November 1918

Mit dem November 1918, wo die österreichische Republik gegründet wurde, habe ich mich ja im Vorjahr intensiv beschäftigt, bin in die Parlamentsbibliothek gegangen und habe mir da zwei historische Krimis angehört und in die Arena Bar zum “3. November 1918” dem Theaterstück von Franz Theodor Csokor und im “Doml” haben wir uns in diesem Semester ja auch mit dem November 1918 allerdings von Alexander Döblin und Alexej Tolstoi geschrieben, beschäftigt, während es in dem von Alexander Weiss herausgegebenen “Tarantl-Band” um den “November in der österreichischen Literatur” geht und die ist ja sehr interessant und mir Gerald Grassl das Buch auch freundlicherweise schickte, kann ich mich durch die Gedichte, Prosatexte und Fotografien wühlen und oh Überraschung eines vom Alfred aus dem “Literaturgeflüster” ist dabei und im Vorwort steht, daß das Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, sondern “bloß ein Lesebuch, das die LeserInnen zur eigenen Lektüre” veranlaßen soll”, sein will.

Dazu werde ich 2019 ob meiner elendlangen Leseliste, wo ich schon früh sein werde, wenn es  mir gelingen sollte, Gerhard Loibelsberger “Schönbrunner Finale”, das der Alfred in der Krimibuchhandlung der Lisa kaufte, zu lesen, nicht kommen. Also mich durch das Buch gelesen und in die Literatur, um den November 1918 wenigstens ein bißchen hineingetaucht.

Es beginnt mit einem Foto und einem Zitat von Karl Kraus “Österreich ist das einzige Land, das durch Erfahrung dümmer wird” und “Die letzten Tage der Menschheit” dienen wohl auch als Vorbereitungsliteratur, um auf den November 1918 hinzuweisen und einem Gedicht von Heinz R. Unger, der 2018 gestorben ist.

Dann kommt das Vorwort und ein Gang durch die Geschichte des Herausgebers, von dem ich leider, wie auch bei den anderen Autoren keine biografischen Angaben finden konnte, was mein Kritikpunkt an die sicher sehr lobenswerte Zusammenstellung ist, denn Google weiß auch nicht alles und einiges kann ich aus dem Geflüster zitieren, vieles aber nicht.

Der 1984 verstorbene Literaturhisotriker und Germanist Friedrich Achberger hat eine Zusammenfassung der Literatur und Politik “Zwischen 1918 und 1948” gegeben.

Von dem schon erwähnten Franz Theodor Csokor ist das Vorwort aus seinem Theaterstück abgedruckt und dann führt uns ein Artikel aus der Wiener Zeitung in die österreichischen Militärakademien und deren Erwähnung von zwei berühmten halb oder ganz österreichischen Dichtern nämlich Joseph Roths “Radetzkymarsch” und Robert Musil “Zögling Törless” ein, wo wir wie auch im nächsten Artikel, wo es um “Das Leben und Sterben des Gavrilo Princip geht, immer noch in der Republikvorbereitung nämlich den ersten Weltkrieg und seine Ingangsetzung geht.

Es gibt dann noch zwei Textauszüge zum Fall Princip, einer ist aus einer unveröffentlichten Erzählung von Lev Detela, der die Zeitschrift “Log” herausgab, zu der ich früher auch immer meine Texte hinschickte, der Zweite aus dem Roman “Die Schüße von Sarajewo” des 2005 verstorbenen Milo Dor.

Biografien sind, wie schon erwähnt, leider keine vorhanden, dafür aber öfter ein Bild der Autoren mit den Lebensdaten.

Alfred Polgar hat eine Satire zu den Musterungspraxen, wo auch die Skelette für tauglich erklärt wurden geschrieben, dann gibt es  das wahrscheinlich soäter entstandene berühmte Gedicht “Legende vom toten Soldaten” von Bertold Brecht und im “Braven Soldaten Schwejk” gibt es ja auch ein Kapitel über die Musterungen. Der wird in dem Buch nur mit einem Bild erwähnt, wie er brav in Polen auf einer Bank sitzt. Einen Text von Jaroslav Hasek, nicht viel weniger satirisch “Die Schicksale des Herrn Hurt” gibt es in dem Buch aber auch und dann theoretische Texte, wie beispielsweise über den “Prozess des Dr. Friedlich Adler”, der ja am 21. Oktober 1916 im Wiener Hotel “Meissl & Schan” den Ministerpräsidenten Stürgkg erschossen hat, von John Zimmermann und Artikel  des 2018 verstorbenen Hans Hautmann, einem, wie ich “Wikipedia” entnehme” österreichischen Zeithistoriker, der sehr interessant über die Streiks, die es im ersten Weltkrieg gegeben hat, sowie über die Auswirkungen der “Oktoberrevolution auf Österreich” berichtet hat. Da gibt es, noch interessanter, ein Plakat zu sehen, auf dem “Denkt an die Arbeitslosen kämpft für den 8 Stundentag” steht. Den würde ich sagen, wünscht man sich heute wahrscheinlich zurück und Kriegsgesdichte von Ernst Waldinger, der 1896 in Neulerchenfeld geboren wurde und 1970 in New York gestorben ist, weshalb ihm auch bei  einem Ostersapziergang des ersten Wiener Lesetheaters gedacht wurde, gibt es auch.

Es folgen ein paar Texte zum Matrosenaufstand von Cattaro der im Februar 1918 stattgefunden hat,  Hugo Huppert, Bruno Frei, Eva Priester und Franz Xaver Fleischhacker haben darüber geschrieben und wieder  von Hans Hautmann, dein Artikel von  Hans Hautmann, der sich mit den “Staatsverbrechen”, also, wie man mit den Deserteuren, Spionen, etcetera umgegangen ist.

Texte von Franz Kain, Hugo von Hoffmannsthal etcetera folgen und dann gibt es wieder einen Auszug aus einem Pittler Krimi und zwar nicht aus “Chuzpe” aus dem er ja in der Paralmentsbibliothek gelesen hat, sondern aus dem 2017 erschienenen “Wiener Kreuzweg” wo es um den Arbeiterrat, der die Ottakringer Brauerei besetzte und den dortigen Besitzer Baron Glickstein umbringen wollten, geht.

Dann gibts einen ausführlichen Karl Kraus Teil, mit Auszügen aus den “Letzten Tagen” und einen Artikel über die “Schuldfrage”, der Lyriker Theodor Kramer hat in den Dreißigerjahren einige Gedichte über den den Krieg und die “Heimgekehrten” geschrieben und wir kommen allmählich in den November und können die Monarchie hinter uns lassen, denn der Kaiser dankt ab und verläßt Schönbrunn, während der rasende Reporter Egon Erwin Kisch die “Rote Garde” gründet und mit der die “Neue freie Presse” stürmen will, wo sein Bruder offenbar Redakteur war, der ihn dann mit dem Hinweis, das der Mama zu sagen, mit seiner Truppe vertrieb.

Ob das wirklich so stimmte, kann vielleicht bezweifelt werden, Friedrich Torberg, hat es aber in seiner “Tante Jolesch” so beschrieben und dem Volk ging es schlecht in den Novembertagen. Es gab viel Elend und Hunger, aber auch Aufbruchmomente, so kam Theodor Körner, der spätere Bundespräsident zurck, die Republik hat sich gegründet und Joseph Roth, Franz Werfel, Robert Musil, Elias Canetti, Stefan Zweig, und auch andere, haben darüber geschrieben.

