Murmelbrüder

Da habe ich wieder einmal den Beweis bekommen, daß es gut ist, eine zweites Buch eines Autors, einer Autorin zu lesen, wenn einer das Erste nicht so gefallen hat.

Denn “Chiru” der Roman der 1972 in Sardinien geborenen Michela Murgia habe ich ja eher altmodisch gefunden und konnte mich mit dem Frauenbildm das dort präsentiert wird, nicht begeistern.

Jetzt hat mir “Wagenbach” die  2014 erschienene “Geschichte aus Sardinien”, Roman steht bei “Wikipedia”, ist aber keiner, geschickt und ich bin hingerissen. Denn diesmal hat mich der etwas altmodische Touch, der im Somme 1985 spielenden Handlung nicht gestört und kann mir vorstellen, daß es in den kleinen sardischen Dörfern dort so war und vielleicht noch immer so ist.

Die Erzählung ist eine Parable auf menschliche Geschehen, wo n uns ja Ehrgeiz, Haß, Eifersucht, etcetera antreiben und zu so manchen veranlaßen, was man vielleicht nachher bereut.

Michela Murgia zeigt das meisterhaft an der Figur des zwölfjährigen Maurizio, der von seinen Elter,n die Sommer über immer zu den Großeltern nach Crabas geschickt wird. Nur das Cover des Taschenbuches ziert einen schon älteren Jüngling, was ein wenig stören könnte.

Dort erlebt Maurizo, der sonst während des Jahres immer abseits alleine spielt, ein Jugendlleben.

“Wir haben schon zusammen gespielt,” definiert Michela Murga solche Fundamente von Männerfreundschaften. Denn er fühlt sich im Städtchen mit seinem “Wir-Gefühl” geborgen.

Die Großmutter sitzt des Abends mit den Frauen und der anderen Dorfgemeinschaft vor dem Haus und erzählt Geschichten von den Vampirinnen. Das sind Frauen, denen die Kinder während der Geburt oder später gestorben sind und die sich nun die Geister der anderen holen und des Tages robbt Maurizio mit Giulio, dem Sohn des Polizisten und Franco durch die Abwasserkanäle, um die Geheimnisse des Städtchens zu ergründen.

Sie finden Ratten, jagen sie als brennende Fackeln auf den Baum des Priesters. Grillen nennen sie das, denn sie sind in dem katholischen Städtchen alle eifrige Messdiener und dann trifft die Katastrophe ein und die Dorfgemeinschaft beginnt sich zu entzweien.

Und, wie immer beginnt allles mit einem guten Zweck. Der greise Bischof will etwa sGutes stiften und schenkt Crabas eine neue Kirche und einen neuen Pfarrer, was die Eifersucht des Alten herausfordert und Franco, der etwas außerhalb des Städtchens im anderen Teil der Gemeinde lebt, kommt nich mehrt zum ministerieren und zu den Spielen der Freunde.

“Wir schließen ihn aus!”, verkündet Giulio großspurig, was Maurizio noch nicht so ganz versteht .Inzwischen werden Maurizios Eltern, weil sie zu wenig  verdienen, landflüchtig und wandern nach Ferrara aus, lassen den Buben aber bei Großeltern zurück, so daß der nun ebenfallls als Meßdiener, das Geschehen zu Ostern hautnahm miterleben kann. Denn da gibt es immer eine große Prozession.

Falsch, denn jetzt gibt es zwei und es wird sehr köstlich geschildert, wie die nun rivalisierenden Stadtteile mit den Madonnenstatuen aufeinander zugehen und die eine Seite, der anderen “Heilige Jungfrau bete für uns!”, zuruft. Wenn Worte töten könnten…..

Und wenn man schon an die Katastrophe glaubt und den Kopf schüttelt, daß sich eine Gemeinde wegen so einer Kleinigkeit auf ewig verfremden kann, macht Michela Murgia einen Spannungsbogen und hat wohl auch das Schreiben einer spannenden Geschichte studiert, den Franco zieht die Leine. Die Madonnen werden irgenwie ausgetauscht und ziehen in die falsche Kirche zurück. Der Bischof ist zufrieden und rät nur das nächste Mal aus praktischen Gründen vielleicht mit weniger Madonnen auszukommen und was das beste an der Sache ist, Franco kehrtzu den Spielen der “Murmelbrüder” zurück und geht mit ihnen Vögel fangen.

Kirchberg

Es ist ein verwirrendes Buch, der zweite Roman der 1977 geborenen Verena Boos und eines, von dem ich nicht sicher bin, ob ich es ganz verstanden habe. Hat es doch mehrere Ebene und es werden in verschiedenen Jahrzehntenten, beginnend von 1974 bis in das in die Zukunft gehende 2024, drei verschiedene Geschichten erzählt.

Zentrum ist das schwäbische Dorf Kirchberg, in das kehrt vermutlich 2016 oder vielleicht schon früher Hanna nach einem Schlaganfall, den sie nach einem Hirntumor hatte, auch das erscheint mir verwirrend, zurück.

Sie ist sprachlos, halbseitig gelähmt, stand kurz vor ihrer Habilition, die sie jetzt nicht mehr durchführen kann. Wollte eigentlich nach Amerika, ist jetzt ein Sozialfall, Frührente oder Hartz IV, sagt die Sozialarbeiterin. so bricht sie ihre Therapien ab, verläßt die WG in der sie mit Jessie wohnte und kehrt in das ehemalige Schulhaus zurück, in dem sie mit ihren Großeltern, Erich und Katharina aufgewachsen ist.

1974 ist sie geboren, da war ihre Mutter Maria am Buchanfang gibt es eine Tafel mit den Namen und den Geburtsdaten der drei handelnden Familien, zweiundzwanzig und sie ist in die Stadt München geflohen, war dort Krankenschester und sagt niemand wer der Vater ihres Kindes ist. Sie gibt es auch zur Adoption frei und fängt als Stewardesse bei der Lufthansa an. Erich und Katharina setzten die Adoption durch, die Mutter kommt später auf Besuch, bleibt fremd und bringt Barbiepuppen mit.

Hanna schläft im ehemaligen Schulzimmer in einem Schlafsack, beginnt langsam ins Leben zurückzufinden, versucht wieder einkaufen zu gehen und wird von Sabrina der Nachbarin und Patrizio, dem Jugendfreund,  Sohn einer italienischen Familie, die im Dorf eine Pizzeria hatte, versorgt.

Es gibt einige rührende Szenen, so läutet, die ein wenig ältere Sabrina an, lädt Hanna, die sich nicht helfen lassen wil,l zum Essen ein. Die fünfjährige Lisa erkundigt sich nach der komischen Frau, hat Angst, daß es ihr selbst so gehen könnte, bringt dann selbstgemalte Karten, die hanna ans Essen erinnern sollen. Sie geht auch mit ihr einkaufen auf den markt, Patrizio besorgt ihr Kleider und mietet sich  im Schulhaus ein, um einen Comic zu zeichnen oder um Hanna zu betreuen. Es gibt auch eine Daphe, die einen Raum mietet und Hanna das Haus reparieren hilft.

Dazwischen geht die Sprachlose in den Dekadenschritten ihr Leben durch. Es gab eine Beziehung zu einen Leo, Italien und Amerikaaufenthalte, die Frage wer ihr Vater ist, wird  gestellt und die Geschichte, der drei Familien, die der Hubers, Sabrinas Schwiegervater Ludwig ist eine Pflegefall,  wird von einer Rumänin betreut und war ein Konkurrent von Großvater Erich und die der Braglacias, den italienischen Einwanderern.

Vom Krieg und der Nachkriegsgeneration wird erzählt und vom Tod der neunzigjährigen Katharina, die allein sterben mußte, weil Hanna in dieser Zeit in Berlin war und ihrer Habilitation nachjagte.

Noch eine rührende Szene in dieser Vielschichtigkeit. Hanna ist ja nach Kirchberg geflohen, hat ihre Arzttermine vernachläßigt, so läßt Jessie nach ihr suchen. Ruft sie an, aber Hanna kann ihr Handiy nicht bedienen und auf die Idee Postkarten aus dem Briefkasten zu nehmen, kommt sie nicht. So läutet eines Tages die Polizei bei ihr, zieht aber wieder ab, denn sie wird ja von Sabrina und Patrizio versorgt.

Das Buch ist in sechs Kapitel in je zehn Jahresabschnitten gegliedert in denen Hanna durch ihr geht.

Im letzten, 2024 ist sie dann gestorben. Patrizio hat das Haus gekauft und feiert dort Weihnachten mit seiner alten Mutterr und ich bleibe etwas ratlos zurück, weil ich nicht sicher bin, ob ich die Geschichten, die das Buch erzählen wollte, alle verstanden habe und mir der Inhalt in seiner Fülle und der wechselnden Erzählweise auch sehr  verwirrend schien und ich wahrscheinich mit einem  Handlungsstrang, dem der Wiedereingliederung nach dem Schlaganfall, beispielsweise, zufriedener gewesen wäre.

