Wort/Wald&Sound/Forest

Diese “Poetik-Tanz-Performance”, die am Freitag im Wiener Literaturhaus stattfand, wäre mir fast entgangen, wenn nicht Chris Bader auf seinem neuen Blog gestern auf eine Veranstaltung mit Ostap Slyvysky, Judith Pfeifer und Martin Fritz aufmerksam gemacht hätte, in die ich zwar wegen unserer Schreibgruppe nicht gehen konnte, ich habe aber im Programm nachgesehen und entdeckt, daß  am Freitag eine Veranstaltung mit der Tänzerin Marion Steinfellner, die ich, glaube ich, schon einmal in der “Alten Schmide” mit Gerhard Jaschke gesehen habe, Herbert J. Wimmer und dem Musiker Michael Fischer stattfand, von der ich eigentlich Bescheid wissen hätte könne, da mir Christel Fallenschein, die ich ja heute besuchen hätte wollen, davon erzählte.

So habe ich also davon erfahren, umdiponiert und Mathias und Christel Fallenstein, mit dem Studenten der Sprachkunst, der sie begleitet auch in dem umgeräumten und sehr dunklen Veranstaltungssaal getroffen.

Nach und nach trafen Bekannte wie Evelyn Holloway, Lukas Cejpek , Eva Brenner und andere ein und Marion Steinfellner wickelte sich in grünes Papier, das den Wald darstellen sollte, sie aber nixenartig aussehen ließ und setzte sich damit in eines der Fenster.

Herbert J. Wimmer hatte eine grüne Schleife und grüne Socken und Michael Fischer nahm vor dem Mischpult Platz.

Barbara Zwiefelhofer erklärte in ihrer Einleitung, daß es schon einige dieser Performances zum Thema “Wasser”, etceta gegeben hat, die mir  ebenso entgangen ist und dann ging es los, mit der Bewegung, dem Sound und dem Text.

Marion Steinfellner bewegte sich langsam durch den Raum vom Fenster zur Bühnen und  mit Herbert J. Wimmer zu den Stiegen, um abwechselnd den Text “Ein Wald, ein Wort, das Wort ist der Wald, der Wald ist das Wort, wie man in den Wald hineinruft, etcetera”, aber auch Wortneuschöpfunge, zu zitieren.

Nachher gab es  interessante Gespräche, Christel Fallenstein ist ja so nett und stellt mich immer den anderen vor, den Text einer der vorigen Veranstaltung konnte man in der letzten “Kolik” kaufen und drei weitere dieser “Text, Sound, Bewegungsperformances”, die mir hoffentlich nicht entgehen werden, sind, glaube ich  geplant.

April-Musa

Über Julya Rabinowich neues Buch “Krötenliebe” habe ich heute und gestern sehr viel gehört, so hat es Gabi Rökl, glaube ich, schon gelesen und Mariki Fallwickl vom “Bücherwurmloch” hat sich auch schon hineinvertieft, weil sie am Wochenende nach Wien fahren wird.

Nun ist das Wien des Oskars Kokoscha, der Alma Mahler- Werfel und des Paul Kammerer wahrscheinlich ganz ein anderes, als das in dem ich lebe und von einem Buch namens “Krötenküsser” von Arthur Köstler, habe ich, glaube ich, gehört, als ich mich im Herbst 1973 für ein Proseminar  beim Soziologieprofessor Zapatotzky anmeldete.

Ich weiß nicht, ob ichs auf der Leseliste habe, gelesen habe ich es jedenfalls noch nicht, wie auch alle Bücher der  1970 in Leningrad geborenen Julya Rabinowitch, obwohl ich schon bei einigen ihrer Lesungen war und ich ihren literarischen Aufstieg auch verfolgen konnte, aber leider hat sie nach “Spaltkopf”, das mir irgenwie entgangen ist, bei “Deuticke” verlegt und die dortige Pressedame, störte sich ja an meiner langen Leseliste, obwohl ich mir noch immer denke, daß sie sich eigentlich darüber freuen sollte.

Aber gut, die Zeiten ändern sich und ich will ja eigentlich auch recht bald zu meinen “Vicki Baum-Schwerpunkt” kommen, bin aber nachdem mein sechs Uhr Klient recht früh gekommen ist,  wieder ins MUSA gegangen, wo es heute Lesungen von drei Stipendiaten gab.

Die Erste war die von dem 1986 geborenen Dramatiker Thomas Köck, der bisher an mir vorbei gegangen ist, weil ich ja kaum ins Theater gehe, aber trotz seiner Jugend, wie die meisten Stadt-Wien Dramtaitker schon sehr berühmt sein dürfte, mit Aufführungen im “Volksstheater” und im “Schauspielhaus”, sowie mehreren Preisen, wie beispiesweise das “Thomas Bernhard Stipendium” und politisch, was ich ja sehr gut finde, ist er auch und so handelte sein Stück, daß er musikalisch umprämte, weil es, glaube ich auch eine Sprechoper ist, von den Flüchtlingsströmen und den Auswirkungen des Neokapialismus,  sympathisch und sehr selbstbewußt scheint der junge Mann auch zu sein.

Dann kam Gabriele Petricek, die ich schon im Vorjahr hörte und auch öfter bei den Besuchern ist, ist sie ja “Canetti-Stipendiatin” und das kann man, glaube ich, bis dreimal bekommen und ihr Werk “Roter Rock und grüne Bluse”, heißt, glaube ich, das Prokejt, ist sehr experimentell, also etwas mit dem ich nicht so besonders viel anfangen kann und ich habe den Text, glaube ich, auch nicht ganz verstanden.

Einerseits scheint es, um Bilder und Auftragsarbeiten zu gehen, so zeigte Gabriele Petricek, die ja nie ihr Alter angibt, eine Zeichnung her, dann sagte sie noch, daß sie, wie gedruck lügen würde und las dann eine Stelle, wo es einerseits um eine Schriftstellerin mit roten Fingernägeln, die aber vielleicht auch erfunden ist, geht, andererseits, um zwei Leute die von Innstbruck oder so nach London reisen und um eine Kunstgalerie scheint es auch zu gehen.

