In den Corona-Advent

Der Advent oder der Monat Dezember ist für mich, obwohl ich ja nicht katholisch bin, immer ein besonderes Event. Punschtrinken, Kekse essen, die Weihnachtsdekoratonen aus dem Keller räumen, die Adventkalender aufstellen, Weihnachtsbücher lesen und im Blog auch darüber berichten und heuer in diesem verflixten Corona-Jahr, wo wir uns ja noch im sogenannten “Lockdown zwei Ausgabe hart” befinden und statt den Punschständen und den Weihnachtsmärkten, die Leute massengetestet werden, damit sie, wenn negativ ihrer Oma, wenn sie sie auch vorher öfter sehen, möglichst mit Mundschutz und Handschuhen ein Geschenk überbringen können und wenn positiv, alleine in der Quarantäne sitzen müßen, wird alles anders sein.

Für mich so weit wie möglich nicht, denn da ich mich ja weder maskieren noch registrieren will, befinde ich mich ohnehin im Dauerlockdown und die Weihnachtsdekorationen kann ich auch so aus dem Keller holen.

Die Hilfsorganisationen verschicken Weihnachtskarten und kleine Geschenke und Weihnachtsbücher habe ich ja ohnehin schon seit Jahren gesammelt. Der Wunsch sie den ganzen Demzember lang zu lesen, wird angesichts meiner überlangen Leseliste, die wieder weit in den Jänner reichen wird, auch dieses Jahr ausfallen. Da bin ich selber schuld, ich weiß, einen Bücheradventkalender, der Weihnachtschristbaum für jeden Tag ein Buch, in das ich auch kurz hineinschauen werde, wird es aber geben, die Weihnachtsfeiern fallen aus. Daher auch, wie ich es in den letzten Jahren gerne machte, das Adventkalenderfenster aus der “Nika”, bei den Lesungen, im “Doml” beispielsweise oder wo ich sonst geladen wäre.

Auf den Blog natürlich nicht. Da werde ich auf die schon vorhandenen Fenster hinweisen und wenn es angesichts der Lockdownzeiten mehr Lücken, als früher gibt, auch neue Fenster einstellen und beispielsweise gleich damit beginnen.

Vorher noch ein Hinweis, wenn ich in die Nähe eines Bücherschrankes komme und nicht vergessen sollte, werde ich den gesamten Advent eines meiner Bücher hineinlegen, ob es immer die “Nika” sein wird, weiß ich nicht, da muß ich vielleicht ein bißchen sparen, habe aber in diesem Jahr drei neue Bücher herausgegeben und ja noch an die fünfundvierzig andere, wo es noch Restexemplare gibt.

Also die “Nika” Teil drei meiner sogenannten “Flüchtlingstrilogie” im Jahr 2015, wo es keine Pandemie aber die sogenannten Flüchtlingswelle gab,, geschrieben und da denke ich, ist es vielleicht interessant, sich in diesen Corona-Jahr, wo es vielleicht keine Weihnachtskmärkte und keine Weihnachtsfeiern gibt, in das Jahr 2015 zurückzubeamen und nachzuschauen was es da auf der Mariahilferstraße vor den großen Kaufhäusern gegeben haben könnte.

Also hier die Vorschau und das Probekapitel plus Lesungsbericht aus der “Nika Weihnachtsfrau”, das Probekapitel ist der Beginn und dann geht es gleich zweiten Dezember und richtig, ehe ich es vergesse, einen Krimiadventkalender wird es, damit nicht alles nur Corona ist, auch noch geben.

“Mittwoch 2. Dezember”

Heute war es ihr gelungen, pünktlich zu sein, dachte Nika stolz, als sie eineMinute vor neun, den vollgefüllten Jutesack schnappte ihn über die rotsamtene Schulter warf und die Mütze keck ins Gesicht schob.Sie war superpünktlich und das würde sie auch Widerlng Seidler vermelden, der natürlich mit Herrn Jovanovic vor der Damengarderobe stand, als ob er auf sie gewartet hätte. Rade Jovanovic im grauen Maginazineurmantel. Mister Widerling trug einen scharzen Anzug, sein Büro Outfit hchstwahrscheinlich. Dazu hatte er eine knallgelbe Krawatte um den Hals gebunden und grinste sie so unverschämt an, als wolle er ihr diese um den Hals ziehen.

“Guten Morgen, meine Herren! Ausgeschlafen?”, rief sie trotzdem fröhlich. Schaute noch einmal auf die Uhr und nickte ihnen zu.

“Punkt neun! ich muß auf die Straße, um nicht zu spät und keinen schwarzen Punkt auf Ihre gelbe Krawatte gemalt zu bekommen!”, ätzte sie und lief ins Erdgeschoß, an der Handschuh- und Lederwarenabteilung, wo vielleicht Jessicas Mutter ihre Waren ordnete, vorüber auf die Straße, die sich langsam zu füllen begann.

Mister Widerling konnte ihr nichts Schlechtes nachsagen, obwohl sie natürlich geblufft hatte. Sie war nicht so munter, wie sie vorgab und auch lange nicht so gut aufgelegt. Denn das Gespräch mit ihrer Schwester, die sie gestern mit Vera Mosebach in deren Lieblingspizzeria getroffen hatte, war sehr ernst gewesen. Schließlich hatte ein Toter in Veras Klientenklo gelegen und ihre Putzfrau Jovanka Siblinski, die drei Mal in der Woche die Praxis um sieben Uhr früh betrat, um Staub zu wischen und zu saugen, hatte ihn gefunden.

“Peter Kronauaer heißt er, Schwesterchen!”, hatte Ruth, die schützend ihre Hand auf ihre Freundin gelegt hatte, während sie mit ihren Chiantigläsern angestoßen hatten, erklärt.

“Peter Kronauer, siebenundfünfzig Jahre alt und ein Mißbrauchstäter! Das kann für die liebe Vera, die so politisch offen ist, daß sie alle Klienten gleich und ohne Ansicht der Diangose behandelt, verdammt unangenehm werden! Denn Mißbrauchstäter sind in der Öffentlichkeit höchst unbeliebt! Die meisten Therapeuten weigern sich auch sie zu behandeln! Die liebe Vera ist da toleranter, wollte ihm eine Chance geben und hat nun wahrscheinlich den Scherben auf dem Kopf, statt den Spatz in der Hand!”

“Wie bitte?”, hatte Nika eingeworfen und Vera Mosebach fragend angesehen.

“Er hat seine inzwischen fünfzehnjährige Stieftochter Andrea mehrmals vergewaltigt. Von ihrem achten bis dreizehnten Lebensjahr scheint er das getan zu haben! Die liebe Mami hat zugeschaut, beziehungsweise scheint sie sich gegen ihren Traummann nicht aufzumucken getraut zu haben. Mit Dreizehn ist es der Tochter zu bunt geworden. Sie hat sich zuerst einer Freundin, dann der Religionslehrerin anvertraut, die Anzeige erstattete. Peter Kronauer, ein bisher unbescholtender Bankbeamter, wurde zu einigen Jahren bedingt mit der Auflage sich regelmäßiger Psychotherapie zu unterziehen und so habe ich ihn genommen! Auch Täter brauchen eine Chance und außerdem ist es im Sinn der Opfer, wenn er seine Triebe kontrollieren lernt! Das ist meine Ansicht, Ruth, du weißt es, auch wenn du das vielleicht ein bißchen anders siehst! Ich stehe dazu und die Therapie war auch sehr erfolgreich! Am Montag um fünf hatte er seine Stunde. Es war Meine und auch seine Letzte. Er hat sich verabschiedet. Ich bin noch Dokumentationspflicht nachgekommen und dann gegangen, ohne auf dem Klo nachzuschauen, ob dort ein Toter liegt. Das mache ich nie und so hat die gute Frau Sibelinski gestern einen gehörigen Schock bekommen, als sie sich mit Kübel und Schrubber, der Toilette näherte und dort den toten Peter Kronauer am Boden fand. Sie hat zuerst zu schreien begonnen, dann die Polizei und später mich verständigt. Der Amtsarzt, der ihn untersuchte, hat einige Prellungen und Plessuren an ihm festgestellt, von denen er behauptet, daß sie nicht auf natürlichen Weg zustande gekommen sind!

“Was heißt das?”, hatte Nika wissen wollen und die Psychotherapeutin fragend angeschaut.

“Daß die Polizei von einem Mord ausgeht und Vera unter die Tatverdächtigen eingereiht!”, stellte Ruth lakonisch fest und strich der Freundin über die Stirn.

