Zum Frauentag

Am achten März ist der internationale Frauentag, ein Tag, der neben dem Muttertag und den Valentinstag, wo die Frauen von ihren Männern mit Rosen beschenkt werden, das Frühstück an Bett serviert bekommen und dann noch eine Küchenmaschine, damit sie ihrer Hausfrauentätigkeit an den anderen Tag noch besser nachgehen können, einen besonderen Wert hat und ich bin in der Ära Kreisky aufgeachsen, wo es das erste Staatssekretatriat für Frauenfragen und dann die spätere Frauenministerin Johanna Dohnal gab, eigentlich sehr emanzipiert aufgewachsen, obwohl es damals noch nicht sehr frauenbewußte Gesetze gab. Die Frau, glaube ich, damals noch nicht ohne die Zustimmung ihres Mannes arbeiten oder verreisen konnte, was wahrscheinlich pro forma so war, aber mich nie wirklich tangiert hat und als ich 1977, als Psychologiestudentin in die Otto Bauergasse gezogen bin, habe in der Wohnung dort auch Frauenzeitschriften, wie die “AUf oder die “Emma”, kennengelernt und Kontakte zur Frauengewegung, wie die, die sich damals in der Tendlergasse traf, bekommen.

In der AUF war ich, was wohl Zufall war, nie. Jetzt bin ich mit Ruth Aspöck einer der führenden Frauen dort befreundet, bin aber in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekommen, der sich vom “Bund demokratischer Frauen” der damaligen kommunistischen Frauenbewegung Österreichs gegründet hat, habe die “Stimme der Frau”, deren Frauenzeitschrift gelesen. Der Afred hat sie 1984 für die Anna abonniert und meine Mutter hat die “Frau”, die sozialistische Frauenzeitschrift, mein Vater die “Arbeiterzeitung” gelesen.

Zeitungen und Zeitschriften, die es schon lange nicht mehr gibt. Dafür haben sich die Gesetze geändert, die Frauen sind zumindestens pro forma gleichberechtigt. Man soll gendern, was seltsamerweise nicht nur von den Männer angefeindet wird, aber ich finde es ganz ehrlich komisch, wenn eine Frau sagt “Ich bin Arzt oder Künstler!” und würde da ganz spontan antworten: “Nein, sind Sie nicht!”, wo ich schon ganz erstaunte Antworten “Nein, wieso nicht!” und dann “Ach, hören Sie mir damit auf!”, bekommen habe.

Und die Bundeshymne war ja eine, die nur die Söhne kannte und die Menschen werden in der “Ode an die Freude” “Brüder”, etcetera.

Maria Rauch-Kallat, die ehemalige ÖVP-Frauenministerin und das ist für alle, die das nicht wissen, keine linke Partei, hat einen zaghaften Versuch gemacht, die Bundeshymne, die von Paula von Preradovic, einer Frau und Dichterin mit der ich mich schon in den Siebzigerjahren beschäftigt und eine Erzählung über sie geschrieben habe, getextet wurde, die Bundeshymne zu gendern, was glaube ich, noch heute böse Reaktionen erntet.

Die Brüder Molden wollten, glaube ich, gegen den Eingriff in den Text ihrer Mutter klagen und manche weigern sich, den Text zu singen, was ich nicht verstehen kann, denn was ist falsch daran: “Töchter und Söhne!” zu singen?

Mindestens die Hälfte der Menschheit besteht aus Frauen. Aber ich singe nicht die Bundeshymne und das ist ein eher kleines Problem. Daß, die Frauen noch immer nicht soviel verdienen und es Gewalt gegen Frauen gibt, denke ich, schon eher, obwohl ich auch da ziemlich selbstbewußt aufgetreten bin und denke, daß man halt aufpassen muß und soll, mit wem man in ein Zimmer geht und in einer Disco wahrscheinlich auch, was man trinkt und man sollte nur so viel trinken, daß man die Kontrolle über sich behält.

Ansonsten gehört der öffentliche Raum den Frauen und den Männern und die erste, zweite, dritte oder was immer Freunbewegung hat viel für die Frauen erkämpft, was heute den jungen Frauen wahrscheinlich schon so selbverständlich ist, daß sie, wie vor einigen Jahren Ronja von Rönne Artikel schrieben, die etwa “Ich hasse die Frauenbewegung und brauche sie nicht!”, zum Inhalt hatten.

Doch, man braucht sie schon und in Zeiten, wie diesen, wo ich von den Rechten immer öfter höre, daß man als Frau nicht mehr allein auf die Straße gehen kann, ohne sofort vergewaltigt zu werden und sie daher offen fordern, das ihren “Frauen und Mädels” zu verbieten und da denke ich, daß man als Frau sehr aufpassen,muß, sich das Recht auf Selbstbestimmung nicht nehmen zu lassen und frühzeitig zu lernen, sich zu wehren und, wie man mit Bedrohung und Anmache umgehen muß.

Er achte März ist, glaube ich, ein guter Grund daran zu erinnern und ich gehe auch regelmäßig, wenn auch nicht immer, da auf Demonstrationen und diesbezügliche Veranstaltungen und diesmal hat mich “Kremayr & Scheriau”, ein Verlag den ich eigentlich eher für konservativ gehalten habe, an den “Frauentag” erinnernt und mir sieben diesbezüglich Publikationen nahegelegt.

Bücher und Frauentag, ist sicher auch ein wichtiges Thema, obwohl man da, als Frau über sechzig, vielleicht auch sehr leicht glauben kann, man hätte ohnehin schon alles gelesen und habe in der Tat wahrscheinlich auch sehr viel.

Denn meine Freundin Elfi hat mich in den Siebzigerjahren zur Simone de Beauvoir gebracht und da habe ich das “Andere Geschlecht” und auch anderes gelesen und im “Arbeitskreis schreibender Frauen” haben wir Hilde Schmölzer, die ja auch eine sehr aufrechte und aktive Feministin und Kämpferin ist, “Frau sein und schreiben” diskutiert und habe ihr Buch vor ihr kennengelernt.

Die Ruth, die, jetzt die “Zündenden Funken” herausgebracht hat, die im vorigen Jahr in der “Wien Bibliothek” vorgestellt wurden, habe ich auch erst später kennengelernt und im “Arbeitskreis” bin ich auf Bücher von Anja Meulenbelt und Gert Brantenberg aufmerksam geworden, die heute vielleicht vergessen oder vergriffen sind.

“Wie vergewaltige ich einen Mann”, war auch so ein Renner, ein skandinavisches Buch, das nachwies, daß das nicht geht und richtig, der “Wiener Frauenverlag” hat sich in den Neunzehnsiebziger- oder Achtzigerjahren auch gegründet.

“Wiener Frauenverlag?”, kann man jetzt fragen.

“Wo ist der, den kenne ich  nicht?”

“Richtig er hat sich später “Milena” genannt und verlegt jetzt auch Männer, weil ein reiner Frauenverlag angeblich nicht mehr so wichtig ist oder sich die reinen Frauenbücher vielleicht auch nicht so gut verkaufen und da wären wir schon beim nächsten Thema, daß die Frauen, glaube ich, immer noch die stärksten Leserinnen sind und da auch oft die bücher der Midlifekrisis geplagten Männer, die die von Martin Walser, Philip Roth etcetera, bevorzugt lesen.

“Kremayr und Scheriau”, der ja seit einigen Jahren eine literarische Schiene hat, sonst aber auch sehr viel anderes verlegt, hat mir da eine Liste von sieben Büchern von Frauen geschickt, von denen ich vier, nämlich die der literarischen Schiene schon gelesen habe.

Das heißt, das stimmt nicht ganz. Andrea Stift-Laubes, die sich inzwischen einen Doppelnamen zugelegt hat “Schiff oder Schornstein”, habe ich noch nicht gelesen.

Es liegt aber schon in meinem Badezimmer. Dafür die drei anderen Literarischen, nämlich Nadine Kegeles “Und essen werden wir die Katze”, Marie Luise Lehners “Im Blick”, das Buch einer sehr jungen frauengewegten Frau und Barbara Riegers “Bis an Ende Marie”.

