Schneller, höher und so weiter

Am dreundzwanzigsten Juli sollen in Tokyo die olympischen Sommerspielen beginnen, die eigentlich schon im Vorjahr stattfinden hätten sollen, Corona bedingt verschoben wurden und ob und wie sie heuer stattfinden sollen ist auch noch nicht so klar, Dieter Bandhauer vom “Sonderzahl-Verlag” hat aber Markus Köhle und Peter Clar den Auftrag für ein Olympia-Buch gegeben, das heute in der “AS” vorgestellt wurde, obwohl es laut “Amazon” und anderen Internetvorschauen erst im Mai oder Juni erscheinen soll.

Es scheint aber schon erschienen zu sein, zumindest hielten es die beiden Autoren in den Händen, JohannesTröndle moderierte und es begann mit einem Prologo oder einem Namenstext, wo der 1975 geborene Markus Köhle, der als Poetry Slamer begann und jetzt sehr viel in der “AS” und auch wo anders moderiert sich mit dem 1981 geborenen Peter Clar, der, glaube ich, auch im Jelinek Forschungszentrum tätig ist und mit dem ich öfter beim Volksstimmefest las abwechselnd, die nicht im Buch vorkommenden Sportarten verlasen.

Dann kamen einige Artikel aus dem Buch, beginnen mit Ringen, Turnen, Schwimmen, schließlich Skaten, was heuer zum ersten Mal im Tokyo präsentiert werden sollte und Johannes Tröndle erklärte, dann im Gespräch, daß in dem Buch unterschiedliche Textarten enthalten sind. De Lexikoneinträge wurden schon im Vorspann erwähnt, dann gibt es aber Kurzprosatexte aber auch viel Sporttechnisches, etcetera, am Schluß hat Markus Köhle auch noch von seiner Dreisprungerfahrung, die er früher selbst betrieben hat, vorgelesen, hat er doch am Anfang erzählt, daß er bis zu seinem sechzetnten LA sehr sportlich gewesen war, dann kam eine musikalische Phase, dann ist er in der Literatur hängen geblieben, die er heute noch betreibt und am Schluß gab es noch einen nicht im Buch enthaltenen Text, der mit Radfahren und Reiten begann und mit einem Schlußwort endete.

Lesen förderte Johannes Tröndle noch auf. Mal sehen, ob das Buch schon erschienen ist, aufder “Sonderzahl-Seite”, wo auch zwei Fotos von den beiden Autoren in sportlicher Betätigung zu sehen ist, steht etwas von März.

Also gibt es es vielleicht doch schon, ich werde es mir nicht kaufen, bin ich ja nicht sehr sportlich und interessiere mich für die olympischen Spielen wahrscheinlich genausowenig,wie vor Fußball. Aber dafür interessieren sich ja auch einige oder mehrere Literaten, so daß ich auch schon einige Fußballbücher gelesen oder in meinen Regalen habe und Johannes Tröndle hat in seiner Einleititung auch etwas von einer Korrespondenzenpoesie oder einen Gedichtbriefwechsel erwähnt, die, die Beiden ebenfalls geschrieben oder herausgegeben haben, also auch etwas zu lesen, wenn man sich wie ich für Sport nicht so sehr interessiert und auf die jeweiligen Homepages hat Johannes Tröndle auch noch hingewiesen

Begegnungen: Stichwort Familienökonomie

Wieder eine neue Reihe in der “Alten Schmiede”, die, wie ich in das Video kam Johanna Öttl gerade vorstellte und zwar scheinen da die Autorin Lydia Mischkulnig, die Literaturkritikerin Brigitte Schwens-Harrant und die Journalistin Christa Zöchling immer zwei Bücher zu einem bestimmten Thema zu besprechen, die die Zeiten und die Grenzen sprengen

Diesmal hieß das Stichwort “Familienökonomie” und die zwei Bücher waren von der 1947 geborenen seneagalischen Autorin Ken Bugul oder Maritou Mbaye Bileoma und der 1940 geborenen Annie Ernoux. Zwei Romane, die beiden etwas Autobiografischen haben dürften oder im Text starke Beziehungen zu ihren Autorinnen aufweisen, was immer, das auch heißt und bedeuten kann,, was in der Diskussion auch besprochen wurde.

Ken Bugul, das Pseudonym heißt “Keiner will sie” und Ken Bugul, die Tochter eines Marabut,was offe nbar ein senegalisches Oberhaupt ist, ist nach Belgien zum Studium gegangen, 1989 in ihre Heimat zurückgekommen und hat sich dort in den Harem als achtundzwanzigste Ehefrau eines Marabut oder Serigne begeben, wo europüäische Leserinnen wahrscheinlich den Kopf schüttelt und auch das wurde diskutiert. Später hat sie, entnehme ich Wikipedia, nach dem Tod des Marabuts, sich in die Hauptstadt begeben, einen Arzt geheiratet, eine Tochter bekommen und zu schreiben gegonnen. Sie war 2017 Stipendiatin im Literaturhaus Zürich und hat 2000 einen Literaturpreis für den 1999 geschriebenen Roma “Riwan oder Sandweg” geschrieben, der 2018 bei “Uniom” auf Deutsch herausgekommen ist, den die drei Frauen in ihrer Stichwortreihe besprachen und das war interessant, denn offenbar ein vielschichtiges Buch und auch eines, das viel von dem schon Beschriebenen enthält.

Es brennt und eine Sklavin, ein sechszehnjähriges Mädchen und die achtundzwanzigste oder was auch immer Ehefrau des Serigne flieht und die offenbare Ich-Erzählerin oder Alter Ego der Autorin ist auch eine ehefrau, hat aber das Recht jeden Abend über den Sandweg in das haus ihrer Mutter zurückzukommen.

Der Titelheld Riwan ist ein Sklave oder ein Begleiter der Protagonistin, der immer schweigt und die Ehefrauen nähern sich dem Serigne auch nur kriechend an, um ihn zu massieren oder zu füttern.

Die typische Haremsgeschichte, habe ich gedacht und als Hauptschülerin habe ich einen solchen Roman gelesen und mir dann selber eine Haremsgeschichte ausgedacht, die mich lang beschäftigt hat.

Jetzt habe ich eher den Kopf geschüttelt und gedacht, was schreibt diese Autorin da und wieso diskutieren die drei Frauen das? Christa Zöching hat nach einigen theoretsichen Diskurs und Fachsimpeln der zwei anderen Frauen dann dieses Thema angesprochen und gesagt, daß sie das buch befremdet oder verärgert hat. Lydia Mischkulnig hat vorher noch gemeint, daß sie beim Lesen dachte, die Autorin hätte die westlichen Leser damit in eine Falle locken wollen und ich habe wieder “Was soll das?,” gedacht. Christa Zöchling sagte dann, daß sie Berichterstatterin bei Dschihad-Prozessen war und da genau das gefunden hat, wie die IS einen Staat aufbauen will und die jungen syrischen Männer, die zum IS wollen und die jungen hier aufgewachsenen Frauen, genau siese Vorstellungen haben.

Das wurde dann nicht richtig ausdiskutiert, beziehungsweise hat Lydia Mischkulnig dann auf die 1940 geborene französische Autorin Annie Ernaux umgeschwenkt, die in den letzten Jahren im deutschen Sprachraum viel brsprochen wurde. Ich habe von ihr noch nichts gelesen und daher auch den Roman “Scham” nicht gekannt. Annie Ernaux ist eine, die offenbar auch über ihr Leben schreibt und das Buch beginnt damit, daß die zwölfjährige Annie 1952 Zeugin wird, wie ihr Vater ihre Mutter umbringen will. Er tut es nicht und es wird nie wieder in der Familie darüber gesprochen. Die Eltern sind arm und betreiben einen Laden und eine Kneipe und Annie kommt dann in ein Nobelinternat und schämt sich ihrer Eltern. So ungefähr habe ich das Buch verstanden. Eigentlich zwei ungewöhnliche Romane, die die drei Autorinnen für ihre Reihe ausgesucht haben.