Sehr interessant  und Julia Danielcyck hat und auch schon verraten, daß wir Gabriele Petricek auch im nächsten Jahr im MUSA hören werden könnten, weil sie auch 2016 ein Canetti-Stipendium bekommen hat und Julya Rabinowich, von der ich schon geschrieben habe, ist auch “Canetti Stipendiatin” und erzählte in ihrer extrovertierten Art, daß die Arbeit eigentlich ein Auftragswerk für das Jahr 1914 war, sie aber nicht historisch arbeitet. Dann hat sie über Anna Mahler Werfel und Oskar Kokoscha recherchiert und hat Blut gleckt, denn der berühmte Maler hatte angeblich eine Alma Mahler Werfel Puppe, nachdem die Geliebte ihn verlassen hat und ein Dienstmädchen namens Reserl, das er für diese Puppe engagierte, die sie ankleiden und ins Bett legen, etc, mußte, die aber, Julya Rabinowich nannte sie eigenwillig, offenbar in den Meister verliebt war, so daß sie sich seine Initialen einritze und für ihn sozusagen ins Wasser oder in die Badewanne ging.

Ein Buch über die Beziehung Kokoscha-Alma Mahler Werfel habe ich, glaube ich, einmal gelesen und Evely Grill hat, glaube ich, in einem ihrer Bücher auch ein ähnliches Motiv erwähnt.

Wieder viele Besucher und einige Bekannte, Christian Schreibmüller, Gerhard Jaschke, etc, die Angela und der Wolfgang Helmart die meistens kommen und sich mit mir  auch unterhalten, waren nicht da, dafür Matthias Fallenstein, dessen Frau ich ja gerne in dem Pfelegeheim, in dem sie sich seit ihrem Schlaganfall befindet, besuchen möchte und Julya Rabinowich hat mir ihr Buch versprochen, würde mich sehr freuen, wenn es kommt.

Wieder einmal Schreibgespräche

Im “Literaturmuseum” war ich jetzt ja schon länger nicht, ich glaube, das letzte Mal bei der “Ernst Jandl- Veranstaltung” im Oktober und bei der GAV-Reihe “Reden vom Schreiben”, glaube ich, nur das erste Mal, als Renata Schmidtkunz den älteren Robert Schindel der jüngeren Anna Weidenholzer gegenüberstellte, als dann Marie Therese Kerschbaumer an der Reihe war, war ich noch Radfahren, auf meinen Blog wurde aber nach der Veranstaltung gesucht.

Jetzt ist es sich wieder ausgegangen und jetzt war auch Daniela Strigl, die Moderatorin, die ich ich ja schon am letzten Freitag in einer Gesprächsreihe hörte und Angelika Reizter, die neben Franz Josef Czernin vorgestellt wurde, habe ich vorige Woche auch zweimal in der “Alten Schmiede” gehört.

Ja, ich komme viel herum in der literarischen Szene Wiens, beziehungsweise stehe ich daneben oder sitze dabei und beim Hingehen ist mir  schon eingefallen, daß ich nach der Sonderausstellung fragen sollte, die da ja bald eröffnet werden soll und wie es der Zufall will, aber wahrscheinlich ist es gar keiner, hat Angelika Reitzer diese Ausstellung kuratiert, die nächsten Freitag eröffnet werden wird, aber da bin ich in Göttweig bei der “Literatur und Wein”

Ja, mich treibt es literarisch herum, obwohl in diesem Fall der Alfred der Auslöser ist, der die Dauerkarten bestellte, aber am 2. Mai bekommt Marianne Jungmaier im “Literaturmuseum” das “Georg Saiko-Reisetipendium” und da kann man ab achtzehn Uhr in das Museum, also muß ich noch ein wenig warten, aber Franz Josef Czernin und Angelika Reitzer sind auch sehr interessante Gegensätze, wie Daniela Strigl gleich in der Einleitung betonte, ist ja der 1952 geborene Franz Josef Czernin ein eher experimenteller Lyriker, er hat den Jandl und den “H. C. Artmann Preis” für Lyrik bekommen, ist aber auch Essayist und hat einmal mit Ferdinand Schmatz, den “Residenz-Verlag” genarrt. Das hat Daniela Strigl in ihrer Einleitung nicht erwähnt, aber gesagt, daß er ein ganzes Buch über ein Gedicht von Reinhardt Priessnitz geschrieben hat und auch gerne Texte anderer  umlautet.

Die  1971 in Graz geborene Angelika Reitzer ist mir wahrscheinlich besser gekannt, ging ich ja sehr oft zu den von ihr moderierten Textvorstellungen in die “Alte Schmiede”, die besonders experimentell oder sprachkünstlerisch waren, so hat sie Anna Weidenholzer, Nadine Kegele, Valerie Fritsch, Sandra Gugic und und und vorgestellt und stellt jetzt in der Reihe “Lesart” neue Bücher vor.

Das von Clemens J. Setz meinen vorigen Buchpreisfavoriten beispielsweise aber auch andere, Karin Peschka und und.

Ich habe sie ja, glaube, ich in der Hauptbücherei so richtig kennengelernt, als ich da einmal ein Buch vorstellte, sie aber vorher, ab 2007 glaube ich, als das neue aufsteigende GAV-Talent erlebt, als sie den “Priessnitz-Preis” bekommen hat, war ich gerade auf das Literaturhaus sauer, weil mich Silvia Bartl nicht mehr die “Mittleren III” dort hat machen lassen, an dem Tag habe ich aber auch eine Einladung von Friedrich Hahn zu den “Textvorstellungen” mit Cornelia Travnicek bekommen, das aber nur nebenbei zu Angelika Reitzers Rolle als Kulturvermittlerin.

“Unter uns” und “Wir Erben” habe ich gelesen. Daniela Strigl stellte sie als Spezialistin für prekäre Verhältnisse vor und ich habe mich schon beim Hingehen gefragt, wie die beiden Autoren wohl zusammenpassen?

Wie die Faust aufs Auge wahrscheinlich nicht, weil Angelika Reitzer sprachlich sehr anspruchsvoll ist, aber keine Lyrik schreibt, Daniela Strigl, die ja sehr gekonnt zu moderieren versteht, erste Frage war dann auch, ob sich der Literaturbetrieb seit dem Beginn des Schreibens verändert hat?

