Ich kenne das “Writersstudio”, das jetzt schon sein einundzwanzigjähriges Bestehen, feiert, schon sehr lang. Ich glaube daß Judith Wolfgruber die damals vielleicht noch Huber hieß ihr “Freischreiben-Buch”, wo sie die Schreibblokaden von Studenten lösen wollte, in der SFU vorstellte und ich war dann, weil mich das Thema “Schreiben lernen”, das man als ich zu schreiben begann, ja noch nicht so konnte, zweimal im Studio in der Kaiserstraße und dann bei der großen Eröffnung im neunten Bezirk.
Da gab es die ersten Gratisworkshops mit damals noch drei Trainerinnen und ich bin regelmäßig Jahr für Jahr hingegangen und habe auch irgendwann angefangen, Szenen für meine jeweiligen Work on Progess in den Miniworkshops zu schreiben.
2019 habe ich, glaube ich, ausgelassen, weil wir in Harland und da wie ich mich erinnern kann mit der Schwiegergmuter und der Betreuerin auf der Rudolfshöhe essen waren, dann kam Corona und das Writersstudio hat seine Veranstaltungen per Zoom angebotenund ist inzwischen auch in den fünften Bezirk gewechselt. Da gab es im Vorjahr ein großes Eröffnungsfest und heuer wieder an zwei Tagen Gratisworkshop und man kann staunen, daß sich das “Writersstudio”, wie auch Jurenka Jurk mit ihrer Romanschule weiterentwickelt und inzwischen viele Trainerinnen hat die Workshops leiten.
Früher ging es ja um das “Freischreiben” und Ana Znidar hat einen Shortstory -Kurs angehobten. Jetzt wird zwischen “Text know how für Angesellte und Selbständige” und den Lehrgängen “Passion Writing” und Memoir Book” unterschieden, die in den zwei Räumen, die es in dem neuen Studio gibt, parallel angeboten und per “Zoom” kann man auch daran teilnehmen, was sozusagen das Corona Erbe ist.
Ich habe mich weil ich ja offenbar eine “Passion Writerin” bin für das literarische Schreiben entschieden und da begann es am Freitag wieder mit dem “Feministischen Schreiben” was das ist, habe ich noch immer nicht ganz verstanden, aber, wie, ich glaube, ein recht perfektes “Freewriting” hinbekommen, das mit den Sätzen “Als Feministin geht es mir in Zeiten wie diesen gar nicht gut”, begann, wo ich mich mit den Veränderungen des Feminismus, seit Ruth Aspöck die Auf gründete und der Wiener Frauenverlag” inzwischen “Milena” heißt und auch Männer verlegt, beschäftigte.
Dann ging des mit der “Flash Fiction” weiter und da wurde dieselbe Geschichte ausgeteilt, die man kürzen sollte. Da habe ich es ja schon im Vorjahr auf vierzehn Wörter, glaube ich, gebracht und durfte den Text vorlesen. Diesmal habe ich ihn, glaube ich, etwas abgeändert, hatte nun neun Worte und ihn auf “Mißverständis: Max findet Danas Handy und alles wird gut”, gekürzt und einer fragte mich, damit gemeint wäre, während Daniela Reiter, die Feminismus Workshopleiterin, die bei den anderen Webinaren teilnahm, die Überschrift gutfand.
Dann kam Marcus Fischer, der ja sein Debut im Vorjahr bei den “O-Tönen” ,vorstellte und, glaube ich, einmal den Fm4 Wettbewerb gewonnen hat und der jetzt einen literarischen Romanworkshop anbietet. Da habe ich dann schon an meiner “Stalking Geschichte” geschrieben und meine Laura den Serverin wieder in der U-Bahn treffen lassen und dann kam Johanna Vredal, bei der ich auch schon geschnuppert habe, die es diesmal erotisch haben wollte, in die “Zona rosa” bat, wo aber nur Frauen teilnehmen durften und begeistert vom erotischen Schreiben sprach. Da hatte ich schon meine Zweifel, ob ich es wirklich so erotisch haben will und das “Erotik-Alphabet”, das man aufstellen sollte, enthielt bei mir auch ziemlich Negative Ausdrücke, wie “Gewalt” und “Traumatisierung”. Dann sollte man sich drei Worte aussuchen und einen Katlogeintrag darüber schreiben. Ich wählte den “Busen”, den “Penis” und die “Pornographie”, tat mir etwas schwer dabei, bis mir eingefallen ist, daß der Lebensgefährte von Lauras Mutter, der diese in den Lockdown-Zeiten immer begehrlich ansieht und mit seinen Händen an ihr herumgrapscht, sie zur Mitarbeit an diesem Lexikon auffordern kännte. Da war mein Text dann auch noch ziemlich wirr, so daß ich ihn nicht vorlesen wollte, was ich sonst immer gern tue, das aber auch bei der Laura Geschichte verweigerte und nur darüber erzählte, weil ich nicht sicher war, ob ich, weil ich ja sehr schnell und viel schrieb, das alles auch ohne stottern lesen könnte und dann gings vom der “Fantasy zum Liebesroman” und zu Michaela Muschitz, die das Schreiben von Unterhaltungsromanen anbietet und per “Zoom” zugeschaltet war.