Aber das Leben ist vielschichtig und wenn es ans Sterben geht, geht man wahrscheinlich sein ganzes Leben durch und versucht auch die Geheimnisse aufzulösen, die einem bisher verschlossen blieben.

Alpha-Literaturpreis an Marie Luise Lehner

Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher

Marie Luise Lehner

Marie Luise Lehner

Und zwischen Nanowrimo-Marathon und Buch-Wien gab es wieder einen Alpha-Literaturpreis, das ist  jener Preis, den das Casino Austria seit 2010 für Nachwuchsautoren, die noch nicht mehr als drei Bücher haben in einer feierlichen Gala veranstaltet.

Damals,  als Thomas Stangl den Preis gewonnen hat, war das im “Literaturkompaß” der Lliteraturzeitschrift “Buchkultur” angekündigt. Ich bin hingegangen, habe das Buch bekommen und gelesen und das nächste Jahr um eine Einladung für die Berichterstattung für das “Literaturgeflüster” gebeten, keine Antwort und als ich dann hinging, haben sie mich hinausgeschmissen.

“Wir laden Sie nächstes Jahr ein, diesmal haben wir keinen Platz haben sie gesagt!”, ich habe meine Visitenkarte hinterlassen, aber wieder keine Antwort, obwohl es in der Buchkultur wieder abgebildet war.

Ich habe das immer gebloggt und 2013 hat “Atalante” darauf reagiert, der “Septime Verlag” hat sich gemeldet mir ihre nominierten Bücher geschict und dann auch Torsten Leitgeb und seither klappt es mit dem “Alpha” und ich bin jedes Jahr dabei um darüber zu berichten, denn ich interessiere mich ja sehr für den Lliteraturbetrieb.

2011 hat Ana Elisabeth Mayer mit Fliegengewicht den Preis gewonnen, das Buch hat mir dann ihr Vater geschickt, als sie den “Priessnitz-Preis” bekommen hat.

2012 Michiko Milena Flasar dieses Buch muß noch zu mir kommen und seit 2013 hat es geklappt, daß ich eine Einladung bekomme und es darf sogar der Alfred mitgehen und fotografieren.

2014 hat Eva Menasse gewonnen und da habe ich mit bei Christian Jahl von der Hauptbücherei, der ja Jurymitglied ist, beschwert, daß ich es schade finde, daß da ein schon Großer gewinnt, obwohl das ja ein Nachwuchspreis ist.

2015 waren dann sowohl Valerie Fritsch mit ihrem damals sehrt gehypten “Winters Garten” und Karin Peschka mit “Watschenmann” nominiert und Karin Peschka hat gewonnen und im Vorjahr Barbi Markovic und nicht Katharina Winkler, wie ich eigentlich dachte.

Und für heuer waren Birgit Birnbacher mit “Wir ohne Wal”, Marie Luise Lehner mit “Fliegenpilze aus Kork” und Anna Weidenholzer mit “Weshalb die Herren Seesterne tragen” und ich dachte entweder Birgit Birnbacher oder Anna Weidenholzer werden gewinnen, den Marie Luise Lehner ist ja noch zu jung und studiert ja noch an der Sprachkunst, obwohl mich beide Bücher eigentlich nicht sehr überzeugt hatten.

Und dann ging es wieder zur Gala, das heißt, eine halbe Stunde Drinks im Foyer, ich stand bei Cordula Simon und ihrem Freund, a deren Tisch wir ja im Vorjahr geseesen sind und beobachte das Eintreffen der Prominez mit ihren Begrüungsküßchen.

Clarissa Stadler, Anna Weidenholzer

Clarissa Stadler, Anna Weidenholzer

Dietmar Hoscher, Marie Luise Lehner, Josef Ostermayer

Dietmar Hoscher, Marie Luise Lehner, Josef Ostermayer

Dann ging es los Clarissa Stadler moderierte wieder und zitierte irgendeine Statistik die nachwies, daß der Durchschnitt E- bookleser eine Frau und über vierzig ist, dann gab es wieder ein Filmchen über die Autorinnen, deren Bücher ich ja, wie auch 2015 alle schon kannte und eine Lesung, danach eine Musikeinlage und danach wurde der Sieger oder die Siegerin, denn  es waren ja drei Quotenfrauen nominiert und es wurde auch launig behauptet, daß Frauen offenbar besser schreiben, zumindestens die, die beim “Alpha” geweinnen, verkündet.

“And the winner is… Marie Luise Lehner”, “Wui  die Jury traut sich was!”, habe ich gedacht.

Der Kinderpsychiater Paulus Hochgatterer, der Juryvorsitzender und möglicher österreichischer Buchpreisträger von 2017 hielt eine Laudatio, die deutlich machte, wie sehr einem Kinderpsychiater diese Vater-Tochter Beziehung beindrucken kann.

Aapplaus und Fots und nachher gutes Essen und Gespräche und danach im Foyer, wo man sich das Buch wieder mit nach Hause nehmen konnte, habe ich Therea Preis getroffen und ihr verkündet, daß bei mir bezüglich “Buch-Wien” alles in Ordung ist und ich jetzt alles habe, was ich brauche.

“Fein!”, hat sie gesagt und ich hoffe, das gilt auch für as nächste Jahr, wenn der “Ohrenschmaus” vielleicht dort nicht mehr liest, aber Theresa Preis erzählte mir auch von einer Umstrukturierung und, daß dann alles leichter werden würde, ich bin gespannt und gehe vorher wahrscheinlich in ein schreibintensivens “Nanowrimo-Wochenende” damit aus mir literarisch vielleicht doch noch etwas wird.

Soviel Schwein geht auf keine Kuhhaut

Von der Schweiz geht es jetzt nach Vorarlberg zurück und von den “Unbekümmerten Anarchistinnen” zu Margit Heumanns “Kriminellen Schmunzelgeschichten” und davon habe ich ja schon eine gelesen und auch ein bis zweimal ein bißchen was gehört.

Denn die erste Geschichte aus dem Kurzgeschichtenband “Wo er recht hat hat er recht”, habe ich ja schon als Schundheft gelesen, im Mai nachdem mich Margit Heumann, die ich ja öfter bei literarischen Veranstaltungen sehe und die mir hier auch eifrig kommentiert, auf die “Schundheftparty” eingeladen hat, die dann im Juni war und damals war es mir gar nicht so recht, daß ich das Heftel schon gelesen habe, denn da war ich ja in Vorbereitung auf unsere Bodenseeumrundung mit der Ruth und da hätte ich es neben Walser, Arno Geiger, Erika Kronabitter und Michael Köhlmeier eigentlich mitnehmen können, bin aber erst beim Lesen daraufgekommen, das ist ja auch Vorarlberger Literatur, obwohl Margit Heumann ja in Wien lebt und eine deutsche Mailadresse hat.

Und sie ist eine fleißige Frau, hat sie doch nicht nur das Schundheftel geschrieben, sondern ihre Emma und ihren Paul auch noch in dreizehn weiteren Geschichten auftreten, beziehungsweise ermitteln lassen und ein paar davon hat sie auch schon bei den “Wilden Worten” angelesen.

Das finde ich dann ja immer besonders fies, wenn die Leute bei Lesungen ihre Geschichten anlesen und dann “Ätsch, Ätsch, den Rest mußt du selber lesen und das Buch dir kaufen!”, sagen.

Muß ich natürlich und tue es auch nicht, aber dieses hat mir Margit Heumann, die zusammen mit einer Schweizer Psychiaterin, deren Buch ich auch noch lesen muß, dem Rudi und der Ruth, auf meinem literarischen Geburtstagsfest, das ja bald kommt, lesen wird, mitgegeben.

Also komme ich zum Genuß der sämtlichen Geschichten und, daß die ja Kriminalelemente haben, habe ich beim Lesen bezziehungsweise den “Wilden Worten” schon mitbekommen.

Die erste ist die, wo der Paul mit der Emma Urlaub in der Toskana in einem Campingwagen macht und die habe ich ja schon gelesen. Die zweigte hat Margit Heumann im Amerlinghaus angelesen.

“Emma herzlos” heißt sie und ist die, wo der Paul betrunken zu der Emma in das Auto steigt und sie ihm dann aus Zorn darüber auf der Raststation stehen läßt. Die Polizei fährt ihn ihr nach und Kiminalfall gibt es hier keinen und eigentlich auch in den anderen Geschichten nicht wirklich. Hier deutet Margit Heumann, was mir ja sympathisch ist, nur dezent an. Obwohl ein paar Todesfälle gibt es hier schon. So ist der Paul einmal einen falschen Biobauer auf der Spur und der fällt dann in die Jauchegrube.

