Der kühnste Plan seit Menschengedenken

Jetzt kommt ein E-Book, denn”Wagenbach” ist so nett mir seine Quartbücher digital zuzuschicken und so habe ich den 1967 geborenen Sachbuchautor Matthias Lohre kennengelernt, der das Wagnis übernommen hat, das Leben des 1895 bis 1952 gelebt habenden Architekt Herman Sörgel romanhaft aufzuarbeiten, denn den hat ein Monsterprojekt sein Leben lang begleitet, wollte er doch Afrika mit Europa durch einen Kanal verbinden und damit den Menschen Frieden, Wohlstand,Freiheit, etcetera zu bringen.

Das ist natürlich gescheitert und da waren erstens wohl die sozialen Umstände schuld daran, denn Sörgel durchlebte ja die Nazizeit und hatte eine jüdische Frau, die er schützen mußte, so daß sein Plan mit allerlei Schwierigkeiten und Verrenkungen verbunden war. Was daran Wahrheit oder Erfindung ist, weiß ich nicht, denn ich hatte den Namen Herman Sörgel noch nie gehört, beziehe mich also auf das, was im Roman beziehungsweise bei “Wikipedia”steht.

Im Letzteren steht nicht sehr viel außer ein paar nüchterne Fakten. Der Roman ist sehr dick. Fünfhundert print, neunhundert E- bookseiten und scheint auch sehr genau aufgebarbeit. Er ist in, glaube ich, sechs Teile gegliedert. Den einzelnen Kapiteln sind immer Zitate aus Romanen, Zitaten aus Sörgels Schriften und auch Gedichte, die von Irene Sörgel stammen, vorangestellt. Ob die wirklich gedichtet hat, weiß ich nicht und auch nichts über die Beziehung der Beiden.

Im Beschreibungstext steht etwas von Lügen und Mißverständnissen, die die Beiden ihr Leben lang begleiteten. Sie haben sich, glaube ich, auf der Überfahrt nach New York 1925 kennengelernt. Sörgel hat damals für eine Bauhhauszeitung gearbeitet.Da wurde er jentlassen. Dann hater sich bei einer anderern Firma beworben, um sein Gibraltarprojekt zu verwirklichen. Da scheitete die Anstellung aber an einem Mißverständnis. War da doch von einem berühmten Bürger des Ortes die Rede. Sörgel dachte an Franz Marc, der andere an Adolf Hitler undaußerdem hätte er der NDSAP beitreten müssen.

Da sieht man schon, worauf es Lohre angelegt hat. Denn später, als die Nazis an die Macht kamen, haben sie sich für das Projekt interessiert, was Sörgel, um seine Frau zu schützen zu einigen Verrenkungen veranlaßte. Sie wollte nach Amerika. Die Ausreise scheiterte. Schließlich erlebten sie das Kriegsende in einer Kellerwohnung. Sörgel gebrochen und krank will trotzdem an seinem Projekt weiterarbeiten und eine NS-Eliteschule zu einer Forschungsstelle umbauen. Die Frau nach Amerika. Sörgel hat aber das Visum verfallen lassen. So wird die Ehe geschieden. Irene Sörgel will mit einem Offizier nach Amerika. Sörgel arbeitet weiter. Hält Vorträge und fährt zu einemsolchen 1952 mit dem Rad dorthin. Da hat er einen Unfall. Wird was nie geklärt wurde, von einem Auto angefahren und ob Irene Sörgel wirklich in Amerika angekommen ist oder in Zürich beim Spazierengehen gesehen wurde, wird auch nurangedeutet.

John Knittel kommt in dem Buch auch vor. Mit dem war Sörgel befreundet und es ist sicher eine sehr interessante Geschichte, die Mathias Lohre da romanhaft aufgebarbeitet hat. Denn sonst hätte ich von Herman Sörgel und seinen Plänen wohl nie etwas erfahren.

Eine überraschende Begegnung

“Wir müssen uns sehr anstrengen, um der sehr viel ansteckerenden Delta-Variante zu entkommen und uns nicht im Herbst im von uns allen so gefürchteten vierten Lockdown wiederzufinden!” erklärte der imposante etwa Fünfzigjährige im weißen Ärztemantel energisch und schaute sowohl entschloßen, als auch grimmig vor sich hin.

“Jeder von uns muß sein Schärfchen dazu beitragen, um der drohenden Gefahr zu entgehen und kann das auch, denn die Losung heißt, Impfen, impfen, impfen, nur so können wir den Kampf gewinnen und unsere Freiheit sowie unser altes oder neues normales Leben zurückzuerhalten und da befinden wir uns noch immer in einer Krise, nämlich in einem Impfscheckentempo! Vom Impfweltmeister sind wir zur lahmen Ente gworden und haben beispelsweise am letzten Sonntag nur fünfundertfünfundachtzig Erststiche gesetzt und sind da schon an letzter Stelle Europas gelandet! Haben nicht einmal noch eine Durchimpfungsrate von sechzig Prozent erreicht und müßen mindestens fünfundachtzig haben, also anstrengen, anstrengen, anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen und da kann und das ist die gute Nachricht in diesem Pessimismusszenario! Jeder von uns kann sein Schärfchen dazu beitragen, weil ja jeder wahrscheinlich noch ein – oder zwei Ungeimpfte kennt und die gilt es zu überzeugen! Denn das wissen wir, daß das hilft! Nur so haben wir vor einigen Jahren, den Eintritt in die EU geschafft und das müßen wir jetzt wiederholen! Also liebe schon geimpfte Österreicher, gebt euch einen Ruck und sprecht mit euren noch nicht geimpften Schwestern, Ehemännern, Kollegen und überzeugt sie von der Wichtigkeit sich immunisieren zu lassen,!” sagte er und brach ab, um jetzt etwas freundlicher dreizusehen, während Lotte Füchsel, die in ihrem schwarzen “gesund, frei widerständig” statt 3G-Leiberl vor dem Fernseher saß, immer noch skeptisch wirkte und den Kopf schüttelte.

“Vielen Dank Herr Professor Knirsch!”, hörte sie jetzt die Moderatorenstimme, die von einer blonden jungen Frau, die ein tiefausgeschnittenes rotes Kleid trug und den Zuschauern erklärte “Das werden wir uns sicher zu Herzen nehmen, was unser bekanntester Starvirologe, der uns eben wieder über die Lage der Nation informierte, riet, denn es ist ja wirklich sehr einfach mit den noch nicht so Informierten zu sprechen und sie aufzukären, wie wichtig die Impfung ist, um einen schönen Herbst und Winter zu erlebenn!”, behauptete sie und Lore Füchsel schüttelte nochmals den Kopf.

“Dabei habe ich gedacht, die Impfung wäre der Gamechanger, die uns allen unser normales Leben zurückbringt, wenn alle ein Impfangebot haben, ist der Spuk vorbei und jeder wieder für sich selbstverantwortlich! Aber jetzt gibt es Gerüchte, daß dann nur mehr Geimpfte Lokale, Restaurants und Veranstaltungen besuchen dürfen und ganz Radikale sprechen sogar schon davon, daß das auch auf den Lebensmittelhandel und die anderen Geschäfte ausgedehnt werden soll, so daß man gar keine Chance mehr haben wird, der Impfung zu entkommen, weil die Schlinge immer enger zugezogen wrd und dabei häufen sich die Studien und die Berichte, daß die Geimpften genauso ansteckend wie, die Ungeimpften sind und, daß in den Intensivstationen Israels, die ja die unbestrittenen Impfweltmeister sind, schon sehr viele doppelt Geimpfte liegen!”, seufzte Lotte Füchsel und stand auf, um den Fernseher abzudrehen.