Hat er natürlich, zu Beginn meines Schreibens, das sich wahrscheinlich mit dem von Franz Josef Czernin decken wird, war er total experimentell und das Erzählen out. Franz Josef Czernin hat das vornehm, als den Wunsch nach schwierigen Texten umschrieben. Der sich inzwischen verändert hat, inzwischen ist ja, wie man vielleicht am Beispiel “Morgen mehr” von Tillmann Ramstedt  oder Ronja von Rönne sieht, eher performantistisch, blogmäßig geworden, was damals sicher undenkbar war.

Angelika Reitzer hat seit 2007 keine so großen Veränderungen bemerkt, da war das narrative Schreiben schon erlaubt und die Experimentellen haben über soviel “mittelmäßige Romane”  gestöhnt, sie aber auch nicht verhindern können und dann kam eine Überraschung , nämlich eine Listenlesung von Angelika Reitzer, die aus einem Buch, aus dem Leben  der Zell am Seer Bankerin  Auguste Lammer las, wo sie ihr Leben von 1- 200 skizzierte und dann im Gespräch erklärte, daß sie das für das Salzburger 200 Jahre Jubiläum geschrieben hat, also auch sehr schön experimentell, diese Indexlesung, dann gab es noch eine Diskussion über die Vor- und Nachteile des Listenschreibens und ob sie einem bei Schreibblockaden helfen können?

Das hat Angelika Reitzer, glaube ich, ein wenig irrigiert, aber Gleiderungen helfen natürlich, zumindestens erlebe ich das gerade bei meinem momentan noch nicht sehr geglückten Schreibversuchen.

Dann kam der Übergang zu Franz Josef Czernin, der an Hand von Wilhelm Müllers “Krähe” aus der “Winterreise” demonstrierte, wie das Umformen von Gedichten geschehen kann.

Danach ging das Schreibgespräch weiter, denn Daniela Strigl wollte genau wissen, ob mit der Hand oder in den Computer geschrieben wird und stellte dieselbe Frage, die ich mir auch immer stelle, daß es ja, wenn es gleich in den Computer geht, dann keine Originale für das Literaturmuseum oder eine Handschriftensammlung gibt.

Es gibt aber natürlich ein Notizbuch und Franz Josef Czernin überraschte mehrmals durch sehr orignelle Antworten (Der Wert steigt dadruch), während Angelika Reitzer erzählte, daß sie es bei Autofahrten schon einmal mit dem Handy probiert hat.

Die Reihe geht weiter, versprach Daniela Strigl, aber ich werde erstmal mein neues Buch in den “Read!!ingroom” bringen, am Mittwoch ist wieder MUSA und am Donnerstag kann ich, wenn  die “Schreibgruppe” stattfindet, vielleicht meine erste Wurfgeschichte über “Dosenbier” schreiben und  meine momentanen Schreibblockade ein wenig überwinden.

Hanno Millesi im Gespräch

Das Lieraturhaus hat eine neue Reihe “Nahaufnahme-österreichische Autoren im Gespräch mit Literaturwissenschaftlern und Literaturkritiker” im Zusammenarbeit mit dem Verein “Neugermanistik” und da stellten heute Daniela Strigl und Bernhard Oberreither Hanno Millesi vor.

In der “Gesellschaft für Literatur” gibt es glaube ich, auch so eine Reihe und da hat einmal Kathrin Passig mit Daniela Strigl diskutiert.

Jetzt ging es um den 1966 in Wien geborenen Hanno Millesi, dessen Literatur mir eigentlich sehr gut gefällt. Kennengelernt habe ich ihm, glaube ich, bei einem der “Wahnsinnssymposien” von Ernst Kostal und da haben mich seine Kindertext aus der Perspektive von Erwachsenen sehr beeindruckt.

2005 hat er, glaube ich, beim Bachmannpreis gelesen und da hat mir sein Text, auch wenn er, glaube ich, nichts gewonnen hat, sehr gefallen.

Einige Bücher beim “Luftschachtverlag”, eines habe ich, glaube ich gelesen, bei einigen seiner Lesungen war ich auch und ich sehe ihm auch manchmal in der “Alten Schmiede” oder so im Publikum.

Ich würde ihn ja eigentlich für einen realistischen Autorenhalten, er scheint sich zu den experimentellen zu zählen, wie Daniela Strigl in ihrer Einleitung erwähnte und das Literaturhaus war auch voll von experimentellen Autoren, Brigitta Falkner, Gerhard Jaschke, Ann Cotten, Andrea Grill und und die Mitglieder des  “Vereins für Neugermanistik”, wie beispielsweise Alexandra Millner waren auch gekommen und Frau Schmidt- Dengler und Daniela Strigl sprach auch von der Avantgarde und behandelte mit Bernhard Oberreither, auch ein Germanist, zwei Bücher, den Zyklenband “Die Regeln der Kunst” 2010 erschienen, da war ich, glaube ich, einmal bei einer Lesung im Literaturhaus und da geht es, um Texte wo sich ein Schriftsteller auf die Spuren anderer macht, beispielsweise am Geburtstag von Ernest Hemingway saufen gehet oder seinen Nachbarn sein Manuskritpt zeigt, der ihm dann des Plagiats verdächtigt und nicht weiß, daß Franz Kafka schon lange gestorben ist.

Einen Teil dieser Erzählung las Hanno Millesi vor,  dann ging es noch um den Roman “Der Nachzügler”, 2008 erschienen, für den er, glaube ich, eine “Buchprämie” bekommen hat und da geht es ebenfalls, um einen experimentellen Schriftsteller, der sich auch als Detektiv betätigt und in einem Taxi einen Mister X verfolgt, der an einen Roman von Michele Houellebeckqc erinnert und der und ein Buch bon Bourdieus lag dann neben den Millessi Büchern auch am Büchertisch auf.

Hanno Millesi hat sich auch gemeinsam mit Andrea Grill am “Seestadt Aspern Buchprojekt” beteilgt und stand den beiden Literaturwissenschaftler sehr bemüht und freundlich Rede und Antwort und ich habe wieder viel gelernt, fand es spannend, daß es soviel literarische Prominenz im Publikum gegeben hat und habe auch eine junge Frau beobachtet, die von ihrem ersten Buch erzählte, deren Namen ich aber leider nicht herausbekommen konnte.