Ein anderes Mal trübt ihm seine Nase. Denn die Emma hat sich eine Knöpferziehharmonika gekauft, die nach Patschulli stinkt. Die verschwindet dann zum Glück. Aber der Paul, der auf eine Kur muß, trifft dort einen Unsympathler und der spielt dann, welche ein Zufall, auf dem gestohlenen Instrument auf.

Sehr lakonisch mit gespitzten Metaphern, Margit Heumann Spezialität, wird in “Nichts Genaues weiß man nicht”, von Pauls Karriensprung in die Kunstszene erzählt. Da ist es natürlich der Kätzin Emmas Schuld, die ihren Kater in den Kunsthimmer hinaufhieven und an eine Galeristin mit einem Sprung in der Schüßel vermitteln will. So kommt es zu einem Versicherungsbetrug und endet mit einer Ansichtskarte aus dem Kloster und bei “Emma hilflos”, die Emma-Geschichten haben immer solche Titel und sind weit weniger kriminalister, als die vom Paul. Ist das ein Klischee, ein Vorurteil oder gut beobachtet, ärgert die Emma sich über ihren alten Opel und den Problemen mit der Zentraverriegelung, die er ihr während der Frostzeit macht.

Als Tierschützer muß der Paul dann einen Löwendompteur in den Raubtierkäfig schaffen, während es die eigene Grube ist, in die der Frauenversteher, der dann gar keiner ist, fällt, als ihn eine gute Freundin mit ihren Ansichten über das richtige Essen nervt.

Manchmal sind die Geschichten etwas umständlich und langatmig erzählt, wie die, wo die Emma ihr Foto digital bearbeitet und dabei an ihre Nacktbadeerfahrungen deckt, wo ihr ihr Kleid abhanden kam und sie in einen Schlafsack eingewickelt nach Hause fahren mußte und dabei von der Polizei kontrolliert wurde oder die, wo der Paul in einen Tankstellenüberfall gerät.

Aber das steht ohnehin am Buchrücken “Der Frauenversteher Paul und seine Kätzin Emma stecken ständig in der Klemme, manchmal sogar  mit einem Bein im Gefängnis, aber wie den Kopf aus der Schlinge ziehen? Mit typisch Vorarlberger Bedächtigkeit und Rechtschaffenheit sowie der nötigen Gerissenheit kommen sie stets mit einem blauen Auge davon!”, steht da geschrieben und man könnte  sich auch über die Anhäufung der Mßgeschicke, die dem Künstlerpaar, das eigentlich recht bürgerlich ist, passieren, mokieren.

“Sowie Schwein geht auf keine Kuhhaut”, heißt ja der Titel, der in der letzten Geschichte im letzten Satz erklärt wird und denken, soviele  Zufälle gibt es  nicht und das ist stark übertrieben.

Aber ja, das lehren ja die Schreibwerkstätten, daß alles überhöht und übertrieben sein muß und würde man eine der Geschichten lesen, fäll das wahrscheinlich nicht so auf. Bei einer Geschichtensammlung wirkt das dann ein wenig künstlich und man denkt sich, das ist ja unrealistisch, das denen so viele Mgeschicke passieren und sie in soviele Jauchen und auch ander Gruben fallen, Raubüberfälle, Organhandel, Todesfälle, menschliche Schwächen, etcetera, überleben.

Aber ja, es sind ja Geschichten zum Schmunzeln und die, in der man erfährt, wie das bei Pauls Organspende war, die Margit Heumann auch im Amerlinghaus angelesen hat, habe ich jetzt  ausgelassen.

Also selber lesen und herausfinden, ob das Quantum passt und  soviel Mißgeschick zum Lachen bringen kann.

Halloweenparty

Ich bin ja nicht gerade ein Halloweenpartytyp und habe über dieses Fest der Amerikaner “Was süßen oder was Saures?,  wo da dann die Kinder mit einem schwarzen Umhang herumhängen und an Türen klingeln, erfahren, als die Johanne in der Straßergasse ein Auslandsamerkajahr absolvierte und  davon erzählte.

inzwischen läuten die Kinder auch einmal an meiner Praxistüre an oder ich begegne ihnen in Harland, wenn wir über die Feiertage eine Radtour machen. Aber diesmal war ich bei einer Halloweenparty eigeladen, der ersten meines Lebens, denn das Writersstudio, das habe ich schon öfter geschrieben, feiert seinen fünfzehnten Geburtstag und feiert ihm mit einem Schreibmarathon der vom ersten bis fünfzehnten November stattfindet, wo man in der Gruppe an seinem Projekt schreiben kann und die Trainer einem dann Feedback geben.

Der Nanowrimo, das national writing Month findet dagegen vom ersten bis dreißigsten November statt und ich habe mich dafür ja schon angemeldet und seit August über elftausend Worte dafür geschrieben, die ich dann in meinen Word Account schummeln werde.

Mein Praxistag war heute sehr voll, weil ich ja mit Ausnahme des Donnerstags jeden Tag bis Sonntag vorhabe dorthin zu kommen und  bin dann  am Abend  in meinem roten Kleid, das ich einmal von der Anna zum Geburtstag bekommen habe, beziehungsweise mir von ihrem Gutschein dafür kaufte,  in das Wirtersstudio aufgebrochen, da man sich, wie im Flyer stand, als verstrobene lieblingsstriftstellerin verkleiden sollte. Ich wählte dazu die Bachmann aus, sah ihr aber, glaube ich,  nicht ähnlich und, als ich das Writersstudo erreichte waren gar nicht so viele der Anwendeneden, meistens Frauen verkleidet und es hat mich auch niemand danach gefrafgt.

Judth Wolfsberger ist aber mit einemTut im Haar herumgelaufen und hat allen, die sie traf, auf Englisch erklärt, daß sie der  Geist der Virgina Woolf sei, ihr großes Vorbild, sie schreibt, glaube ich, auch ein Buch über sie.

Michaela Muchits, die Krimschreiberin, hat moderiert, vom Schreibmarthon erzählt und dann den Impuls für eine Gruselgeschichte “In der Halloweennacht tauchte…….”auf gegeben,die man in  dreißig Minuten schreiben konnte. Dafür bekam man zwei kleine Zelltelche  mit Ort und Person des Geschehens.

Meine waren Geist und Wald in der Nacht, aber ich wollte schon  eine Geschichte zu meiner unsichtbaren Frau passend  schreiben und da ist es ja besonders lustig, daß heute zu Hallowee,n das Vermumunngsverbot ausnahmweise auffehoben ist ist, man kann sich also verkleiden darf. Die  Polizei darf zwar die vermummten Gesichter kontrollieren, man, wird aber nicht bestraft und da dachte ich schon am Morgen, als ich das im Radio hörte, lasse ich eine Reihe von Frauen in Tschadors, Nikab oder Burka auftreten, die auf eine Halloweenparty in ihre Moschee gehen.

Das habe ich dann mit der Hand geschrieben, weil ich meinen Laptop nicht mitgenommen habe, konnte es aber nicht vorlesen, weil ich so schnell geschrieben habe, daß es unlesebar war.

Morgen nehme ich meinen Laptop zu dem Schreiblemarothon mit und dann gab es eine Pause, wo man was trinken und Kekse kanbbern konnte und nachher sollte man einen Vertrag mit sich selbst schließen, wieviele Worte man in den nächsten Tagen schreiben will und von seinem Nachbar unterschreiben lassen.

Mein Ziel ist im Nanowirimo vom ersten bis dreißigsten November einen Roman mit Titel “Die unsichtbare Frau” zu scheiben  und das habe ich dann auch auf das Blatt mit der Bleistift tragenden Läuferin, die man ausmalen und an die Pinwand heften konnte, so fixiert. Man konnte sich dann auch noch für eine Feedbackrunde eintragen. Ich wünschte mir meine für Sonntag meinen letzten Nanowrimotag und bin jetzt bespannt, was morgen da passieren wird und wieveiel Schreibwütige da mit ihren Laptop oder ihren Notizblöcken auftauchen werden. Es war jedenfalls schon am Dienstag sehr voll und die Stimmung gut, ein bißchen Plot habe ich mir auch schon aufnotiert, die nächste Szene wird eine Basti Quasti Szene sein, aber da wird er sich nur bei der Amanda über die Dirty Kampain mit der “Die Wahrheit über Sebastian Kurz beklagen”, weil ich ja chronologisch vorgehe und bei mir noch Anfang Oktober ist.

Bei den Selfpublischerautoren gibt es übrigens noch andere außer Annika Bühnemann, die mitmachen und darüber in Videos berichten.

