Von den IG-Autoren zum Kuba-Sommerfest am Pfingstwochenende

Die letzten zwei Jahre war ich ja nicht bei der GV der IG-Autoren. 2020 gab es wahrscheinlich keine und 2021 mußte man mit Maske und 2G etcetera, antreten. Da waren dann glaube ich nur fünfzehn Leute anwesend, die sich mit Maske und Impfausweis hineingesetzt hätte. Es ist aber oder in den Vorstandssitzungen eine Statutenänderung beschlossen worden und die wurde nun in einer außerordentlichen Generalversammlung mit vier Tagesunkten eben der Besprechung und Abstimmung der Änderung die, die Geschäftsordnung und die Statuten betrafen.

Gerhard Ruiss hat dann noch ein bißchen was zu den Plänen der nächsten Zeit erzählt und da ist die Leipziger-Buchmesse 2023 interessant, die im April stattfinden wird und da wäre Österreich das Gastland und das betrifft auch die IG-Autoren, die da einen noch größeren Stand und einige Aktionen haben werden.

Um elf hat die Versammlung angefangen. Es waren weniger Leute als sonst dabei. Ich habe die Elfi Resch gesehen, die ich ja auch gestern im Werkl getroffen habe, die Ruth, die Christl Greller, die Sylvia Treudl, die Margit Hahn, Peter Paul Wiplinger, der, glaube ich, zum Ehrenvorstandmitglied ernannt wurde und noch einige die ich nicht kenne.

Erika Kronabitter war auch da und die hatte mich auch zu einer Lesung in einer Gartenbuchhandlung am Flötzersteig eingeladen. Aber am Nachmittag war auch das Sommerfest der österreich-kubanischen Gesellschaft, wo der Alfred hinwollte und Flötzersteig wäre auch ein bißchen weit, obwohl ich zu meinen Steinhof Supervisionen auch immer zu Fuß gegangen bin.

Aber vorher gab es noch ein gemeinsames Essen in der Neubaugasse. Mittagessen kann man nicht sagen, denn es war um vier angesagt.Die Sitzung hatte um elf begonnen. Wir waren schon nach halb drei fertig. Es hat aber länger gedauert bis die Bestellungen aufgegeben waren.

Ganz früher in den Neunzigerjahren fand am Samstag nach der GV immer ein Essen in der “Goldenen Glocke” in der Kettenbrückengasse statt, das nicht mehr im Betrieb ist. Dann gabs immer ein Würstl- und Käsebuffet. Aber das Literaturhaus hat noch die Corona Regeln, wo es nur Kaffee und Getränke in verschlossenen Behälter gab.

Warum weiß ich nicht wirklich, weil es ja schon Veranstaltungen mit Wein und Buffet gibt. Aber die großen Häuser haben offensichtlich ihren Corona-Regeln und so war es im Literaturhaus auch sehr kalt, weil die offenbar vorgeschriebene Klimaanlage sehr abkühlte und das ist eigentlich nicht sehr umweltfreundlich, wie auch die Müllberge, die das Impfen, Testen, die Masken und das gelieferte Essen erzeugen, sicher ein Problem darstellen, über das sich eigentlich die Umweltministerin Gedanken machen sollte. Man hört aber nicht viel darüber.

Aber zurück zur “Goldenen Glocke” und zum verspäteten Mittagessen. Ich habe Plejskavica genommen und bin dann in die Seisgasse gegangen, wo schon das Zelt aufgestellt war und ich einige Bekannte getroffen habe. Literarisch war es nicht so sehr, aber interessant zu plaudern und sich zu unterhalten und so bin langsam in das Pfingstwochenende gerrückt und da werden wir morgen zuerst nach Harland fahren und dann mit dem Rad zum Pfingstfest nach Nußdorf an der Traisen. Hoffentlich hält das Wetter aus und das wäre dann mein heuriges Pfingstprogramm, das diesmal normaler, als das der letzten zwei Jahre sein wird, seien wir gespannt.

“Geh!” – Eine Text-Sound-Collage

Diese Woche habe ich ein Mail von Judith Gruber-Rizy, von der ich schon länger nichts gehört habe, die mich zu einer interessanten “Zwei Oberösterreicher in Wien-Veranstaltung” aufmerksam machte, wo ich zuerst an meinen Blog dachte, weil ich ja schon einige Veranstaltungen so bezeichnet habe. Aber Kurt Mitterndorfer, den ich sowohl beim “Tag der Freiheit des Wortes” als auch bei der “Lyrik im M..b” hörte, wo er sich beide Male sehr für die syrischen Flüchtlinge einsetzte und meinte, daß die gegenüber denen aus der Ukraine diskriminert wären, weil er seit 2015 ehrenamtlich in einen diesbezügliche Verein arbeitet und jetzt eine Text-Sound-Collage mit Chris Herman im “Werkl am Goethehof,wo ich zweimal gelesen aber jetzt Pandemie bedingt länger nicht gewesen oder aus dem Verteiler herausgefallen bin, ist sicher interessant, aber der Weg in den Goethehof, dort, wo der “Kaisermühlenblues” gedreht wurde, ist sehr weit und in Wien kann man immer noch nicht ohne Maske mit der U-Bahn fahren. Das habe ich der Judith Gruber ,gemailt und gedacht daß ich zum “Slam-B” ins Literaturhaus gehen werde, war dann aber unsicher, weil da sind ja sehr viele Leute. Vielleichts gibts da Sonderregelungen und dann ist mir eingefallen, ich könnte mit dem Alfred im Auto hinfahren.

Das wäre dann ein Nebeneffekt, statt der Öffis mit dem Auto fahren, obwohl ja die Spritpreise angestiegen ist und man das in Wien eigentlich nicht soll und wir fahren auch kaum in Wien damit, sondern immer nur nach St. Pölten hinaus.

Aber wieder eine Ausnahme und es war eine schöner Abend und die Collage mit den Sounds von Chris Herman war dann sehr interessant. Es gab auch eine Videoprojektion, wo man gehende Füße gesehen hat, und “Geh!”, steht auf der Einladung “schildert, was im Kopf eines Mannes auf seinem Weg von Damaskus durch Syrien in die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Ungarn nach Österreich vorgeht”. Ich habe gar nicht gewußt, daß es Menschen gibt, die wirklich den ganzen Weg zu Fuß gehen oder gegangen sind und habe da eher an die Bootsflüchtlinge gedacht, wo ja viele untergehen und nie ankommen.

Aber offenbar gibt es solche, denn eine Frau aus dem “Werkl” hat von einem Kellner erzählt, der jetzt alles mit dem Taxi fährt, weil er sich nicht mehr diese Zeit erinnern will und ich habe in “Sommererlebnissen” ja auch eine Flucht aus Damaskus geschildert und früher einmal für den Primar Soukop die Asylwerberdiagnostik gemacht, das war aber vor 2015, da habe ich eher Tschetschenen getestet.

