Ach! Reden über die Liebe

Robert Huez

Robert Huez

Jürgen Meindl

Jürgen Meindl

Ach reden wir über die Liebe, ein sehr schöner, hoffnungsvoller und auch interessanter Satz. Das Literaturhaus Wien tut es jetzt fast eine Woche lang, denn seit zwei Jahren, glaube ich, dauert das Erich Fried Symposium so lange und diesmal ist die Liebe das Thema.

Aha, werden meine literarisch gebildeten Leser sagen, das ist ja ein berühmtes Fried-Gedicht und den letzten Absatz, “Es ist wie es ist, sagt die Liebe!”, zitiere ich ja immer besonders gerne, wenn wieder jemand kommt und mir erklärt, daß ich nicht schreiben kann.

Ich schreibe, wie ich kann und ich interessiere mich für Literatur und deshalb bin ich heute auch ins Literaturhaus gegangen, beziehungsweise mit Bus und Straßenbahn gefahren und auch eine Viertelstunde zu spät gekommen, weil ich eine sechs Uhr Stunde hatte und dann bin ich zwei Stunden ganz hinten gestanden und habe den Kopf geschüttelt, als eine Dame, die noch ein Stückchen hinter mir in der letzten Reihe saß, bedeutete, ich solle mich verziehen.

Es ist, wie es ist und ich blieb jetzt auch stehen, weil ich etwas sehen wollte. Es war sehr heiß, ich habe in der Jacke und dem Schal geschwitzt und jetzt tut mir  das Kreuz vom vielen Stehen weh.

“Es ist, wie es ist!”, sagt die Liebe und Erich Fried, der 1921 in Wien geboren und 1988 in Baden Baden, ich glaube, bei einer Veranstaltung, gestorben ist. Dazwischen hat er, weil er ja vor den Nazis fliehen mußte, in London gelebt und die Eröffnungsrednerin des heurigen Symposiums kommt, was sicher nur ein Zufall ist, aus england und weil man für eine Veranstaltung, die dann so voll ist, daß eine keinen Sitzplatz mehr findet, Werbung machen muß, war es heute im Mittagsjournal und als ich da den Namen Jeanette Winterson hörte, schnallte es bei mir, denn “Das Powerbook” von dieser Autorin liegt ja seit einigen Monaten auf meinen Schlafzimmertischchen. Ich habe es einmal im Schrank gefunden und dann hervorgeholt, denn darin geht es ja über das Netz und ich habe in den letzten Monaten ja einen Internet oder Blogroman geschrieben und dachte, das nehme ich als Recherchelektüre. Dann kam der Sommer und damit das doppelte oder jetzt schon dreifache Buchpreislesen und weil mir jetzt schon fast alle Verlage ihre Vorschauen schicken und ich nicht nein sagen kann oder will, häuft sich mein Badezimmerstapel,  ich schob das Lesen auf und dachte, was auch stimmte, ich kann “Die unsichtbare Frau” auch ohne dieses Buch schreiben, hatte jetzt aber ein Aha-Erlebnis.

Klaus Amann

Klaus Amann

Zum Signieren habe ich es  trotzdem nicht ins Literaturhaus mitgenommen, erstens bin ich keine Autogrammsammlerin und zweitens ist die Tasche, die ich von der Ruth geschenkt bekommen habe, so klein, daß es nicht hineingepasst hatte, denn da steckte ja ohnehin schon Jovana Reisingers “Still halten”, das vierte Bloggerdebutshortlistbuch, das ich gerade zu lesen angefangen habe.

Zum Weiterlesen bin ich im Literaturhaus aber nicht gekommen, denn ich kam ja zu spät und steckte dann im Stau und als ich das Literaturhaus erreichte, hielt Julia Danielcyk gerade ihre schöne Eröffnungsrede, dann kam der britische Botschafter und sagte, wir alle können seine Facebookfreunde werden, denn er kommuniziere gern mit Menschen.

Dann kam, glaube ich, noch Anne Zauner die Kuratorin und dann schon die 1959 in Manchaster geborene Autorin. Die ist ein Adoptivkind, wurde von streng religiösen Elternangenommen und dann verstoßen, als sie mit sechzehn eine lesbische Bezihung einging, sie ging dann nach Oxford um englische Literatur zu studieren und wurde dann mit ihrem Erstling “Orangen sind nicht die einzige Frucht”, die auch der Botschafter lobend erwähnte, bekannt.

Jetzt hielt sie einen Vortrag auf Englsich über die Liebe, erwähnte Romeo und Julia, Tristan und Isolde und auch Donald Trump dabei, die Lwute lachten und die, die sich zur Diskussion meldeten, luden sie  zum Kaffeetrinken ein, nur leider fliegt sie schon morgen, wenn das Programm so richtig losgeht, wieder zurück.

So konnte man wahrscheinlich mit ihr im Anschluß anstoßen oder sich die Bücher signieren lassen und ich, die ich am Nachhauseweg drei schon vergilbte Taschenbüchlein von der 2015 in Darmstadt verstorbenen Gabriele Wohmann fand, kann mir jetzt überlegen, wann ich “Das Powerbook” lesen werde.

Am Mittwoch ging es dann im Filmcasino mit zwei Filmen, nämlich dem “Greenaway-Alphabet” und “Goltzius  and the Pelican Company” von Peter Greenaway, wo es ziemlich erotisch zuging, weiter.

Am Donnerstag war das Programm wieder im Literaturhaus mit dem Schwerpunkt Prosa und Essay und da bin ich zu dem Vortrag von Bianca Burger über die Sexualratgeber der Zwischenkriegszeit zu spät gekommen, habe aber, glaube ich, einen solchen von Paul Lazarsfeld  in meinem Praxiszimmer stehen.

Teresa Präauer

Teresa Präauer

Franz Schuh

Franz Schuh

Dann kam die Präsentation von Peter von Matts “Sieben Küsse” und der streifte, weil der Verlag zu seinem achtzigsten Geburtstag, ein Buch von ihm haben wollte, in sieben Essays durch die Literaturwissenschaft, beziehungsweise beschäftigte er sich mit den Werken, wo es um das Küssen ging und da wurde die Mrs Dalloway ja auf ihrer Abendveranstaltung von einer Freundin geküßt und bei Tschechow gibt es auch eine Erzählung, wo ein Langeweiler plötzlich einen Kuß bekomme und darüber aufblüht.

Sehr interessant, obwohl es wahrscheinlich das Beste ist, die Bücher im Original zu lesen, aber zu Mrs Dalloway bin ich noch nicht gekommen, obwohl ich das Buch, glaube ich, mal gefunden habe und jetzt wenigstens weiß, worum es darin geht.

Dann kam Zsuzsa Bank mit ihrem neuen Buch “Schlafen werden wir später”, wo es um eine Mailfreundschaft zweier Freund waren innen geht und ich muß gestehen noch kein Buch von Zsuzsa Bank gelesen zu haben, obwohl ich, glaube ich, einmal bei einer “Literarischen Soiree” war, wo über eines ihrer Bücher gesprochen wurde. Dagegen habe ich, wie wahrscheinlich die meisten von der Norwegerin Hanne Ostavik  noch nie etwas gehört, was wahrscheinlich kein Wunder ist, da sie jetzt erst übersetzt wurde, obwohl das Buch aus dem sie gelesen hat, schon vor zwanzig Jahren erschienen ist und am Schluß kam der 1954 in London geborene Hanif Kureshi, von ihm habe ich, glaube ich, auch schon was im Schrank gefunden und den Film “Mein wunderbarer Waschsalon” habe ich 2000 im Rahmen der Widerstandsbewegungen gegen schwarz blau im Filmcasino gesehen.

Der hat jetzt ein Buch geschrieben, wo es um einen achtzigjährigen im Rollstuhl sitzenden Mann geht, der miterleben muß, wie ihn seine Frau mit seinem Freund, der ein Schwindler ist, betrügt.

Am Freitag ging es dann um Lyrics, das heißt zuerst einmal ging es den Literaturwettbewerb für Schüler “Zehn Zeilen  Zuneigung”, den das Festival ausgeschrieben hat. Gustav Ernst, Zita Bereuter, Thomas Ballhausen und Robert Huez waren in der Jury.

Siebzig Texte wurden eingereicht, die drei ausgewählten wurden vorgestellt und dabei hat mir der Text eines jungen Mannes mit blauen langen Haaren “Ich lerne mich zu lieben, damit ich dich lieben kann”, am besten gefallen und das werde ich, glaube ich, auch meinen Klienten so sagen.

Dann gings zu einer von Thomas Ballhausen moderierten Diskussion über Lyrik, bei der Silvia Geist, Tristan Marquart, Judith Nika Pfeifer und Clara Luzia teilgenommen haben.

Klara Luzia ist eine Singer Songwriterin, die im Anschluß ein Solokonzert gab und dazu sagte, daß sie Solokonzerte hassen würde. Dann wurde es hochkarätisch, es kamen nämlich drei je zehn Minuten Lesungen mit Friederike Mayröcker, Jan Wagner und Oswald Egger. Friederike Mayröcker hat 2001 den “Büchner-Preis” bekommen, Jan Wagner heuer und 2015 den “Preis der Leipziger Buchmesse” mit seinen Regenbogenvariationen” und Oswald Egger von dem ich vor kurzem “Val di non” gelesen habe, den “Trakl-Prei”s. Da war es im Literaturhaus auch sehr voll und dann wurde “Die unmögliche Liebe” die Kunst des Mminnesangs in Neuübertragungen” vorgestellt. Das ist ein Buch, das von Tristan Marquart und Jan Wagner herausgegeben wurde und sechzig Dichter und Dichterinnen wie Elke Erb, Ulrike Draesner, Gerhard Ruiss, Oswald Egger, Silvia Geist, etcetera, haben nachgedichtet.

Franz Schuh

Franz Schuh

Teresa Präauer

Teresa Präauer

Silvia Geist, Ulrike Draesner und Oswald Egger haben ihre Übersetzungen vorgestellt. Daniele Strigl hat moderiert. Dann wurden die Stühle für das anschließende Konzert von Sophia  Kennedy weggeräumt, ich habe mir einen Becher Wein gekauft, bei den “Fried Tagen” muß man neuerdings dafür bezahlen, mich länger mit Helene Hofmann uterhalten, die mir auch mein neues Buch abkaufte, mich dann kurz auf die Sesselreihe im Foyer gesetzt, als sich dann aber die Leute vor mich stellten und ich nichts gesehen habe und es nur laut war, bin ich gegangen, um noch Zeit zum bloggen zu haben, denn das soll man ja, wie mein Kritiker Uli unermüdlich anmerkt, der auf seinen Blog einen längeren diesbezüglichen Artikel geschrieben hat, ja tun. Helene Hofmann hat mich übrigens gefragt, warum ich ihm immer antworte, wahrscheinlich weil ich mich im Argumentieren üben will, harmoniebedürftig bin und mit allen gut auskommen möchte, ist die Antwort, es ist aber schon bedrückend, immer wieder solche Kommentare zu bekommen.