“Ganz so schlimm ist es nicht, obwohl ich kein Alibi habe oder doch eines, weil mich ein Patient des Zahnarztes, der meiner Praxis gegenüber ordiniert, beim Verlassen der meinen gesehen und gegrüßt hat! Ich bin fünf vor sechs gegangen. Das weiß ich genau, denn ich habe auf die Uhr geschaut. Der Amtsarzt meint, daß der Tod zwischen sechs und halb sieben eingetreten sein dürfte. Also habe ich eine Gnadenfrist von fünf Minuten, wenn mir die Polizei nicht nachweist, daß meine Uhr falsch geht! Sie scheint mir auch zu glauben, hat mich aber genau nach Peter Kronauer befragt und obwohl ich mich auf meine Schweigepflich ausgeredet habe, auf die schon bekannte Aktenlage hinwies und erwähnte, daß ich mit dem Therapieverlauf sehr zufrieden bin und es in der letzten Stunde in keiner Weise zu einem Streit gekommen ist. Er hat sich im Gegegenteil gut gelaunt von mir verabschiedet und ich hatte keine Ahnung, daß er, statt zu gehen, auf dem Klo verschwunden ist, sind die Zeitungsfritzen offenbar anderer Meinung und haben “Mord in pschotherapeutischer Praxis!”, in ihren Morgenausgabe auf das Cover gesetzt!”, hatte Vera eingeworfen und ein Exemplar der Kronenzeitung auf den Tisch geknallt.

“Vergewaltiger tot auf Therapeutenklo gefunden!”, stand da zu lesen und Vera erklärte Nika, daß der Reporter sich heftig über Peter Kronauers Tat ausgelassen und auch nicht damit gespart hatte, zu outen, daß Frau Dr. M. eine praktizierende Lesbe sei und offenbar eine von den Gutmenschen, die sich nicht zu schade fänden, auch Täter zu therapieren, obwohl dessen Familie und vor allem die inzwischen fünfzehnjährige Andrea sehr dagegen waren! Mutter und Tochter wurden ebenfalls in der Zeitung interviewt und erklärten beide, daß sie kein Mitleid mit dem Verwaltiger hätten und nicht verstehen könnten, daß sich jemand freiwillig mit der Psyche eines so verqueren Menschen, die, wie man immer hörte, ohnehin nicht therapierbar sei, beschäftigen würde!

“Eingesperrt gehören solche Täter und nicht auf freien Fuß mit einer wöchentlichen Alibistunde Psychotherapie gesetzt, die noch dazu auf Steuerkosten finanziert wird!”, lautete die Meinung des Reporters, der kein gutes Haar an Verla lassen wollte und auch bei Ruth angerufen hatte, um sie zu interviewen.

“Ich habe ihn selbstverständlich abgewimmelt!”, hatte die Schwester erklärt und einen Schluck aus ihrem Chiantiglas genommen.

“Und Auskunft über mein Privatleben verweigert! Trotzdem lese ich in der Zeitung, daß Vera mit einer Menchenrechtsaktivistin, die auch so eine Gutmenschin ist, daß sie warme Kleider zu den Wirtschaftsflüchtlingen, die jetzt in Scharen aus S

“Und Auskunft über mein Privatleben verweigert! Trotzdem lese ich in der Zeitung, daß Vera mit einer Menchenrechtsaktivistin, die auch so eine Gutmenschin ist, daß sie warme Kleider zu den Wirtschaftsflüchtlingen, die jetzt in Scharen aus Syrien oder dem Irak zu uns kommen, auf den Westbahnhof bringt und sie kostenlos berät, liiert ist, die im fünften Monat schwanger ist. “Aber vielleicht!”, hat derZeitungsheini gehöhnt “handelt es sich hier um ein sogenannes Retortenbaby, damit die beiden Lesben Mutterglück spielen können!”,

“Handelt es sich nicht, denn Zoe-Philipas Vater heißt Joe Prohaska!”, hatte Ruth noch hinzugefügt und sich bei dem Kellner, einem feurigen Italiener, der sehr auffällig versucht hatte, seinen weiblichen Gästen, die ohne Männerbegleitung zu Abend aßen, in den Ausschnitt zu schielen, für die Pizza bedankt.

“Joe Prohaska, den ich die Ehre hatte, bei einem Konzert, das ich, ich gebe es zu, auf Vatersuche, frequentierte, kennenzulernen und ihm bereitwillig in seine Wohnung folgte. Damit habe ich gedacht, wäre es erledigt! Denn ich gebe seinen Namen nicht an und klage auch keine Alimente bei ihm ein! Aber so einfach ist es nicht! Denn der Typ scheint sich in mich verliebt zu haben! Hat irgendwiemeine Telefonnummer herausbekommen und ruft nun täglich an! Seit er erfahren hat, daß ich schwanger bin, will er sich partout als Vater zur Verfügung stellen und drängt mich ihn zu treffen! Also ist es ohnehin schon schwierig, ihn loszuwerden und jetzt kommt noch der Tod von Veras Klient und dieser Zeitungsartikel daher!”, hatte sie verärgert gesagt. Dann hatte sie noch einen Schluck Wein getrunken, ein Stück von ihrer “Quattro Statione” gegessen, tief durchgeatmet und “Die Pizza schmeckt wenigstens gut!”, gesagt.

“Vielleicht sollten wir uns entspannen, die Polizei den Täter suchen lassen, denn, daß Vera in Streit mit Kronauer geraten ist und ihm einen Leuchter auf die Stirn gestoßen hat, wird die Polizei nicht wirklich glauben! Dafür ist sie viel zu gutmütig! Ein paar Artikel über zwei lesbischen Frauen werden wir wahrscheinlich noch aushalten müssen! Dann findet die Polizei den Täter! Vielleicht war es trotz der blauen Flecken auf seiner Stirn und Schulter doch ein Schlaganfall oder der gute Peter Kronauer ist nur unglücklich auf einen Leuchter gefallen, der zufälligerweise auf der Toilette stand, obwohl Vera behauptet, keine Ahnung von einem solchen zu haben!”, hatte Ruth gesagt, dann ihre Schwster angesehen und gefragt, wie ihr erster Arbeitstag als Weihnachtsfrau verlaufen sei?”

“Gut!”, hatte Nika gantwortet und Widerlich Seidler verdrängt.

Jetzt hatte sie auch vor trotz des Schmnähartikels der Kronenzeitung, denen ähnliche in der Gratiszeitung “Heute-Österreich”, die sie vorhin in der U-Bahn gelesen hatte, gefolgt waren, sich die Laune nicht verderben zu lassen. Denn wenn auch Ruth und Vera ihr mangelnde politische Korrektheit vorwarfen, tat ihr der der toteMißbrauchstäter nicht besonders leid! Sie hatte zwar nichts dagegen, daß Vera versucht hatte, ihm die Beherrung seiner Triebe beizubringen. Ihr Mitleid mit ihm hielt sich aber in Grenzen und, daß Ruth und Vera als Täterinnen in Frage kamen, glaubte sie keine Sekunde. Das entsprach höchstens der Phantasie der Zeitungsreporter, die sich nicht entblödeten, solches anzudeuten, aber nicht ihrer Meinung, deshalb hatte sie die Zeitungen in den Spind eingesperrt und würde sie dort liegenlassen.

“Hallo Frau Weihnachts mann! Hast du für mich etwas Süßes?”, hörte sie eine helle Kinderstimme an ihr Ohr dringen, schaute in ihren Sack, holte ein Schokoladenstück heraus und hielt es es einem kleinen Buben hin.

“Natürlich, selbstverständlich und für die Mama habe ich ein Prospekt, damit sie weiß was man alles kaufen kann! Was wünschtst du dir zu Weihnachten?”, fragte sie dann noch, weil sie dachte, daß das Klaus Seidler so wünschte und sie das auch einmal in einem amerikanischen Weihnachtsfilm den Santa Claus so tun hatte sehen.

“Ein Rennauto und einen Playmobilkasten! Aber das bringt der Weihnachtsmann und kauft nicht die Mama! Weißt du das nicht Frau Weihnachtsmann? Oder bringst du es mir? Dann mußt du mit in die Spielzeugabteilung, damit ich dir zeigen kannn, was ich möchte und du es für mich reservierst!”, antwortete der vorwitzige Kleine mit einem pfiffigen Grinsen, so daß sich Nika nicht sicher war, ob er sie auf den Arm nahm oder wirklich an das Christkind glaubte, wickelte das “Naps” aus seiner Umhüllung, steckte die Schokolade in den Mund und erkundigte sich grinsend, ob er noch ein Stück haben dürfe?

“Natürlich !” antwortete Nika und lächelte der Mutter beruhigend zu, die ihn an der Hand nahm und wegzuziehen versuchte.

“In die Spielwarenabteilung mußt du schon mit deiner Mama gehen und ihr deine Wünsche verraten, die sie dann dem Weihnachtsmann oder der Weihnachtsfrau übermitteln kann! Denn ich bin hier beschäftigt und kann nicht weg! Wollen doch die anderen Kinder auch ein “Naps ” oder ein “Stollwerck” aus meinem Sack!”, zwinkerte sie ihm zu und versuchte ein verschwörerisches Gesicht zu machen.