Ich denke, man müßte sich wahrscheinlich in beide Autorinnen mehr einlesen, um sie zu verstehen. In Ken Bugul noch mehr, als in Annie Ernaux, die ja für uns wahrscheinlich weniger ungewöhnlich ist und interessant ist auch, um auf die letzte “Schmiede-Veranstaltung” und die alten Frauen, die dort besprochen oder nicht besprochen wurden, zurückzukommen. Beide Frauen sind über siebzig und beide schreiben, wenn auch in anderen Kulturen über ihr Aufwachsen mit all den literarischen Verfremdungen, die es dabei wahrscheinlich gibt.

Interessant, interessant, schreibe ich wieder meine Zusammenfassung und das ist auch die zweite “Nachtschicht-Staffel”, wo Susanne Scholl und der Verleger Georg Hauptfeld gestern mit Walter Famler sprachen und die ebenfall 1949 geborenen Susanne Scholl, die einen Essay in der “Edition Konturen” veröffentlicht hat, von ihrem Leben und Aufwachsen erzählte.

Treue

Jetzt kommt ein “Wagenbach-Quartbuch”, der Bestseller des 1981in Riimini geborenen und in Mailand lebenden Marco Missiroli, das schon verfilmt wird oder wurde. Ein modernes Ehedrama, das vielleicht ein bißchen an den “Reigen” erinnert, vielleicht auch an das “Fegelfeuer der Eitelkeiten” von Tom Wolfe, eine moderneres Behandlung des Themas Erotik, als wir es vielleicht bei Alberto Moravia oder Michela Murgia finden.

Es beginnt im Jahr 2009 und da wurde der Dozent für literarisches Schreiben Carlo Pentecoste auf der Uni Toilette mit der Studentin Sofia Casadei in intimer Pose erwischt. Sie reden sich damit heraus, daß der Studentin schlecht geworden wäre und er ihr nur geholfen hätte und der moderne Reigen oder auch das Ehedrama beginnt oder es beginnt, daß die Studentin dem Dozenten in der Vorlesung sagt, daß sie von seiner Frau verfolgt worden wäre.

Die heißt Margherita ist Immobilienmaklerin und hat sich in eine Wohnung verliebt, die sehr teuer ist und auch keine Lift hat, sie will sie aber trotzdem für sich und denkt sich einen Schlachtplan aus, wie sie sie billig bekommen könnte.

Sie hat auch etwas am Fuß, muß deshalb zur Physiotherapie und betrügt schließlich ihren Carlo mit dem Physiotherapeuten Andrea, der hat es in sich, am Schluß entpuppt er sich als schwul, vorher trauert er um seinen Hund, der ihn gebissen hat, so daß er ins Spital kommt und auch von Margherita versorgt werden muß, die ihren Carlo schließlich mit ihm betrügt.

Sofia, ob und was wirklich zwischen ihr und Carlo war, kommt nicht so gut heraus, verläßt Mailand und kehrt nach Rimini zurück, um ihren Vater in der Eisenhandlung zu helfen und dann geht es im zweiten Teil in das Jahr 2018, das Ehepaar hat die Wohnung gekauft und inzwischen einen Sohn, den kleinen Lorenzo, Margherita hat ihre Immobilienfirma verkauft, um sich die Wohnung leisten zu können, Carlo ist auch arbeitslos geworden und Sofia schickt ihm drei Bücher, die sie vorher auf Instagram postet, was bei Margheria Eifersucht auslöst.

Es gibt auch die Schwiegermutter Anna, die zu einer Wahrsagerin geht und am Schluß einen Oberschenkelhalsbruch erleidet und daher vonAndrea, der sich inzwischen dem Boxsport widmet und auch in seinen FisioLab gekündet, hat betreut.

Fast absatzlos gehen in dem Buch die Perspektiven ineinander über und springen von Person zu Person, was das Lesen nicht ganz einfach macht, aber vielleicht, obwohl es eigentlich, um das ehepaar und ihre Bezugspersonen geht, an den Reigen denken läßt.

Es geht um die Frage, was Treue in Zeiten, wie diesen bedeutet. Das Buch ist spannend zu lesen, wirkt manchmal sehr modern und spricht auch ungewöhnliche Themen an.

Spannend, spannend, sich in die italienische Erotik einzulesen, wo es auch ein bißchen um Gesellschaftkritik geht, einige sehr schöne Szenen und Metaphernhat und eigentlich, wenn ich es recht verstehe, zwischen Carlo und Sofia nicht soviel passierte, obwohl es durch das ganze Buch zwischen den beiden ständig knistert.

Literatursplitter und alte Frauen

Was tut sich so literarisch? könnte man fragte. Gibt es da etwas zu erwähnen oder hat Corona alles andere verdrängtund zugeschwemmt?

So gibt es einiges zu vermelden, auch wenn es derzeit ja keine Liveveranstaltungen gibt und ich am Donnerstag mit dem Doppelpack in der “Alten Schmiede” auch ein wenig ins Schleudern kam, denn um sechs hatte sich ja die Ruth mit Brigitte Kronauer und ihrem neuen Buch beschäftigt und um sieben gab es zwei Buchpräsentationen, darunter Mieze Medusas neues Buch.

“Was mache ich da?”, habe ich mich gefragt und bin dann mit dem Alfred kurz nach sechs nach Harland gefahren und dort kurz nach halb acht angekommen, wo schon Jana Volkmann beim Präsentieren war. Ich habe vielleicht nur halb zugehört, aber aufgehorcht, als ich Mieze Medusa sagen hörte, daß es nur weinige Schriftstellerinnen über siebzig gäbe.

“Was?”, habe ich gedacht und den Kopf geschüttelt. Das stimmt doch nicht! Denn erstens bin ich ja schon bald an dieser Grenze und dann gibt es die Barbara Frischmuth, die Marlene Streeruwitz, die Elisabeth Reichart, die Marie Therese Kerschbaumer, die Friederike Mayröcker und und und…

“Was habe ich da nur mißverstanden?” und am nächsten Tag der Mieze Medusa ein Mail geschrieben und nachgefragt, die mir antwortete, daß sie damit die Romanfiguren gemeint hätte. Daß es nur wenige über siebzig geben würde und das, denke ich, ist ein interessantes Thema über das man nachdenken sollte. Denn bei den Männern ist das ja kein Thema. Da gibt es ja viele, wie den schon verstorbenen Philip Roth oder Martin Walser, die ganz ungniert immer wieder den selben Roman über das Nachlassen ihrer Sexualität und ihre Krankheiten schreiben oder geschrieben haben und offenbar nicht nur Verlage sondern auch Leserinnen finden, die sich damit beschäftigen.

Bei den Frauen ist das wahrscheinlich anders, könnte stimmen und ich habe jetzt auch keine Liste parat welche Autorinnen sich in ihren Werken mit den alten Frauen beschäftigen und sie in den Mittelpunkt ihrer Werke stellen, könnte mir aber vorstellen, daß das tatsächlich ein Problem sein könnte, wollen ja auch die alten Männer nur jüngere Frauen als Freundinnen haben. Ältere Frauen, glaube ich, auch, habe ich einmal in einem Film gesehen und da man ja keine Schwäche zugeben darf, ist es vielleicht ein wenig schwierig über den eigenen Verfall zu schreiben.