Da bleiben dann noch die drei anderen Bücher und da sind wir schon in der Sachbuchreihe, was ich ja an sich nicht so oft lese, mir die drei bleibenden Bücher aber fast fraglos bestellt habe. Dann erschrocken dachte: “Uje, war das nicht soviel, du willst doch auch deine Backlistbücher und Bücherkastenfunde lesen und so kommst du nie dazu!

Das war am vorigen Mittwoch. Dann bin ich am letzten Donnerstag auf die Demo gegangen, wo am Meidlinger Platzl, eine junge engagierte Soziologin namens Laura Wiesböck ihre Thesen über die Ungleichheit in der Gesellschaft vorstellte und siehe da, ihr “In besserer Gesellschaft” war bei den progagierten starken Frauenbücher, die auch das “Handbuch gegen sexistische Stammbuchweiheiten”, was sicher sehr interessant ist und mir sonst wahrscheinlich entgeangen wäre.

Ob mir Yonne Widlers “Sie sagt er sagt”, wirklich sehr viele neue feministische Erkenntnisse bringt, bin ich mir nicht so sicher. Schließlich empfehle ich meinen Klienten ja immer noch das “Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin”, was inzwischen vielleicht auch schon vergriffen ist und dann liegt von einer vorigen Bestellung noch ein Buch im Badezimmer, nämlich <livia <klings "Biedermeiern-politisch unkorrekte Betrachtungen", ihre Twitternachrichten zur schwarzblauen politischen Situation, was vielleicht nicht so unbedingt feminstisch, aber höchstwahrschein gesellschaftspolitisch wichtig ist und so bin ich wahrscheinlich über den Monat März gut eingedeckt mich mit den modernen feministischen Theorien der neuen jungen Frauen auseinanderzusetzen und da ich ja gerade den “Subutex” gelesen habe. In Band drei gibt es einen Hinweis, auf die neue Virgine Despentes, wahrscheinlich auch zeitgleich zum Frauentag erschienen  “King Kong Theorie” genannt.

Was wahrscheinlich auch neue frauenspezifische Erkenntnisse bringt, ich aber nicht bestellt habe, weil auch Bücher von Männern auf meinen Badezimmernstapel liegen und ich denke, daß ich auch da ziemlich ausglichen nach links und nach rechts schauend lesen will.

Aber jetzt auf in den Frauentag und in das neue feministische Bewußtsein, was wir in Zeit wie diesen ganz sicher brauchen werden, also auf in einen starken weltbewegenden feministischen Frauentag!

Schellenmann

Jetzt kommt ein Debut des 1988 in Ludwighafen geborenen  Phillipp Böhm, der 2016 beim Open Mike unter den Finalisten war, aus dem “Verbrecher Verlag”, der offenbar immer wieder viele schöne Debuts bringt, die dann auf den “dBp-Buchpreislisten”, auf der des “Leipziger-Buchpreises” stehen oder den “Blogger-Debutpreis” gewinnen.

So war 2015 Anke Stellings “Bodentiefe Fenster”, das erste Buch, das ich aus dem Verlag gelesen habe, von dem ich, glaube ich, durch Kathrin Passig, die Bachmannpreisträgerin von 2006, das erste Mal etwas gehört habe, Joanna Reisingers “Still halten” ist, glaube ich, auch dort erschienen und im letzten Jahr hat Bettina Wilpert nicht nur den “Aspekte” sondern auch den “Blogger-Debutpreis” gewonnen.

Da habe ich dann eine Verlagsvorschau erhalten und bin in Kontakt mit dem Verlag gekommen, von dem ich inzwischen einige Bücher in meinem Badezimmer liegen habe und demnächst lesen werden und “Schellenmann” hat mich, kann ich schreiben, ein wenig verwirrt, weil ich nicht so recht wußte, wo ich das Buch einordnen soll? Vergleichsrezensionen gibt es noch nicht sehr viele, ist es doch, glaube ich, erst im Jänner erschienen.

Ist es jetzt der übliche “Coming of Age Roman”, die Geschichte des Erwachsenwerdens, eines jungen Dichters oder ist es eine Dystopie und Schilderung eines trostlosen Endzeitszenarios, wie diese Welt nun einmal ist oder erlebt werden kann, wenn man in der philosophischen Krise steckt und die noch literarisch verarbeiten muß, damit man nach Klagenfurt zum Wettlesen geschickt wird oder den “Aspekte-Preis” bekommt?

Ich glaube, es ist eine Mischung von Beiden und in der Buchbeschreibung wird die ungewöhnliche Sprache des jungen Autors gelobt und dann ist etwas von zwei jungen Männern geschrieben, die in einer Fabrik arbeiten und das Aufwachsen an den Rändern erleben.

“Nun ja!”, habe ich da wahrscheinlich gedacht und am Beginn des Buches an Gianna Molinaris “Hier ist noch alles möglich” gedacht, das ja auch in einer Fabrik spielt und von einer trostlose Welt handelt.

Man weiß nicht so genau, ob und was in der Fabrik hergestellt wird? Jakob, der Held und Erzähler muß jedenfalls Stoffstücke in einen Häckser füllen und sonst ist auch noch so einiges merkwürdig. Die Geschichte spielt in einem Sommer, der nicht enden will, wo die Eichhörchen tot von den Bäumen fallen und die Menschen immer aggressiver werden und Jakob nach seinem Freund Hartmann sucht und dabei von einem merkwürdigen Schellenmann verfolgt wird.

Das steht so ungefähr im Beschreibungstext und dann liest man sich in fünfundsechzig Kapitel durch die zweihundertzwanzig Seiten und ist ein wenig ratlos, denn die Vermischung  der oben genannten Themen macht es der Leserin nicht leicht.

Jakob ist von draußen in die kleine Stadt gekommen, Hartmann sein Freund, der ihn offenbar nach Beendigung der Schule in die Fabrik brachte, war schon immer da und im Text wird auch noch etwas von einem Geheimnis geschrieben, dasJakob nicht weiß und das ich, muß ich gestehen, bis zum Ende des Buches auch nicht so ganz herausgefunden habe.

Am Anfang des Buchs stolpert man öfter über Stellen, da war Jakob zehn, zwölf, vierzehn, etcetera und man hat auch das Gefühl, daß nicht chronologisch, sondern durcheinander erzählt wird.

Die Geschichte spielt jedensfall in dem heißen Sommer, wo die Eichhörchen sterben, Müllsäcke im Bach abgelagert, Kühe geschlachtet und die Menschen immer aggressiver werden, so daß schon propehzeit wird, daß sie alsbald mit Küchengeräten aufeinander losgehen werden.

In der Fabrik bleibt man offenbar auch nicht lang oder doch, nur die Looser bleiben und die anderen verschwinden und so ist das mit Hartmann passiert, der jetzt von Jakob gesucht wird.

In der Fabrik gibt es einen Vorarbeiter namens Warzenmüller und dann einen Schlosser, einen Serge, einen Philliph etcetera,, die alle auch mit Jakob in Verbindung stehen. Bei Phillipp horcht die geprüfte Leserin auf und denkt sich, ist das vielleicht der Autor, der auch in der Geschichte mitmischt?

Jakob klaut ihm oder steckt sein Handy ein und ruft dann eine stumme Schülerin  an, die aber schnell gesprächig wird, Serge führt ihn in eine Bar ein, wo es zu einer Schlägerei kommt und man denkt an die üblichen Erwachsenwerdenrituale und dann gibt es noch einen Wald vor dem sich Jakob fürchtet und in dem schreckliche Geheimnisse geschehen ist. Da denkt man an eine Vergewaltigung und einen Mißbrauch, was der Autor aber selbst gekonnt relativiert.

Die Fastnacht gibt es auch, da hat offenbar die Geschichte zwischen Hartmann und Jakob angefangen und da begibt offenbar die Geschichte von dem Schellenmann, von dem Jakob verfolgt wird, der aber auch nicht näher erklärt wird.

