnen hat, mit der früh verstorbenen Hertha Kräftner beendet würde.

Ilse Aichinger wurde dabei ausgelassen, obwohl sie ja auch vor vor fünf Jahren gestorben ist, was ich ein wenig schade finde, aber es geht schon am Mittwoch mit ihrer Hommage weiter.

Am Mittwoch sollte es mit einer Echtveranstaltung weitergehen, wurde doch auf der Schwedenbrücke beim Donaukanal ein Erinnerungsort beziehungsweise das Gedicht “Winterantwort” enthüllt, das dort angebracht war. Der Präsident des Kunstsenats Josef Winkler hat das vermittelt.Walter Famler eröffnet, dann, glaube ich, die Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler geredet.

So genau habe ich das nicht mitbekommen, denn auf der Brückenseite, wo das stattfand war ein Absperrungsgitter aufgestellt. Zwei Polizisten standen davor und zwei maskierte Frauen, wo mir die eine erklärte, daß ich auf der anderen Seite weitergehen könne. Die Zweite, die mich offenbar erkannte, ich sie in ihrer Maske nicht, sagte dann, ich könne durch, müßte aber offenbar eine Maske aufsetzen.

“Im Freien?”

“Leider ja!”

Also auf die andere Brückenseite stellen, wo ich dann den Passanten erklären mußte, was da gegenüber stattfand und ein offensichtlich deutscher Tourist mit zwei Kindern wollte wissen, wieso gerade dieser Ort für die Veranstaltung, denn es wäre jetzt schon kalt?

“Das weiß ich auch nicht so genau, aber wahrscheinlich war das ein wichtiger Ort für Ilse Aichinger!”, antwortete ich ihm und las dann später, als die Masken schon hinuntergenommen wurden, auf einer Tafel, daß Ise Aichinger da einmal zugesehen hatte, wie ihre Großmutter von den Nazis in ein KZ abtransportiert wurde. Daher also das schon am Dienstag zitierte Gedicht, das Josef Winkler, der Präsident, der dann das Denkmal enthüllte, nochmals las. Der hatte auch ein laute Stimme, so daß ich alles gut verstand. Vorher hat noch die Kulturstadträtin Mayer ein paar Worte gesprochen und, als es vorüber war bin ich auch hinübergegangen. Wurde von ein paar Leuten begrüßt von denen ich ,glaube ich, Lukas Cejpek erkannte, Manfred Müller von der “Gesellschaft”, Kurt Neumann war da und als alles ganz vorbei war, der Alfred hat sich noch lange mit einer grünen Kultursprecherin unterhalten, denn er ist ja mit der Grünpolitik sehr unzufrieden, kam ein Lastwagen und hat das aufgestellte Zelt und die Absperrgitter wieder abtransportiert.

Am Abend ging es dann mit einem Gespräch zwischen Christine Ivancic und dem 1963 geborenen Literaturwissenschaftler Thomas Wild über sein Buch “ununderbrochen mit niemanden reden. Lektüren mit Ilse Aichinger” weiter.

Am Donnerstag wurden dann in der “Gesellschaft” zwei Briefwechsel vorgestellt, nämlich den zwischen Ilse Aichinger mit Ingeborg Bachmann mit der sie offenbar sehr befreundet war und die sie neben ihrer Zwillingsschwester Helga, die ja nach England emigirierte, als den dritten Zwilling bezeichnete. Gelesen haben aus den beiden Bänden, die von Nikola Herweg und Irene Fußl, sowie Roland Berbig herausgegeben wurden, die beiden Schauspielerinnen Anne Bennent und Andrea Eckert.

Und am Montag ging es in der “Alten Schmiede” mit dem Ilse “Aichinger Wörterbuch” weiter das von Birgit Erdle und Annegret Pelz herausgegeben wurde und das ausgehend von Aichingers “Schlechte Wörter” eine Wörtersammlung, wie Atlantik, Beerensuche, Eich, Großmutter, grün, Kino, Schwedenbrücke, Vögel, Zumutung, etcetera, enthält, zu denen verschiedene Autoren, wie Bodo Hell, Katja Gasser, Ann Cotton, Theresia Prammer, Gisela Steinlechner , Retro Zegler, Essays herausgegeben wurde.

Das war das Ende des Aichingers-Schwerpunkts in der “Alten Schmiede” sagte Johanna Öttl in ihrer Einleitung. Am Dienstag soll es noch eine wissenschaftliche Fortsetzung geben und außerdem hält Theresa Präauer im Wiener Rathaus in der Reihe “Autorinnen feiern Autorinnen” eine Festrede auf die berühmte Autorin, wo es aber keinen Livestream gibt.

Schweizer Buchpreis

Am Sonntag wurde im Theater in Basel der Schweizer Buchreis vergeben. Vor zwei Jahren waren wir ja dabei und seither lese ich auch die Schweizer Bücher Heuer hätte ich bis jetzt nur Christian Krachts “Eurotrash” gewesen, weil der ja für den Leipziger Buchppreis nominiert war und auch auf der deutschen Shortlist stand. Zu diesem Zeitpunkt hat er seine schweizer Nominierung zurückgenommen, so daß auf der Liste nur mehr vier Bücher von vier mir bisher unbekannten Autoren standen. Nämlich:

1.Martina Clavadetscher “Die Erfindung des Ungehorsams”

2.Veronika Suter “Größer als du”

3.Thomas Duarte “Was der Fall ist” , zwei und drei Debuts und

4.Michael Hugetobler “Feuerland”

Ich habe die Bücher angefragt, die Suter und den Duarte als E Books bekommen. “Feuerland” wurde mir zugesagt, Martina Clavadetschers Buch ist als Print gekommen und weil ich ja eine so lange Leseliste habe, habe ich bisher mit dem deutschen und den österreichischen Buchpreis genug zu tun, beim deutschen bin ich bis auf den Schmalz, der auch auf der Öst steht fertig, beim österreichischen habe ich bis jetzt fünf Bücher gelesen und zwei der Debuts und es wird noch ein bißchen dauern bis ich an die Schweizer Bücher komme, habe mich aber während der Frankfurter Messe auf das “Blaue Sofa” gestreamt und da wurde Martina Clavadetscher allein, die drei anderen Autoren im Rahmen einer “Bauen Stunde” interviewt und da bin ich darauf gekommen, daß mich das Buch über die chinenischen Sexpuppenfabrik sehr interessiert.