Denn noch war es nicht so weit. Noch war erst August und der Naschmarkt stand noch auch für ungeimpfte Maskenlose offen, so daß sie einkaufen konnte,um nicht gänzlich von Erika, die das sonst für sie erledigte, abhängig zu sein und es warauch gut, um sich abzulenken, an die frische Luft und auf andere Gedanken zu kommen, wenn die Schlinge schon so eng geworden war und man in den sogenannten Mainstreammedien, nichts mehr anderes, als impfen, impfen, impfen hörte und eine Bedrohungssituation aufbaute, die Angst machen und spalten konnte und das war nicht gut, denn Angst war ein schlechter Ratgeber! Das hatte sie schon in ihrer Bachblütenausbildung gelernt. Also tief durchatmen, die Jacke nehmen, die Handtasche und den Einkaufskorb, um die vielleicht letzten Tage Freiheit zu genießen und spazieren gehen. Frische Luft einatmen, denn auch das war gesund und stärkte die Abwehrkräfte, so daß sie sich vielleicht doch nicht, wie auch der Bundeskanzler vo rein paar Tagen gedroht hatte, sich unvermeidlich anstecken würde und wenn doch, kam sie mit einem Schnupfen davon, wie sie den schon öfter gehabt hatte, denn sie stärkte ja ihre Abwehrkräfte, ernährte sich genund, aß Zitronen und Orangen und das würde sie auch jetzt tun, dachte Llore Füchsel entschloßen eine Stunde später, als sie mit ihrem vollen Einkaufskorb, in dem sich Weintrauben, Melonen, Äpfel, Tomaten und ein paar Gurken befanden,vor dem kleinen Park Halt machte, der zwischen ihr und ihrer Wohnung lag. Eine kleine Rast einlegen und ihre Gedanken ordnem, bevorsie nach Hause ging, sich einen Vitamincocktail und einen griechischen Salat bereiten würden, um sich dann an den Schreibtisch zu setzen oderdas nächste Video, das sie mit Richard drehen wollte, vorzubereiten.

Im Park war es still undruhig. Ein paar Kinder spielten Fußball. Einige junge Mädchen saßen mit einem Kaffeebecher auf den Bänken und unterhielten sich kichdernd und sie suchte sich einen freien Platz auf dem siesich ausruhen und trotzdem den immer noch geforderten Abstand halten konnte.

“Setzen Sie sich zu mir junge Frau! Ich beiße nicht und bin auch nicht ansteckend!”, hörte sie plötzlich die Stimme eines alten Mannes,der mit seinen weißen Haaren und den buschigen Augenbrauen einen vertrauensvollen Eindruc kmachte und ihr zu zwinkerte, als hätte er ihre Gedanken erraten.

“Ich beiße nichtund komme Ihnen auch nicht zu nahe! In jeder Weise, in der das geschehen könnte, tue ich das nicht! Denn ichhabe den Zenit meines Lebens, das heißt, meinen fünfundachtzigsten Geburtstag schon hinter mir, bin Witwer und dreifacher Großvater und ich bin auch nicht ansteckend, auch wenn ich, trotz meiner Risikogruppenangehörigkeit, noch nicht geimpft bin, denn ich bin ein Rebell! Aber das sind Sie, wie ich an ihrem T-Shirt sehe, auch! Frei, gesund, widerständig, kann ich trotz meiner schon etwas schwachen Augen lesen und da blitzen auch meine Gehirnzellen auf! Sie sind die Frau Füchscel vom “CGDF-Kanal”, den ich, da staunen Sie, was, mir in meiner Seniorenwohnung immer mit Vergnügen ansehe! Aber jetzt habe ich vergessen, mich Ihnen vorzustellen und in meiner Geschwätzigkeit alle Höflichkeiten, die ich schon in der Schule gelernt habe, außer Acht gelassen! Verzeihen Sie dem alten Greis seine Unachtsamkeitich! Hans Knirsch ist mein Name!”,sagte er und fügte, als er Lottee Erstaunen bemerkte, fast vergnügt hinzu “Sie kombinieren richtig! Ich bin der Vater des berühmten Starvirologen, der jetzt fast täglich im Fernsehen zur Impfung treibt und über den Sie sich bestimmt schon geärgert haben und somit das schwarze Schaf der Familie, wie es der Philip meint.”

So das war vielleicht der Beginn meines neuen”Work in Progreß” und fünften Corona-Romans, das “Seitengewitter”heißen könnte und das versprochene Lore Füchsel- Schmankerl, wenn das Bloggen Angesichts der geringen Lesekapzitätund der mangelnden Veranstaltungsbesuchsmöglichkeiten nicht so schnell geht, um das inzwischen üblich gewordene tägliche Geplauder zu bieten. Seien wir gespannt wie es weitergeht, denn das war eine Premiere und der Text im Blog begonnen, weil ich ja noch an meiner “Alten Frauen Geschichte” korrigiere.

Nastjas Tränen

Von der 1945 als Kind sowetischer Zwangsarbeiter in Bayern geborenen Natasch Wodin, habe ich mir einmal ein Buch aus einer Averkaufskiste gezogen und es, was ich inzwischen nicht mehr tue, abgebrochen. Dann habe ich sie in der “Alten Schmiede” gehört,wo sie, glaube ich, ein Buch überSexplattformen vorstellte und als sie den “Leipziger-Buchpreis” mit “Sie kam aus Mariupol” das wohl ihrer Mutter gewidmet ist, gewonnen hat, wurde ihr Herkunftsschicksal thematisiert.

Jetzt hat sie wie, einmal Ruth Aspöck, über die Kassiererin der Kantine, wo sie immer essen geht, das Schicksal ihrer Putzfrau beschrieben und das finde ich interessant, denn zuerst denkt man, was soll das, wenn sie da die Fettnäpfchen und die Widersürpchlichkeiten diese Nastja schildert?

Dann erkennt man den schwarzen Humor, wie das Schicksal,der in den Vierzigerjahren in der Ukraine Aufgewachsenen beschreibt. Die Nastja ist sehr begabt interessiert sich für das Lesen, studiert dann und lernt im Studentenheim ihrenMann roman kennen, der Medizin studiert. Sie wird leitende Ingenieurin, bekommt nach der Wende aber so wenig Geld, daß sie davon nicht leben und auch ihren Enkel Slawa nicht ernähren kann. Die Ehe mit Roman wirdgeschieden, die Tochter ist nach Holland abgehauen und so verschafft sich Nastja ein Touristenvisum und kommt nach Berlin. Dort putzt sie und putzt, um das Geld nach Hause zu schicken. Für den Bürgen, der ihr das Visum besorgte, muß sie auch putzen. SeineFrau demütigt sie und dann läßt sie sich auf einen Deal mit einem Ukrainer ein, der ihr einen gefälschten Paß besorgt, mit dem sie um Sozialunterstützung ansuchen kann, die er sich dann überweisen läßt, so daß sie ungestört in Berlin bleiben kann.

Man wundert sich über die Naivität dieser Topingenieurin, die das mit sich geschehen läßt. Später fliegt der Betrüger auf. Sie muß in die Ukraine zurück und Natascha Wodin rät ihr zu heiraten, um in Deutschland bleiben zu können. Damit kommt sie erst recht vom Regen in die Traufe. Der Achim, der sich meldet, beutet sie dann die nächsten Jahre aus. Nastja ist wehrlos und schuftet undschuftet. Derstirbt dann an Krebs, hat einen “Zwilling” in sich, der ihn offenbarauch ausbeutet.

An der Stelle habe ich Nadatscha Wodins Humor erst erkannt. Vorher habe ich gedacht, wenn ich so schreiben würde, käme wieder der Einwand, daß ich so den Betroffenen nur schaden würde, denn gut gemeint ist nicht gut genug.

Achim stirbt und hinterläßt Nastja einen Haufen Schulden.Jetzt läßt sie sich beraten und erfährt, daß sie das Erbe auch verweigern kann. Dann muß sie aber aus dem “Hühnerhaus” ausziehen, in dem sie mit Achim wohnte, weil er sie auch noch zu einer Hausmeisterstelle gezwungen hat. Sie verläßt das Häuschen und den Haufen Sexhefte, die er ihr oder der Bank inzwischen auch hinterlassen hat und Nastja bekommt heraus, ihr Mann war sexbesessen. Sie hat er aber diesbezüglich in Ruhe gelassen und so rufen immer wieder Frauen an, die nach ihm fragen, denen gibt sie dann die Nummer des Bestattungsinstituts.

So weit zum Humor um das Leben der Zugewanderten verständlicher zu machen. Nastja zieht dann in Natascha Wodins großer Wohnung. Das geht aber auch nicht gut. Das habe ich auch schon erlebt, als ich meine Gastarbeiternachbarin in der Otto Bauer Gasse beispielsweise zu meinen Festen eingeladen habe, daß die das dann nicht annehmen wollte. So schmeckt Nastja Natascha Wodins deutsches Essen nicht und wenn die sich Freunde einlädt, geht Nastja aus der Wohnung, was dann wieder Natascha Wodin vertreibt.

