Jetzt kommt Buch fünfzehn des dBp, das dritte das auf der Shortlist stand und das vierte das sich mit der DDR beschäftigt.
“Die Möglichkeit des Glücks, der 1986 geborenen Anne Rabe, die sich viele als Preisträgerin wünschten und die mit ihrem Debut das Leben in der DDR und der Holocaustaufarbeitung beschäftigt und wenn man das Buch mit den drei anderen DDR-Bücher vergleicht, so denke ich, daß Angelikas Klüssendorfs Kindheitsgeschichten wohl literarischer als Anne Rabe ist. Charlotte Gneuss, die in ihrem Debut beschrieb, wie man in der DDR zur Stasi kam, wurde ja vorgeworfen, daß sie das Schnitzel nicht hautnah in der Pfanne erlebte und Terezia Mora beschreibt in ihrer “Muna”, wie die DDR ihre Heldin geschädigt hat und Anne Rabe hat ihre Heldin Stine wohl so alt wie sie sein lassen, nämlich 1986 geboren.
Also kann auch diesen Buch eine gewissen Autofiktion nicht ableugnen und diese Stine, Kind von zwei aufrechten DDR-Bürgern, kann sich wohl nicht mehr richtig an die DDR erinnern.
Jetzt ist sie erwachsen, lebt, glaube ich in Berlin, hat zwei Kinder und ihren Hans und erinnert sich an die straffen Erziehungsmaßnahmen ihrer Eltern.
Vor allem mit der Mutter, einer Erzieherin, hatte sie ihre Schwierigkeiten, denn die ließ ihre Kinder schreien und hatte wohl auch “Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind” von ihrer Mutter übernommen. Sie steckt Stine und den kleineren Bruder Tim auch in die zu heiße Badewanne und ließ sich nicht rühren, nachzuschauen.
Erst der Vater zog die Kinder heraus und die erwachsene Stine beschäftigt sich mit ihrem Großvater, Paul Bahrlow und arbeitet die Lebensgeschichte des 1923 Geborenen auf.
Der kam als Kind nach Berlin. Da gibt es ein Bild von ihm auf einem Fahrrad, der Bruder Wilhelm wurde zu einer jüdischen Knderärztin in Pflege gegeben, die mit den Kindern in die Schweiz emigrierte, als die Nazis kamen. Leider holten die Eltern ihn zurück und Paul kam nach Stalingrad, wurde später Lehrer, sogar Schuldirektor und bekam eine Johannes R. Becher-Medaille, von der er seiner Enkeltochter nichts erzählte und wurde nach dem Fall der Mauer, als zu systemrelevant eingestuft, was ihn sehr schmerzte.
Ein interessantes Buch könnte man sagen, obwohl Anne Rabe nichts wirklich neues erzählt und man die Holocaustfamlienaufarbeitung wohl schon öfter gelesen hat.