Jurygeschehen

Meine Leser wissen es wahrscheinlich, ich bin Mitglied in zwei Jurien und bin das sehr gern, weil mich ja jede Art von Literatur interessiert und ich auch gern bei literarischen Entstehungsprozessen mitmische, beziehungsweise hautnah und aktuelle literarische Entwicklungen beobachte.

Den “Literaturpreis Ohrenschmaus” für und von Menschen mit Lern- oder intellektuellen Behinderungen gibt es seit 2007. Da wurde Franz Joseph Huanigg, glaube ich,  vierzig und hat sich zu Geburtstag intittiert von der inzwischen verstorbenen Michaela König, die ja das Vorbild für meine “Mimi” ist, den Literaturpreis gewünscht.

Otto Lambauer, mein literarischer Verstärker, wie ich gern sage, weil er im ersten halben Jahr das “Literaturgeflüster” sehr untertstützte, oft kommentierte und in dieser Zeit auch einen eigenen Blog betrieb, den ich von Alfreds Wandergruppe kenne, weil er, obwohl ein paar Jahre jünger mit dem Alfred in dasselbe Gymnasium gegangen ist, fragte mich, weil beim Organisationsteam als Caritas-Mitarbeiter damals dabei, wie der “Ohrenschmaus” ins Literaturhaus käme, ich fragte ihm ob noch jemand für die Jury gebraucht wird und so lese ich seit zehn Jahren jedes Jahr im Herbst, meistens zeitgleich mit der Organisation meines Geburtstagsfest eine Reihe von sehr schönen Texten.

Diesmal waren es, glaube ic,h über hundertachtzig, also ein ganzer Stapel, Gedichte, Lebensberichte, auch Theaterstücke, Krimis, Prosetexte, etcetera, alleine oder in Werkstätten geschrieben und obwohl die Text anonymisiert eingereicht werden, erkenne ich manche sofort an ihren Stil.

Eine spannende Sache in eineLiteratur Einblick zu erhalten, die sonst an mir vorbei gegangen wären. So habe ich Anton Blitzstein persönlich kennengelernt und Peter Gstöttmeiers, sozusagen ein Stammgewinner, Buch gelesen.

Die Jury hat inzwischen gewechselt, am Anfang war noch Friedl Hofbauer, die ja inzwischen gestorben ist, dabei.

Felix Mitterer war und ist der Schirmherr, Heinz Janisch und Barbara Rett sind sozusagen auch Stammmitglieder, Kurt Palm und auch Andrea Stift haben die Jury verlassen, jetzt gehört ihr noch Franzobel und Ludwig Laher an, die ich dann bei den Jurysitzungen treffe oder die ihre Vorschläge dorthin schicken.

Die Jurysitzung ist für mich auch ein Anlaß ins Parlament zu kommen, weil sie oft  dort im ÖVP-Club stattfindet. Ein anderer Ort war das Albert Schweizerhaus und das Parlament hat, weil es derzeit  renoviert wird, ein Ausweichquartier am Heldenplatz. Dort stehen jetzt ein paar Conatainer und so habe ich heute Nachmittag, während ich mit Barbara Rett, Evelyn Prammer und der neuen Organisatorin Gerlinde Hofer ausstauschte, auch einen neuen interessanten Ort kennengelertn.

Jetzt sind die Preise ermittelt, nein, ich werde nicht spoilern und auch die Preisträger nicht verraten, nur so viel, es sind wieder einige alte Bekannte dabei. Ich glaube, aber auch ein paar Neue. Es gibt wieder einen schönen kurzen knappen Text für die Schokolade und die Preisleiheung wird diesmal wieder im Dezember im <museumsquartier sein.

Voriges Jahr zum zehn Jahresjubiläum war sie anläßlich der Buch-Wien in November, da gab es auch eine Diskussion und eine Lesung.

Eine Lesung wird es dort auch heuer wieder geben und zwar am Samstag Vormittag auf der Wasner-Bühne. Alle Interessierten kann ich dazu einladen und auch selbst daran teilnehmen, weil ich jetzt über den “Ohrenschmaus” zu meiner Presse-Autorenkarte kommen werde, auf die ich schon lang warte.

Eine Laudatio muß ich inzwischen  schreiben und freue mich darauf, denn ich bin, glaube ich, gerne Laudatorin, die gute Zotter-Schokolade mit einem der Siegertexte wird es wieder gehen und dazwischen werde ich mich seit vorigen Jahr  in eine zweite Juryarbeit vertiefen, bin ich seit da ja auch Mitglied in der Blogger Debut-Jury und werde da auch sehr bald aus der über fünfzig Bücher langen Longlist fünf Titel lesen und meinen Favoriten wählen können, das heißt, ein paar der Bücher, hoffe ich, schon gelesen zu haben, interessiere ich mich ja auch sehr für Debuts, beziehungsweise haben ja auch die O Töneeine Debutschiene und der österreichische Buchpreis hat  eine Debutliste. Da gibt es, hoffe ich sicher Überscheidungen, habe ich ja kürzlich erst “Reibungsverluste” und “Liebwies” gelesen und bekomme demnächst, glaube ich, von FVA noch ein Debut zugeschickt, das auf der Liste steht.

“Ullstein” hat auch ein solches. Das ich noch lesen muß. Das kann ich aber nicht mehr vorschlagen, weil da die Einreichfrist morgen endet und dann geht es nach dem Buchpreislesen an das der Debutpreisschiene und dazwischen, das heißt, vorher werde ich schreiben.

Beginnt ja bald der “Nanowrimo” und da diesmal mit einem fünfzehntägigen Schreibmarathon des Writersstudio, an dem ich zumindest in der ersten WSoche teilnehmen werde. Man sieht, ich habe viel zu tun, bis ich dann nächste Woche meinen Geburtstag feiere und auf der “Buch Wien” herumspazeren werde. Die “Poet Night” gibt es inzwischen auch und noch eine Neuigkeit habe ich zu berichten.

Das “Frühstück” ist fertig korrigert und kann an die Druckerei gehen. Die Szene achtundzwanzig, die ich am Volkkstimmefest gelesen habe und die es auf der Website als Probekapitel gibt, werde ich übrigens sowohl dort als auch bei meiner Geburtstagslesung lesen und dazwischen vorher, nachher wenn es geht, in mein neues Romanprofekt eintauchen, wenn ich die Laudatio für den Siegertext geschrieben habe, der, das kann ich auch verraten, ein sehr spannender mit einem originellen Titel ist.

Schreiberfolge

Da am Donnerstag  Nationalfeiertag war, sind wir am Vormittag nach Harland gefahren und ich habe mir gedacht, daß das ein Schreibmarathonwochenende werden könnte. War in den letzten Wochen ja soviel zu tun, daß ich beim besten Willen nicht zum Schreiben gekommen bin, weit  davon entfernt war und auch keine  Ahnung hatte, wie ich im Sinne des “Nanowrimos”, da hatte ich mich zwar schon letzten Sonntag angemeldet, wieder hineinkommen sollte, obwohl ich zumindestens in der ersten Woche beim Schreibmarathon des “Writersstudio” mitmachen werde und in der zweiten  auf die “Buch Wien” gehe, sofern ich eine Pressekarte bekomme. Bekomme ich keine, gehe ich weiter schreiben und die Bich Wien muß einmal auf mich verzichten, was sie aushalten wird und was das die “Unsichtbare Frau” betrifft, war ich mit den zwanzig Seiten, die ich da seit August geschrieben habe, auch nicht zufrieden, weil ich einige Szenen, nur so hingeschrieben habe, dachte  mit der Alltagspolitik geht es nicht, die Szene in Minister Bastis Schlaftzimmer an der ich während der Schupperworkshops zigmal gearbeitet habe und sie dann auch noch in der Schreibgruppe im Oktober nochmals schrieb, obwohl ich  schon eine solche hatte, war es auch nicht, was auch die Alfons Tratschke Szene und die des Jonathan Larsen betrifft, davon ließen sich zwar ein paar schöne Handlungsstränge machen, aber wenn man eigentlich aus dem Ganzen heraussen ist, ständig denkt, das wird es nicht und eigentlich hundert Sachen gleichzeitig zu tun hat, ist das schwierig.

Also vierzehn Tage nichts geschrieben, denn als ich das letzte Mal in Harland war war ja in Frankfurt die Messe und da habe ich selbstverständlich gefsurft, das “Biblkiothesgespenst” war durchzusehen, die Nationalratswahl war und der Lersemarathon mit den cirka zwanzig Rezensionsexemplaren im Badezimmer, die gelesen werden wochten, hielten auch von Schreiben ab.