Jakob fährt also mit dem Bus, auch so eine geheimnisvolle Metapher, weil der nie kommt und man auch nicht so genau weiß, was dann geschieht, in Hartmanns Haus, um ihn zu suchen, wird aber immer nur von der Großmutter empfangen und hört auch die Stimme, der Mutter, die die Großmutter nach Hartmann fragt.

Viel später ruft Hartmann Jakob an, fragt ihn, warum er sich nicht gemeldet hat? Fordert Jakob auch auf ihn zu besuchen, als der das aber nach einigen Zögern tut, ist der nicht mehr da.

Aus der Fabrik wurde Jakob inzwischen auch entlassen, so daß ihm nicht anderes über bleibt, als “Okay”, sagt Jakob zu sich selbst und steigt endlich aus.”

So endet das Buch und die Leserin bleibt, auch wenn sie schon einige Debuts gelesen hat, etwas ratlos zurück, fragt sich wieder, was sie noch von dem Autor hören und lesen wird?

Denkt, ein gekonnt geschriebener Roman mit einem nicht wirklich neuen Thema. Aber natürlich, das wahrscheinlich, was einem Dreißigjährigen bewegt und es da natürlich klar ist, daß das die doppelt so alte Leserin, die schon viele solche Romane gelesen hat, nicht aus den Socken reißt. Noch dazu, wo der gesellschaftliche Anteil, der für die ja sehr wichtig ist, sehr verhalten und verschlüsselt daher kommt.

Ein junger Sprachkünstler, der von seinen Schwierigkeiten mit der Welt erzählt, dessen Lebenslauf ich weiterverfolgen werde und gespannt wird, ob er es auf die Bloggerdebutshortlist schaffen wird und wie es ihm und den Roman so gehen wird?

Cankcar

Nachdem wieder März ist, hat das Doml-Workshop wieder begonnen, das jetzt doch mit der Revolutionsliteratur weitergeht. Statt um drei beginnt es jetzt um vier, weil es dort vorher einen Deutschkurs gibt und als ich ein paar Minuten nach vier anläutete und ohnehin etwas verunsichert war, machte mir niemand auf.

Stephan Teichgräber war aber da und hat mich nur nicht gehört, weil seine Büroräume ja im hinteren Teil liegen, so hat das Workshop statt, um vier um halb fünf angefangen und kurz danach tauchte Edi Winter auf, der mich damals bei der Lesung in der Pannaschgasse wieder ausgeladen hat, weil ich ein Honorar haben wollte und hielt mit der SPÖ, die im Doml auch Untermieter eine Sitzung ab, so daß der Workshop diesmal etwas gestört war und anschließend bin ich in die Hauptbücherei gegangen, weil es dort einen slowenischen Filmabend gab und der Film “Cankar” über den slowenischen Nationaldichter, der 2018 von Amir Muratovic gedreht,  gezeigt wurde.

Von Ivan Cankar, dem 1876 geborenen und 1918 gestorbenen slowenischen Nationaldichter, der auch eine Zeitlang in Wien lebte, habe ich, glaube ich in der “Gesellschaft für Literatur” einmal etwas gehört, Erwin Köstler ist sein Übersetzer, weiß aber sonst nicht sehr viel von ihm, so daß ich auf den Film sehr neugierig war und nur unsicher war, ob er auf Deutsch gezeigt wird, weil sich die Hauptbücherei bald mit der slowenischen Gemeinde Wiens füllte, ein paar Deutschsprachler waren aber , wie Dine Petrik, auch dabei und eine Frau vom slowenischen Kulturinstitut begrüßte und steltle den Regisseur vor, sagte dann noch etwas, das der Film auf Englsch sei, was aber nicht stimmte.

Englisch waren die Untertitel, aber die waren nicht sehr gut zu lesen, zum Glück war aber der Teil, der in Wien spielte, auf Deutsch und Erwin Köstler hat auch Deutsch gesprochen, so daß ich mir das, was ich nicht verstanden habe, durch “Wikipedia” ergänzen kann.

Der Film beginnt, als Cankar nach Wien kommt und sich in Ottakring bei einer Näherin ein Untermietzimmer nimmt. Er beginnt mit ihrer Tochter Steffi ein Liebesverhältnis, verläßt sie aber zehn jahre später. Inzwischen hat er, wie Erwin Köstler sagte, inzwischen fast sein ganz Werk geschrieben. Er ging dann nach Sarajewo wurde dort von der Kirche vereinahmt, war aber Sozialdemokrat und sehr viele Wissenschaftler sagten dann etwas auf Slowenisch dazu. Es gab auch künstlerische Darstellungen, Briefe und Bilder wurden gezeigt. So habe ich trotzdem einen interessanten Eindruck von dem Dichter, dessen Werk ich, glaube ich, gar nicht kenne, bekommen.

Podium Portrait 95-100

Der Literaturkreis “Podium” von Alois Vogel gegründet, hat ja die gleichnamige Literaturzeitschrift, dann eine Lyrikreihe, die, glaube ich,”Neue Literatur aus Österreich” hieß und jetzt die “Podium Portrait-Reihe”, wo die Mitglieder zu ihrem runden Geburtstag, ich glaube, ab sechzig oder so ein Lyrik- oder Prosa-Bändchen je nach vorhandenen Werk bekommen,  jetzt gibt es schon  Band hundert, beziehungsweise, hunderteins, das ist der Bruni gewidmet und wird am Montag posthum in der Buchhandlung “Tiempo Nuevo” vorgestellt und die Bände 95-100 wurden heute in der “Gesellschaft für Literatur” präsentiert. Erstmals dort, obwohl die “Gesellschaft” glaube ich, beziehungsweise Wolfgang Kraus, ihr damaliger Leiter dort den  März als Monat der Lyrik einführte, so daß es jeden März dort einige lyrische Veranstaltungen gibt, die ich auch regelmäßig mehr oder weniger besuche, die “Podium Bändchen” von denen ich einige gelesen habe und auch regelmäßig geschenkt bekomme, zuletzt das von Erika Kronabitter Band acht-oder neunundneunzig bei ihrem Geburtstagsfest, wurden, glaube ich bisher in der “Alten Schmiede” und vielleicht auch im Literaturhaus vorgestellt oder wurden dort die Hefte präsentiert?

Das weiß ich jetzt gar nicht so genau, kann man bei mir aber nachlesen und ab nun, beziehungsweise ab Band 95 wird das, wie Manfred Müller in der Einleitung erklärte, bei der “Lyrik im März” in der “Gesellschaft” passieren und die ersten hundert Bände hat Hannes Yyoral herausgegeben, der jetzt von Erika <kronabitter abgelöst wurde, die schon das Langthaler-Bändchen verantwortetet.

Band 95 bis 100 sind aber den Dichter und Dichterinnen Patricia Brooks, Pascal C. Tanguy, Tarek Eltayeb, Wolfgang Ratz, Erika Kronabitter und Sylvia Treudl gewidmet. Wofgang Ratz ist in Südamerika, Erika Kronabitter anderwertig verhindert, so wurden heute nur vier Bände präsentiert und von Hannes Vyoral eingeleitet.

Bei den Portraits gibt es immer ein Vorwort oder eine Einfürung bei der 1957 in Wien geborenen Patricia Brooks, die ich ja öfter bei Veranstaltungen treffe und die ich, glaube ich, durch unser gemeinsames Portrait einmal, lang lang ists her, in der Zeitschrift “Buchkultur” kennenlernte, war das Ilse Kilic, bei dem mir bisher unbekannten Pascal C. Tanguy, der in Linz geboren wurde und glaube ich französischer Herkunft ist, jedenfalls hat er die Gedichte, die von Reisen aber auch von der Sprache und der Liebe handelten, zweisprachig gelesen, hat das Georg Bydlinsky gemacht und er scheint auch ein sehr vielseitiger Mann zu sein, nämlich Tänzer, Musiker, Maler, Schreiber und dann noch Gymnasiallehrer und war für mich eine spannende Entdeckung, während ich den 1959 als Sohn sudanesiischer Eltern und seit 1984 in Wien lebenden Tarek Etajeb schon vom Namen oder auch von Veranstaltungen her kannte, er las zwei seiner Gedichte auch auf arabisch und hatte dabei spannenden Themen, so handelte das erste nämlich von einem der als er den fluß überquerte schwarz wurde, so daß sein freund sich weigerte es ihm gleich zu tun.