Sehr beeindruckend, obwohl die Syrienflüchtlinge inzwischen fast aus den Köpfen verschwunden und durch den Angriffskrieg auf die Ukraine ersetzt werden und da jetzt die Frauen mit den Kindern zu uns kommen.

Die Collage mit den eindrucksvollen Sätzen, die er, Kurt Mitterndorfer erzählte, von den von ihm Betreuten so erzählt bekommen hat, hat cirka eine Stunde gedauert und die “Erinnerungen, Ängste, schrecklichen Erlebnisse,” das was einem so durch den Kopf geht, wenn man drei Tage und drei Nächte ununderbrochen vor sich hingeht, waren sehr beeindruckend. Man geht und geht, hinter einem eine Frau und irgendwann merkt man, sie ist verschwunden. Man traut sich nicht, um essen zu betteln und wenn man endlich angekommen ist, ist man erschöpft oder krank. Ein interessanter Abend, der allen Rechten die sich gegen die “Übervölkerung” aussprechen sehr zu empfehlen ist. Interessant ist auch, daß der neue Innenminister heute eine Pressekonferenz gegeben hat, wo er sich gegen die Schleppertätigkeit aussprach, die ja einige tausend Euro von den Flüchtlingen auspressen und das hat Kurt Mitterndorfer auch thematisiert, wie da die Leute ausgenommen wurden.

Jetzt bin ich wieder im Verteiler. Vorläufig kann ich nur mit dem Auto hinfahren, wenn ich nicht gehen will, das wären wahrscheinlich zweimal zweieinhalb Stunden, also eigentlich zu schaffen, obwohl meine Kondition in den zwei Jahren Pandemie gelitten hat und ich die erst wieder aufbauen muß.

Trotzdem habe ich mich schon im September für einen Open Mike angemeldet. Da kann ich fünfzehn Minuten warhschienlich aus einem meiner Covid-Bücher lesen und kann nur hoffen, daß im September nicht schon das neue Virus angekommen ist, so daß man noch ohne Maske lesen darf und für die Poetnieght im Oktober, glaube ich, im Weinhaus Sittl habe ich mich auch schon angemeldet und wer wissen will, wie es mir mit meinem Sozialkredit-Text geht, muß ich sagen, daß ich derzeit feststecke und schon zum dritten Mal, die viereinhalb Szenen, die ich habe, korrigiere, weil ich nicht weiß, wie es weitergeht und über was ich eigentlich schreiben will?

zuAber vielleicht fällt mir noch ein pappiger Plot ein. Das wäre wünschen und da nehme ich auch Empfehlungen gern entgegen, die darüber hinausgehen, daß ich einen Rechtschreibkurs besuchen soll. Daß ich aber solange mir nichts einfällt, mich in Kurzgeschichten versuche, daran habe ich schon vor dem Uli gedacht und das schon vor einigen Jahren praktiziert.

Kleine Formen

So hat Annalena Stabauer heute die beiden Bücher, eines von “Ritter” eines von “Klever”, die in der “AS” präsentiert wurden, vorgestellt. Keine Formen in zwei experimentellen Verlagen erschienen und als erstes stellte der 1949 geborene Gerhard Jaschke, der “Freibord-Herausgeber” und langjähriges GAV–Vorstandsmitglied sein “wie nie danach” vor, das sind alphabetisch geordnete Kurztexte von A-bis Z, die in der Pandemie geschrieben, diese was mich sehr überraschte und auch freut, auch zum Thema hatte “Zuerst die Mülltrennung, dann das Rauchverbot, jetzt Ausgangssperren und Maskenpflicht, wo gehen wir da hin?”, oder so ähnlich und dann ging es auch um die “Frankfurter-Buchmesse” und deren “Auf und Abbau”, um beim Buchstaben “A” zu verbleiben. Es ging um James Joyce und um Ilse Kilic, Gerhard Jaschkes Literaturvorlieben, wie Annalena Stabauer im Gespäch thematisierte und Gerhard Jaschke betonte die Einladungen, die er sowohl vom “Fröhlichen Wohnzimmer”, als auch Lukas Cejpek der im Publikum saß, bekomm, sich an deren Anthologien zu beteiligen.

Wie hat er die Pandemie empfunden, fragte Annalena Stabauer weter und Gerhard Jaschke meinte, das hätte ihn nicht so sehr tangiert, weil er sowieso, er hat vor ein paar Jahren einen Schlaganfall gehabt, seine Wohnung kaum mehr verläßt. Es ist der dritte Band nach “Gemischte Freuden-Sätze” und “Geliehene Leben-Nachsätze” und das führte zu der Frage, wie es zu dem Buchtitel und der Textreihenfolge kam.

Dann kam der 1948 im Kanton Zürich geborene Urs Allemann, der 1991 mit seinem “Babyficker” beim “Bachmann-Preis” Aufsehen erregte. Jetzt geht es um die “Carruther-Variationen” und da wird in sechzehn Teilen mit dem Satz “Ich hatte den alten Carruther mit dem Spaten niedergeschlagen” und in der ersten Variation geht es einunddreißigmal, um diesen Satz und ich weiß nicht, wie lange es dauerte, bis ich mir dachte, daß ich das eigentlich nicht hören will.

“Das ist auch Literatur!”, habe ich am Ende zur Ruth gesagt, die auch nicht klatschte und ebenfalls ziemlich betropitzt drein geschaut hat und das in Beziehung zu meinen Freund Uli gesetzt, der sich wieder einmal über meine Sätze aufgeregt hat, die bei ihm angeblich Schüttelfrost auslösen würden. Das löste offenbar nichts aus und Annalena Stabauer moderierte auch sehr freundlich und eines muß ich dem Autor lassen, daß er seine Sätze großartig vorgetragen hat. Manchmal hat er dabei geschrien, da bin ich dann zusammengezuckt und Urs Allemann erzählte, daß er sich zehn Jahre lang mit den Variationen beschäftigte und froh war, daß er den Carruther endlich beerdigen konnte. Auf die Idee ist er in der Toskana gekommen, durch das Buch “Der dritte Polizist”, wo ein ähnlicher Satz enthalten ist und in diesen zehn Jahren hat er nichts anderes, als das schreiben können und als jemand einen Text für eine Tier-Anthologie haben wollte, hat er eine Fabelfigur erfunden und, die als zweite Variation eingebaut.

Nach dem Gespräch kamen noch drei andere Textteile und die Ruth hat das Ganze, als eine Mißbrauchsphantasie interpretiert. Soweit will ich nicht gehen, sondern mir ganz friedlich die Frage stellen, warum Literatur beklatscht wird, die so gewaltsam ist? Da wird mit der Sprache gespielt. Jawohl, es gibt Sonette und andere Textteile und am Schluß eine Litanei, die mir bekannt erschien und alle sitzen gebannt da, hören zu und klatschen. Der Autor hat auch sehr sympathisch ausgesehen. Das ist also Literatur, meine nicht. Das Leben ist sehr widersprüchig, die Literatur ist es offenbar auch.