Joseph Roths Reportagen über das damalige Wien, der sich manchmal auch Josephus nannte, sind ganz besonders interessant und eindrucksvoll, die über die “Wiener Schaffnerinnen”, die nachdem die Männer zurückgekehrt waren, ihre Dienstkappeln und Taschen wieder abgeeben und zurück zu Kinder, Küche und Herd gehen mußten.

Eine Chronik der KPÖ, die sich ja auch im November 1918 gegründet hat, gibt es in dem Buch,  aber auch modernere Texte, beispielsweise ein Auszug aus den “Lebenslinien” von Käthe Kratz, die ich ja im Kreis der Ruth öfter treffe.

Es gibt einen Artikel und Plakate über das Frauenwahlrecht, das ja auch im November 1918 eingeführt wurden und einen aktuellen von  Martina Madner, die in der “wiener Zeitung im Dezember 2917 schrieb “Warum Frauen 2018 nicht nur feiern” werden und ganz zum Schluß kommen wir zu dem 1913 verstorbenen Rolf Schwendter, der 2012 auf dem Volksstimmefest zum Thema “Aus dem Bilanzbuch des zwanzigsten jahrhunderts” eines seiner berühmten Langgedichte geschrieben hat, in dem es auch um 1918 geht.

Da ist dann das abgebildete Bild aus dem “Literaturgeflüster” beziehungsweise aus der “Anthologie”, wo der Alfred auch immer Fotos beisteuert und  habe mich durch ein sehr interessantes Buch geblättert, das ich allen zeithistorisch Interessierten nur empfehlen kann und ihm einen hohen Verbreitungsgrad wünsche.

Probespaziergang statt Workshopplausch

Das Revolutionsworkshop im “Doml” mit Stephan Teichgräber ist ja jetzt beendet oder wird beziehungsweise im nächsten Semester ab März weitergehen und das letzte Mal bin ich zu keinen Mittwochsplausch gekommen, weil ich schon vorher über den Tod von Hilde Langthaler, die ich im Arbeitskreis schreibender Frauen in den spätern Siebzigerjahren kennenlernte und, die am Montag ihr Begräbnis am Heiligenstädter Friedhof hat, berichtet habe, dabei hätte ich doch etwas über mein neues geplantes Buchprofjekt plauschen können, das ich, wenn die “Magdalena Kirchberg” an der ich derzeit eifrig korrigiere, fertig ist,  angehen könnte.

Stimmt, da habe ich schon Anfang Jänner geschrieben, daß ich als nächstes an ein weiteres “Literaturgeflüsterbuch” mit Texten über mein Schreiben denke, aber da war schon vorher die Idee da, als Nächstes oder, als Übernächstes in diesem Fall, etwas mit der Romanfahrplanmethode der Jurenka Jurk versuchen, die ja damit eine ausführliche Romanausbildung gestartet hat.

Da gab es zwischen Weihnachten und Neujahr einige Probeseminare und eines über die “Heldenreise” gab es vorher auch und da ich ja den Verdacht habe, daß ich manchmal mit einer Idee, die ich habe, zu schnell voran schreibe und dann an der Oberfläche haften bleibe und wieder nicht den Durchbruch schaffe, obwohl ich den in meinen “stillen Eckchen” jawohl das schreibe ich jetzt, obwohl mich damit sonst der Uli immer ein bißchen verarschen will, höchstwahrscheinlich trotzdem nicht finde und ich bin eigentlich kein großer Planer und auch kein Schneeflockenmethoden-Schreiber, sondern gehe mit der Idee meist recht schnell voran, so daß es nicht schaden kann, wirklich einmal zu versuchen, das ein bißchen genauer zu konstruieren und schauen, ob das Ergebnis dann schöner und besser ist oder ob es, was ja auch sein kann, keinen Unterschied macht?

Ich habe mir also schon vor ein paar Wochen aufgeschrieben, daß das übernächste Projekt von einer Schauspielschülerin, die bei ihrer Großmutter wohnt und der am Telefon erzählt, daß sie die Aufnahmsprüfung geschafft hat, eine solche Szene habe ich einmal in einer Straßenbahn beobachtet, handeln könnte, die heißt Fräulein No, Nomelia statt Amelia, weil sich der Standesbeamte damals vertippte und jobbt prekär in einem Nachtcafe, dort findet sich  ein Ulrich Blumenberg ein, das ist ein vom Sozialamt lebender Arzt mit Psychoseerfahrung, weil er dadurch seine Job verloren hat und jetzt vielleicht nicht mehr in einer solchen Situation  so leicht in Pension gehen kann, wie das früher war und eine alte ebenfalls vielleicht psychotisch wirkende Obdachlose mit literarischen Interessen gibt es auch.

Das ist, was ich bis jetzt habe. Drei Personen und Stoff vielleicht für zwei szenen, so daß ich damit planen und entwickeln kann. Nur wann ist die Frage? Denn mit dem Korrigieren der Magdalena werde ich wahrscheinlich in ein paar Monaten fertig, wenn ich mich dann an das “Literaturgeflüster-Buch” mache, bin ich im November, wenn der “Nano” beginnt, wahrscheinlich noch nicht fertig und dort soll man ja eigentlich plotlos schreiben und da habe ich wahrscheinlich auch nicht die Zeit, mich vorher an das Planen zu machen, weil der November bei mir ja meistens durch die “Buch Wien” und mein Geburtstagsfest sehr hektisch ist und wird das wohl auch so sein, wenn wir heuer statt auf die “Buch-Wien” zu gehen, auf die “Buch Basel” fahren.

Das sind aber so meine Pläne und zwei Lesetermine habe ich inzwischen für die “Unsichtbare Frau” auch ausgemacht, am 14. 5. wie beschrieben im Republikanischen – Club, bitte hinkommen, damit ich dort nicht allein lese und am 16. Juli im Cafe Westend beim Westbahnhof in der neuen Lesereihe die Luis Stabauer und Erika Kronbitter dort installierten und da war es, wie ich flüstern möchte, anfangs ein bißchen schwierig ohne Verlagsbuch einen Termin zu bekommen, denn wie heißt es so schön auch in Kollegenkreisen immer noch ein bißüchen “Eigenverlag, nein, das wollen wir nicht!”

Aber da habe ich vorhin in Ö1 eine Sendung über eine Plattform gehört, wo man seine selbsterlebte Geschichten einstellen und sich dann ein Buch daraus machen lassen kann, was zeigt, daß sich die Zeiten langsam vielleich doch ein bißchen ändern und weil ja immer mehr Leute schreiben und da vielleicht auch weniger lesen, ich vielleicht doch eine Selbfpublischer Pionierin mit meinen schon über vierzig selbstgemachten Büchern bin, auch wenn ich sie nicht bei “Amazon” hochstelle und heute gab es zwar kein Privatisimum mit Stephan Teichgräber, ich habe mich aber schon, um neun mit der Ruth und dem Robert vor dem Cafe Museum getroffen, denn am 30. April, da ist zwar noch ein bißchen Zeit bis dahin, soll unser zweiter Spaziergang im Rahmen von Ruths “Kunst im öffentlichen Raum Projekt”, mit der dich ja vor zwei Jahren fünfzehn öffentliche Kunstprojekte beschrieben habe, stattfinden, in dem es um die U-Bahn Kunst gehen soll.