Dann folgte, die 1959 in Krems geborene Sylvia Treudl, die, glaube ich, Elfriede Haslehner im “Wiener Frauenverlag” ablöste, dann das NÖ-Literaturhaus gründete, die “Literatur und Wein” veranstaltet, auch als Rezensentin und vieles anderes tätig ist und ihr Bädchen in sieben Abteilungen gliederte, dabei einiges auf Englisch und anderes in NÖ-Dialekt beispielsweise, das Gedicht von ihrer geschiedenen Mutter las und einen interessanten Kontrast zu den anderen Werken bot.

Erika Kronabitters Gedichte muß oder kann ich, wie schon geschrieben lesen, zu der Veranstaltung zu Brunis achtzigsten Geburtstag werde ich am Montag gehen und nach der Veranstaltung habe ich mich noch länger bei Wein und Kanbberzeugs, das es überraschenderweise gegeben hat, mit Maria Gorniciewicz unterhalten, die, wie sie mir sagte, ihr Portait schon länger hatte.

Spannend, spannend die Veranstaltung, auch für eine Nichtlyrikerin und morgen wird es in der “Gesellschaft” mit der Lyrik weitergehen, da habe ich aber vor nach dem Doml-Workshop, der ja wieder beginnt, in die Hauptbücheeir zu gehen, weil da ein Film über den slowenischen Nationaldichter Ivan Cankar gezeigt werden wird.

Joseph Roth Lecture

Die internationale Joseph Roth Gesellschaft gibt es seit zehn Jahren, da war im Literaturhaus eine große Ausstellung und Veranstaltungsreihe, Heinz Lunzer, der damalige Leiter, der sich ja 2008 in Pension begab, ist der Präsident und im Literaturhaus finden regelmäßige, so einmal im Jahr, denke ich, Joseph Roth Veranstaltungen statt, zu denen ich manchmal, nicht immer gehe, denn der 1894 in Brody, glaube ich, geborene Dichter, der 1939 in Paris gestorben ist, interessiert mich ja, seit ich mir einmal zu einem seiner Jahrestage ein paar Bücher gekauft habe, mich dann an den “Radetzkymarsch”, gewagt habe, die “Flucht ohne Ende” und noch einiges andere gelesen habe.

Es geht sich nicht immer aus, dorthin zu kommen, aber heute habe ich das Hörspielprogramm in der “Alte Schmiede” gelassen und bin zu einem Vortrag über einen Essay oder Joseph Roth Biographie über den franhösischen Staatsmann George Clemenceau, von dem ich noch etwas gehört habe, zu gehen.

Der französische Germanist Jaques  Lajarrige hat ihn gehalten, Viktoria Lunzer-Talos hat ihm beim Übersetzen ins Deutsche geholfen und im Anschluß daran erschloß sich eine intensive Diskussion, wieso Joseph Roth, als letztes Werk, kurz vor seinem Tod, den Essay geschrieben hat, den der Verlag, glaube ich, auch nicht habe wollte, sondern stattdessen die “Legende des heiligen Trinkers” herausbrachte und warum Roth, der ja Geld brauchte, statt der verkaufsfördernden Belletristik sich zuletzt an ein biografisches Werk gemacht hat, das noch nicht ins Französische übersetzt wurde.

Die Diskussion war interessant und fascettenreich und im Anschluß stellte Heinz Lunzer die Hefte vor, die die Gesellschaft in den letzten Jahren herausgegeben hat und die sich mit Roths journalistischen Texten, seiner Orthografie und seinen veränderten Romananfängen beschäftigte.

Wenn man Mitglied ist oder wurde, konnte man sich die Hefte holen. Für die anderen lag eine Postkarte mit einem Joseph Roth Portrait bereit, auf der man die Website findet, auf der man Mitglied der Gesellschaft werden kann und im Anschluß gab es Wein und Knabberstangen und ich habe mich lange mit Robert Huez über die gegenwärtige gesellschaftliche Situation, die mich ja sehr beschäftigt und die mit der, der Dreißigerjahre des letzten Jahrhunderts gar nicht so unähnlich ist, unterhalten und die passende Lektüre hatte ich auch in der Handtasche, hat “Wagenbach” ja Juris Weils “Mendelsohn auf den Dach” neu herausgegeben, wo der 1959 verstorbene tschechische Dichter posthum die Okkupation Prags durch die Nazis auf eine sehr satirische Art und Weise beschreibt.

Ein Buch passend zum Thema und viele andere gesellschaftlich relvante Gegenwartsliteratur, wie das für den Preis der “Leipziger Buchmesse” nominierte “Traurige Gast” von Matthias Nawrat oderJohn Wrays “Gotteskind” gibt es ja auch, denn die Gegenwartsliteratur ist ja sehr politisch.

Aber es ist natürlich gut und wichtig, sich auch in Joseph Roths Werke einzulesen und da habe ich die “Kapuzinergruft”, die ich mal in Salzburg gefunden habe, in Harland noch immer auf meinen Bücherstapel liegen. Mal sehen, wann ich zum lesen komme, ich bin jedenfalls sehr gespannt.

Das Leben des Vernon Subutex III

Jetzt kommt Band drei der SubutexReihe, des “Gesellschaftsromans unserer Zeit”, wie Volker Weidermann im “Literarischen Quartett”, sagte und auch auf den Buchrücken schreiben ließ und es stimmt, es ist ein gewaltiges Gesellschaftsbild, das die 1996 in Nancy geborene französische Autorin Virginie Despentes, da in drei Bänden aufzeichnet, die eigentlich ganz harmlos im ersten Teil mit dem Gang in die Obdachlosigkeit des ehemaligen Plattenhändlers beginnt.

“Aha!”, habe ich damals gedacht, als ich von St. Pölten nach Wien fahrend im Auto die “Ex Lbris-Rezension” hörte, ein Thema das mich interessiert und an das ich mich auch schon literarisch gemacht habe.

Dann habe ich um Weihnachten den ersten Teil gelesen, war etwas verwirrt, ob der Vielfalt der Personen, die da auftauchten und auch über den rauhen Ton, wie die Autorin die französische Gesellschaft schildert. In Band zwei gibt es dann ein Personenverzeichnis und die Obdachlosigkeit ist verschwunden, beziehungsweise wird Vernon von seinen Freunden aufgefunden und sie ziehen  alle aufs Land hinaus, um dort “Convergences” zu veranstalten, denn Vernon ist ein begnadeter Plattenaufleger und in Band drei, das konnte man schon überall lesen geht es um das Jahr 2015 in dem die Anschläge auf Charly Hebdo passierten und Michelle Houllebeque seinen berühmten Roman geschrieben hat.

Ich habe warhscheinlich wieder “Aha!”, gedacht und “Das interessiert mich!” und wieder gingen die Ansprüche weit über die Erwartungen hinaus und während mir Band zwei eigentlich recht klar erschien, war es hier wieder sehr verwirrend und ich würde sagen, der strikte Handlungsfaden fehlte, aber das war höchstwahrscheinlich gar nicht der Anspruch der Autorin.

Denn es beginnt mit einem Zahnarztbesuch Vernons, der deshalb wieder nach Paris zurückfährt, dort sucht er den alten Charles auf, der ihm  am Beginn von Band zwei aus der Obdachlosigkeit half.

Der hat einen großen Llottogewinn gemacht, ihn aber vor seiner Llebensgehhrtin geheimgehalten. Jetzt ist er gestorben und die Lebensgefährtin muß Vernon mitteilen, daß Charles den “Subutexen” die Hälfte des Vermögens vermacht hat.