So bin ich also am Donnerstag mit dem Alfi und vier Büchern nach Harland gefahren und habe gedacht, daß ich außer Buchbesprechungen und Veranstaltungsberichten schon lange nichts anderes gebloggt habe. Da wäre vielleicht etwas über “schwarz-blau” was ja auf uns zukommen wird, fällig und dann dachte, ich könnte ich ja auch über meine Nanowrimovorbereitungsgedanken” schreiben.

Denn da tut sich in der Blogger- und Selfpublisherszene einiges, die sind da sehr rührig und während ich früher, so vor zehn Jahren vielleicht, noch immer hörte, nur ja nicht und unter gar keinen Umständen etwas selber machen, denn dann bist du weg vom Fenster und kommst nie mehr dorthin, bilden sich da  Blogs die “Vom  Schreiben leben” oder “Schriftsteller-werden” heißen, wo es Ratschläge an angehende Autoren gibt und die haben oft auch den “Nanowrimo” für sich in Anspruch genommen.

Jaqueline Vellguth tut das gerne und an sie habe ich 2009 immer meine Schreibgerichte gesandt und Annika Bühnemann deren Blog ich ja seit eineinhalb Jahrenregelmäßig verfolge, zieht sich wieder mit einer Gruppe zum  Nanowrimoschreiben zurück. Das werde ich heuer im Writersstudio auch ein wenig machen. Aber am Mittwoch oder Donnerstag oder vielleicht noch etwas früher, habe ich mich bei Annika Bühnehman zu ihrem Nano-Vorbereitungskurs angemeldet, wo sie jeden Tag ein E- Mail schickt und erklärt, wie man sich auf den Nanowirmo vorbereiten soll.

Das ist ja die Frage, ob man das eigentlich soll? Die Veranstalter wollen das glaube ich nicht und der Gründer hat ja ein Buch “No plot no problem” geschrieben, an das ich einmal herankommen wollte, was mir aber nicht gelungen ist.

Da aber inzwischen tausende im November einen Roman schreiben, hat sich das verselbständigt und Annika Bühnemann rät beispielsweise, daß man sich ein Thema aussuchen, die Haupt- und die Nebenfiguren etcetera skizzieren soll und gibt vor allem Ratschläge, wie man die sechzehnhundert täglichen Worte am besten unterbringt.

Da bin ich auch schon etwas voraus, denn ich schreibe ja schon seit Anfang September am Text, habe mich aber am Donnerstag als ich meinen Nano-Atikel schrieb oder eigentlich schon vorher am Dienstag beim “literarischen Heimatabend” entschlossen, all das was mir nicht gefällt wegzuschmeißen und am 1. 11. mit der Amanda als Hauptstrang neu zu beginnen. Noch während des Schreibens am Donnerstag dachte ich aber, daß ich ja am langen Wochenende vielleicht Zeit haben werde, schon damit anhzufangen und dann am nächsten Mittwoch doch nicht bei Null einzusteigen. Macht ja nichts, denn da das ohnehin niemand kontrolliert und man nur für sich selber verantwortlich ist, kann man das Romanschreiben ja so gestalten, wie es für einen am besten geht.

Und mit dem Schreiben kommen auch die Ideen und wenn man etwas Zeit hat, komme ich auch in den Stoff hinein, habe ich zu wenig und zwinge mich trotzdem, dann wird es nichts und ich schmeiße das dann doch geschriebene am besten weg.

Am Freitag war es kalt und es regnete sehr stark, so daß ich mein Rad so zwischen Ochsenburg und Wilhelmsburg wieder umdrehte und am Nachmittag mit dem Neuschreiben beginnnen wollte, habe mich dann aber doch entschlossen, nicht neu anzufangen, sondern im Test zu korrigieren. Das habe ich ja schon so vor vier Wochen, glaube ich, einmal gemacht und die erste Szene, die im September in der Schreibgruppe entstanden ist, neugeschrieben. Aber damit war ich auch nicht zufrieden, denn ich wollte mit der Amanda beginnen und die Lily und die Slavenka, die ja  beim letzten Projekt übrig geblieben sind, vielleicht weglassen.

Also habe ich mit dem Material, das ich schon hatte, die ersten zwei Szenen neu geschrieben. Amanda kommt vom Kurs nach Hause, da war schon der erste Oktober, das Vermummungsverbot im Gang und Muna Gahdi und Shima Salem nicht da, sie ärgert sich darüber, schaut sich die Vedieos vom “Tu was Hasi”an,  geht danach schlafen, macht ihre Entspannungsübungen, beginnt die Schäfchen zu zählen, eines legt ihr die Tarnkappe vor die Füße und sie zaubert sich in Ministers Bastis Zimmer. Szene drei war dann eine adaptierte Form vom ursprünglichen Beginn, Slavenka ist in New York angekommen. Am Abend gibt es eine große Lesung mit Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann und da habe ich noch drinnen, daß Slavenka mit der Lily gemeinsam die Geschichten schreiben wird. Das nehme ich jetzt heraus. Die Lily ist allein für die “unsichtbare Frau” verantwortlich, die Slavenka schreibt ihre Dissertation, hilft der Sekretärin und schenkt bei den Veranstaltungen Wein aus.

Es kommt dann aber schon Nachricht von Don Qucho, während Dr .Hartner Lily in sein Zimmer ruft, Mister Kehlmann ist angekommen.

Dann geht es zu Alfons Tratschke, das blieb in etwa so und ich glaube es kam dann noch die Szene in Minister Bastis Schlafzimmer und die erste Jonathan Larsen Szene.

Das waren dann sechs Szenen, die ich am Freitag Abend hatte und knapp achttausend Worte und die Ideen gingen dann weiter und das show not tell, wo ich ja vorher blokiert war, beginnt wieder möglich zu werden. So habe ich letzten zwei sehr schlechten Szenen, die ich hatte, gelöscht und gestern wieder mit einer Slavenka-Lily Szene weitergemacht. Die Lily kommt zurück, erzählt der Slavenki sowohl von der Lesung, als von Alfons Tratschke, der einen Blog namens “Don Qucho reitet gegen rechts” hat und sie als “linke Schwester” beschimpfte. Dann kam noch eine Alfons Tratschke Szene und ich stehe jetzt bei acht Szenen und 11536 Worten mit denen ich dann am Mittwoch etwas schummelnd einsteigen werde, wenn ich nicht noch heute etwas schreibe. Stoff habe ich ja genug und ich habe auch die ungefähre Handlung im Kopf, wie es weitergehen wird.

Von Annika Bühnemann ist ja gestern ein Mail gekommen, daß man nach der “Heldenreise” oder dem “Vier Akt-Modell” plotten soll. Das ist ja etwas womit ich mir schwer tue. Aber natürlich muß in einem spannenden Roman etwas passieren und da habe ich schon ein paar vage Ideen.

Annika Bühnemann, die ja vom Schreiben lebt und da auch Marketingkurse gibt, schickt bis zum 31. 10. kostenlose Ermunterungsmail aus. Ab ersten November kann man sich bei ihr anmelden und bekommt für dreißig Cent am Tag einen Tip, wie man seinen Nano weiterschreibt und er gelingt.

Da bin ich ja schon voraus, denn ich habe ja schon fünf Nanos geschrieben und auch dieser wird gelingen, wenn er nicht vielleicht wieder zu kurz wird, da habe ich ja in den letzten  Jahren oft noch ein paar Szenen angestückelt und meine letzten Texte sind oft kürzer.

Aber ich habe schon Ideen für meine drei bis vier Handlungsstränge, aber bei meinem letzten Text, den ich ja nach Annika Bühnemanns Schreibimpulsen geschrieben habe, die Erfahrung gemacht, daß es so tatsächlich spannender wird. Und sogar der Alfred, dem meine Sachen sonst nicht so gefallen, hat mich gelobt. Es wäre also vielleicht schon etwas zu versuchen, wie es meiner unsichtbaren Frau gehen wird, wenn ich beispielsweise meine Protagonistin sich am fünften Tag von ihrem alten leben verabschieden und ein Abenteuer beginnen lassen will, aber da steht meine Amanda in meiner jetztigen Fassung ohnehin schon im Minister Bastis zimmer und das Abenteuer hat begonnen und ich habe jetzt auch vor sie diesen in ihren Träumen durch den Wahlkampf gleiten zu lassen, mich also von Wladimir Putin, Donald Trump, etcetera, weil das zu aufwändig wäre, zu verabschieden, aber in der zweiten Nacht erzählt ihr der vielleicht von den dirty campaigns der Konkurrenz und den die “Wahrheit über Sebastian Kurz-Seiten”, dann von den Videos der FPÖ “Vordenker statt Nachdenker” und so weiter und so fort, während Alfons Tratschke einen Thriller schreibt, nach Frankfurt zur Buchmesse fährt und dort vereint “Wir alle hassen Antifa!” schreit. Mathilde Schmidt und Moritz Lichtenstern, bekannt aus “Besser spät als nie” kommen nach New York und besuchen Lily und Jonathan Larsen, der um seine Frau trauert, entdeckt Lilys Blog, während er in die Sitzung muß, um den neuen Nobelpreisträger, das ganze spielt ja Anfang Oktober, zu bestimmen.