Helene Hoffmann hat mir noch gesagt, daß sie am Samstag den “Graphic Novel-Tag” nicht kommen würde und ich habe mich noch gewundert, daß es diese einen ganzen Nachmittag und Abend geben würde, denn ich bin keine Graphic Novel Spezialistin, obwohl ich schon einige gelesen habe und als ich dann am Samstag knapp vor zwei eintraf, war es wieder sehr voll, so daß ich gerade noch in der vorletzten Reihe einen Platz bekommen habe.  Zita Bereuther saß am Podium mit dem 1960 in Boston geborenen Scott Mc Cloud, der seine Novel “Der Bildhauer” vorstellte und einen fulminanten Einblick in das Comicschreiben gab.

Dann ging es nach Frankreich oder zu den 1984 geborenen Bastien Vivens, der schon drei Novels geschrieben hat, eine heißt “Der Geschmack des Chlor”, da gibt es viel Bewegung und kaum Sprache, denn Bastien Vivens kommt vom Trickfilm her, bei der “Schwester” und der “Liebe” änderte sich das und als ich in der Pause in die untere Bibliothek, dort wo es den Büchertisch und die Getränke gibt, ging, wunderte ich mich über die Schlangen, die sich die Bücher signieren ließen und die beispielsweise, die des danach auftretenden Amerikaner Craig Thompson, eine amerikanischen Comic Größe, wie Anne Zauner einleitete, waren auch sehr teuer. Die Leute stellten sich aber, glaube ich, über eine Stunde an und die Autoren zeichneten auch etwas in das Buch hinein.

Erstaunlich für mich, die ich ja eher den Eindruck habe, Bücher wären unverkäuflich, bei Comics ist das offenbar anders und dann kam  noch eine Österreicherin, nämlich die 1967 in Wien geborene Ulli Lust, mir bisher genauso unbekannt, wie die anderen Autoren und die bestätigte etwas, was schon Craig Thompson erwähnte, daß Graphic Novels oder Comics sehr autobiografisch wären.

Sie hat zwei solche, sowie die “Flughunde” von Marcel Beyer, nämlich “Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens”, sowie  brandneu, die Fortsetzung davon “Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein”, wo es um eine Dreiecksbeziehung, nämlich ihre sexuelle Beziehung zu einem Nigerianer und die mehr intellektuelle zu ihrem Freund Georg oder so, ging.

Sehr erstaunlich für mich diese Erfahrung, gelten ja, wie auch diskutiert wurde, die autobiografischen Elelemente in der Literatur als etwas eher Verpöntes und, daß sich soviele Leute dafür interessieren, die Bücher kaufen und sich eine Stunde dafür anstellen, war für mich auch neu, obwohl bei der Friederike Mayröcker steht man wahrscheinlich auch etwas länger, aber da haben die Buchhändler, als sie den Bp bekam schon gestöhnt, daß sie sich nicht so gut verlaufen lassen würde.

Eine neue Erkenntnis und ein Eck der Literatur in dem ich nicht so zu Hause bin, dann ging es von den Comics weg und wurde wieder experimenteller, stellte doch Sebastian Fasthuber den Amerikaner Mark Z. Danieleswski und sein Monsterprojekt “The Familar” vor, von dem es schon fünf Bände gibt, siebenundzwanzig sollen es noch werden und es geht darin, um eine Katze und um noch vieles andere. Eine Sondernummer der “Flugschrift” hat der Autor auch gestaltet.

Das war es dann, der Parcour der verschiedenen Genres durch die Liebe und am Sonntag kam dann die berühmte Preisverleihung und da ist ja das Besondere, daß hier ein Juror allein entscheidet, weil man sonst ja meistens den Durchschnitt der Jurymitglieder also zu einer Kompromißentscheidung kommen muß und diesmal war Franz Schuh der Juror, dessen “Fortuna: Aus dem Magazin des Glücks” auf der “Longlist des österreichischen Buchpreises” stand und der hat  Teresa Präauer ausgewäht, die mir ja das erste Mal als Illustratorin von Wolf Haas “Die Gans im Gegenteil” aufgefallen ist, dann hat sie schnell ein paar Romane herausgebracht und aus dem mit den Affen hat sie in Klagenfurt gelesen und wurde durch alle Runden durchgewinkt und ist ohne Preis nach Hause gegangen, bei den “O-Tönen” im letzten Jahr habe ich sie daraus gehört. Aber zuerst kamen im Literaturhaus, in der obeneren Bibliothek, wo man jetzt aus Angst vor dem Bücherdiebstahl die Jacken abgeben mußte, eine Reihe von Begrüßungsreden.

Dann kam der Klagenfurter Literaturprofessor Klaus Amann, der mich auch einmal mit Mitjuroren für einen Preis nominiert hat, mit der Vorstellung des Laudators.

Da las er eine Rezension vor, wo bedauert wurde, daß der Autor über kein Werk verfüge, weil keinen Roman geschrieben und ich dachte “<Ö ha, was ist denn mit dem “Stadtrat”, ein Buch, von dem ich, wie meine Leser vielleicht wissen, bedauere, es noch nicht gelesen zu habe, aber das ist ja bei “Ritter” erschienen und hat sich daher  nicht zu den Rezensten durchgesprochen.

Dann kam die Laudatio in der sich Franz Schuh auf “Jonny und Jean” bezog, das offensichtlich auch bei den  O-Tönen vorgestellt wurde und Teresa Präauer bezog sich in ihrer Dankesrede auf den “Blick” oder die “Posen der Jugend”, das ist offenbar ein Bild einer Künstlerin, wo zwei Jugendliche auf einem Sofa sitzen und vor sich hinschauen. Daraus hat sie einen Rundumschlag auf die prekären Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse gezogen und sich danach bei allen, also auch beim Publkium für den Preis bedankt.

Vor dem Frühstück kennt dich keiner

Gleich nach der Vorschau auf “Besser spät als nie” gibts wieder eine Ankǘndigung, der Dezember ist offenbar produktiv, denn Teil drei meiner “Gestern- heute- morgen- Jahresproduktion” – “Die unsichtbaren Frau”, die ich zwar schon nach dem August begonnen habe, dann aber doch einen “Nanowrimo” daraus machte, ist am Tag achtzehn im Rohtext fertiggeworden und muß wahrscheinlich ab dem elften Dezember beim Writers Retreat den ich da beim Writersstudio ausprobierte, das erste Mal durchgesehen und dann nach und nach korrigiert werden, daß es dann im nächsten Jahr, wenn wir schon eine schwarzblaue Regierung haben werden, erscheinen kann.

“Proudly present!”, heißt es doch oder hier ist es das neue Buch, mein dreiundvierzigstes selbstgemachtes, in dem es um ein sogenanntes Bibliotheksgespenst, eine Frau, die mit einem Bus nach Belgrad, Graz, Linz, Salzburg und Berlin fährt und dabei in einige Turbulenzen gerät, sowie noch einiges anderes geht.

Ein Probekapitel gibt es hier zu lesen: www. jancak.at

Die Auflösung der drei Gewinnspielfragen lautet:

  1. Ein Bibliothekgespenst ist die Dorothea nicht wirklich, obwohl mir Richard Weihs ein so schönes Wunschgedicht, beziehungsweise den Beschreibungstext geschrieben hat. Sie wohnt aber in der Hauptbücherei, aber wie sich am Schluß herausstellt, auch nicht wirklich. Also lesen, wenn man das Geheimnis erfahren will.
  2. Therese Schwarzenberg, die depressive Frau in dem Buch, sollte sich eigentlich mit ihrer Freundin Karoline Prohaska treffen, aber weil sie das nicht will, steigt sie in einem Bus nach Belgrad, um ihre Freundin Jovanka Gordelevic zu besuchen, da sich diese aber gerade in Graz befindet, wo es die Vernissage zu ihrer Performance gibt, disponiert sie um.
  3. Die erste Lesung, die Fabian-Szene, die es auch als Probekapitel gibt, war am Volksstimmefest, dann habe ich sie noch bei der “Poet-Night” und bei meinem Geburtstagsfest gelesen, da ja alle guten Dinge drei sollen. Ich bin aber gerne für weitere Lesungen bereit und stehe für Einladungen zur Verfügung.

Der erste Satz des Buches lautet, wie man schon in der Vorschau sehen konnte:

“Punkt neun, der Wecker klingelte schrill und laut.”

Leider hat mir keiner einen Absatz dazu geschrieben, so daß ich hier kein “Mimikry-Spiel des Lesens” mit einem weiteren Gewinnspiel machen kann. Wem es aber trotzdem interessiert, wie es weiter geht, hier der erste Absatz, als Appetizer:

“….Dorothea Wewerka schreckte aus ihren Träumen, beziehungsweise aus der Tiefschlafphase, in der sie sich gerade befunden hatte. Mit der Hand über die halblange aschblonde Haarpracht gestrichen, die Decke falten, die Campingliege zusammenklappen und unter das Regal schieben. Denn bald öffnete die Hauptbücherei ihre Pforten. Die Angestellten, sowie der Sicherheitsdienst und auch die Putzfrauen erschienen und sie mußte ihren Schlafplatz räumen. Sich, wie sie das meistens tat, aus dem Kaffeeautomaten ein Heißgetränk herausdrücken. Das Kipferl würde sie sich später in einem Supermarkt besorgen, wenn sie die Bücherei verlassen hatte, um den Tag mehr oder weniger ziellos auf der Straße zu verbringen. Denn Dorothea Wewerka war wohnungslos. Hatte keine feste Adresse aufzuweisen und pflegte ihre Nächte seit sie auf das unbenutzte Zimmer gestoßen war, hier zu verbringen”

Neugierig geworden? Nun das Buch kann man bei mir bestellen, man mir auch eine Rezension für das “Literaturgeflüster”, den eigenen Blog oder wo auch immer schreiben und eine neue Idee habe ich in der Vorschau auch schon angekündigt.

Ich würde nämlich gerne hier eine Leserunde beziehungsweise eine Diskussion über das Buch in den Kommentaren veranstalten. Zu diesem Zweck stelle ich fünf Bücher zur Verfügung.

Wer eines lesen und mir dann einen Kommentar darüber schicken und in Diskussion mit den anderen Kommentierern treten möchte, soll sich bei mir melden, ich schicke das Buch gerne zu, wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich schon auf eine anregende Diskussion!