Das löst natürlich einiges aus und dann geht es auch, um den Anschlag auf den Produzenten Laurent Dopolent weiter, der ja von der jungen Muslima Aicha und Celeste zwangstätowiert wurde. Das ließ er entfernen, will sich aber an den zwei Frauen, die von der Hyäne versteckt wurden, rächen. Die hat sie ins Ausland gebracht, Aicha nach Berlin oder Frankfurt, das kommt nicht so ganz klar heraus oder doch Aicha, die bei einer muslimischen Familie Kindermädchen ist, geht am Main spazieren, wird dort vom Hausherrn, den sie ja  nicht ansehen darf, angemacht und geschwängert, während Celeste in Spanien entführt und gefangengehalten wird.

Es kommt dann der November 2015 und das Leben verändert sich. Es kommt auch zu einem großen Anschlag während der “Convergences”, wo alle außer Subutex umkommen. Der verbringt dann den Rest seines Lebens bei Aicha und ihren Nachkommen, stribt mit zweiundsiebzig Jahren, wird vorher noch eine berühmte Mangafigur und die “Convergencens” werden wohl auch wegen der weiteren gesellschaftlichen Entwicklung verboten, bestehen aber im Untergrund weiter und im Jahre 2286  wird von einem Nachkommen  Aichas,  “die offizielle Anerkennung des “Subutext-Kults” bei der Weltregieung beantragt.

Die Anerkennung wurde abgelehnt. Angesichts des großen Interesses für die von den ersten Anhängern geöffenten Tore wurden jedoch die Gesetze, die seine Befolgung befahlen, außer Kraft gesetzt. Gegen jede Erwartung wird also weitergetanzt, im Dunklen und zu einer primitiven Musik, deren Kult auch am Ende des dritten Jahrtausends nicht aussterb en wird.”

So endet die Trilogie und wir haben wirklich eine gigantische Gesellschaftbeschreibung gelesen, die mich zwar nicht, wie Antje Deistler, vom “Deutschlandfunk”, am Buchrücken schrieb,  süchtig machte, ich habe mir mit Teil eins und drei sogar eher schwer getan, aber doch angesichts der momentanen Gesellschaftszustände und Umstrukturierungsversuche nachdenkelich macht und auf jedenfall sehr sehr eindrucksvoll ist.

Szenische Collage um Woody Guthrie

Message

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Eigentlich hätte ich dieses Wochenende nach Harland fahren wollen, war ich das doch jetzt schon ein Monat nicht mehr, denn am zehnten Februar, einem Sonntag war Erika Kronabitters Geburtstagsfest, die Woche darauf, das “Lach-Symposium” zu dem mich die “Sigmund Freund Uni” eingeladen hat, um mich psychologisch-psychotherapeutisch fortzubilden und am Sonntag  die Matinee zu ArminThurnhers siebzigsten Geburtstag im Schauspielhaus und voriges Wochenende die GV der IG Autoren und dieses Wochenende war eigentlich nichts, was mich vom Radfahren an der Traisen und einem Marktbesuch mit oder ohne Doris Kloimstein abhalten hätte, aber der Alfred, der ja jeden Freitag nach Harland fährt, um mit den Betreuerinnen seiner Mutter einzukaufen oder die Arzt- und Krankenkasse besuche bezüglich Verordnungscheine, Pflegestufen, etcetera zu absolvieren, will das amMontag noch einmal bezüglich Kinderwagen für das kommende Enkeltkind und außerdem wollte er  Freitag Abend in die VHS Heiligentadt, weil da trat sein Schul- und Wanderkollege Gunther Maier in einer  szenischen Collage mit und von für Musik von Woody Guthrie auf.

Woody Guthry, wer ist das? Keine Ahnung, denn in in der Singer Songwriter Szene der fünfziger und sechziger Jahre bin ich nicht sehr zu Hause, bin ich doch in meiner Studentenzeit brav jede Woche einmal in die Oper gegangen und habe mir die Musik von Guiseppe Verdi und Richard Wagner angehört und hatte von Woodstock etcetra nicht viel Ahnung.

Habe aber ohne zu wissen, um was es da gehen könnte gesagt, ich will den Alfred begleiten und war dann eigentlich nicht einmal so motiviert dazu, denn ich bin diese Woche nur  am Montag bei einer literarischen Veranstaltung in der “Alten Schmiede” gewesen.

Die war sehr interessant und überraschend und den Dienstag, wo Friederike Mayröcker dort aufgetreten ist, habe ich mir selbst versaut, weil ich das in meinen Kalender offenbar so unleserlich hineinschmierte, daß ich mir eine achtzehn und neunzehn Uhr Stunde draufhin einteilte.

Am Mittwoch hatte ich dann nur eine um achtzehn, aber kein Alternativprogramm, so daß ich da  auch mit dem “Subutex” in die Badeswanne gestiegen bin, was auch gut war, weil ich derzeit ohnehin das Gefühl habe mit meinen Bücherbergen unicht und nicht nach zu kommen.

Dafür habe ich mir am Mittwoch  auch noch gleich drei Bücher bezüglich “Frauentag” bestellt, die am Freitag kamen, für mich zum Teil sehr überraschend waren und mich auch zu einem speziellen Artikel anregten und die Überraschung war, das eines davon von der Soziologin stammte, die ich am Donnerstag, ich glaube, wenn ich mich nicht sehr irre, am Tage des Opernballs am Meidlingerplatzl zum Thema “Armut” stattfand, mit einer sehr interessanten Donnerstagstatement kennenlernte, aber “Kremayr und Scheriau”, dem ich einmal, lang, lang ists her,  meine Texte, als der noch lang keine literarische Schiene hatte, schicken wollte, hat inzwischen auch auf seinen anderen, sehr interssanten Bücher, so werden Livia Klings Facebook- oder Twittereintragungen zum politischen Geschehen alsbald folgen.

Aber erst einmal habe ich mich am Freitagabend, bevor ich mit dem Alfred nach Heiligenstadt gefahren bin, darüber informiert, was mich dort erwarten wird:

Alle

Alle

Nämlich, die schon erwähnte szenische Colleage “Drei Griff und die Wahrheit” von und um Woody Guthrie, ich habe mir eigentlich ein Gitarresolo von Gunther Mayer, der auf die Berge immer seine Gitarre mitnimmt und dann singt und improvisiert, erwartet und Woody Guthrie keine Ahnung-?

inzwischen weiß ich, das Woodrow Wilson Gutrhrie, ein 1912 geborenener und 1967 verstorbener amerikanischer Singer-Songwriter war, der sich noch dazu sehr mit dem linken gewerkschaftlichen Spektrum, wie in “Wikipedia” steht, beschäftigt hat und außerdem noch Lyrik geschrieben hat.

Daß ich mich in der amerikanischen Singer- Songwriter Szene nicht so sehr auskenne, obwohl ich einmal  am Ostermontag mit dem Alfred, statt des damals noch existierenden Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters ins Filmcasino zu Allen Ginsbergs “Howl” gegangen bin, habe ich schon geschrieben, dafür habe ich ihn  2016, als Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur bekommen hat, mit ihm verwechselt, beziehungsweise das dem Lehrer den ich bei einem Symposium in der “Gesellschaft für Literatur” bei dem ich da gerade war, so erzählt und weiß von Allen Ginsberg, von dem ja beispielsweise die “Schule für Dichtung” sehr schwärmt, noch immer nicht sehr viel mehr und von Bob Dylan ebenfalls nicht, obwohl ich, wenn ich mich nicht irre, 2016 zu meinem Geburtstagsfest ein diesbezügliches Reclamheftchen bekommen habe.

