Neuer Naschmarktkrimi

Inmitten meiner Buchpreisblogeuphorie, vom dBp habe ich schon fast alle Bücher, vom östBp scheinen sie nicht zu kommen, wieder einmal seit langem, in die “Wien-Bibliothek” ins Rathaus zur Präsentation des neuen von Edith Kneifls bei “Haymon” erschienenen Krimi “Tot bist du mir lieber”.

Eine kleine Abwechslung vom stressigen Buchpreislesen zwischen Thomas Melle und Thomas von Steinaecker und von Edith Kneifl, der Psychoanalytikerin, die mit mir zeitgleich, glaube ich, Psychologie studierte, habe ich ja schon einiges gelesen und einen Krimi “Die Kinder der Medusa” von meiner überlangen Leseliste, auch schon wieder auf den St. Nimmerleinstag zurückgeräumt.

Der Weg in die Wien-Bibliothek, im ersten Stock, über die Stiege acht, war diesmal mit Hindernissen vollgeräumt, aber das große FPÖ-Wahlauftaktfest hat schon eine Woche früher stattgefunden und über die neuerliche Wahlverschiebung könnte man wahrhlich einen Kriminalroman schreiben, der es sich gewaschen hat.

Edith Kneifl, die ja auch schon über den fünften Bezirk schrieb, hat diesmal ihre Ermittler in Naschmarktnähe, in den berühmten Jugendstilhäusern auf der Wien-Zeile angesiedelt.

Und da wohnt sie, die Detektivassistentin, die in Krems die Detektivakademie in Krems besuchte, keine Ahnun,g ob es eine solche gibt. Magdalena Musil, man sieht, auch Edith Kneifl verwendet sprechende Namen, wohnt dort mit ihrer Freundin, die Kosmetikerin ist und die vermittelt ihr auch den ersten Fall.

Eine Frau, die in einer Internetbörsen betrogen worden ist, so geht die Nachbarin Sophia, die Frau von einem Kriminalinspektor zum Date ins Cafe Ritter auf die Mariahilferstraße.

Erkennungszeichen Jane Austen “Stolz und Vorurteil”, den sie erkennen soll, ist der eigene Mann und der, der die Klientin um fünfzigtausend Euro betrog, wird ermordet, das werden auch die von ihm betrogenen Frauen.

“Eine Katze gibt es auch, die überlebt aber und wenn sie weiter lesen wollen, kaufen Sie das Buch!”, empfahl Edith Kneifl. Ih unterhielt mich aber mit der Angela und der Helma Giannone bei Brot und Wein und, hörte am Nebentisch ein paar Lehrer über Wendelin Schmidt- Dengler reden. Die ließen sich dann auch das Buch signieren und holtem Edith Kneifl an ihren Tisch und jetzt weiterlesen mit dem dBp.

Morgen geht es kurz ins kunsthistorische Museum zu einer Führung und einem Vortrag übers Erbrecht, die Hilfsaktionen laden dazu ein und verteilen, was mich interessiert ,dazu Broschüren zur Patientenverfügung und ob ich dann in die “Gesellschaft für Literatur” zum neuen Residenz-Buch der Cordula Simon komme, ist fraglich, wäre aber interessant.

Kafka.Wege um das Sanatorium Hoffmann

Bei der “Gesellschaft für Literatur” finden immer wieder Kafka-Veranstaltungen statt und Manfred Müller ist, glaube ich auch, in der “Österreichischen Kafka Gesellschaft” aktiv, die ihren Sitz in Klosterneuburg hat, so gibt es auch dort regelmäßige Veranstaltungen, bei denen ich noch nicht war und vor einigen Monaten hat es auch eine “Kafka-Wanderung” von Neuwaldegg übers Hameau bis zum Dreimarkstein gegeben.

Das war an einem Sonntag und an einem Sonntag verlasse ich ja nicht so gern meine Familie und außerdem waren wir da, glaube ich, auch in Harland.

Bin also nicht mitgegangen, obwohl ich mich zu erinnern glaube, daß, als das Buch “Kafka in Wien” in der Gesellschaft vorgestellt wurde, erwähnt wurde, daß Franz Kafka diesen Spaziergan einmal, ich glaube, mit Dora Diamant, unternommen hat. Eine Gegend, die mir sehr vertraut ist, weil auf der Höhnenstraüe ja das Gartenhäuschen meiner Eltern stand und ich solche Spaziergänge früher öfter machte.

Und jetzt ist der Alfred in Harland und es war ein zweiter Spaziergang “Rund um das Sanatorium hoffmann”, Sonntag ab elf, angekündigt, zu dem ich mich angemeldet habe und dann auch mit der U4 nach Heiligenstadt und  mit dem Bus nach Kierling gefahren bin, denn Franz Kafka hat sich 1924 zuerst wegen seiner Lungenkrankheit in ein Sanatorium im Wienerwald, dann ins Allgemeine Krankenhaus und schließlich in das Sanatorium Hoffmann nach Klosterneuburg begeben, weil ihn da Dora Diamant begleiten und für ihn kochen konnte und ist dort auch im Juni 1924 gestorben.

Dreißig Leute haben sich, glaube ich, für die Wanderung angemeldet, die von Manfred Müller, Veronika  Seyr, von der ich vor zwei Jahren ein Buch gelesen habe und Charlotte Spitzer begleitet wurde und der Treffpunkt war beim Kafka-Denkmal in Klosterneuburg Kierling.

Ja, das gibt es, 1963, glaube ich, aufgestellt, eine kleine Büste und neben den Mistkübeln und den Halteverbotsschild fast gar nicht zusehen, daneben stand auch ein Ringelspiel, denn in Klosterneuburg Kierling fand am heutigen Sonntag auch ein Straßenfest statt.

Manfred Müller begrüßte und zeigte auf die Stelle, wo früher ein Gasthaus gegstanden ist, in dem die Kafka Besucher logierten und eine Post hat es auf dem Platz auch gegeben, wo Dora Diamant mehrmals täglich Kafkas Briefe aufgab oder abholte.

Auf einem Spazierweg sind wir dann zu dem Sanatorium gegangen, ein kleines Haus, ich glaube für acht Patienten, das von einem Dr. Hoffmann geleitet wurde und von dem Spazierweg konnte man den Balkon sehen, wo Kafka sein  Zimmer hatte.

Der damals nicht mehr soviel spazierengegangen ist, sondern am Balkon lag und seine Briefe schrieb, beziehungsweise seine Gesprächszettel schrieb, denn sein Kehlkopf war so angegriffen, daß ihm die Ärzte eine “Schweigekur” verordneten.

Heute ist das Sanatorium, ein eher kleines Haus, wieder ein Wohnhaus, zwei Räume sind aber Kafka Gedenkräume und gehören, glaube ich, der “Kafka-Gesellschaft” und dort sind wir hingegangen und dort fand auch eine sehr intensive Performance statt. Texte wurden aber auch schon vorher gelesen.

Kafka hatte vorher, glaube ich, eine Geschichte “Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse” geschrieben, die er in dem Sanatorium korrigierte.

Charlotte Spitzer las daraus einen Stück vor und in den Schauräumen gab eine Performance, wo sie zu zwei Texten tanzte und dann wurden auch die Gesprächszettel verlesen, die auch auf dem Luster angebracht sind.