Die Friederike Mayröcker tut das, glaube ich, ungeniert, ihre Rückenschmerzen und ihre Schlaflosigkeit zu thematisieren, habe aber da schon Kritiker sich darüber mokieren gehört und als es unsere Schreibgruppe noch gegeben hat, gab es da auch eine wilde Dikussion mit der Ruth und der Ilse Kilic. Damals war der Fritz Widhalm, glaube ich, noch nicht sechzig, und sagte, wenn er das wird, hört er zu schreiben auf. Jetzt ist er das schon und schreibt, glaube ich, auch weiter. Aber da ist es im Gespräch darum gegangen, daß man, wenn man älter ist nicht mehr öffentlich lesen soll, weil man da vielleicht mit dem Text raschelt, die Finger zittern, man stottert, etcetera und das wollen wir nicht hören, das Alter und den Verfall. Ich habe mich natürlich sehr energisch dagegen aufgeregt und mich vielleicht auch deshalb über Mieze Medusa mokiert und mir jetzt ganz fest vorgenommen, in meinem nächsten Werk wird die Protagonistin über siebzig sein.

Das habe ich Mieze Medusa gestern auch gemailt und dazu geschrieben, daß die Frauen in meinen letzten Werken eher zwischen sechzig und fünfundsechzig waren. Die Magdalena Kirchberg beispielsweise und dann die Roswitha Herweg, die Eja Augustin und die Mathilde in den Corona-Texten und mich damit entschuldigt, daß ich da ja noch jünger war, denn die Protagonistinnen werden mit ihren Autorinnen älter habe ich auch noch geschrieben und mir dann gedacht, das stimmt ja nicht, das ist vielleicht genauso eine Fake New, wie Hannes Stein am Abend bei der Buchpräsentation seines “Weltreporters” aus New York an das Berliner Literaturhaus gemeldet hat, daß das bei seinen Büchern so ist.

Denn ich habe mich eigentlich sehr oft mit dem Älter werden und dem Sterben beschäftigt, mit dem Thema “Alzheimer” in der “Anna” und die ist über siebzig, der Jakob Mandelbaum in den “Wiener Verhältnisse” glaube ich sogar fast hundert, wie auch die Clara im “Haus” und dann gibt es ja noch die Protagonistinnen in “Paula Nebel” im “Novembernebel”, “Beim Sterben sollte man zu Hause sein” und und, das könnte ich Mieze Medusa vielleicht noch mailen, was sie, weil ich, da ja nur selbstgemachte Bücher, nicht für so literarisch, sondern vielleicht sogar als Hobbyautorin gelten, vielleicht nicht so besonders berühren würde.

Aber Marlene Streeruwitz, die ja auch eine engagierte autorin ist, hat, glaube ich, sowohl in ihren Covid-Roman als auch in ihrem letzten ältere Protagonistinnen, weil die ja auch mit ihrer Autorin sehr ähnlich sind und bei der engagierten Feminstin Gertraud Klemm, die glaube, ich noch jünger ist, gibt es im “Hppocampus” auch ältere Protagonistinnen und ich finde das Thema sehr interessant, habe Mieze Medusa versprochen mich in Zukunft damit zu beschäftigen, also darüber zu bloggen und es mir zu merken, wenn ich von alten Frauen in meinen Büchern lesen, aber eigentlich fühle ich mich ja gar nicht alt.

Hilde Schmölzer geht es da vielleicht wenig anders, hat aber jetzt noch ein Buch über und für ihre Familie geschrieben, das ihr der Alfred druckfertig machte und ich habe heute auch ein Mail an Peter Paul Wiplinger und an das “Podium” geschrieben, denn der, auch ein alter Mann, weil über achtzig, hat einen neuen Gedichtband mit sehr schönen Gedichten, die sich mit diesem Thema beschäftigen, herausgebracht, das ich vor kurzem gelesen habe und dann bin ich heute wieder mit dem Rad nach St. Pölten und auf den Markt gefahren, um da wieder einmal Doris Kloimstein zu treffen, die noch lange nicht siebzig ist, der ich aber mein zweites Corona-Buch, beziehungsweisen ihren schönen Maskengedichten gewidmet habe, das ich ihr schon lange bringen wollte.

So haben wir uns wieder hinter dem Markt getroffen, denn am Markt selbst herrscht ja Maskenpflicht, so stellen sich die Leute mit ihrem Bier und ihrem Leberkässemmerl ein Stückchen weiter hinten auf und die Doris, die ja auch eine Leseratte ist, hat mir wieder drei Bücher gebracht, darunter, was vielleicht nicht so literarisch ist, aber trotzdem in Zeiten wie diesen sehr interessant eines über “Corona-Impfstoffe”, die Doris interessiert sich auch sehr für dieses Thema und dann zwei Bücher über Erika Mitterer, beziehungsweise von ihrem Sohn Martin G. Petrovsky, der sich ja sehr für das Werk der 1906 geborene und 2001 Verstorbene einsetzt und, die ja als junges Mädchen einen Briefwechsel mit Rainer Maria Rilke führte.

Ich habe auch einige ihrer Bücher gelesen, war einmal bei einem Symposium in der “Gesellschaft für Literatur” und bin dann auch ganz zufällig zur Eröffnung der “Erika Mitterer-Gesellschaft” in der Rainerggasse zurechtgekommen und bin da auch mit martin Petrovsky ins Gespräch gekommen, der auch einen Text von mir in seiner zeitschrift “Zaunkönig” brachte, also auch eine ältere, wenn auch schon verstorbene Dichterin, an die mich Doris Kloimstein erinnerte, die mich auch dan erinnerte, daß ich ihr meinen Lebenslauf und meinen Text über “Noahs Fest” schicken soll, denn da sollen ja die Resultate, die im September bei diesem Skriptorium im Stift Seitenstetten, an dem ich wegen der Maskenpflicht nicht teilgenommen aber trotzdem darüber geschrieben habe, in einem Buch herausgegeben werden.

Es tut sich also trotz Corona doch ein bißchen in Sachen Literatur, mein drittes Corona-Buch liegt beim Alfred und ich bin gerade dabei an meinen dritten “Literaturgeflüster-Buch” nämlich an dem mit den gesammelten Corona-Texten zu arbeiten und da ist “Noahs Fest” auch darin und da habe ich mit dem Korrigieren und dem Durchsehen schon angefangen, etwa fünfzig Texte werden das wahrscheinlich sein. Derzeit hätte ich da auch fünfzigtausend Worte, also endlich ein richtiger “Nanowrimo” und bin auch darauf gekommen, daß es sehr interessant ist, sich das ganze erste Corona-Jahr, das ja jetzt demnächst sein Jubiläum findet, in meinen Texten durchzugehen, denn da kann man die Veränderung ganz schön bemerken.

Ich werde ja wahrscheinlich wieder nicht sehr viele Leser damit finden, die Texte sind aber im Geflüster vorhanden und wenn vielleicht nicht ganz fehlerfrei immer noch zu lesen und das Buch wird der kleinen Lia gewidmet sein. Damit sie später einmal lesen kann, wie das in ihren ersten zwei Lebensjahren war.

Ausklang

Gedichte von 2010 – 2020 des 1939 in Haslach OÖ geborenen künstlerischen Fotografen, Schriftsteller und engagierten Mitglieds der IG Auoren Peter Paul Wiplinger. Sogenannte Lapidargedichte “ohne jeden Metaphernschmus”, wie der Schriftsteller, den ich, glaube ich, in den späten Neunzehnachtzigerjahren bei den IG-GVs kennenlernte, auf einem dem Buch beigefügten Zettel geschrieben hat und ich habe mich 1996 sehr vor Peter Paul Wiplinger gefürchtet, als wir beide in der Jury für das damalige Nachwuchsstipendium für Literatur waren, denn er war vom PEN, ich von der GAV dorthin gesandt, was in meiner Vorstellung starke gesellschaftliche Unterschiede bedeutete. Er rechts, ich links und dann hatten wir dieselben Vorschläge, kämpften für denselben Kanditaten, sprachen uns gemeinsam gegen eine Autorin aus und ich hatte wieder etwas gelernt.

Danach erlebt, wie Peter Paul Wiplinger, der vor einigen Jahren auch einen schweren Unfall hatte, vom PEN austrat und in die GAV hinüberwechselte, da gibt es immer noch diese Bestimmung, daß man nur in einer der Vereine Mitglied sein kann, an die ich mich eigentlich halte, aber ich würde, weil ja “nur” selbstgemachte Bücher wahrscheinlich ohnehin nicht in diesen Verein aufgenommen werden.