“Feuerland” habe ich inzwischen auch bekommen und am Sonntag habe ich kurz vor zwölf nach einem Stream der Verleihung gesucht. Bin nur auf eine Sondersendung gestoßen, wo dann gleich verkündet wurde “Die Erfinung des Ungehorsams” hat gewonnen und die 1979 in Zug geborene Autorin interviewt.

Sie dürfte in der Schweiz schon bekannt sein, aber die Reporter, die die Sendung gestalteten, es war keine Übertragung der Preisverleihung, die war zu diesem Zeitpunkt schon vorbei, mokierten sich über die Auswahl, die auch in der Schweiz eher unbekannte Autren beinhalten dürften.

Denn wo bleibt der Muschg habe ich mich schon gefragt? Benedict Wells ,habe ich dann erfahren lebt auch in der Schweiz, wie auch Dana Grigorcea inzwischen und dann die 1988 in Basel geborene Ariane Koch, auch ein Debut, die den “Aspekte – Literaturpreis” gewonnen hat. Der Juror Daniel Graf, der danach gefragt wurde, sagte etwas von zweiundsechzig Nominierungen und das natürlich das Beste ausgewählt wurde und meinte, daß es vielleicht auch einer längeren Liste bedüfren würde, aber da wird ja bei der deutschen, kritisiert, daß die zwanzig Bücher zu viel wären, weil sie niemand außer mir und dem Otto, füge ich hinzu, alle lesen würde und auf der österreichischen, die ja am Montag, die Preisverleihung hoffentlich und nicht nur das Gespräch darüber, in Ö1 übertragen wird, beträgt, zehn auf der Longlist und fünf auf der Shortlist und drei auf der Debutschiene und da hätte mir ja “Vati” ,sehr gut gefallen was nicht auf der Shortlist steht, von der mir bis jetzt zu meiner Überraschung die Erzählungen der Daniela Chana, am besten, Olga Flor ,nicht so sehr weil sie mir zu kompliziert erscheint. “Dave” hat mir auch nicht so gut gefallen wie das “Flüßige Land”, das das sehr wohl tat und die anderen beiden Bücher, den Schmalz und die Baar habe ich bis jetzt noch nicht gelesen, bin also sehr gespannt.

Neun seltsame Frauen

Buch sechs des Öst und das dritte Shortlistbuch ist ein Erzählband und eine Überraschung, obwohl die 1985 geborene Daniela Chana, die ich auch schon einmal aus einem Gedichtband lesen hörte, ihn in der “AS” vorgestellt hat und das ist ja eine Spezialität des öst Bp ,daß da auch Essaysbände, Erzählungen und manchmal auch Gedichtbände nomniert werden und die Überraschung ist, daß mir die Erzählungen mit den neun Frauengestalten, die, den neun Musen gewidmet sind, erstaunlich gut gefallen, obwohl ich das das nicht erwartet habe und eher dachte, Daniela Chana Shortlistnominierung ist ein Platzhalter, der da offenbar auch immer aufscheinen muß. Jtzt bin ich mir nicht mehr so sicher, denn Monika Helfer ist ja nicht nominiert, “Dave”, hat mir nicht so gefallen. Ein Flor Fan bin ich auch nicht und den Schmalz auf den ich ja hoffe, habe ich noch nicht gelesen, wie auch das Buch der Anna Bar und obwohl Daniela Chana in der “Schmiede” aus der ersten Geschichte “Thaleia – (Komödie)” gelesen hat, ist mir damals nicht so aufgefallen, daß sie so eindrucksvoll ist, obwohl sie, was ein Kritikpunkt wäre, kein wirkliches Ende hat.

Das Seltsame der neun Frauen ist wohl das Geihmisvolle an ihnen, das Daniela Chana perfekt zu beherrschen scheint. Die Aussparungen und die Tellerwäscherin, die da absichtslos in ein Restaurant stolpert, hat offenbar auch keinen Namen, sie spült und läßt ihre Phantasie schweifen. Der Chefkoch kommt in den Pausen gestreßt zu ihr und erzählt ihr, daß er mit ihr in ein Restarant der armen Küche aufmachen will, während in seiner Küche, die Fettlebern und die Lachse garniert werden. Sie will stattdessen mit ihm ins Kino und kauft sich einen dunkelroten Lippenstift, obwohl ihr die Verkäuferin zu einem unscheinbareren orangen geraten hat. In meiner Besprechung damals habe ich geschrieben, das Ende der Story hat Daniela Chana nicht verraten, jetzt schreibe ich dazu, es hat gar kein richtiges und das ist schade, weil ich die Geschichte für sehr spannend halte und so geht es gleich mit “Euterpe (Lyrik)” weiter. Da zieht so ein unscheinbares Mädchen, das diesmal Laura heißt, mit einem Sandwich und einem Päckchen Schokomilch in ein Hotel in Genf ein und beobachtet am Gang ,wie eine Frau mit einem Mann streitet. Das hat die Tellerwäscherin in Geschichte eins auch im Gastraum beobachtet. jetzt spricht sie die Frau, die Luca heißt, Lyrik schreibt, lila haare und spitze Fingernägel hat, an und lädt sie am nächsten Tag zu einem Ausflug ins Schloß der Madama de Stael ein, wobei sie sich in einen Leoparden verwandelt und ein Mönch mit schwarzer Kutte, der die Sense schwingt, spaziert auch immer vorbei. Wirklich seltsam, etwas surreal und auch nicht sehr verständlich.

Geschichte drei ist “Erato” oder der “(Liebe)” gewidmet. Da heißt die Frau Caroline und ißt zum Frühstück immer den Rest vom Dessert vor, das sie am Tag davor ihren Liebhabern gewidmet hat. Sie hat drei davon. Einen Architekten, einen Reporter und einen Philosophen und wünscht sich eigentlich ein normales Familienleben mit einem Mann, der zur Arbeit geht und Kindern, die in der Schule sind. Ihre Liebhaber wollen aber keine und in dem Haus, in dem sie wohnt, reden die Mütter nicht mit den kinderlosen Frauen. Aber einmal spricht sie eine an und gibt ihr ein Buch, das sie von dem Philosophen signieren lassen soll, obwohl sie eigentlich keine Bücher liest, also auch ein bißchen seltsam.