Sabine Scholls Festrede auf Elfriede Gerstl

Noch einmal Sabine Scholl ,obwohl ich sie ja schon am Montag live und am Dienstag per Stream in der “Alten Schmiede” hörte und diesmal hat sie die Festrede auf die 2009 verstorbene Elfriede Gerstl gehalten, die am 16 . Juni, einen Tag nach dem dritten Geburtstag meiner Enkeltochter Lia, neunzig geworden wäre und die Festrede “Autorinnen feiern Autorinnen”, wo eine Autorin eine verstorbene Kollegin würdigt, hat Julia Danileczyk eingeführt, als sie das Literaturreferat der Stadt Wien übernahm. Da hat Marlene Streeruwitz Berta von Suttner gewürdigt, der Eröffner hat auf ein Glas Wein eingeladen, das es nicht gegeben hat, während unten im Hof ein großes FPÖ-Fest gefeiert wurde, zu dem umgeleitet wurde und Marlene Streeruwitz, die Couragierte hat dazu aufgefordert, sich den Wein dort zu holen, aber ich habe mich das nicht getraut, die Security hätte mich wahrscheinlich auch abgehalten.

Dann hat Marlene Schachinger Betty Paoly gewürdigt, 2016 die inzwischen verstorbene Ruth Klüger Marie von Ebner Eschenbach, Juia Rabinowitsch hat Mela Hartwig gewürdigt, 2018 Petra Ganglbauer Jeannie Ebner, 2019 Margit Schreiner über Caroline Pichler, da hat es dann schon Wein gegeben und 2019 auch vorher ein Symposium mit einem Buffet. Dann kam Corona und ich war weg vom Fenster, so habe ich Bettina Balaka über Eugenie Schwarzwald versäumt und Teresa Präauers Rede über Ilse Aichinger, die da ja hundert wurde.

2022 am Tag, wo die Maskenpflicht in den Supermärkten gefallen ist, war alles wieder normal und Julia Danilcyck hat bei der letzten Wien-Reihe schon auf die Veranstaltung hingewiesen und bei der “KritLit”, als sie die eröffnet hat, noch einmal, also wieder eine Festrede und diesmal auf Elfriede Gerstl , die ich ja gekannt habe und die ich sehr mag und auch schon bei sehr vielen diesbezüglichen Veranstaltungen gewesen ist, ich würde fürs nächste Mal Else Feldmann empfehlen und Friederike Mayröcker, die ja im letzten Jahr gestorben ist, kommt wahrscheinlich auch mal dran, denn die war eine sehr erfolgreiche Dichterin, während die 1932 geborene Elfriede Gerstl, die Tochter eines jüdischen Zahnarztes, von dem sich ihre Mutter aber bald scheiden ließ und die sich dann während des Holocaust verstecken mußte, die Diskrimierung und die Mißachtung schon sehr früh erlebte. So hat sie, glaube ich, die Wiener Gruppe nicht sehr anerkannt, in Berlin, wo sie offenbar einige Zeit lebte, fühlte sie sich nicht wohl und als sie einmal, um eine Gemeindewohnung ansuchte, hat ihr ein Beamter erklärt, daß man auch im Kaffeehaus schreiben kann.

Sie war dann mit Gerald Bisinger eine Zeitlang verheiratet, hat später in der Kleeblattgasse gewohnt, Herbert j. Wimmer war ihr Lebensmensch., 1999 hat sie sowohl den “Fried-” als auch den “Trakl-Preis” erhalten. Elfriede Jelinek hielt eine Laudatio und “Droschl” hat nach ihren Tod eine Gesamtausgabe ihrter Werke herausgebracht. So bin ich die Stufen in den Wappensaal hinter Anette Knoch und Henrike Blum hinaufgegangen, habe dann gleich die Ruth getroffen, die sich wunderte, daß so wenig GAV-Kollegen gekommen wäre. Ein Eindruck ,den ich nicht teilte, denn ich habe mich über die vielen bekannten Gesichter gewundert, Bettina Balaka war da, Michaela Hinterleitner, Klaus Haberl, Theodora Bauer, Helmut Peschina und und und.

Die Angela und der Josef, die ich eigentlich erwartet hätte, waren nicht da.Vielleicht haben sie nichts von der Veranstaltung gewußt. Barbara Novak hat eröffnet und die Kulturstadträtin entschuldigt, die in Sachen Festwochen unterwegs war. Der Bürgermeister war auch nicht da, aber der ist noch nie zu der Veranstaltung gekommen und Julia Danielczyk hat in ihrer Festrede auch sehr viel über Elfriede Gerstl erzählt und Sabine Scholl die unentwegte hat sich auf den “Kleiderflug” bezogen. Das ist ein Langgedicht an Hand dessen man die Biografie, der immer sehr modisch gekleideten kleinen Frau, die die Kaffeehäuser und die Straßen Wien sehr frequentierte, gut nachvollziehen kann.

Sie hat Kleider gesammelt und ich habe sie einmal in ihr Depot in der Kettenbrückengasse bekleidet und einmal hat sie mich auch auf ein Fest mitgenommen, zu dem ich, weil ich ein noch größerer Außenseiter des Literaturbetriebs bin, keine Einladung hatte. Enmal hat sie bei meinem Geburtstagsfest gelesen und sie war sicher eine sehr interessante Rand- oder besser Kultfigur mit ihren Textkrüml des Literaturbetriebs.

Nachher gab es, was mich auch sehr freute, wieder den Wein, denn bei der “Wien-Reihe” und auch im Literaturhaus gibt es denm glaube ich, noch nicht. Ich habe mich mit Kaus Haberl, der Ruth, Eva Dithe und noch ein paar anderen unterhalten. Eine Publikation im “Mandelbaum-Verlag” und einen Abdruck der Festrede in der “Furche”, die aufgelegen ist, hat es auch gegeben und der Alfred hat inzwischen den Otto getroffen, der ein Zeitlang mein literarischer Verstärker war,getroffen und Franz Schuller, ein ehemaliger Freund von ihm, der aber auch im Kulturamt tätig ist, war auch anwesend.

Literatur und Klasse

Ein interessantes Thema, da gab es ja einmal, glaube ich, so einen Artikel “Lassen sie mich durch, ich bin Arztsohn!”, wo es darum ging, daß Personen aus Bildungsschichten leichter Aufnahme in den Lteraturinstituten finden und Sabine Sholl, die “Priessnitz-Preisträgerin” und Mitbegründerin der Hochschule für Sprachkunst hat zu diesem Thema eine zweiteilige Veranstaltung in der “AS” geplant und ich die ich ja aus einer Arbeiterfamilie stamme, wie ich immer sage, obwohl mein Vater, glaube ich, gelernter Buchhalter war und bis zu seiner Pension in der WGKK in der Statistikabteilung arbeitete, die Mutter war gelernte Stickerin hat später als Kindergartenhelferin, eine Zeitlang auch als Bedienerin gearbeitet, kann das auch bei mir nachvollziehen, obwohl ich nach der Hauptschule die sogenannte “Knödelakademie” besuchte und dann Psychologie studierte.