Mit dem Lesen bin ich wegen all dieser Schreibideen etwas in Rückstand und habe in den vier Tagen nur Margit Heumanns “Paul und Emma-Geschichten” ausgelesen und muß das jetzt auch noch bei Verena Boos “Kirchberg” tun. Aber alles auf einmal geht nicht und die nächsten zwei Wochen werden hektisch sein.

Morgen “Ohrenschmaus-Jurysitzung”, da muß ich meine Vorschläge auch noch einmal durchgehen, am Dienstag Halloweenparty im “Writersstudio”, da soll man sich als tote Leblingsschriftstellerin berkleiden.

Ich ziehe, glaube ich, meine rotes Kleid an und sage ich bin Ingeborg Bachmann, die Frisur stimmt ja vielleicht und dann geht es los am ersten November mit dem Schreiben.

Da gehe ich hin, während ich am Donnerstag Praxis mache und am Abend der “Alpha” verliehen wird, wo ich ja jetzt immer eingeladen werde. Dann drei Tage Schreiben und meine Abrechnung muß ich dazwischen auch irgenwie machen und herausbekommen, wie es mit der “Buch-Wien” werden wird. Mal sehen, ich bin gespannt und eine “Online- Autorenmesse” geibt es vom fünften bis zwölften November auch, zu der ich mich ebenfalls angemeldet habe.

Zehn unbekümmerte Anarchistinnen

Jetzt kommt nach all den österreichischen Neuerscheinungen und Buchpreislesen ein Buch aus dem wahrscheinlich kleinen oder feinen Schweizer “Limmat Verlag”, der mich Anfang September, als ich gerade den deutschen Buchpreis gelesen habe und durch meine Besprechung von “Katie” aufgefallen bin, angeschreiben hat und mir die Fahnen und eine Menge Informationsmaterial über Daniel de Roulets “Zehn unbekümmerte Anarchistinnen” geschickt hat.

Der 1944 in Genf geborene Architekt Daniel de Roulet scheint ein “Lmmat-Hausautor” zu sein, hat er doch schon zehn Bücher dort veröffentlicht.

Jetzt ist das Buch erschienen und ich denke es ist auch ein kleiner feiner Bericht über das, was vielleicht abseits des Literaturbetriebs so passiert und es dem Zufall, dem Anschreiben des Verlags, der Literaturagentur oder die offenen Bücherschränke braucht, um es zu entdecken.

Die zehn unbekümmerten Anarchistinnen, sind zehn Schweizer Frauen, die in einem kleinen schweizer Uhrwerker-Dörfchen aufgewachsen sind und Ende des neunzehnten Jahrhunderts nach Südamerika auswanderten.

Ob wahr oder Fiktion habe ich nicht ganz herausgefunden. Im Klappentext steht etwas von “Auf der Basis historischer Dokumente und mit Hilfe seiner Imignation erzählt Daniel de Roulet das Schicksal von zehn Frauen, die in einer Zeit, die ihnen nichts zu bieten hat, die Freiheit suchten.”

Am Cover ist eine alte Fotografie abgebildet, die wahrscheinlich so einen Vorraum zu einem Auswanderungsschiff oder schon eine diesbezügliche Ankunftshalle zeigt, Frauen Mädchen, Kinder sitzen da auf Bänken und schauen eher frustriert vor sich hin oder in die sie fotografierende Kamera.

Und das Dorf-, in dem die zehn Frauen, erzählt wird der Bericht von einer Valentine, die sich tapfer weigerte sich in Patagonien Tina nennen zu lassen, die zu Anfang des Buches von ihrer Schwester gefragt wird, wo das Weiß hinkommt, wenn der Schnee schmilzt?, eine Frage, die im ganzen Buch nicht beantwortet wird, -ist ein besonderes, hat es doch einmal Bakunin beherbergit, es ist zu einem Aufstand gekommen. Wahrscheinlich der Anfang der Anarchie oder der Beginn der tapferen Frauen sich zu wehren und für sich die Freiheit zu suchen.

Zuerst lernen sie aber alle das Uhrmacherhandwerk., Daniel de Rout zählt hier die verschiedenen Berufe auf, die es da mal gegeben hat. Die Frauen sind in den unteren Ränge geblieben und so brechen sie auf. Kaufen sich jede ein 2Zwiebelchen, das ist eine Schweizer Präzensionsuhr und fahren in das gelobte Land.

Zwei von ihnen sind schon vorausgegangen und umgekommen und das Buch ist auch nach den “zehn kleinen Negerlein, jawohl, das steht so drinnen, obwohl es auch “Negerinnen” oder “Zwiebelchen” beziehungsweise “Anarchistinnen” heißen könnte, aufgebaut und von jener Valentine 1919, als alles schon zu Ende war, in Monteviedo in zehn Kapitel aufgeschrieben.

Die anderen acht buchen eine Schiffspassagage nach Patagonien, über eine andere Auswanderung habe ich ja erst vor kurzen gelesen und auch über andere Schiffskatastrophen. Eine der Frauen, ich habe vergessen, sie haben Kinder, aber keine Männer mit, stirbt an Bord während einer Geburt, die anderen kommen an und sollen vom Gouverneur eigentlich als Soldatenbräute vergeben werden. Da weigern sie sich, verlangen für sich selber Land und bauen sowohl eine Uhrwerkstatt, als auch eine Bäckerei auf.

Trotzdem übersiedeln sechs von ihnen dann auf eine Robinson ähnliche Insel, um dort die Anachie zu leben, was auch irgendwie nicht möglich ist. Seltsame Begegnungen mit seltsamen Typen werden geschildert, ein Freitag schließt sich ihnen anl.

Lison wird erdrosselt, ihr “Zwiebelchen” verschwindet, wie die der beiden Lesberinnen und taucht dann wieder auf, beziehungsweise muß es mit Hilfe von Dynamitstangen zurückerobert werden.

Dazwischen kommen immer wieder Briefe von einem Benjamin, der ihnen von der Revolution am Festland erzählt. Weil die Zustände auf der paradisischen Insel aber schließlich doch unerträglich sind, verlassen die restlichen Frauen sie wieder und übersiedeln nach Argentinien. Hier werden sie verhaftet und verhört. Eine von ihnen stirbt an Cholera, die tapfere Mathilde bei einer Bäckerdemonstration und Valentine läßt sich nach Monteviedo bringen, um 1919 alles aufzuschreiben.

Ein kleines feines und auch sehr poetisches Buch aus der Anarchistenszene des neunzehnten Jahrhunderts, nach all dem politisch aktuellen über Patrioten und Flüchtlingsschicksale, der Neuzeit, das ich jetzt gelesen habe.

Interessant und eindrucksvoll, aber die Gegenwart ist wahrscheinlich packender und erfordert mehr Aufmersamkeit, obwohl es sicher gut ist, sich immer wieder an die Vergangenheit zu erinnern und sich literarisch mi ihr zu beschäftigen.

Patrioten

Nachdem ich mit dem österreichischen Buchpreislesen und den zwei Büchern der Debutshortlist fertig bin, bleibe ich weiter in Österreich und nach den “Reibungsverlusten” weiter in der Politik, denn Eva Rossman, mit der ich 2000, glaube ich, gemeinsam beim Poetenfest in Raab gelesen habe, ich aus meinem ersten Indie “Wiener Verhältnisse”, sie aus ihrem ersten Mira Valensky-Krimi “Wahlkampf”, hat ein neuerliches Buch geschrieben.

Allerdings keinen Krimi mit der Mira und der Vesna aber wieder ein aktuellen Thema, das mich ja seit der van der Bellen Wahl und seit sich mein Kritiker ja auch als Pedgida Fan entpuppte, sehr beschäftigt.

“Patrioten” heißt zu Wahl passend das Buch, hat einen schwarzen Umschalg mit geheimnissvollen Zeichen und ist, ich weiß nicht so recht, ist es eine Enttäuschung?

Natürlich nicht, denn es hat ja wieder, nachdem bei der Frankfurter Buchmesse, ja auch der Messeschef hilflos zwischen dem “Antaios-Chef” getanden ist und von der Menge mit “Wir alle hassen Antifa!” niederbebrüllt wurden, worauf die Identitären jubelten, daß sie  die Linken auf der Messe besiegt hätten, ein sehr aktuelles Thema und eines das mich sehr interessiert.