In den Schauräumen gibt es ein Krankenbett, das offenbar aus dem Sanatorium oder auch aus der Larynologischen Abteilung im allgmeinen Krankenhaus stammte und dann gibt es auch sehr viele Bücher, um und über Kafka, darunter auch eine Anthologie von vierzehn Gegenwartsautoren, herausgegeben von Manfred Müller und Nadine Kegele, die sich mit einem Zitat aus einem der Werke von Kafka, mit der Flüchtlingssituation auseinandersetzen und das bei “Luftschacht” erschienen ist.

Auf den Balkon konnte man auch hinausgehen und sich in das Gästebuch eintragen und dann wurde spazierengegangen, nämlich über das Gugginger “Haus der Künstler” zur “Redlinger-Hütte”, wo Kafka warhscheinlich nicht war, zum Mittagessen, wo es auch eine Linzer Torte gab, die Kafka angeblich gern gegessen hatte oder noch essen konnte und eine weitere Performance und Lesung gab es auf einer Wiese dann auch.

Die Nachrufe wurden verlesen, die in verschiedenen Zeitungen erschienen sind und die schon auf die große literarische Stimme Kafkas, der “Hungerkünstler” war, glaube ich schon geschrieben und vielleicht auch erschienen, hinwiesen, die großen Romane noch nicht, die hätte Max Brod auf Wunsch Kafkas ja verbrennen sollen, was er aber nicht tat.

Charlotte Spitzer las  noch zwei Texte, eine davon im Liegen und dann ging es übers Grüntal zurück zum Bus und wieder nach Wien.

Die Kafka-Wege soll es, wie Manfred Müller erwähnte, weitergeben und Veronika Seyr verriet mir, daß der nächste nach Prag gegen soll, also eine Kafka Fahrt oder Reise auf seinen Spuren, das ist mir wohl zu weit und ich bin ja auch keine unbedingte Kafka-Kennerin.

“Amerika” habe ich mir kurz nach meiner Matura gekauft, die “Tagebücher” vor einigen Jahren gelesen und seine großen Romane, sowie, die “Verwandlung” hatte ich zwar auf meiner Leseliste, aber jetzt habe ich die ja wieder gelöscht, mal sehen also, wie meine Kafka Lektüre weitergeht. Zur “Gesellschaft für Literatur” werde ich aber sicher wieder kommen und vielleicht komme ich auch wiedermal nach  Klosterneuburg hinaus.

Es war jedenfalls bei wunderschönen Spätsommerwetter ein interessantes Wochenende mit zwei literarischen Ausflügen ins schöne Niederösterreich und jetzt werde ich wahrscheinlich weiterlesen, um mein selbsterlegtes LL-Pensum zu erfüllen.

Kramer-Preisverleihung in Niederhollabrunn

Zur “Theodor Kramer-Preisverleihung für das Schreiben im Exil und Widerstand”, den es, glaube ich seit 2001 und der lange Zeit in Krems und jetzt in Kramers Geburtsort in Niederhollabrunn stattfindet, gehe ich ganz gerne.

Das heißt in Krems war ein paar Mal, in Niederhollabrunn im letzten Jahr, heuer ist der Alfred wieder auf Reisen, so bin ich mit dem Bus gefahren, der um fünf vom Praterstern wegfuhr.

Ein kleiner Bus, mit den jungen Leuten von der Kramer Gesellschaft, Karl Müller vom Vorstand, Werner Grüner und ich glaube noch zwei Damen.

In Niederhollabrunn wartete schon Harald Maria Höfinger und führte wieder auf den Spuren des großen Lyrikers herum und las ein paar seiner Gedichte vor.

Das letzte Jahr sind wir ja verspätet zu der Führung gestoßen, diesmal habe ich sie ganz genossen, das Geburtshaus, das bis 2012 der Gemeindekindergarten war, das Schild und den Spielplatz gibt es noch, jetzt ist eine Ausstellung darin und Harald Maria Höfinger erwähnte wieder das Foto, wo der Kleine Theo oder Teddy, wie ihm die Mutter nannte, zum Fotoshooting zum vierten Geburtstag seines Bruders Richard auf einer Windel lag. Der Vater, der Gemeindearzt, ist 1935 gestorben, die Mutter in Theresienstadt umgekommen.

Theodor Kramer emigrierte nach England, kam dann schon sehr krank nach Wien zurück und ist bald im Wilhelminenspital gestorben.

Die Führung ging wieder zum Michelberg, wo ein entsprechendes Gedicht verlesen wurde.

Da stießen dann die Preisträger hinzu, nämlich Stefan Horvath, der nach dem Tod seines Sohnes, der bei dem Attentat von Oberwarth 1995 zu schreiben angefangen hat und dem Historiker und Essayisten, der sich auch mit Oberwart beschäftigt hat, Gerhard Scheidt.

Dann ging es zur Schule, kurz zur Ausstellung und dann schon in den Pfarrsaal, wo Konstantin Kaiser wartetete. Der Vizebürgermeister war auch da und Gabriele Ecker von der NÖ Landesregierung.

Konstantin Kaiser hielt die Laudatio. Es gab Musik und eine Lesung der beiden Preisträger. Stefan Horvath las mit Tränen in den Augen ein Gedicht das er nach dem Tod des Sohnes geschrieben hat, der ihn fragt, ob er nach seinem Tod in den Himmel kommt und ein Engel wird und Gerhard Scheidt einen Teil des Vorwortes aus seinem neuen Buch, von dem er gar nicht wußte, daß es schon am Büchertisch lag.

Dann gab es wieder ein Buffet, Sturm und Gespräche und um zehn fuhr der Bus zurück und Morgen wird es auf den Spuren von Franz Kafka einen weiteren literarischen Spaziergang oder Ausflug geben.

Und was die Wiederholung der Bundespräsidentenwahl betrifft, die ja eigentlich am 2. Oktober stattfinden sollte, so kann die da, weil für die Wahlkarten ein schlechter Kleber verwendet wurde, so daß die Aufgabe, da wahrscheinlich doch nicht stattfinden.

Ach ja, der freiheitliche Kanditat hat uns ja schon im April prophezeit, daß wir uns noch wundern werden. Das scheint, wie man sieht, leider wirklich einztutreffen.

Widerfahrnis

Buch sieben meiner aktuellen Longlistenlektüre, Bodo Kirchhoffs “Widerfahrnis”, macht mich ein wenig ratlos, habe ich doch zuerst die Besprechung von Tobias Nazemi und Marina Büttner gelesen und die haben, vielleicht nicht etwas anderes gelesen, aber jeweils nur einen Teil beschrieben und vielleicht auch andere Empfindungen gehabt.

Es ist also, um es vorweg zu nehmen, ein sehr vielschichtiges Buch und der 1948 geborene Bodo Kirchhoff, von dem ich einmal, lang lang ists her und noch keine Blogerfahrung, den “Schundroman” gelesen habe, ist sicherlich ein Routinier.

Tobias Nazemi spricht von der Altmodischheit, die ihm, ein Kirchhoff Fan, an dem Buch stören würde, die ist mir bei den “Witwen” eigentlich viel mehr aufgefallen.

Ich habe das Buch ähnlich, vielleicht ärger oder auch anders konstruiert, wie das von Hans Platzgumer empfunden und seltsam in beiden Büchern gibt es ein gefundenes Kind und Marina Büttner schreibt, ein anderer hätte aus diesem Buch etwas Kitschiges gemacht. Ich habe es zum Teil kitschig gefunden, am Schluß dann wieder nicht, da kam dann schon die Ratlosigkeit und die Flüchtlingsfrage, die Marina Büttner etwas störte, stört mich ja nicht so sehr, wenn ich mir jetzt auch nicht wieder sicher bin, ob diese Begegnungen mit den Flüchtlingen, die der Julius Reither und die Leonie Palm da machen, sich nicht überhaupt nur in der Phantasie abspielen?