Da kann ich mich auch an einen Dialog mit einer Mutter einer Schulkollegin erinnern, die meinte, daß ich ja meinen “Doktor” auch heiraten könne. In der Unterschicht ist das nicht so einfach. Ich habe ihn aber selber gemacht und empfinde mich jetzt mit fast siebzig, eher klassenlos und in den Lteraturbetrieb habe ich es leider nicht geschafft, weil ich wahrscheinlich zu schüchtern war oder noch immer bin, keine Beziehungen habe und außerdem bezüglich der Rechtschreibung ein wenig rebellisch bin und das ist wahrscheinlich ein Problem, denn die im Verlag, die ja in fünf Minuten auf der ersten Seite entscheiden müßen, stolpern wahrscheinlich über das erste scharfe “ß”.

Ist halt so, da ich im nächsten Jahr fünfzig Jahre Matura und fünfzig Jahre literarisches Schreiben feiern werde, Freunde freut auch schon darauf, ist mir das inzwischen egal. Ich habe meine fünfzig oder so selbstgemachte Bücher, bald vierzehn Jahre meinen Blog, merke aber, jetzt kommen die jungen Frauen, die eine Literaturzeitschrift “P.S politisch schreiben” gründen oder Romane über ihre “Migra-Vergangenheit” schreiben und einen Verlag finden.

Sabine Scholl, die erwähnte, daß sie auch aus einer bildungsfernen Schicht stammt, hat daraus einen Themaabend gemacht und sich da zuerst mit Renee Gadsen, die ich von der “Schule für Dichtung” kenne, über dieses Thema unterhalten oder eigentlich mit ihr über ein Buch der 1952 in Kenntucky geborenen Lteraturwissenschaftlerin bell hooks, die sich mit antirassistischer feministischer kapitalistischen Ansätzen beschäftige.

“Die Bedeutung der Klasse” heißt das Buch, das schon vor zwanzig Jahre erschienen ist und das mit Renee Gadsden, die wie sagte, in New York in einer eher bürgerlichen Familie aufgewachsen ist, immer noch sehr aktuell ist, als ob es heute geschrieben worden wäre und die Schwarzen ohne Bildung haben es schwer. Noch mehr die armen Weißen und so versuchen alle mit Bildung aufzusteigen und verdrängen dann wohl die anderen “Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn!” oder die schreiben halt “daß” mit zwei “ss”, wenn sie sich an der Hochschule für Sprachkunst bewerben. Falsch nicht alle, Tomer Gardi hat das nicht getan. Aber der hat sich dort, glaube ich, auch nicht beworben, sondern beim “Bachmann-preis” “Broken German” gesprochen und damit den “Leipziger-Buchpreis” gewonnen.

Danach gab es zwei Lesungen von jungen Frauen mit Migrationeshintergrund, die beide, Zufall oder nicht, ihre Bücher bei “Residenz” verlegten, die erste war die in Wien geborene aber offenbar aus einer polnischen Familie stammende Kaska Bryla, die “PS-Politisch” schreiben gegründet hat und die ich bei der Krilit kennenlernte. Ihr zweiter Roman heißt “Der Eistaucher” und da geht es um “Migras”, wie es Kaska Bryla nannte, die eine katholische Privatbschule besuchen und es da mit der einheimischen Elite nicht so leicht haben. Die zweite war die 1980 in Belgrad in geborene Barbi Markovic“, die seit 2006 in Wien lebt, auch beim “Bachmann-Preis” las und glaube ich beim “Alpha” mit ihren “Superheldinnen” gewonnen hat, den “Priessnitz-Preis” bekam und deren “Verschissene Zeit” die vorgestellte wurde, ich gelesen habe. Darin wollte sie sich an Neunzigerjahre, die in Belgrad sehr kriegsgeprägt waren, erinnern und darin wird ja sehr geschimpft.

Dann wurde darüber diskutiert. Aber beide junge Frauen haben ja studiert und ihre Klasse, wenn sie sich überhaupt in einer schlechten befanden, erfolgreich überwunden und am Dienstag ging es dann mit der “Autosoziobiografie” weiter, die Sabine Scholl mit Eva Schörkhuber, die ja auch bei “PS -Politisch schreiben aktiv ist , an Hand der Bücher von Anke Stelling und Annie Ernaux diskutierten.

Auotsoziobiographie ein Begriff, der mir bis daher fremd war. Es geht, um die Probleme, die man hat, wenn man vom Land in die Großstadt kommt und da nicht genau weiß, wie man sich verhalten soll, ob man den Apfel schälen oder hineinbeißen soll?

Da denkt die Psychologin es mangelt am Selbstbewußtsein, denn wenn ich das habe ist es egal, ob ich mit Konsalik-Büchern Deutsch lernte oder nicht. Aber da hat man wahrscheinlich nicht, wenn man aus der Unterschicht kommt und aufsteigen will und Sabine Scholls Credo war, glaube ich, zu zeigen, wie wichtig Bildung ist, daß man die Schichten überwindet.

Dann gab es das Beispiel, wo ich wieder an Tomer Gardi dachte, von einem Franzosen, der bewußt “schlechtes” Französisch verwendete und Iris Radisch, die das Buch dann rezensierte hat das nicht verstanden und das Buch heruntergemacht, weil sie von Büchern die perfekte Sprache erwartet und da sehe ich mich mit meinem “Die Rechtschreibung und die Grammatik ist egal! und dann werde ich beispielsweise im Blog heruntergemacht, weil ich Rechtschreibfehler habe.

Daran schließt sich die Frage, wer über was schreiben darf? Eine Heterosexuaeller nicht über Transgender, wie ich ja hörte als ich “Paul und Paula” geschrieben habe, eine Weiße darf keine Dreadlocks haben und hat sie sie wird sie bei gewissen Veranstaltungen nicht mehr eingeladen und da sind wir wieder bei den Vorurteilen, die es ja, glaube ich, zu überwinden gilt.

Interessant, interessant und ich schließe mit dem Wunsch, daß man einfach schreiben soll und, daß es toll ist, daß man das tut. Aber das Problem ist dann wahrscheinlich immer noch der Arztsohn, der in Leipzig aufgenommen wird, während das selbstbewußte Arbeiterkind vielleicht abgelehnt wird.