Jetzt scheint er sich wieder im PEN zu engagieren, zumindest wurde sein achtziger Geburstag, zu dem er mich eingeladen hat, glaube ich, in einem PEN-Lockal gefeiert und er hat mich, als wir uns einmal beim Empfang der Buch-Wien getroffen haben, sehr freundlich auf meinen Blog angesprochen. Er hat mich auch vor einiger Zeit bei der Krit Lit fotografiert und schickt mir jetzt immer die Einladungen zu seinen Veranstaltungen. So hat er mich auch auf sein neues Buch aufmerksam gemacht, das in der “Edition Löcker” erschien und seit Dezember, glaube ich, im Buchhandel erhältlich ist und als ich ihn fragte, ob er mir das Buch für das “Geflüster” schicken will, hatte ich einige Zeit später ein dickes Bändchen mit gleich drei Büchern im Postkasten.

Darunter die “Lebenszeichen”, die ich schon hatte, denn in meiner Bibliothek haben sich inzwischen einige Wiplinger-Bücher angesammelt und ich kann mich auch an einen Wettbewerb in der Bücherei Pannaschgasse erinnern, den Stephan Teichgräber organiserte, “Die goldene Margarete” hat er geheißen. Ich habe auch gelesen und daneben viele ost- und mitteleuropaische Autoren, die gar nicht persönlich anwesend waren, weil die Bibliothek nicht die Fahrt und Übernachtungskosten zahlen wollte oder konnte.

Peter Paul Wiplinger hat ziemlich zu Beginn soweit ich mich erinnern kann, sehr beeindruckende Holocaust-Gedichte gelesen, wurde dann aber aus Zeitgründen sehr bald von Stephan Teichgräber unterbrochen, was ich eigentlich als sehr unhöflich empfand. An einen Abend im arabisch-österreichischen Haus, kann ich mich erinnern und die drei Büchern darunter der, bei “Arovell” 2006 erschiener Prosaband “ausgestoßen” waren alle sehr schön und handschriftlich für mich signiert.

“Letzten Endes bleibt alles Fragment” steht beispielsweise bei dem neuen “Löcker-Band”, bei den Lapidargedichten, wo am Cover ein Foto des Autors, “Sonnenuntergang am Neusiedlersee” zu sehen ist, das Peter Paul Wiplinger mit der Kamera seines Vaters 1981 aufgenommen hat und am Büchrücken ist noch einmal das Gedicht zu sehen, mit dem der Band auch beginnt: “gehen/ gehen gehen/ gehen gehen/ einfach gehen/ was sonst”, womit man schon eine klare Definition hat, was unter Lapidargedichten zu verstehen ist.

Kurze knappe zweizeilige Gedichte, die sich mit dem Sinn des Lebens auseinandersetzen.

“WEGE GEHEN gehen/ die sich kreuzen/ wege gehen ohne ein ziel/ schnittpunkte begegnungen/berührungen beziehungen/ereignisse menschen/erinnerung vergessen” oder “DAS LEBEN” “das leben ist das märchen/ das leben ist wie es ist/ so ist es”.

Es gibt aber auch Gedichte die bestimmten Personen gewidmet sind, so ist der “Dichter” “tag für tag ein gedicht schreiben”, dem 2014 verstorbenen Politiker und Schriftsteller Hugo Schanovsky gewidmet und sehr berührend “EIN GEDICHT SCHREIBEN”, wo Peter Paul Wiplinger, den Auftrag seiner Ärztin beschreibt, daß er dieses tun soll, als er nach seinem Unfall im Spital liegt “ich soll mit der hand/ ein gedicht schreiben/ sagte heute zu mir die frau/ prof. dr. paternostro-sluga/ im donauspital in wien/ und fügte noch hinzu egal was/ sie dann schreiben ganz egal/ wichtig ist nur daß sie schreiben/ und zwar mit ihrer rechten hand/ die halbseitig nervengeschädigt ist”

So eindrucksvoll habe ich Lyrik noch selten gelesen und davon ist auch die Psycholoin in mir sehr angesprochen, die sich neben der schönen Sprache immer sehr für die psychischen Ausnahmesituationen interessiert.

Es gibt neben den kurzen sich mit dem Lauf des Lebens beschäftigenden lapidaren Gedichtzeilen auch längere Gedichte, beispielsweise die “LEBENBSAUSSICHT”, 2013 geschrieben “heute ist der erste Tag/ in meinem Leben an dem ich/in mein 75. lebensjahr trete/bloß kein Selbtmitleid sage ich” oder “MUTTERS LEBEN- nach ihrer Erzählung” geschrieben.

Kurze lapidare Gedichtzeilen, in denen es viel um das Leben geht. So schreibt er beispielsweise über einen der sich den Suicid wünscht “du kommst zu mir/und sagst du magst nicht mehr leben/ ich sage/ ganz einfach/ ich lebe gern/” oder in “GLEICHZEITIG” “aber ich lebe/in der stadt/da gibt es/keine natur”

Es geht auch zunehmend um Krankheit, Sterben und Tod.

“DAS FOTO” “soeben habe ich/das foto angesehen/das foto betrachtend denke ich/an deinen und an meinen tod” oder

“DER KOFFER” “Seit 36 Jahren steht/ der Koffer meines vaters/ nun schon ungeöffnet/ in meinen Keller./ Jetzt, da ich schon fast/genau so alt bin wie er, /als er damals fortging/mit seinem kleinen Koffer/ins Spital, werde ich/ diesen alten Koffer öffnen,/weil ich wissen will,/was ich mitnehmen soll/ins Spital,wenn es/ans Sterben geht./

Es gibt den “TAGESVERLAUF im Krankenhaus” und die “ZWISCHENBEREICHe im AKH in Wien”, in dem sich Peter Paul Wiplinger offenbar befunden hat “das grünen Bettenhaus/das rote Bettenhaus/der grüne Bodenbelag/der rote Bodenbelag” und die “ABENDSTIMMUNG im AKH Wien” Der Himmel/verbrennt/im Abendrot./Wie lange noch/werde ich leben?”

Besonders berührend die “ENTSCHEIDUNG”

Ich breche jetzt/die Chemotherapie ab,/sagte er und tat es auch;/Wenige Wochen darauf starb er./Ich schrieb einen Nachruf auf ihn/für eine bekannte Regionalzeitung/Und setzte meine Chemotherapie/noch einige Wochen lang fort,/bis sie bei mir beendet war.”

In einer anderen “ENTSCHEIDUNG” geht es um die Bücher, die er noch lesen möchte oder noch nicht gelesen hat. Ein Problem das ich auch genau kenne und mich oft genug damit beschäftige.

Dann geht es sehr aktuell um die “CORONA-PANDEMIE 2020”, im April geschrieben. Dann gibt es noch eine NEGATIV-ASSOZIATION “Eine Negativ-Assoziation besetzt/also mein Assoziationsvermögen./Auch das hat sich so ergeben:/ein Alltagsbild als Schreckensbild!/Und das wird noch lange so bleiben.”

Spannend, spannend in die Assoziationen, Gedanken, Überlegungen eines alten Dichters einzutauchen. Spannend sich in seine “Ausklänge” einzulesen und wenn man noch ein wenig mehr von und über Peter Paul Wiplinger lesen will, sind seine “Schachteltexte” sehr zu empfehlen.