Oh ja, natürlich, denn es ist ja, kein Roman, sondern, wie betont, am Anfang steht, eine Novelle und Julius Reither, ich würde ihn mehr gegen siebzig als sechzig schätzen, ist ein ehemaliger Verleger.

“Aus der Zeit gefallen”, schreibt, Tobias Nazemi, nun Bodo Kirchhoff ist auch bald siebzig und das seltsame Wort “Widerfahrnis” kommt von widerfahren, also erleben und nun bleibt noch zu klären, ob das Ganze ein Liebesroman, eine Liebesgeschichte ist?

Nun ja, natürlich, aber vermutlich mehr ein Lebensbericht und weil der Julius Reither ja mal ein Verleger und Kleinbuchhändler war, erzählt er sich diese auch selber:

“Die Geschichte, die ihm  noch immer das Herz zerreißt, wie man sagt, auch wenn er es nicht sagen würde, nur hier ausnahmsweise, womit hätte er sie begonnen”, beispielsweise oder auch “Kein Erzähler hat gleich seinen Fuß in einer Geschichte…”

Da ist also Julius Reither, der seinen Verlag verkauft hat und sich, in eine vermutliche Seniorenanlage, auch wenn das nicht so genannt wird, zurückzieht, “weil die Leute ja mehr schreiben, als lesen”, Achtung Ironie, würde ich hier anmerken, man könnte auch sagen, er ist in Pension gegangen und jetzt sitzt er da in seiner Wohnung, trinkt Rotwein, raucht Zigaretten und hört am Gang Geräusche.

Es ist Leonie Palm, ein paar Jahre jünger als er, eine ehemalige Hutmacherin, die ihr Geschäft verkaufte, “weil die Leute keine Hutgesichter mehr haben” und jetzt auch in der Anlage wohnt und dann gibt es noch ein Buch, ein kleines Böses, ein BoD, selbstgemachtes wahrscheinlich, ohne Titel von einer Ines Wolken, sicherlich ein Pseudonym, geschrieben, das Reither vorhin in der Bibliothek gefunden hat.

Es stellt sich bald heraus Leonie hat es geschrieben, es handelt von einer Frau, die ihre Tochter verloren hat. Das hat Leonie so erlebt und Reither wurde von seiner Frau verlassen, als sie schwanger war und beide das Kind abtreiben wollten.

Leonie will etwas von Reither, am nächsten Tag will sie es mit ihm besprechen, fängt sie an, was damit endet, daß die beiden, um oder nach Mitternacht aufbrechen, die beiden ausländischen Frauen, die den Empfang während der Nacht betreuen, helfen noch beim Schneeabschaufeln von Leonies Auto, Reither hat keines mehr und sie wollen zum Achensee hinauffahren, den Sonnenaufgang beobachten.

Sie fahren und fahren, die Nacht durch und gelangen nach Sizilien, dort gehen sie endlich in ein Privatquartier und treffen  auf ein stummes Flüchtlingsmädchen, hat das Bodo Kirchhoff von Michael Köhlmeier oder umgekehrt oder ist das den beiden getrennt voneinander eingefallen, weil die Flücnhtlingsfrage momentan so aktuell ist und sich jeder renomierte Autor damit beschäftigen will, was Marina Büttner etwas stört?

Eine Szene hat das Buch, die mich sehr beeindruckt hat, Leonie ist kinderlieb, wohl wegen des Schicksals, des Selbstmordes ihrer Tochter und so laden sie das Kind mit dem zerfetzten Kleid zum Essen in ein Restaurant ein. Der Wirt scheucht es weg.

“Es gehört zu uns!”, sagt Reither, so serviert der Wirt die Sardinen und das Cola, holt aber die Polizei und die Kleine läuft weg.

Sie kommt aber wieder, schläft in der Wohnung und Leonie will sie genauso, wie Platzgumers Erzähler mit seiner Elena mitnehmen und über die Grenze bringen. Das scheitert schon am Polizeiaufgebot bei der Fähre. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, Reither wird an der Hand verletzt, Leonie und das Kind verschwinden, er fährt alleine weiter, kauft sich Rotwein, kann ihn mit seiner Verletzung nicht öffnen und blutet immer weiter, bis ein Afrikaner zu ihm kommt und “Can I help you, men?”, fragt.

Er trifft dann Leonie wieder ohne dem geheimnisvollen Kind, tauscht mit ihr das Auto gegen seine Lieblingsjacke, der Afrikaner chauffiert ihm heim und nun “bliebe nur noch zu erklären, womit die Geschichte, die ihm noch immer das Herz zerriß, enden sollte?”

“Bodo Kirchhoff erzählt in seiner Novelle “Widerfahrnis” die Parabel von einem doppelten Sturz”, steht noch am Buchrücken und dem kann ich mich anschließen und würde vielleicht noch ein paar Ebenen dazu legen.

So wunderschön, wie die anderen Rezensenten schreiben, habe ich das Buch wahrscheinlich nicht empfunden, mich stört ja, wie gesagt, das allzu Routinierte und da ist wahrscheinlich wieder einer, der sehr gekonnt mit der Schreiberfahrnis seines Lebens spielt und auch ein bißchen überheblich dabei wirkt.

Bin aber gespannt, ob es auf die Shortlist kommt. Der Platzgumer und er hätten von den von mir bis jetzt gelesenen Büchern, wohl die meisten Chancen, würde ich vermuten, aber jetzt kommt Thomas Melles Bericht über seine bipolare Depression an die Reihe, ein Thema, das mich ja sehr interessiert und Tobias Nazemi hat es schon, als sein Siegerbuch erklärt, ich bin also sehr gespannt.

Katharina, Marie & ihre vier Männer

Nun kam eine kleine LL-Lesepause, obwohl ich da im Stress bin und sich die Bücher schon im Badezimmer türmen, aber Literaturtest hat mir auch eine “Neuerscheinung” geschickt, die gelesen werden will.

“Katharina, Marie & ihre vier  Männer, ein “Goldmann TB”, ein Briefroman oder fast schon ein Sachbuch in Sachen Liebe, Ehekriese, unerfüllter Kinderwunsch und erfüllte oder unerfüllte Seitensprünge.

Katharina und Marie sind zwei Frauen Mitte Dreißig, beide verheiratet, beide Kinderlos, beruflich mehr oder minder erfolgreich, Banangestellte, die eine, in einer Pharmafira, die andere tätig und sie schreiben sich Briefe oder besser Mails, wie man das ja heutzutage macht und das viel schneller geht.

Es beginnt damit, daß sie feststellen, daß es in ihren Ehen nicht so absolut glücklich zu geht, obwohl sie das voneinander nicht erwartet hätten.

Katharina, die als Kind ihren Vater verlor und sich deshalb nach Stabilität sehnt, hat das zwar mit ihrem Simon, aber der geht auf ihren Kinderwunsch nicht ein, vertagt ihn auf das nächste oder übernächste Jahr und da ist Carsten, OA, erfolgreicher Handchirurg, zwar natürlich verheiratet, aber davon will er nichts erzählen und er will Kinder mit Katharina und Marie ist mit ihren Michael auch nicht glücklich.

Theorien werden ausgetauscht, wieviel Prozent Glück man sich in einer Ehe erwartet darf, etcetera und Srüche der Oma  “Willst du, gelten, mach dich selten!”