Nach der Pause gab es wieder Textbeispiele, das erste stammte aus dem Theaterstück “Einfache Leute” von Anna Gschnitzer, die ich, glaube ich, bei der ersten “Studentenlesung” kennenlernte und die jetzt in München lebt und Theatertexte schreibt. Bei dem Vorgestellten hat die Dramaturgin Alex, den gleichen soziokulturellen Hintergrund, wie in der Diskussion beschrieben wurde.

Dann kam Verena Mermer mit ihren “Autobus Ultima Speranza”, wo ein Autobus vor Weihnachten die Vierundzwanzigstundenbetreuerinnen und andere Arbeitsmigranten von Wien nach Rumänien fährt und Verena Mermer im Gespräch die Schwierigkeiten erläuterte, die sie beim Recherchieren hatte.

Eine interessante Veranstaltung bei der, wie Sabine Scholl am Schluß erklärte, es wahrscheinlich noch viel Arbeit gibt, bis die Klassenunterschiede fallen. Ich werden in diesem Sinn weiterschreiben und am Mittwoch werde ich Sabine Scholl wahrscheinlich im Rathaus wiedersehen, wo sie die Festrede zu Elfriede Gerstl hält.

Caffe in Triest

Historische Krimis scheinen derzeit ja sehr in Trend zu sein, so habe ich gerade den vierten gelesen und wanderte da von der Monarchie und Kaiser Wilhelm, ebenfalls zur Monarchie aber nach Triest ins Jahr 1907 hinauf oder hinunter.

“Caffe in Triest” heißt das Buch, das von Günter Neuwirth geschrieben wurde, der schon einige diesbezügliche Romane verfaßte. Schlampig oder legasthen, wie ich bin habe ich ihn mit Günter Neumann verwechselt und mir das Buch bestellt.

Es war aber ein Gewinn, obwohl es sehr langsam und bedächtig beginnt und ich mir ziemlich lang die Frage stellte, wo da jetzt die Krimihandlung ist?

Die gibt es, wird aber ein bißchen gespoilert erzählt und man braucht zu Beginn auch einige Vorkenntnis der vorigen Fälle, um die Handlung zu verstehen. Das Besondere an dem Buch sind aber die historischen Details, da erfährt man, was die Damen 1907 bezüglich ihrer Monatsblutung verwendeten und ,daß die Damen, die höheren wahrscheinlich, in Wien schon die Cafes allein oder mit ihren Freundinnen frequentierten, was in Triest noch ein bißchen ungewöhnlich war.

Historische Krims, die in Triest spielen, scheinen auch en vogue zu sein, so wurde ein solcher von Christian Klinge “Ein Giro in Triest” bei “Rund um die Burg”, vorgestellt und, um was geht es?, werden meine ungeduldigen Leser jetzt vielleicht fragen.

Es geht um Jure Kuzmin, das ist ein Slowene, der im Slowenenviertel der Stadt lebt, ja die Nationalitätenfrage und die Kämpfe zwischen den Donaumonarchisten, Italienern und Slowenen, spielt auch eine große Rolle und Jure ist aufgestiegen und hat sich jetzt vorgenommen Kaffee nach Triest zu importieren und damit sein Geschäft zu machen. Verliebt ist er auch in die Signorina Elena, die Tochter eines Geschäftmannes, die an der berühmten Berlitz Sprachschule Englisch studiert und dabei von James Joyce oder seinem Bruder Stanislaus unterrichtet wir. Er hat auch einen Nebenbuhler, das ist Dario Mosetti, ein Nichtstuer, der nationale Gedanken hegt, seine Tage bei Spiel und Billard im Cafe Tommaseo verbringt und Elena unbedingt heiraten will.

Dann gibt es wahrscheinlich bekannt schon aus den vorigen Fällen, den Inspektor Bruno Zabini, dessen Privatleben ich ein bißchen unrealistisch finde. Er unterhält nämlich Beziehungen zu zwei verheiraten Frauen, einer Baronin, die Novellen schreibt und der Gattin eines Seemanns, die er schon seit Jugendtagen kennt. Das ist noch nicht so ungewöhnlich. Eher, daß die beiden Damen Luise und Fedora nicht aufeinander eifersüchtig sind, sondern sich sogar gegenseitig einladen und unterstützen.Das heißt Baronessa Luise tut das und stellt den Beiden während sie familiären Angelegenheiten nachgeht, sogar ihre Villa zur Verfügung. Interessant ist auch, daß beiden Frauen von ihren Männern die Kinder weggenommen wurden und zu den Großeltern oder Verwandten in Pflege gegeben wurde, so daß man sieht, daß es die Frauen zu Beginn des vorigen jahrhunderts nicht leicht hatten, auch wenn sie der Oberschicht angehörten.

Fedoras Gatte bekommt Wind von der Affaire, verstößt die Frau zuerst, versöhnt sich aber später mit ihr und gibt ihr auch vielleicht die Söhne wieder zurück. Es droht dem Inspektor aber eine Anklage, als Ehebrecher und zwischen all dem wird Jures Bruder Joze mit diesen verwechselt, denn Dario hat seine Freunde angwiesen, ihn zusammenzuschlagen, weil er italieneische Frauen betapschte. Aber der wehrt sich, denn er ist ein Boxer und stößt den Angreifer ein Messer in den Bauch, der daran stribt, weil er nicht ins Spital gegangen ist. Joze versteckt sich zuerst, will sich dann stellen, weil sein Bruder schon zur Polizei gegangen ist und Bruno alles erzählte, wird aber von der Bande ermordet.

Das ist die Krimihandlung, die Bruno aufklären muß und der Thronfolger Franz Ferdinand kommt mit seiner Gattti nSophie auch auf Besuch nach Triest, was natürlich auch organisert und überwacht werden muß.

Ein sehr interessantes Buch vor allen wegen seiner Details des Alltagsleben von 1907. Ob man damals wirklich so freizügig war und so tolerant, wage ich, wie beschrieben, zu bezeiweifeln. Freizügig wahrscheinlich schon, so offen wurde aber wahrscheinlich nicht darüber gesprochen und auffällig ist vielleicht auch, daß manche Passagen und Dialoge sehr umständlich geschrieben scheinen, es gibt aber, was ich als sehr hilfreich empfand, am Beginn ein Personeninventar, in dem ich mich öfter informierte.

Pandemia

Im April 2021 ist der 1960 in Wels geborene Grünpolitiker und ausgebildeter Volksschullehrer Rudi Anschober als Gesundheitsminister wegen gesundheitlicher Überlastung zurückgetreten und hat irgendwann später angekündigt ein Buch über die Pandemie zu schreiben.

Zuerst habe ich, glaube ich, gehört, daß es eine Art Krimi werden soll. Jetzt ist ein fiktives Sachbuch daraus geworden und Bücher über die Pandemie interessieren mich natürlich sehr, habe ich selbst ja schon zehn darüber geschrieben. Acht sind davon schon veröffentlicht und unzählige “Literaturgeflüster-Artikel” gibt es bei m ir über dieses Thema und ich habe auch schon einige Covid-Bücher gelesen.