Am Götterbaum

Von Hans Pleschinski habe ich, glaube ich, bei einem Frankfurter Buchmessensurfing das erste Mal etwas gehört, das heißt, ich habe ihn mit Ludwig Fels verwechselt, der vor kurzem verstorben ist, da wurde sein “Ludwigshöhe” vorgestellt, das mich interessierte, weil ich mich mit dem Thema Sterbehilfe ja auch sehr beschäftigte. Bei dem Bücherkauf von Alfreds literaturversierter WU-Kollegin habe ich das “Bildnis eines Unsichtbaren” um einen Euro wahrscheinlich, erstanden und ich gestehe es, immer noch nicht gelesen, auch “Wiesenstein” das Portrait über den großen Gerhard Hauptmanns noch nicht. Das hatte ich bei “Beck” angefragt, nicht bekommen, es mir dann aber einen Literaturhaus-Flohmarkt um fünf Euro gekauft, noch nicht, dafür aber, Kritiker hört her “Königsalle” über den noch berühmteren Thomas Mann.

Woher ich das Buch bekommen habe, weiß ich nicht mehr, vielleicht wars im Kasten oder in einer Abverkaufskiste und bin so daraufgekommen, daß sich der 1956 in Celle geborene, in letzter Zeit für literarische Biografien interessiert, denn jetzt ist ein weiters Bildnis eines Unsichtbaren oder Unbekannten, herausgekommen, nämlich das Portrait des ersten deutschen Nobelpreisträgers von 1910 Paul Heyse und ich höre jetzt schon rufen “Paul Heyse wer wer ist denn das?”

Ein klein wenig Ahnung hatte ich schon, denn es gibt einen Briefwechsel zwischen ihm und Marie von Ebner- Eschenbach und da war ich mal bei einem Symposium und da hat ihn, glaube ich, Alexandra Millner oder war es Daniela Strigl vorgestellt und als ich einmal erschöpft von dem Writersstudio-Marathonschreiben nach Hause beziehungweise an einen Bücherschrank vorbeigegangen bin, habe ich dort ein Buch über die “Deutschen Nobelpreisträger” gefunden, das dann auch in meine “Unsichtbare Frau” hineingefunden hat.

Ein Biografie über einen unbekannten Nobelpreisträger, wie fad könnte man da unken. Wen interessiert denn das? Das ist doch altmodisch und verstaubt!

Mitnichten, liebe mögliche Vorauskritiker, denn Hans Pleschinski macht es sehr originell. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, ob das auch schon beim Thomas Mann so war. Aber hier marschieren eines Abends in München drei Frauen um die sechzig, die Baustadträtin Antonia Silberstein, die Bibliothekarin Therese Flößer auf Krücken und die Münchner Literaturpreisträgerin Ortrud Vandervelt, die gerade von einer Lesereise aus Sibirien zurückkommt, vom Rathaus in die Luisenallee, wo sich das Haus befindet, in dem Paul Heyse 1914 wahrscheinlich gestorben ist oder zuletzt dort lebte. Heute ist das eine verfallene Villa in der alte Waschmaschinen stehen, ein Konditor und ein Uhrmachen mit ihren kinder leben und sich die Spekulanten reißen. Die Stadt München will aber ein Kulturzentrum daraus machen. Deshalb hat ein Praktikant, die drei Damen angemeldet, die dort noch einen Erlanger Heyse-Experten treffen sollen.

So stolpern die drei Frauen durch die Stadt und machen mancherlei Alltagsbeobachtungen dabei. Da wird eine taubenfütternde Alte vom Portier vertrieben wird, AfD-Wäher unterhalten sich, etcetera.

Die Bibliothekarin hat ein paar Heyse-Bücher im Rucksack. So werden immer wieder Gedichte zitiert, die man auch im Buch finden kann und über Paul Heyse, der 1830 in Berlin geboren wurde, erfährt man auch sehr viel. Der war damals ein berühmter Dichter, wurde sogar geadelt, hatte viele Künstlerfreunde und hat auch Künstlerkreise zum Beispiel einen namens “Krokodil” gegründet. Hundertzwanzig Novellen, acht Romane und unzählige Theaterstücke hat er geschrieben. Da kommt dann eine Anspielung, daß man heutzutage keine Novellen mehr schreiben kann, weil keiner weiß, was das ist und sogar schon “Haikus” als Romane betitelt werden.

Die Gruppe torkelt weiter durch die Stadt, kommt dann zu der Villa, aber zuerst nicht hinein. Die Bibliothekarin hat Schwierigkeiten mit den Krücken und bekommt Alpträume, wo sie sich an ihren Schreibtisch wähnt. Dann dann gibt es auch ein Zwischenkapitiel in Italien, denn da besucht 1905 offenbar der berühmte Verleger der Cottta´schen Buchhandlung, den alten Dichter in seiner Sommerredsienz am Gardasee, denn der war sehr Italophil, hat das auch studiert und Ende eine Villa dort gehabt. Frau Anna fragt was sie kochen soll? Der Verleger deutet schon den möglichen Nobelpreis an

Dann geht es wieder zurück in dieLuisenstraße, beziehungweise in das Cafe nebenan, wo die die fünf, der Erlanger Spezialist vom Department of literatur, auch so eine Anspielung mit seinem chinesischen Mann ist inzwischen auch eingetroffen, um sich zu stärken. Dann kommen sie doch in die Villa hinein und am Ende erscheint noch der Direktor vom Touristenbüro von Gardone Riviera, der dort ein Paolo Heyse- Centro errichten will und bietet der Baurrätin oder der Stadt Münschen seine Vorschläge an.

Interessant merke ich an, sehr orignell und gewagt. Bin gespannt, was die Literaturkritik dazu sagt? Mir hat es jedenfalls gefallen und wieder viel gelernt. Vor allem das man Literatur und auch biografische Romane anders schreiben kann und kann das Lesen des “Götterbaums” oder auch Paul Heyse selbst, von dem ich gar nicht weiß, ob der noch lieferbar ist, sehr empfehlen, der aber vielleicht verstaubter wirken kann, als das Buch über ihn.

Fast verpasster Doppelpack

Die “Alte Schmiede” hat ja den “Dichterinnen-Dialog” und da hat Frieda Paris ja einmal Meta März vorgestellt und die Ruth, die ein Buch über den Maler James Ensor geschrieben hat, hat sich im Zug der Recherche mit der 2019 verstorbenen Dichterin Brigitte Kronauer beschäftigt, weil die ein Buch über Ostende und oder dem Maler “Verlangen und Musik im Gebirge” geschrieben hat und weil die Ruth ja eine sehr eifrige Feministin und Dichterin über siebzig ist, was Mieze Medusa, glaube ich, noch nicht so erkannt hat, daß es derzeit viele Frauen mit diesen Merkmalen gibt, hat sie sich in der “Alten Schmiede für die Reihe angemeldet und ich, die ich ihr Buch schon gelesen habe, habe mich auf die Veranstaltung sehr gefreut und der Ruth auch fest versprochen, sie mir anzusehen, als ich vorigen Woche bei ihr zum Mittagessen war. Dann hatte ich eine fünf Uhr Stunde und der Klient wollte auch diese Woche, um fünf anrufen.

“Geht sich gerade aus, wenn wir danach nach Harland fahren!”, habe ich gedacht und bin darauf gekommen, die Veranstaltung fängt schon um sechs an und, um halb acht gibt es noch eine Veranstaltung.

Was also machen, da wir ja nach Harland wollten und man eigentlich genaugenommen wegen des Lockdown light, ja um acht zu Hause sein muß?

“Macht ja nichts!”, könnte man denken. Derzeit gibts doch keine Liveveranstaltungen und Videos haben kein Ablaufdatum. Aber alle Livestreames der “Alten Schmiede” sind nachher nicht mehr verfügbar. Nur ein paar Ausgewählte. Man kann aber anfragen, zumindest habe ich das bei Gerhard Jaschke einmal getan und es hat geklappt und so habe ich das auch getan und Annalena Stabauer hat mir auch gemailt, sie wird sich darum kümmern und gibt mir dann Bescheid. Aber ich hätte mir das Video am liebsten gleich anschließend angeschaut, um zeitgerecht darüber bloggen zu können und wollte, weil ich das Buch schon gelesen habe, auch nicht bis sieben in Wien bleiben und dann die andere Veranstaltung versäumen. Dann ist es wieder anders angekommen, denn Barbara Brunner hat mir ein Buch geschickt, das bis viertel acht kommen hätte können und einen Brief hatte ich auch noch zu schreiben.