Auf das Buch wurde ich von einer literaturbegeisterten Dame, ich glaube, bei der “Perutz-Rreisverleihung” aufmerksam gemacht, dann habe ich ein Interview von Eva Rossmann mit Günther Kaindsldorfer in der Hauptbücherei gehört und erfahren, dieses Buch hat nichts mit Mira Valensky zu tun, denn Eva Rossmann wollte die nicht in diesem Fall ermitteln lassen. Es scheint, habe ich, aber gedacht, doch eine Art Krimi zu sein, denn der Vorsitzende der Patriotischen Sozialen wird an ein Kreuz genagelt.

Das klingt spannend, wie ein Krimi und ist von der identitären und Pegida-Wirklichkeit weit entfert und da fällt mir ein, ich habe ja auch vor einem Jahr im Literaturhaus auf einer Veranstaltung gelesen, wo Eva Rossmann dabei war und morderierte. Damals ist es auch um Flucht und Vertreibung gegangen und darin geht es in dem Buch ja auch.

Der Chef der fiktiven Patriotisch Sozialen Partei wird also ans Kreuz genagelt und keine Mira kommt um zu ermitteln, schickt ihre Putzfrau Vesna auch nicht in die Kirche, wo die Füchtlingsfrau Sina, deren Mann verschwindet, Unterschlupf fand. Sie lernt dort auch nicht die zweiundachtzigjährige Lotte Klein kennen, die Sina betreut und folgt der nicht nach Brüssel, wo zwar kein Schwein herumläuft, aber fast ein Terroranschlag passiert.

Das wäre wahrscheinlich interessant und spannend gewesen. So war es, fürchte ich, sehr fad und langweilig und ich habe mich durch die fast dreihundertsechzig Seiten gequält und bei Seite fünfzig war ich dann wahrscheinlich schon so weit, zu sagen “Da passiert ja nichts und worum geht es da eigentlich?”

Detail am Rande. Alfred hat das Buch zweimal gekauft und eines seiner Mutter geschenkt. Keine Ahnung ob die das noch liest? Daß es ihr, der passionierten Krimileserin gefällt, kann ich mir nicht vorstellen und frage mich auch, warum Eva Rossmanmm, wenn sie schon ein so  zeitakteulles Thema wählte, dann auskneift und um den Brei herumschreibt?

Ist es Angst vor den Patrioten oder einer Klage, die die ja sehr gerne androhen? Recherchiert ist es, die ich mich in diesem Gebiet ja auch ein wenig auskenne, sehr gut.

Also nicht Mira Valensky und ihre Putzfrau Vesna, die inzwischen ihre Freundin ist, recherchieren, sondern die dreiundachtzigjähre Lotte Klein, die früher Chefsekretärin war, Witwe eines berühmten Fernsehsprechers, Großmutter von David, der auch Reportagen schreiben will und die betreut, weil sehr katholisch, in ihrer Pfarre eine syrische Flüchtlingsfrau namens Sina und Julius Sessler, der Chef der Patriotisch Sozialen wird ans Kreuz genagel. So weit so gut und das wissen wir jetzt schon.

Was dann passiert, ist langweilig, das habe ich auch schon geschrieben. Denn es wird geredet und gedacht.Einander auch manchmal ein wenig beleidigt und in die Vergangenheit zurückgeschwenkt und dazwischen passieren durchaus krimiähnliche haarsträubende Dinge und vor allem tauchen auch immer wieder, auch ein sehr aktuelles Thema, Hasspostings auf, die von einem ES angeführt werden.

Rami, Sinas Mann verschwindet und die bittet Lotte um Hilfe. Die hat auch einen Verehrer, nämlich einen zweiundneuzigjährigen ehemaligen Widerstandskämpfer und Rechtsanwalt, namens Richard Pribil, der Lotte kennenlernt, als sie ihm in sein Fahrrad rennt. Alles vielleicht auch nicht sehr realistisch und nicht sehr spannend. David und Frau Klein, so wird sie auch immer wieder genannt, sollen herausfinden was passierte. Sina ruft auf seinen Computer ihren Vater in Damaskus an. Dann kommt die Polizei auf ihre Spur und verdächtigt den verschwundenen Rami ein Terrorist gewesen zu sein. Seine DNA und die einiger ander Flüchtlinge, die ebenfalls verschwunden sind, taucht bei dem Kreuz auf. Sina kommt in Untersuchungshaft und Lotte Klein macht sich bei einem Fernsehjubläum an den neuen Chef der Patrioten heran. Sie versucht auch bei der Polizei zu ermitteln, beziehungsweise tut das Richards alter Freund, der früher Polizeipräsident war und David geht als Prakikant nach Brüssel. Das will er zwar nicht wirklich oder doch. aber nicht in Anzug und Krawatte. So kauft ihm die Oma eine schwarze Jeans und eine Jennifer taucht auf, die beim Fensehen, die Besucher empfängt. Die ist achtzehn und ist von einem in Wien geborenen türkischen Medizinstudenten, der dann ebenfalls verschwindet, schwanger. Das entsetzt ihren Vater, denn der, ein arbeitsloser Baupoliert ist ja patrotisch. Dann ist er aber wieder ein Kommandant und bildet am Semmering arabische junge Männer aus. Das beobachtet Jennifer hinter einem Baum verborgen und ruft Lotte an, um ihr das mitzuteilen, die sich inzwischen in Brüssel befindet und da taucht dann plötzlich Rami in einem Sitzungssaal auf, der in jenem Ausbildungslager war. Es kommt fast zu einem terroristischen Anschlag und am Ende klärt sich alles auf oder auch nicht. Julius Sessler hat offenbar auf eine sehr spekuläre Art und Weise Selbstmord begangen, um seinem Krebstot zu entgehen und ich frage mich, was habe ich aus der Lektüre des Buches gelernt und was weiß ich jetzt mehr als vorher?

Daß die Frankfurter Buchmesse den Protesten gegen die rechten Stände eher hilflos gegenübergestanden ist, habe ich schon früher gewußt und daß “Mulitkulti” angeblich gescheitert ist, höre ich, wenn ich mir die Videos der Identitären ansehe, glaube es aber noch immer nicht.

“Natonalismus, Terror, Hass, die Angst geht um in Europa – der Spannungsroman über Europa am Scheungsweg”, steht am schwarzen Buchrücken. Aber ich habe das Buch,  wie schon geschrieben, sehr langweilig gefunden. Obwohl die Fakten, soweit ich es beurteilen kann, stimmen und der Hintergrund gut recherchiert zu sein scheint.

“Natürlich sind die handelnden Personen rein fiktiv. Viele der Zitate sind allerdings der Wirklichkeit entnommen. Man kann sie auf Facebook, in Presseaussendungen und Medienberichte finden”, schreibt Eva Rossmann auf der letzten Seite vor der Danksagung.

Und ich freue mich von ihr im nächsten Jahr vielleicht ein spannenderes Buch über ein vielleicht nicht so brissantes Thema zu finden und bin jetzt gespannt, was die passionierten Mira Valensky Leser dazu sagen?

Und wie schon geschrieben, ich denke mir, daß man auch aus diesem Thema ein spannendes Buch schreiben hätte können und finde es sehr schade, daß sich Eva Rossmann das offensichtlich nicht zutraute.

Das auf das Kreuz nageln, was ich  auch ein wenig kitschig finde, hätte sie dabei ja weglassen können. Eine Demonstration auf einer Buchmesse mit einem verschwundnenen Linken, Flüchtling oder Messedirektor hätte vielleicht schon genügt.

Nanowrimovorbereitungsgedanken

Die letzten Monate waren bei mir durch das doppelte Buchpreisbloggen, dem “Ohrenschmaus”, wo es ja am Montag die Jurysitzung gibt, den Vorbereitungen zu meinen Geburtstagsfest und meiner Praxis, wo ich derzeit viele Erstgespräche habe, sehr hektisch, so daß meine Befürchtung, daß ich am ersten November vielleicht mit der “Unsichtbaren Frau” schon fertig bin und dann korrigieren muß, statt mitzuschreiben, nicht eingetroffen ist.

Denn da stecke ich ja fest,  bin nicht so recht zufrieden und korrigiere im übrigen noch immer an der Endfassung von “Vor dem Frühstück kennt dich keiner”, bis das an die Druckerei gehen kann, so daß es zum Weiterschreiben in der letzten Zeit nicht recht gekommen ist.

Zwar habe ich da schon dreiundzwanzig Seiten, über zehntausend Worte und neun Szenen, bin aber nicht damit zufrieden, denn ich glaube, ich bin zu rasch eingestiegen und war dann auch sehr bald durch die politischen Ereignisse, die ja auch damit zu tun haben und die darin eine Rolle spielen sollen, so sehr abgelenkt, als daß ich die nötige Konzentriation nicht aufbrachte, um mich auf die Handlung zu konzentrieren.