Bei “Melpomene (Tragödie)” geht es um eine Frau namens Silivia die vom Griechenlandurlaub nach Hause kommt. Sie ist erschöpft. Das Kleid ist naßgeschwitzt. Ein Sujet, das in fast allen Geschichten auftaucht und weiß nicht ,ob sie zuerst schlafen, duschen oder etwas essen soll? Das Essen spielt bei Daniela Chana auch eine große Rolle. Die selbstgemachten arme Leute Spaghetti, die hat sie mit Georg im Ferienappartement auch gemacht. Die Nachbarin hieß Jennifer und lud sich dazu ein. Einen Georg und eine Iris treffen sie auch, die hat mehrere Schönheitsoperationen hinter sich und um einsame Frau, die ehr eindrucksvoll ist, geht es in der Geschichte auch.

Carmen ist die Heldin von “Polyhymnia(Gesang)” und die ist eine AHS-Schülerin. Will Ernäbhrungswissenschaftlerin werden, singt in einer Schülerchor, wo die drei Mitmitglieder seltsame Hobbies oder Ängste haben. Die Mutter ist Innenarchitektin und will, daß sie mehr ißt. Die stumme Großmutter kocht aber ungesund und liest nicht die Ernährungsbücher, die Carmen ihr bringt und die Mutter lädt zum Essen einen alten Freund ein, den sie zwanzig Jahre nicht gesehen hat und der von ihr will, daß sie seine Hochzeit verhindert.

In “Urania (Astronomie)” vrsucht eine Frau ihren Mann loszuwerden, was ihr zwar auch nicht wirklich gelingt, in der Geschichte aber wieder Daniela Chanas Stärke auf die kleinen psychologischen Details hinzuweisen, gut herauskommt. Die Frau hat Anglistik und Romanistik studiert, aber trotz Bemühungen keinen Job gefunden. So hat sie geheiratet und dem Mann zuliebe alle ihre Interessen aufgegeben und sich von ihm zu trennen schafft sie sie auch nicht. Er muß sie verlassen und so besinnt sie sich auf ihre Interessen, interessiert sich für Astronomie und hört sich wieder Opern an.

“Kalliope (Epische Dichtung und Philosophie” ist wieder so eine seltsame Geschichte, um ein fünfzehnjähriges Mädchen, das auf einem Berg wohnt. Sie beginnt in die Rathauskonzerte ins Dorf zu gehen, (in einem Dorf wird es wohl kein Rathaus und auch nicht fünf Lehrerinnen geben), die dort für die Apothekerin veranstaltet werden. Die ist seine selbstbewußte Frau, hat vielleicht ein Verhältnis zum Pfarrer und zum Bürgermeister und auch eine Ratte und die Fünfzehnjährige zieht zu den Konzerten ihr schwarzes Begräbniskleid an. Nur kann sie mit den eleganten schwarzen Schuhen nicht den Berg hinuntergehen. So zieht sie dazu weiße Turnschuhe an, die sie dann in ihrer Tasche deponiert, aber Käfer und Schnecken krabbeln heraus und auf dem Weg begegnet ihr auch eine geheimnissvolle alte Frau, die sie in das Geheimnis der Apothekerin einführt.

Wie das Surreale in das Psychologische übergeht, beweisen auch die zwei letzten Geschichten. Bei “Klio (Geschichtsschreibung) geht es gleich von Anfang an, um eine unheimliche Frau, die von einem Mann besucht wird, der ihre Seltsamkeiten, zum Beispiel ihre Telefonangst, therapieren will. Er tut das auch sehr seltsam, sagt ihr nämlich, daß er ein Rollenspiel vorhat, auf das sie unvorbereitet entspannt reagieren soll oder unterbricht sie beim freien Assozieeren, etcetera.

Eine mögliche Therapiekritik, die es auch bei der noch viel geheimnivolleren oder unvollständigen Geschichte “Terpsichore (Tanz)”, da ist der Erzähler Tanzlehrer(in?) und lernt Ines auf einer Party kennen, dem auffällt, daß sie irgendwelche Probleme hat, die sich beim Tanz lösen sollen. Eine seltsame Hundephobie kommt heraus. Der Hund starrt Ines an, als wolle er sich auf ihre Probleme aufmerksam machen, was der Erzähler schon längst erkannte, der die Situation beziehun gsweise die Geschichte, dann auch sehr seltsam oder unverständlich abbricht.

Wirklich seltsam die neun Geschichten, viele erstaunlich gut, manche, wie die letzte oder auch die zweite, erscheinen mir irgendwie unfertig. Spannend die Verbindung zwischen Realität und Surrealität.

Eine Entdeckung, auf die ich erst durch das Lesen aufmerksam wurde oder eigentlich schon beim Streamen, daß es sich hier vielleicht um ein Talent handelt, von dem noch etwas zu hören sein wird. Ob es das Buchpreisbuch wird, ist wahrscheinlich eher unwahrscheinlich, obwohl es mir von der Öst bisher am besten gefallen hat!

Aber mal sehen, ich habe mich schön öfter geirrt und wünsche alles Guteund würde mich mehr, als über eine Olga Flor als Preisträgerin freuen.

Lachen und Sterben

Buch fünf des öst Bps ist wieder eine Essay- oder Textsortensammlung, ja das ist beim österreichischen Buchpreis möglich, zumindest ist Franz Schuh 2017 schon mit seinem “Fortuna.Aus dem Magazin des Glücks” auf der Longlist ,gestanden und ich habe als ich 2005 bei dem Literaturwettbewerb in der Pannaschgasse einen “Thalia Gutschein” gewonnen habe, mir sein “Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche” ausgesucht, das ich zugegeben, nicht verstanden habe. Denn der 1947 Geborene, der Philosophie, Geschichte und Germanistik studierte, ist in seinem Denken sehr theoretisch und springt in seinen Essays leider vom hundertsten ins tausendsten, was es mir, die ich ja immer die Struktur und den Inhalt suche, sehr schwer macht.