Also während ich meine Stunden eintrug und der Alfred die mitzunehmenden Sachen einpackte, den Livestream eingeschaltet und die Ruth mit einer Blume im Haar aus dem Buch lesen gesehen.

Danach nach Harland gefahren, dort knapp nach halb acht angekommen, dabei habe ich Benedikt Wells “Hard Land”, das ich eigentlich zu Ende lesen wollte, im Badezimmer vergessen. Die ausgelesenen Bcher eingetragen und dann wieder in die “Alte Schmiede”, wo Jana Volkmann zwei Neuerscheinungen vorstellte. Sie tat das gerade mit der mir bisher unbekannten Volja Hapeyeva einer Lyrikerin und Übersetzerin aus Moldawien, deren Romandebut “Camel Travel” bei “Droschl” erschienen ist. Denn sie war im Vorjahr Stadtschreiberin von Graz. Ist derzeit, glaube ich, im unabhängigen Literaturhaus Krems Gast und wird im März, wie ich ergooglet habe, nach München gehen. Den Titel ihres, von Thomas Weiler übersetzen Romanes, habe ich nicht ganz verstanden, denn Volja Hapeyeva war gerade im Gespräch im Jana Volkmann und hat dann eine Stelle von einem Kind gelesen, dem die Mutter immer Grütze kochte, was es nicht essen wollte und den Brei dann an die Tauben verfütterte, das aber um die Mutter nicht zu enttäuschen, so tun wollte, damit sie es nicht merkt.

Es geht in dem Buch, das, wie in der Beschreibung steht, vom Heranwachsen in der SU handelt. Volha Hapeyeva wurde 1982 geboren, auch um Mode. Jedenfalls fragte Jana Volkmann, die Autorin danach und bin gespannt, ob ich einmal an das Buch kommen werde und dann begrüßte Jana Volkmann, die 1975 als Doris Mitterbacher in Schwetzingen geborene Mieze Medusa, die derzeit auch regelmäßig in der “Schmiede” moderiert.

Zuletzt hat sie sie sich mit “Literatur und Rap” beschäftigt und ich habe sie auch als Poetry Slamerin kennengelernt oder eigentlich 2008, als sie bei der “Rund um die Burg” ihr Debut “Freischnorcheln” vorstellte. Das Buch, das mich damals sehr interessierte, habe ich inzwischen auch gefunden. Zum Lesen bin ich aber noch nicht gekommen. Dafür war ich einmal in der “Gesellschaft”, als sie ihre “Mia Messer” präsentierte und jetzt das neue bei “Residenz” erschienene Buch, das “Du bist dran” heißt und das Interessante daran ist, daß es darin auch, um drei Protagonisten zu gehen scheint, die, wie bei Carolina Schutti nichts oder scheinbar nichts mit einander zu tun haben. Eine Idee, die mich seit gerstern auch für mein nächstes Buch interessiert.

Da geht es um drei Generationen, die achtzehnjährige Agnesa, den vierzigjährigen Computernerd Eduard und die siebzigjährige Feministin Felicitas und da sagte Mieze Medusa etwas, was ich schon oben andeutete, daß es offenbar keine über siebzigjährigen Schriftstellerinnen gebe und ich dachte mir. was sagt sie nur?

Ich kenne jedenfalls viele. Kunststück bin ich das ja auch bald schon. Um den Gegensatz von Stadt Land scheint es in dem Buch auch zu gehen und, um Computer, denn die Generation der Agnesa ist ja damit aufgewachsen, während sich, wie Mieze Medusa zu meinen scheint, die fast Siebzigjährigen eher schwer damit tun. Interessant und spannend zu lesen, wenn ichs mals finde.

Da meine Leseliste aber sehr lang ist, brauche ich mich auch nicht besonders bemühen, habe ich ja nicht nur den Benedikt Wells zum Weiterlesen vergessen. Dafür aber heute einen Roman von dem mir bisher unbekannten Emil Bobi bekommen und der ist, habe ich herausgefunden ein 1958 geborener Journalist. Also einer der auch bald siebzig werden wird.

Carolina Schuttis Kreise

Wieder in die “Gesellschaft für Literatur” und diesmal ohne hin und her Gehoppe, sondern sich auschließlich Carolina Schuttis neues Buch gewidmet.

Von der 1976 in Innsbruck geborenen und auch dort lebenden Carolina Schutti habe ich schon einiges gehört, darunter bei den “Textvorstellungen” aber noch nichts gelesen.

Sie hat beim “Corona-Bachmannpreis” gelesen und schon einige Bücher geschrieben, war auch einmal für den “Alpha” nominiert und jetzt präsentierte Manfred Müller ihr neues bei “Droschl” erschienenes neues Buch “Der Himmel ist ein kleiner Kreis”, in dem, wie er sagte und und auch in der Beschreibung steht, zwei Frauenschicksale in einander verknüpft sind, die auf dem ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.

Nämlich die Ich-Erzählerin eine Bootsbauererin, die in einer Anstalt lebt und eine Ina, die in Sibirien eine Raststätte eröffnen will und die Assistentin eines Boris ist.

Zwei Stellen hat die Autorin mit den kurzen schwarzen Haaren gelesen und als ich schon dachte, daß wäre vielleicht eine Idee für mein neues Buch, zwei Frauenschicksale in einen Roman zu verknüpfen, die nichts miteinander zu tun haben, klärte Manfred Müller das Geheimnis auf, die Ina ist von der Erzählerin ausgedacht, die ja in der Anstalt zurückgezogen lebt, während die Ina in den Weiten Sibiriens wandelt und ein Gedicht von Sylvia Plath gibt es zu Beginn auch.

Carolina Schutti erklärte im Gespräch, daß die ein Buch über eine wütende Frau schreiben wollte. Die Bootsbauerin hat offenbar die Werkstatt ihres Chefs zertrümmert und ist dadurch in der Anstalt, eigentlich ein sehr anachristischen Wort, aber Carolina Schutti hat es öfter erwähnt, gelandet und denkt sich dort in die Weiten dieser Welt hinein.

Manfred Müller fragte nach der Recherche. Als Carolina Schutti ein Buch über Patagonien geschrieben hat, war sie offenbar nicht dort, wie sie ihm damals erzählte. Jetzt kann man wahrscheinlich nicht so einfach nach Sibirien und von Innsbruck nach wien wahrscheinlich auch mit einer ausdrücklichen Ausreisegenehmigung und dem entsprechenden Test und Carolina Schutti antwortete, daß sie da eher im Netz recherchiere. Sie hat für die Ina aber schießen gelernt und da gleich, was sie verwunderte, daß das so einfach geht, drei Mal ins Schwarze getroffen. Ich würde glauben, daß das bei mir nicht so einfach wäre und über das Schreiben ging es in dem Gesrpäch auch.

Carolina Schutti spart viel aus, schreibt sehr strukturiert und denkt sich ihre Figuren gern sehr sinnlich aus und ich denke, ein etwas anachronistisch und distanziertes buch, aber Kritiker, ich weiß natürlich, daß ich es erst lesen muß, um das richtig zu beurteilen, was ich wahrscheinlich so bald nicht tun werde, obwohl Manfred Müller am Ende der Veranstaltung das Kaufen des Buches wieder sehr empfahl. Den kleinen Buchhandel statt des bösen großen hat er diesmal ausgelassen und ich denke, ich nehme mir die Idee mit vielleicht einmal ein Buch zu schreiben, das von zwei gar nichts miteinander zu tun habenden Protagonistinnnen handelt und da bleibt natürlich die Frage über, ob das überhaupt gehen kann? Wahrscheinlich käme ich dann auch zu dem Geheimnis, daß beide, wie wahrscheinlich “Bis ans Ende Marie” die selben sind oder auch auf etwas anderes.