“Okay!”, antwortete er mit demselben Grinsen und wandte sich zu seiner Mutter, die die ganze Zeit “Komm Philip, wir müssen weiter und dürfen die Weihnachtsfrau nicht länger stören! Du siehst doch, sie hat zu tun!”, mahnte.

“Dann gehen wir in die Spielzeugabteilung! Die Mama kommt nachher zu dir und verrät dir meine Wünsche, damit du mir die Sachen am vierundzwanzigsten unter dem Christbaum legen kannst, versprochen!”, plapperte er weiter.

“Oder der Weihnachtsmann!”, antwortete Nika leicht verlegen. Wollte sie den Kleinen doch nicht enttäuschen und auch nicht anlügen. Ihm keine sentimentale Märchenwelt vortäuschen, von der sie gar nicht sicher war, ob erdaran glaubte. Der Job einer Weihnachtsfrau war war offenbar doch nicht so einfach auszuüben, wie sie gedacht hatte. Der kleine Philip war aber schon aus ihrem Gesichtsfeld entschwunden, dafür fiel ihr Blick auf einen Bekannten, der mit seinem Parka und der Decke, die er wieder um seine Schultern gewickelt hatte, beim Kaufhauseingang kauerte und sie neuerlich unverhohlen anstarrte.

“Wollen Sie heute ein Zuckerl oder ein Stück Schokolade?”

Nicht gerade einfallsreich, was sie anzubieten hatte, weder originell und auch nicht besonders hilfreich, einem vermutlich obdachlosen Flüchtling mit einem Stück Schokolade oder einem “Stollwerck” abzuspeisen. Ein Fünfeuroschein war das aber wahrscheinlich auch nicht wirklich und um sich länger mit ihm zu unterhalten, fehlte ihr die Zeit. Herr Widerlich war es wahrscheinlich auch nicht recht, wenn sie mit ihm sprach, statt ihre Süßigkeiten und Fl

Nicht gerade einfallsreich, was sie anzubieten hatte, weder originell und auch nicht besonders hilfreich, einem vermutlich obdachlosen Flüchtling mit einem Stück Schokolade oder einem “Stollwerck” abzuspeisen. Ein Fünfeuroschein war das aber wahrscheinlich auch nicht wirklich und um sich länger mit ihm zu unterhalten, fehlte ihr die Zeit. Herr Widerlich war es wahrscheinlich auch nicht recht, wenn sie mit ihm sprach, statt ihre Süßigkeiten und Flyer an poetentelle Kaufhauskunden zu verteilen.

“Wollen Sie ein Zuckerl oder ein Stück Scholokade?”, wiederholte sie trotzdem und hielt ihm beides hin. Was kein Erfolg war, denn er griff nicht nach den süßen Sachen, sondern starrte weiterhin ausdruckslos vor sich hin.

“Höchstwahrscheinlich traumatisiert!”, würde ihre Schwester, die sich derzeit intensiv mit der Flüchtlingshilfe beschäftigte oder ihre Freundin Sandra Winter sagen, die drei Jahre jünger war und wenn sie sich nicht irrte, seit kurzem eine junge Syriererin bei sich wohnen hatte, die aus Damaskus geflohen war, weil die IS ihren Bruder erschossen hatte.

“Hallo Weihnachtsfrau, vergeude deine Süßigkeiten nicht an obdachlose Sandler, sondern gib uns, den echten Wienern, etwas davon!”, murrte nun ein älterer Mann in einem Lodenmantel, den sie als FPÖ-Wähler einordnen würde.

“Dafür stellt dich die Geschäftsleitung bestimmt nicht ein!”, ätzte er, was sie vorhin selbst gedacht hatte. So griff sie in den Sack und zog einen Flyer heraus.

“Der ist für Sie! Die Süßigkeiten für das Publikum unter zwölf, wie mir die Geschäftsleitung einbleute und vielen Dank, daß Sie meinen Ausrutscher nicht verraten werden!”, grinste sie ihn ein wenig hinterhältig an, der das Flugblatt nahm und verschwand, so daß sie, um sich von dem jungen Flüchtling oder Obdachlosen abzulenken, auf die andere Seite sah und prompt zusammenzuckte. Was war das? Das gab es doch nicht! Ihre Träume wurden lebendig, kam doch ihr Wuschelkopf von vorgestern Nacht höchstpersönlich auf sie zu und sprach sie an.

“Frau Horvath?”, wollte er von ihr wissen, was ihm als Mann ihrer Träume selbstverständlich bekannt sein sollte. Aber er wollte offenbar genau sein, hielt er ihr doch einen Presseausweis unter die Nase und stellte sich, als Harald Schwabeneder vom “Standard” vor.

“Ich recherchiere im Mordfall Kronauer! Das ist der Tote, der auf der Toilette der Freundin ihrer Schwester gefunden wurde und die Kollegen von der Kronenzeitung und “Heute-Österreich” versuchen ihr, beziehungsweeise ihrer Schwester, den schwarzen Peter aufzudrücken und weil man objektiv sein soll, habe ich mir gedacht, ich komme zu Ihnen und Sie erzählen mir etwas über Ihre Schwester, so daß ich qualitätsvoll berichten kann! Wann haben Sie denn Mittagspause? Wäre es sehr unverschämt, wenn ich Sie bitten würde, mir für ein halbes Stündchen in eines der Schnellrestaurants zu folgen? Ich lade Sie auch gern auf ein Cola oder einen Caffe Lagtte ein!”

So das wars. Die folgenden Fenster gibt es schon:

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Das ganze Buch kann man bei mir bestellen oder wenn man Glück hat vielleicht im “Wortschatz” finden finden.

Debuts, Debuts und neue Shortlist

Debuts gibt es ja wahrscheinlich seit es die vielen Schreibschulen gibt, sehr viele. So stehen beispielsweise einundsechzig Titel auf der heurigen Bloggerdebutlonglist und auch die entsprechenden Debutpreise sind in den letzten Jahren, wie die berühmten Schwammerln aus dem Boden geschoßen. Der “Aspekte-Literaturpreis”, den heuer Deniz Ohde gewonnen hat, ist wohl der berühmteste, “Franz Tumler”, der der österreichischen Buchpreisliste und und, die manche Autoren bekannt gemacht haben und dann gibt es seit 2016, das Boggerdebut, von Bozena Anna Badura, Sarah Jäger, und Janine Hasse gegründet, die die jährlichee Debutflut sammeln, dann fünf Shortlistbücher aussuchen, die dann von den teilnehmenden Bloggern bewertet werden und da ist interessant, daß man zwar um daran teilzunehmen ein paar Kriterien erfüllen muß, wie in Leipzig akkreditiert zu werden.

Also ein Jahr Blog, regelmäßige fachspezifischeArtikel, aber dann konnte ich mich melden und juriere seit 2016 mit, was mich zwar, weil ich ja auch sonst viel Buchpreisblogge im Herbst in einen ziemlichen Lesestreß versetzt, mir aber und das finde ich besonders spannend, einen guten Einblick in das literarische Leben gibt und da ich ja viel anfrage oder angefragt werde, habe ich in den letzten Jahren auch sehr viele Debuts gelesen. Vor allem auch, weil sie ja besonders im letzten jahr auch sehr viel auf der deutschen Longlist standen, auf der österreichischen sowieso und so sieht man mit einem Blick auf meine Debutpreislonglist meiner gelesenen oder vorhandenen Bücher 2016 waren es sechzehn, 2017 neunzehn, 2018 schon dreiundzwanzig, 2019 einundzwanzig und heuer, obwohl ich ja sehr viel lese, erst zwölf, was vielleicht daran liegt, daß im Vorjahr, glaube ich, sechs oder sieben Bücher, die auf der deutschen Longlist standen.