Wie gut oder schlecht zu den beiden erwähnten, Woodrow Guthrie nun hineinpasst, weiß ich noch immer nicht, war aber sehr erstaunt nun doch einen  literarischen Arbend präsentiert zu bekommen, denn Rudi Burda, der auch schon am Volksstimmefest mit seinen Liedern aufgetreten ist, hat seine Werke für das “nicht Englisch sprechende Publikum” auf Deutsch übersetzt und den Song von der “Bürgerwehr” habe ich  schon wo mal gehört und das mit dem “My land” habe ich natürlich auch gekannt, denn es war kein Gitarresolo von Gutner Mayer allein, das da in der VHS, an der ich auch vorübergegangen bin, als ich von  Brunis Begräbnis nach Hause gegangen bin, sondern die schon zitierte Collage, die fünf Männer und zwei Damen, alle in karierten Countryhemden, die jener Woody wohl getragen hat, präsentieren.

Sein Leben wurde vorgestellt, es gab auch Bilder an der Wand und dazwischen wurde gesungen und durch das Leben und die Songs auf Wienerisch und Englisch geführt, was ich sehr interessant gefunden und wieder etwas gelernt habe, so daß ich mich nun doch entschossen habe, etwas darüber zu schreiben, weil man das Singen-Songwriten ja ohne Zweifel in ein literarisches Flüstern einreihen kann, die Collage auch sehr politisch wurde und sich die Situation in dem Armerka der Vierziger- und fünzigerjahre, wo jener Woody singend und texten herumgefahren ist von der heutigen Sitation des Rechtsrucks und den wöchentlichen Donnerstagsdemonstratonen gegen schwarz blau gar nicht so sehr unterscheidet und da habe ich wohl auch den Song von der “Bürgergerwehr” gehört oder war es in den “Spielräumen” von Ö1, das weiß ich jetzt auch nicht so genau es war aber auf jeden Fall sehr interessant und Faschingsamstag ist dieses Wochenende auch.

Identitätsfragen

Die, die meinen Blog schon länger lesen, wissen, daß das Schreiben mir sehr wichtig ist und  ich damit, vielleicht kann man es so formulieren, nicht sehr viel Glück hatte.

Ich habe es gleich nach meiner Matura und neben meinem Psychologiestudium relativ isoliert versucht, hatte wenig Ahnung vom Ligeraturbetrieb der Neunzehnhundertsiebzigerjahre und auch keine Connections dazu. Habe also zu schreiben angefangen, mit kurzen abgehackten Sätzen und vielen Bindestrichen, wie ich mich erinnern kann, vielleicht war das mein Versuch mich experimentell auszudrücken, denn das man damals sollte mußte, das habe ich schon irgendwie verstanden, obwohl ich eigentlich immer realistisch, psychologisch, sozialkritiasch schreiben wollte.

Dann habe ich eine solche Geschichte geschrieben, sie unkorrigiert liegen lassen und nicht recht gewußt, was ich damit anfangen soll?

Dann kam, glaube ich, so etwas wie ein Schreibblockade, obwohl ich wahrscheinlich auch nicht wußte, daß das so heißt und 1976, glaube ich, da bin ich im Sommer zu einem Workcamp nach Hamburg gefahren und habe da den Rudolf B. kennengelernt, ist die “Geschichte “Einladung zum Tee” entstanden.

Eine recht konventionelle Dreiecksgeswchichte für eine dreiundzwanhzigjährige gehemmte Studentin, würde ich heute wahrscheinlich sagen und wenn mir eine solche gezeigt wird , würde ich “Super!”, antworten.

“Ich sehe das ist dir wichtig!” und nicht “Das ist,schlecht, ich kann dir aber auch nicht sagen warum!”

Das ist mir, meine Leser wissen es wahrscheinlich circa 1978 zweimal passiert und der Rudolf B. hat mir aus Hamburg, als ich ihm mein Leid klagte, geraten, doch nur für mich zu schreiben und den Literaturbetrieb zu lassen!

Etwas, was ich inzwischen wahrscheinlich bis zur Perfektion betreibe, damals aber nicht passte, was der rudolf nicht verstanden hat, als ich ihm wahrscheinlich antwortete: “Aber die Jelinek tut das doch auch nicht!”

Die Monika, eine von den beiden Kritikern, die mich dann aber zum “Arbeitskreis schreibender Frauen” brachte, hat, glaube ich, einmal gemeint, daß meine Texte, die ich ihr damals zeigte, sozialistische Schundromane wären.

Aber das waren sie doch auch nicht und sollten nicht so sein, nicht trival und nicht kitschig, obwohl mir damals noch das Handwerk natürlich fehlte und man damals noch nicht glaubte, daß man schreiben lernen kann.

Zumindstens nicht in Schreibwerkstätten, sondern nur allein und durch den Kuß der Muse und so habe ich auch nicht aufgegeben, sondern mich weitergewurschtelt und das schreibe ich jetzt auch, obwohl ich weiß das das schon manche erstaunte Frage und Kopfschütteln auslöste, ich den Nobelpreis haben wollte, was für mich wahrscheinlich das Synonym für literarische Anerkennung ist.

Den werde ich nicht bekommen, das weiß ich inzwischen auch, ein wenig Anerkennung kann aber trotzdem nicht schaden und so hat mir, glaube ich, Maria Gornikiewiecz auch einmal geantwortet:

“Fang doch mit einem etwas kleineren Anspruch an!”

Das wäre die richtige Antwort, die ich auch geben würde, während der Uli “Das meinen Sie doch nicht ernst?”,fragt und Elfriede Haslehner mich einmal gefragt hat, ob ich  betrunken wäre?

War ich nicht und ich denke, man muß das auch nicht sein, wenn man sich das wünscht und bin in den Achtzigerjahren auch in den Arbeitskreis schreibender Frauen gekommen, was vielleicht damals die Form einer Schreibwerkstatt war. Für mich war es die “Gruppe 47”, habe ich gedacht und auch mein erster Eintritt in den Literaturbetrieb, wo ich Frauen wie Marie Therese KerschbaumerElfriede Haslehner, Valerie Szabo, Hilde Langthaler, Christa Stippinger und und kennenlernte.

Dadurch bin ich, 1987, glaube ich, auch in die GAV gekommen, habe angefangen meine Texte herumzuschicken und mich bei Stipendien zu bewerben. Sie waren dafür wahrscheinlich oft nicht genug genug, weil man im Arbeitskreis das Schreiben auch nicht wirklich lernte. Ich habe aber weitergeschrieben, meine Texte an Verlage geschickt, sie zurückbekommen oder auch nicht und 1980 dann den Preis für ein nicht rollenspezifisches Kinderbuch mit “Güler will kein Kopftuch mehr” das in dem “J u. V- Buch” “Mädchden dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen” veröffentlicht wurde,  das dann auch einen Teil des Kinderbuchpreises gewonnen hat.

In den Literaturbetrieb, wie ich es wollte und glaubte, bin ich auch dadurch nicht hineingekommen, aber erste Veröffentlichungen in kleineren Literaturzeitschriften hats gegeben und als ich in die GAV aufgenommen wurde, gabs sogar die “U-Bahngeschichten” im “Wespennest”.

Ich habe in den achtziger Jahre als ich schon als junge Psychologin halbtags auf der Sprachambulanz der II HNO-Klinik arbeitete, einige Lesungen bei den “Textvorstellungen” in der “AS” gehabt, damals im zweiten Stock, glaube ich, in dem Haus, das nicht mehr zur “AS” gehört und moderiert von Herbert J. Wimmer, der das damals machte, habe meine Texte an die” Editon Wortbrücke” geschickt, der Literaturzeitschriften des Jack Unterweger, der dann gleich die “Hierachien” machen wollte, während ich schon damals an das Selbermachen dachte und glaube sogar, um einen Zuschuß dafür beim Bund eingereicht habe.

Das Buch ist dann in der “Edition Wortbrücke” erschienen, ist also mein erstes Buch in einem Kleinstverlag das es schon lange nicht mehr gibt. Kisten davon stehen immer noch in Harland herum, die Kritiken waren schlecht und Jack Unterweger war dann auch nicht mehr lange literarisch tätig.