Dabei kenne ich ihn schon sehr lange und von seiner literarischen Seite, war der doch vor meiner Zeit 1976-1980 Generalsekretär der GAV, hat da “Wespennest” mitbegründet und ich habe ihn auch bei den verschiedenen Vorträgen gehört. In “Ex Libris” hatte er eine Kolumnse und jetzt ein Buch über “Lachen und Sterben” geschrieben.

Zuerst habe ich, als ich die Liste gesehen habe, “Uje!”, gedacht, dann, als ich im Auszug aus dem Leseprobenbüchlein, das Wort “Corona” und “Risikopatient” gelesen habe, gedacht, das ist vielleicht ein Corona-Buch dann könnte man es ja auch für ein Buch passend zu Allerseelen halten.

Als ich aber, um mich auf meine Besprechung vorzubereiten, bei “Wikipedia” nachgesehen habe, habe ich den Satz “Seit 2020 verbringt Franz Schuh krankheitsbedingt viel Zeit in Krankenhäusern als “Pflegefall”, sehr interessant gefunden, und das Buch von dem ich bis dahin ein Viertel gelesen hatte, besser verstanden, denn es beginnt mit dem Gedicht:

“In diesem Winter und in dem Winter davor habe ich kein einziges Mal meinen Wintermantel getragen. /Das war vielleicht ein Glück! Denn ich bin wieder einmal dicker geworden, dicker, als ich damals war, in dem Jahr, in dem ich den Mantel kaufte. /Vielleicht hätte er mir nicht mehr gepasst, obwohl ich jeden Mantel größer kaufe, als gerade angemessen wäre. “In weiser Voraussicht”, wie man sagt./ Die Frage ist in diesem Frühling ohnedies überholt. Es kursiert die Nachricht, dass manche leute zur “Risikogruppe” gehören. Die muss man entweder schützen oder ihrem Schicksal überlassen.”

Und da war ich schon mal hingerissen und dann kam die Anekdote vom “Tod in Wien” wo aus einem Auto, das eine Leiche vom Krankenhaus auf den Friedhof bringen soll, hinausgefallen ist und dann noch ein Gedicht, das vom Tod handelt und die Erklärung, daß es schon vor Corona geschrieben wurde. Dann kommen Essays, die vom Wiener Schmäh, von Canetti und Karl Kraus handeln, den Schuh für sein größtes Idol hält, dann geht es zu Sebastian Kurz, das Buch ist im Frühling erschienen, enthält also nicht die letzten Ereignisse, zu Wolfgang Schüßel, also wieder vom Hundersten zum Tausendsten und ich dachte wieder, wie soll ich das zusammenfassen, habe nachgegoogelt und bin auf ein Gespräch zwischen Armin Thurnher und Franz Schuh im “Kreisky-Forum” gekommen, wo er über die Entstehung des Buches erzählte, das offenbar im Krankenhaus oder danach entstanden ist und wo er sich ähnlich oder auch ganz anders, als Peter Paul Wiplinger mit seiner Krankheit und sich in dem Gespräch auch darüber lustig machte, daß man jetzt, wenn man genesen ist, sogar in ein Restaurant darf, während Nietzsche etwas anderes darunter verstanden hat.

Es gibt die Fragmente der Eitelkeit und die der Einsamkeit und in diesen kommt Franz Schuh zur Eigenverantwortlichkeit, wobei er sowohl den Philosophhen Max Stirner als auch die Philosophin Liz Hirn zitiert und mitten im Corona-Thema ist. Er zitiert den Unterschied zwischen allein und einsam und weist darauf hin, daß man allein geboren wird und auch alleine stirbt.Und dann gibt es noch aus der Stifterschen Erzählung den “Hagestolz”, als Paradetypus für den einsamen Mann.

Es gibt ein Gedicht, das sich mit dem “Tod des Vaters” beschäftigt und den Versuch über den Radioliebling Heinz Conrad, dessen Radiosendung sich bei Franz Schuh sehr eingeprägt hat.

Ein zweites Idol scheint Franz Schuh in dem 1986 verstorbenen Schauspieler und Kabarettisten Helmut Qualtinger zu haben, der mit Carl März den “Herrn Karl” geschrieben hat, diesem österreichischen Typen ist auch ein ausführliches Kapitel gewidmet. Qualtinger den Schuh für sehr österreichisch hält, hat aber auch “Mein Kampf” vorgetragen, “Der Papa wird schon richten”. gesungen und hat glaube ich. als Schauspieler in einen Krimi gespielt, den ich einmal gesehen habe. Er war darüber hinaus noch, glaube ich, ein begnadeter Stimmenimitator, der manche Poltiiker, wie ich gehört habe, sehr verwirrte.

Franz Schuh kommt indessen zur Schauspielkunst und meint, daß auch der Autor oder Philosoph in der Verwandlung zur Kunst kommt. Das soll auch Friederike Mayröcker so gesagt haben. Sie hat einen Einfall, dann transformiert sie ihn und so wird Kunst daraus.

Jetzt habe ich das Kapitel über den Kabarettisten Lukas Resetarits, der im gleichen Jahr, wie Schuh geboren ist und mit fünf Jahren vom burgendländischen Ort Stinaz, wo kroatisch gesprochen wurde, nach Wien Favoriten gekommen ist, vergessen und Der Arzt Georg Ringswandl, der aus diesem Beruf ausgestiegen ist, um Kabarettist zu werden, wird auch erwähnt.

Der Tod kommt, wie schon der Titel sagt immer wieder vor und auch das Lachen, der Witz, der Humor und die politische oder unpolitische Korrectnessen, wird nach dem Schmäh noch in einem eigenen Kapitel erwähnt und das Thema Corona scheint den Intensivpatienten auch sehr beschäftigt zu haben, obwohl er da wahrscheinlich nicht so kritisch, wie ich ist, setzt er sich, manchmal auch sehr humorvoll, damit auseinander und am Schluß gibt es noch ein Drama das bezeichnenderweise “Todesengel” heißt. Lesetheater wird es genannt und setzt sich sowohl mit der Covid-Situation als auch mit den “Todesengeln von Lainz” in den Achtizgern auseinander, wo damals, die Stationsgehilfen wie sie damals noch hießen und über die Pflegehelfer heute politsch korrekter zu Pfegeassistenten wurden, ihre Überforderung in “Mundpflege” ausdrücken und Franz Schuh hat, wie man liest, das Covidjahr 2020, das er größtenteils im Spital und in Pflelgestationen verbrachte, sehr beschäftigt und so ist das Buch eine, wie ich finde sehr gelungene Mischung zwischen persönlicher Betroffenheit und intellektuellen Spitzfindigkeiten.