 

Lesart mit Episodenroman

Mit dem “Lesart Autorenprojekt” ist es gleich weiter und vom Keller in den Schmiedenraum gegangen, denn heute stellte Angelika Reitzer ein neues und ein ein wenig älteres Buch vor. Auf beiden steht Roman geschrieben, es geht aber um Episoden. Angelika Reitzer nannte es, glaube ich, auch Ensemble und stellte die 1952 aus Vorarlberg geborene Eva Schmidt vor, die wie sie erklärte, seit den Neunzigerjahren keinen Roman mehr geschrieben hat.

Der Name Eva Schmidt erscheint mir bekannt, ich bringe sie mit dem alten “Residenz-Verlag” in Verbindung, ihr neues Buch, wo Roman darauf steht und vieleicht keiner ist, ist auch bei “Jung und Jung” erschienen.

“Ein langes Jahr” heißt es und darum scheint es auch zu gehen.

Im Programm steht etwas von einem Jungen, der keinen Hund haben darf und einen alten Mann, der sich einen kauft und die beiden kommen zusammen.

Es scheint in dem Jahr und in dem Buch aber auch, um viel anderes zu gehen, das in einer kleinen Stadt mit einem Hochhaus und Reihenhäusern angesiedelt ist.

Eva Schmidt las ein paar Kapitel vor, die, wie sie sagte, vielleicht gar nicht so viel miteinander zu tun haben und wieder interessant im Vergleich zu gestern, wo es ja auch um den Jahreszyklus zu gehen schien, es gibt die Ich- und die Er- oder Sie- Perspektive und Episode reiht sich an Episode, während die Stadtbewohner am Balkon stehen und die darunter liegenden Reihenhäuser beobachten, wo ein Ehepaar Oswald wohnt und ein junger Strizzi scheint sich in Abwesendheit des Bewohners in eine Wohnung zu schleichen, Fernsehserien zu sehen und Bier zu trinken, das habe ich vor längerer Zeit schon bei Michael Köhlmeier gelesen und der kommt ja auch aus Vorarberg.

Es geht um einen Obdachlosen namens Wolfgang, den die Ich-Erzählerin manchmal mit Geld unterstützt und ihm Arbeit anbietet, die er aber nicht annimmt, um ein Kind das einen Unfall hat und die Erzählerin daran erinnert, das ihr Kind auch gestorben ist, obwohl sie eigentlich ihr ganzes Leben mit ihm lebte, um einen Jungen, der die ausgezogene Mutter besucht und in die Wohnung zurückbringt und dann kam Sandra Gugic mit ihren “Astronauten” vor einem Jahr erschienen und ich habe die 1976 in Wien geborene Autorin serbischer Eltern, nicht nur in der “Gesellschaft” daraus lesen gehört, sondern das Buch auch ganz oben am Harlander Lesestapel liegen und  habe die Autorin auch in den ersten oder zweiten Textvorstellungen mit Angelika Reitzer, die damals noch einen klingenden Namen hatten und die ich ein bißchen zu sammeln cersuchte, gehört.

Sandra Gugic, die ja einmal bei den “Exil-Preisen” gewonnen hat, dann sowohl am “Institut für Sprachkunst”, als auch am Leipziger Literaturinstitut studierte, den Open Mike gewonnen hat und ich sie auch im MUSA hörte, lebt, jetzt in Wien und in Berlin und ihr Buch handelt von sechs jungen älteren oder jüngeren Menschen, ich glaube, in einem Sommer in einer Stadt wie Berlin, Darko, Zeno, Mara, Alen, Niko und Alex und diesmal fiel mir besonders die moderne Sprache der Autorin auf, die inzwsichen auch schon bald zu den Vierzigjährigen zählt.

Interessant, interessant und noch ein bißchen Literatur rundherum, so habe ich Armin Baumgartner, der ja einmal das Literaturprogramm im “Litte stage” organiserte beim Hingehen vor der Kärtnerstraße getroffen, im “Morawa” durch den ich wieder durchgegangen bin, wurde schon alles für die Lesung von Andrea Maria Dusls neuen Buch “So geht Wien” vorbereitet und die Autorin zu ihrem Bücherstapel geführt und der Nobelpreisträger von 2002, Imre Kertesz, ist heute morgen sechsundachtzigjährig gestorben.

Anna Mitgutschs neues Buch

Nachdem mein sechs Uhr Klient heute etwas früher gekommen ist, ist es sich doch für dien Besuch in der “Alten Schmiede” ausgegangen, wo es wieder eine ” Lesart – beziehungsweise das zweiundachtzigste Autorinnenprojekt” gab und  Angelika Reitzer Anna Mitgutschs zehnten Roman “Die Annäherung” vorstellte und dabei auf die zwei zuletzt erschienenen Essaybände der Autorin hinwies, die ich beide gelesen habe.

Die 1948 in Linz geborene Autorin, die glaube ich auch Vizepräsidentin der IG-Autoren ist, kenne ich seit den Siebzigerjahren und dem Erscheinen ihrer frühen Bücher die “Ausgrenzung” und die “Züchtigung”.

Hilde Schmölzer hat von ihr auch ein Portrait in ihrem “Frau sein und Schreiben Buch”, das ich ja im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennenlernte.

Einige ihrer Romane habe ich gelesen und ihren “Mobby Dick-Roman” mir auch auf unserer vorjährigen Donauradreise beim “Thalia Ausverkauf” in Ulm gekauft.

Eine interessante Autorin, die “Das Haus der Kindheit”, das glaube ich, mal bei den Grundbüchern war und “Familienfest” geschrieben hat und jetzt einen Roman wie Angelika Reitzer in ihrer Einleitung erwähnte, wo es, irgendwie auch naheliegend, bei einer 1948 geborenen, um das Älterwerden, Schuld und auch wieder  um Familiengeschichten geht.

Da gibt es den sechsundneunzigjährigen Theo, in auktorialer Perspektive geschrieben und seine Tochter Frieda, die in  Ich-Form erzählt.

Der Sechsundneunzigjährige, der sich von seiner Tochter als sie achtzehn wurde, trennte, weil sie mit seiner zweiten Frau nicht zurechtgekommen ist, erleidet einen Schlaganfall.

Da begegnen sich Tochter und Vater im Krankenhaus wieder und versuchen sich vorsichtig anzunähern.