Was sind diese zwölf werden meine Leser, die nicht auf meine Liste schauen wollen, vielleicht fragen, also

1. Dominik Barta “Vom Land” noch nicht gelesen, weil im Frühjahr im Schrank gefunden

2.Lucia Leidenfrost “Wir verlassenen Kinder”

3.Laura Lichtblau “Schwarzpulver”

4.Ilona Hartmann “Land in Sicht”

5.Deniz Ohde”Streulicht”, steht auf der Longlist des dBps

6.Olivia Wenzel “Tausend Serpentinen Angst”, steht auch darauf

7.Ulrike Almut Sanding “Monster wie wir”

8.Leander Fischer”Die Forelle” hat den Öst gewonnen und lese ich gerade

9.Stephan Roiss “Triceratops” stand auch am DBp

10.Mercedes Spannagel “Das Palais muß brennen” stand auf der öst Debutliste

11.Gunther Neumann “Über allem und nichts”, stand auch

12. Marina Frenck “Ewig herund gar nicht wahr”

Wenn man auf Bloggerdebutlonglist geht, stehen einige Titel darauf, auf die ich durch Blogs, das “Frankfurtspezial” etcetera neugierig wurde und die ich gerne lesen würde, wenn sie mal zu mir kämen, wie beispielsweise

jasimin Schreibers “Marianengraben”

Elsa Koesters “Couscous mit Zimt”

Katharina Köller “Was ich im Wasser sah”

Verena Keßler”Die Gespenster von Demmin”

Kaska Bryla “Roter Affe”

So war ich auf die Auswahl der drei Debutfrauen sehr gespannt und hätte als meine Shortlist

Stephan Roiss und Leander Fischer

vorgeschlagen und voila, voila, sie ist da, die Auswahl des Debutblogs zwei Bücher habe ich davon schon gelesen und ich muß sagen, sie waren nicht meine Wahl. Jetzt bin ich natürlich auf die drei anderen sehr gespannt und wieder lesen, lesen, bevor dann das Resultat, ich glaube, im Jänner feststehen wird.

1. Deniz Ohde “Streulicht”

2.Amanda Laska-Berlin “Eljias Lied”

3.Cihan Acar “Hawai”, habe schon davon gehört

4.David Misch “Schatten über den Brettern”

5.Lucia Leidenfrost “Wir verlassenen Kinder”

Interessant ist auch, daß in diesen Corona-Zeiten, die Shortlist via “Zoom-Konferenz bekanntgegeben wurde, so daß ich mitschauen, wenn auch nicht mithören konnte, da der Ton auf meinem veralteten Browser nicht ging, ich Sarah Jäher und Bozena Anna Badura, die ich ja schon vor zwei Jahren in Essen, bei der damaligen Verleihung an Klaus Zährer und Christian Bangerl kennengelernt habe, aber mit den meisten anderen Jurykollegen auf den Bildschirm sehen konnte, die viel lachten und sich sichtlich freuten.

Clemens J. Setzs Sprachstudien

Der 1982 in Granz geborene Clemens J. Setz ist sicherlich ein sehr ungewöhnlicher Autor. 2007 debütierte er bei “Residenz” mit seinen “Söhne und Planeten”.

Da habe ich ihn durch das Radio, glaube ich, kennengelernt und als ich das Buch gelesen habe, ich habe es mir, glaube ich, auf dem Stattersdorfer-Flohmarkt gekauft, war ich erstaunt übe rseine Vielschichtigkeit. Die “Frequenzen” folgten, die ich nicht gelesen habe.

2011 erhielt er für mich überraschend für seinen Erzählband “Die Liebe zur zeit des Mahlstädterkindes” den “Preis der Leipzigermesse”, das Buch habe ich dann im Schrank gefunden und war überrascht, über die Ungewöhnlichkeit mancher Geschichten, ein etwas skurriler Autor mit einer überschießenden Phantasie könnte man vielleicht unken.

Bei der Präsentation in Leipzig hat Clemens J. Setz dann auch noch das Obertonsingen vorgeführt

2015 wurde der dann mit der “Stunde zwischen Frau und Gitarre” wieder für den deutschen Buchpreis nominiert, ein Monsterbuch mit, glaube ich, fünfzehnhundert Seiten, das in einer betreueten Wohngemeinschaft handelt, das mir sehr gefallen hat.

Mit dem für den öst Buchpreis nominierten Erzählband “Der Trost runder Dinge” hatte ich dann wieder meine Schwierigkeiten, weil nicht alles verstanden und ich auch nicht alles nachvollziehen konnte. Ich habe es ja mit der Realistik und der Struktur, an die ich mich anhalten und orienteiren will.

Auf der letzten “Buch-Wien” ist er dann, glaube ich, bei der “Langen Nacht” überraschend eingesprungen und hat sich mit Bart und Hut als Übersetzer präsentiert. Da konnte ich ihm auch nicht in allen folgen und einige seiner vielen Bücher sind auch an mir vorbei gegangen. Dabeiauch fast das neueste “Die Bienen und das Unsichtbare”

Die “Alte Schmiede” und der Lockdown beziehungsweise Corona machte es möglich, daß ich einen Eindruck von dem Buch bekam, wurde es doch dort vorgesgtellt und von Johanna Öttl mit dem Autor präsentiert.

Ich war natürlich nur per livestream anwesend und wäre in normalen Zeiten im Museumsquartier gewesen und hätte meine Laudatio auf den neuen “Ohrenschmaus-Preisträger” gehalten. Corona bedingt wurde der Preis aber verschoben und so konnte ich mich mit Clemens J. Setz neuem Buch beschäftigten und das, die lange Einleitung erklärt es vielleicht, war für mich eine Überraschung.

Denn es ist eine Beschäftigung mit den Plan- und Kunstsprachen, also Esperanto, von dem ich schon was gehört habe oder Volapük, von dem ich überhaupt nichts wußte und Clemens J. Setz, der interessanterweise auch mit Maske in der “Alten Schmiede” auftrat und die auch während des Gesprächs und seiner Lesung nicht ablegte, erzählte viel von den Kunstsprachen und gab auch Beispiele aus seinem neuen Buch. Las Gedichte auf Deutsch oder in Übersetzungen oder umgekehrt und ich habe wieder einmal nicht viel verstanden, obwohl ich mir die “Amazon-Leseprobe” herbeiholte, um ein bißchen mitzubekommen, um was es da geht.

Die wahrscheinlichste Antwort ist, Clemens J. Setz hat sich mit den Kunst-oder Plansprachen beschäftigt und ein Buch darüber herausgegeben, wo er auch als Übersetzer fungiert.

Er hat auch, steht im Programm selbst dieses “Volapük” gelernt und er erzählte auch viel von einem Charles Bliss, der die Bliss-Symbole entwickelte, die offenbar in der Behindertenpädagogik eingesetzt und verwendet werden. Es gibt ein Interview mit einem zerebralgeschädigten Dichter, der die Bliss-Symbolik erlernte. Es gibt ein Beispiel von Kafka und ist ein sicher interessantes Buch, in das man sich vertiefen kann. Esperanto und Volapük lernt man wahrscheinlich nicht dabei, aber möglicherweise einiges über Clemens J. Setz Denken.

Ein Buch, das mich, wie ich jetzt wahrscheinlich vorurteilsbehaftet denke, nicht so sehr interessiert, daß ich es lesen möchte.

Aber interessant war es doch eine neue Seite von Clemens J. Setz kennenzulernen und was der Titel des Buches mit dem Inhalt zu tun hat, habe ich nicht ganz verstanden, aber vielleicht ist es ein Zitat worauf sich Clemens J. Setz bezieht.

Wenn rot kommt

Ehe ich zum Schweizer Buchpreis komme und den deutschen fertig lese, bei der öst Debutscheiene gibt es auch noch ein Buch zu lesen, bleibe ichbei der österreichischen Gegenwartsliteratur und der “kremayr& scheriau” Literaturschiene und bin und bleibe berwirrt, denn nach Leander Fischers handlungsloses Sprachspiel geht es gleich mit Petra Piuks dritten Buch weiter und richtig, Roman steht diesmal nicht darauf, obwohl man es vielleicht auch so interpretieren könnte. Denn es gibt ja eine Handlungsschiene, eine Lsa sitzt in einem Hotel in Las Vegas, wartet auf ihren Tom der verschundetn ist und geht dabei durch sämtliche Drogenräusche, könnte man so sagen.

Es ist vielleicht aber auch ein Fotobuch.Wurde es ja mit der Fotografin Barbara Filips verfaßt, die die Fotos beziehungsweise Illustrtionen beigesteuert hat, die ungefähr den halben Raum einnehmen.

Die1975 geborene Petra Piuks, die durch Gustav Ernsts Sprachschule gegangen ist, habe ich, glaube ich, das este Mal bei dieser “k&s”- Verlagsparty vor fünf Jahren im “Siebenstern” kennengelernt, dann ist ihr Debut “Lucy” fliegt erschienen und da würde ich sagen, das ist das realistische und auch sehr psychologische, was mir ja naturgemäß sehr gefällt von ihr gibt. Dann kam “Toni und Moni” der Antiheimatroman, da könnte die realistische Leserin schon einmal “Na ja!”, sagen und jetzt fast Sprach- oder Drogenrauschbuch schön in rot gehalten.

Am Beginn gibt es eine Spielanleitung und richtig, die Kapitel sind auch nicht in der üblichen Reihenfolge geschrieben oder gedruckt oder umgekehrt, wie bei Anna Weidenholzers Fischen, sie sind durcheinander und in der Spielanleitung steht auch, man kann das Buch von der ersten bis zur letzten Seite lesen oder in der Kapitelreihenfolge und am Schluß steht,gibts noch einmal eine Spielscheibe auf der “pla again ” steht, also nochmals lesen und dann herausfinden, wo ist jetzt der Unterschied?