Mr. Holmes Krimi Adventkalender

Es ist der erste Dezember und da werden die ersten Fenster der Adventkalender aufgemacht. Es gibt Teeadventkalender, die mit Schokolade oder kleinen Bildchen, man kann Süßigkeiten in Strümpfe oder kleine Schachteln stecken und die Datumszahl draufschreiben und und und….

Es gibt auch Bücheradventkalender, einen solchen habe ich einmal geschrieben, das heißt eigentlich zweimal, die erste Geschichte, die ich wirklich täglich in der Rohfassung aufnotiert habe, ist im “Best of” zu finden und dann die “Nika,Weihnachtsfrau”, meinen fünften Nanowrimo, die ich zwar schon im November geschrieben habe, von der man in diesem Monat aber auch hier immer wieder Stückchen finden kann.

Zuerst aber zu etwas anderes, zu Sherlock Holmes nach England oder besser zum “Homunculus Verlag”, denn da haben, sehr schön ausgestattet und bebildert Joseph Felix Ernst, Sebastian Frenzel und Philip Krömer vierundzwanzig kleine Geschichten geschrieben, die man sich kalendermäßig aufstellen, jeden Tag eine  lesen und die Lösung erraten kann.

So steht es wenigstens auf der roten Rückseite mit dem schießenden Pinguin: “Rätseln Sie los und seien Sie schneller als der berühmte Meisterdetektiv!”, geschrieben.

Ich, die ich mich obwohl ja zum Zeitpunkt des Lesens noch gar nicht der erste Dezember war, schon ein wenig durchgeblättert habe, würde bezeweifeln, daß man das kann und das war wohl auch gar nicht die Absicht der wahrscheinlich listigen Autoren, denn auf der einen Seite gibt es die Geschichte, beispielsweise die der “Unheiligen drei Könige” am Tag 1, da gibt es drei Markthänder mit den schönen Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Caspar liegt tot auf dem Boden, hat mit seinem Blut noch “Melch” geschrieben. Balthasar erzählt die Geschichte und auf der Rückseite klärt Mister Holmes alles mit Indizien auf, die man auf der Vorderseite nicht erkennen konnte.

Soll ich wieder spolern? Er war Linkshändler.  Mehr verrate ich nicht. Denn man soll ja die Geschichten selber lesen. Jeden Tag eine am besten und so verrate ich nur, es geht sehr weihnachtlich zu in dem Buch. Beginnt am ersten mit den drei Marktleuten, dann erweist sich ein Weihnachtsmann als Fassadenkletterer, während ein anderer an seinem Anzug verbrennt und der besoffene Weihnachtsmann zwar keinem Herzschlag erlegen ist, aber weil Weihnachten ist und die arme Ehefrau schon bestraft genug, drückt Mister Holmes auch einmal ein Äuglein zu.

Lustig wird es auch bei der Geschichte, wo der Bäcker verstorben ist und seine Geheimrezepte im Tresor liegen, die Erben aber nur ein Räsel haben um auf den Code daraufzukommen und die Plätzchen backen zu können.

Und denen, die in den Wald gehen, um sich das Bäumchen zu stehlen, wird eine Falle gestellt. aufpassen Weihnachtsbaumdiebe, sonst fällt euch der Baum  auf den Kopf und die Geschichte, wo der Reverend zu einer katholischen Sizilianerin geht, um von ihr ein wertvolles Geschenk für die Kirche abzuholen und sie nur leider, leider tot auffindet, beziehungsweise noch schreien hört, habe ich in einen Allan Wilton Krimi vor Jahren schon ein bißchenanders gelesen, da sitzen die Nonnen am Karfreitag im Gasthaus und essen Fleisch und so bin ich diesmal auf den Täter draufgekommen.

Eine fingierte Weihnachtskarte wird geschrieben, Katzen gestohlen, sowie die für Waisenkinder gedachten Geschenke, die zwar nicht viel Wert waren, aber natürlich steckte wieder etwas anderes dahinter, was man wahrscheinlich nicht erraten kann, wenn man die Hintergründe nicht weiß.

Einen Erpresserbrief gibt es und einen tödlichen Weihnachtsschmaus, bis man an den vierundzwanzigsten Dezember kommt, wo es in den “Diogenes Club” geht.

Ich habe mich durchgeblättert und werde jetzt das kleine schöne Stück, das als Vorweihnachtsgeschenk Krimifreunden sicher zu empfehlen ist, auf mein weihnachtlich geschmücktes Betttischchen stellen und dann die Geschichten in schöner Reihenfolge vielleicht noch einmal genauer durchlesen, bin ich ja ein sehr strukturierter Mensch,  der Adventkalender nicht gerne vorher und nicht auf einmal liest.

Aber dieser war ein Rezensionsexemplar und so ist es am vierundzwanzigsten Dezember vielleicht schon zu spät, wenn ich die Geschichten einzeln lese und am Weihnachtstag als Gesamtrezension veröffentliche und außerdem will ich ja selber Werbung machen und auf meine Geschichten hinweisen und da passt es vielleicht nicht, wenn ich unter die Ankündigung meines neuen Buches, Geschichte eins der “Nika” verlinke.

Also voila, nach dem das Buch besprochen und vielleicht auch schon für die Gattin oder Schwiegermutter bestellt ist, kann man sich genüßlich in Tag eins der “Nika”, die ich hier verlinke, begeben.

Dann gibts am 5. eine Geschichte, am  19. 25. 29. und 30 Dezember.

Ob ich Zeit und Raum habe, neue Geschichten als Artikel aufzunehmen, weiß ich nicht, da mein Bücherstapel im Badezimmer noch so hoch ist, daß wahrscheinlich jeden Tag ein Artikel erscheinen wird. Es gibt aber noch ein Weihnachtsbuch, das auf mich wartet und das werde ich ein wenig später lesen.

Einen weiteren Adventkalender gibt es hier,  hier und hier.

Das Genie

Jetzt kommt Buch drei der Blogger-Debut Shorlist, die jetzt ja bekanntgegeben ist und für mich eine große Überraschung war, da drei der dort nominierten Bücher bisher an mir vorbeigegangen sind.

Obwohl von Klaus Cäsar  Zehrers “Genie” hätte ich eigentlich etwas wissen können, ist das buch doch auch auf der Shortlist des “Bayrischen Debutpreises” gestanden, den Franzobel schließlich gewonnen hat. War aber nicht so und bei Anna Jeller habe ich es auch erst vor ein paar Tagen in der Auslage entdeckt.

Das Buch, das wieder eher eine fiktionale Biografie als ein Roman ist, befaßt sich mit einem eigentlich psychologisch interessanten Thema, nämlich mit den Schicksal eines Wunderkindes, von dem ich auch noch nie etwas hörte, was vielleicht wieder ein Beiweis ist, wieviele Wunderkinder hundert Jahre später vergessen sind und vielleich,t als Sonderlinge durch das Leben gingen, denn auch von William James Sidis, 1998 in New York geboren, 1944 in Boston verstorben, habe ich noch sie etwas gehört, obwohl er einen Psychologen als Vater hatte und das Buch auch die “Genies” heißen  hätte können, denn, wenn sie das so zugetragen hat, wie Zehrer es schildert,  war der Vater, Boris Sdis auch ohne die “Sidis-Methode”, die er  für die Erziehung seines Sohnes erfunden hat,  ein solches und wahrscheinlich genauso hochbegabt.

Das über sechshundert Seiten Buch widmet auch einen großen Teil, ein Drittel würde ich mal schtzen, der Vorgeschichte, erzählt also, wie Boris Sidis aus der Ukraine nach Amerika kam.

Er war der Sohn wohlhabender Juden, es wurde ihm auch eine ausgezeichnete Erziehung zuteil. Er kam aber, weil er das Volk  unterrichten wollte, mit der Obrigkeit in Konflikt, kam ins Gefängnis, wurde dort mißhandelt und flüchtete  nach Amerika.

Dort verschenkt er als erstes das Geld das ihm die Eltern mitgegeben haben, trennt sich von seinen Gefährten, dann mietet er sich in einerm Obdachlosenasyl ein, nimmt Arbeit in einer Fabrik an, nur um drei Tage später dem Besitzer zu sagen, wie er alles besser machen kann.

Der macht das auch und entläßt Boris, der verbringt die nächsten Tage in einer Bibliothek und staunt über das viele Wissen das es dort gibt, er kann aber ohnehin schon ein paar Dutzend Sprachen, Englisch muß er noch lernen, verdingt sich weiter in Fabriken, unterrichtet in seiner Freizeit Arme.

So lernt er Sarah Mandelbaum kennen, auch eine Auswanderin aus der Ukraine und bekommt mit ihr 1998 den Sohn William James, der nach dem berühmten Psychologen William James genannt wurde, bei dem Boris inzwischen studiert hat. Sarah hat als eine der ersten Frauen Medizin studiert, ist aber viel lebenspraktischer als ihr Mann, der die Hypnose entdeckt und Freud für einen Scharlatan hält, gegen den er kämpfen muß.

Da unterliegt er, wie die Geschichte beweist, denn Boris Sidis ist inzwischen wahrscheinlich vergessen.

Als das Kind auf die Welt kommt, beschließt er mit Sarah gemeinsam es mit der Sidis-Methode zu einem Wunderkind zu machen.

Bei “Wikipedia” kann man klar und knapp nachlesen, daß der einen IQ über 250 hatte, mit achtzehn Monaten lesen konnte, mit acht schon vier Bücher geschrieben hat,  mit elf an der Harvard University zu studieren begann, dort einen Vortrag über die “Vierte Dimension” hielt, vierzig Sprachen konnte und sich für Eisenbahn und Straßenbahnsysteme interessierte. Er zog sich  später zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück und starb 1944 an einer Gerhinrblutung, steht da lapidar.

Klaus Cäsar Zehrer macht ein über sechshundert Seiten dickes Buch daraus, das interessant und leicht zu lesen ist, wie schon einige der Mitblogger bemerkten und viel aus der Psychologiegeschichte und dem Leben der Wunderkinder erzählt und so faßbar macht, daß die meist sozial hinter ihrer intellektuellen Entwicklung nachhinken und wenig Freunde haben, weil sie mit den Menschen, die sie nicht verstehen, nicht viel anfangen können.

Der Vater ist ja auch ein bißchen so. Die praktische Mutter muß ihn zu einem Sanatorium zwingen, dort putzt und schrubbt sie selbst, während der Vater gegen Freud hetzt, seine Patienten verliert und schließlich an einem Schlaganfall stirbt.