Das ist eine Stelle, die Anna Mitgutsch gelesen hat, dann kommt Ludmilla, eine ukrainische Pflegerin, im Enkeltochteralter ins Haus, die sich dem alten Mann, während sie ihnm wäscht und pflegt, auch vorsichtig annähert und eine solche Annäherung zu seiner Tochter ist auch, daß Theo ihr sein Kriegstagebuch, er war bei der Wehrmacht und die Tochter weiß nun nicht, hat er im Krieg Schuld auf sich geladen oder nicht, schenkt, das sie mißtrauisch und auf der Suche nach seiner Schuld oder Unschuld durchforstet und mit ihrem Freund dann auch in die Ukraine fährt, um der Vergangenheit ihrers Vaters auf die Spur zu kommen.

Der Roman spielt hat Angelika noch erzählt, in  den verschiednenen Jahreszeiten, von Frühling bis Frühling wenn ich mich nicht irre, weil Theo auch ein leidenschaftlicher Gärtner war und nun dem Ende seines Lebens entgegengeht.

In der Diskussion hat Angelika Reitzer, die Autorin  gefragt, ob sie Kriegstagebücher hat, die sie dafür verwendete, Anna Mitgutsch hat, glaube ich, geantwortet, daß es ja schon inzwischen sehr viele Bücher gibt, die sich mit diesen Thema beschäftigen und, daß die Achtundsechzigergeneration, der sie auch entstammt, damals nur Schuld und Unschuld kannte und keine Differenzierungen zuließ.

Da ist mir eingefallen, die ich  auch zwei Fotoalben meines Vater von seiner Wehrmachtzeit, er wurde, wie alle Männer damals, eingezogen, besitze,  mir eigentlich nicht einfallen würde, diese Alben mißtrauisch zu durchsuchen.

Aber mein Vater war ein aktiver Sozialist, obwohl auch er damals nicht sehr viel erzählte und fragen kann ich ihn nicht mehr, ist er ja schon gestorben und das wurde  auch in der Diskussion thematisiert, daß die Leute damals nicht sehr viel aus ihrer Schuld oder auch aus ihrer Traumatisierung heraus über ihre Erlebnisse gesprochen haben, so daß man heute nur mehr rätseln, wie damals gewesen ist oder sich verteidigen, beziehungsweise rechtfertigen kann.

Schade, daß sich die Anna Mitgutsch, vielleicht aus schlechter Erfahrung, auf eine diesbezügliche Diskussion nicht einlassen wollte und sich auf die Literatur zurückzog.

Es ist aber natürlich ein heikles Thema, wie sie sagte, weil es eine ganze Generation betrifft, die sich fragen mußte, ob sie die Kinder von Mördern sind und sicher auch ein interessantes Buch vom Älterwerden eines Mannes und seiner Pflegebedürftigkeit, das uns  auch alle irgendwie betrifft.

Rudi Lasselsberger am Ostermontag

Rabouge

Rabouge

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Am Ostermontag hat es ja immer den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters durch alle Bezirke Wiens mit Stationen, an den Orten, wo Dichter gewohnt oder gearbeitet haben, gegeben.

Ein paar Mal sind wir mitgegangen. Das erste Mal durch den dritten Bezirk, als mich Werner Grüner einlud, meine Ostereiergeschichte zu lesen.

Dann ging es durch den achten Bezirk, da kann ich mich erinnern, daß es sehr kalt gewesen ist und 2009 die Ostern, wo Elfriede Gerstl in der Karwoche gestorben ist, durch den fünften Bezirk.

Da habe ich sehr viel gelesen, meine Jura Soyfa Geschichte und dann glaube ich auch Texte von Paul Wimmer, der ja in der Krongasse gelebt hat und etwas von Elfriede Gerstl zum Nachruf.

Im vierten Bezirk hat es auch einen Osterspaziergang gegeben und 2007 hat Ruths Osterkarawane beim Osterspaziergang in einem Theater in der Burggasse begonnen.

Dann waren wir noch im Neulerchenfeld und dann ist Rolf Schwendter gestorben und jetzt gibt es ihm, glaube ich nicht mehr, wie mir die Ruth erzählte.

Aber einige Male sind wir aus Harland, wo wir ja die Ostern immer verbringen, nicht extra nach Wien zurückgefahren und einmal sind wir statt zum Spaziergang ins Kino gegangen und haben das “Geheul” gesehen und heuer hat mich am Gründonnerstag eine Einladung, des lieben Rudi erreicht, daß er am Ostermontag mit der Musikgruppe “Rabouge” im “Siebenstern” auftritt, beziehungsweise hat ihn diese Gruppe, die dort einmal im Monat spielt und immer einen Literaten dazu hat, dazu eingeladen und weil ich jetzt  schon länger nicht mehr bei Lesungen war und Dienstag und Mittwoch Abendstunden haben werde, sind wir dort hingegangen.

Alfred Bäck

Alfred Bäck

Andrea Fraenzel

Andrea Fraenzel

Georg Greif

Georg Greif

Lilo Lengl

Lilo Lengl

Der Rudi hat uns gleich in einem Papst Franziskus Leiberl, das er sich 2014, aus Rom mitgebracht im “Siebenstern”, in das ich ja meistens nur zur “Poet Night” komme, die “Volksstimme-Anthologie Präsentationen” haben auch manchmal dort stattgefunden und die “Kremayr und Schiau-Verlagsparty”, komme, erwartet.

Christian Katt ist dann noch aufgetaucht und in dem Lesesaal ist schon Christian Schreibmüller, in einem der bequemen Lesesessel, gesessen.

Der Bandleiter hat den Rudi vorgestellt, der ja 1956 in Nö geboren wurde und in St. Leonhard am Forst aufgewachsen ist, ich habe den Rudi 1987 in Linz kennengelernt, als er dort Stadtschreiber war und ich bei der Schreibwerkstatt anläßlich des” Max von der Grün Preises”, den ich ja leider nie gewonnen habe, eingeladen war.

Seither habe ich einige seiner Bücher gelesen, ihn zu meinen Geburtstagsfesten eingeladen und mit ihm auch im “El Speta” und anderswo gelesen.