Da ja noch dreißig Jahresbücher auf mich warten, habe ich das nicht getan und merke für etwaige Kritiker nur an, ich war schon so verwirrt und habe nichts verstanden und richtig in der Gebrauchsanweisung steht noch, man soll das Buch nicht unter Einfluß von pschodelischen Dogen lesen.

Nein, sage ich, das hat vielleicht schon die Autorin so getan oder den Eindruck gemacht sie hätte, da ja laut Daniel Kehlmann oder anderen, alle Autoren lügen. Man soll den Text schnell lesen, steht da auch noch. Das habe ich getan, obwohl ich mir mehrmals vorgenommen habe.

“Lies doch langsamer und bedächtiger, wirft man dir doch ohnehin schon vor, du hastest von Buch zu Buch, um deine Buchpreislisten zu schaffen!”

Ja und wenn schon die Handlung fehl,t dann wird auch hier,wenn auch auf andere Art, als bei Leander Fischer mit der Sprache gespielt, gibt es da ja sehr viele Passagen, die in Großschrift geschrieben sind. Manches ist auch rot gedruckt und vieles auf Englisch, die Werbesprüche der Las Vegasischen Spielcasinos und weil es da auch, um ein Angebot eines Schrimpscocktail um only neunundneunzig Cent geht. Merke ich an, daß ich einmal im Jahr 1989 mit dem Alfred und der damals fünfjährigen Anna auch einmal einen Tag oder Abend in Las Vegas war, dort die Coupons, die man dort bekam in einigen der Spielcasinos einlöste. Gespielt habe ich nicht, da bin ich nicht der Typ dafür und auch keine Drogen genommen. Mir aber ein Häferl dafür eingelöst, das immer noch irgendwo stehen muß und einen Gutschein für einen Schrimpscocktail diesmal ganz umsonst, gab es auch.

Das scheint eine Las Vegasische Spezialität zu sein, die sich über dreißig Jahre gehalten hat und um einen Clown, ehe ich es vergesse, geht es in dem Buch auf und dieser ist auch groß und grinsend auf dem roten Cover zu sehen.

Die Forelle

Nun kommt das Siegerbuch der Debutschiene des “Österreichischen Buchpreises”. Leander Fischers “Die Forelle”, etwas, was ich mir nach der AK- Debutonline-Lesung fast erwartet habe und beim Lesen des achthundert Print-, sechzehnhundert E-Book Seiten dicken Buchs “Ein Kilo schwer!”, hat Johannes Tröndl bei der Präsentation in der “Alten Schmiede” gesagt, das Video kann man im Netz sehen, habe ich mir schwer getan. Achthundert Seiten geballte Sprachgewalt, Sprachräusche überdie österreichische Provinz, ich habe da an Thomas Bernhard gedacht,in den Besprechungen und auch in der “AS-Diskussion” wurden Faulkner und Joyce erwähnt. Von William Faulkner habe ich ein Buch gelesen, das Wort Joyce kommt in dem Buchpreisbuch einmal vor und besonders schwer macht das lesen, eine strigente Handlung gibt es ja nicht,sondern Sprachspiele, wie Leander Fischer auch in der Diskussion erklärte, daß er sich am Sound von Satz zu Satz voran geschrieben hat, daß die Kapiteln, glaube ich, in sich abgeschlossene Momentaufnahme sind, so daß sich die. die eine strigente Handlung braucht und das Ganze erfassen will, oft nichts verstand.

Wieder ein Buch zu dem man sich sowohl Zeit lassen, als auch in den Sprachsound hineinziehen lassen muß, um das totale Lese- und wohl noch mehr hörerlebnis zu haben. Leander Fischer hat sich, glaube ich, auch Zeit zum Schreiben gelassen. Zweitausendvierzehn ist, wie ich hörte, schon ein Text über eine Forelle erschienen. 2019 hat er beim “Bachmannpreis” eingeladen von Hubert Winkels, das erste Kapitel daraus gelesen.

Da geht es um das Fliegenbinden, denn bevor man zum Fliegenfischer wird, worum es in dem Buch geht, muß man erst das Binden lernen und das tut der abgefackelte Musikschullehrer Siegi aus der österreichischen Provinz, Leander Fischer wurde 1992 in Vöcklabruck geboren und ist, glaube ich, am Traunsee aufgewachsen, bei einem Ernstl.

Das Buch spielt in den Neunzehnhundertachtzigerjahren, die Besetzung der Hainburger Au kommt vor und Arik Brauer, der ziemlich zu Beginn im Radio ein Lied dazu singt. Der Siegi hat eine Frau, die Anästhesistin ist und zwei Kinder Lukas und Johannes, wird, wie kann es anders sein, von seinen Musikschulkollegen und dem Direktor gemobbt, gibt das an seine Schüler weiter und fährt sie an, wenn sie ihm etwas fragen. Er hat aber ohnehin nur eine einzige Geigenschülerin. Ein Fleischer kommt vor, ein Gasthaus und die Rivialitätskämpfer zwischen den Fliegenfischern und ihren Besuchern aus Wien. In einigen Kapiteln geht es in den zweiten Weltkrieg zurück.

In dem Kapitel, das Leander Fischer in der “AK-Bibliothek” gelesen hat, geht es um einen Grafen Kaun, ziemlich in der Mitte des Buchs, was mich verwirrte, denn was hat das mit dem Fliegenfischen zu tun? Und vor allem, eh klar, warum das Buch so hoch gelobt wurde und den Preis gewann, geht es um die Sprache, die hat es unzweifelhaft auf sich. Leander Fischer ist ein Sprachkünstler.

Mir ist das Lesen, ich gebe es zu, irgendwann zu langweilig geworden. Vielleicht weil ich mich nicht tief und lang genug einlassen wollte und habe manches nur überflogen, beziehungsweise mir das Gespräch beim “Schmiede-Video” angehört, um mich zu orientieren und mir natürlich wieder die Frage gestellt, ob mir beim Lesen die Sprache oder die Handlung wichtiger ist und da hat sich meine bisherige Einstellung auch nicht verändert.

Leben im Corona-Raum

“Ist das jetzt ein dystopischer Roman?”, dachte Mathilde und sah auf das vor ihr liegende Manuskript.

“Möchte ich doch so gerne einen dystopischen Roman über unsere Situation schreiben, die ich immer noch und wahrhaftig für eine solche halte.

Das Leben nach oder in der Klimakrise, wo die Flüchtlingssituaton von 2015 und dem Krieg in Syrien nicht nur die Menschenmassen in Boote über die Meere zu uns brachte, sondern sich auch die Rechten, wie die Schwammerln vermehrten oder die Wohlstandsverlierer, die sich um ihre Pension, Wohlstand und den sozialen Frieden gebracht sahen, den sie selbst durch fortwährende Veröffentlichung angeblicher oder tatsächlicher Vergewaltigungen und kriminellen Taten von Aslwerbern erst rechtdurcheinander brachten und dann kam noch die Klimakrise, die “Fridays for future-Bewegung” mit der kleinen Greta aus dem schönen Schweden, die erst recht die Gemüter erhitzte und die Schüler in Massen am Freitag auf die Straßen brachten, was vielen, wie dem inzwischen nicht mehr gewählten Präsidenten, der nicht verlieren kann, auf die Palme brachte und dann dann kam das kleine Virus aus dem chinesischen Wuhan und löste so viele Unruhen aus.

Hat die Welt auf einen Schlag verändert, in acht, neun, zehn Monaten hat es das getan, wo nun soviel anders wurde. Was die Leute vor einem Jahr, wenn ich geschrieben hätte, im nächsten Jahr dürfen wir nur noch mit Maske aus unserer Wohnung gehen, müssen den Einkaufswagen im Supermarkt desinfizieren und der Sucuritmann schön verhüllt mit Schutzanzug und Maske läßt uns nur nach einem Fiebercheck oder einem Schnelltest in den solchen hinein!”, den Kopf schütteln hätten lassen und hätten mich für verrückt erklärt!

Inzwischen erklärt man dazu die sogenannten Corona-Leugner oder Skeptiker und will mit ihnen gar nicht reden, sich deren Arugmente, daß es ja jedes Jahr Grippewellen gab, die unsere Spitäler zur Übefüllung und das Spitalspersonal zur Erschöpfung brachte, nicht anhören und auch nicht darüber nachdenken, daß man mit einem Virus, daß vielleicht gar nicht so gefährlich ist, weil die meisten ja gar nicht daran erkranken, wie es die vor Angst erstarrten sehen, auch anders umgehen könnte.