Ruth und ich werden unsere Texte lesen, der Robert soll vorher ein bißchen kunsthistorisch in die Kunstwerke einführen, so sind wir den Spaziergang heute abgegangen und haben die vier Stationen abgesucht, so daß sich der Robert sein Bild von ihnen machen und sich kunstgeschichtlich auf die Projekte vorbereiten kann.

Und da wird es ja in der U-Bahn Station Karlsplatz beginnen, denn da gibt es ja die “Röhren” von Peter Kogler, die vielleicht aufzeigen wollen, wie es hinter so einer U-Bahn Station aussehen kann.

Dann sind wir mit der U 2 zur Station Krieau hinausgefahren, dort wo immer die “Buch-Wien” stattfindet und sich auch die neue WU-Befindet, wo der Alfred arbeitet, da gibt es gleich zwei Projekte, dicht nebeneinander, nämlich “Totem modern” vom französischen Künstler Honet und dann die “3 Brothers” von Speto.

Wir haben uns noch ein anderes Kunstwerk angesehen, das sich auf der anderen Straßenseite befand, von uns aber nicht beschrieben wurde und sind dann mit der U-Bahn weiter bis zur Station Aspern-Nord gefahren, wo es die “Aspern Affairs” von Stephan Huber, nämlich zwei große Wandprojektionen mit dem Plan von Wien um 1809 beziehungsweise 1912, gibt.

Das ist das Programm, was auch am 30. April ablaufen wird. Interessiert geworden? Dann den Termin vormerken und hinkommen. Ich freue mich, wenn wir großen Zulauf haben und das wird wahrscheinlich der letzte Spaziergang sein, weil die Ruth nicht mehr, wie eigentlich geplant im nächsten Jahr noch einen dritten einreichen möchte.

 

Barbara Zeman mit Gespräch und Musik

Heute hätte ich die Auswahl zwischen “Alte Schmiede” und Literaturhaus gehabt. In der “Alten Schmiede” ging es um die Krankheit und das Sterben, also um Daniel Wisser und Reinhard Wegerth und letzterer, der schon im Sommer bei den “Podium-Lesungen” aus seinem Buch um den Tod seiner Frau gelesen hat, hat mich auch extra zu der Lesung eingeladen. Da ich aber immer meinen Horizont erweitern und meinen Lesern die literarische Abwechslung bieten will, habe ich mir das Literaturhausprogramm durchgesehen und da hat die schlampige Leghasthenerseele in mir Dorothea Zeemann gelesen.  Dorothea Zemann, die letzte Lebensgefährtin des Heimito, fein, dann habe ich noch einmal in Programm nach geschaut und habe gesehen, die Dorothea ist eine Barbara und war ein bißchen enttäuscht, Barbara wie oder wer?

Vielleicht sollte ich mich doch in die “AS” begeben, dann habe ich aber nachgegooglet und bin daraufgekommen, daß ich die 1981 in Eisenstadt geborene Autorin, die 2010 in “Wartholz” gewonnen hat, schon einmal in der “Alten Schmiede” bei den berühmten “Textvorstellungen” der Angelika Reitzer hörte und als ich das Literaturhaus um dreiviertel sieben mit einer Büchertasche erreichte, war es schon sehr voll. Es waren im Vorraum Sessel aufgestellt und vor dem Eingang thronte eine weißgekleidetete große blonde Frau mit einer Bierflasche, um die Gäste zu begrüßen und ich hatte die Autorin gar nicht so groß in Erinnerung.

Barbara Zwiefelhofer betonte in ihrer Einleitung, daß sie einmal in derJury für den “Burgendländischen Literaturpreis” gewesen und von dem Text der jungen Autorin begeistert gewesen sei. Jetzt ist bei “Hoffmann und Campe” ihr Debut “Immerjahn” erschienen.

Das Literaturhaus war bummvoll, neben mir ist Ljuba Arnautovic gesessen und “Hoffmann und Campe” hat auch seine zwei Lektorinnen geschickt oder vielleicht auch nur eine, denn Barbara Zeman hat Angelika Klammer, die, wenn ich mich irre, früher bei “Residenz” gewesen ist, als ihre “Privatlektorin” bezeichnet und eine Musikbeilage, nämlich zwei junge Männer, die sich “Sweet sweet moon” nennen, gab es auch.

Das Literaturhaus bürgt immer für Überraschungen und ich kann die Größe der Veranstaltungen nie einschätzen, es war aber auch der Josef und Christl Greller da und Barbara Zwiefelhofer erwähnte in ihrer Einleitung etwas von Kapitalismus- und Kunstkritik in dem es in dem Buch gehen würde.

Die Autorin erwähnte, sie wäre aufgeregt und hätte das Lesen nicht genug geprobt, hat aber auch ein bißchen kokett gewirkt und so ist wahrscheinlich das ganze Buch, das mich ein wenig an Irene Diwiak Liebwies” erinnert hat.

Moderiert wurde die Veranstaltung von der Ö1-Moderatorin Christine Scheuchert und es geht darin um einen sehr reichen Mann, der in Eisenstadt auf einem Hetscherl genannten Berg lebt, eine riesige Privatsammlung an Gemälden hat, die er zu einem Museum machen will.

Um “schwitzende Brüste”, wo ich mir gedacht habe, “Uj, uj, ein bißcherl schwülstig!”, ging es auch. Das Publikum aber lachte. Die Coverversionen, die in dem  Buch auch vorkommen, wurden gespielt und gesungen und dazwschen Schnaps getrunken.

Dann gabs noch ein Gespräch mit den beiden Lektorinnen, die die tolle Sprache und die Zeitunanbhängigkeit des Buches lobten und nachher ein von der Familie gestiftetes Buffet mit AuFstrichbroten, wo ich während ich mich mit dem Josef unterhalten habe, sowohl Fritz Ostermayer, als auch Zitha Beyreuther und Gabriele Matelka gesehen habe und ich habe mir wieder gedacht “Uj uj, man erlebt im Literaturbetrieb immer seine Überraschungen, so gut man sich auch auszukennen glaubt.

Ein Stammbesucher wagte die Lektorin nach der Auflagenhöhe zu fragen.

“Das ist ein Geheimnis!”, sagte sie etwas herablassend. Die Bücher wurden aber gut verkauft. Die Autogrammschlange lang und ich kann jetzt spekulieren, ob ich die Autorin bei den O-Tönen hören und ihr Buch vielleicht bei den Bloggerdebuts zu beurteilen habe.