Es gibt noch eine jüngere Schwester, für die aber wahrscheinlich zu deren Glück, keine Zeit war, die Wundermethode an ihr anzuwenden. Wahrscheinlich hielt man die für Mädchen auch nicht  so wichtig. So studierte sie zwar auch Soziologie, konnte später ihren Bruder, als der aus sämtlichen Systemen hinausgefallen war, aber immer unterstützen.

Der Vater war in den Systemen auch nicht drinnen und wahrscheinlich war William James Sidis ein Asperger-Typ den man damals noch nicht kannte, wie der Vater an der sozialen Verbersserung der Menschheit aber interessiert. So war er auch an einer Demonstration beteiligt, wo er Martha Foley, die Liebe seines Leben kennenlernte, die aber von dem Sonderling nicht viel hielt und er hielt nicht viel von der Sexualität, nannte sie verächtlich oder angewidert “koitieren” und verärgerte damit seine Studenten, als er nach seiner Promotion, er war ein Universalgenie, als Assistent beginnen wollte.

Er arbeitete in Zeiten des ersten Weltkrieges an einem Institut, das vom Kriegsministerium bezahlt wurde und kündigte dort entsetzt, als er entdeckte, zu was er mibraucht werden hätte können oder wurde. Er nahm  aus diesem Grund nur mehr einfache Arbeiten an, verwarf sich mit seiner Mutter, die ihm Undankbarkeit vorwarf, floh auch vor der Presse, beziehungsweise hatte er einen Prozeß mit dem “New Yorker”, die seinen Sonderlingstatus genüßlich auf einigen Seiten zelibrierte.

Er liebte schon als Kind das Straßenbahnfahren, war später auch Schaffner, sammelte die Fahrkarten und gab unter einen anderen Namen, auch Bücher über Straßenbahnsystem hinaus.

So taumelte er durch das Leben, er verlor sämtliche Prozesse, denn über eine öffentliche Person kann man ja die Wahrheit sagen, daß sie ungepflegt ist und soziale Probleme hat, ohne daß es die Persönlichkeitsrechte verletzt. Es kommt dann  doch zu einer Einigung mit der Zeitung. So hat er sechhundert Dollar in der Unterhose, als ihm die Wirtin bewußtlos am Gang findet. Er kommt ins Spital und da kommt es nach Zehrer zu einer Verwechslung, die ihm den Gang ins Jenseits erleichtet, aber wahrscheinlich etwas kitschig ist.

Die Schwester und die Mutter kommen angereist, die Mutter wartet am Gang, die Schwester sagt ihm “your mother is here!”

Er versteht Martha, ist entzückt und stirbt mit dieser Information selig vor sich hin.

Ob es so oder anders war, wissen wir wahrscheinlich nicht. Ich werde dem Buch bis jetzt, die zwei anderen habe ich noch nicht gelesen, den dritten Platz geben und mich für Platz eins für Julia Webers Poetik entscheiden, die ja auch in die Sozialkritik geht und dann an Juliana Kalnays Surrealismus und kann nur wieder betonen, wie unterschiedlich diese Shortlist von ihren Stellen her ist.

Aber das ist wahrscheinlich das Tolle daran, obwohl man diese journalistisch aufbreitete Biografie des 1969 geborenen Zehrers, nicht wirklich mit der sprachlichen Poetik der beiden Sprachschulabsolventinnen vergleichen kann.

Äpfel und Birnen, wie ich  immer schreibe und Bücher sind auch nicht vermessbar. Es gibt aber sehr viele und sie sind sehr unterschiedlich geschrieben und so haben Bozena Anna Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger aus den vierundsechzig eingereichten Büchern sehr unterschiedliche Bücher ausgewähl und bin auf die zwei anderen, die mich noch erwarten, schon sehr gespannt.

Debut-Preis-Shorlist

Ich bin ja weil ich mich für jede Art von Literatur interessiere, gerne in Jurien, gehe gern zu Preisverleihungen, mache gern beim Buchpreislesen mit, ecterea.

Das letztere tue ich schon das dritte Jahr “inoffiziell”, weil sich die vom Börseverein oder, wo auch immer ihre Blogger gut aussuchen, die dann “offizielle” nennen und die anderen, die das auf eigene Faust versuchen, eher ignorieren.

Beim “Blogbuster-Preis” wird man auch eher ausgesucht, ob man da mitmachen darf, beim “Bloggerdebut-Preis”, wo,  seit vorigen Jahr aus einer langen Liste und einer kürzeren Shortlist das beste Debut ausgewählt wird, ist das andere, denn da gibt es die drei Machererinnen vom Debutpreisblog die aus der langen Liste eine kurze machen und dann kann sich jeder Blog, der da gerne mitmachen will melden, die fünf ausgewählten Bücher lesen und seine Stimme vergeben.

Auf diesen Blog und diesen Preis bin ich im vorigen Jahr spät im Oktober, als die Anmeldefrist eigentlich schon vorüber war, aufmerksam geworden, habe mich trotzdem angemeldet und wurde, oh Wunder, noch genommen, habe die fünf Bücher gelesen, das heißt, es waren nur vier, denn “Blauschmuck” das ja auch auf der österreichischen Debutpreisliste war und beim “Alpha” nominiert, hatte ich schon gelesen, meine Stimme für “Nachts ist es leise in Theran” das den Preis dann auch bekommen hat, abgegeben und im Zuge des Bloggens auch Marc Richter, einen der anderen Buchpreisblogger kennengelernt und wir kommentieren uns seither regelmäßig.

Etwa zwanzig Blogs waren und sind wahrscheinlich auch heuer wieder dabei, ich habe mich wieder gemeldet und was der Nebeneffekt an der Sache ist, daß ich dabei auch auf die Debuts fixiert bin und sie aufmerksamer wahrnehme und genauer lese.

Die Longlist wurde ja schon sehr lang für das Jahr 2017 bekanntgegeben und man konnte Bücher vorschlagen, was ich auch sehr eifrig tat, denn ich habe schon seit Jahresanfang einige Debuts gelesen, so zum Beispiel Juliana Kalnays “Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindes”, Tiljan Sila “Tierchen unlimeted”, die ich dann auch vorgeschlagen habe und so sind es bis jetzt einige Bücher der Longlist geworden, die ich gelesen oder vorgeschlagen habe.

Im Zuge des “Buchpreisbloggens” ist auch noch Jonas Lüschers “Kraft” dazugekommen, was ich eigentlich für kein Debut halte, weil der ist ja schon mit “Frühling der Barbaren” auf der LL oder SL des DBps gestanden.

Gut, da stand “Novelle” darauf, also war “Kraft”, der erste Roman, aber ich denke, wenn sich bei mir die Leute immer aufregen, daß ich Verlagsnamen unter Anführungszeichen setze, könnte man auch hier genauer differenzieren.

Sasha Marianna Salzmanns “Außer sich” das mir eigentlich nicht so gut gefallen hat, kam noch dazu und dann Simons Straußs “Sieben Nächte”, hielt ich ebenso für nicht so gelungen und ist auch kein Roman.

Daneben kamen vom öst Debutpreis noch “Liebwies” und “Reibungsverluste” hinzu, was ich neben “Tierchen unlimted” und “Die kurze Chronik” auch gerne auf der Shoertlist gesehen hätte.

Es waren aber auf der Longlisjt auch noch andere Bücher, die ich gerne gelesen hätte, wie “Ellenbogen” oder “Betrunkene Bäume” und noch einige mehr. Ich bin da ja immer sehr offen und neugierig für alles oder vieles und im Herbst haben sich bei mir auch noch “Schwimmen” angesammelt, das ich vor kurzem gelesen habe und “Koslik ist krank” was ich noch lesen muß.

Das buch von Jens Eisel, das auf der LL steht, habe ich auch einmal gefunden und dachte ich würde es dann lesen, käme es darauf und war auf die Shortlist sehr gespannt, hatte da schon meine eigene Variante, bezeihungsweise mich mit Marc Richter ausgetauscht, der auch seine eigenen Vorschläge hatte und interessant ist es dann immer, diese Bücher mit der offiziellen Shortlist, die von Bozena Anna Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger ausgewählt wurden, zu vergleichen und sich zu ärgern oder zu wundern, wenn sie dann nicht übereinstimmt oder sich zu freuen etcetera.

Daß es eine Menge von Debutpreise gibt, ist, wenn man sich ein bißchen in der Literaturszene umssieht, auch zu merken. Der berühmtrste ist ja der “Aspekte Preis”, den hat, glaube ich, Juliana Kalnay bekommen, dann der österreichische, da war es für mich überraschend Nava Ebrahimi, das Buch ist nicht auf der Liste, obwohl ich es vorgeschlagen habe, aber die Verlage müssen es einreichen und da hat es wohl nicht geklappt und Julia Weber hat mit “Immer ist alles schön” den “Franz Tumler-Literaturpreis” bekommen, für den aber auch Juliana Kalnay und Mascha Dabic mit “Reibungsverluste” nominiert waren, man sieht, das geht alles rund und die Debutanten, die im Literaturbetrieb drinnen sind, werden auch herumgereicht.

Auf der Debutblogseite gab es jedenfalls einige Artikel die sich mit Julia Webers “Immer ist alles schön” beschäftigte, ein Buch das bisher eigentlich an mir vorbeigegangen ist. Es kam dann aber bald die Mitteilung das und das PDF, daß das Buch auf der Liste ist, so habe ich es gelesen und es hat mir sehr gefallen, dachte dann, das dann wahrscheinlich auch Stehphans Lohses “Fauer Gott”, ein Buch, das auch Marc Richter sehr gefallen hat, daraufsein müßte und rätselte wieder, wie die Sbhortlist ausschauen könnte, am besten wäre auch, ich hätte alles schon gelesen, aber dann kann ich keine neuen Bücher kennenlernen, etcetera….

Dann kam die Nachricht:

  1. Julia Weber “Immer ist alles schön”
  2. Juliana Kalnay “Eine kurze Chronik der allmählichen Verschwindens”
  3. Klaus Cäsar Zehrer “Das Genie”
  4. Christinan Bangel “Oder Florida”
  5. Jovana Reisinger “Still halten”

und ein kurzer Moment der Verblüffung, denn die letzten drei Bücher sind bisher komplett an mir vorbei gegangen, obwohl ich mich regelmäßig durch die Liste scrollte, schon um nachzusehen, ob meine Vorschläge eingetroffen wären und ich hätte jetzt auch die ideale Liste gehabt, nämlich:

“1.Julia Weber “Immer ist alles schön”

2.Julianana Kalnay “Eine kurze chronik des allmählichen Verschwindens”

3. Irene Diwiak “Liebwies”

4.Tiljan Sila “Tierchen unlimited” und

5. Mascha Dabics “Reibungsverluste” und zu dem Buch von Jens Eisel und Julia Rothenburg kann ich nichts sagen, weil ich sie ja wie die anderen noch nicht glesen habe.