Schweden ist das Vorbild, das berühmte Schweden mit der kleinen Greta, Schweden setzt auf Eigenverantwortlichkeit und Herdenimmunität, aber die gibt es ja nur durch die Impfung und da sind wir schon bei den Impfgegnern, den sogenannten Aluhutträgern oder Verschwörungsgegnern und bei der Freiwilligkeit. Freiheit unser höchstes Gut in allen Demokratien, aber die wurde durch das Seuchengesetz weitgehend ausgesetzt und die angsterstarrten Menschen vielleicht ganz bewußt und möglicherweise auch aus Angst entmüdigt, so daß die jetzt angsterstarrt die Regierungsämter fragen “Darf ich mir noch nach acht im Restaurant eine Pizza holen? Darf ich mit meinen Nachbarn sprechen oder meine Großmutter besuchen?”

Vielleicht auch “Darf ich mit meinem Partner ohne Maske Sex betreiben?”, denn, daß die höchste Ansteckungsgefahr im häuslichen Raum liegt, ist inzwischen ebenfalls bekannt und muß ich die Polzei hineinlassen, um zu kontrollieren, ob ich nicht doch klammheimlich einen Freund oder eine Freundin in meine Bude geschleppt habe, um mit ihnen ohne Maske “Mensch ärgere dich nicht” zu spielen und dazu ein Glas Bier oder Rotwein zu trinken?”

“Fragen über Fragen und keine Antwort wissen”, dachte Mathilde und sah immer noch vor sich hin.

In ihrem ersten Corona-Text der Erzählung “Kein Frühlingserwachen mehr”, im ersten Lockdown-Frühling geschrieben, hat sie ihren dementen Egon auf der Josefstädterstraße noch die Invasion vom Mars oder den Weltkrieg drei erleben lassen, als derdort Polizisten, den sogenannten Sicherheitsabstand mit dem Maßband kontrollieren sah.

Im zweiten Text im wunderschönen fast Corona befreiten Sommer ist es dann um ein verlorenes Notizbuch, ein Handy, das sich in einem Blumentopf wiederfand und die zweite Welle, sowie die Wiedereinführung der sowieso nicht ganz abgeschafften Maskenpflicht gegangen und nun ist die zweite Welle da, die Zahlen die so gut waren, sind massenhaft angestiegen und die Spitäler, sowie die Intensivstationen überfüllt, so daß sich verzweifelte Krankenschwestern an die Öffenlichkeit wandten und diese anflehten “Setzt doch euche FFP2-Masken auf!”

Aber nützen die Massentestungen an Gesunden wirklich und hätte man die dafür nötigen Kapazitäten nicht vielleicht doch besser in die Stärkung der Infrastruktur in den Spitäer setzen sollen, wo doch die Sterblichkeit an diesem Virus, wie man immer hört, nicht viel höher als im Vorjahr ist?

“Die Alten besser schützen!”, hörte man da immer. Aber die Worte wegsperren, einsperren absondern, der Heiminsaßen und der vulnerablen Gruppen, löst nicht nur in der selber nicht sehr so ganz jungen Mathilde Abwehrkräfte auf und läßt sogar an Victor Klemperers Sprachforschungen denken. Die hat er zwar im dritten Reich betrieben, aber muß man wirklich von Einsperren, Absondern und Isolieren der positiv Getesteten sprechen und müßen die mit Polizeigewalt eingefangen und kontrolliert, bis zur Fußfessel von sogenannten Quarantäneverweigern werden? Denn das löst doch auch Angst aus. So gibt es die sowohl bei den sogenannten Gesundheitsaposteln als auch bei den Freiheitskämpfern, die, wenn sie dürfen immer noch zu Demos auf die Straße gehen, da aber oftmals neben den Rechten stehen und von der Presse als Coronaleugner und Gefährder beschimpftwerden.

“Leben im dystopischen Raum!”, dachte Mathilde und sah noch einmal auf ihrMansukript, das dritte der sogenannten Corona-Trilogie.

“Leben im Corona-Raum und da ist sie, wie es die Utopie erwünscht, schon ein ganzes Jahr nach vor gerückt. Man schreibt Dezember 2021 und Mathilde, die Heldin oder Alterego ist als sogenannte Impfverweigerin dabei in eine sogenanntes “NI-Wohnung” oder “Nichtgeimpftes Ghetto” zu übersiedeln und schreibt bevor sie das tut einen brief an ihre leider noch nie gesehene Enkeltochter.

Das ist Dystopie natürlich ganz klar und soweit von der Realität entrückt, daß der Schreiberin dieses Romans vom Verlag das Manuskript zurückgeschickt wurde. Denn die Impfung hört man allethalben und überall, wird und muß oder sollte, wie auch die Massentests, die sich jetzt über die Bevölkerung ergießen freiwillig sein. Natürlich, selbstverständlich, ganz klar. Etwas anderes ist in einer Demokratie auch nicht möglich, beziehungsweise schreckt man dadurch die Bevölkerung ab und erweckt ihren Widerstand. Aber in England soll es, hört man einen “Zurück zur Normalität-Paß” geben, mit dem Massengetestete oder sogar schon Geimpfte einkaufen oder auf die Straße gehen dürfen und die Fluggesellschaften hört man, lassen einen nur mit einem solchen Nachweis einsteigen, wie man ja auch bald nur damit ins Ausland fahren oder sich ins Restaurant, beziehungsweise zum Wintersport begeben kann?

Fragen über Fragen und keine Antwort darauf wissen. Ist das jetzt der dystopischer Raum in dem wir leben oder doch nur die ganz normale alte neue oder aber auf jeden Fall sehr veränderte Realität?

Frieda Paris liest Meta März

Zum dritten Mal in dieser Woche in die “Alte Schmiede” gebeamt, das Leben im dystopische Raum beziehungsweise der Lockdown macht es möglich und da gab es eine Veranstaltung in der Reihe “Dichterin liest Dichterin”, ich weiß nicht, ob ich schon Mal bei einem solchen Abend war, jetzt war ich ja schon fast ein dreiviertel Jahr nicht mehr dort. Aber wie es der Zufall so will, als ich das letzte Mal dort war, da hingen schon am Klo Hinweise, wie man sich in Corona-Zeiten die Hände zu waschen hat, gab es dort die “Hörstücke”, Frieda Paris war dort und wurde aufgeführt und ich bin lange neben ihr mit wahrscheinlich nicht ganz intakten Sicherheitsabstand gestanden, um mich bei ihr nach Christel Fallenstein zu erkundigen, die sie ja als Studentin der Sprachkunst betreute. Kennengelernt habe ich sie, glaube ich, an einem Abend bei den O-Tönen, da hat sie mich angesprochen und wollte mir eine Publkation schicken, dann habe ich sie ein paarmal bei den Sprachkunst Lesungen gesehehen und gehört und das letzte Mal auch schon in Corona-Zeiten, aus Berlin bezw. wahrscheinlich doch aus ihrer Wohnung hergestreamt, beim “Open Mike”.

Halt, aufmerksame Leser wissen es, den “Open Mike” habe ich mir zwar in mein Zimmer gstreamt, die Frieda Paris-Lesung aber nicht, denn da kamen die Hilde Schmölzer und die Ruth zum Geburtstagsmittagessen und ich habe mir das Vdeo noch nicht nachgeschaut, aber jetzt in der “AS”.

Im Rathaus gibt es auch so was Ähnliches, das hat Julia Danielcyck eingeführt, als sie Literaturbeautragte der Stadt Wien wurde und heuer hätte da Bettina Balaka Eugenie Schwarzwald am dritten November vorstellen sollen, hat sie aber nicht. Denn am zweiten November hat ja der zweite Lockdown mit dem Veranstaltungsstop begonnen.

Meine Leser wissen es wahrscheinlich und mahnen mich deshalb auch immer, ich bin ein wenig legasthen oder schlampert, je nachdem wie man es nennen will und verwechsel öfter etwas. Namen beispielsweise, wie Mela Hartwig mit Meta Merz und Mela Hartwig war ja auch so eine Festrede im Rathaus gewidmet, da hat Julya Rabinowich, die 1893 geborene Mela Hartwig gefeiert und so war ich ziemlich sicher, daß es diese Autorin ist, die Frieda Paris lesen wird.

Die Lesung hat mit einem Text der “Im Zug” heißt, ziemlich abrupt begonnen. Da habe ich mir noch das Programm und das Notizbuch gesucht, um mich nach den Daten der Gelesenen zu erkundigen und stutzte, als ich den Namen Christine Haidegger hörte, die wie Frieda Paris erklärte, die Mutter der Gelesenen wäre und Texte zur Verfügung stellte, also wieder ein Irrtum und wieder so ein Schicksal, wie bei Monika Helfer und deren früh verstorbenen Tochter Paula, wo ich ja mal das Buch “Maramba” im “Wortschatz” fand.