Da wurde dann, was mich auch interessiert, gefragt, was den literarischen Roman, den ich ja immer schreiben will, vom Genre unterscheidet, was die Jurenka Jurk anbietet, die Antwort war, daß die Sprache bei der Literatur besser ist.
Ob das wirklich so stimmt, bin ich nicht ganz sicher, habe aber wieder in meiner Laura gewerkelt, beziehungsweise mir als Ort für meine Geschichte, die Stadt Wien ausgesucht, also ein Großstadtroman, während die anderen, glaube ich, auch an Höhlen und Wüsten dachten und dann als Ort, den man beschreiben sollte, wieder die U- Bahn ausgedacht, mit der Laura, nachdem sie von ihrem Vorstellungsgespräch kommt, fährt.
Das wars dann für den Freitag und am Samstag ist es um neun gleich mit fünf neuen literarischen Workshops weitergegangen und da hat Judith Wolfsberger, die Gründerin des Studios, die sich jetzt Direktorin nennt und das Studio “Institut für Schreibkompetenz” und “Neue Schule des Schreibens” wieder mit dem “Personal Essay”, der ihr ja sehr am Herzen liegt, begonnern.
“So heiß sind Essays!”, hat sie den Workshop genannt und mit Melisa Erkurt, die im “Falter” Kolumnen schreibt begonnen, bwz. mit der Corona-Zeit, die viel verändert hat.
Das “Writersstudio” ist online gegangen und ich habe in meinen Essay versucht meine Corona-Gedankenn zu orden. Da ließe sich trotz meiner vielen Bücher ,die ich schon darüber habe, sicher noch einen ausführlichen Essay schreiben und dann kam Ana Znidnar, gleich zweimal und führte zuerst wieder in ihre “Short Story” ein und da habe ich natürlich an meiner Stalking Geschichte weitergeschrieben. Eigentlich immer die erste Szene wo die Laura vom Vorstellungsgespräch kommt, in der U-Bahn von Severin fast angesprochen wird, aussteigt und kotzt, weil sie sich an Mutters Freund erinnert, der mit ihr im Lockdown eine Sexual und sich dann mit ihrer Freundin Sandra trifft, die gerade ihr Praktikum bei der “Aktiven Zeitung” macht und mit Laura einen Corona-Comic produzieren will, weil sie sich in Clinch mit ihrem Chef Edgar Hillinger befindet, der auf der anderen Seiten mit Olga Tocarck Bridge spielt. Bei der lernt Severin Klavierspielen und die ist auch die Nachbarin von Laura, die ja inzwischen mit ihrer Schwester Maja zusammenlebt. So könnte es beginnen. Es gibt drei Handlungsstränge und, daß mir noch die nötigen Auf und abs und Konflikte fehlen, habe ich schon beim Online-Schreibseminar am Sonntag festgestellt.
Man sieht der September ist immer reich an Schreibseminaren. Den Anfang der Geschichte hätte ich jetzt und Ana Znidar ist dann in das “Memoir” schreiben eingestiegen. Da gibt es jetzt schon richtige Lehrgänge und in der Mini übung ging es um das “Show not tell”. Man sieht, es kochen alle gleich und, was mich interessierte oder wo ich ein wenig Bauchweh habe, ist ja das mit dem “Schlimmsten”, was man erlebt hat und worüber man schreiben soll.