Aber macht ja nichts, es können ja, wie das Buch von Julia Weber tolle Entdeckungen sein und ich bin auch neugierig. Die PDFs wurden einen diesmal von den Blogbetreiberinnen in Aussicht gestellt. Im vorigen Jahr habe ich die Bücher selber angefragt, alle bekommen und von Henrike Blum gehört, daß sie überfordert war, daß da plötzlich zwanzig Blogger bei ihr anfragten, so habe ich die PDF-Variante selber vorgeschlagen, obwohl es keine richtige Bücher sind, aber man kann sie lesen und besprechen.

So ist es also, zwei der fünf sind gelesen und die vorläufige Reihenfolge, man kann und soll diesmal auch einen ersten, zweiten und dritten Platz vergeben, weil im Vorjahr, weil man nur eine Wahl hatte, ja Sonja Harter, deren Buch mir auch gut gefallen hat, komplett durch den Rost gefallen ist, wären auch wahrscheinlich Julia Weber und dann Juliana Kalnay, immer vorausgesetzt, das das alles noch ganz anders werden kann, wenn ich die drei anderen Bücher gelesen habe.

Das E Book vom “Genie”, das, wie ich hörte, sechshundert Seiten hat, aber leicht zu lesen sein soll, habe ich schon bekommen. Die zwei anderen Bücher sollen noch zu mir kommen. Man könnte sie, glaube ich, auch bei der “Netgalley” anfragen. Aber das funktoniert bei mir nicht, wie ich schon beim “Buchpreislesen” herausbekommen habe, weil ich die Dateien mit meinem U-Bunto Programm nicht öffnen kann.

Also schönes Lesen, wenn ich die Bücher habe, sollte ich sie in einer Woche schaffen, weil ich normalerweise drei pro Woche lese und da bin ich schnell, weil eine der Bloggerinnen schon befürchtete, bis Ende Dezember, wo man durch sein muß, nicht genügend Zeit dazu zu haben.

Ein nicht rechtschreibwollender erfolgsfreier Bücher-Messie?

Im Herbst 1973, ein paar Monate nach meiner Matura, bin ich, glaube ich mich zu erinnern, in die Oper gegangen, es hat den “Feischütz” gegeben und ich habe mich auf dem Weg gefragt, was wohl aus meinem Schreiben werden wird?

Ich habe, glaube ich, immer gern geschrieben, schon meiner Volksschullehrerin Aufsätze gezeigt, die ich am Wochenende geschrieben habe und die hat mir glaube ich, auch wohlwollend, den Rat gegeben, nicht zwei Adjektive auf einmal zu verwenden.

In der Hauptschule habe ich ein Krippenspiel geschrieben und mich dann nicht getraut, es der Lehrerin zu zeigen, beziehungsweise für die Aufführung vorzuschlagen. Es wird aber auch nicht viel anders, wie die üblichen gewesen sein und dann 1971 wahrscheinlich beschlossen, nach meiner “Knödel-Matura” in der Straßergasse, sowohl zu schreiben, als auch Psychologie zu studieren, was ich dann auch machte und gleich im Mai 1973 mit einer Erzählung von einer französischen Prostituierte, die nebenbei studierte, damit anfing.

Sie ist fertig geworden, ich habe sie unkorrigiert oder angestrichen wohl immer noch irgenwo liegen, hatte dann einige Schreibkrisen, bis ich mich ein paar Jahre später traute, der Monika und dem Gerhard “Die Einladung zu Tee” zu zeigen”, die beide, was mich bis heute nicht losgelassen hat, voneinander unabhängig “Das ist nicht gut!”, sagten.

Aber zurück zur Frage, beziehungsweise deren Antwort, die ich inzwischengeben kann. Was ist daraus geworden? Zwei Antworten gibt es da.

Vierundvierzig Jahre kontinuierliches Schreiben, eine GAV-Mitgliedschaft, ein Buch in einem Kleinstverlag, nämlich in der “Editon Wortbrücke”, wo ich die Exemplare immer noch in Schachteln in Harland habe, zwei Fachbücher übers Stottern in den sogenannten Publkums- oder Fachbuchverlagen und inzwischen dreiundvierzig selbstgemachte Bücher und zwei in Arbeit, zwei Jurymitgliedschaften, neun Jahre Bloggen und ein seit über vierzig Jahren regelmäßiges beschäftigen mit dem Literaturbetrieb, in dem ich vorwiegend zu Wiener Veransaltungen gehe, Bücher lese, etcetera.

Gut könnte man da also sagen, gelungen, Lesungen beim Volksstimmefest, bei der Poet Night, mein literarisches Geburtstagsfest  und gelegentliche Veröffentlichungen, wie beispielsweise in der “Linken Wort-Volksstimmeanthologie” kommen auch noch dazu.

Auf der anderen Seite ist es wieder genau das Gegenteil, denn mein Schreiben scheint niemanden zu interessieren.Ich habe abgesehen von der “Ediotn Wortbrücke” keinen Verlag gefunden, mache so seit 2000 meine Bücher selbst, vorher habe ich herumgeschickt und herumgeschickt und meistens keine Antwort oder  das Manuskkritpt zurückbekommen und spätestens seit ich blogge, habe ich damit aufgehört und damit begonnen mein Literarisches Leben nur noch im Literaturgeflüster zu besprechen.

Was für mch auf der einen Seite eine sehr gute Möglichkeit der Präsentation ist. Denn hier kann ich meine Bücher vorstellen, Gewinnspiele machen, Schreibberichte geben, mich beim “Nanowrimo” betreiligen und darüber schreiben oder überhaupt was ich ja seit nun fast zehn Jahren sehr regelmäßig umfangreich und kontinuierlich mache,  meine Ansichten über den Literaturbetrieb verspritzen.

Toll, könnte man sagen und ist es auf der einen Seite auch. Auf der anderen wieder nicht, denn da das ja jetzt jeder machen kann, seine Ansichten, Rezensionen, Texte, etcetera, einfach bloggen, geht vieles verloren und ich erreiche höchstwahrscheinlich nicht das Publkum, das ich gerne haben möchte, sondern sitze hier vielleicht wieder zwischen den Stühlen noch dazu, da ich versuche, möglichst umfangreich zu berichten, also über die Selfpuplisherszene, genauso wie über den “Bachmannpreis” und das interessiert dann halt nicht alle und ich ziehe vielleicht nur die Trolle oder die Spamer an.

Da hatte ich im Laufe der neun Jahre drei und habe mich, weil ich das irgendwie lustig finde, mich auch mit ihnen auseinandergesetzt und  immer höflich geantwortet, auf der anderen Seite haben die und wahrscheinlich auch andere, das vielleicht ein bißchen überheblich oder herablassend gefunden, zumindestens wurde mir das schon so gespiegelt.

Und dann scheint man es im Netz nicht auszuhalten, wenn die Rechtschreibung nicht vollkommen ist, man, daß vielleicht immer noch mit scharfen “ß” schreiben will oder Verlagsnamen beispielsweise unter Anführungszeichen setzt.

Dann kommen Kommentare der Empörung, die sich darüber aufregen, während anderes, beispielsweise, die Rezensionen oder die Gewinnspiele bei meinen Bücher untergehen und keine Beachtung finden, was ich sehr schade finde und ja es stimmt, ich habe meine eigene Rechtschreibung beziehungsweise meine eigenen Ansichten darüber, denn so arg ist sie wahrscheinlich nicht .Das kann sie sie gar nicht, da ich ja regelmäßig und viel schreibe, habe aber schon in der Schule nicht verstanden, warum man nicht so schreiben kann, wie man will.

Die Deutschlehrerin in der Straßergasse hat es ausgehalten. Meine Leser offenbar nicht und, daß man, wenn man seine Bücher publizieren will, da auch ein Lektorat  braucht und keine Rechtschreibfehler haben darf, höre ich auch immer wieder.

Gut, die kann man dann ja ausbessern und lektorieren lassen, da habe ich gar nichts dagegen. Der Alfred schaut mir meine Bücher durch und die lasse ich mir seit 2000 immer fünfzigmal drucken, nehme sie auf Lesungen mit oder vertreibe oder promote sie auf meinen Blog.

Bei “Amazon” stelle ich sie nicht ein, erstens weil ich nicht genau weiß, wie das dann mit der Steuer geht und zweites, weil ich auch keine Lust auf Einsternrezensionen habe, die dann vielleicht kommen würden, weil ich vielleicht einen Rechtschreibfehler habe.

Beim Blog hats mir der Alfred am Anfang auch durchgesehen, jetzt ist es ihm zuviel, denn ich blogge sehr viel und oft und habe da eigentlich den Anspruch zum Beispiel am Abend nach einer Veranstaltung das in einer Stunde zu schaffen und da stellen sich beim schnellen Tippen eben öfter “Legastheniefehler” ein, die korrigiere ich auch, wenn ich sehe sehen, aber mehr als einmal den Text durchgehen, kann und will ich eigentlich nicht.

So ist das “Literaturgeflüster” eine Momentaufnahmen, viel Spontanes aus dem Wiener Literaturbetrieb, sehr viel und genau, aber eben nicht hindertprozentig fehlerfrei, weil ich ja ein Einfrau-Betrieb bin und kein Lektorat hinter mir habe, was manche vielleicht stört.

Mich webniger, ich tue was ich kann und der Content ist, denke ich immer noch enorm und wer mich finden will, findet viel  und wer wissen will, was so in Wien die letzten neune Jahre literarisch los war, kommt, glaube ich, auch zu mir.

Natürlich subjektiv und als persönliches Tagebuch gedacht und kein wissenschaftlicher Anspruch, habe ich ja Psychologie und nicht Germanistik studiert.

Es ist ein Geflüster und Geplauder. Plappern hat es mein Kritiker Uli mal genannt, der irgenwann einmal, ich glaube über das Literaturcafe auf mich aufmerksam wurde und mir dann den Rat gegeben hat, ich solle viel lesen.

Aber mehr als hundertfünfzig Bücher pro Jahr lesen wahrscheinlich wenige und er, wie sich herausstellte überhaupt nicht  viel und so hat sie sich eben herausgebildet, die zwei,  zehn,  zwanzig oder was auch immer  Klassenliteratur.