Also Meta Merz wurde 1965 in Salzburg geboren und ist die Tochter der 1943 geborenen Christine Haidegger, die ich ja von der GAV kenne und die mich auch einmal nach Salzburg zu einem Symposium eingeladen hat und von Eberhard Haidegger und ist 1989 in Saluburg gestorben. Dazwischen hat sie Germanistik, Kunstgeschichte, Anglizistik und Philosophie studiert und seit 1996 “serioiusly addicted to poetry” geschrieben. Da war, wie Frieda Paris erklärte ihr Geburtsjahr, wie genau sie zu der früh verstorbenen Dichterin gekommen ist, hat sie nicht erklärt oder ich habe es überhört.

Es gibt jedenfalls zwei beim “Wiener Frauenverlag”, hat er noch so geheißen, 1990 und 1996 aus dem Nachlaß herausgegebene Bücher. Vorher gab es einen Förderpreis in Rauris und ein Stipedium und Meta Merz Sprachweise, an die ich mich glaube ich nicht erinnern kann oder nie persönlich gesehen oder etwas von ihr gehört habe, scheint sehr experimentell zu sein. Frieda Paris zitierte Schwitters und der name ist auch ein Künstlername, denn eigentlich hieß sie Christina-Maria Haidegger und Frieda Paris erwähnte auch oft den poetischen Vorgang, den sie in den Texten entdeckte.

Die zwei Bücher aus denen Frieda Paris Texte las, heißen “Erotik der Distanz” und “Metaphysik der Begierde” also sehr sinnlich und dann schienen mir dieTexte gar nicht so sehr konstruiert, die Sprache aber schön. Es ging um einen Gesang eines Delphins, das ist, glaube ich, ein Text aus einer Performance und Frieda Paris erwähnte, daß Meta Merz ihre texte sehr jazzartig vorgetragen hat, aber wahrscheinlich hat sie wahrscheinlich keine live erlebt, scheint von der vergessenen oder eher unbekannten Dichterin aber sehr fasziniert zu sein und hat, glaube ich, auch eine sehr poetische Art die Texte zu lesen und die Lesung einzuleiten oder zwischendurch immer wieder etwas über die Dichterin zu erzählen.

spannend, spannend eine neue Dichterin kennenzulernen. Sie zu lesen wird wahrscheinlich, schwierig sein, da die beiden Bücher wohl vergriffen und ob ich sie mal in den Schränken finde, ist eher unwahrscheinlich, also sehr interessant und vielen Dank an die “Alte Schmiede” und an Frieda Paris, lernt man doch immer etwas dazu und kann sich literarisch weiterbilden, auch wenn ich ja viel realistischer schreibe und gerade dabei bin meinen heurigen Adventkalender mit dem zweiten “Nika-Fenster” vorzubereiten. Ein anderes, sehr poetisches Buch habe ich heute morgen aber auch ausgelesen und wenn meine Leser erraten, welches das gewesen ist, dem stelle ich gerne mein zweites “Literaturgeflüster-“ oder ein anderes meiner Bücher dafür zur Verfügung, als eine kleines Vorweihnachtsgeschenk.

Sprache in Corona-Zeiten

Was ist skurril in diesen Zeiten und, wie skurril sind sie, wo wir alle hinter einem Virus herlaufen, um es einzufangen, auszumerzen, eliminieren oder nein, falsch, unrichtig! Nicht genügend setzen! Das dürfen wir ja nicht! Wir müssen schön zu Hause bleiben und uns isolieren! Werden massengetestet, damit wir, wenn wir brav sind, ein halbwegs schönes Weihnachtsfest, natürlich nur mit FFP2-Maske und Handschuhen auf den Fingern unsere Großeltern besuchen dürfen und vor dem Christbaum ein Weihnachtsliedchen singen können.

“Daß das passiert hängt von uns allen ab!”, sagt der Bundeskanzler.

Wenn die Zahlen jetzt nicht endlich sinken, müßen wir die Maßnahmen verschärfen und können nicht stufenweise die Geschäfte öffnen! Natürlich nicht, denn wenn dann alle ab dem sechsten Dezember, wie verrückt die Geschäfte stürmen, um sein Klopapier oder falsch, natürlich, die Adventkränze und die Geschenke für die Kinder einzukaufen? Um das zu verhindern und uns ein halbwegs schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen brauchen wir die Massentest, um die positiv Getesten rechtzeitig zu isolieren.

” Vor allem für die Heiminsaßen wäre das angesagt und wichtig, sie zu schützen!”, sagte er und nickt nachdrücklich mit dem Kopf.

“Gibt es Fragen?”, fragt die Pressesprecherin und die Reporterin erkundigt sich natürlich nach der Freiwilligkeit. Warum immer diese Frage und die Sorge, daß es doch Sanktionen braucht, wenn sich nicht alle freiwillig testen und brav isolieren lassen? Denn mit der Eigenverantwortlichkeit ist das so eine Sache, wie man im Sommer gesehen hat, wo sich alle unvernünftig am Donaukanal drängten!

Werden die Tests freiwillig sein und wird man, wenn man sie verweigert, sein Haus verlassen dürfen oder wird man, wie es in der Slowakei so war, die ja seit der Massentestung wieder schöne Zahlen haben, vierzehn Tage in Quarantäne müssen und gelten nicht vielleicht die, die den Test verweigern automatisch als positiv und wenn sie, wie es das Schicksal will, an einem Unfall sterben oder sich in ihrer Depression, weil sie die Einsamkeit nicht ertragen und nicht wissen, wie es nach der Krise mit ihrem Geschäft weiter geht, die Pulsadern aufschneiden, gelten die dann nicht vielleicht, als Corona-Tote, die an oder mit, aber auf jeden Fall gestorben sind!

“Stop, halt, hör doch auf mit deinen Verschwörungstheorien! Denn die wollen wir nicht hören! Die stören nur und hindern an der Einsicht! Wir ziehen alle doch am selben Strang, wenn wir ein halbwegs schönes Weihnachtsfest und vielleicht auch einen solchen Winterurlaub haben wollen! Denn da gibt es ja ein Skifahrkonzept. Mit der Maske in die Gondel, wo die Fenster offen bleiben und schön brav in Zweierreihen angestellt und bezahlt wird natürlich bargeldlos! Was ist so schlimm daran, sich zum Schutze aller ein wenig einzuschränken und was ist schlimm daran Maske zu tragen? Warum verweigerst du dich da? Schau doch nach Amerika!”, sagt der Reporter, der dort während der Präsidentenwahl weilte

“Da tragen alle Maske!” und schüttelt den Kopf über den Kollegen, der sich darüber mokierte, daß immer mehr Menschen allein im Auto sitzen und eine solche tragen.

Im Auto und im Freien ist die Wirksamkeit nicht erwiesen! Aber wenn sich da die Menschen, um die Punschstände oder um die Würstlbuden drängen! Das muß viel mehr von der Polizei kontrolliert werden, daß die da nicht beinanderstehen und maskenlos ihre Bosna essen und ihren Punsch schlürfen!

“Den Punsch wahrscheinlich nicht, denn der ist nicht erlaubt und wir brauchen Schnelltests für die Altersheime, um die Insaßen zu schützen!”, wiederholt jetzt der Reporter und ich schüttle den Kopf. Denn was ist das für eine Corona-Sprache? Welche Entmenschlichung drückt sie aus?

Was hätte Victor Klemperer dazu gesagt?

Hätte er sich mit dem Isolieren, Absondern, Wegsperren, den Menschenmaßen und den Heimisaßen, die massengetestet werden sollen, abgefunden oder sich, statt der staatlich verordneten Entmündigung mit Abstandhalten, Maskentragen, Handhygiene und brav zu Hause bleiben, um sich und die anderen zu schützen, mehr Selbstentscheidung gewünscht?

“Das ist doch nicht so schwer!”, sagt der Reporter.

“Und unsere einzige Chance! Hör mir auf mit der Herdenimmunität, wie es die Schweden machen, denn die hat nicht funktioniert! Also brav sein Mitmenschen! Zwei Wochen kann man auf ein Buch verzichten! Du hast doch sicher ein Zweitbuch zu Haus und brauchst nicht auf die Straße gehen, das ist doch nicht schwer! Socialdistancing und Kontaktreduktion ist jetzt angesagt! Also denk daran, wenn du ein halbwegs schönes Weihnachtsfest haben willst! Denn sonst müßen wir die Maßnahmen noch einmal verschärfen und ein einzig Unvernünftiger hat zu hundert verlorenen Arbeitsplätze geführt!”, sagt der Reporter streng und ich denke “Lingua corona zwanzigzwanzig! Wegsperren, absondern, isolieren, Heiminsaßen, Zögling,Impfling, Hausarrest! Das muß doch nicht sein und kann auch anders ausgedrückt werden! Da wünsche ich mir ein anderes Sprachemenü! Das wär doch wirklich schön!”