Literaturliteratur

JÜRGEN BERLAKOVICH

JÜRGEN BERLAKOVICH

Ein Abend über das Schreiben im Schreiben bei den “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede” ein Thema mit dem ich mich in meinen Schreiben auch schon lang und sehr vielfältig beschäftigt habe und so war es sehr interessant zu sehen, daß die anderen ihren Suppen auch mit dem gleichen Wasser kochen und sich die Ideen wiederholen können, obwohl Friedrich Hahn, der ebenfalls schreibende Moderator von dem ich die Idee übernommen habe, zu meinem sechzigsten Geburtstag sechzig Minuten aus meinen damals dreißig Büchern zu lesen, das wohl bewußt so ausgewählt hat und die Schreibstile der drei präsentierten Autoren auch sehr unterschiedlich waren, der des 1970 geborenen Jürgen Berlakovich, der auch Musiker ist, ist sehr experimentell, so ist sein Buch “Tobmann” auch bei “Klever” erschienen und der Held der Geschichte, ein Herr Tobmann spaziert einen Tag mit einer Smartwatsch, die er von seinem Therapeuten bekommen hat, in der Stadt herum und die schreibt seine Gedankenströme auf, formiert seine Träumen und seine Gedanken zum Roman und das war wohl der Bezug zu der Literatur im Text, die sonst eher experimentell musikalisch abgehandelt wurde, während der 1980 geborene Florian Gantner, der bei der letzten “Floriana” gewonnen hat und Komparatistik studierte, seinen  Helden im “O.M” sein Opus Magnum schreiben läßt, in dem er sich in den Kopf verschiedener großer Literaten, wie Marcel Proust, Jean Jaqcues Rousseau und Franz Kafka, um nur die bei der Lesung erwähnten, begibt und die in Bremen gebornene Corinna Antelmann, mit der ich mich schon durch eine Psychose und in die Spuren der Vergangenheit gegeben hat, läßt in “Drei Tage drei Nächte” ihre Schriftstellerin am Ende stehen, der Freund und der Mann hat sie verlassen, der Verleger will kein Buch mehr von ihr und so begibt sie sich in ihren Kopf und denkt über ihr Leben nach, das ist wahrscheinlich, das Gemeinsame an den drei Texte, denn die Literatur oder das Schreiben über das Schreiben kommt ja eher bei Florian Gantner vor, jedenfalls so, wie ich es in meinen Schreibweisen beschrieben habe, aber bei Corinna Antelmann beginnt es mit “Eine Frau steht am Fenster und schaut hinaus” und dann steht irgendwo in dem Buch, daß das einer der häufigsten Schreibanfänge sei und dieses Webinar der “Schreibdilettanten”, habe ich, glaube ich, unlängst auch gehört, als ich meine “Magdalena Kirchberg” wo es auch um das Schreiben im Schreiben geht, als ich noch Szene für Szene korrigiert habe.

FLORIAN GANTNER, FRIEDRICH HAHN

FLORIAN GANTNER, FRIEDRICH HAHN

Jetzt bin ich schon in der laut lese Phase, korrigiere konzentrierter und habe mir von diesem Abend mitgenommen, daß die anderen auch nur mit Wasser kochen oder mit der selben Tinte beziehungsweise Laptop schreiben, die einen tun es experimentell, die anderen realistisch und meine Maria Mattuschek, füge ich hinzu, versucht beides und der Schmiedesaal war wieder gut gefüllt und es waren, glaube ich, die eher experimentell orientierten Autoren, die dazu gekommen sind.

tCORINNA ANTELMANN

CORINNA ANTELMANN

Alle Guten waren tot

Jetzt kommt wieder ein Debut, im November erschienen, das dann vielleicht für 2019 auf der Blogger Debutpreis-Liste stehen könnte, nämlich der erste Roman des 1987 geborenen und in Griechenland und in Franken aufgewachsenen Gerasimos Bekas, der auch einen deutsch-griechischen Helden für sein Buch gewählt hat.

Aris wurde in Griechenland geboren, von deutschen Eltern Helmut und Gitte adoptiert und jobbt jetzt in einem Krankenhaus oder Seniorenheim als Altenhelfer.

Dort wird er einer alten griechischen Dame, nämlich Frau Xenaki zugeteilt, die ihm mit einem delikaten Auftrag nach Griechenland schickt.

So weit so gut und sehr interessant, erinnert vielleicht ein bißchen an Hilmar Klute, obwohl jener Aris nicht schreibt, dafür hat er einen sehr rotzigen Ton und tut vielleicht auch recht seltsame Sachen und der Einstieg in das Buch war etwas schwierig, denn da liest man zuerst den Klappentext und bekommt dann im ersten Kapitel etwas ganz anderes, nämlich etwas von “Penetelinischen Marmor” vorgesetzt.

Es gibt auch immer wieder Rückblendungen, die im Jahr 1943  beginnen und bis, glaube ich, 1995 gehen, da sind wir in Griechenland und erfahren, die Geschichte des griechischen Mönchs Stylianos, während Aris  in Würzburg lebt, von seiner Arbeit auf den Pflegestationen, wo die Patienten fixiert und zugedröhnt werden, offensichtlich überfordert ist, so daß er öfter abhaut, um sich ein Bierchen zu vergönnen.

Einmal bestellt er drei zum Preis von fünf, ist davon dann betrunken und schlägt in weiterer Folge einen Polizisten zusammen, so daß er über Frau Xenakis Auftrag nach Griechenland zu fliegen um ihrer Enkelin Aphrodite einen Koffer zu überbringen erleichtert annimmt.

Das führt zu einigen skurrilen Szenen, was auch Gerasimos Bekas Spezialität zu sein scheint.

So geht auf den angegebenen Platz zu dem Kioskbesitzer, der den Schlüßel zu Frau Xenaiks Wohnung hat. Der läßt sich aber verleugnen und von einem jüngernen Taxler herumfahren und es dauert einige Zeit, bis er die Enkelin trifft. Die führt ihn auch ein bißchen an der Nase herum, läßt ihn mit ihren an Läusen leidenden Kind allein und das führt ihn dann ans Meer, obwohl die Mutter nur ein paar Häuser weiter ist, bis sich alles aufklärt und zu einem Happy end führt.

Ein spannendes leichter und locker und etwas bizzar oder skurril dahingeschriebenes Buch würde ich sagen. Ein spannendes Thema und das, was die heutige Jugend mit und ohne Migrationshintergrund in dem Deutschland von heute wohl erlebt und damit zurechtzukommen versucht.

So bin ich wieder gespannt, ob und was ich von dem jungen Autor noch hören oder lesen werde und wünsche ihm alles Gute.

Das Feld

Jetzt kommt wieder eine Überraschung oder eine Erneuerung der Feststellung, daß man aus Lesungen und Leseproben keinen richtigen Eindruck über das Buch bekommen kann, denn ich habe ja die öst Debutpreisgewinnerin von 2018 bei den O Tönen gehört, gedacht, wieder so eine neue junge literarische Stimme mit schöner Sprache und vom Inhalt ihres Buches nicht viel verstanden, was sich dann änderte, als ich das Buch, das auch nicht gleich nach der Anfrage zu mir gekommen ist, in der Hand gehalten, bei Roberts Seethalers “Feld”, das auch an jenem Abend im Museumsquartier vorgestellt wurde, könnte es mir ähnlich gehen und ich habe ein Seethaler-Vorurteil.

So ähnlich habe ich es, glaube ich, meiner Hauptschulkollegin Christa Unterauer nach der Lesung gesagt und, ich glaube, es ist die Art des 1966 in Wien geborenen und in Berlin als Schauspieler lebenden Autors, von dem ich das erste Mal etwas bei “Rund um die Burg” neu hörte, als dort sein “Trafikant” vorgestellt wurde und ich mich darüber wunderte, daß ich noch etwas von Buch und Autor gehört habe.