Denn ich tue was ich kann, lese hundertfünzig bis hundertfünfundsiebzig Bücher im Jahr und bespreche sie auch. Betreibe seit drei Jahren das “inoffizielle” Buchpreisbloggen, was mir großen Spaß macht, gehe mehrmals wöchentlich zu Veranstaltungen, schreibe etwa drei Bücher im Jahr, interessiere mich für den “Bachmann-und andere Preise, fahre nach Leipzig, gehe auf die “Buch Wien”, bin in der “Ohrenschmaus-Jury” und jetzt auch in der des “Blogger-Debutpreises” und führe bei all dem, da mir Literatur sehr wichtig ist, ist da wohl zu merken, ein sehr eigenartiges Leben, denn, weil ich ja meine Bücher selber mache, werde ich halt leider nie auf einer Buchpreisliste stehen oder einen wichtigen Preis bekommen.

Über die GAV habe ich eine Zeitlang Lesungen, den “Tag der Freiheit des Wortes” und eine Frauenlesereihe organisert und wenn ein Buch erscheint, schicke ich es inzwischen fast nur mehr an die “Alte Schmiede” für die “Textvorstellungen”, das andere herumschicken, habe ich nach und nach aufgegeben, wie ich meine Texte auch nicht mehr an Verlage und Literaturzeitschriften schicke und mich nicht mehr um Preise und Stipendien bewerbe.

Aber damit bin ich weg vom Fesnster und wenn die Verkmarktungsstratiegie über das Geflüster nicht funktionliert, bleibt vieles oder eigentlich auch ich über, obwohl mein Leben ja literarisch sehr ausgefüllt ist und ich gerade die Vorschauen von drei Verlagen zugeschickt bekommen habe, das funktioniert und eine Anfrage für eine Lesung hatte ich inzwischen auch einmal, die dann mein Geburtstagsfest bereichert hat.

Trotzdem habe ich ein Problem damit nicht in den Literaturbetrieb hineingekommen zu sein, obwohl ich mich ja  sehr darum bemühe und ich eigentlich auch nicht so ganz verstehe, warum, denn inzwischen schreibe ich, wie ich  auch immer wieder merken kann, wenn ich die Bücher der anderen lese und deshalb tue ich ja auch wahrscheinlich so intensiv, gar nicht so schlecht.

Gut ich habe ein paar Rechtschreibfehler, aber die haben die anderen wahrscheinlich auch, die ihnen dann wahrscheinlich das Lektorat wegmacht. Ich schreibe realstisch und bin keine Sprachkünstlerin und auch, obwohl man das in Wien immer noch sehr ist, nicht experimentel, sondern eher politisch psychologisch, aber auf den heurigen Buchpreislisten waren einige solcher Bücher, also wird halt vieles untergehen, weil ich nicht mehr die Verlage beschicke und vorher in den Achtziger und Neunzigjerahren, wo ich es nocht tat, war vielleicht auch vieles fehlerhaft und unvollkommen, denn schreiben lernt man durch das Schreiben und wenn niemand meinen Blog oder meine Sachen liest, dann bemerkt man das auch nicht und viele, die mich in der “Alten Schmiede” oder so grüßen oder sich für meine Berichte bedanken, wissen wahrscheinlich gar nicht, daß ich schreibe, habe ich bemerkt, weil sie vielleicht nicht in der GAv sind und woher sollen sie es dann wissen.

Nun ja, sehr schwierig und sehr zweideutig die Antwort, wie es mit meinem Schreiben geworden ist, denn auf der einen Seite ist sehr viel passiert, nächste Woche wird “Vor dem Frühstück kennt dich keiner” erscheinen. Da würde ich dann ganz gern eine Leserunde machen und verschicke fünf Bücher, für die, die sie lesen und mir einen Kommentar darüber schreiben wollen.

Die Bloggeschichten, die man hier in der Rohform nachlesen kannn, werden wohl auch bald fertig werden und “Die unsichtbare Frau” mein heuriger Nanowrimo ist auch in der Rohfassung fertig und wird von mir jetzt überarbeitet und weil ja bald der Dezember anfängt, wird mein anderer Blogroman, beziehungsweise mein fünfter Nanowrimo “Nika, Weihnachtsfrau” wieder kapitelweise hin und wieder auf dem Blog zu finden sein, denn ich bin ja literarisch sehr aktiv, halte mich eigentlich für keine Hobbyautorin, obwohl ein Hobby nichts Schlechtes sondern etwas sehr Schönes ist, aber das Schreiben beziehungsweise, die Literatur ist für mich viel mehr, nämlich meine Lebensform, die ich neben meinem Brotberuf und meiner Familie sehr intensiv und mit Herzblut betreibe und da das niemand, so sehr ich mich auch  bemühe zu bemerken und wahrzunehmen scheint, ist das schon ein wenig deprimierend, obwohl ich höchstwahrscheinlich nicht damit aufhören, sondern weitermachen werde.

So könnte man in diesem Sinne die obige Frage beantworten. Das erfolgsfrei schreiben ist ein Terminus, den ich einmal von Peter Danzinger gehört und dann in meiner “Dora Faust” verwendet habe und “Büchermessie” hat die Anna einmal zu mir gesagt, weil ich ja eine Büchersammlerin bin und seit 2010, seit es sie gibt an den offenen Bücherschränken nur schwer vorüber gehen kann und mir inzwischen schon einige Bücherregale gekauft und einige Bücher auf dem Boden angestapelt habe und die Hobbyautorin, ist auch ein Ausdruck der von dem kritischen Töchterlein stammt.

In meinem Aufsatz “Poesie und Brotberuf” den ich einmal für eine gleichamige Veranstaltung der Ruth in “Poldis Galeriecafe” geschrieben habe, habe ich ihn verwendet und er hat inzwischen auch einigen Anklang gefunden.

Ich würde mich ja eher, als eine emsig schreibende Frau bezeichnen und wahrscheinlich für ein literarisches Original halten, ein Ausdruck, der glaube ich,  auch schon belächelt wurde.

Literaturzeitschriftenpräsentation einmal anders

Heute wurden in der “Alten Schmiede” in der “Literatur als Zeit-Schrift-Reihe” die “Lichtungen”, jene steirermärkische Literaturzeitschrift, die inzwischen vielleicht schon wichtiger als die “Manuskripe” sind, vorgestellt.

Jedenfalls zeigt sie sich mir präsenter, bin ich auf der “Buch Wien” doch ständig Andrea Stift über den Weg gelaufen, die jetzt da in der Redaktion ist und in der “Gesellschaft für Literatur gab es auch vor kurzem eine Vorstellung.

In der “Alten Schmiede-Reihe” wurde aber heute das Heft 151 präsetiert, das nicht einmal das letzte ist und da saß nicht Andrea Stift oder der ältere Herr” der mich einmal diesbezüglich in der “Alten Schmiede” angesprochen hat, am Podium sondern Robert Prosser, was mich erstaunte, wußte ich doch nicht, daß er im Redaktionsteam ist.

Ist er auch nicht, aber er hat gemeinsam mit Ferdinand Schmalz dem letzten Bachmannpreisträger, der verhindert war, weil er offenbar Vater wurde und dem mir bis jetzt unbekannten Christoph Szalay ein Projekt gestartet, wo er die junge Lyyrik Österreichs orten wollte und sich dabei an die “Lichtungen” wandte.

Die waren dabei hilfreich, so ist ein Dossier entstanden, das in besagten Heft enthalten ist und noch zu einer eigenständigen Publkation ausgewertet werden soll und Lyriker bis Jahrgang 1975 sind drinnen und wurden in die Richtungen Ost, West, Süd, Nord verordnet.

Das erzählten die beiden Herren und stellten dann zwei Damen nämlich Cornelia Hülmbauer und Regina Dürr vor, die ich beide kannte, denn, als ich sehr jung mit meinem Blog unterwegs war und gerade in die “Gesellschaft für Literatur” ging um das Jungtalent Robert Prosser zu hören, habe ich dann einen Kommentar von “Consens” bekommen, die mich eine Zeitlang kommentieredn verfolgte, dann hat sie beim Exil Preis gewonnen, in der Zeitschrift “Etcetera” kuratiert, ein Nö-Stipendium bekommen und jetzt studiert sie Sprachkunst und stellte zwei ihrer Gedichtzyklen vor, dann folgte Regina Dürr, die ich glaube ich im März bei der Benefizlesung im Amerlinghaus kennenlernte, sie ist auch Musikerin, eher experimentell und hat beim Bachmannpreis gelesen und jetzt hatte sie kein Gedicht, sondern einen lyrischen Text, den sie für eine Gastrozeitung geschrieben hat, in dem es um ein Frühstück ging.

Sehr interessant, dann folgte eine Diskussion in der ein älterer Herr die Frage stellte ob man unter dreißig überhaupt Gedichte schreiben kann aber da hat Rombaud schon zu dichten aufgehört, wie ihm Chrtoph Szalay schlagfertig antwortet und in dem Dossier sind offenbar auch sämtliche Orte der Lyrik aufgezählt, die den beiden Herausgebern nach unterpräsentiert ist, obwohl sehr viele Leute Gedichte schreiben.

Nun da gibt es verschiedene Lyrikveranstaltungen, wie die Lyrik im März, verschiedene Lyrikfestivals in der “Alten Schmiede”, das “DichtFest”, das demnächst wieder ist und auch einige Lyrikreihen, wie die von “Keiper”, wo ich  erst kürzlich ein Buch besprochen habe, wo der Autor glaube ich auch Redaktionsmitglied der “Lichtungen” ist.

Toni und Moni

“Oder Anleitung zum Heimatroman”. Über das zweite Buch von Petra Piuk, die schon am Volksstimmefest gelesen hat und mit ihrem Debut “Lucy fliegt” auch bei den “O Tönen” gelesen hat, habe ich schon einiges gehört.

War ich doch beim “Literarischen Heimatabend” im Weinhaus Sittl und auf der “Buch-Wien” wurde es im Literaturcafe auch gestellt.

Da habe ich, glaube ich, gehört, daß die 1975 in Güssing geborene, die glaube ich, die “Leondinger Akademie” absolvierte, während oder nach der Van der Bellen Wahl, ja die hat  zum darüber Schreiben animiert, auf die>Idee einen “Heimat- oder besser “Antiheimatroman” zu schreiben ,gekommen ist, denn darauf können ja eine oder einen, die entsprechenden Videos oder Posting zum Thema “Heimat”, “Ausländer” oder “Überfremdung” leicht bringen.

Petra Piuk geht es programmatisch an und hat auch einige Ebene in ihren Roman eingebaut, um das “Anti” besonders deutlich zu machen. So gibt es immer wieder Fußnoten, wo die Verlegerin Tanja Raich mit ihrer Autorin schimpft oder sie mahnt, schneller zu sein, Leserwünsche zu erfüllen, die Handlung umzuändern, weil ein guter Roman ja spannend sein muß.