Rudi, der Aktionist, der manchmal Mozartkugeln durch die Runden schmeißt oder, wie jetzt vor der Lesung sein Leiberl öffentlich wechset und das mit dem Bandprogramm angezogen hat.

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Der Rudi ist, wie die Band links von der Mitte, hat der Leiter ihn noch vorgestellt und das Cafe Siebenstern ist das ja auch und so hat der Rudi auch sehr sozialkritisch begonnen und seine Texte sind dann bald, wie bei ihm üblich, um das Scheißen beziehungsweise Klo gegen gegangen, beziehungsweise haben sie mit seinen Schreigedichten geendet.

“Was schreist denn so!”

Richtig beim Volksstimmmefest lesen wir auch immer gemeinsam und da habe ich seine Schreie schon gehört, die anderen Texte waren neu und von einer Linzer KPÖ-Zeitschrift, wo der Rudi eine Kolumne hat, hat es auch ein paar  gegeben.

Dazwischen spielte und sang “Rabouge” auch sehr sozialkritische Lieder im Wiener Dialekt. Es hat eine Pause gegeben, wo das Körberl umgegangen ist, CDs und Rudis Bücher verkauft wurden und so hat der Ostermontag einmal anders geendet.

Aber Christan Katt ist auch, sowohl beim Osterspaziergang, als bei der Poet Night aufgetreten uind einen holländischen Fan hat die Gruppe auch gehabt und einen Dichter, der sich gleich zu einer Lesung anmeldete.

Das nächste Mal wird ein ehemaliger Fußballer lesen. Mieze Medusa  und Richard Weihs haben glaube ich schon gelesen, während Markus Köhle noch daran kommen wird.

Osterspaziergang am Viehofner See

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Der Osterspaziergang der literarischen Gesellschaft St. Pölten, entweder am Samstag vorm Palmsonntag oder am Ostersamstag, hat schon Tradition.

2000 bin ich, glaube ich, das erste Mal, noch unter der Leitung von Alois Eder mitgegangen, von St. Pölten bis zum Bootshaus und habe meine Osgtereiergeschichte aus der “Viertagebuchfrau” gelesen, dann kam eine Pause und wir  sind wieder 2007 oder 2008  mit der Ruth und dem Robert Eglhofer, ich glaube, in den Kaiserwald gegangen. Gelesen habe ich ” Harland- Stadt”, es gab ein Ostereierverstecken und ab 2009 gings dann immer um den Viehofner See mit einem Picknick, wenn es das Wetter erlaubte oder gleich in die “Seedose”, wenn es regnete, kalt war oder schneite.

Gelesen habe ich immer einen Text mit St. Pölten Bezug, sowieit vorhanden, aber irgendwas hat sich immer gefunden, das “Sommer am Wasser”, meine “Frequencygeschichte”, den “Hochschwabblick” etcetera, kann man alles nachlesen und die Fotos anschauen, die der Alfred machte, wenn er mitgegangen war.

Das Publikum hat gewechselt, der Ruth und die Robert sind verschwunden und haben sich inzwischen auch getrennt,  Manfred Lagler-Regall meinen eifrigen Kommentierer habe ich dort kennengelernt, Maria Seitz, Eva Riebler und und und heuer war es wieder etwas kalt und noch naß vom Regen und elf Damen und zwei Männer, der Manfred Lagler-Regall und der Alfred sind mitmarschiert und zum Lesen hatte ich die “Fatma-Szene” aus meinem neuen Buch, das ja zum Thema passend von der “Sommerfrische in Harland bei St. Pölten” handelt, allerdings ist es ein Sommer- und kein Osterbuch.

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Wir sind ja schon ein paarmal um den ganzen See herummarschiert und haben som wie im letzten Jahr, das Picknick, es gibt dann ja immer ein Ostereierpecken bei der Aussichtswarte gemacht, aber diesmal waren die Leute nicht sehr gehfreudig, weil eben sehr windig und kalt.

Ich habe diesmal noch bei diesen Sitzgelegenheiten, die ausschauen, wie aus dem Museumsquartier, zum Lesen begonnen, dann gings ein Stückerl weiter zu einem Bankerl und eine Dame las ein Gedicht von Berthold Brecht “An die Nachgeborenen”.

Es werden ja nicht immer eigene Texte gelesen, so las Eva Riebler ein Stück aus den “Legenden” von Gesa Olkucz, weil sie das Buch für “Etcetera” besprochen hat. Und Manfred Lagler-Regal, der ja sehr religiös ist, hatte einen Text zu Ostern passend, zur “Auferstehung.”

Maria Seitz brachte einen Dialog von einem Paar, die in ein zu großes Haus eingezogen ist, dann gab es noch Gedichte, besinnliche Texte, etcertera, bevor es  zurück zur “Seedose” gegangen ist, wo es das Picknick diesmal, bei heißen Tee oder Schokolade, gegeben hat.

Den Osterspazierung des ersten Wiener Lesetheaters der ja immer am Ostermontag durch die verschiedenen Bezirke Wiens gegangen ist, gibt es nicht mehr, habe ich gehört, schade er war ja sehr interessant, aber den der LitGes wird es vielleicht noch geben und wenn das Wetter im nächsten Jahr wärmer  ist, wird er vielleicht auch wieder länger und ausführlicher sein.

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Leipziger Buchmessenreport

Sacha Batthyany

Sacha Batthyany

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In Leipzig war ich jetzt seit wahrscheinlich 1998, anders als in Frankfurt, wo ich nur 2000 und 2002 war, so an die zehn bis fünzehnmal. Seit 2009 blogge ich darüber, seit dem vorigen Jahr als akkredierte Bloggerin sohzusagen offiziell.

Man könnte auch lakonisch sagen, ich kann jetzt gratis hinein und die Bloggerlounge für Treffem, beziehungsweise fürs Kaffeetrinken benützen und gewohnt haben wir wieder, wie seit Anbeginn bei den Hundertmarks am Schmetterlingsweg.

Wie es war?