Er hat dann ein “Wien Stipendum” bekommen und wurde bei der Literatur im MUSA, ich glaube, gemeinsam mit Clemens Berger vorgestellt und da habe ich mich über die etwas arrogante Art der Autoren geärgert, die beide behaupteten, mit dem Literaturbetrieb nichts am Hut zu haben und, daß der sie nicht interessieren würde.

Da fühlt man sich als eine, die vergeblich dort hinein will und wahrscheinlich deshalb fast jeden Abend zu Literaturveranstaltungen geht, leicht angegriffen und außerdem war damals sein “Ein ganzes Leben” in aller Munde und mit dem Buch, beziehungsweise mit den Leseproben, die ich daraus hörte, habe ich nichts anfangen können.

Vielleicht sollte ich auch dieses Buch als Ganzes lesen, um zu schauen, ob der Eindruck bleibt, habe von Robert Seethaler in den Schränken bis jetzt aber nur “Jetzt wirds ernst” gefunden und im Oktober, glaube ich, in St. Pölten die Verfilmung vom “Trafikanten” mit Bruno Ganz als Sigmund Freud und, daß man dabei auch keinen Eindruck vom Buch bekommen kann, habe ich ebenfalls schon bemerkt.

Das “Feld” ist, glaube ich, ein Episodenroman, der aus neunundzwanzig längere oder kürzeren Geschichten besteht, die von Toten handelt, die alle auf dem “Feld”, dem Friedhof von Paulstadt liegen und ihre Geschichten erzählen.

Ein paar davon hat Robert Seethaler auf der Lesung im MQ vorgelesen und dabei immer dazu gesagt, daß er gar nicht so viel lesen möchte, was mich schon einmal störte, dann habe ich das Buch, das “Hanser” mir zuerst nicht schickte, doch noch einmal angefragt und jetzt als letztes von der vorjährligen östBp-Liste, es ist nicht auf die Shortliste gekommen gelesen und ich muß sagen, ich bin wieder überrascht, und Vorurteil abgeändert.

Ich habe mir, wie meistens die “Amazon Rezensionen” vorher angeschaut, die sehr unterschiedlich waren, einige haben mit dem Buch, das von der Literaturkritik hoch gelobt wurde, nichts angefangen können und geschrieben, sie verstehen den Lärm um das Buch nicht und die Literaturkritiker hätten keine Ahnung.

Ich glaube, ich verstehe es schon und hier sind es die leisen Tönen, die mir beim “Einfachen Leben” wohl abgegangen sind, die mich berührten.

Es beginnt mit einem alten Mann, der jeden Tag auf den Friedhof kommt, dort auf einer alten Bank sitzt und versucht das Rauschen der Stimmen, die aus den Gräbern kommen und die Geschichten, die sie erzählen können, zu verstehen.

Ein diesbezügliches Vorwort, das auf den Sinn des Buches hinweist, gibt es auch und dann beginnen die kürzeren oder längeren Geschichten, die manchmal nur aus einem einzigen Wort bestehen.

Es beginnt mit der Lehrerin, eine Geschichte, die Robert Seethaler auch im MQ gelesen hat, die sich an die letzten Worten die ihr Mann an sie gesprochen hat, erinnern will und an die Berührungen ihrer Hände denkt.

Sehr leise Töne also, die von der Liebe handeln und die betreffen auch den Lennie und die Louise. Der Lennie ist ein Taugenichts und ein Spieler, der bei ihr lebte, bis sie ihn hinausgeschmissen hat.

Dann gibt es den Pfarrer, der immer den Sinn im Glauben finden wollte und weil ihm das offenbar nicht gelungen ist, die Kirche abfackelte, es gibt den arabischen Gemüsehändler, der die Asche seiner Eltern verstreute und mit dem Pfarrer öfter um den Glauben stritt und noch vieles mehr, wo die Zusammenhänge eigentlich nur aus den Personen bestehen, die in Paulstadt leben oder gelebt haben.

Der Bürgermeister spricht aus dem Grab heraus und spricht von dem Freizeitzentrum, das er am Stadtrand errichtet hat und den Grund einem Bauern abgeluchst hat, der später in ein Altersheim gezogen ist.

Drei Personen sind dort verschüttet worden, eine ist die Schuhhändlerin Martha, die auch Gedichte und Romane geschrieben und sich mit ihrem Mann nicht sehr gut verstanden hat.

Eine verwirrte alte Frau fährt mit einem Handwagen durch die Straßen und wird in den verschiedenen Episoden erwähnt, einen Autohändler gibt es auch und eine Floristin, die ein paar Tage lang tot in ihrem Lagerraum gelegen ist, bis man ihr Verschwinden merkte.

Es gibt die sehr berührende Geschichte von den zwei alten Frauen in einem Sanatorium, die einander Kochrezepte erzählen, die der Hundertfünfjäjhrigen, der Ältesten am Friedhof, die erzählt, daß man über den Tod nicht sprechen darf so wie er ist und die des Herausgebers des “Paulstädter Boten und Chronisten” und und…

Neunundzwanzig Lebensgeschichten oder Momentaufnahmen der ehemaligen Paulstädter, die nur manchmal Bezug aufeinandernehmen und die die unterschiedlichsten Sachen über sich und die anderen erzählen. Manchmal über den Sinn des Lebens und die Frage nach dem lieben Gott sinnieren und manchmal auch etwas ganz ganz anderes für erwähnenswert halten.

Bei “Amazon” stellt einer der Rezensenten die Frage, wann das Buch spielt und führt Wolfgang Tischer vom “Literaturcafe” an, der meint, daß es nach dem Krieg spielen würde, weil der öfter thematisiert wird, was er widerlegt und die Handlung in die Achtzigerjahre vermuten würde.

Ich denke, da die Toten, die aus den Gräbern sprechen, wahrscheinlich zu verschiedenen  Zeiten gestorben sind, die Handlung wahrscheinlich keinen speziellen Zeitpunkt zuzuschreiben  und es ist wahrscheinlich auch die Spezialität Robert Seethalers, die kleinen leisen Töne in einer vielleicht etwas altmodisch anmutenden Sprache zu beschreiben und habe diese Episoden, Roman würde ich sie nicht nennen, obwohl ich habe nachgesehen, das natürlich wieder in dem Buch steht, für sehr beeindruckend gehalten, so daß ich die Einstern-Rezensionen, die es bei “Amazon” gibt, nicht nachvollziehen kann und auch nicht glaube, daß es sich um eine sinnlose Aneinanderreihung von Ereignissen handelt, die in dem Buch zu finden sind.

Obwohl Handlung gibt es eigentlich keine, es sind Gedankensplitter und Fragmente übers Leben und  das was einem wohl dort besonders beeindruckt hat und vielleicht ist gerade das das Besondere an dem Buch  und wohl auch Robert Seethalers Spezialität.

Entgleisung

Ich lese ja gerne über den Tellerrand und so kommt jetzt ein politisches Buch, ein Enthüllungsbuch, ein Buch über Donald Trump, “Eine ehemalige Mitarbeiterin” packt aus, lautet der Untertitel, am Cover sind der Präsident und seine ehemalige Mitarbeiterin und Kommunikationsdirektorin, die 1974 geborene Omarosa Manigault Newman zu sehen und ich bin eigentlich, wie ich das ja manchmal tue ohne größere Information an das Buch herangegangen.