Am Schluß wird noch erwähnt, daß einige Artikel, wie beispielweise, die über Heinz Conrad oder Helmut Qualtinger schon früher geschrieben und erschienen sind und ebenfalls am Schluß ist sich Fran Schuh nicht sicher, ob Freud recht hat, wenn er den Witz an das Unbewußte bindet.

Der hat ihn, glaube ich, als Abwehrmechanismus bezeichnet, mit dem ich, die ich ja nicht so viel lustig findei, am Anfang meines Studiums und vielleicht immer noch Schwierigkeiten habe, jetzt aber damit umgehen kann.

Ein interessantes Buch also, das ,das Covid und Spitalsjahr des Franz Schuh sowohl persönlich als auch höchst intellektuell beschreibt, also lesen, lesen, kann ich nur empfehlen. Schade, daß es nicht auf die Shortlist gekommen ist und was die und die restlichen noch nicht gelesenen österreichischen Buchpreisbücher betrifft, bin ich gespannt.

Wiener Dichterinnen lesen Wiener Dichterinnen

Die Dichterin und GAV-Mitglied Augusta Laar hat vor zehn Jahren, glaube ich, in München, das “Schamrock-Festival “gegründet. Aus Wut, wie sie sagte, daß Lyrikerinnen schlechtere Chancen als Männer hätten schwerer Verlage finden und auch weniger Honorar als sie bekommen.

Irgendwann ist sie dann damit nach Wien gekommen und da hatte ich es gar nicht als Frauenfestival in Erinnerung, habe ich da doch 2014, obwohl da auch Friederike Mayröcker gelesen hat, Luis Stabau,er getroffen und ich war zweimal glaube ich, bei solchen Veranstaltungen.

Gestern hat es wieder im Literaturhaus ein Festival mit Maria Cabrera Callis, Sandra Hubinger, Birgit Kempker und Mieze Medusa gegeben, da war ich durch das “Aichinger-Festival” sozusagen verhindert und außerdem eine neunzehn Uhr Stunde und heute, was mich ein wenig erstaunte, daß es das gibt, den Schamrock-Salon “Wiener Dichterinnen lesen Wiener Dichterinnen”, was es, glaube ich, in der “Alten Schmiede” und im Rathaus” von der Stadt Wien auch gibt und Augusta Laar erklärte in der Einleitung, daß es diesmal, um Wiener vergessene oder verstorbene Autorinnen, was ja auch zum Thema passt, gab es da ja am Dienstag auch eine “In Memorian-Veranstaltung” und so ist es durch die Wiener Lyrikerinnen-Geschichte gegangen, wo ich zuerst an die 1940 geborene und 2006 verstorbene Heidi Pataki erinnert wurde, die ich, glaube ich, in den Siebzigerjahren das erste Mal bei einer Lesung in dem damaligen Z-Club gegeben hat, kennenlernte, wo ich hingegangen bin, weil es freien Eintritt gab.

Später war sie GAV-Präsidentin und an ihr Gedicht “Als Immanuel Kant die Fenster putze” ist mir sehr in Erinnerung. Ich war auch bei ihrer Gedenklesung im Literaturhaus. Das war, glaube ich, 2007 und da bin ich gerade von der Dichterkarawane zurückgekommen, wenn ich mich nicht irre und da wurden, glaube ich, die Gedichte aus der “Stillen Post” verteilt und hängen heute noch zum Teil in der Krongasse oder liegen in Rollen herum. Bei ihrem Begräbnis Ehrengrab am Zentralfriedhof bin ich auch gewesen und jetzt hat Petra Ganglbauer , die auch GAV-Präsidentin war und viele experimentelle Lyrikbände hat und auch Radiokünstlerin ist, ihr für mich bekanntestes Gedicht nicht gelesen.

Dafür aber andere aus den zwei Bänden “Amok und Koma” und eben “Stille Post”

Heidi Pataki, kann ich mich erinnern, hat immer im Stehen am Pult gelesen. Petra Ganglbauer am Lesepult und dann ist die in Salzburg geborene und schon lange in Wien lebende Margret Kreidl gekommen und hat, was mich besonders freut Ilse Aichinger vorgestellt und da durch ihre Bücher oder die eigene Lesebiografie geführt. Da gibt es ja den berühmten Roman “Die größere Hoffnung”, “Kleist, Moos und Fasane ” und auch den 2001 bei der “Edition Korrespondenzen” erschienenen “Kurzschlüsse”, der Verlag, bei dem auch Margret Kreidl verlegt, wie sie erwähnte. Gelesen hat sie dann aus dem ersten Buch, das sie, sich noch als Schülerin von Ilse Aichinger kaufte “Verschenkter Rat” und erzählte, was mich erstaunte, daß ihre Studenten im Reinhardt-Seminar noch nichts von Ilse Aichinger gehört haben, was in der Festwoche etwas seltsam ist, aber ich habe ja damals im Lesezelt bei “Rund um die Burg” auch ähnliche Erfahrungen gemacht.

Die dritte Dichterin war die 1989 geborene Astrid Nischkauer, die ich, glaube ich, schon beim “DichtFest” ,und bei einer “Fröhlichen Wohnzimmer-Lesung” hörte und auch öfter, als das noch möglich war, bei verschiedenen Veranstaltungen mit ihren Hund getroffen habe und die stellte was ich auch sehr interessant fand, die ziemlich unbekannte Autorin 1902 geborene Melttta Urbancic vor die mit ihrem Mann Viktor nach Island auswanderte und dort 1984 verstarb. Sie ist aber in Purkersdorf begraben und 2011 gab es eine Ausstellung im Literaturhaus, die zur Veröffentlichung des Bandes “Am Rand der Welt” führte, während es sonst, wie Astrid Nischkauer erklärte, noch viel von ihr zu entdecken und zu veröffentlichen gibt. Es gab dann auch ein Gedicht von Astrid Nischkauer, das den Namen “Melitta” trägt.