Corona-Dicht-Fest

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, kein besonderer Lyrik-Fan, zumindestens schreibe ich kaum Gedichte, gehe aber, weil ich ja allgemein an der Literatur interessiert bin und eigentlich alles erfassen will, gerne zu den Lyrikfestivals der “Alten Schmiede” der des Literaturhauses, der “Gesellschaft”, etcetera und eines dieser Festivals oder Feste ist das “Dicht-Fest”, das Christine Huber viermal im Jahr in der “Alten Schmiede” ausrichtet und dazu jeweils sechs Autoren oder Autorinnen einlädt.Nach drei gibt es immer eine Pause, vorher erzählt sie kurz etwas zu den Bänden und nachher Wein und Soletti und Gespräche, in Corona-Zeiten natürlich nicht, da muß man sich den Wein selber auf den Schreibtisch oder Nachtkasten stellten und wenn es eine Onlineveranstaltung ist, wie in Zeiten, wie diesen braucht man sich auch keine Maske aufsetzen

Die Zuseher im Homestatus jedenfalls nicht, die Autoren schon und nach jedem kommt August Bisinger mit dem Wischtuch, damit alles sauber ist und noch um vollständig zu sein, ich gehe ja seit jahren mehr oder weniger regelmäßig hin, einmal bin ich, weil ich vorher im Literaturmuseum war auch nur zum Wein zurechtgekommen und das letzte mal war ich mit dem Alfred knapp vor dem ersten Lockdown dort. Da haben wir noch geglaubt wir würde nächste Woche nach Leizig fahren “Fährt ihr?”, hat Monika Vasik uns gefragt.

“Wenn es stattfindet schon?”, als ich Monika Vasik zwei Tage später in der “Gesellschaft für Literatur” gesehen habe, war Leipzig schon abgesagt und als Monika Vasik im Sommer im Cafe Prückl gelesen hat, war Montag und da wollte ich meine Sommersfrische zur Gänze in Harland bei St. Pölten verbringen. Seither hat es, glaube ich, kein Dicht-Fest gegeben und jetzt alles digital und der Ton kann ich gleich vermelden, war wieder gut.

Zuerst hat der 1953 in OÖ geborene Richard Wall, den ich meistens bei den GAV-GVs sehe, aus seinem “Löcker-Band” “Streumond und Nebelfeuer” gelesen. Der 1964 in der Tschechei geborene Stanislav Struhar mit dem ich schon einmal in der “AS” gelesen und den ich das letzte Mal beim Tschechien-Empfang auf der letzten “Buch-Wien” gesehen habe, folgte mit seinem “Stara zahadra – Der alte Garten” und hat eines seiner Gedichte auch auf Tschechisch gelesen. Kirstin Schwab folgte und las Gedichte ihrer Mutter Friederike 1941 geboren, in Graz lebend, die wahrscheinlich Lockdown bedingt nicht gekommen ist, aus dem ebenfalls bei “Löcker” erschienenen “Luftglück und Knisterpapier”, was, wie ich finde ein schöner Titel ist.

In der zweiten Session folgte die1966 geborene Eleonore Weber mit “gleitschaften seilschaften. slip-off-slope-rope-parties”. Dann kam und das war für mich die Überrschung, die mir bisher unbekannte 1985 geborene Daniela Chana mit ihrem Gedictband “Sagt die Dame”, ein überraschend frischer Ton, obwohl es mit einem König begann und dann folgte, die mir sehr bekannte Ilse Kilic, bin ich mit ihr und dem Fritz dessen Waffenrad auch in ihrem neuen Band “Die nacht ist dunkel damit die Sterne sich zeigen”, bis nach Regensburg geradelt, habe ihre Textentstehung sehr lange in unserer Schreibgruppe beoachten können und auch schon ihre Filme und Comics gesehen. Solche bezeungsweise Zeichnungen gibt es, wie Christine Huber in der Einleitung erwähnte auch in dem Band, leider wurden sie nicht projeziert und es gab, wie erwähnt auch keinen Wein und keine Kekse, jedenfalls nicht für alle auf einmal im Zeitschriftensaal. Dafür konnte man sich beim Chat begteiligen, was Susanne Toth, Jörg Piringer und noch andere auch sehr eifrig taten und noch etwas war neu im Kellerraum, da gab es jetzt ein großes “Alte Schmiede-Emblem” damit jeder gleicht sieht, wo er jetzt ist und angenehm war auch, daß jeder, der Autoren, der Autorinnen sich vorstellten, etwas, was ich ja sehr brauche und sie letzte Woche beim “Writers on Prison day” schmerzhaft vermißte. So wars angenehmer!

Doppelpack in der Alten Schmiede

Jetzt und wahrscheinlich auch den Rest der Woche geht es weiter mit der “Alten Schmiede”, die ja hofft, ab siebenten Dezember die Leute wieder persönlich begrüßen zu dürfen, mit Maske wahrscheinlich nicht, kann ich nur antworten und habe die erste Session den historischen Roman der slowenischen Autorin Mojca Kumerdej auch ziemlich versäumt und habe nur ungefähr mitbekommen, daß es um eine Art Hexenprozeß gegangen ist und, um eine Frau, die keinen Vater für ihr Kind aufzuweisen hat und deshal harten Verhören unterzogen wurden. Einen unverläßlichen Erzähler, der das alles aufgeschrieben hat, scheint es auch zu geben.

Mojca Kumerdej entnahm ich dem Programm und “Wikipedia” wurde 1964 in Lubljana geboren, Erwin Köstler, der slowenische Übesetzer hat das buch übertragen und in der “Schmiede” auch als Dolmetscher agiert, moderiert und eingeladen hat Sabine Scholl und wieder interessant eine mir bisher vollkommen unbekannte Autorin kennengelernt zu haben, ob mich ein Roman, der im Mittelalter oder in der Renaissance spielt, so unbedingt interessiert, weiß ich nicht. Mojca Kumerdej sagte aber gegen ende des Gspräch, daß sie während der Krise immer an ihren Roman erinnert wurde und sie Bezüge zu der aktuellen Situation sieht, weil eine Gesundheitskrise ja leicht ausgenützt werden kann und man, ehe man es sich versieht, Freiheitsrechte verloren hat, die man sich lange erkämpfte.

“Nicht nur in Slowenien muß man da aufpassen!”, sagte Johanna Ötl, die Moderatioin, glaube ich, am Schluß hin und wies auf die nächste Veranstaltung nach einer kurzen oder längeren Pause hin, wo Ilija Trojanow, den ich ja kürzlich sowohl hörte als auch gelesen habe, Britta Steinwendtner und ihr neues Buch, das ein bißchen näher zur Gegenwart angesiedelt ist, vorstellen wird und ich kann mich erinnern, daß ich, als ich noch live in der “Schmiede” war, diese langen Pausen, die oft eine Stunde dauerte, haßte, weil ich nicht wußte, was ich in ihren anfangen sollte, jetzt wars erstens nur eine halbe Stunde und zweitens konnte ich auch schon meinen Blog vorschreiben.

“Trojanow trifft”, heißt die neue Reihe, wo sich der1965 in Sofia geborene offenbar seine Gesprächspartner aussucht und ihre neuen Bücher vorstellt. Die Veranstaltung fand und das ist interessant im Schmiede Raum statt, wo noch die drei Fische, von der “Herbst-Veranstaltung” aufgestellt waren, die bisherigen Livestreamveranstaltungen, die ich gesehen habe, wurden alle vom Kellerraum übertragen.

Der Roman “Gesicht im blinden Spiegel”, der 1942 in Wien geborenen Britta Steinwendtner, die ich, glaube ich, schon einmal in der “Gesellschaft” hörte und auch einige Bücher von ihr habe und die lange die “Rauriser Literaturfestivals” organisierte, spielt von 1866 bis 1916, also zwischen der Schlacht von Königsgrätz und dem ersten Weltkrieg und die Hauptperson ein entsteller Musiker namens Johannes, der später Schmid wird, ist wie Britta Steinwendtner erzählte, die erste Figur, die sich sich gänzlich selbst ausgedacht hat und es geht darum, daß Leben auch unter widrigen Umständen gelingen kann.

Interessant und spannend auch, die Art wie Britta Steinwendtner mit begeisteter Stimme ihr Buch erkärte, dabei auf historische Ereignisse, interessante Orte und Figuren, die eine Rolle spielen, wie die Chemikerin Klara Immerwahr mit der Johannes korrespondierte hinwies und dabei auf das Buch neugierig machte, das auch die sozialen Probleme, die es in dieser Zeit gab, thematisiert.