Fiktive, wie die “Mauern” oder “Corona in Buchenwald”. Das Erste war das von Paulo Giordano gewesen. Dann kam “Corona-Fehlalarm”, an dem ich ganz ehrlich nicht viel auszusetzen habe und das sich mit meiner Meinung über die Pandemie deckt.

Die “Pandemischen Zeiten” habe ich gelesen, den “Lockdown 2020” und die “Neue (Ab)Normailtät” von Robert Misik.

Also wie auch bei meinen übrigen Leseverhalten, ein Springen von links nach rechts und ein Blicken über den Tellerrand, denn ich bin ja an Vielen interessieren und bezüglich Pandemie interessieren mich alle Sichtweisen, wie ich auch außerhalb Covid denke, daß es wichtig ist, sich alles anzuhören und mit allen zu sprechen. Bei Covid und der gespaltenen Gesellschaft in die wir durch sie gekommen sind, gilt das ganz besonders.

Vor kurzem habe ich auch noch ein Sachbuch über die neue Volksskrankheit “LongCovid” gelesen und jetzt das neue Buch von Rudi Anschober, den ich für sehr symphathisch finde, das, wie ich gerade in einem Interview höre, eine ungewöhnliche Schreibweise hat und schwer in der Form einzuordnen ist.

Das finde ich an dem Buch sehr interessant, denn ich habe mir gedacht, daß es wohl nicht möglich ist, als ehemaliger Gesundheitsminister, der die Freiheits- und Grundrechte einschränken mußte oder das zu müssen glaubte, denn Schweden hat das ja viel weniger getan, aus der Schule zu plaudern. Daß er bedroht wurde und Personenschutz benötigte, steht auch in dem Text.

So ist das Buch also, was wahrscheinlich auch zu der harmonisierenden Persönlichkeitsstruktur Anschobers, wie ich einschätzen würde, passt, ein Versuch geworden, die letzten zwei Jahre oder die Zeit seiner Ministertätigkeit zusammenzufassen und am Schluß noch Ausblicke, wie man es besser machen könnte, zu geben.

Es beginnt also beschreibend, fiktive Erlebnisberichte gibt es auch und immer wieder mit genauen Datum versehen, die “Berichte aus dem Maschinenraum”.

Ganz schnell wurde er ins kalte Wasser geworfen, im März 2020 mußte er Entscheidungen treffen, die Freiheitsrechte beschränken, den Lockdown immer mit dem Wunsch Menschenleben zu retten, beschließen und stand dabei auch in Konkurrenz mit dem damaligen Bundeskanzler Kurz, als seine Beliebtheitswerte größer wurden.

So geht es durch das Jahr 2020, wo es noch das ursprüngliche Wuhan-Virus gab und man noch nicht viel über des Virus wußte, beginnend mit dem Krankheitsbericht, einer Frau, die an Covid erkrankte, wobei unklar war, wo sie sich ansteckte, war sie ja weder in Italien noch in China. Sie merkte aber schnell, eine normale Grippe ist das nicht und wurde später zur Long Covid-Patientin. Dann gibt es eine Buchhändlerin, die versucht online ihre Bücher auszuliefern und Onlinelesungen für Kinder veranstaltet, was mich sehr an die “Seeseiten Buchhandlung” erinnerte, die das im Frühling 2020 tatsächlich so machte und ich mir öfter auch ihre Videos angehört hatte.

Es gibt die Berichte einer Wissenschaftlerin, die versucht ihr Wissen über diese Krankheit weiterzugeben, was mir manchmal etwas unverständlich war, die einer Ärztin und noch unzählige Fallberichte, wie es beispielsweise in Ischgl und Beispiele von Menschen, die es nicht schafften, sondern an Covid gestorben sind. So geht es durch das Jahr und durch das, was da passierte. Die Einführung der Maskenpflicht, die Lockerung der Maßnahmen, Verschärfung ab Herbst, Einführung der Ampel, neuerlicher Lockdown, bis zur ersten Impfung Ende Dezember.

Rudi Anschober sieht natürlich vieles anders als ich, die ich ja sehr kritisch bin, versucht sich aber auch mit seinen Gegnern auseinanderzusetzen und hat die, die ihn beschimpften, auch angerufen um sie zu verstehen und ist jetzt auch sehr viel auf Lesereise, um sein Buch vorzustellen, wo er versucht, die Leute zusammenzubringen.

Das zweite Jahr beginnt mit dem Druck und der Unzufriedenheit bezüglich des Impffortschrittes. Hier kommt auch Kritik an Kanzler Kurz auf, der Anschober ja in Stich gelassen hat, als der im Krankenhaus lag und den russischen Impfstoff nach Österreich bringen wollte. Von den Massentests wird zu den Zugangstests, um zu den Dienstleisternzu dürfen, umgeschwenkt. Die Restaurants waren ja noch zu und Anschober versuchte verzweifelnd weitere Öffnungen, wie von der ÖVP gefordert, zu verhindern.

Im April kommt es, wie schon erwähnt zum Rücktritt mit Tränen, vielen Blumen und Mohnstrudel, Anschobers Lieblingsmehlspeise und Anschober kann endlich mit Partnerin und Hund spazierengehen, der wie ich bei dem schon erwähnten Interview hörte, inzwischen gestorben ist.

Dann geht es weiter mit den fiktiven bzw. anonymisierten Fallbeispielen. Da wird ein neunundsechzigjähriger Impfgegner angeführt, der auf Demos geht. Die sehe ich, die ich ja auch dort gewesen bin, anders, als der Ex-Minister und habe auch nicht gewußt, daß Heriberts Kickls Infizierung zu einem Spitalsaufenthalt führte, was mich, als ich das gelesen habe, erstaunte.

Es gibt ein rührendes Kapitel dreier Krankenschwestern, die sich Jahre nach ihrer Ausbildung in einer Konditorei bei Kaffee und Kuchen treffen. Einer ist es, wie Anschober gegangen. Sie hat, um sich selbst nicht kaputt zu machen, gekündigt. Die andere wurschtelt weiter und versucht mit ihrem Team sich gegenseitig zu unterstützen. Die Dritte hat das Kündigungsschreiben auch geschrieben, nimmt es täglich auf die Station mit und trägt es dann wieder nach Haus.

Als Anschober das Buch geschrieben hat, hat das dritte Pandemiejahr schon begonnen und am Schluß kommt es zu den Ausblicken.

Da empfiehlt Anschober zur weiteren Pandemiebekämpfung den dritten Weg. Es kann nicht mehr allein weiter gewurschtelt werden und ein Laufen lassen ist es auch nicht. Es braucht stattdessen gesamteuropäische Strategien.