Das finde ich das theoretische an dem Buch und dann kommt in die Bank, ein Unternehmensberater, um die Fehler der Chefs wieder auszubügeln, steht vor Marie. Er heißt Tom, ist auch verheiratet, hat zwei Kinder in Berlin. Marie lebt und arbeitet, glaube ich, in Frankfurt, aber seine Ehe ist nicht glücklich, weil er Sandra nie heiraten wollte, die dann, als er das vorsichtig sagte, gleich schwanger wurde und das Haus in Berlin ist auch viel zu groß und zu teuer, so daß er sie nie verassen kann. Er führt aber ohnehin eine Wochenendehe, weil er ja soviel umstrukturieren muß und verliebt sich in Marie.

Es kommt bei beiden, zuerst zaghaft, dann tatsächlich zu sexuellen Beziehungen., Marie kündigt ihre Stelle, geht nach Berlin. Tom verläßt seine Frau, das ist eine Kathastrophe, weil die zuerst die Kinder entführen will, dann finanzielle Forderungen stellt und Tom will die Kinder bei sich haben, so sucht er eine Wohnung, die zu groß ist für Marie und hat auch keine Zeit für sie und Simon bemüht sich, aber als er nachgeben will, findet er die SMSs von Carsten und schmeißt sie aus der Wohnung.

Langsam langsam kommt dieses Paar wieder zusammen, während Marie endgültig ausrastet, weil, was auch ein wenig übertrieben ist, Tom zu Weihnachten natürlich mit Sandra und den Kindern, wie immer irgendwo eine Woche hinfahren will, dabei ist ohnehin schon eine gemeinsame Kambodschareise der beiden Freundinnen geplant und ein Kollege, eine Ex-Bezieung, der Ehemann Michael ist sang und klanglos nach Australien verschwunden,  ist auch in Sicht.

Der Briefform macht es vielleicht ein wenig schwer zu lesen und ich brauchte lange mir zu merken, daß die mit dem Simon und den Carsten, die Katharina und nicht die Marie ist, weil ich irgendwie auch finde, daß das besser gepasst hätte.

Es ist auch kein ChickLit, sondern eher eine narrative Abhandlung sich zu überlegen, wie es mit der eigenen Ehe weitergehen kann und  wie man es mit den Seitensprüngen und den Dreier oder Vierbeziehungen machen soll?

Das Buch haben zwei Journalistinnen,  Tine Ratig und Hannah Wilhelm geschrieben und mich würde interessieren, ob die eine den Katharina-, die andere den Marie-Strang übernahm, weil das ja gut passen würde.

Kremayr & Scheriaus neue Romandebuts

Die neue Literaturschiene bei “K& S” gibt es seit einem Jahr, auch damals wurden die Debutanten Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Marianne Jungmayer in der “Gesellschaft für Literatur“, sowie im “Tahlia” vorgestellt und nachher gab es noch eine große Party im 7*.

Ich war auch damals mitten drin im Buchpreisbloggen, im deutschen, daß es heuer auch ein österreichisches geben wird, haben damals ja alle dementiert, habe gerade den dicken Setz gelesen, mir die Bücher aber bestellt und als ich im Frühjahr aus Leipzig zurückgekommen bin, habe ich das neue alte Buch der Gertraud Klemm gelesen und diesen Sommer gab es bei den O-Tönen ja die Debutschiene mit Irmi Fuchs, Daniel Zipfel und Petra Piuk von K& S.

Die “Sommernomaden” das zweite Buch der Marianne Jungmeier habe ich mir dann auch bestellt und gestaunt, daß es einige der Debutanten auf das Lesepult gebracht hat und, als ich vor zwei Wochen das letzte Mal richtig bei den O-Tönen war, vorige Woche bin ich ja nur daran vorbei nach Haus gegangen, machte mich der Lehrer Christian auf die neuerliche Veranstaltung in der “Gesellschaft” aufmerksam.

Da hatte ich zwar auch schon die Einladung bekommen, aber Iris Blauensteiner, Simone Hirth?

Huch, keine Ahnung, sollte ich sie kennen?

Inzwischen habe ich die beiden Bücher auch schon eingekeilt, neben der “Vegetarierin” und dem großen deutschen und dem noch eher kleinen  österreichischen Buchpreisstapel liegen.

Aber Daniel Emmingers Buch ist heute zu mir gekommen und ich bin auch ein bißchen früher weg, weil ich mir ja noch das Leseprobenheftchen holen wollte. Das Österreichische, das hundertzwölf Seiten stark ist, mit vielen Insiderinformationen, wie glaube ich auf der Facebuchseite steht, das Deutsche bestelle ich mir ja nicht mehr, seit  da die Hintergrundinformationen verschwunden sind und ich die Leseproben und das Autorenfoto ja auch im Internet finden kann und weil ich jetzt auch die Bücher selber lese, brauche ich sie nicht.

2009 bin ich aber sehr herumgeirrt und habe mich gewundert, daß es das in Wien nicht gibt.

Gibt es nicht okay und brauche ich auch nicht, aber am Nachmittag in die “Buchinsel” auf der Margaretenstraße und dort nachfragen.

Sie hatten nicht und werden auch nicht bestellen, weil der Buchhändler ja für das Büchlein zahlen muß und die Leute, die danach fragen, ohnehin nichts kaufen, wie mir einmal vor Jahren, der alte, eher grantige Vorgänger dort sagte, als ich nach dem “Tag des Buches-Büchlein” fragte. Inzwischen gibt es einen anderen Buchhändler und der hatte im April das “Literatier”, die freundliche ältere Dame sagte mir aber, ich wäre die erste, die danach fragte und verwickelte mich dann in ein längeres Gespräch über die Listenbücher. Sie war bei den O-Tönen und hatte die Anna Weidenholzer, die zwar auf der anderen Liste, stehen liegen und hui, die Buchhänder zumindest manche, sind also doch sehr kompetent und interessieren sich für Literatur und ich ging  mit meinem Einkaufskorb weiter zum “Hofer”, bei Anna Jeller vorbei, von der ich schon wußte, daß sie es nicht haben wird, die Olga, die ich von der Facebookseite kenne, saß aber lesend am Türstapel und sagte mir auch sehr freundlich “Das haben wir noch nicht!”

Hui, also doch sehr schwer, aber vor der “Gesellschaft” zum “Morawa” schauen und wenn es es auch dort nicht gbit, kann ich ja noch immer dem Haptverband ein Mail schreiben, wenn ich nicht bis zu “Buch-Wien” warten will.

Ich bekam es aber schon vom “Frick” und der Lehrer Christian, der mit einem ganzen Sack gekaufter Bücher in die “Gesellschaft” kam, hatte es vom “Morawa”, aber jetzt die Debuts, die dann vielleicht das nächste Jahr auf der Debutpreisliste stehen werden oder Saisonbeginn, wie mir die alte Dame, die ich immer bei den Veranstaltungen treffe, verkündete, die Sommerlesereihen, wie die OTöne sind vorüber und diesmal habe ich mir ja einen sehr intensiven literarischen Sommer in Wien gegeben und jetzt beginnt die Saison.

Bei mir hat ja schon vor zwei Wochen das große Lesen angefangen und jetzt die Debuts und zwei junge Frauen, deren Namen und Lebensläufe mir nicht sehr viel sagten, die aber trotzdem bei sehr interessante Themen hatten.

Ursula Ebel moderierte und stellte zuerst die 1985 in Deutschland geborene Simone Hirth vor, die in Leipzig am “Literaturinstitut” studierte und jetzt in Gablitz im Wienerwald Autorin und Lektorin ist.