Also habe ich meine Manuskripte weiter an Verlage geschickt an “Residenz” und “Fischer” oder “Suhrkamp”, ja, ich gebe es zu, aber auch an kleine Verlage, bis mir der Alfred dann die “Wiener Verhältnisse”, im Digitaldruckverfahren herausgegeben in einer fünfzig Stückauflage zum Geburtstag schenkte und ich dachte, fein “Das mache ich jetzt immer! Ab nun erscheint jedes Buch von mir!” und hatte keine Ahnung, in welches Fettnäpfchen ich mich damit setzte, denn wir schrieben das Jahr 2000 und “Eigenverlag, nein, das wollen wir nicht!”

Das war soetwas, als wenn man zu einem Zuschußverlag gegangen wäre, denen ein paar tausend Schilling oder Euro hingeblättert und zum Schaden den Spott bekommen hätte!

“Aha, ein illegales Buch!”, hat der Martin auch, glaube ich, gesagt und ich war mir eigentlich nie ganz sicher, ob ich jetzt ein Buch habe oder nicht und daran vielleicht auch ein bißchen selber schuld bin, weil ich ja aus Kostenkünden und auch, weil ich merkte, daß das ja auch bei den “Hierarchien” nichts brachte und ich das Buch trotzdem in Schachteln und nicht in den Buchhandlunghatte, auf die ISBN-Nummer verzichtet habe und auch nicht “Eva -oder was auch immer Verlag” daraufgeschrieben habe, wie ich von einigen weiß, das sie so machten.

Aber so mit immer zwei Büchern in der Tasche, die man dann im Literaturhaus oder in der “AS” tapfer herumzeigt, sitzt man bald im Fettnäpfchen und die Leute schauens es angesichts der Bücherfülle, die es schon gibt, nicht an, sondern rümpfen die Nase und sagen “Eigenverlag wollen wir nicht!”

Das hat sich durch den bösen “Amazon”, der ja den Selfpublishern, die Türen und Toren öffnete, inzwischen stark verändert. Die Selfpublischer boomen, aber die stellen ihre Bücher bei “Amazon” hinein, schauen auf die Rankingliste und lassen sich nicht fünfzig Stück drucken mit denen man offenbar noch immer zwischen den Sesseln sitzt oder steht.

Denn damit bekommt man zwar in der “AS” einen Termin bei den “Textvorstellungen”, wenn man Glück hat. Das Literaturhaus hat mich wahrscheinlich aber, obwohl nie so ausgesprochen aus diesen Gründen, die “Mittleren” nicht mehr dort machen lassen, die “Gesellschaft für Literatur” nimmt nicht selbstgemachtes und schüttelt bei meinen vorsichtigen Anfragen nur bedauernd den Kopf und die Chance auf einen Buchpreis oder eine Buchpreisprämie hat man sowieso nicht, denn schaut man die meisten Ausschreibungen durch, steht da immer Selfpublishing ausgeschlossen, obwohl die in Leipzig und in Frankfurt schon ganze Halle füllen und es auch nicht mehr stimmt, daß man, wenn man mal was selber machte, nie mehr die Chance hat, bei einem Verlag genommen zu werden.

Wenn man da erfolgreich ist, reißen sich die wahrscheinlich sogar um einen. Aber da scheine ich wieder nicht hineinzupassen, denn ich schreibe ja Literatur, also realistische sozialkritische psychologische Romane und kein Genere. Keine Fantasy, keine Krimis und kein Chicklit. habe inzwischen schon über vierzig selbstgemachte Bücher, mit denen ich auch regelmäßig in der “AS”, beim Volksstimmefest oder auch woanders lese, bekomme aber immer noch Absagen nach dem Motto “Nein, Selbstgemachgtes nehmen wird nicht!”

Das war die erste Antwort, die ich von Luis Stabauer bekommen habe, als ich fragte, ob ich in der neuen Cafe-Westend Lesereihe lesen kann?

Das heißt, nein, er hat gefragt “Hast du nichts Verlagsmäßiges?” Und das habe ich ja auch, zwei Fachbücher übers Stottern, die “Hierarchen” und die “Linken Wort-Anthologien”, denn die gehen zum “Globus-Verlag” oder schreiben das darauf und lassen ebenfalls bei “Digitaldruc”k drucken, die ja auch schon mal einen Stand auf der “Buch Wien” hatten.

Die IG Autoren, auf deren GV ich ja erst vor kurzem war, setzen sich an sich für alle Autoren ein, haben bei ihren Messen in Leipzig oder Frankfurt, aber auch nur für die, die ein Verlagsbuch haben, Platz und nehmen das Selbstgedruckte auch nicht in ihren Verlagskataglog auf.

Gut, ein Verlagsprodukt ist es ja nicht. Aber ein Interview könnte ich schon einmal in Leipzig geben und hatte ja auch einmal ein Portrait in der “Autorensolidarität”, denn da gibt es eine Eigentverlagsreihe und das war schon zu Zeiten, wo noch kein Mensch, das Wort “Selfpublishing” gekannt hat.

Ich habe also angefangen ab 2000 meine Bücher selber zumm achen und irgedwann aufgehört meine Manuskripte an Verlage zu schicken. Habe 2009 mit dem Bloggen begonnen und da auch angefangen, meine Bücher vorzustellen, herzuzeigen, den Schreibprozeß zu beschreiben, ein Gewinnspiel zu machen, Artikel über meine Bücher und mein Schreiben hineinzustellen, so etwa, wie man es wohl auch bei den Marketingkursen der Selfpublisher lernen würde, glaube ich, der Erfolg hält sich auch da in Grenzen und so hadere ich nach, wie vor ein bißchen mit der Frage, bin ich jetzt eine Autorin oder nicht?

Der Uli will mich ja so gerne in die Hobbyschiene abschieben und wundert sich, daß ich bei Lesungen nach dem Honorar frage und dann, weil ich es ja gern tue, trotzdem lesen, es aber versuche und auf Anraten der Ruth vor vier Jahren mich auch um einen Aufenthalt, um eine Autorenwohnung in Veneding der “Literarmechana” bemüht habe. Da bekam ich zur Antwort, daß das nicht ginge, weil mein literarisches Werk zu klein sei? Aber ich hatte schon damals über fünfunddreißig Bücher und habe jetzt wahrscheinlich zehn mehr.

Habe nie mehr darum angesucht, frage den Gerhard Ruiss aber jedes Jahr bei der GV, ob ich noch immer nicht in Leipzig meine Bücher ausstellen oder vorstellen kann und bleibe mit der Antwort:

“Eigenverlag, nein, können wir nicht! Da sind wir überfordert!”, etwas ratslos zurück, obwohl ich ja schon längst nicht mehr, die einge Selfpublisherin bin und ich nicht nur erst, seit ich blogge, weiß , daß es die verschiedensten literarischen ausdruckformen gibt.

Ich bin eine davon mit meinen über vierzig selbstgemachten Büchern, meinen Berichten über mein Schreiben und dem Literaturbetrieb im “Literaturgeflüster”, versuche es immer und leider nicht sehr erfolgreich literarisch damit aufzufallen und weiß vielleich nach wie vor noch nicht so recht, bin ich jetzt eine Autorin, weil es mir mit meinem  Werk offenbar nicht und nicht gelingt, literarisch aufzufallen, obwohl ich es nach wie vor tapfer versuche und inzwischen auch einige Lesungen, im Republikanischen Club im Mai,  im Cafe Westend im Juli aus der “Unsichtbaren Frau” anzubieten habe, wo man mich kennenlernen kann und zwei Stadtspaziergänge zu der “Kunst des öffentlichen Raums” gibt es im April auch und sonst wird es wahrscheinlich so weitergehen mit meinen Weg durch, neben oder um den Literaturbetrieb, als nicht so erfolgreiche, aber literarisch sehr bemühte schreibende Frau und wer möchte, kann sich immer noch an meiner Leserunde bei der “Unsichtbaren Frau” oder meinen anderen Büchern beteiligen und was mich sehr freuen würde, mit mir in einen diesbezüglichen literarischen Diskurs eintzutreten, weil man, was ich nach wie vor glaube, die Qualität eines Buches erst beurteilen kann, wenn man es in die Hand nimmt und es gelesen hat.