Ich weiß oder glaube eigentlich nicht, daß man in der “Leondinger Akademie” nach der “Heldenreise” vorgeht. Vielleicht hat Petra Piuk auch nur ein Buch darüber gelesen, wie ein spannender Roman sein oder nicht sein soll?

Sie macht sich auf den Frußnoten, ganz klein auch darüber lustig und dann ist vielleicht auch verwirrend, wer schreibt eigentlich den Roman, ist das Petra Piuk, der Name kommt häufig vor oder ist es die “Frau Schriftstellerin”?

Da scheint es auch mir nicht immer so ganz klar zu unterscheidende Unterschiede zu geben. Aber wahrscheinlich ist die Frau Schriftstellerin, das Geschöpf der Autorin P. P. und beide mischen sich aber ein und bekämpfen sich auch gegeneinander oder werden von der Lektorin auch dazu aufgestachelt und dann, das wissen, die, die sich für die “Heldenreise” interessieren oder Schreibratgeber lesen, sicher, ein guter Roman muß einen Antogonisten haben.

Die Harmoniebedürftige, die ich offenbar bin, hat bei ihren Büchern manchmal Schwierigkeiten damit.

Petra Piuk führt da die böse Cousine ein, die das schöne Dorf Schöngraben an der Rauscher, verlassen hat, um in die Stadt zu gehen. Das man das in einem “schönen Heimatroman” nicht darf und, daß in einem schönen Heimatroman auch keine Fremden erwünscht sind, liest man auf den ersten Seiten.

Da kommt die Cousine zur Taufe des kleinen Toni, des Neujahrsbaby, zurück und will ihn nicht halten. Sie kommt aber noch einmal, als Romanschriftstellerin und deren nicht so schöner erster Roman, den sich die Dorfbewohner entsetzt nacherzählen, hat eine Handlung wie “Lucy fliegt”  und jetzt will die Cousine auch einen Heimatroman schreiben, also sehr verwirrend oder besonders ausgefuchst.

Das Buch ist auch nicht in der üblichen “schönen Heimatromanform” geschrieben, sondern in programmatischen Kapiteln, die uns erklären, was ein schöner Heimatroman, eine schöne Tradition, eine ehrliche Gastfreundschaft ist oder wie man es in dem schönen Dorf, mit dem Alkohol, der Tierliebe, der Ehe, etcetera hält.

Das liest sich dann in etwa so:

“1. Schöngraben ist ein schönes Dorf.

2.In Schöngraben fühlt sich jeder Gast daheim.

3.In der Heimat gibt es: ein gutes Essen, ein gutes Trinken und gute Menschen. Aber keine Gutmenschen. Das darf man bitte nicht verwechseln.

4. Außerdem gibt es: eine gesunde Landluft, eine gesunde Jause und eine gesunde Watschen.

5.Außerdem gibt es: eine schöne Natur, eine schöne Tradition und eine schöne Heimatmusik.

6. Natürlich gibt es noch viel mehr Schönes in der Heimat. Die Dirndlkleider sind schön. Die Lederhosen sind schön. Die Leich ist schön”.

Man sieht schon, glaube ich, wie der Hase läuft. Ich-Erzähler ist der Toni, der Sohn vom Friedl und der Gabi. Am Schluß gibt es ein Personenregister und die geben so alle zwei Jahre, gemeinsam mit den Eltern in der Zeitung eine Geburtstagsanzeige auf, die sie dem Bubi dann zum Geburtstag schenken und überall aufhängen

Das liest sich dann, schön eingerahmt so:

Lieber Toni!

(Neujahrtsbaby von Schöngraben an der Rauscher)

Du wirst heuter vier, darauf trinken wir Bier und schenken dir

die Geburtstagsanzeige hier.

Alles Gute zum Geburtstag! Papa, Mama, Oma, Opa”

Das führt durch die Handlung des schönen Heimatromans und der muß ja, wie man lesen kann, ein glücklches Ende, also eine schöne Hochzeit haben. Die Braut  soll die Moni sein, wie schon der Name sagt, die Nachbarstochter, die will aber nicht, weil ein schöner Roman ja auch seine Konflikte und seine Antagonisten braucht, bis die Hochzeitsglocken läuten und Roy Black “Ganz in weiß”, ja richtig, Schlager spielen auch eine große Rolle, singt, so ganz, obwohl der Toni mit ihr  schon frühzeitg “Vater Mutter Kind” und auch Hochzeit am Dachboden spielt.

Deenn sie will zuerst einen Michael, so daß der Toni ihre Katze töten muß, um sie auf den richtigen Weg zu bringen, dann will sie in die Stadt, eine Lehre als Fotografin zu machen, was sie aber nicht soll, denn die Stadt ist ja gefährtlich und da wird man gleich, wie man  auch in diversen Postings lesen kann, in der  U-Bahn vergewaltigt.

Da mischt sich dann die Cousine ein und, daß es auf dem Land nicht ganz so idyllisch ist, wie oben geschildert, läßt uns die Autorin auch noch wissen, denn da geht der Toni in den Stall, um den Bauern nach Kalbfleisch zu fragen und der hat seinen Penis schon darin und der Toni ist vielleicht vom Poldi Opa, so daß der Opa zuerst die Oma, die das verraten will und dann sich selber umbringt und so weiter und so fort.

Lauter Schwierigkeiten und so muß die Lektorin ihre Autorin öfter mahnen, doch bitte bald zu dem glücklichen Ende zu kommen, denn es gibt  schon Vorbebestellungen und Lesetermine und das kommt dann auch, die Hochzeitsglocken läuten, aber auch nicht für lang, denn jetzt mischt sich auch noch die Moni ein, entpuppt sich als die wahre Autorin und sprengt die ganze Idylle mit Schwung in die Luft.

Man sieht, es ist sehr viel los in diesem Heimatroman und er ist vielleicht auch nicht für allle Gemüter geeignet, denn die die sich Dirndln, Kuhglocken und ein Happyend erwarten, werden vielleicht enttäuscht sein und “So ein Schmarrn!”, der Frau Lektorin.

Ein klein bißchen hatte ich mit dem “Verarschen” auch meine Schwierigkeiten, obwohl ich ja selber manchmal abgebrochen schreibe und denke, daß man sich in Zeiten, wie diesen, durchaus politisch äußern kann und darf. Robert Menasse, Doron Rabinovici, Mascha Dabic und auch ich selbst natürlich, tun das auch und jetzt bin ich auf das dritte Buch von Petra Piuk gespannt.

 

Dialektik der Befreiung

Wieder “Literatur im Herbst”, das ist die Veranstaltung, die Walter Famler seit einigen Jahren im November im “Odeon Theater” statt der “Literatur im März” kuratiert und da einmal vorwiegend mit den osteuropäischen Ländern begonnen hat.

Ab Griechenland bin ich dabei gewesen, vorher hab ich es versäumt, weil es sich mit meinem Geburtstagsfest überschnitten hat.

Jetzt sind die Länder in etwa durch, das letzte Jahr war Japan drin und da Walter Famler ein politischer Mensch ist, holen ihm die Achtundsechziger, obwohl er damals erst zehn Jahre alt gewesen ist ein und er hat das Publkum am Freitag auch mit “Genossen und Genossinnen” dann allerdings auch mit “brothers and sisters”, “friends and enemys”, begrüßt, was in einer Zeit, wo man die identitären von der Orbanisierung Österreich” und dem Ende von “Mulitkulti” sprechen hört, fast  nostalgisch anmutet. Aber vor fünfzig jahren hat es in London von den Antipsychiatern Ronald D. Laing and David Cooper organisierte Konferenz mit dem Titel “Dialektiv der Befreiung” gegeben. Herbert Marcuse und Felix de Mendelsohn war, glaube ich, auch dabei und die will Walter Famler dieses Mal offenbar weiterführen und das Buch, das diesbezüglich entstanden ist, wurde auch neuaufgelegt und am Mittwoch im “Freud-Museum” vorgestellt.

Da war ich im Literaturhaus, es lag aber am Büchertisch, der wieder von “apunktbuch” organisert wurde auf und andere politische Schriften der vergangenen Jahrzehnte, Belletristik eher weniger, obwohl zwei autoren auftreten werden, deren Bücher ich gelesen habe oder lesen werden.

Begonnen hat es aber, da Stadtrat Mailath Pokorny verhindert war und die  Eröffnung daher von Walter Famler durchgeführt wurde mit einer Rede von dem Schweizer Filmer und Theatermacher Milo Rau “Die Rückeroberung der Zukunft”, der Filme über den Kongo drehte und Tribunale in Moskau und Weltkonferenzen in Berlin durchführte.

Ja, die Globalisierung ist ein großes Thema, und die Gewalt in Ruanda und sonstwo ist es auch. Zivilcourage oder vielleicht auch ziviler ungehorsam ist angesagt und Milo Rau, von dem ich noch nicht viel gehört habe, offenbar bin ich doch nicht so politisch, scheint ein sehr selbstbewußter Mann zu sein. Es gab dann noch ein Gespräch mit der Professorin für Soziologie Shalini Randeria darüber und Walter Famler verwies auf das Programm der nächsten zwei Tage und forderte die “Genossen und Genossinnen”, die “Brothers und die Sisters”, etcetera, zum Wiederkommen auf.

Es gab dann auch am Samstagnachmittag einen Film über Herbert Marcuse in San Diego aus den Neunzehnhundertsechziger, der ja auch an der Konferenz in London teilgenommen hat und dann gings zur ersten Kanzelrede, vielleicht ein Format von damals oder ein bewährtes Befreiungsinstrument.

Da hat Isabel Lorey über die “Regierung der Prekären” und Thomas Seibert über die “Existenz der Ökonomie” referiert, denn so heißen ihre Bücher und ihre Theesen dann gegeneinander diskutiert.

Danach gab es eine einstündige Pause und ich dachte, was mache ich da, wenn niemand da ist der mich auf ein Glas Wein einlädt oder mit dem ich reden kann, denn ich hatte mir wieder kein Buch mitgenommen, obwohl ich schon fast im Zugszwang bin, alles wie vorgenommen zu schaffen und wollte auch nicht am Donaukanal spazieren gehen.

Also habe ich mir das Glas Wein selbst gekauft und Luis Stabauer angesprochen, der wie ich gerade  einen Roman über die politische Situation schreibt.