Ihr Buch ist vielleicht auch ein Kanditat für den interessantesten Buchtitel, nämlich “Lied über eine geeignete Stelle für eine Notunterkunft” und handelt von einer Aussteigerin, deren Welt in Trümmern liegt, die Arbeit verloren oder hingeschmissen, das elterliche Haus wird abgerissen und die namenlose Ich-Erzählerin steigt aus und baut sich offenbar irgendwo im Wald oder hinter Büschen eine Hüttel aus Ziegel und Fragmenten, Trümmern also und die Sprache besteht auch sehr kurzen aufgeschnappten Sätzen. Ein sehr interessantes Buch, das ich, wenn ich mit der Sibylle Lewitscharoff und vorher kommen noch Melle, Stadler und Steinaecker, fertig bin, lesen werde oder vielleicht beginne ich auch mit “Kopfzecke” von der 1986 in Wien geborenen Iris Blauensteiner, die auch Filmemacherin ist und in “Wartholz” gewonnen hat.

In den “Koliken”, hat sie, wie Simone Hirth verlegt, aber das ist wahrscheinlich das gemeisame zwischen allen “K&S” Debutanten, Gustav Ernst spielt da wahrscheinlich auch eine gewisse Rolle, zumindest habe ich ihn auf dieser Verlagsparty gesehen und da hat er mir Petra Piuk vorgestellt.

“Kopfzecke” ist die Geschichte einer Demenz oder die der Beziehung zwischen einer fünfzigjährigen Tochter, die ihre Mutter in ihrer ehemaligen Kinderwohnung pflegt,  die Rollen vertauschen sich und ein Geheimnis gibt es auch zu entdecken, wie die Autorin verschämt lächelnd sagte und darauf hinwies, daß man es erfährt, wenn man das Buch am reich gedeckten Büchertisch erwerben wird.

Nun ich werde es erfahren und kenne mich mit Demenz ja nicht nur durch den Psychologieunterricht im Geriatriezentrum Wienerwald, den ich einmal gegeben habe, jetzt gibt es das Geratriezentrum ja, glaube ich, nicht mehr und die Pflege meines Vaters und des Schwiegervaters ein wenig aus, nein ich habe ja auch darüber geschrieben, interessant ist aber sicher, wie das eine dreißigjährige junge Frau sieht, die auch sagte, gar nicht soviel darüber recherchiert zu haben.

Die “K& S Debutanten” haben also realistische Themen und die interessieren mich ja sehr, ich bin also sehr gespannt, wie die Bücher mit gefallen, ein paar Wochen wird es ja noch dauern, bis ich sie besprechen werden und was und wo ich von den zwei jungen Frauen noch hören oder lesen werde.

Buchpreisbloggeflüster

Nun also sind die beiden Listen bekanntgegeben und ich lese, lese, beziehungsweise mache ich dem Postboten auf, um ein Buchpaket in Empfang zu nehmen, schreibe Mails an nette Verlagsdamen und gerate mal mehr und mal weniger in Stress und Panik, das alles vielleicht nicht zu schaffe.

Habe ich mir da nicht vielleicht zu viel aufgeladen? Beziehungsweise ist das die Schuld, des österreichischen Hauptverbandes, der den öst Bp einen Monat nach dem deutschen ansetzte und den Preisträger einen Monat nach der Frankfurter-Messe, die auch ein Monat vor der “Buch-Wien” stattfindet, präsentieren will.

Um nicht mißverstanden zu werden, im Vorjahr habe ich auch alle Bücher gelesen und zwischendurch, während ich auf den Witzel wartete, den mir Trude K. zum Geburtstag brachte, noch einiges anderes und als die Frankfurter-Messe begann, hat mir “Buzaldrin” ein Buchpaket mit neun Bücher geschickt, die ich bei einem ihrer Gewinnspiele gewonnen habe und bis Weihnachten habe ich sechs  davon gelesen.

Jetzt bin ich schon beim siebenten dBp-Buch, Bodo Kirchhoffs “Widerfahrnis”, acht liegen noch im Badezimmer, beziehungsweise, die Lewitscharoff-Fahnen im Schlafzimmer auf dem Tischchen, mindestens eines soll noch kommen, dann folgen zwei  “Kremeier&Scheriau Debuts”, die heute auch in der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt werden und Han Kangs “Vegetariereŕin” und dann geht es schon, ganz langsam, an den östBP, da habe ich vier Zusagen und gestern den Reinhard Kaiser Mühlecker, das doppelte Buchpreisbuch bekommen und die Friederike Gösweiner, die ich als letztes lesen will, in Harland über den Bett liegen und wenn Katharina Winkler, was ich fast annehme, den “Alpha-Literaturpreis” gewinnt, bekomme ich das Buch, ganz egal, ob “Suhrkamp” es schickt oder nicht.

Ob ich bis zu den beiden Messen  fertig werde oder nicht, weiß ich noch nicht so genau, bis Ende  November werde ich es aber schaffen und ich kann nur sagen, trotz selbsterlegten Lesestreß, ein wunderbares Erlebnis, das ich sehr empfehlen kann, denn man lernt sehr viel dabei.

Und was waren nun meine bisherigen Erkenntisse über die ausgewählten Bücher, die angeblich die Besten sein und zu Weihnachten unter möglichst vielen Christbäumen liegen sollen?

Da habe ich ja schon öfter geschrieben, daß ich nicht daran glaube, daß das so sein kann und, daß es natürlich viel viel mehr interessante, spannende, gute oder auch was immer Bücher, als die ausgewählten dreiunddreißig gibt und die deutsche Liste war ja, das habe ich, gleich nach der Vergabe geschrieben, sehr sehr überraschend.

Ich war zuerst erstaunt und habe gedacht, ich bin im falschen Boot, dann habe ich mich aber sehr schnell angefreundet, lese mich durch die Bücher und durch die Besprechungen der offiziellen und auch inoffizellen Buchpreisblogger und kann bei der deutschen eigentlich noch nicht wirklich sagen, wer da am zwanzigsten September auf der Shortlist stehen wird?

Denn ich glaube fast, die sechs bisher gelesenen sind es eher nicht, kommen die ja eher von engagierten Kleinverlagen und stammen zum Teil von sehr exeperimentellen Sprachkunstautoren.

Der Platzgumer erschien mir persönlich ja zu konstruiert und über die Metapher, wie man von seinen schlechten Büchern in die Schlinge springt, bin ich noch immer nicht hinweggekommen und Bodo Kirchhoff, der den Bloggern sehr gefällt, hat, soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, auch einen eher kitschig wirkenden konstruierten Stil, der ist aber sehr Publikum wirksam, glaube ich  und gefällt wahrscheinlich auch den hier oft zitierten Schwiegermüttern.

Das macht Joachim Meyerhof, der auf meiner Liste steht, wahrscheinlich auch, Peter Stamm wäre ein Kanditat, den habe ich aber noch nicht, Katja Lange-Müllers “Drehtür”, das noch kommen soll, vielleicht auch, aber das gefällt den Bloggern eher nicht, Thomas Melles Memoir über seine manisch depressive Krankheit, mein nächsten LL hat wahrscheinlich auch Chancen und dann das dicke “Apollokallypse” des mir noch immer unbekannten Gerarld Falkner, das möglicherweise schwer zu lesen ist und  Phillipp Winklers “Hool”, das mir “Aufbau” hoffentlich noch schickt, vielleicht ebenfalls.