Dann kam die 1975 geborene Judith Nika Pfeifer, die den “Priessnitz-Preis” bekommen hat und die ich einmal bei einem “Fried Festival” lesen hörte, die sich die 1956 geborene unnd 2919 verstorbene Adelheid Dahieme aussuchte, die ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, die dort gelesen hat. Dann hat sie kurz darauf, bei “Rund um die Burg” gelesen, daß sie auch Kinderbuchautorin war, habe ich nicht gewußt. Aber die “Rauchernovelle” die bei “Klever” erschienen ist, gelesen und als letzte kam die 1961 geborene Monika Vasik, die ich früher oft und jetzt auch schon lange nicht mehr gesehene Monika Vasik, die Medizin studiert hat, aber jetzt schon länger als Lyrikerin tätig ist, die 2009 gestorbene Elfriede Gerstl nvorstellte, beziehungsweise ihre Gedichte las und da mit “Balance Balance” begann, an Hand dessen sie durch das Gerstlsche Werkh führte, die ich ja auch ganz gut gekannt habe, die einmal bei meinem literarischen Geburtstagsfest war und von der ich auch einiges gelesen und gehört habe.

Das Gedicht “Natur, nein danke” löste bei mir Associationen aus, wo ich einmal mit ihr vor dem Literaturhaus in Mürzuschlag stand und sie mir sagte, daß sie nicht im Wald spazierengehen könne, weil sie nicht zeckengeimpft sei,was mich damals sehr erstaunte, inzwischen aber wahrscheinlich gar nicht mehr so ungewöhnlich ist und Monika Vasik erzählte, daß sie Elfriede Gerstl 1980 bei einer Lesung in der “Alten Schmiede” kennenlernte, was bei mir eigentlich auch zutreffen kann. Der Vasik Text hat “Gerstl Quartett” geheißen und am Schluß erinnerte Monika Vasik noch an die Droschl-Werkausgabe, wo ich ja auch bei den Präsentationen war.

Schön, daß die fünf Dichterinnen sich so genau durch die Biografie ihrer Autorinnen lasen, auch eigene Werke lasen und bei mir sowohl Erinnerungen, was Heidi Pataki , Elfriede Gerstl, Ilse Aichinger und Adelheid Dahimeme, als auch Entdeckungen, was Melitta Urbancic betrifft und natürlich kann man wieder hinzufügen, daß wieder Dichterinnen fehlten. Jeannie Ebner für die Petra Ganglbauer, glaube ich, die Rathaus Vorlesung gehalten hat, wurde von Augusta Laar schon erwähnt, mir ist natürlich die Grand Dame F Ms eigefallen, die ja heuer ihren Todestag hatte, aber die wurde am Dientag gewürdigt und alles kann man ja nicht haben.

Das war also eine sehr literarische Woche, wo es außer dem Aichinger-Schwerpunkt zu meiner Überraschung noch zwei sehr Memorienveranstaltungen gegeben hat, während in der rauen Realität das zwei G wbeziehungseise der soft Lockdown für Ungeimpfte verkündet wurde.

Der versperrte Weg

Buch neunzehn des dBps ist der Roman des oder über den Bruder des 1928 geborenen GeorgeArthur Godschmidt “Der versperrte Weg” in dem er über dessen Leben oder die Beziehung der Brüder schreibt. Am Cover des “Wallsteins-Buchs” sind die beiden Jungen, wie aus einer alten Fotografie herausgeschnitten, zu sehen. Der Kleinere, als Jürgen-Arthur geboren, sieht mit der lockigen Pagenfrisur und dem braunen Kleid oder Hosenrock fast wie ein Mädchen aus, der 1924 geborene Ältere trägt die damals üblichen Kniehosen und das Buch ist, was das Lesen fast ein wenig schwierig machte, aus der Sicht des Bruders, was aber nicht ganz eingehalten wurde.

Der erlebt in der Reibeckchen Bürgervilla ein Trauma, als 1924 der schreiende kleine Jürgen-Arthur geboren wird. Der Vater ist Rechtsanwalt, die Mutter hoffenbar eine leidende Hausfrau. Beide evangelisch getauft und so erlebt Erich, der sich als ein glühender Deutscher fühlt und sein Vaterland liebt ,eine Verunsicherung, als er plötzlich “Judenbub” genannt wird und vom Gymnasium ausgeschloßen wird.

Der Vater verliert offenbar seine Stelle und die Eltern eröffnen den Kndern, daß sie nach England in ein Internat sollen. Das geht schief. So kommen sie nach Italien zu einer freundlichen Dame und dann nach Frankhreich zu einer reichen Cousine der Eltern, die sie aber in ein Iternat schickt. Erich schließt sich zwanzigjährig, als die Deutschen nach Frankreich kamen, der Resistance an. Geht später, weil er sich entwurzelt fühlt und Schwierigkeiten hat, die französische Staatsbürgerschaft zu bekommen, zur Fremdenlegion. Wird Offizier und der Kontakt zu den Brüdern ist offenbar abgerissen und George Arthur Goldschmidt, der auch in Frankreich geblieben ist und viel über seine Familie geschrieben hat, eines der Bücher wurde auch in der “Gesellschaft” bei der “Leseauslese” vorgestellt, schreibt im Nachwort, daß er zu der Idee des Buches kam, als er danach gefragt wurde, wieso der Bruder in seinen Autobiografien bisher nicht vorgekommen ist.

Patricia Highsmiths Tage- und Notizbücher

Von einem hundertsten Geburtstag zum anderen könne man so schreiben. So wurde ja H. C Artmann am neunzehnten Juni 1921 geboren, Ise Aichinger am ersten November und die Krimiautorin Patricia Highsmith in Texas am neunzehnten Jänner von der ich am wenigstens weiß, denn so eine besondere Krimleserin bin ich ja nicht, obwohl, wie ich gerade in meinem Bibliothekskatalog nachgeschaut habe, ich einige ihrer meist bei “Diogenes” erscheinenen Bücher besitze. Und natürlich den “Talentierten Mr. Ripley”. Des ist mir zumindestens vom Hörensagen bekannt. Eine amerikanische Krimiautorin also, die von Alfred Hitchcock verfilmt wurde und 1995 in Locarno starb.