So geht es dahin. Am Ende erfährt man die Tochter liegt in Holland im Krankenhaus und Nastja beschließt in die Ukraine zu ihrer Familie zurückgzugehen, was wie Natascha Wodin witzig schreibt, auch nicht so einfach ist. Denn sie ist inzwischen deutsche Staatsbürgerin geworden. Muß also jetzt für die Ukraine ein Visum beantragen und bekommt eine befristete Auenthaltserlaubnis und wenn sie ihren Mann Roman, wozu er bereit ist, wieder heiratet, verliert sie die Staatsbürgerschaft und damit ihre Witwenrente und kann die ukrainischee Familie nicht mehr ernähren, etcetera….

Ein interessantes Buch und gar nicht so eindimensional, wie ich am Anfang dachte. Ich bin gespannt, was die Rezensenten dazu sagen und ob es auf die deutsche Buchpreisliste kommt?

Afghanistan-Solidemo vor den O-Tönen

Sabine Schönfellner

Sabine Schönfellner

Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier

Seit am Sonntag die Taliban Kabul eingenommen hat, ist die Welt in Aufruhr und es gibt in OE24 TV neben dem Dauerbrenner Corona, Berichte über die Situation der Frauen und über die, die sich am Flughafen drängen, um aus dem Land hinauszukommen, während es vom Innenminister Nehammer stoisch heißt “Wir schieben weiter ab und nehmen niemanden auf, weil wir die Flüchtlingskrisen von 2015 nicht wiederholen wollen!”

Da gab es Empörung der Oppositionsparteien und am Donnerstag viele Demos. Schon am Vormittag am Platz der Menschenrechte eine Solidaritätskundgebung der SPÖ. Ich habe bei OE24 mitgechaut und überlegt, ob ich hingehen soll, dann aber meine “Hundert Tage”weiterkorrigiert und am Nachmittag zuerst ein Mail der GAV und dann eines der Linken bekommen, die mich auf die Solidaritätskundgebung, die um sechs vor der OVP-Zentrale begann und und am Ballhausplatz enden sollte, aufmerksam machte und das ging sich dann ja vor den O Tönen wunderbar aus.

Ich konnte mein Manu bis halb sechs weiter korrigieren und bin dann ein bißchen zu spät zur ÖVP–Zentrale gekommen. Viele Demonstranten, die hauptsächlich Masken trugen, wie das bei den Lnken eher üblich ist, so daß ich eigentlich zuerst nur die Elfi Resch und dann beim Ballhausplatz Lukas Cejpek und Margret Kreidl erkannte, während seltsamerweise die Polizisten keine Masken trugen.

Susanne Scholl,die da ja sehr engagiert ist, hat am Ballhausplatz gesprochen. Es gab viel Empörung wegen der sturen Regierungshaltung und laute Kampfparolen und ich bin, nach dem ich mich bei Elfi Resch erkundigt habe, ob sie etwas über das Volksstimmefest weiß, zum Museumsquartier gegangen, wo Katja Gasser zuerst die 1987 in Krems aufgewachsene Literaturwissenschaftlerin Sabine Schönfellner und ihren Debutroman “Draußen ist weit” vorstellte, wo eine Ich-Erzählerin ihre Erfahrung mit drei betagten Menschen, die sie in einem Heim betreut oder mit ihnen auf Reisen geht, schildert. Leider hat die mir bisher unbekannte Autorin eher wenig gelesen, sondern fast dozierend über ihr Buch erzählte und dann kam der Dojen, der schon am Mittwoch in Ö1vorgestellt wurde, nämlich Michael Köhlmeier mit seinem neuen Roman “Matou”der von Katja Gasser als Premeielesung vorgestellt wurde, obwohl er ihn ja schon in Rauris vorgestellt hat. Ein gigantischer Roman in dem eine vorlaute Katze ihre sieben Leben schildert. Ihr erstes Leben hatte sie in der französischen Revolution, dann natürlich bei E. T. A Hoffmann, denn der hat ja über den Kater Murr geschrieben. Ein Leopard war sie auch einmal und in Amerika. Das siebente Leben verbringt sie bei einener alten Dame in einer DöblingerVilla und ihrem Neffen Daniel, den sie in die Bibliothek schickt um Bücher ür sie zu holen, denn sie schreibt ihre Memoiren.

Ein spannendes Buch, das sicher auf einer der Buchpreislisten kommen wird. Katja Gasser stellte am Schluß noch drei Fragen an Michael Köhlmeier von denen ich mir die, ob er eitel sei und ob er gut schlafe, gemerkt habe. Michael Köhlmeier ist wohl sowohl ein guter Leser, als auch ein routinierter Schreiber, der auch sehr gekonnt durch sein Buch führte und nun müßte man es lesen, was ich vermtlich auch irgendwann tun werde.

Corona im Text?

Ich bin ja eine, die sich in ihrem Schreiben sehrviel mit dem Corona-Virus beschäftigt, nicht nur in meinem Blog, wo ich regelmäßig das aktuelle Pandemie-Geschehen kommentiere und jetzt dabei aus dem seit vorigen März entstandenen Texten, ein drittes “Literaturgeflüster-Buch”zu machen, das jetzt, glaube ich, schon über dreihundert Seiten hat, sondern auch in meinen literarischen Texten.

So gibt es schon drei Covid Romane oder Erzählungen:

“Kein Frühlingserwachen mehr”

“Ein braunrot kariertes Notizbuch”

“Mathilde im Coronaland”

Am Vierten, ” Wo wir waren oder hundert Seiten Depression” korrigiere ich gerade. Das Fünfte kann “Seitengewitter heißen” und da könnte die Lotte füchsel, die wir ja in “Wo wir waren” kennenlernten, einen alten Arzt treffen, der sich auch nicht impfen und testen lassen will und der sie mit seinem Sohn, einen bekannten Virologen, derim Fernsehen ständig “Impfen, impfen, impen!”, ruft, zusammenbringt.

Das ist nur eine Idee, als ich aber letzten Donnerstag bei den O-Tönen, die Margit Heumann traf und ihr das “Notizubuch” und die “Mathilde” zeigte und sie oder ich feststellten, daß ich aber viel über Corona schreibe, ist mir eingefallen, daß ich mich auch im Blog einmal mit dieser Frage, wie man über Corona literarisch schreibt, auseineinadersetzen könnte.

Denn irgendwie kommt mir ja vor, daß die Autoren, da oft abwehren und sagen “Nein, über Corona schreiben wir nicht!”

Wahrscheinlich weil das zu tagesaktuell und vielleicht auch mehr in die Sparte der Gebrauchsliteratur zuzuordnen ist. Marlene Streeruwitz hat aber sehr früh einen Covid-Roman geschrieben und im vorigen April oder so habe ich auch irgendwo, den Satz gehört, daß die Verlage stöhnen würden, was da im Herbst an Covid-Romanen auf ihren Schreibtischen landen könnte?

Wie ist das bei mir? Ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine sehr realistische Autorin,die sich mit der gesellschaftspolitischen Realität und auch den psychologischen Fragen, wie Sterben, Krankheit, Tod sehr auseinandersetzt und, als ich Anfang 2020 mit meinen damaligen Texten, da habe ich, glaube ich das zweite “Literaturgeflüster-Buch”, in dem diese Fragen wie und worüber ich schreibe auchbeantwortet werden, korrigiert und dem “Fräulein No” fertig wurde, habe ich geplant, einen Text zu schreiben, wo sich eine Frau zwischen zwei Männern, ihren zuerst an Krebs, später an “Alzheimer” leidenden Mann und ihrem jungen Assistenten befindet, zu schreiben.

Da war von Corona noch keine Spur. Zumindestens hatte ich nicht die Absicht das darin einzubeziehen. Als ich aber mit dem Schreiben begonnen habe, war Corona schon da und hat mich sehr beschäftigt und dann ist die Roswitha mit einem Schal in der Handtasche auf die Bank bzw. ins Museum gegangen, um dort den Viktor zu treffen, beziehungsweise ihr Alzheimer-Mann auf die Josefstädterstraße und hat geglaubt dort den dritten Weltkrieg oder einen Marsangriff zu erleben.