Eine ausgewogene Bandbreite zwischen bekannten und unbekannten, experimentellen und Mainstreamgeschmack denke ich und ich habe viel gelernt, während ich, vielleicht durch meine “Alte Schmiede-Besuche” und das O-Tönfestival, das ich diesen Sommer ja sehr eifrig besuchte, bezüglich der öst-LL ziemlich sicher war und da auch nur relativ weniges Unbekanntes gefunden habe.

Gstrein und Glavinic haben zwar darauf gefehlt und sonst wäre ich sehr überrascht, wenn Friederike Mayröcker, den Preis nicht gewinnen würde, ich denke das gehört sich so, ein paar experimentelle, wie Kathrin Röggla und Peter Waterhouse, auf die ich vergessen habe, sind darauf,  und an Daniela Emminger, ein Buch, das ich bekommen soll, wie das von Peter Waterhouse, habe ich auch nicht gedacht, obwohl ich einmal eines ihrer früheren Bücher gefunden und in meinen Regalen stehen habe.

Für die Shortlist könnte ich mir also, obwohl ich da noch nichts gelesen habe, außer  der FM, Peter Henisch, Anna Mitgutsch, Rainer Kaiser Mühlecker,  Sabine Gruber und Michael Köhlmeier vorstellen, aber vielleicht hat die Jury einen experimentellen Geschmack und traut sich was, so daß vielleicht Ann Cottens Versepos, das, glaube ich, sehr witzig sein soll, darauf kommt, oder Kathrin Röggler, Peter Waterhouse und und.

Mal sehen, ich bin gespannt und lese fleißig weiter, dazwischen mache ich meine Praxis, Diagnostik, Therapien und ein bißchen Supervision, fange an zu Veranstaltungen zu gehen, heute abend, wie schon erwähnt von den “Kremeier&Scheriau-Debuts”, am Samstag habe ich mich für den Bus nach Niederhollabrunn zur “Theodor Kramer Preisverleihung” angemeldet, der Alfred reist ja, glaube ich, gerade in Japan ein und am Sonntag werde ich, wenn ich hinfinde, mit der “Gesellschaft für Literatur” auf den Spuren Kafkas in Klosterneuburg herumwandern, der dort ja in einem Sanatorium seine Schwindsucht behandeln ließ.

In den letzten Tagen habe ich selber Jury “gespielt”, wie meine Kritiker, die mich ja für eine literarische Diletantin halten, es nennen werden und drei Vorschläge für den “Ohrenschmaus” herausgesucht, der heuer schon im November im Rahmen der “Buch-Wien” vergeben wird.

Alles bestens also und noch etwas habe ich am Samstag in einer schlaflosen Nacht gemacht, ich habe nämlich, da auf der 2016 Leseliste, die wahrscheinlich ungelesen bleibenden Bücher immer länger wurden, herausgesucht, zuerst versucht, sie auf meiner langen Liste hinten dranzuhängen, dann habe ich gedacht, daß ich sie erstens vielleicht dann nicht mehr finde, zweitens gar nicht weiß, ob ich dann noch lebe und sie drittens gegebenfalls vielleicht wieder zurücktrage und sie dann für 2050 eintragen werde, wo ich höchstwahrscheinlich schon gestorben bin und, die Vorauseintragungen dann gelöscht.

So brauchen sich die Presedamen nicht mehr über sie zu wundern und ich bin auch freier, bisher Aufgeschobenes, wie das Buch der neuen Priessnitz-Preisträgerin Sanda Gugic, das der Hilde Schmölzer und die anderen Geburtstagsbücher und die Schmankerl von den Bücherschränken und das, was ich mir aus den Abverkaufslisten ziehe, zeitgerechter zu lesen, da wird dann vielleicht manchea Alte, was ich eigentlich auch noch lesen wollte, wie Vicki Baum, Pearl S. Buck, Francoise Sagan, etcetea überbleiben, aber wenn ich, was ich mir jetzt wieder vorgenommen habe, mir wirklich nur mehr das, was ich irgendwann lesen kann, aus den Schränken nehme und mit den Frühjahrsbestellungen vorsichtiger bin, kann ich vielleicht meine neue 2017 Liste bis zum doppelten 2017 Buchpreisbloggen, das ich  wieder machen will, mehr oder weniger durchgelesen haben und ich kenne mich ein bißchen aus im österreichischen oder deutschen Literaturbetrieb, ganz egal, ob meine Kritiker mir das jetzt glauben oder nicht.

Weshalb die Herren Seesterne tragen

“Weshalb die Herren Seesterne tragen, weiß man bisher noch nicht, ist unter dem Bild zu lesen”, beziehungsweise steht es auf Seite  hundertsiebenundsechzig von Anna Weidenholzer zweiten Roman, der es auf die Longlist des dBps schaffte, mein sechstes LL Buch das ich jetzt lese und das dritte von österreichischen Autoren, beziehungsweise, das das vierte der sechs Frauenbücher, die es auf diese Liste schafften.

Die Buchpreisblogger haben es schon sehr fleißig besprochen und nennen es ein schräges Buch mit dem sie mehr oder weniger viel anfangen können, aber ich liebe die Sprache der 1984 in Linz Geborenen, deren literarischen Karriere ich ja schon von Anfang an, bei den berühmten “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede”, bei diversen Literaturzeitschriften, beim “Platz des Hundes”, im “MUSA” bei der “Priessnitz-Preisverleihung” und und mitverfolgen konnte und ein Veto habe ich auch einmal für sie eingelegt, aber da war ich nicht allein und “Der Winter tut den Fischen gut” wurde auch schon für den Leipziger Buchpreis nominiert.

Man sieht, Anna Weidenholzer hat eine Vorliebe für außergewöhnliche, man kann wahrscheinlich auch schräge Titel, sagen und eine für das Rückwärtsschreiben, wie die “Fische” beweisen.

Hier geht es von Kilometer zu Kilimeter zurück, von der Glücksforschung zu Frau und Heim  und die Sprache ist eine Mischung zwischen Alltäglichkeiten und künstlicher Verschraubtheit und darin ist Anna Weidenholzer auch eine Meisterin.

Für die “Fische”, die den Rückwärtsgang, der arbeitslos gewordenen Maria Berenberger beschreibt, hat Anna Weidenholzer, glaube ich, beim AMS recherchiert, hier wird sie es bei den Meinungsforschungsinstituten getan haben, den Karl Hellmann, ein pensionierter Lehrer, wie irgenwo einmal angedeutet steht, ist Glücksforscher. Wahrscheinlich hat er sich, um seiner Pensionsschockdepression zu entgehen, selbst dazu gemacht, hat das aber auch mit seiner Frau Margit so abgesprochen und dann ist er mit Fragebögen, die ihm sein Sohn Helmut besorgt hat, losgezogen, um das Glück der Menschheit, das sogenannte “Bruttonationalglück” zu erforschen.

Dazu steigt er in einem seltsamen Hotel, in einem schneelosen Ort, kurz vor Weihnachten ab, Anna Weidenholzer hatte, glaube ich, mal ein Aufenthaltsstipendium in Kitzbühl, vielleicht hat sie da schon ihre Forschungen betrieben, als er ankommt, ist er der einzige Gast, später kommt noch ein Paar dazu. Die Wirtin ist auch sehr seltsam, nämlich geizig und unfreundlich, rät immer zum Sparen, Heizung abbrehen, die Badewanne nicht benützen und hat einen Hund, das kennt man vielleicht schon von der ersten Geschichtensammlung, die oft als Roman bezeichnet wurde.

Der heißt Annemarie, eine Gästin hat ihn zurückgelassen, Karl freundet sich mit ihm an und dann zieht er los, seine M und Fs zu befragen, denn Karl nimmt seinen Auftrag ernst und will keine persönliche Bezieung zu seinen Probanden.