Was passiert aber, wenn man psychisch nicht so stabil ist, die Gefühle auszuhalten, hat die Psychologin gefragt. Ana Znidar tat zuversichtlich. Jurenka Jurk hütet sich aber aus diesen Grund vor dem autobiografischen Schreiben, das ja jetzt sehr modern ist und dann wurde es wieder feministisch und das noch ein Stückchen stärker, als bei Daniela Reiter. Viel stärker, denn Ba Ossege, die aus Berlin ankam, machte einen äußerst engagierten Eindruck, den Frauen ihren weibliche Stimme zu geben. Interessant, es war ein junger Mann im Raum, sonst zu neunzig Prozent Frauen, die sich für die Webinare interessieren und Ba Ossege, die Soziologin, beschäftigt sich in ihrem Seminar mit Amanda Gorman und nennt das “Empowerment”, was mir auch viel besser als “Kulturelle Aneignung” gefällt. Nur als ich mir die Krone der “Nofretete” aufsetzen sollte, spürte ich Wiederstand. Das war die Suche nach den “Ahninnen”, den starken Frauen, die es in den Museen höchstens als Köchinnen gibt. Aber auch die Nofretete hat wahrscheinlich ihre Diener gehabt und vielleicht sogar Männer in den Krieg geschickt. An der Krone klebt Blut würde ich befürchten und das will ich nicht, habe, ich eingewendet. Bin dann zur Maria Theresia gekommen, die wahrcheinlich auch keine so besonders sympathische Frau war, dann Berta von Suttner und Marie von Ebner Eschenbach, starke Frauen, ja, aber Adelige und daher sicher priveligiert und mit Bildungschancen ausgestattet, die die Zeitgenossinnen nicht hatten, die in den Dienst geschickt und von ihren Dienstherren vergewaltigt wurden. Da ging es mir mit Else Feldmann schon besser, Rosa Luxemburg ist mir noch eingefallen,ohne über deren Charakter viel zu wissen und war bei Marlene Streeruwitz angelangt, als die Schreibübung aus war. Elfriede Jelinek könnte ich noch hinzufügen und Empowerment ist sicherlich wichtig und feminstisches Schreiben, in Zeiten, wo man sein Geschlecht jedes Jahr ändern kann, sicher auch.
Zulerzt kam noch Anna Ladurner mit dem “Ich schreiben”, wie es jetzt heißt, bei der ich schon einige Workshops machte und die immer liebevoll Zettel und Schreibübungen austeilte. Diesmal war es besonders interessant: Man sollte drei Sachen von sich erzählen von denen zwei stimmen. Da sagten die Meisten “Ich liebe Bücher, bin das und das und mag kein Reisfleisch!” Das war dann falsch und ich dachte, sage ich, ich liebe schreiben, bin Psychologin und in zwei Jurien und alle sagen dann, das dritte ist falsch. Nur leider habe ich das Falsche vergessen. Ich hätte mir einen Hund zudichten sollen und am Schluß habe ich dann noch aus einem Detail über mein leben, nämlich über die “Kickl-Demo” vor zweieinhalb Jahren geschrieben und wenn ich da ein Detail entfremde, dann wäre ich nicht über die Brücke gekommen, sondern wahrscheinlich auch auf der Suche nach dem Klo in das Versicherungsgebäude, das ja angeblich gestürmt wurde, hineingerannt.
Das wars dann. Ein Fest hat es heuer nicht gegeben. Ich muß aber sagen, die Seminare waren wirklich intensiv und werden immer intensiver. Das liegt wahrscheinlich an der Professionaltät der Trainerinnen aber auch, daß ich jetzt viel lockerer bin und ich habe mir wirklich viele Ideen für meinen neuen Roman mitgenommen, den ich jetzt noch schreiben muß, wenn ich mit dem “Tod “und dem “Utopischen Roman” fertig bin. Mal sehen ob ich damit zufrieden sein werde? Aber mir fehlt ja die Aufmerksamkeit und das Feedback, obwohl ich mich sicher immer noch um die starken Gefühle und die Konflikte herumdrücke und immer schneller fertig bin und sechzig Seiten sind halt kein Roman. Aber ich will die “Stalking Story” ohnehin im November schreiben und im nächsten Jahr höchstwahrscheinlich wieder an den Gratiswebinaren, war ja meine Schreibfortbildung ist, teilnehmen und da freue ich mich über den Beerentee und die Schokokekse, die es dort gibt, was vielleicht auch den besonderen Reiz der “Studios für Schreibkompetenz”, ausmacht.