Ein Buch über Donald Trump, da hat man ja seine Meinung, sein Wissen und seine Vorurteile, obwohl ich mich damit  nur sehr oberflächlich beschäftigt habe und von seiner ehemaligen Mitarbeiterin Omarosa Manigault Newman, ihrer Seite und ihres Standpunktes hatte ich überhaupt keine Ahnung. Also das Buch aufgemacht und mich hineingelesen.

Es beginnt mit dem Ende, nämlich mit Weihnachten 2017, wo Omarosa Manigault Newman von John Kelly entlassen wurde, beziehungsweise in einem Newsroom festgehalten wurde, um ihr ihre  Entlassung mitzuteilen.

Es geht um ein N-Tape, ein Video mit rassistischen Äußerungen Donald Trumps gegen Schwarze, wie ich es verstanden habe und Omarosa Manigault Newmans Beteuerungen, daß sie Jahre gebraucht habe, um Donald Trump als Frauenfeind und Rassisten erkannt zu haben und ihr das jetzt leid tue.

Dann beginnt das Buch mit der Kindheit der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Afroamerikanerin. Sie schildert, wie unangenehm es ihr war, mit den Sozialmarken einkaufen zu gehen und wie sehr sie sich dafür geschämt habe. Das Buch ist ihrer Mutter gewidmet. Sie hat ihren Vater und ihren Bruder durch Gewaltakte verloren und sich dann offenbar sehr ehrgeizig hinauf bis an die Spitze gekämpft, in dem sie einige Schönheitswettbewerbe gewann, studierte und dann an Donald Trumpf Seite in einer Reality Show gearbeitet hat.

Sie spricht von einer starken Veränderung Donald Trump, meint, daß sich der schlanke, wendige Mann inzwischen sehr verändert hat. Sie hat ihm auch in seinem Wahlkampf begleitet und unterstützt. Beispiele werden  angegeben und man bekommt vielleicht eine Ahnung, wie es während des Wahlkampfes und später im weißen Haus zu gegangen ist.

Omarosa Manigault Newmann hat während dieser Arbeit auch Theologie studiert und sich, wie sie schreibt immer für die Rechte der Schwarzen eingesetzt und sie offenbar, die einzige Schwarze in Trumps Wahlkampfteam und seinem Mitarbeiterstab war.

Sie hat zweimal geheiratet, weil sie ihren ersten Mann durch einen Schlaganfall verloren hat und beschreibt Donald Trump als Dauerfernseher und Dauertwitterer, beschreibt ihn auch als den einsamen mächtigen narzistischen Mann, der stark und lautstark gegen Barak Obama und seine Mitbewerberin Hilary Clinton kämpfte.

Sie beschreibt, daß er unsportlich ist, sich schlecht ernährt und ständig Diat Coke trinkt,  das, wie sie meint den kognitiven Abbau fördern jnd zu Schlagananfällen führen kann und beschreibt in den drei Teilen des Buches ihre Wegentwicklung vom Trump Fan zu seiner Kritikerin.

Sie wollte sich offenbar schon länger vor ihm lösen, ganz ist ihr das aber nur durch ihren Rausschmiß gelungen. Danach hat sie dieses Buch beschrieben, das im Frühling, glaube ich, in Amerika und im November auf Deutsch bei “Piper” erschienen ist.

Ich habe mir noch einige andere Artikel über Omarosa Manigault Newmann und einige Twitternachrichten Donald Trumps darauf angeschaut  und denke, ein interessantes Buch gelesen und vielleicht ein bißchen mehr über die Persönlichkeit und den Stil Donald Trumps erfahren zu haben.

Es ist aber wahrscheinlich sehr schwer bis unmöglich dem Buch gerecht zu werden und es zu verstehen ohne die Hintergründe und die Gruppendynamik im weißen Haus zu kennen.

Ob Donald Trump dessen politische Meinung ich ja nicht teile und an dessen Regierungsstil vieles auszusetzen ist, was den Kopf schütteln läßt, wirklich so dement ist, wie Omarosa Manigault Newman ihn beschreibt, bin ich mir nicht so sicher und es hat mich auch erstaunt, das hier so direkt geschrieben zu finden.

Daß er von dem Amt von dem er angeblich am Erstauntesten war, daß er die Wahl gewonnen hat, überfordert ist und über eine wenig empathische, selbstbezogene Persönlichkeit verfügt, die über andere drüberfährt, kann ich mir aber vorstellen und glaube auch, daß man  wahrscheinlich nur so, an die Spitze der Macht gelangt.

Die deutschen und die österreichischen Patrioten sind aber von ihm begeistert, tragen die “Make Amerika great aigain-Kappen”, was ja sein Wahlkampfslogan war und zeigen Videos, wo katholische Privatschüler grinsend und singend vor den indianischen Ureinwohnern stehen, die sie betrommeln und geben die entsprechenden hämischen Kommentare ab, während Omorosa Manigault Newman, sich in dem Buch als die Frau beschreibt, der es immer nur um das Wohl der Afroamerikaner und um den Ausgleich ging und sie in ihrer langen Danksagung zuerst ihrer Familie gedenkt und mit “Ehre sei Gott in der Höhe!”, das Buch beendet.

Manaraga

“Manaraga – Tagebuch eines Meisterkochs”, der neue Roman des 1955 bei Moskau geborenen Vladimir Sorokin, den ich schon mehrmals in Wien, in der Hauptbücherei, im Literaturhaus und im Odeon gehört und gesehen habe.

Das “Eis” habe ich gelesen und das Spannende an dem “Meister der Grosteske”, wie er im Klappentext bezeichnet wird, ist wohl die Mischung zwischen Sci Fi und tradioneller Erzählweise, so habe ich mich jedenfalls beim “Schneesturm” gewundert, daß das, was ich hörte, wie aus dem vorvorigen Jahrhundert mit Kutsche und Landarzt und so klang.

In “Manaraga” geht es in die Zukunft, in das Jahr 2037, das ja bald gegenwärtig sein wird und wird man dann das Buch noch lesen? Und wieder, wie ich in letzter Zeit in einigen Büchern gelesen habe, hat der große neue Krieg Europa zerstört, die islamische Revolution hat stattgefunden und die Menschen tragen sogenannten “Flöhe” also Chips im Ohr, die ihnen die sogenannte Weisheit zuflüstern und damit maniupulieren und richtig, gedruckte Bücher gibt es auch nicht mehr.

Das heißt die wertvollen Erstausgaben werden in Museen aufbewahrt und von dort gestohlen, denn es gibt ein Event für die Reichen und die Schönen, die sich das leisten können. Sie lassen diese Bücher stehlen und veranstalten ein sogenanntes Book´n Grill, das heißt die Meisterköche, Geza, der Ungar, auf russische Literatur spezialisiert, ist einer davon, sich ihre Steaks, etcetera auf Tolstois oder Bulgakov grillen lassen, oder das Schnitzel auf Schnitzler.