Das war, ich gebe es, zu mein Wissen über die berühmte Krimiautorin, als ich wieder zu einem “Diogenes Talk” über ihre Tage- und Notizbücher eingeladen wurde und ich bin ja eine, die sich, wie ich immer schreibe, über den Tellerrand beschäftigt und eigentlich alles liest.

Alles nicht natürlich. Das geht sich nicht aus. Aber ich schaue nach links und rechts und so greife ich nach Patrica Highsmith, wenn ich sie im Bücherschrank finde, habe jetzt, während ich ja immer noch Buchpreis lese auch einige Krimis auf meinen Badezimmerstapel liegen und derzeit geht es ja neben dem Lesen sehr viel um Ilse Aichinger, die ja am Montag ihren hundertsten Geburtsag gehabt hätte und da gibt es am Abend auch Veranstaltungen in der “AS” und in der “Gesellschaft” und zu Mjttag beim Gedenkort “Winterantwort” auf der Schwedenbrücke, trotzdem bin ich von der Präsentation des Lektürebuchs von Thomas Wild weggestreamt und mich wahrscheinlich nach Zürich zu “Diogenes” begeben, wo die Highsmith Expertin Anna von Planta gemeinsam mit einigen anderen die Tage- und Notizbücher der Autorin herausgegeben hat.

Wir kennen das Bildnis der alten etwas verbitterten aussehenden alten Frau, hieß es bei dem Talk und danns wurde das Bildnis auf dem Buch einer schönen jungen Frau gezeigt und man wurde nach New York der Neunzehnvierziger entführt, wo sie studierte, dann als Comiczeichnerin tätig war und offenbar ein sehr exzessives Leben führte. Also am Tag rauchend im Kostüm im Verlag, wo sie auch einige berühmte Kollegen kennenlernte, dann nach Hause im Herrenhemd zu ihren Texten und am Abend in die Bars nach Greenwich Village, wo sie sie nur sehr wenig geschlafen und sehr viel getrunken hat und sich in Zeiten, wo man schon verhaftet werden konnte, wenn man flache Schuhe, Hosen und Herrenhemden trug, wie ich im Talk lernte und auch viele Frauenbeziehungen hatte. Sie war allerdings auch verlobt und ist dann irgendwann verbittert und die Tagebuchnotizen, die aus achttausend Seiten bestanden, aus denen ausgewählt wurde, scheinen sich zumindestens, was ich gesehen und gehört habe, die vierziger Jahre betreffen.

Patricia Highsmith, die viele Sprachen mehr oder weniger gut gesprochen hat, hat sich am Ende ihres Lebens ins Tessin zurückgezogen. “Diogenes” war ihr Verlag. So ist Anna von Platen 1984 ihr vorgestellt worden, hat mit ihr zusammengearbeitet und nach ihrem Tod sollten, die Tagebücher herausgegeben werden. Der Verlag war der Nachlaßverwalter, die Tagebücher mußten aber erst gesucht werden. Anna von Planta fand sie, wie sie sie erzählte, im Wäscheschrank.

Jetzt sind sie da und ich habe wieder viel von meinem kleinen Ausflug nach Zürich und ins Krimifach wieder viel gelernt. Werde höchstwahrscheinlich die Highsmith-Krimis sobald nicht lesen, habe mich jetzt aber durch die Buchvorschau gestreamt und mich den Rest der Woche wieder mit Ilse Aichinger beschäftigen, bevor am Montag der Öst bekanntgegeben wird, danach mein Geburtstag ist und ich schauen werde, ob und wieviel ich von der Buch-Wien mitbekommen werde? Das Programm liegt schon seit einiger Zeit auf meinen Schlafzimmertischchen.

Blaue Frau

Buch achtzehn des dBps, das letzte der Shortlist und das Siegerbuch, außerdem gehört es noch zu den der fünf aufmüpfigen diversen Frauen, ist auf meiner Shortlist und ich denke auch, daß es meinen bisherigen Favoritentip nämlich “Identit” verdrängt. Ferdinand Schmalz habe ich noch nicht gelesen, mal sehen ob er auf meine Shortlist kommt?

Und die 1974 in Potsdam geborene Antje Ravic Strubel, die wahrscheinlich auch einmal in Klagenfurt gelesen kann, kenne ich, weil ich einmal ein paar ihrer Bücher aus der “Buchlandungs-Averkaufsliste” fand, sie gelesen oder überflogen habe. Sehr beeindruckt haben sie mich, glaube ich, nicht. Dann hat sie in Leipzig als ich gerade “Paul und Paula” geschrieben habe, aus den “Wäldern des menschlichen Herzen” gelesen und vor kurzem war sie in der “Gesellschaft” und hat dort über die “Blaue Frau” gesprochen.

Weil das Buch erst spät zu mir gekommen ist, habe ich vorher schon einiges darüber gehört. Einigen Bloggern hat es gefallen, anderen glaube ih auch nicht. Ich habe es eher für ein Transbuch gehalten, weil sich Antje Ravic Strubel ja, glaube ich, auch dazu bekennt, es ist aber ein Buch über die Gewalt an Frauen und da wird das Thema sicher literarischer, als bei Bettina Wilpert und es spricht sich auch gegen die Diskriminierung aus.

Vor allem ist es, glaube ich, hervorragend geschrieben, poetisch und literarisch und die Hauptperson Adina, eine junge Tschechin ist schon in “Unter Schnee” vorgekommen. Die ist als die letzte oder einzige Jugendlichen in einem kleinen tschechischen Ort im Riesengebirge aufgewachsen. Nennt sich in Chats “Der letzte Mohikaner” und geht dann nach Deutschland, um zu studieren. Lernt dort eine Fotografin kenne und macht ein Praktikum in der Uckermarck. Dort erlebt sie sexuelle Gewalt, flüchtet damit, weil das niemand ernst nimmt, nach Helinski ,verkriecht sich dort in einen Plattenbau und die Geschichte beginnt.

Sie wird also von hinten nach vorne aufgewickelt und dazwischen gibt es immer wieder die “Blaue Frau-Passagen”, wo sich eine Schriftstellerin, ich interpretiere sie als die Autorin über das Schreiben unterhält, also so etwas wie das “Kaffeetrinken mit der Poesie” der Simone Hirth.

Es gibt auch noch einen Leonides, einen estnischen Europaabgeordneten, mit dem Adina ein Verhältnis hat und der will an ihren Peiniger einen Menschenrechtspreis vergeben, worauf sie ihn verläßt, das führt wieder zu der Frage, ob man das Werk von der Person trennen darf?