Habe ich doch die Corona-Maßnahmen der Regierung am Anfang sehr martialisch empfunden und dachte, daß ich einen dystopischen Roman darüber schreiben will. Daß, das,wenn man so mitten im Geschehen steckt und keine Ahnung hat,wie das weitergehen wird, nicht kann, habe ich schon damals gedacht und einen dystopischen Roman kann man wahrscheinlich auch nicht schreiben, wenn man sich mitten in der Realität befindet. Trotzdem war es, weil mich das Thema interessierte, mir nicht möglich so einfach von Roswithas Gefühlen und ihren Seitensprung zu schreiben und das Maskentragen und das Abstand halten wegzulassen, wie das vielleicht andere Autoren machten, die 2020 ihre Romane schrieben, die heuer vielleicht auf den Buchpreisliste stehen und das Wort Corona nicht vorkommt, obwohl sie in der Gegenwart spielen.

Beim zweiten Buch “Dem braunrot karierten Notizbuch”, das ich im vorigen Sommer geschrieben habe, war der Corona Ansatz und die Absicht über die Pandemie einen dystopischen Roman zu machen, schon viel deutlicher. Ausgangspunkt war zwar auch das Notizbuch, das ich einmal in der “Seedosenzelle” gefunden haben und das was schon darin gestanden ist, aber da wollte ich schon, glaube ich, über eine Maskenverweigerin schreiben, was mir auch nicht so ganz gelungen ist, denn steckt man mitten drin, eh schon wissen und ich habe mehr als im ersten Buch persönliche Erlebnisse darin verwendet, beispielsweise zwei Restaurantbesuche, die ich im vergangenen Jahr machte.

Wie das mit dem Maskenverweigern ist, war dann immer noch offen und auch, wie man einen dystopischen Roman über die Pandemie schreibt? Das hatte ich bei der “Mathilde im Coronaland” vor, die ich ja im November oder schon ein Stückchen vorher anläßlich des “Nanowrimos” geschrieben habe. Da ist mir dann die spanische Grippe dazu eingefallen und, daß die Maskenverweigerin ihre Enkeltochter nicht sieht. Auch die Idee, daß der Verlag den Roman zurückschickt, weil er zu oder zu wenig dystopisch ist und daß die Mathilde am Beginn in ein Nichtgeimpften-Ghetto zieht, das ist, wenn man so will das einzig Utopische daran, oder auch nicht. Denn Ende November als der Rohtext fertig war, war es das, inzwischen wo man ja ständig von den Privelegien, die die Geimpften gegenüber den Ungeimpften haben sollen, ist es das nicht mehr so sehr. Ist das ja schon der Vorschlag von irgendeiner deutschen Politikerin oder Journalistin gekommen, daß man die in ein eigenes Stadtviertel siedeln soll. Das wird wohl nicht so kommen, daß drei G oder zwei G bleibt oder zu einem wird, wahrscheinlich schon .

Das “Notizbuch” und die “Mathilde” sind also Text, wo ich mich primär mit dem Thema Corona beschäftigt habe und darüber schreiben wollte. Als ich damit fertig war habe ich mich gefragt, ob nun ein viertes oder fünftens Corona-Buch kommen wird und habe mich mit meinen “Literaturgeflüster- Corona- Texten” beschäftigt.

im Februar bin ich glaube ich auf die Ideen mit den alten Frauen gekommen, habe mit der Margit Heumann darüber kommentiert und dann darauf vergessen, beziehungsweise an den Corona- Texen korriert. Als ich damit fertig war war es Juni, ich habe mein Notizbuch wieder herausgenommen, bin auf eine Corona- Demo gegangen und auf den Karlsplatz, hatte aber eigentlich nicht die Absicht Corona in die Geschichte von der feministischen Großmutter, ihrem rebellischen Sohn und der Enkeltochter, die gerade matuierte einzubeziehen. Aber natürlich, wie schon bei Buch eins, wenn man realisitsch schreiben will, geht das nicht anders. Erstens war die Idee, daß der Richard von seiner Redaktion entlassen wird, weil er auf einer Corona-Demo war, schon im Februar da, denn da ist das, glaube ich, wirklich so passiert. Und die Matura der Amelia ist natürlich eine Corona-Matura und da hörte man schon im Vorjahr das von der verlorenen Generation. Es ist mir zwar mit der Riki Neuwirth ein anderes Thema dazwischen gekommen, was mit Corona eigentlich nichts zu tun hat. Da ich aber realsitsch schreibe, muß die Amelia Maske tragen, wenn sie zu ihren Babysitterjob geht, beziehungsweise ist sie vorher wegen den Corona-Regeln nicht in das Familiencafe hineingekommen. Da ist Corona also nur das Randthema, der Aufputz um die Geschichte realistsch zu machen, wie bei Buch eins, die Amelia kommt nach Wien und geht auf den Karlsplatz, aber eigentlich geht es um die Großmutter-Vater- Enkeltochtergeschichtem, um die alten Frauen in der Literatur und wie das Jugendamt mit seinen Klienten umgeht.

Da bin ich jetzt beim Korrigieren und da kommt bei mir dann meistens schon die Frage, wie es beim Schreiben weitergeht und worüber ich als nächstes schreibe und da ist, wie meine Leser vielleicht ahnen, ja das mit dem utopischen Roman und dem Leben einer Maskenverweigerin immer noch ungeklärt und so ist die alte Idee, die Mathilde, die Lotte Füchsel oder eine neue Protagonistin mit einem Maßnahmenbefürworter zusammenzubringen, einen Politiker oder Journalisten, die ständig “Impfen, impfen, impfen!” und “Wir sind für eine indirekte Impflicht, denn wie komme ich dazu neben einen Ungeimpften zu sitzen!”, ist auch schon da, Die gab es abgesehen vom Corona-Thema schon in “Hütteldorf und Heiligenstadt” und dann in der “Reise nach Odessa” und ist vielleicht auch so ein ausgelutschtes, aber nicht fertig behandeltes Thema.

Vielleicht versuche ich es noch einmal. Vor ein paar Tagen ist mir dann der alte Arzt eingefallen, denn daß die Lotte Füchsel, die ja mit dem Richard zusammengekommen ist, sich jetzt mit einem der befürwortenden Journalisten liiert, ist vielleicht unglaubwürdig. Mals sehen, das ist auch Schnee von übermorgen und wird ja erst bearbeitet, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin und wie es dann mit dem Corona-Maßnahmen, ob wir da schon in vierten Lockdown für Ungeimpfte sind und was die Virologen, denn der Gegenspieler wird ja der Sohn vom Hans Knüpers sein, wird man auch erst sehen. Spannend spannend. Also wahrscheinlich wieder ein Corona bezogener Text und die Frage, wie man aus dem aktuellen Tagesgeschen einen dystopischen Roman macht und ob man das überhaupt kann, ist noch immer unbeantwortet.

ich bin also, das habe ich schon vorige Woche mit Margit Heumann bei den O-Tönen festgestellt eine Corona-Schreiberin, die ja das Thema sehr interessiert und vielleicht auf diese Art und Weise, die Frage beantwortet, wie man über dieses Thema schreiben kann, aber wahrscheinlich sind es doch Gebrauchsromane, die so entstehen. Aber zumindestens denke ich, ist es für die kleine Lia interessant, in zwanzig Jahren, wenn sie dann ihre Matura macht, zu lesen, wie das in ihren ersten Lebensjahren war und ob sie dann Maske trägt und jedes halbe Jahr durchgeimpft wird, ist auch interessant. Aber das werden wir erst dann wissen.

Iinteressant ist vielleicht auch, um den Bogen zu den anderen Autoren zu spannen, daß es bei diesem “Trake five-Wettbewerb” oder auch beim “Ohrenschmaus” viele Texte gegeben hat, die sich auf Corona bezogen und da waren einige dabei, die von einem lebenslangen Lockdown ausgingen und wer jetzt ein wenig in meine Corona-Texte hineinschnuppern will, es gibt immer die Vorschauen und dieProbekapiteln. Da kann man sich auch noch an den Leserunden beteiligen. Vom “Frühlingserwachen” gibt es fünf Texte im Blog und von “Wo wir waren” schon zwei und jetzt bin ich wieder gespannt, wie es bei mir mit dem Schreiben weitergeht und wieviel Corona-Texte noch kommen werden?

Bruder aller Bilder

Daß der 1953 in Augsburg geborene Georg Klein ein schwieriger Autor ist, habe ich, glaube ich schon seit seinem “Bachmann-Preisgewinn” gewußt. Ich habe ihn für experimentell gehalten, “Barbar “Rosa” und “Sünde Güte Blitz”, gelesen und ihn, als ich das letzte Mal in Leipzig war, gesehen, während ich beim”Rowohlt-Stand”auf Herrn Grimm wartete. 2010 hat er auch den”Preis der Leipziger-Buchmesse” bekommen und jetzt wird er vielleicht demnächst mi tseinem neuen Buch auf der neuen deutschen Buchpreisliste stehen? Ich würde es ihm wünschen und schreibe es gleich. Experimentell ist er nicht. Das trifft wohl eher auf Michael Lenz, ebenfalls “Bachmnn-Preisgewinner” zu, aber leicht zu lesen auch nicht.