Bei den Weltweiten hätte ich Schwierigkeiten, wenn ich an den Weg Chinas und den Lockdowns in Shanghai denke und das Buch schließt mit dem Beispiel einer Schule, wo sich alle Lehrer und Schüler solidarisch gegen Grippe impfen ließen, um einen immunsupprimierten Schülern den weiteren Schulbesuch zu ermöglichen.

Da hätte ich, so schön das auch klingt, auch meine Schwierigkeiten.

Aber Omikron ist inzwischen schon durchgelaufen und die Zahl der Covid-Patienten auf den Spitälern und Intensivstationen hat sehr abgenommen.

Vielleicht wird oder könnte es im dritten Jahr besser werden, die spanische Grippe hat auch einmal geendet. Warten wir, obwohl es jetzt offenbar schon ein neues Affenpockenvirus gibt, vor dem gewarnt wird, also ab und ich habe das Buch sehr interessant gefunden.

Vieles habe ich schon gewußt, einiges war neu für mich und einiges, wie die Impfpflicht und die Lockdowns für die Ungeimpften wurde nicht thematisiert und natürlich wünsche ich Rudi Anschober für seinen weiteren Lebensweg, seine Gesundheit und seine journalistische Karriere, die er anzustreben scheint, alles Gute!

Tell

Das Schweizer Nationalepos aus dem vierzehnten Jahrhundert von Friedrich Schiller erfolgreich dramatisiert wurde jetzt von dem 1981 Schweizer Joachim B. Schmidt, der in Island lebt nicht neu oder nachgeschrieben, wie am Buchrücken des “Diogenes-Buchs” steht, sondern “zu einem spannenden Thriller in beinah hundert Sequenzen mit zwanzig verschiedenen Protagonistenstimmen”, gemacht. “Modern, frisch, und mit einen unwiderstehlichen Sog.”

“Stimmt!”, kann ich schreiben, obwohl ich das Anfangs gar nicht glaubte und vor dem Lesen fast bereute, daß ich mir das Buch zuschicken ließ. Denn was soll ich mit einer Schweizer Heldensage und dem Nationalhelden aus dem vierzehnten Jahrhundert? Irgendwann habe ich das Schiller Drama ja wohl gesehen oder in der Schule gelesen.

Bestellt habe ich es mir, weil es da ja einmal einen “Diogenes-Talk” gab, den ich fast verschlafen habe, also vor Rudi Anschobers “Pandemia” auf das ich schon sehr warte, weil die Pandemie, wie ich überall höre, ja noch nicht vorbei sein darf, noch hinein in die Schweizer Alpen und wie schon geschrieben, ich wurde überrascht und kann das Buch nur sehr empfehlen, auch wenn man, wie ich bei dem historischen Romanen schon beim ersten Weltkrieg aufhören will.

Es beginnt mit einem Bären und den sieht Hedwig, die Frau des Wilhelm Tell, es gibt ja die fast hundert kurzen Kapitel, ich habe sie nicht nachgezählt, die immer einen Protagonistennamen tragen. Tell jagt mit seinem Sohn Walter, der eigentlich der seines Bruders Peter ist, der in den Bergen einmal verunglückte, ihm nach und hat das Pech dabei vom Llandtvogt Gessler erwischt und des Wilderns verdächtigt zu werden. Der schickt von seinem Helfer Harras angestachelt, dann die Soldaten um ihn zu bestrafen und klauen ihm den Leiterwagen, die Großmutter verhindert, daß es dabei zu etwas Schlimmen kommt, fällt aber um und stirbt, was Tell noch rasender macht. Mit seinem Buben Walter gräbt er die Leiche dann ins Tal zu Vater Taufer hinab und dann muß er eine Kuh verkaufen.

Dazu muß er in die Stadt und den berühmten Hut grüßen, tut er nicht, weil er ihn nicht bemerkt, die Schergen oder die jungen Soldaten, die meisten immer betrunken sind, tun das aber und Gessler erscheint mit Harras ebenfalls und gibt den Auftrag, daß er den Apfel von Walters Kopf schießt. Tell hat den zweiten Pfeil im Köcher, wird danach gefangengenommen und soll über einen See irgendwohin geführt werden. Das Boot kentert, Tell kann aber schwimmen, richtet alle und zieht dann los in die Berge, um dort weiterzuleben oder nach seinem toten Bruder zu suchen, der genauso, wie ein Gespenst über allen schwebt, wie auch die Tatsache, daß der frühere Priester Vater Loser, VaterTaufer und auch Tell, als sie Kinder waren vergewaltigt hat. Die Mißbrauchserfahrung muß natürlich auch noch in die Legende hinein, ist es ja ein spannender Thirller geworden und am Schluß scheucht Lotta, die jüngste Tochter, die damals noch ein Baby, jetzt aber schon Großmutter ist, den Schreiber weg, der sich nach all dem erkundigt, obwohl man sich ja jetzt, wie die Tochter sagt, nicht mehr fürchten und die Geschichte auch nicht mehr vertuschen muß.

Kein soziales Kreditieren

Am Sonntag bin ich ja, ich habe es schon geschrieben, mit den “Gestohlenen Jahren”, das heißt mit dem dritten Text in diesem Jahr, ich höre schon meine Kritiker stöhnen, ist das nicht ein bißchen viel? Ja wahrscheinlich, aber das Schreiben ist mir sehr wichtig, das Thema Corona auch und so sind jetzt schon zehn Corona-Bücher und viele viele “Literaturgeflüster-Texte” darüber entstanden. Fein und nur schade, daß ich damit so unbemerkt bleibe und jetzt die Frage, was kommt als nächstes?

Wieder keine Idee und ein paar Tage diesbezüglich ratlos gewesen. Aber macht ja nichts, habe ich doch einen Recherchenachholbedarf und bin außerdem, da der Alfred mit dem Karli noch in Kroatien ist, auch die Zeit dazu, also losmarschieren und recherchieren, um das Thema für das nächste Werk zu suchen.

Wie stelle ich mir das vor? Herummarschieren mit dem Notizbuch in der Hand oder in der Tasche und aufschreiben, was ich so erlebe. Geht nicht in der Praxis. Natürlich ja, denn meine Kondition ist noch nicht so gut und maskenlos Straßenbahnfahren kann man ja auch nächste Woche noch immer nicht. Wenn ich dann einkaufe oder Bücher finde, bin ich müde und gebe den Plan dann auf.