Schwarzes Kleid mit Perlen

Jetzt kommt eine Entdeckung, nämlich der Roman der 1915 in Warschau geborenen und 2010 in Toronto verstobenen Helen Weinzweig, den sie mit fünfundsechzig Jahren geschrieben hat und der jetzt bei “Wagenbach” auf Deutsch herausgekommen ist.

Eine im surrealen Stil der Neunzehnhundertdreißigerjahre geschriebene aber durchaus in der Gegenwart der Fünfundsechzigjährigen, spielendende Geschichte, wo man nicht recht weiß, geht es dabei, um die Unterdrückung der Frau oder um die Emanzipation der selben, was in Zeiten wie diesen ja besonders wichtig ist?

Der Text am Buchrücken unterscheidet sich auch vom Klappentext und das, was man dann auf den hundertsechundachtzig Seiten liest, ist noch ein bißchen anders.

Da geht es um Shirley, eine1925 geborene Frau, die sich einen anderen Namen gibt und durch die Welt reist, um sich mit ihren Geliebten namens Coenraad zu treffen.

Das muß auf geheimnisvolle Art und Weise geschehehn. Er hinterläßt in den Hotels, in denen sie absteigt, Nachrichten, für sie. Sie muß dann nach ihm suchen und liegt abends einsam in ihrem Hotelzimmer, schaut sich Postkarten an und durchdenkt ihr Leben und ihre Beziehung zu ihrem Geliebten, der ihr klare Vorschriften gibt, nicht entdeckt werden und selbst bestimmen möchte, ob und wann er sie zum letzten Mal sieht.

Sie ist verheiratet mit einem Zbiginew, an den sie manchmal denkt, während sie im schwarzen Kleid mit Perlenkette durch die Straßen läuft, sich von Kellnerinen zuerst an Katzentische, dann doch zu besseren Tischen führen und sich von ihren ihre Lebensgeschichten erzählen läßt.

Eine der Botschaften, die Coenraad für sie ausgelegt haben könnten, handelt von aussterbenden Ulmen. So sucht sie in den nächsten Tagen alle Ulmenstraßen ab, bis sie erkennt, daß das vielleicht eine falsche Fährte war, weil in dem Hotel auch eine Gruppe von Botanikern logiert, die diese Folder in die Gästefächer auslegen ließ.

Sie wird aber von einem angesprochen und zu sich eingeladen, weil er ihr seine Orchiddeensammlung zeigen möchte.

Dann ist sie wieder zu Hause und findet in Bett und Küche eine Francesca vor, denn der Zbigniew ist inzwischen auch nicht untätig gewesen. Franscesca erzählt ihr ihre Lebensgeschichte und serviert dann die Pfirsiche, die sie selbst eingelegt hat, als die ihren, was Shirley ärgert, so daß sie sich zwar zuerst mit ins Ehebett legt, später aber ihre Kleider nimmt, Francesca ihre Perlenkette hinterläßt und das Haus verläßt, um vielleicht in ein neues besseres Leben aufzubrechen.

Das weiß man nicht so genau, hat aber einen interessanten Roman gelesen, der in der Frühlingsproduktion, wo es ja um traurige Gäste, Blauwale, Gotteskinder, aber auch um das neue Kultbuch von Michelle Houllebeque “Sarotonin” und Takis Würgers “Stella” geht, die letzteren  habe ich nicht gelesen, ein wenig aufhorchen läßt.

Das Leben des Vernon Subutex 2

Jetzt kommt der zweite Band der “Subutex-Reihe”, dieses, wie am buchrücken steht “gestochen scharfen und eindringlichen Bild der französischen Gesellschaft” und ich muß schreiben, es hat mir besser als der  erste Teil gefallen, bei dem ich meine Schwierigkeiten hatte, mir die verschiedenen Namen der handelnden Personen zu merken und nicht durcheinanderzubringen.

Hier ist es leichter, denn da man ja wahrscheinlich nicht erwarten kann, daß alle, die Teile zwei oder drei in die Hand bekommen,  die Vorgängerbände gelesen haben, gibt es zu Beginn ein Personenverzeichnis an Hand dessen die Handlung des ersten Teils nacherzählt wird und daran kann man sich gut halten und immer wieder nachsehen, wer das jetzt ist und wie er zu Vernon Subutex steht?

Der ja am Ende von Band eins als Obdachloser auf der Straße landet, mit einem Pappbecher vor einem Kaufhaus sitzt, da wird da einer seiner Freunde, der Drehbuchschreiber Xaver von einem Fahrradboten namens Loic zusammengeschlagen. Vernon bringt ihn ins Krankenhaus und haut danach ab.

Damit beginnt der zweite Teil, Vernon hat von anderen Obdachlosen betreut, einige Nächte im Delir oder Schüttelfrost auf einer Parkband verbracht, findet dann einen Unterschlupf in einem leerstehenden Haus und wird und das würde ich in der Realität für unrealistisch halten, es ist aber wahrscheinlich der Clou des Buches von seinen Freunden gesucht.

Die haben, glaube ich, auch eine Facebook, Twitter oder Instagramgruppe: “Where ist Subutex?”, gegründet und Emile, bei der Subutex, die erste Nacht, als er aus seiner Wohnung hinausgeschmissen wurde, schlief, sucht nun in dem Park nach ihm.

Subutex wird von ihnen aufgepäppelt, in die Badewanne gesteckt, will aber weder in ein normales Leben, noch in ihre Wohnungen zurück, weil er inzwischen verlernt hat, die Enge und die abgesperrten Räume zu ertragen.

So legt er im “Le Rosa Bonheur” Platten auf und das Leben geht währenddessen weiter. Da war ja die Tasche mit den Kassetten des verstorbenen Sängers, die Subutex bei Emile gelassen hat, die will der Prodozent Laurent Dopalet haben und hat dafür die “Hyäne” beauftragt, sie ihm zu bringen.

Die dringt auch in Emiles Wohnung ein, bringt die Kasetten aber nicht zu Dopalet, sondern zu den Freunden und davon erfährt auch Aicha, die gläubige Muslima und Tochter des Universitätsdozenten Selim und des Ex- Porno Stars Vodka Satana, die an einer Überdosis gestorben ist.

Die will nun ihre Mutter rächen, dringt mit Celeste, die in der Bar arbeitet, in Dopalex hochgesicherte Luxuswohnung ein, fesselt ihn und läßt ihm auf den Rücken “Vergewaltiger” tätowieren.

Dann stirbt auch noch Loic. Alle gehen zu seinem Begräbnis und danach verlassen die Freunde Paris, tauchen in verschiedene Regionen ab, um dort autonomen Republiken oder etwas Ähnliches zu begründen, die dann, wie ich schon herausgefunden habe, in Band drei beschrieben werden.

Diese Wendung hat dem Buch, glaube ich, die Spannung gegeben, die ich im Band eins vermußte. Realistisch ist das nicht, aber wahrscheinlich unrealistisch genug, um die Intellektuellen aufhorchen und die Reihe zu einem Kultbuch werden zu lassen, die, wie ich gesehehn habe, demnächst auch im Schauspielhaus  aufgeführt werden wird.

Ich werde jetzt noch ein anderes Buch lesen, das vorher auf meine Leseliste gekommen ist, sind “Subutext 2 und 3” ja nicht zeitgleich zu mir gekommen und mich dann in den dritten Band hineinlassen, der, glaube ich, wahrscheinlich wirklich ein sehr spannendes Bild des mulitkulturellen Lebens Paris der Zweitausendzehnerjahre schildert, mit allen seinen Stärke und Schwächen, die Welt der linken bunten Künstler, der Arbeitslosen, Ausgebeuteteten, der Transsexuellen, Pornostars, etceteras, das was sonst vielleicht ausgeblendet wird und wogegen die Rechte auch kämpfen und heutzutage, wahrscheinlich fünf Jahre nachdem das geschrieben wurde, die “Gelbwesten” auf die Straßen gehen, um gegen, die Mißstände, die es in einer solchen Gesellschaft natürlich gibt, aufzutreten.