Den kann ich vielleicht für meine geplante Leserunde gewinnen, wenn  das “Bibliotheksgespenst” erschienen ist und dann kam, das erste Mal bei dieser Veranstaltung eine Lsung. Jan Koneffke stellte nämlich den Italiener Maurizio  Torchio mit seinem Gefängnisroman “Das angehaltene Leben” vor, was eigentlich ein umgekehrte Befreiunngsakt ist und wie der Autor sagte, eigentlich auch keine soziale Mißstände aufzeigen sollte, aber trotzdem interessant war und dann kam, wie Walter Famler noch einmal ankündigte, der Höhepunkt des Abends nämlich eine szenische Reflexion über Pier Paolo Pasolinis “Salo oder die hundertzwanzig Tage von Sodom”, wo 1975, das faschistische Italien gezeigt wurde, wo vier Herren acht Jugendliche zu Tode quälten und der dafür, wie die beiden vortragenden Aleksandara Corovic und Rafael Schuchter bemerkten, schlechte Kritiken von Rezenten bekommen haben, die dreißig Jjahre vorher Veit Harlans “Jud Süß” wohlwollend, als qualitätvolles Kunstwerk besprochen haben.

Am Sonntag ist es dann um zehn im Metro-Kino mit einem Film “I am not your negro” über James Baldwin, von dem ich “Giovannis Zimmer” noch lesen muß, in dem es über die amerikanische Rassentrennung geht, weitergegangen und um elf war eine Verantstaltung in der “Alten Schmiede”: “Dialektik der  Unfreiheit in Osteuropa” unter anderen mit Paul Lendvai und  Ilija Trojanow angesetzt, die sicher interessant, aber nicht zu schaffen war, da der Film, beziehungsweise die Diskussion darüber erst um cirka viertel eins zu Ende war.

So bin ich mit der Ruth und der Erika Brunngraber, deren Hund gestorben ist, bis halb eins im Foyer gesessen, dann in die Krongasse gegangen, wo es Sardinen gab. Am Samstag gab es Tintenfische, denn das gibt es bei uns meistens am Wochenende, wenn wir in Wien sind und dann wieder ins Odeon Theater in die Taborstraße, wo es die “Kanzelreden II”, zu dem wahrscheinlich noch sperrigeren Thema “Die Externalisierungsgesellschaft und die  Politik der Potentalität” gab. Worum es darum ging, ist mir nicht ganz klar geworden, zumindest sind die beiden Redner, Felix Ensslin, der Sohn von Gudrun Ensslin und Stephan  Lessenich von einem Thema zum anderen gesprungen, haben sich auf Thomas Münzer, den Film von Pier Paolo Passolini und auch auf dem Tod bezogen.

“Hirnwichslerei” hat es eine Bekannte genannt. So ganz kann ich ihr nicht widersprechen, obwohl einige, die sich aus dem Publikum zur Diskussion meldeten, interessante Fragen hatten und sicher mehr verstanden haben.

Ich bin bei der “Befreiungsdialketik” vor allem an der politischen Siutation interessiert, an den schwarzblauen Regierungsverhandlungen, die im Gange sind und, wo man hört, daß die, die Schulversuche zur Ganztagsschule eingestellt werden sollen, die Mindestsicherung gekürzt, etcetera und den Aktionen der Identitären, die ja jubeln, daß es die Linken nicht mehr gibt, beispielsweise und, als ich schon dachte, daß das Ganze vielleicht nur eine nostalgische Retroveranstaltung ist, hat sich Walter Famler darauf bei der Diskussion im Kino bezogen und sehr emotionell dabei gewirkt.

Dann kam wieder ein Literaturblock, den Ilija Trojanow moderierte und da begann Noro Bossong mit ihrem Roman über Antonio Gramsci, den ich ja bei dem Gewinnspiel von Mara Giese vor zwei Jahren gewonnen habe, dann wurde Pankay  Mishras, das ist ein 1969 in Indien geborener Essayist, “Zeitalter des Zorns” vorgestellt, das wie im Programm steht “ein Parforceritt durch die Geschichte der europäischen Aufklärung und ihren Analogien zum pervertierten Freiheitsbegriff in islamistischen Märtyrer- und Opfertod-Ideologien” ist.

Sicher sehr interessant, aber ein Buch, das ich wahrscheinlich nicht lesen werde. Bei Colson  Whitehead “Undergroud Rail Road”, der mit seinem Bestseller, mit dem er  2017, den “Pulizter-Preis gewonnen hat, gerade auf Lesereise im deutschen Raum ist, ist das anders, denn das habe ich mir ja von dem Buchgutschein, den mir die Anna zum Geburtstag schenkte, gekauft und hoffe nur, daß ich es bald schaffe, das Buch zu lesen.

Die “Underground Rail Road” ist ein Weg, auf dem  sich die Sklaven in Amerika zur Freiheit aufmachten und weil das Buch jetzt in aller Munde ist, sind auch Jatja Gasser und Zita Bereuter zum zuhören eingetroffen und am Abschluß gab es noch von Walter Famler einen “Befreiungsblues” und ich denke, es war sehr gut sich an diesem Wochenende auf einen Gang durch die Befreiungs- und Unterdrückungsgeschichte der letzten fünfzig Jahre zu begeben und, wie es in Österreich in Euopa und auf der ganzen Welt weitergehen wird, wird die zukunft zeigen.

Die Datei und die zweite Datei

Jetzt kommt die Fortsetzung des “Circles” könnte man so sagen. Arnon Grünbergs “Datei”, schließt aber auch ein bißchen an Doron Rabinovicis “Außerirdische” an und den 1971 in msterdam geborenen Autor, der glaube ich sowohl da, als auch in New York und Berlin lebt, habe ich vor Jahren einmal bei “Rund um die Burg” gehört.

Voriges Jahr als Niederland das Gastland in Frankfurt war, ist sein “Muttermale” erschienen, daraus habe ich ihn dann bei den “Fried Tagen” lesen gehört, das Buch nicht mehr bekommen, aber entdeckt, daß ich einen anderen Grünberrg mal gefunden habe und jertzt ist bei “Kiwi” als Taschenbuch die “Datei” und daran anschließend, noch “die zweite Datei”, eine kürzere Erzählung, erschienen.

Es geht um Lillian, Mitte zwanzig und sie ist ein Nerd, das heißt in ihren Fall, eine ditgtal Native, die eine Menschenallergie hat, weil ihr Leben fast ausschließlich im Netz stattfindet.

Damit macht sie ihren Eltern, einem Lehrer und einer Sozialarbeiterin, bei denen sie, obwohl schon erwachsen, noch lebt, große Sorgen. Denn sie sperrt sich tagelang in ihr Zimmer ein und frißt sich vorm Computer mit Paprikachips fett, so daß sie einen dicken Hintern hat, auf dem sie sich noch die Namen ihrer Eltern, mit denen sie kaum spricht, eintätowieren lassen will.

Das war früher einmal, als sie einen Pädophilen, der sie zu einem Nacktfoto erpresste, mit Hilfe von drei Hackern in den Selbstmord trieb.

Jetzt gibt es einen Freund im Netz namens Banri Watanuki, der sie überredet, eine Stelle als Rezeptionistin in einer Internetfirma, die wohl ein bißchen dem Circle ähnlich ist, anzunehmen.

Alex, der Gründer, stellt sie ein und will sie später zu seiner Assistentin ausbilden lassen und eines Tages setzt sich in der Kantine, hier wird, wie das auch Lillian tut, kein Fleisch gegessen, nur Obst und Gemüse, Seb zu sich, der Nerd, der in den oberen Etagen hackt und  eigentlich keinen Kontakt zu ihr haben soll.

Denn in der Firma wird nicht viel miteinander gesprochen, weil alles ein Geheimnis ist. Er bringt sie aber am Abend, Lillian ist Radfahrerein und es regnet, nach Hause. Beide wohnen in Den Haag, die Firma ist in Delft. Sie darf aber seine Wohnung nicht sehen, denn die ist geheim, trotzdem kommt sie am nächsten Tag dorthin mit, weil sie in ihn Banri zu erkennen glaubt. Sieht seine Katzen, er streicht ihr über die Schenkel und sie bekommt prompt Quaddeln, wegen ihrer Menschenallergie, die sie zu einerÄrtzin treibt, bei der sie seit Jahren nicht mehr war.

Jetzt kommt Alex an den Plan und lädt sie zu einem vegetarischen Abendessen ein.Er erzählt ihr von seinen Plönen und nimmt sie mit auf eine Konferenz und als Seb, der eigentlich Sebastian heißt, ein paar Tage lang nicht zur Arbeit erscheint, kauft sie Muffins und bringt sie in seine Wohnung. Dort sind die Katzen, seine lieben, tot.Er hat sie getötet, weil er sich von der Firma übernommen und sich von ihnen bedroht und auspioniert glaubte und verschwindet in den Untergrund oder in die portugiesische Botschaft, während Lillian ein paar Tage mit Alex in einer  Hütte an der Cote d` Azur, wo man sich nackt aufhält, verbringt  und er ihr anvertraut, daß er eigentlich Almond, einer der früheren Hacker ist.

Ein wenig geheimnisvoll und verwirrend und vielleicht auch nicht ganz logisch, diese Geschichte, die mich aber trotzdem sehr beeindruckt hat.

In der zweiten Geschichte die noch surrealer beziehungsweise unverständlicher ist, geht es um einen Christus-Virus. Den will Lillian, die sich inzwischen nicht mehr so nennt, arbeitslos geworden ist, aber immer noch im Haus ihrer Mutter lebt, in die Welt setzt. Der nicht sie, kommuniziert mit der Mutter, die sich darüber freut und Lillian ist, Vater unbekannt, schwanger. Sie sagt es ist der Virus, die Polizei kommt, beschlagnahmt den Computer, läßt sie aber frei und die Hebamme hält nichts von einer Hausgeburt. So wird Lillian von der Feuerwehr in den Krankenwagen gehieft. Die Gynäkologin mit der häßlichen Brille bedauert, daß sie nichts mehr tun konnte.

“Dein Sohn ist gestorben!”, sagt die Mutter, die nunmehr alte Frau genannt wird. Lillian aber drückt fest den Arm der Gynäkologin und betdeuert “Der Virus lebt!”

Vielleicht ist es das, wie sich der 1971 geborene Schriftsteller, die moderne Computerwelt und ihre Sprachlosigkeit vorstellt, die Nerds, die sie betreiben sind voll gestört und sehnen sich doch nach Liebe, verstehen sie aber nicht auszudrücken.

Dem Buch ist übrigens, lese ich im Beschreibungstext ein Experiment vorausgegangen, wo man sich die Hirnströme bei der Lektüre messen lassen konnte.

Interessant, denke ich darüber, obwohl ich den Zusammenhang nicht ganz nachvollziehen kann.