Aber trotzdem bin ich am Montag ein bißchen früher ins Volkskundemuseum zum “Tag der Lyrik” der GAV gegangen und am Mittwoch nach meiner elf Uhr Stunde ins Schloßquadrat essen, dann in den KIK eine schwarze Leggin kaufen und dann die Bücher nach Hause tragen, die ich im “Wortschatz” gefunden habe und vielleicht doch ein bißchen Mittagsschlaf. Da hat dann noch eine Klientin angerufen und um fünf gabs eine Ausstellungserföffnung der “Schule für Dichtung”. Da habe ich mich dann in die “Aida” auf der Mariahilfserstraße gesetzt, wo ich schon jahrelang nicht war. Als Studentin aber öfter dort Kaffee und Kolatschen gefrühstückt. Das habe ich jetzt wieder gemacht. Die Uniformen der Serviererinnen waren anders, aber immer noch rosa und die Dame, die sich dann an den Nebentisch setzte, ein Petit four, einen Mocca und ein Mineral bestellte und mit der Servierin smalltalkte, die ich dann mit Maske im Nebengeschäft sah, heißt jetzt Steffi Schuster, ist fünfundsechzig und Psychologin und halt, liebe Eva, du wolltest doch nie mehr etwas über Corona schreiben, dafür aber über das soziale Kreditsystem oder die Ki. Aber ein utopischer Roman ist doch nicht so mein Genre? Nun wird doch was über Corona und das soziale Kreditsystem kommt auch hinein. Da habe ich mir jetzt ein paar Videos aus China angeschaut und wui, da ist die Utopie schon längst Wirklichkeit geworden und “1984” harmlos dagegen, weil die neue Normalität, die auch zu uns kommen soll, denn Bologna und Wien probiert schon herum.

Also ein manchmal maskentragendes Alter Ego. Zu autobioografisch solle es ja nicht sein. Sie will einen Essay darüber schreiben und hat ein “Patenkind” oder eine “Ziehtochter”, ein unerschwünschtes schwarzes Kind, das vor zwanzig Jahren in Peking gegen die Einkindpolitik verstieß und jetzt auch Psychologie studiert, im Austria-Center auf der Test und Impfstraße gearbeitet hat und jetzt bei Steffi Schuster putzt.

Wui das wäre schon etwas. Genaugenommen zwei Szenen, vier Seiten Text und eintausendneunhundert Wörter. Dann wirds schon wieder vage. Aber ich habe ja Zeit, kann die Geschichte entstehen lassen und muß nicht schon wieder in zwei Wochen mit dem Rohtext fertig sein, eh schon wissen, da ich mich damit ja wiederhole und noch etwas kann ich schreiben, bevor ich zu den zwei Szenen gekommen bin, habe ich die blaue Mappe durchgeblättert, in der ich meine alten Rezensionen bzw. Verlagsabsagebriefe aufgehoben habe. Da sind noch welche aus den Neunzehnachtigerjahren dabei und interessant ist, daß alle eigentlich das selbe schrieben:

Sprache ungenau, Grammatik- und Rechtschreibfehler, aber Thema interessant und als ich noch kein Thema hatte, habe ich gedacht, experimentiere ich ein bißchem mit der Sprache. Versuche mich im Experimentellen und in der Mappe habe ich noch einen Brief von Klaus Khittl gefunden, der mir genau das geraten hat, mal ein bißchen mit der Sprache experimentieren. Jetzt habe ich zwar schon ein Thema und zwei Szenen, aber das kann nicht schaden und lockerer, als bisher gehe ich es auch an, die Hemmung ist weg, bin ich doch schon eine alte Profi, wieder mal sehr gespannt, wie es weitergeht und werde es berichten.

Bon Jour Saint Ex

Jetzt kommt wieder ein sehr interessantes Buch, das von dem Schriftsteller und Piloten Jörg H. Trauboth geschrieben wurde, der den 1944 abgestürzten Autor des “Kleinen Prinzen” Antoine de Saint – Exupery, auf seinen letzten Flug am 31. Juli 1944 begleitete beziehungsweise ihm nachgeflogen ist.

“Eine poetische Begegnung mit Antoine de Saint- Exupery auf seinen letzten Flug”, heißt es auch im Untertitel und es beginnt in Korsika, denn da begibt sich der fiktive Sohn des Jagdfliegers, der den Franzosen damals abgeschoßen haben soll, Fabian dorthin, besichtigt das Exupery Zimmer im Restaurant oder Hotel “Les Sablettes”, wo Exupery am Abend vor seinem Absturz gegessen hat und am nächsten Tag geht es zum Flughafen und da erzählt Fabian einem Oliver, was er von Exupery so weiß. Der wurde 1900 geboren, war also als er seinen letzten Flug antrat, nicht mehr jung. Er war, wie Jörg H. Trauboth schreibt, ein psychisches und physisches Wrack. Denn es gab vorher schon mehrere Abstürze und Verletzungen. So konnte er seine Hand nicht mehr bewegen und hätte auch den Fallschirm nicht benützen können. Aber er galt sowieso als depressiv, hat sich also bewußt in den Tod gestürtzt? Noch dazu, wo er wußte, daß es sein letzter Aufklärungsflug gewesen wäre, weil er für die Amerikaner und auch für die Franzosen, nicht mehr tragbar war. Er war aber damals wegen dem “Kleinen Prinzen” schon weltberümht und hat so einiges durchgesetzt, was den anderen Piloten nicht möglich gewesen wäre.

Er hat auch mehrere Fliegerromane geschrieben und sogar Gedichte, die mir Doris Kloimstein, bei unseren letzten Treffen am Markt im St. Pölten überreichte. Aber die werden bei der “Spurensuche” und im Werkverzeichnis von Jörg H. Trauboths Buch nicht erwähnt. Es gibt aber ein Kapitel, wo der letzte Flug Saint Exuperys fiktiv beschrieben wird. Er soll da an seine Mutter gedacht und in sein Notizbuch geschrieben haben.

Das Flugzeug ist jedenfalls abgestürzt und es wurde erst 1998 von einem Fischer vor der Insel Rijou sein Armband gefunden und die Überreste des Flugzeuges zwei Jahre später von einem Taucher.

Also sehr geheimnisvoll und so begibt sich auch Jörg H. Trauboth auf die Spurensuche und Fabian hat dann in der Luft eine seltsame Begegnung. Denn auf einmal ist die “Lightening” neben ihm und der kleine Prinz sitzt neben ihm im Cockpit. Er unterhält sich mit dem Schriftsteller, hält sich auch für verrückt. Da kann ihm nur die hübsche Pascale von dem Hotel, wo es das Exüpery-Zmmer gibt, ein wenig beruhigen beziehungsweise ihm die “Canapes de Saint Ex” servieren.

“Man sieht nur mit dem Herzen gut”, ist ja ein berühmter Satz aus dem “Keinen Prinzen”, den ich durch meine Französischlehrerin in der Straßergasse kennenlernte, die sehr von ihm schwärmte und immer das Bild von der Schlange mit dem Napoleonhut auf die Tafel malte und eigentlich habe ich gedacht, ich hätte einige seiner Fliegerromane in meinem Katalog. Dann aber außer den Gedichten nicht gefunden.

So war es sehr interessant sich in das Leben oder den letzten Flug des Dichterpiloten einzulesen und freue mich einen einer anderen Romanen einmal zu finden und inzwischen warten seine Gedichte in Harland auf mich.