“Es gibt nur wenige Schriftsteller, die mit einer ähnichen Kunstfertigkeit Verweisnetzte zwischen dem realen und dem Imaginären aufpannen können, ohne dabei berechenbar zu werden. Auch halluzinogene Posa will gekonnt sein”, hat Philipp Theison am Klappenstext geschrieben und am Buchrücken steht noch “Buder aller Bilder führt uns dorthin, wo Vergangenheit und Zukunft, Diesseits und Jenseits sich verflechten: in das Zwischenreich von Medialität und belebter Natur.”, sowie “Georg Klein ist einer der wenigen grossen Sprachkünstler der deutschen Gegenwart”, das hat Thomas Steinveld von der “Süddeutschen Zeitung” geschrieben.

Am Klappentext vorne stehen Zitate statt einer Beschreibung und bei “Amazon” und hinten habe ich gefunden, daß Moni Gottlieb vom Sportreporter Addi Schmuck aller redaktionellen Pflichten freigestellt wird, ihr Smartphone zurücklassen muß und vonihm zu verborgenen Orte geführt wird,die von seinem Freund,dem”Auskenner” bevölkert wird.

Real geht es dann um, etwas anders, was man aber wahrscheinlich erst später rmerkt ,denn richtig, leicht zu lesen ist der Roman nicht und er folgt auch nicht den üblichen Spannungsschema und hat keine wirklich nachvollziehbare Handlung, aber die gibt es bei mir wahrscheinlich auch nicht und da sprechen ja auch Protagonisten mit ihren toten Frauen,die vom Himmel herabschauen und Ätztes geben.

Da ist also MoGo,die bei der “Allgemeinen” arbeitet,sie heißt Moni Gottlieb oder eigentlich Monique und soll dem Spportreporter folgen, aber eigentlich ist ihre Mutter gerade gestorben. Sie hat deren Wohnung ausgeräumt, ist dabei auf ihre alte Uhr gestoßen, die sie aufzuiehen will, aber weil sie ihr Smartphone verlegte und auch sonst keine Uhr in ihrer Wohnung hat, muß sie beim Nachbarn klingeln, einem Doktor Feinmiller, den sie für einen Metreologen oder Physiotherapeuten hält und betrinkt sich mit ihm.

Der Addi Schmuck führt sie dann in ein altes Stadion, wo sein schon erwähnterFreund der”Auskenner”lebt und die Katze, der Mutter, die sie Monique nennen, müßen sie auch versorgen oder bei ihm unterbringen.

Die Kapitel tragen alle Namen,wie “Ulme”,Zwetschge”, Birke”. Zuerst fragt man sich,was das soll? Später kommt man drauf, das Wort wird irgendwo im Text erwähnt. So gibt es beim “Auskenner” beispielsweise Zwetwchkenkuchen”und Monis Vater, bekommen wir heraus, war Bäcker. Der Sportreporter fährt zu einer Konditorei um nochmals Kuchen zu holen und kommt nicht mehr zurück und die tote Mutter beginnt dann sich aus oder vor dem Fernsher in das Geschehen einzumischen. Vorher hat auch schon etwas Surreales stattgefunden. So hat MoGo beispielsweise ihren Nachbarn durch die Wand duschen gesehen. Daß sie ihr Smartphone im Eiskasten findet ist vielleicht ein bißchen weniger surreal. Machen das ja manchmal die Dementen, wie ich schon bei Robert Menasse gelesen habe. Aber dann übernimmt die tote Mutter das Geschehen und schaltet sich vor oder aus dem Fernseher ein, was ein bißchen die Frage beantwortet, die ich mir bis fast zum Schluß stellte, wieso das Buch so heißt?

Wo ist der Bruder und wo die Bilder?, könnte man fragen. Gut, die Kapitelüberschriften lassen vielleicht darauf schließen. Aber der Bruder bleibt noch immer offen. Das habe ich wieder nicht verstanden, liebe Kritiker, das andere vielleicht schon. Den am Schluß heißt es ja:

“Wir beugen uns zusammen über den Fernsehapparat. Jetzt sehe ich, dahinter, in seinem bildröhrnwarmen Schatten, steht noch ein alter, in allen Abspielehren verstaubter Videorecorder. Klick, klick: tonschluss und aller Bilder Ende. Schon hat mein lieber Freund beide Geräte – für uns, für dich, für deine Mama und vorerst für immer – vom Strom genoommen.”

Da sind wir schon bei dem, was man bei Georg Klein besonders rühmen könnte. Seine Sprache, seine Wortschöpfungen, die ich mir immer wieder angestrichen habe, die, glaube ich, wirklich einzigartig ist. Neu wahrscheinlich nicht, wenn man die anderen Bücher gelesen hat. Für mich war es das, diese Vermischung von ganz banalen Sätzen zu immer wieder Neuschöpfungen,die aber eigentlich auch klarund einfach und nicht,wie oft bei anderen Büchern künstlich aufgezwirbelt klingen.

Wieder einmal Preisgeplauder

Was könnte man in Zeiten,wie diesen, mit den den 3G-Regeln und der geimpft-nicht geimpft Zweiklassengesellschaft über Literatur bloggen, wenn man mit dem Lesen nicht so schnell nach kommt und ja zu fast keinen Veranstaltungen gehen kann?

Richtig über das Preisgeschehen könnte ich schreiben, wer also heuer welchen Preisbekommt? Denn das interessiert mich ja sehr und früher wäre ich ja zu den Preisverleihungen gegangen und würde, auch wenn das meinen Freund Uli ärgert, auch gern einen oder mehrere von den Preisen bekommen.

So wie es aussieht,werdeichjahöchstwahrscheinlich zu keiner der Veranstaltungen gehen oder höchstens, wenn es das gibt, per Stream daran teilnehmen können. Habe aber die Nachricht,wer welchen Preis heuer bekommt, nach und nach aufgeschnappt.

Meistens war es die Hauptverbandsseite, die mir das mitteilte, also voila, ich teile gerne mit meinen Lesern und berichtige mich auch gleich, denn, daß der 1982 in Graz geborene Graz geborene Clemens J.Setz, den “Büchner-Preis”, den wichtigsten deutschen Literaturpreis bekommt, hat mir vor einiger Zeit Doris Kloimstein gemalt und das wär ewahrscheinlich auch die einzige Preisverleihung,wo ich auch in normalen Zeiten nicht hingekommen und nicht eingeladen wordenwäre.

Ich kenne denPreisträger schonlange,wahrscheinlich habe ich bei Ö1 von seinen “Söhne und Planeten” gehört. Das Buch dann auch gelesen und da kann ich mich erinnern, daß es nicht so simpel war, wie ich es mir erwartet habe. Denn Clemens J Setz ist ein sehr hintergründigerAutor. Mit seinem “Mahlstädter Kind- Erzählungen” hat er, glaube ich in Leipzig gewonnen und da dachten alle Arno Geiger würd ihn kriegen .Den”Bremer-Preis” hat er vor Friederike Mayröcker gewonnen, wow, das ist doch was für für einen so jungen Mann. Bei den O-Tönen habe ich ihn gehört, auf der Öst ister gestanden und jetzt diese Auszeichnung,wow ich gratuliere und gehe gleich zum “Wildgans Preis”über, zu den mich einmal Barbara Neuwirth einladen hat.Das waren immer sehr schöne Preisverleihungen mit einem sehr schönen Buffet und einer sehr netten Organistorin, diesmal wird ihn die 1975 in Bad Ischl geborene Andrea Grill bekommen, die ich, glaube ich, seit ihrer Lesung beim “Bachmann-Preis” kenne. Den “Stößl-Preis” hat sie auch bekommen und ich habe einige Bücher von ihr gelesen, darunter “Cherubino” mit dem sie auf der dBp- Longlist gestanden ist.

Den “Veza-Canetti-Preis” den Julia Danielcyck eingeführt hat,als sie das Literaturreferat derStadt Wien übernommen hat, bekommt heuer die sehrexperimentelle Autorin Brigitta Falkner, die ja auch schon auf der Öst gstanden ist. sie ist Gav-Mitglied und ich habe sie schon ein paarMal in der “Alten Schmiede” gehört.