Der Phantasie ist da keine Grenze gestellt. Man könnte sich höchstens fragen, wie man ein Schnitzel oder Austern grillt? Aber dazu läßt einen Sorokins überbordendePhantasie, der oft deutsche Wörter oder Phrasen im Original verwendete, keine Zeit. Denn es ist köstlich, was er da seinen Meister über seine skurillen Erlebnisse mit seiner skurillen Kundschaft erleben läßt. Da wird ein Menü auf einem Schiff serviert. Meister Tolstoi tritt sogar persönlich oder nachgeklont auf und läßt sich seine Originalausgabe verbrennen.

Gefakt und gefläscht wird natürlich auch dabei. Einmal sind die Seiten feucht und so läßt die Crew, die gerade den “Meister und Margarita” dreht, den Kochmeister vermöbeln und ein gefälschter “Nabokov” taucht auch auf und die Handlung beginnt oder dreht sich weiter und da muß man eigentlich sagen, daß der Einfallsreichtum des Meister Sorokins eigentlich begrenzt ist und der sogenannte Plot einer ist, den man wahrscheinlich schon hundert oder tausendmal lesen konnte.

Der Einheitsbrei eben, wie er für die Massen, in diesen Fall digital bereitgestellt wird, während sich die Elite ihre Orignale zubreiten läßt.

Es taucht also eine gefälschte “Ada” auf, hunderttausend Mal das selbe Original mit den selben Kaffeeflecken und die Kochgilde ruft eine Sondersitzung ein. Geza muß einige Termine deshalb absagen, der Verräter wird entlarvt und gleich hingemordet und Geza ausgewählt auf den Berg Manaraga zu fahren und die Druckmaschinen abzustellen.

Dann kommt es natürlich anders, als erwartet und das ist eigentlich platt und traugig und wenn mans bösartig will, eine simple Nachahmung von George Orwells “1984”, die Chips im Ohr werden einfach ausgewechselt und Geza ist wieder glücklich und überwältigt von der schönen neuen Welt, die ihm da geboten wird “Und der Strom meiner Tränen ergißt sich über die zarten Lenden”, lautet der letzte Satz.

Trotzdem, um nicht mißverstanden zu werden, ein spannendes Buch und ein absolutes Lesevergnügen, das sich auch leicht und schnell hinunterlesen läßt, weil es wahrscheinlich die packenden Bücherszenen sind und nicht die eher einfallslose Handlung, die hier bewegen und das im November erschienene Buch, von dem ich in den anderen Blogs und in den Medien noch nicht so viel hörte, zu einem “Meisterwerk” werden läßt.

Vor dem Erscheinen

In der “Alten Schmiede” hat Kurt Neumann, der ja seit Herbst nicht mehr das literarische Quartier leitet, aber noch Veranstaltungen macht, eine neue Reihe eingeführt, wo er und das ist sehr sehr interessant und kann ich nur ganz ohne Werbung sehr empfehlen, jeweils einen Autor sein noch nicht erschienenes Buch vorstellen läßt.

Das gab es schon einmal mit Franzobels “Floß der Medusa”, diesmal ist aber fast ein ganzes Symposium daraus geworden. Jedenfalls haben die “Gesellschaftsräume der Literatur” mit Marlene Streeruwitz schon um fünf angefangen und die ersten beiden Reihen waren für ein Literaturwissenschaftlerteam reserviert und die gesellschaftlichen Räume sind, glaube ich, auch für Marlene Streruwitz reserviert, ist sie ja eine politische gesellschaftspolitische Autorin, die sich kein Blatt vorm Mund nimmt und auch schon eine Reihe von Wahlkampfromane geschrieben hat, die sie auf ihrer Website veröffentlicht.

Der neue Roman soll “Flammenwand” heißen, im Mai bei “Fischer” erscheinen und die Vorpräsentation wurde, wie schon erwähnt literatur- und politikwissenschaftlich sehr genau eingeleitet.

Zuerst hat es aber mit den Lesererfahrungen der Kindheit begonnen und da hat sich die 1950 geborene den 1949 geborenen Sprachlehrer und Freund Kurt Freimüller eingeladen, der auch ein Vielleser ist, wie Kurt <neumann einleitete und der hat ein katholisches Kinderbuch mitgebracht, das auch Marlene Streeuwitz in ihrer Jugend gelesen hat, wo es, um arme fromme Knaben, die von bösen Türken ausgebeutet werden geht und um fromme Mädchen,  die mit einem oder für ein Röslein für den lieben Gott sterben.

Arg oder eigentlich schon fast lustig und mir dem sozialistischen Arbeiterkind, das  mit Vera Ferra Mikura aufgewachsen ist, eher unverständlich, aber so war wahrscheinlich die Kindheit auf dem Land und dann ging es weiter mit Konstanze Fliedl, der Professorin für Literatur, die gleich mit der literarischen Modernen weitermachte, dabei Hofmannsthal, Ödon von Horwath, Kraus und Doderer erwähnte und den letzten beiden oder auch dem ersten scheint Marlene Streeruwitz die kritische sehr kritisch gegenüberzustehen. Dann wurde es politisch, es kamen nämlich zwei Politwissenschaftler und denen hat Marlene Streerwitz offenbar ein Protokoll oder ein Tagebuch geschickt, wo sie genau die politischen Ereignisse des Jahres 2018, also da, wo die neue Regierung die Mindessicherung einsparen und den syrischen Flüchtlingen, die Lehrstellen, etcetera verweigern will, aufnotierte und das irgendwie in Fußnoten oder sonstwie in ihren Roman einbauen will.

Die vierte Strecke war dann wieder der Literaturwissenschaft gewidmet und da zog Mandy Dröscher Teille einen Bogen sämtlicher Frauengestalten der Marlene Streerwitz und stellte Verbindungen zu ihnen her, die neue ist eine zweiundfünzigjährige Lehrerin namens Adele, die in ein Sabbatical geht, dabei nach Stockholm fährt und dort den winter kennenlernt, wie Marlene Streerwitz beziehungsweise die Literaturwissenschaftler schon verraten haben.

Dann gab es eine Pause und dann ist es in den Keller gegangen, das heißt vorher konnte man dem Lektor Roland Spar und Daniela Strigl, die offenbar von Bremen schon wieder zurück ist, sagen was man noch diskutiert haben wollte, denn es gab dann eine Lesung und noch ein Gespräch aus oder über den Roman, wo sich aber, was eigentlich sehr schade ist, das Publikum nicht direkt beteiligen konnte.

Eigentlich sehr schade, denn Marlene Streerwitz ist ja eine begnadete Rednerin und hat viele Ideen, wo ich ihr gerne auch bei einigen widersprochen hätte, aber ich bin ja nicht so sprachgewandt und hätte wahrscheinlich auch keine Chance gehabt bei ihr durchzukommen. Denn die Veranstaltung über ein Buch mit dem Lektor und der Autorin ein viertel Jahr vor dem Erscheinen zu reden, ist ja sehr spannend und auch sehr ungewöhnlich, wenn ich an die Sperrfristen und die Spoilerdiskussionen denken und Marlene Streeruwitz eröffnete die Diskussion auch gleich in dem sie die Veranstaltung mit einem noch nicht eingefrorenen Steak oder Hendl verglich, denn wenn es erst in die Buchpreise geht, meinte sie ist es zu spät und man kann an dem Text nichts mehr ändern.