Bei einem Menschenrechtspreis würde ich sagen, der gehört vielleicht nicht an einem Grapscher, aber da haben sich schon mehrer “weiße ältere Politiker” an jungen Frauen vergriffen oder die sind vielleicht fünf jahre später kurz vor der Wahl daraufgekommen, daß sie das thematisieren könnten. Man sieht das Thema ist vielschichtig und ich denke immer noch, daß die Weinheber-Gedicht trotzdem großartig bleiben, auch wenn er ein überzeugter Nazi war und generell denke ich, wenn sich alle an den Hausverstand oder die zehn Gebote halten, wäre die Welt viel besser.

Dann gäbe es aber vielleicht auch keine Bücher, wie dieses und Andina kreist auch um die Frage, ob sie das zur Anzeige bringen soll? Die Anwältin rät ab, weil die Aussichten, daß ihr geglaubt wird, sehr gering und Antje Ravic Strubel hat, glaube ich, bei der Preisverleihung auch gesagt, daß sie während des Schreibens, sie hat acht jahre für das Buch gebraucht, daraufgekommen ist, wie häufig Gewalt an Frauen passiert.

Also auch ein sehr politisches Buch, wo ich wieder schreiben werde, daß es mir das literarischer, als bei Olga Flor ausgedrückt, vorkommt.

Wie ist jetzt mit dem Nanowrimo?

Der November ist herangekommen und da beginnen wieder hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt einen Roman zu schreiben, denn das hat Chris Baty vor, ich weiß nicht, wie vielen Jahren in Amerika eingeführt.

Ein Monat lang einen Roman mit mindestens fünfzigtausend Worten zu schreiben, um die Schreibhemmung wegzunehmen. Möglichst ohne zu ploten hat Chris Baty noch dazu gemeint und ich bin, glaube ich, durch das “Writersstudio” daraufgestoßen und habe 2009 zum ersten Mal mit der “Heimsuchung” mitgeschrieben. Mit großen Elan und dann ab 2012 wieder, 2013, 2014 und 2015, 20016 habe ich dann wieder korrigiert, 2017 kam dann die “Unsichtbare Frau”, 2018 war ich dann am ersten November schon mit der “Magdalena Kirchberg” fertig, während ich schon früher Mal ein bißchen früher mit dem Schreiben angefangen habe und dann dementsprechend wieder früher fertig, 2019 habe ich dann zum Teil in Basel mit dem “Fräulein No” mitgeschrieben und im Vorjahr mit der “Mathilde” hatte ich ich am ersten November “schon einen großen Teil und habe aber trotzdem mitgeschrieben und jetzt stellt sich die Frage, wie mache ich das heuer, wo ich ja gerade beim Corona-Texte-Buch” bei der Endkorrektur bin, “Die hundert Seiten” , beim Alfred “liegen und ich das Korrigieren des “Seitengwitters” angefangen habe. Da habe ich wahrscheinlich noch ein paar Monate zu tun. Trotzdem gibt es ja schon die Idee mit “Arbeitstitel 2021 Wien” das Ganze aus dem Jahr 2099 hinunterzuerzählen. Da gibt es schon einen groben Plot und ich könnte eigentlich die “Seitengewitter-Korrektur” unterbrechen und mich an das Schreiben machen.

Könnte ich, habe auch kurz daran gedacht, mich dann dagegen entschieden und werde also im November das “Seitengewitter “korrigieren, also einen “Korrigier-Nano” machen, ja das gab es schon, das habe ich auch 2010 so gemacht und 2016 auch und dann in zwei drei Monaten mit dem Schreiben des “Science Ficton” beginnen und da einen Jänner oder Februar-Nano” machen, denn ich habe schon achtmal bewiesen, daß ich in einigen Wochen fünfzigtausend Worte schreiben kann.

Meistens war ich schon viel früher fertig und habe dann halt angestückelt. Beim Korrigieren ist dann wieder einiges weggefallen, so daß die Endprodukte, glaube ich, immer kürzer waren, aber ich bringe das zusammen und habe ja schon sehr viel geschrieben. Ich höre dann immer die Quantität macht es nicht. Also vielleicht wirklich mehr Zeit geben und der “Arbeitstitel” ist ja auch eine Herausforderung, mir vorzustellen, wie das Leben 2099 aussieht, um dann ins Jahr 2020 zurückzugehen und die Pandemie als Film zu beschreiben. Da ist Zeitlassen statt schnell Hinunterschreiben besser und eigentlich wäre es gut, ein paar Monate für den Rohtext zu brauchen, aber das kann ich wahrscheinlich ohnehin nicht.

Es wird im November wegen der Pandemie und des möglichen Lockdown für Ungeimpfte wieder ein ruhiger Monat werden. Keine “Buch-Wien”, kein “Fried-Preis”, live, etcetera.

Also kann ich zu Hause sitzen und schreiben, beziehungsweise korrigieren und da habe ich beim “Seitengewitter” ohnehin noch genug zu tun.

Da habe ich aber auch nur dreißigtausend Wörter und sollte auch da noch ein bißchen an der Qualität schreiben, bevor ich mich an das Neue machen und beim “Nanowrimo” schreibe ich inzwischen ja genauso allein vor mich hin, so daß ich das auch im Jänner oder Februar machen könnte.

Im Sommer 2015 habe ich mit den “Ereignisreichen Sommererlebnissen”” ja auch einen “Sommernanowrimo” geschrieben, was mich aber nicht hindern braucht, so wie ich es auch 2008 machte, den “Nanowrimo-Schreibern” ein bißchen über die Schultern zu gucken, denn ich finde das für eine gute Aktion, wenn auch immer noch neben dem Literaturbetrieb.

Aso freuen wir uns auf den Jänner-, Februar- oder wann auch immer “Nanowrimo” und da kommt ja zu Anfang des Jahres wahrscheinlich auch Jurenka Jurk mit ihren Romanplanjahr-Webinaren wieder, wo ich mich ja auch darauf vorbereiten kann, einen spannenden Roman aus dem “Arbeitstiel Wien 2020” zu machen und jetzt auf zum “Seitengewitter-Korrigiermonat”.