Den “Priessnitz-Preis”,den ja Robert Schindel und Gustav Ernst im Gedenken an den 1984 verstorbenenen Dichter gegrümdet hat, jährlich jeweils eine jüngere Autorin oder Autor vergeben wird, heuer die 1985 geborene Simone Hirth vergeben, deren Bücher, weil sie bei “Kremayr & Scheriau” erscheinen, ich alle gelesen habe und den “Theodor-Kramer-Preis”, der ja von Konstantin Kaiser und der “Kramer- Gesellschaft” vergeben wird, den im Vorjahr Erich Hackl bekommen hat, der auch “Wildgans-Preisträger” ist und wird heuer an Richard Schubert und Eva Geber vergeben, da ja die Exilautoren für die er gedacht war, langsam ausgestorben sind. Von Richard Schubert, der auch am Volksstimmefest liest und der mich immer zu seinenVeranstaltungen einlädt, habe ich ein Buch gelesen. Bei der Feministin Eva Geber war ich bei einigen Lesungen. Sie hat, glaube ich, auch die “Laudatio” für Ruth Klüger gehalten, die den “Kramer-Preis” 2011 erhalten hat.

Dann fehlt noch der “Fried-Preis”, der ja von einem einzigen Juror immer jeweils im November bestimmt und vergeben wird. Diesmal hat sich Ingo Schulze für Frank Witzel entschieden,der 2015 den deutschen Buchpreis gewonnen hat und auch im Vorjahr aufder Longlist stand.

So das waren die mir zugänglichen Preise. Es gibt ja noch viel viel mehr. Bei der Leipziger Buchmesse hat immer ein Büchlein aufgelegen, wo man die Preise und Preisträger nachlesen konnte.

Wer den deutschen, den österreichischen und den Schweizer Buchpreis bekommt, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden und dann gibt es natürlich noch den Nobelpreis, wo der oder die Nominierte im Oktober bekannt gegeben wird. Ein Autor oder Autorin, die ich höchstwahrscheinlich nicht kenne oder einer,wie Peter Handke, der dann sehr beschimpft werden wird.

Ich habe, wer es wissen möchte, auch schon ein paar Preise bekommen. Preiserl, wie es mein Studienkollege Gerhard K, der auch einer von den Zweien war, der sich damals über die “Einladung zum Tee” mokierte bekommen.

Mein größter Erfolg war die Geschichte “Güler will kein Kopftuch mehr” in dem frauenunspezifischen Kinderbuch “Mädchen dürfen weinen Buben dürfen püfeifen”, das dann auch den halben “Kinderbuchpreis derStadt Wien” bekommen hat. Ein paar Mal den “Luitopld Stern- Preis”, den die Gewerkschaft eigentlich für ihre Mitgliederausschrieb, einmal einen Hörspielpreis in der Buchhandlung “Thalia”, einmal einen in der Bücherei Pannaschgasse, was, glaube ich, 2005 war. Das war mein letzter Preis. Lang, lang ists her und sehr literarisch waren die meisten nicht. Ich habe mich aber sehr bemüht und in einigen Juries war ich auch. Zweimal in einer des Bundes, ein paarmal bei Poetry Slams und jetzt noch in der des “Ohrenschmauses” und der der “Deubutblogger-Preises.”

Mama

Jetzt kommt eine Neuerscheinung und ein Debut der 1988 in St. Pölten geborenenen Jessica Lind, also mal sehen auf welchen Preislisten sie stehen wird. Auf der Longlist des Bloggerdebuts steht sie schon und es ist oder soll sein eine “Parabel über die Urgewalt der Mutterschaft”. Das scheint jetzt modern zu sein, so habe ich vor kurzem “Muttermilch” von Melissa Broder gelesen, das mir sehr gut gefallen hat und die Doris hat mir als sie am Sonntag bei uns war, auch von einer Gedichtesammlung erzählt, bei der Sandra Gugic, Gertraud Klemm, etcetera über ihre “ungeheuren Muttererfahrungen” schreiben.

Eigentlich weiß ich gar nicht so genau was die “Urgewalt der Mutterschaft” ist, obwohl ich ja eine solche und auch schon Großmutter bin. Das Buch wird jedenfalls im beigelegten kleinen Katalog als “unheimlich” bezeichnet und das ist es auch. Eine Mischung zwischen Elfriede Kern und Elisiabeth Klar könnte man sagen. Später wird man dann auch an die “Wand” erinnert und Märchen spielen auch eine Rolle. Also etwas Geheimnisvolles, Mystischen. Die lebensnahe Psychologin könnte vielleicht auch eine postnatale Pyschose vermuten, aber sehr surreal erzählt.

Da ist also ein Paar. Josef und Amira und die fahren in eine Art Hexenhäuschen auf eine Lichtung. Josef hat dort seine Kindheit verbracht. Sein Vater ist dort auch verschwunden. Vorher hat er aber ein Märchenbuch für seinen Sohn geschrieben, das auch in dem Haus zu finden ist.

Das in vier Teilen gegliederte Buch, wo jeder Teil aus unterschiedlich langen Skizzenteilen besteht, beginnt schon sehr geheimnisvoll mit einem Reh das die Anfahrt behindert und Spannungen zwischen Josef und Amira scheint es auch zu geben. Sie will unbedingt ein Kind. Läßt sich daher ihren Eisprung von einer App berechnen. Das ist eigentlich das Moderne an dem Buch, das mit seinem eher märchenhaften Stil sonst dem neunzehnten Jahrhundert anzugehören scheint. Die Zeugung der kleinen Luise erfolgt dann auf der schon erwähnten Lichtung.

Amira hat merkwürdige Begegnungen und Träume, die miteinander in einer surreale Wirklchkeit zu verschwimmen scheinen. Da gibt es eine Hündin, die sehr bedrohlich scheint. Einen Mann, der sich später vielleicht als Josefs Vater entpuppt. Am Dachboden liegen nicht nur Märchenbücher, sondern auch Gewehre und im dritten Teil kehren die Beiden mit der kleinen Luise wieder in das Hexenhäuschen zurück, um dort den dritten Geburtstag des Kindes zu feiern. Die Spannungen zwischen dem Paar haben sich verstärkt. Josef beschuldigt Amira auf Luise nicht genug aufzupassen, geht dann mit ihr allein im Wald spazieren. Sie sammeln Pilze und Amira will unbedingt nach Wien, in die Stadt zurück. Josef verspricht ihr das erst am Morgen zu tun. Sie starten auch los. Er findet den Weg aber nicht, so sagt sie er soll ihn zuerst allein suchen. Sie und das Kind bleiben zurück. Er kommt nicht wieder uns sie findet dann, wie bei Marlen Haushofer nicht mehr aus dem Wald hinaus. Hat aber auch keine Nahrungsmittel, um sich und das Kind zu ernähren. Trotzdem leben sie noch eine Weile dahin, bis es am Schluß wieder Rehe gibt und “Amira gleich den Wald verlassen wird” und ich ich bin ein wenig ratlos zurückgeblieben, wohl weil ich den roten Faden nicht so recht fand.

Es gibt aber bei dem wieder graphisch sehr schön gestalteten “kremayr&scheriau-Buch” ein oranges Cover auf dem eine Art Baumwurzelmosaik zu sehen ist, das sich auch als eine Schlange entpuppen könnte.

“Eine neue, aufregende Stimme. Eindringlich schön,unheimlich und megaspannend”, hat Bernhard Aichner am Buchrücken noch geschrieben. Ich habe das nicht ganz so empfunden. Habe aber wahrscheinlich Schwierigkeiten mit den allzu geheimnivollen unheimlich surrealen Büchern und der Art, wie man sie vielleicht deuten könnte.

Konsumverzicht

Ich bin ja sozusagen ein Nachkriegskind, zumindestens mit Eltern und einer Schwester, die den Krieg erlebten und das hat meine Einstellung höchstwahrscheinlich geprägt. In den Siebzigerjahren wo ich ja zu studieren begonnen habe, war zwar alles in Aufbruchsstimmung und meine Eltern, die als Kinder den World War I erlebten und als junge Erwachsene den zweiten, haben in dieser Zeit zu konsumieren angefangen.