Man kann das zumindest was die E-Bookschiene betrifft, glaube ich, schon, bei Blogromanen kann man das auch und spannend ist auch die Frage, ob das Buch, wenn es dann erschienen ist, auf der öst oder dBp Liste stehen wird oder vielleicht gar den österreichischen wenn schon nicht den deutschen Buchpreis bekommt, nominiert wird es sicher werden, wenn sich Marlene Streeruwitz, die sich ja schon vorher sehr kritisch draüber äußerte, nicht verweigert, bestimmt und spannend ist ja auch, daß ich  fast ein ähnliches Projekt hinter mir haben, nämlich die politischen Ereignisse von 2017 in der “Unsichtbaren Frau” verarbeitet und da habe ich ja auch einige Male noch vor dem Erscheinen und natürlich mit viel kleineren Publikum und mit viel weniger Aufwand daraus gelesen. Mir ist also das noch nicht eingefrorene Lesen vertrauter als das andere und in dem Roman geht es was ja auch vielleicht ein Parallele zu meiner Amanda ist, auch um Stockholm und auch um eine Lehrerin für Deutsch als fremdsprache.

Ansonsten scheint es auch noch um vieles andere zu gehen, um Liebesverweigerungen, einen plötzlich auftauchenden Hermelin, ein Mann, der eine Frau nicht anruft oder vielleicht betrügt, um mehrmals wiederholte Sequenzen und wenn ich es richtig verstanden habe, vielleicht auch um eine Psychose.

Das versteht die Psychologin vielleicht so oder würde es so interpretieren, Marlene Streuwitz hat da eher von den Kränkungen der Frau gesprochen und jene Adele scheint, obwohl sie alle Chanzen hatte und im materiellen Wohlstand lebt, sehr gekränkt und da denke ich, die ich mir ja manchmal die Vedeos der Rechten anhöre, die ja  lautstark verkünden,  daßeine Frau nicht mehr alleine auf die Straße gehen kann, ohne gleich vergewaltigt zu werden und die sich ja auch über das dritte Geschlecht oder, daß die Stadt Hannover eine gendergerechte Sprache in den Ämtern einführen will, sehr mokieren, daß wir sehr aufpassen müßen, da nicht einen großen Rückschritt zu erleben.

Aber marlene Streeruwitz ist ja sehr emanzipiert und was die Austriazismen in ihren Büchern und wahrscheinlich auch ihre Arbeit mit den Lektoren betrifft sehr priveliegiert, ihre Frauengestalten haben sich schon sehr weiterentwickelt, sind vielleicht auch nicht so glücklich geworden und wenn ich es wieder richtig veranstanden habe, hat Marlene Streeruwitz auch von einer Schreibkrise gesprochen, in die sie gefallen ist, wo sie eigentlich nicht mehr schreiben wollte, das aber doch getan hat und im Mai wird das Buch, das sich vielleicht durch die  Diskussion noch ein bißchen verändert hat, erscheinen und das ist sehr interessant, wenn es auf die buchpreisliste kommt, werde ich es vielleicht lesen und dann bestimmt an den Diskussionsabend zurückdenken, der einen wirklich den Literaturbetrieb hautnah erleben ließ und das ist mir, die ich ja meine Schreibprozesse auch immer veröffentliche und die daran interessierten hautnah mitnaschen lassen, eigentlich auch sehr vertraut.

Kindheit, Krieg, Gewalt

Unter diesem Titel gab es zwei Veranstaltungen in der “Alten Schmiede”, wurde da am Montag doch um achtzehn Uhr in der Reihe “Dichter lesen Dchter” Robert Neumanns “Die Kinder von Wien” vorgestellt und die 1946 in Englisch geschriebenen “Kinder von Wien”, habe ich in den Siebziger- oder Achtzigerjahren in einer “Bastei Lübbe-Ausgabe” von 1974 gelesen, ansonsten sind die 1927 erschienenen Parodien “Mit fremden Federn” des 1897 geborenen Autors der ein Opfer der Bücherverbrennung wurde und 1934 nach London emigrierte, bekannt und ich habe  auch einige Bücher von ihm gefunden oder mir antiquarisch gekauft.

Der 1961 in Tel Aviv geborenene und seit 1994 in Wien lebende Doron Rabinovici der das Buch vorstellte, bekannte, daß er vorher noch nichts von dem Autor gehört hätte, beziehungsweise das Buch das in einem Keller zwischen der russischen und der amerikanischen Besatzungszone im Nachkriegswien spielt, nicht gelesen hätte, las dann das Vorwort und einige Kapitel und da fiel mir eine starke Beziehung zu Karin Peschkas “Watschenmamm” beziehungsweise dem “Wiener Kindl” auf, denn ein solches Kindl liegt ja auch in dem Keller, wird von den Kindern mit Zeitungspapier zugedeckt und bekommt von ihm Geschichten vorgelesen.

Johanna Ötl moderierte und diskutierte mit Dcoron Rabinovici über das Buch, das, glaube ich, bald nach Erscheinen auf Deutsch übersetzt wurde, aber in Wien von der Arbeiterzeitung und anderen Medien schlecht aufgenommen wurde und erst jetzt offenbar, es gibt eine Neuauflage, ein Come back erlebt.

Es wurde von Doron Rabinovici und Johanna Ötl auf jeden Fall sehr zum Lesen empfohlen und Johanna Ötl wies dann auf den zweiten Teil der Veranstaltung hin, wo es um zwei Bücher ging, die man in der Nachkriegsgenertation ansiedeln könnte, obwohl es von jüngeren Autoren geschrieben wurde und die aus der Kindheitsperspektive ihre Erfahrungen mit dem Krieg, der ihnen hauptsächlich von ihren Großeltern vermittelt wurde.

Das erste Buch “Eins zwei fittibaldi” stammt von dem 1973 in OÖ geborenen Helmut Neundlinger, das ich schon bei den O Tönen hörte, er ist in Efferding aufgewachsen und da gibt es offenbar eine Hochhaussieldung namens Bangladesh und als Ende 1970 muß das gewesen sein, die polnischen Flüchtlinge kamen, stellte sich die Großmutter des Ich-Erzählers ihnen mit einem Bildchen vom Papst und einem von der  von Teschenstochau, das sie schon bewallfahrt hatte, entgegen und kümmerte sich um sie und der Großvater hat den Kindern auch vom Krieg erzählt, genauso wie die Großmutter der Heldin Mimi in der 1974 geborenen Manja Praekels “Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß”, die eine Kindheit und ein aufwachsen in der DDR, als Tochter einer Parteifunktionärin beschreibt, die dann die Wende und den Rechtsradikalismus hautnah miterlebte.

Zwei interessante Bücher aus der Kindheitsperspektive und eine interessante Parallele zu Robert Neumanns Roman, der ja auch das Zusammenleben von sehr unterschiedlichen Kindern, die der Krieg übergelassen hat, schildert.

Auf Manja Praekels 2017 im “Verbrecherverlag” erschienenes Buch bin ich besonders neugierig geworden, Helmut Neudlingers Kindheitserinnerungen habe ich schon im MQ gehört und bin jetzt in einem anderen Zusammenhang noch einmal auf sie gestoßen und Robert Neumanns “Kinder von Wien” habe ich vor langer Zeit gelesen und finde sie in Zusammenhang mit Karin Peschkas “Watschenmann”, wo es auch um Kinder in einem Nachkriegswien geht, besonders interessant.