Seien wir gespannt, wenn ich das wirklich einmal ausprobiere, vorher kommt ja noch das “Corona-Texte-Buch” und ein schöne Sprache hat Carolina Schutti natürlich auch. Ich habe mir einige Sätze von der Lesung aufgeschrieben, obwohl ich gestehen muß, daß mich ein Leben in der Anstalt und das Phantasieren in die Weiten von Sibirien, wo die Konservendosen herumliegen und man am Ende in Gruben fällt, vorläufig nicht so besonders interessiert.

Geschichte schreiben

Da ich ja jetzt schon fast ein Jahr nicht mehr live in der “Alten Schmiede” war, kenne ich mich mit den dort derzeit aktuellen Reihen nicht mehr aus. Als Moderatoren agieren dort jetzt Jana Volkmann und Johanna Öttl, Markus Köhle moderiert auch recht viel und “Geschichte Schreiben” ist eine Reihe, die mir offenbar bisher entgangen ist, beziehungsweise ich mich nicht erinnern kann, einmal life oder per livestream dort gewesen zu sein.

Sabine Scholl stellte die Bücher von Hanna Sukare “Schwedenreiter” und Ludwig Lahers “Schauplatzwunden” vor, in denen es bei beiden, um das dritte Reich bezeihungsweise den Holocaust geht und Sabine Scholl,die “Wildgans-Preisträgerin”, die ich schon öfter in der “Alten Schmiede” erlebte, hat sich für die Veranstaltung offenbar ein besonderes Konzept ausgedacht, denn das zweite Buch der 1957 in Freiburg geborenen Hanna Sukare ist schon 2018 erschienen und da war ich schon im Literaturhaus bei der Präsentation und der 1955 geborene Ludwig Laher, der sich auch sehr bei den IG-Autoren engagiert, in Klagenfurt den Literaturkurs macht und den ich, weil er auch über dieses Thema geschrieben hat, in die Jury des “Ohrenschmauses” brachte, hat schon über viele Themen, darunter auch in einem seiner ersten Bücher “Herzfleischentartung” über ein oberösterreichisches NS-Lager geschrieben.

In “Bitter” hat er auch über dieses Thema geschrieben, beide Bücher habe ich bekommen, eines von Anna Jellers “Tag des Buches-Aktion”, das zweite bei einem Bücherflohmakt vor der “Buch Wien” und jetzt geht es wieder, um das “Arbeitserziehungs und Zigeuneranhaltelager St.Pantaleon – Weyer und da hat er über zwölf Personen geschrieben, die mit diesem Lager in Verbindung standen.

Jana Volkmann deren Buch ich leider noch nicht bekommen habe, eröffnete, stellte Sabine Scholl vor und erzählte, daß Ludwig Laher nicht live in den Livestream der “Alten Schmiede” kommen kann, sondern zugeschaltet wird und die erzählte dann über das Buch, vor allem, daß es eher dokumentatisch als fiktional ist. Dann wurde Ludwig Laher zugeschaltet und begann zu lesen, aber leider kein Ton zu hören und nach einer Weile sah man den August mit der Maske am Pult hantieren und dann sagte Sabine Scholl “Entschuldigen Sie Herr Laher, wir können Sie nicht hören!”

So begann dann Hanna Sukare mit ihrem “Schwedenreiter” und erzählte, daß Sabine Scholl sie gefragt hat, wie man über Geschichte schreiben kann. Sie sagte, sie schreibt in und von der Gegenwart und begann dann eine Stelle zu lesen, wo der kleine Enkel der Rosa als Bettlerkind beschimpft wird und man erfährt. Der Sohn, ein Deserteur, hat sich im Krieg auf einer Alm versteckt und wurde erwischt. dann sind fünfzig Leute, darunter auch die Großmutter, ins Lager gekommen und Hanna Sukare erklärte, daß es sich bei dem Ort “Stumpf” eigentlich um Godegg handelt, wo es im Jahr 1944 den sogenannten “Sturm” gegeben hat.Hanna Sukare war in Godegg, hat die Chronik gelesen, wo nichts davon drinnen gestanden hat. Jetzt wurde oder wird die Chronik umgeschrieben, denn in den Achtzigerjahren haben einige Studenten den Sturm entdeckt und darüber geschrieben, sind aber bald verstummt und jetzt im Gegensatz zu Ludwig Laher, der es ja dokumentarisch anfaßte, ein fiktionaler Text.

Hanna Sukare las noch einige Stellen daraus und unterhielt sich auch ausführlich mit Sabine Scholl darüber und interessant ist auch die Frage, wieso Godegg in dem ort Stumpf heißt. Sie meinte, sie hätte sogar im “Otto Müller-Verlag” danach gefragt. Karl-Markus Gauß hat ihr geraten, den Klarnamen zu verwenden. Aber für sie hat es nicht gepaßt. Denn wenn sie einen Ort nicht genau kennt, kann sie auch nicht richtig darüber schreiben, verlegt den Stephansdom also in den vierten Bezirk beispielsweise, deshalb Stumpf, weil sie der Ort an einen Kegelstumpf erinnert und da muß ich schreiben, da hätte ich Schwierrigkeiten und würde es nicht so machen. Denn in Godegg ist das ja passiert und nicht in Stumpf und wenn ich das Buch lese, hätte ich damit Schweirigkeiten, so wie ich lange nicht verstand, daß Manfred Wieningers Krimis in Harland spielen und es dort ein Leichenschauhaus gibt und ich frage mich immer, wenn ich durch die Siedlung radle, wo das nun ist und als ich Manfred Wieninger danach fragte und der mir nur lakonisch “Damit ist St Pölten gemeint!”, antwortete, habe ich nicht verstanden, warum er diese diese Verklausierung wählte?

Nachdem sich Sabine Scholl bei Hanna Sukare für die Lesung bedankte, kam wieder Jana Volkmann und sagte, wir schalten jetzt Ludwig Laher zu. Es gibt eine lesung, aber leider kein Gespräch und so war Ludwig laher über Skype zu hören, wo es noch eine Rückkoppelung, dann aber doch eine Lesung gab und Ludwig Laher dann selbst einiges über sein Buch erzählte.

Er las eine Stelle, die von einem Arzt handelte, der offenbar in der Nacht von der SS in das Lager geholt wurde und einen Totenschein ausstellen sollte, daß ein Gefolterter an einer Pneumonie gestorben sei, was er zuerst verweigerte, dann aber unter Androhungen doch tat und dann offenbar sehr lang darunter litt. Eine Stelle aus dem Kapitel des Lagerleiters hat er auch noch gelesen und am Schluß eine Stelle aus einem Gespräch, das er kurz vor dessen Tod mit dem ehermaligen Gauleiter hatte, der über das damalige Geschehen offenbar kein Schuldbewußtsein zeigte.

Am Schluß war wieder Jana Volkmann zu hören, die das Lesen der b2eiden Bücher empfahl, aber ich habe bei Ludwig Laher ja noch “Bitter und die “Herzfleischentartung zu lesen. Von Hanna Sukare, die “Staubzunge”, die ich mir bei einem Weihnachtsflohmarkt in der Grünangergasse kaufte und jetzt liegt Fabian Neidhardts “Immer noch wach” bei mir, was ich höchstwahrscheinlich vorher lesen wird, ein Buch über das Sterben oder eine nahtoderfahrung, das ich mir bestellte, weil Fabinan Neidhard ja auch in der Bloggerdebutjury ist und außerdem öfter mit Wolfgang Tischer im Literaturcafe einen Podcast macht, der das Buch gerade vorstellt, so daß ich mich da auch hineinhörte, obwohl das ja ein anderes Thema ist.