So macht er natürlich auch einige seltsame, Anna Weidenholzers Spezialität, Begegnungen, trifft einen Fleischhauer, der eigentlich Kapitän sein möchte, einen Holzspezialisten, der besonderen Vögeln die Flügeln abhackt, trifft Frauen, die sich von ihm nicht erforschen lassen wollen und erzählt, das alles auf seiner Reise zurück zu Margit.

Von “vierhundertneunundsechzig Kilometer” bis  “Ein Kilometer”, wird das in Kapitel beschrieben, die Zwischenunterschriften tragen und wenn man nach der Handlung oder den tieferen Sinn fragt, den gibt es wahrscheinlich nicht, aber das Leben ist ja als solches vielleicht auch nicht sehr sinnvoll und widersrpüchlich und vielleicht, könnte ich vermuten oder mich dabei auch sehr irren, hat Anna Weidenholzer das Schreiben ihrer skurillen Metaphern großen Spaß gemacht.

Ein Roman im klassischen Sinn würde ich das hundertneunzig Seiten, inzwischen bei “Matthes & Seitz” dem letzten “Buchpreisgewinner-Verlag”, erschienene Buch nicht nennen und da es, wie bei “Amazon” schon zu lesen ist, nicht den gängigen Merkmalen des klassischen Romaes von denen ja einige noch auf der Liste stehen, entspricht, wird es wahrscheinlich nicht auf die Shortlist kommen,.

Aber was weiß man schon genau, wer meinen Blog verfolgt sieht, daß ich mich da schon öfter irrte und dem Witzel hätte ich den “Buchpreis” vor einem Jahr wahrscheinlich auch nicht zugetraut.

Ich mag Anna Weidenholzer und ihren schrägen Realismus, denn das Glück ist ein Vogerl, die in dem Buch ja auch vorkommen und die kleinen Leute dieses Lebens, die arbeitslos gewordene Maria in den “Fischen”, der pensionierte Lehrer bei den “Seesternen”, haben auch Hoffnungen und Wünsche und Anna Weidenholzer leiht ihnen gekonnt ihre skurrilen Ideem und das mit den “Seesternen” steht in einer Zeitung, die Karl bei einem Wirtshausbesuch entdeckt und ist wahrscheinlich schon im Jahre 1900 geschehen.

Die österreichische Debut- und Buchpreislonglist

Hurrah, sie ist da die lange Liste des österreichischen Buchpreises und einen Debutpreis haben wir trotz “Alpha”, der seine Liste jetzt auch schon bekannt gegeben hat auch und ich kann mich auch hier ans Lesen machen, beziehungsweise mein Longlistenlesen fortsetzen und erweitern und dabei nicht hoffentlich in zu großen Streß geraten, denn in meinen Badezimmer häufen sich ja schon die deutschen Longlistbücher, wo auch ein paar österreichische dabei sind, es aber nur eine einzige Überschneidung gibt und ausgerechnet die, liegt nicht dabei.

Daß es neben dem “Alpha” auch einen österreichischen Buchpreis gibt, das haben sich, glaube ich, die Autoren gewünscht, die schon mehr als drei Bücher haben und vielleicht nicht auf der deutschen Liste stehen.

Der “Hauptverband” hat zuerst  abgewinkt, dann hat es plötzlich doch einen “doppelten Buchpreis” gegeben, der genau, wie der deutsche bei der Frankfurter, bei der “Buch-Wien”, also ein Monat später verliehen werden wird.

Das bringt mich in Lesestreß, was aber nicht sehr viel macht, denn ich bin ja eine schnelle Leserin und so denke ich, daß ich im November mit allen fertig sein werde. Und jetzt mal sehen was überhaupt auf dieser Liste steht?

Bei der Deutschen, wo ich mir ja schon ein paar Wochen vorher meine Gedanken machte, was darauf stehen könnte und es  auch einige Blogs gab, die ihre Vorschläge veröffentlichten, bin ich ja komplett reingefallen, denn kaum eine Übereinstimmung, absolute Überraschung, wenn ich auch mit dem Ergebnis inzwischen sehr zufrieden bin.

Bei der österreichischen war es anders, da haben meine Prognosen so ziemlich zugetroffen und es gibt  nur ein paar Überraschungen und mir gänzlich unbekannte Bücher eigentlich überhaupt nicht.

Ich habe im Sommer, wenn ich das so sagen darf, durch Alfreds Altersteilzeit, aber ein intensives Buch- und Debutpreistraining genossen, in dem ich ziemlich regelmäßig zu den O-Tönen ging und einiges was ich da hörte, steht auch darauf.

Ich hätte mir ja und würde sie da auch für den Preis vorschlagen, die Friederike Mayröcker sehr gewünscht, dann habe ich wieder Glavinic, Köhlmeier, Gstrein gesagt und auch Sabine Gruber und, daß Anna Migutschs “Annäherung” daraufstehen könnte, darauf hat mich ja Günter Kaindlsdorfer in einer seiner literarischen Soireen gebracht.

Dann hätte ich persönlich mir noch Julya Rabinowichs “Krötenliebe” gewünscht und weilt der östBp kein reiner Romanpreis ist, habe ich auf Ann Cottens Versepos getippt.

Habe ich schon zehn Vorschläge? Nein, zwei fehlen noch, da hätte ich mir schon Andre Hellers “Süden” vorstellen können oder  Friederike Gössweiners “Traurige Freiheit”, weil ich das Buch im Harland ja über den Bett liegen habe. Oder ist das ein Fall für den Debutpreis? Ja, ich hätte eher daran gedacht und dann noch an Petra Piuks “Lucy fliegt  und natürlich auch an Katharina Winklers “Blauschmuck”, die auch auf der “Alpha Liste” steht und bei der ich mir vorstellen kann, daß sie den Debutpreis gewinnt.

Wieviel Treffer habe ich, werden meine Leser fragen? Sechs, Freunde, so unbedarft bin ich also  doch nicht, auch wenn ich ein paar Fall und Beistrichfehler mache und angeblich zu wenige Absätze setze.

Eine Überschneidung gibt es auch, Reihard Kaiser Mühlecker steht auf beiden Listen, und Gstrein und Glavinic sind nicht darauf gekommen un,d um jetzt nicht unverständlich zu werden,

Michael Köhlmeiers “Das Mädchen mit den Fingerhut” steht darauf.

Dann Kathrin Rögglas “Nachtsendung”

Peter Waterhouse “Die Auswandernden”

Daniela Emmingers “Gemischter Satz”

Sabine Grubers “Daldossi oder Das Leben des Augenblicks”

Peter Henisch “Suchbild mit Katze”

Anna Mitgutsch “Die Annäherung

Anne Cotten “Verbannt”

Friederike Mayröckers “fleurs”

und bei den Debutbüchern:

Sacha Batthyany “Und was hat das mit mir zu tun?”

Das ist bisher eher an mir vorbei gegangen, obwohl der Alfred ihn, glaube, ich in Leipzig fotografierte.

Dann Friederike Gösweiner und Katharina Winkler.

Eine schöne Mischung denke ich, die Verlage habe ich angefragt und werde, während ich darauf warte, ob der Reinhard  Kaiser Mühlecker doch noch zu mir kommt, mit dem Lesen des neuen Buchs der Anna Weidenholzer, die es nicht auf die Öst geschafft hat beginnen, Hans Platzgummers am Rand und Eva Schmidts “Ein langes Jahr habe ich schon gelesen” und nun zum deutschen, auch das österreichische Buchpreislesen dazunehmen und darüber bloggen.