Ich aber habe irgendwann die Konsumverzichtsthese geprägt, das Notwendige und nicht das Überflüßige hat das gelautet und habe versucht so sparsam und nachhaltig wie möglich zu leben. Damals war das wahrscheinlich ein bißchen absurd und ich bin im Laufe meines Lebens auch immer wieder davon abgekommen, habe große Reisen gemacht, war in Amerika, Mexiko, Hongkong, Bali, Japan, in der Ukraine, den baltischen Staaten, etcetera. Aber seit 1998, glaube ich, wo wir zwei Wochen in New York waren, bin ich nicht mehr geflogen. Nine elefen hat das verhindert, will ich nicht durch einen Nacktscanner gehen und mein Gepäck durchwühlen lassen.

Trotzdem habe ich immer wieder ganz gut gelebt. Gut gekochgt, gut essen gegangen, zu vielen Literaturveranstaltungen und Empfängen etcetera, guten Wein getrunken, guten Schokolade, etcetera. Das Bücherkaufen, das ich mir als Studentin immer wieder abgewöhnen wollte und es nicht schaffte, brauche ich spätestens seit dem ich blogge und es die offenen Bücherschränke gibt, nicht mehr.

Dnn kam die Klimakrise, die Fridays for future-Bewegung, die ja etwas Ähnliches verlangen und ich war oder wäre wieder en vogue gewesen. Eigentlich war mir das egal. Das man sparsam sein soll, war mir ganz klar, seit ich aber eine Pension beziehe und trotzem meine Praxis mache, war das nicht mehr so notwenideg und da habe ich mir auch gedacht “Vielleicht solltest du dein Geld ausgeben, bevor es dir der Staat nimmt!”

Dann kam Corona, mit seinem Lockdown, den geschlossenenen Geschäften und Restaurants, wo man eigentlich gar nichts ausgeben konnte. Der Alfred, der vorigen Herbst in Pension gegangen ist, hat gut gekocht, Wild, Saltimbocca., Lungenbraten und vom Gregor und vom Fruth ode rdem französischen Spezialitätengeschäft Sachen eingkauft, um die Wirtschaft zu stützen und ich habe mir, glaube ich, im April 2020 gedacht, Corona wird mein Leben verändert, weil es mein aus vom Literaturbetrieb sein wird.

Das heißt nicht, daß ich aufgehört habe zu schreiben, im Gegenteilich plane schon den fünften Corona-Text und das “Corona-Literaturgeflüster-Texte-Buch” in das imme rmehr Texte hineinkommen, soll es auch bald geben. Meine Bücherberge wachsen ebenso und ich bereite mich jetzt schon sehr intensiv auf das drei-oder viermalige Buchpreislesen vor, das höchstwahrscheinlich meinen Herbst und Winter bestimmen wird.

Aber so wie es aussieht, weil ich ja beharrlich die 3Gs verweigere, werde ich wohl sobald nicht mehr in die “Alte Schmiede”, ins Literaturhaus und in die “GesellschaftCorona-Dicht-Fest” kommen, den “Alpha” gibt es, wenn auch aus anderen Gründen, glaube ich, seit letzten Jahr nicht mehr und auch keine Einladungen mehr zu Preisverleihungen, weil mit Test, Impfung und Maske gehe ich nirgendwo hin. Das ist zwar etwas schade, aber nicht sehr, sehe ich halt ein, daß es bei mir mit dem Literaturbetrieb nicht klappt und weil so, wie es ausschaut, daß mit dem Gamechanger Impfung nicht stimmt und schon der nächste Lockdown für Geimpfte ausgerufen wird, der bei mir, da ich mit Maske nicht einkaufen und zu Veranstaltungen gehe, ohnehin schon vorhanden ist, wird mein Leben in den nächsten Jahren vermutlich weiter eingeschränkt sein. Konsumvericht pur könnte man so sagen, aber wahrscheinlich weiter mit guten Essen.

Konsumverzicht pur könnte man so sagen. Aber wahrscheinlich weiter mit guten Essen, dem Gläschen Wein oder Prosecco, lesen in der Badewanne, Radfahren am Wochenende in Harland.

Aber trotzdem eingeschränkt, denn kein Kino, kein Theater, kein Konzert. Höchstens Veranstaltungen im Freien und da ist es zugegeben ein bißchen komisch mit der Eistüte in der Hand neben den Geimpften im Eisschanigarten zu stehen, die sich ihr Eis servieren lassen können. Aber eigentlich egal, holt man sich halt sein Takeaway und setzt sich auf die Stufen zu einem Brunnen. Hat es nicht einmal gehießen, daß man im Freien nicht essen soll, weil das nicht zum guten Ton gehört.

“Herr Knigge und Herr Elmayer schauen Sie herunter oder hinuauf und schütteln Sie den Kopf!”

Und was die Klima-Krise betrifft, hört man ja auch, daß man sich einschränken soll. Also ist meine Konsumverzichttheorie über die man früher vielleicht den Kopf geschüttelt hätte, jetzt wieder modern. Kein Fleisch essen sondern vegan leben. Das geht nicht, weil der Alfred ein großer Fleischesser ist. Als die Anna klein war, war ich schon fast dabei mir höchstens mal ein bißchen Schniken in den Auflauf oder Omlette zu schneiden und als ich noch allein gekocht habe, habe ich geschaut, was ist da und habe dann Reis, Nudeln, Kartoffeln ausSchrank und Eiskasten herausgenommen.

Ein ziemlich eingeschränktes Leben also, daß ich mir vor zehn Jahren bestimmt nicht so vorgestellt habe. Aber eigentlich geht es mir ganz gut dabei und es kann vermutlich noch lange so weitergehen.

Wenn ich dann höre “Mit Verschwörungstheoretikern oder Nichtgeimpften rede und treffe ich michnicht!”, was im ersten Fall dem Alfred, beim zweiten Fall mir passierte, kann ich mich ärgern oder den Kopf schütteln. Aber richtig, mein Sozialkontakt hat sich, seit ich nicht mehr zuVeranstaltungen gehe, sehr reduziert. Derzeit treffe ich in Harland die Schwiegermutter mit ihrer jeweiligen Betreuerin, die Anna mit Kind und Freund, am Markt, die Doris Kloimstein und in Wien die Ruth Aspöck. Aber die Workshops im Musa sind flachgefallen. Zu den Klinik Forbildungen gehe ich auch nicht mehr. Aber das hat schon vor Corona aufgehört, daß da keine Einladungenmehr gekommen sind. Die Buch Wien wird ohne mich passieren. Also eigentlich mache ich nur meine Stunden, lese in der Badewanne, fahre in Harland Rad, gehe auf die Bank und schreibe, richtig wenn ich mit dem Korrigieren der “Hundert Seiten” fertig bin, das wird noch ein bißchen dauern, werde ich mich wieder auf Materialsuche machen und da vielleicht beim Standl vorm MQ oder Karlsplatz einen “Hugo”oder “Aperol Spritzer” trinken.

Not macht ja erfinderisch und statt zum McDonalds zum Würstlstand gehen und da hört man ja schon die Gerüchte vom nächsten Lockdown. Aber in Wien gehe ich außer Recherchieren ohnehin nicht so viel spazieren. Aus Deutschland,wo ja alles viel schärfer ist,hörte man vor ein paar Tagen, daß ab Oktober nurmehrmit3 G in den Supermarkt gehen darf und die Tests, die nur ein paar Stunden gelten, muß man sich selber zahlen. Das wäre, wenn das käme, denke ich gegen die Menschenrechte. Da könnte man wahrscheinlich Amnesty International anrufen. Aber ohne Maske darf man ja schon seit einem Jahr nicht hinein. Alles ganz schön verrückt, obwohl die Impfung ja nicht so wirkt, wie sie sollte und inIsrael in den Spitälern schon die schwer erkrankten Geimpften liegen, hört man hierimmernoch impfen impfen, impfen!

Dann kriegst du eine Bratwurst, darst dich vom Dr Pogo impfen lassen und bekommst dann auch ein bißchen Musik dazu. Sechzig Prozent wollen das weltweit machen, höre ich. Achtzig<prozent müßen es ssein und der nächste Virus steht auch schon vor der Tür.