Spannend und, wie erwartet auch ein wenig frustrierend, obwohl eigentlich alles klappte, beim “Aufbau Verlag” bin ich zu einem Sektempfang zurechtgekommen, in der Bloggerlounge habe ich mit Tobias Nazemi gesprochen, Mara Giese habe ich die Hand gegeben,  mit Olga Martinova und Olek Jurew im selben Messerestaurant zu Mittag gegessen, im “Leipziger Literaturinstitut” war ich auch und eine Menge Bücher habe ich  ebenfalls aus Leipzig mitgebracht, wann ich die wohl lesen werde? Aber wieder schön der Reihe nach:

Friederike Gösweiner

Friederike Gösweiner

Marlen Schachinger

Marlen Schachinger

Am Mittwoch sind wir am Morgen mit den Auto losgefahren, haben am Abend, während die Messe in Gewandthaus eröffnet wurde und der “Preis für europäische Verständigung” an den Historiker Heinrich August Winkler vergeben wurde, mit den Hundertmarks zu Abend gegessen und sind am Donnerstag losgezogen.

Mit der Akkredierung gab es diesmal keine Probleme und so bin ich bis zum Mittagessen ersteinmal so ziemlich planlos durch die Hallen gezogen.

Das heißt, das stimmt nicht ganz, denn als ich in der Halle vier das “Österreich Kaffee” erreichte, hat gerade Ilse Kilic, von der ich eigentlich dachte, das sie am Mittwoch bei der “Lyrik im März” in Wien lesen wird ihr neues “Ritter-Werk “Das sich selbst lesende Buch”, das, glaube ich, auch von einer Ilse Kilic handelt, vorgestellt und ich habe mich hingesetzt und ihr zugehört. Sie hat dann von mir wissen wollen, wo ich in Leipzig wohne und mir erzählt, daß sie auch eine Stunde Fahrtzeit hat. Dann habe ich beim “Amazon Kindle Publisher Stand” ein paar Bücher eingesammelt oder war das erst am Freitag?

Egal, man vergißt ja soviel, obwohl ich mir brav alles in in mein rotes Büchlein aufgeschrieben habe und bin dann auch irgendwann beim “blauen Sofa” gelandet, wo Nora Gomringer gerade mit Begeisterung von ihrer lesenden Mama erzählte, dann kam Heinz Strunk an die Reihe, der mit der “Der goldene Handschuh” ja für den “Leipziger Buchpreis” nominiert war.

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Ulf Stolterfoht

Ulf Stolterfoht

Dann kamen Joe Lendle und Tilmann Rammstedt auf das “blaue Sofa” um über ihr “Morgen mehr” Projekt zu erzählen. Ich habe mich aber mit dem Alfred zum Essen getroffen und danach habe ich mich bald in die Glashalle gesetzt, um bezüglich der Preisverleihung nichts zu versäumen.

Mit meinem Presseausweis hätten sie mich wahrscheinlich auch durch das Absperrband durch gelassen, aber auch so habe ich gut gesehen und war nah daran und kann jetzt gleich verkünden, daßn der Kategoerie Übersetzung Brigitte Döbert für ihre Übersetzung von  Bora Cosic “Die Tutoren” und bei den Sachbüchern,  Jürgen Goldstein für seine Biografie “Georg Forstner. Zwischen Freiheit und Naturgewalt” gewonnen hat.

Bücher, die mir nicht viel sagen und auch die in der Abteilung Belletristik waren für mich nicht so bekannt.

Da war, wie schon erwähnt Hein Strunk, der in den Blogs sehr gelobt wurde, nominiert, dann Marion Poschmann mit einem Lyrikband, Roland Schimmelpfennig  und Nis  Nomme Stockmann mit “Der Fuchs”, das wurde in den Blogs auch besprochen und dann noch der mir völlig unbekannte Guntram Vesper mit seinem Opus Magnum “Froburg”, der den Preis auch gewonnen hat.

Das ist ein Herr über siebzig und “Froburg” ist ein Städtchen in der Nähe von Leipzig, wo er, glaube ich, auch aufgewachsen ist.

Jörn Dege

Jörn Dege

Thomas Podhostinik

Thomas Podhostinik

Also eine große Überraschung und damit bin ich dann in die Halle vier zum “Österreich-Empfang” gegangen, wo es diesmal Schnitzeln zum Wein gegegeben hat, wurde doch der neue “Österreichische Buchpreis”, für den sich die Verlage nun bewerben können und der am Vorabend der nächsten “Buch Wien”,  vergeben wird, angekündigt.

Selbupublischer und Selbstverlage dürfen sich natürlich nicht bewerben, aber bloggen kann und werde ich natürlich darüber und interessante Gespräche hat es am Stand auch gegeben. Wir haben sogar den früheren Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gesehen, den ich allerdings fast nicht erkannt hätte.

Am Freitag ist es dann weitergegangen. Diesmal bin ich, glaube ich, in der Halle fünf, bei den “Kindle Selfpublishern” gesessen und habe einer jungen Frau mit schwarzen Hut und bunter Bluse zugehört, die aus ihrem Buch “Tieffliegende Liebe” las, das von einer Fritzi handelt. Sie nennt sich Charly von Feyerabend, was wohl ein Pseudonym sein dürfte und  um zwölf hat es dann ein Bloggertreffen in der Bloggerlounge gegeben, dann habe ich wieder den Alfred getroffen und Tilmann Ramstdet diesmal auf der Bühne des “Literatucafes” versäumt.

Dann ging es wieder nach Österreich und zu einer Lesung von Karin Ivancsics neuem Buch und bei den Rumänen bin ich auch zu einem Empfang zurechtgekommen, wo der Messedirektor war, Dana Grigorcea und wahrscheinlich noch eine Menge anderer wichtiger Personen, beim “Aufbau Stand” habe ich dann mit Frau Seiler gesprochen, Robert Misik und Ronja von Rönne gesehen. Dann war es schon Zeit für das “blaue Sofa”, wo es diesmal wieder am Abend eine “blaue Stunde” gab, am Freitag zum Thema “Flucht, Angst und Integration – Stößt Europa auf seine Grenze”, denn das war heuer das Messe Spezialthema. Danach wurde der “Preis der Literaturhäuser” an den eperimentellen Lyriker Ulf  Stolterfoht vergeben, der diesmal auch im “Wiener Literaturhaus” lesen wird und irgendwo in der Glashalle gab es einen Chor, wahrscheinlich auch zum Thema Freiheit und Integration, der so laut war, daß man den Preisträger und den Moderator nicht mehr recht verstanden hat.