Dazwischen werde ich mir auch die hundertfünfzig “Ohrenschmaus-Einreichungen”, die gestern gekommen sind, durchschauen, denn die “Ohrenschmaus-Preisverleihung” gibt es ja heuer im Rahmen der “Buch-Wien”, wo am Freitag auch eine Diskussion stattfindet, wo ich mehr oder weniger unbedarft mitdiskutieren darf.

Bezüglich des dBp gibt es ja die offiziellen und die inoffiziellen und dann noch einige andere Blogger, die mitlesen und über die Bücher berichten, in Österreich dürfte ich ziemlich alleine sein.

Ich habe zwar vor einigen Monaten den Hauptverband angeschrieben und ihm von meinen Vorhaben informiert, aber keine Rückmeldung bekommen.

Aber die Verlage habe ich jetzt angeschrieben. Mal sehen, was da an Rückmeldung kommt? Sonst werde ich auf jeden Fall, wenn ich wieder nach Harland komme, das Buch der Friederike Gösweiner holen und heute werde ich  zu zur Erstpräsentation von  Sandra Schöthals Satire über das Älterwerden “Shades of  Fifty – Wenn kein Hahn mehr nach dir kräht” zum “Thalia” auf die Mariahilferstraße gehen.

Mal sehen, ob ich da das österreichische Longlisten Probeheftchen bekomme, denn das kann ich ja auch versuchen extra zu besprechen, da ich da ja schon ein etwaiges Vorwissen habe, wird mir das vielleicht auch gelingen und zum Geburtstag kann ich mir, wenn mich jemand fragen sollte, die fehlenden Exemplare wünschen.

Also, lesen, lesen, Freunde und über eine Diskussion und einen Austausch bezüglich meines österreichischen und auch deutschen Buchpreisbloggen wäre ich sehr interessiert  und wenn wir schon bei den fehlenden aber angedachten Büchern sind. Karin Peschkas “FanniPold”, das auch nicht darauf steht, habe ich bei “Otto Müller” inzwischen auch angefragt.

Und die Shortlist, auf der dann fünf Bücher stehen wird, wird am elften Oktober bekanntgegeben. Mal sehen, was ich  dann schon gelesen habe und wieviel Aufmerksamkeit der österreichische Buchpreis bekommt?

 

Der Weg der Wünsche

Nun kommt Buch fünf der dBp LL, ich muß schnell lesen, bevor die österreichische Liste bekannt gegeben wird, durch die ich mich ja auch wühlen möchte.

“Der Weg der Wünsche” des 1963 geborenen Akos Domas, der mit Vierzehn mit seinen Eltern über Italien und England nach Deutschland emigirierte, ist, wie ich in diversen Blogs gelesen habe, die “enttäuschende Variante”, der erwartetenden “Flüchtlingsbucher”, denn diese Flucht aus Ungarn, die hier beschrieben wird, ist vierzig Jahre her und wahrscheinlich mit den heutigen Flüchtlingsdramen und dem politischen Geschehen, um die Frau Merkel und den Herrn Hofer, nicht so wirklich zu vergleichen.

Trotzdem für mich interessant, denn ich interessiere mich ja für die ungarische oder von Ungarn geschriebene Literatur und Akos Doma ist auch als Übersetzer tätig und ich habe von ihm noch nie etwas gehört, habe ich geglaubt und dann Samstag Nacht, als ich in meiner Panik, das alles nicht zu schaffen, die ungelesen bleibenden 2016 Bücher aus dem Badezimmer räumte, die alte Leseliste löschte und aus Platzmangel einen Teil der aktuelleren Bücher für 2017 wieder hineinräumte, fiel mir plötzlich der Name Akos Doma ins Auge, denn vor einigen Monaten bin ich wohl nach einem Buchhändler oder Rezensenten zum “Wortschatz” gekommen und da stand neben Petra Hartlibs “Wunderbarer Buchhandlung” auch “Die allgemeine Tauglichkeit” eines Akos Domas darin.

Der deutsche Buchpreis sorgt also immer wieder für Überraschungen und es war, wie auch schon Marina Büttner, die das Buch schon gelesen hat, schrieb, ein leicht und schnell zu lesendes Buch, das zu den Geburtstagsfeierlichkeiten einer Budapester Familie im Jahre 1972 oder so hineinführt.

Die Torte wird schon angeschnitten, alle warten auf den Vater Karoly, der den Kindern Bori und Misi eine Überraschung versprochen hat.

Die ist ein Hund mit Namen Krapek und während sich die  Kinder, der achtjährige Misi, die fünfzehnjährige Bori, die von ihrer Großmutter einen Talismann, ein Pfauenauge geschenkt bekommt, noch darüber freuen, schmieden die Eltern schon Fluchtpläne.

Denn die Mutter soll nach dem Sommer nicht mehr an ihr altes Institut zurück können, sondern irgendwohin in die Pampa versetzt werden, der Vater der in Deutschland gearbeitet hat, schwärmt von einer Anstellung dort und so fahren sie mit vollgepackten VW-Käfer, an den Plattensee vorbei. Daß man nie lügen soll, ist auch ein Thema des Buches, alle nehmen sich das vor, doch die politischen Umstände erlauben es nicht.

So geht es nicht an den Plattensee, sondern nach Jugoslawien und von dort über die italienische Grenze in ein Flüchtlingslager, wo es Ratten und schmierige Wände gibt, so geht die Mutter, die etwas Italienisch spricht zum Diretttore, dem Lagerleiter, um bessere Umständie für die Familie und Ausreisepapiere zu bekommen.

Das kostet natürlich etwas und die Mutter ist schließlich bereit den Preis zu zahlen, der fünfzehnjährigen Tochter wegen, die ihr Sorgen macht, denn sie verschwindet nachts und auch sonst zu einem Atila, und der, stellt sich später heraus, war von der ungarischen Staatsicherheit und sollte das Mädchen nach Jugoslawien zurückbringen, damit die Familie ihr folgt.

Sie war auch schon auf dem Schiff, der in einem Abfalleimer eines römischen Cafes  gelandete Talismann, rettete sie aber daraus und der kleine Misi plaudert in der Nacht in dem Zimmer, wo alle schlafen, auch noch das Geheimnis aus, was er im Zimmer des Direttore gesehen hat. Das führt zu Komplikationen, als die Familie dann über den Gotthardpass in das ersehnte Deutschland fahren will, aber, wenn man davon ausgeht, daß der Roman, ein Teil des Erlebten seines Autors ist, ist die Flucht wohl geglückt.

Marina Büttner fragte sich, wieder sehr kritisch, warum es auf die Longlist kam?

Nun die geschilderte Flucht ist nicht sehr aktuell, der Stil trotz Rückblendungen eigentlich linear, aberg enau und gründlich und experimentell, was mir sehr angenehm ist, ist es auch nicht, denn ich habe mich, in den Zeiten, wo wir regelmäßig mit der Schwiegermutter nach Bük ins Bad zur Wellness fuhren, ja für die ungarische Literatur sehr interessiert.

Dieses Interesse ist geblieben und von einer Flucht aus Ungarn nach Österreich, die allerdings noch zwanzig Jahre früher erfolgt ist, habe ich ja bei meinem letzten Ungarnaufenthalt gelesen.

Und jetzt gehts ans Lesen der Anna Weidenholzer, die, wie ich inzwischen erfahren habe, nicht auf die öst. Buchpreisliste kam.