Aso alles schön verrückt! Aber schön zu beobachten und Naterial zu sammeln für den sechsten, siebten, etcetera, dystopischen Roman und zu der Konsumverzichtsthese zurückkehren oder nicht wirklich. Denn wenn schon Menschin zweiter Klasse, dann gut leben und die Wirtschaft stützen. Wir haben im Wohnzimmer eine neue Bettbank, damit die Hundertmarks vielleicht mal kommen können. Dazu habe ich Polster bei der grünen Erde gekauft und einen Tisch bestellt und der Alfred hat ein neues Auto und einen neuen Campinganhänger. Damit will er demnächst mit dem Karli nach Albanien fahren. Mt dem Auto. Mit dem Campihnganhänger waren wir an zwei Wochenende in der Kittnerstifung in der Steiermark, haben uns da unser Essen aus einem Gasthaus geholt und ich habe in Radkersburg den Bücherschrank gestürmt. Also ein durch die Politik und Corona verändertes Leben, was möglich macht, was früher unmöglich war. Wie wird es weitergehen?Ich bin gespannt, kenne aber viele, denen es nicht so gut damit geht, sondern depressiv geworden sind.

Reduzierter Sommer

Langsam wrd der Sommer zu Ende gehen, zwei bis dreiWochenenden werden noch übrig sein oder eigentlich nur noch zwei, weil derAlfred ja am Dreiundzwanzigsten wahrscheinlich mit dem Karli nach Albanien fahren wird und dann werde ich in Wien bleiben und es war,wenn man so sagen kann, ein schöner Sommer mit nur etwas Corona bedingter Reduktion,was vor allem die Sommerreihen in Wien betrifift. Die O-Töne waren ja möglich, Ungeimpft und ungetstet, wenn man sich einfach hinter das Gitter und neben die Security stellt und denen beim Schäkern zuschaut. Ein wenig verrückt, aber so geht es ja schon seit sechzehn Monaten. In Niederösterreich, wo man ja maskenlos in den Nonfeedhandel darf, ist die Reduktion weniger spürbahr. Also habe ich da eingekauft, was ich zu brauchen glubte. Eigentlich erstaunlich wenig, in Bad Radkersburg bei unseren steirischen Wochenenden ein paar Kleidungsstücke und dann ein bißchen was für den Bürobedarf in der Praxis.

Vor zwei Wochen war ich mit derAnna und der Lia in der Stadt un am Freitag zum ersten Mal wieder in Wilhelmsburg im Eikaufszentrum. Bisher habe ich da eher den Rastplatz bevorzugt und da meine Notizen gemacht. Aber der “Alte Frauen-Text” ist ja geschrieben und muß nur noch korrigiert werden und das geht mehr oder weniger lustvoll dahin. Beim “Hager” habe ich mir sogar einen Cappucchino von meinem Gutschein eingelöst und den dann maskenlos auf einer Bank statt im Gastgarten getrunken und beim “Pipa” zwei Cremduschbäder eingekauft, die sogar im Sonderangeobt waren.

Am Montag wollte ich eigentlich ins Traisencenter, wo ich schon ein Jahr nicht war. Aber dann wollte der Alfred, daß ich mit ihm ins Fahrradgeschäft beim Bahnhof fahre, um dort einen Fahrradkorb zu kaufen, weil die Fahrradtaschen aus Worpswede, die er von seiner Deutschlandreise im vorigen Herbst mitgebracht hat, schon ein bißchen ramponiert war, weil sie in die Speichen gekommen ist. Da es es in der Früh eher kühl war, hatte ich mir Jeans und das blauweißgestreifte Leiberl aus Radkersburg angezogen und damit zu Mittag sehr geschwitzt. Da wir aber am Nachmittag nach Wien fuhren, wollte ich mich nicht uextra umziehen und bin so vom Balkon, weil der Computer in der Hitze auch nicht so gut gegangen ist, mit einem Häferl, Buch und Glas ins Haus gegangen. Glas und Häferl auf derHeizug abgestellt, derComputer ist mir dabei aus der Hand gerutscht und der ohnehin schon ramponierte Rahmen war dann komplett kapuutt.

Uuje, uje, einen Tag von der Arbeit unterbrochen und damit sehr irritiert, wollte ich ja mein Manuskirpt weiter korrigeren. Das habe ich dann mit der Hand getan und sogar Gefallen daran gefunden. Den Uli wird das zwar nicht rühren und die anderen auch nicht darauf reagieren, passt aber trotzdem vielleicht und am Dienstagabend hatte ich dann meinen Computer wieder zurück. Ich habe zwar inzwischen schon einen Neuen, auf den ich Corona bedingt auch etliche Monate gewartet habe, denn mein Alter ist schon seit einem Jahr mehr oder weniger kaputt und zwickt und zwackt an den verschiedensten Stellen. Aber da kenne ich mich noch nicht so aus. Der Alfred muß auch noch was hochladen. Also warten bis er vom Urlaub zurück ist und ich hatte inzwischen auch so einiges zu tun. Einige Bücher gelesen, einige Bogartikel geschrieben. Denn es kommen jetzt schon die Herbstneuerscheinungen und wenn dann am vierundzwanzigsten September, die neue deutsche Buchpreisliste bekanntgegeben wird ist es besonders interessant.

Da habe ich ja schon vor einiger Zeit geschrieben, daß ich ebenfalls Corona bedingt gar nicht so genau weiß, was da draufstehen wird? Inzwischen denke ich, daß es eine Hand voll Bücher sein könnten, die ich schon gelesen oder noch auf meinen Regalen liegen habe. Den Benedikt Wells vielleicht, dann den Muschg, den Woelk, den Sven Regner muß ich noch lesen, den Georg Klein habe ich gerade angefangen. Ein Buch von der Natascha Wodin ist auch zu mir gekommen und wenn ich dann noch die Eva Menasse, den Norbert Gstrein und den Michael Köhlmeier hinzurechne bzw ein oder das andere spannende Debut, hätte ich schon ein paar Tips. Mal sehen, ich bin gespannt.

Aso noch dieses und das nächste Wochenende in Harlandverbringen. Diesen Montag ins Traisencenter fahren und da schauen, ob ich was einkaufen kann oder überhaupt wieder das Schoppen lernen. Hört man ja schon Gerüchte, weil die zahlen inzwischen wieder über tausend sind, daß die Maskenpflicht, die es ja in Wien ohnehin gibt, wieder kommen soll und vom Lockdown für Ungeimpfte hört man auch sehr stark. Denn da soll der impfdruck ja erhöht werden. Jeder soll sich impfen lassen. Im Bad, in der Krche, vom Gesundheitsminister, von Dr. Pogo von der Bierpartei. Ganz egal, vor oder nach der Disikothek, weil wir ja achtzig Prozent brauchen, um dem Delta Virus zu entgehen. Obwohl man auch schon hört, daß in Israel die Spitäler voll von den schon Geimpften sind und ich denke, man sollte es, wie der Bundeskanzler angekündigt hat, machen. Jeden eine Impfung zur Verfügung stellen, den Leuten sagen “Passt auf!” und dann alle Maßnahmen fallen lassen, wie es ja England oder Dänemark schon tut.

Bei uns scheint das abernicht zu gehen, also wird gedroht und gedrängt und ich werde noch zwei Wochenende in St. Pölten haben, wo ja alles ein bißchen lockerer ist und die Zahlen trodzdem besser. Aber auf diese Zahlen sollte man vielleicht auch nicht so schauen, wenn man nicht krank wird, ist das ja egal und die Geimpften werden das angeblich ja nicht sehr stark. Die Kinder und die Jugendlichen, die noch nicht so geimpft sind, auch nicht. Auf der Rudolfhöhe ist der Urlaub zu Ende gegangen. Das Hauerfest in Wagram wird es wahrscheinlich nicht geben. Also noch zweimal Mark und dort nur einmal die Doris treffen, weil die auch auf Urlaub fährt. Die Ruth fährt jetzt nach Salzburg, nachher, wenn ich Strohwitw bin, will sie mich wieder einladen und das Volksstimmefest, wo ich noch immer nicht weiß, ob ich da lesen werde, kommt dann auch Ende August, Anfang september. Das kühle Zieglergasseferst scheint es am elften September wieder zu geben. Also ist doch etwas los und der Sommer doch nicht so reduziert, wie es scheinen könnte. Aber Sommerfrische in Harland war schon vor Corona etwas eintönig.

Wie es dann im Herbst mit den Zahlen und den Lockdowns weitergeht, weiß ich nicht. Vielleicht gibts wieder Demos oder Livestreams für den Literaturgeschmack, ansonsten werde ich mit dem Lesen ziemlich beschäftigt sein und mit dem Korrigieren, damit ich im Herbst vor oder pünktlich zum Nanowrimo was Neues anfangen kann.