In die Fastenzeit

Morgen ist Aschermittwoch und dann beginnt die Fastenzeit. Sechs Wochen bis Ostern kein Fleisch, keine Süßigkeiten, kein Alkohol oder was auch immer, um sich in innere Einkehr zu begeben, damit man zu Ostern frisch und fröhlich wieder auferstehen kann, wie uns unser Bundeskanzler schon letztes Jahr versprochen hat, als er den Lockdown eins verkündet hat. Ich bin zwar kein gläubiger Mensch und auch nicht katholisch, da, wie ich immer schreibe, aus einer sozialistischen Arbeiterfamilie kommend, die Mutter war gelernte Stickerin und ist später wieder zu ihren katholischen Wurzeln zurückgekommen, hat mich deshalb auch in den Religionsunterricht geschickt, wo imnachhinein nicht viel hängen geblieben ist, als Kind war das ein bißchen anders, der Vater evangelisch getauft, aber später ausgetreten, seine Kinder nicht mehr taufen lassen, der SPÖ beigetreten und dort seines Lebens akiv tätig und ist, wie ich mich erinnern kann, immer einmal oder mehrmals in der Woche mit der Aktentasche unterm Arm zu seiner Sektion aufgebrochen, wo er, glaube ich, Buchhalter oder Schriftsführer war. Er war in der Statistik in der WGKK tätig und am Wochenende hat er in der Tanhzschule Hernals, die der SPÖ gehörte, als Billiteur oder Security gearbeitet. In der Schule war ich einige Zeit lang gläubig und bin auch manchmal in die Gottesdienste gegangen, so kann ich mich als ich schon in der Straßergasse war, erinnern, daß da einmal derKardinal König gekommen ist, um den Aschmermittwoch Gottesdienst zu halten.

So weit, so gut, zum Aschermittwoch eße ich immer Heringsalat, ansonsten faste ich nicht, höchstens wenn ich abnehmen will, räume dann bald einmal die Ostersachen heraus, um vielleicht auf meine Art die Auferstehung zu feiern und heuer auch der kleinen Lia Ostereier zu verstecken, aber das fällt ja heuer vielleicht wieder so aus, wie es auch im letzten Jahr ausgefallen ist, wo die Gottesdienste ja überhaupt im Netz übertragen wurden und die Famiien fürchten mußten, vielleicht Strafen zu bekommen, wenn sie ihren Kindern Eier im Park oder Wald verstecken, denn wir haben ja noch immer Lockdown, wieder den Lockdown light, wo man zwar zum Friseur gehen darf, sich aber vorher testen lassen muß, was man überhaupt, glaube ich, ständig soll, um zu beweisen, daß man nicht krank ist oder dieses Virus hat, obwohl das ja, glaube ich, nur bei einem Prozent der Fall ist und dann die Tests noch oft falsch und die sogenannten Wohnzimmertests, die man ab März, glaube ich, gratis in der Apotheke bekommt und die man benützen soll, wenn man die Oma besucht, nicht gültig sind, wenn die vielleicht im Pflegeheim wohnt oder für den schon erwähnten Friseurbesuch, denn Kontrolle ist ja alles und Österreich soll ja, wie ich gerade in Oe-24 höre, Weltmeister in Sachen Tests werden und man da an eine halbe, dreiviertel oder vielleicht sogar schon eine Million pro Woche denkt.

Was das bringen soll, außer Müllberge, ist mir zwar nicht so klar oder doch natürlich, denn das Virus soll ja ausgemerzt, auf Null oder was auch immer gebracht werden, obwohl, ich denke, daß ja auch die Wissenschaftler, die solchen progagieren, wissen müßten, daß das nicht wirklich geht und man ja immer hört, daß man, statt die Wirtschaft zu vernichten und vielleicht sogar auf die sogenannten unerlaubte Demonstranten mit Wasserwerfer zu spritzen, mit dem Virus leben lernen soll, also die Älteren zu schützen, Masken tragen, wenn man will, aber sonst die Lokale und Geschäfte aufsperren und versuchen möglichst normal zu leben, weil man ja nichts davon hat, daß man vielleicht nicht an Corona aber an einem verschleppten Herzinfarkt stirbt oder sich aus Verzweiflung umgebracht hat.

Schaut aber nicht so aus, denn alles, was Spaß macht, ist verboten, hat ja unser Bundeskanhzler glaube ich gesagt, als er im Oktober den zweiten Lockdown angekündigt hat, also keine Sozialkontakte, keine Gastro, keine Bälle, keine Faschingsfeste für die Kinder, etcetera und die Gastro haben wir gestern ja gehört, bleibt wahrscheinlich bis Ostern oder vielleicht auch länger noch zu und es gibt auch keine Schanigärten, so daß man sich wahrscheinlich weiter sein Bier aus dem Spermarkt und sein Essen vom Take a way holen muß und sich damit mindestens fünzig Meter weiter vom Geschäft an die Wand stellen oder auf eine Bank setzen kann und wenn man einen Zweiten dabei hat, muß der Babyelefantenabstand mindestens zwei Meter sein und alle sagen, die Zahlen werden steigen und steigen. Nächste Woche sind sie wegen dem noch viel gefährlicheren südafrikanischen Virus bestimmt schon so hoch, daß man wieder schließen muß und nicht auf siebenhundert, wie sie sollen. Aber die bleiben, glaube ich, schon seit Wochen gleich, nämlich zwischen tausend und tausendfünfhundert und auch den Weihnachtspeak hat es, glaube ich, nicht wirklich gegeben.

Die Gastronomen stöhnen, weil sie schon wieder nicht öffnen dürfen und ich wundere mich, daß die Leute so bereitwillig die FFP2-Maske tragen.

“Die menschen haben sich gut daran gewöhnt!”, hat der Bundeskanzler ebenfalls gesagt und sich umdas Reintesten drängten, damit sie zum Friseur können und auch, wie die Gastronomen meinen, sich auch bereitwillig testen lassen werden, damit sie einen Kaffee trinken dürfen.

Das ist ja auch so ein Wort, das mich stört, daß man plötzlich alles dürfen muß oder nicht darf und die Kinder oder Eltern sogar schon bestraft wurden, wenn sie ihre Kinder rodeln ließen, weil man das, ich glaube, zuministens in Deutschland nicht durfte.

Daß die Bälle ausfielen hat mich nicht so gestört, bin ich ja keine Tänhzerin und habe mich auch nie verkleidet und an Faschingsfesten teilgenommen, daß es die Leute aber hinnehmen nicht zu tanzen oder sich zu einer heimlichen Party in ihre Privaträumen drängen, wundert mich immer noch, wie auch, daß die Leute sich mit Masken in die “Alte Schmiede” oder “Gesellschaft” setzten, als man das noch durfte. jetzt darf man es ja nicht und es wird also heuer wieder eine richtige Fastenhzeit ohne vorigerhigen Fasching, ob man das will oder nicht oder dann doch wieder nicht so ganz, denn in seinem Zimmer kann man ja den Alkohl trinken und der Bierkonsum ist auch, habe ich gehört und kann ich sehen, angestiegen.

“Was soll man sonst in seiner Verzweiflung tun?”, wird sich mancher gedacht haben. Aber heuer dürfen die Kinder wenigstens die Spielplätze benützen und man sich auch mit seinem Kaffee auf eine Parkbank setzen kann, wen man den nötigen Sicherheitsabstand hält und die Bundesgärten benützen, die ja im vorigen Jahr geschlossen waren.

Also heuer kein Faschingsdienstag mit Faschingsfeiern. Krapfen wird man wohl essen dürfen und dann auf in eine strenge Fastenzeit, um die Auferstehung zu Ostern zu feiern oder auch nicht, wenn da inzwischen eine neuere Virusmutation gekommen ist, aber es sich gut gehen lassen, auf den Körper schauen, spazierengehen, den Geist auslüften, um die Abwehrkräfte zu stärken, darf man wahrscheinlich schon und soll das auch tun.