Die Idee mit der unsichtbaren Frau, die prekäre Literaturwissenschaftlerin oder auch die Figur der Lily Schmidt hatte ich ja schon im Frühjahr, als ich an dieser Pizzeria-Geschichte geschrieben habe. Da sollte der Blog der Lily ja neben der Mathilde Schmidt  eine Rolle spielen, was sich dann aber eher als Seitenstrang erwiesen hat, so daß ich, als ich mit “Besser spät als nie” fertig war, dachte “Na gut, dann schreibe ich das extra!” und habe dann auch damit begonnen, nämlich in der Schreibgruppe im September und da bin ich noch dazu mit einem vorgesetzten Thema, glaube ich, zu schnell eingestiegen und habe mich wieder an den Rand gefahren, von wo ich dann trotz der vielfältigen Schreibversuche bei den offenen Tagen des Writersstudio nicht recht weitergekommen bin.

Denn da habe ich mit der Slavenka und der Lily begonnen, die Slavenka ist nach New York gekommen, um dort ihre Dissertation über Blogs fertig machen und soll gleich an der unsichtbaren Frau weiterschreiben, während die Llily Daniel Kehlmann unterviewte.

Dann kam das Volksstimmefest und dann die Idee, die Amanda Siebenstern, die prekäre Deutschlehrerin und ihre Tarnkappe extra einzuführen. Auch ein schöner Handlungsstrang und dann gibt es de,n des Alfons Tratschke und den des Jonathan Larsen, der ursprünglich ein amerikanischer Literaturprofessor war, der Lilils Blog entdeckt, weil ich ja eine Zeitlang sehr viele amerikanische Aufrufe hatte, aber die scheinen eher Roboter, als ein an mir interessierte Fan zu sein und da die Lily ja in New York Kuratorin ist, habe ich dann an Stockholm und an den Nobelpreis gedacht.

So weit, so what, aber wirklich kreativ bin ich damit auch nicht geworden, weil ich beim Schreiben, wenn ich einmal dazu gekommen bin, gedacht habe, das ist ohnehin nicht gut und dann hatte ich auch mit diesen Tarnkappengeschichten meine Probleme. Denn ich wollte ja, wie ich es  auch schon bei der “Sophie Hungers” gemacht habe, die zum amerikanischenPräsidenten, der jetzt Trump und nicht mehr Bush heißt, schicken. Dann ist mir aber  Sebastian Kurz mit seinem Vermummungsverbot eingefallen und die Ruth hat während der Schreibgruppe auch gefragt, willst du wirklich so politisch sein? Kann darf man das und ich dachte ständig, das ist nicht gut.

War es auch nicht und die letzten Wochen war ich vom Weiterschreiben ohnehin sehr weit entfertn und habe auch öfter gedacht “Macht ja nichts, habe ich doch ohnehin schon über vierzig Bücher für die sich niemand interessiert und sich kein einziger bei meinen Gewinnspielen meldet, der eines lesen will, warte ich also ab, bis sich der Erfolg von draußen, also der ameriksanische Literaturprofessor oder das schwedische Akademiemitglied bei mir meldet!” und dachte dann aber auch sofort, das ist nicht gut, denn die kommen ja nicht und dann ginge es nicht weiter!

So weit so gut und auch sicher richtig, aber die letzten zwei Wochen bin ich ohnehin nicht zum Weiterschreiben und nicht einmal zum Korrigeren von dem “Frühstück” gekommen und am Samstag bei der GAV-GV habe ich wieder einmal gehört, daß ich keinen einzigen deutschebn Satz richtig schreiben kann.

Etwas was auch nicht neu  und wahrscheinlich auch nicht wirklich stimmt, denn ein paar Sätze werden schon richtig sein, aber nicht sehr aufbauend, sondern entmutigend ist und mich auch trifft, wenn auch nicht mehr wirklich sehr, denn ich mache ja weiter und habe auch schon meine “Nanowrimopläne” und da sogar was ich sonst immer erst am ersten November machte, mich angemeldet und mein Projektprofil erstellt.

Der “Nanowrimo”, für die, die es noch nicht wissen, ist ja das kreative Schreibprojekt aus Amerika, wo sich alle sogenannten Hobbyautoren und wahrscheinlich auch ein paar andere, im Monat November hinsetzen, um einen Roman mit fünfzigtausend Worten zu schreiben. Sinn der Sache ist es die Schreibblockaden aufzulösen und inzwischen schreiben da, glaube ich, schon hunderttausende mit.

Als ich das 2009 das erste Mal tat, habe ich immer Jackeline Vellguth von “Schriftstellerwerden.de” meine Schreibprojekte geschickt und sogar, glaube ich, etwas dabei gewonnen. Dann hat einmal Anni Bürkl Schreibtips gegeben und ein paar ihrer Kursteilnehmer, habe ich sogar als meine Buddies.

Inzwischen ist Annika Bühnemann sehr aktiv und verschickt, wenn man sich bei ihr anmeldet, jeden Tag einen Schreibtip, wie man sich auf den “Nano” vorbereiten kann und wenn das, was sie da rät, für mich auch nicht wirklich sehr neu ist, hat es mich, glaube ich, doch sehr motiviert. Denn ich habe schon gedacht, was soll ich da ab ersten November, wenn ich zumindestens Tagetweise beim Schreibmarathon des Writerstudio teilnehme, mit meinen festgefahrenen zehntausend Worten tun und wie soll ich da motiviert weiterschreiben, wenn ich überzeugt bin, daß das nichts taugt?

Das Writersstudio, das sollte ich vielleich auch noch einmal erwähnen, wird heuer fünfzehn Jahre alt und macht da nach der Halloweenparty, vom ersten Bis fünzehnten November einen Schreibmaratohon, wo man einfach kommen und an seinem Projekt arbeiten kann.

Das geht gut für die erste Woche, da habe ich mir das Wochenende dafür schon extra freigenommen, die Woche darauf ist dann die “Buch Wien”, für die ich mir auch schon  freigenommen habe. Teresa Preis hat mir zwar noch nicht gemailt, ob sie mir wieder eine Pressekarte hinterlegen wird. Wenn aber schon, werde ich da sicher herumlaufen. Aber das war ja in den letzten Jahren, wo ich auch öfter am “Nanowrimo” geschrieben habe, auch schon so.

Denn das wäre jetzt mein sechster. 2009 habe ich das erste Mal mit der “Heimsuchung” sehr motiviert und voll Enthusiasmus, jetzt entdeckt zu werden, teilgenommen dann 2012-20015 jeweils wieder.

Voriges Jahr nicht und ein paar mal habe ich auch geschummelt, weil ich schon ein paar tausend Worte hatte und dann meistens am zehnten Tag fertig war, denn ich bin ja eine schnelle Schreiberin.

Diesmal habe ich gedacht, als ich im August mit “Besser spät als nie” fertig war, ob sich das wohl ausgeeht, dann zu schreiben angefangen. Habe jetzt an die  zehntausend Worte, aber vor ein paar Tagen gedacht, ich schummle diesmal nicht, sondern fange am Mittwoch ganz neu, das heißt,  mit den zwanzig Seiten die schon habe, die ich auch einbauen werde, an. Aber mit einer Amanda Szene. Die kommt vom Kurs an dem Farida Shima und Muna Ghadi wegen dem Vermummungsverbot nicht waren, nach Haus, ärgert sich über Minister Basti, träumt dann vom Schäfchen, das ihr die Tanrkammpe gibt, etcetera und in der nächsten Szene kommt die Slavenka in New York an und beschließt mit der Lily gemeinsam an ihren Blog zu arbeiten, wieder etcetera und alle Fallen verschwunden?

Man wird sehen. Da wir  jetzt ein langes Wochenende haben, könnte es sein, daß ich am Mittwoche vielleich doch nicht ganz bei Null einsteige, sondern schon ein paar Seiten von der Amanda neu haben werde. Aber die Fallen habe ich dann hoffenlich trotzdem entfernt und es wird ein fröhliches motiviertes Schreiben und wie das dann mit der Unterstützung durch das Writersstudio wird, finde ich auch ganz spannend und bin gespannt. Denn bisher habe ich immer ganz allein geschrie ben und nur im Blog über meine Fortschritte berichtet, wo  nicht viel Feedback kommt.

Also sehr spannend und nein, ich gebe nicht auf und wenn ich nicht schreiben kann, dann soll das so sein. Dafür habe ich allerdings schon sehr viel geschrieben und tue es auch weiter und das “Frühstück” soll bald fertig werden.

Das wäre dann mein zweites Buch für 2017, voriges Jahr waren es fünf. Man sieht, heuer ist es bescheiden, aber “Besser spät als nie”, dieses Malen nach zahlen gibt es auch noch. Das hat jetzt der Alfred zum Korrigieren und Setzen und das Cover dafür müssen wir auch noch machen.