Franziska Gesternberg

Franziska Gesternberg

Janko Marklein

Janko Marklein

Zu den Brezeln gab es diesmal nur Weißwein oder Wasser, aber ich hatte mein Glas Rotwein schon bei den Rumänen getrunken und außerdem noch etwas vor, hatte mich doch Jörn Dege, der mir auch die “Doppelte Biografieführung” geschickt hat, zur “Institutsprosalesung” ins “Leipziger Literaturinstitut” in die Wächterstraße, neben der amerikanischen Botschaft gelegen, eingeladen, wo Thomas Podhostinik, Franziska Gesternberg, Janko Marklein, Luise Boege, Kristina Schilke und Sascha Macht, alles Absolventen, ihre neuen Romane vorstellten und in einer Vitrine konnte man die anderen Bücher berühmter LL-Studenten, drunter die von Clemens Meyer, Sasa Stanisic, etcetera, bewundern.

Am Samstag ist es weiter mit einem kurzen Kennenlernen von Martina Gercke am “Meet und Greet Stand” und einem längeren Gespräch mit Tobias Nazemi in der “Blogger Lounge” weitergegangen.

Ich habe Anna Jung und Nellja Veremej die ihr neues Buch “Nach dem Sturm” am Stand der “Unabhängigen” vorstellte, gehört und Ronja von Rönne am “blauen Sofa” versäumt.

Da bin ich gerade zum “Krimi Speed Dating” zurechtgekommen, wo Dora Heldt, Sebastian Fitzek, Friderich Ani, und Elisabeth Herman ihre neueren und älteren Krimis vorstellten und an sich gegenseitig verschenkten, zurechtgekommen und bin am Abend nicht mehr zu einer Lyrik Lesung mit der Ute ins Cafe Tunichtgut gegangen, sondern am Schmetterlingsweg verblieben und den Sonntag habe ich hauptsächlich vor dem “blauen Sofa” verbracht, hat da ja Michael Kumpfmüller seinen neuen Roman “Die Erztiehung des Mannes” vorgestellt. Ich habe die offenbar Bestsellerautorin  Theoa Dorn und ihren “Faust-Roman” “Die Unsterblichen” kennengelernt und Antje Ravic Srubel hat, glaube ich. auch etwas über “Transgender”geschrieben.

Luise Boege

Luise Boege

Kristina Schilke

Kristina Schilke

Dzevad  Karahasan ist mit seinem neuen Roman “Der Trost des Nachthimmels” weit in die Vergangenheit zurückgegangen. Dann wurde es wieder voll, denn dann kam Sarah Kuttner mit ihrem Hund, sprach über ihre neues Buch “180 Grad Meer” und beantwortete, die Kritikerfrage, die ich auch auf den Blogs schon hören konnte, ob das was sie da schreibt, denn literarisch ist, mit ihrer wahrscheinlich bekannt sehr lockeren Art “Es ist das. was ich kann!” und bekam sehr viel Apllaus dafür.

Dann bin ich ich zum Mittagessen in die “Blogger Lounge” gegangen, habe mir dort kein Frankfurter, sondern ein  Paar Wiener Würschen, denn die heißen dort so, gekauft und es war etwas leerer, hat es ja anderswo, eine große Blogger Konferenz gegegen, wo auch Mara Giese ihren Blog vorstellte, für die man aber dreiißig oder sechzig Euro zahlen hätten müssen.

Dann bin ich noch ein bißchen durch die Halle drei gewandert, habe mich bei dem toskanischen Stand, wo es Wurst, Wein und Käse gab,  ein bißchen durchgekostet, die angeboteten Bibeln und christlichen Bücher verschmäht und bin dann wieder zum “blauen Sofa” gewandett, wo “Fünfundzwanzig Jahre Leipzig liest” mit Clemens Meyer, Kerstin Hensel und Jan Böttcher gefeiert wurden.

Dann gings  zur Ulrike, die ja um die Zeit ihren Geburtstag hat und heute sind wir mit zwei vollen Büchertaschen zurückgefahren und ich kann mein Resume ziehen, beziehungsweise mich bei den anderen Blogs so umsehen, wie die die Leipziger Buchmesse erlebten und, daß El Awadalla, die erforderten sechtausend Unterschriften nicht zusammenbekommen hat und daher nicht die nächste österreichische Bundespräsidentenin werden kann, hat mich ein bißchen enttäuscht.

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Sascha Macht

Sascha Macht

Es gibt aber viel zu Lesen und in Leipzig habe ich Nele Neuhaus “Schneewittchen muß sterben”, ein Fund aus dem Bücherschrank durchgenommen, von deren großen Erfolg, ich auf einer der Fachkonferenzen, die es für Buchhänderschüler, beziehungsweise  Studenten gab, ebenfalls hören konnte.

 

Literaturfluchten

Bei den “Wiener Vorlesungen”, diesen seit über zwanzig Jahren im Rathaus stattgefindenden Gespräche über beinahe jede Art von geistigen Thema, die von Prof. Hubert Christian Ehalt initiert werden und zu denen ich manchmal gehe, gibt es jetzt auch eine “Wendelin Schmidt- Dengler Vorlesung”, die mit dem Verein “Neugermanistik Wien”, dessen Vizepräsidentin Aleandra Millner ist, veranstaltet wird, die den Vortrag des italienischen Germanistikprofessors Luigi Reitani, der über Hölderlin forschte “Flucht in der Literatur – Flucht in die Literatur” auch moderierte.

In Zeiten, wie diesen ein interessantes Thema und “Wendelin Schmidt Dengler Vorlesungen” hat es, glaube ich, auch schon in der “Gesellschaft für Literatur” gegeben und interessant für mich war auch, daß der Stadtsenatsitzungssaal mit den Wiener Bürgermeisterbildern ziemlich leer war, als ich in erreichte.

Ich war schon öfter im großen Festsaal und da habe ich dann kaum einen Platz bekommen, aber jetzt fand ich einen locker in der zweiten Reihe und habe hier Christel Fallenstein und ihren Mann zum ersten Mal seit ihren Schlaganfall, den sie im Sommer hatte, wiedergetroffen. Es war auch Wolfram Huber da, Frau Schmidt-Dengler, Herbert J. Wimmer und andere Interessierte.

Professor Ehalt leitete ein und erwähnte dabe,i daß Wendelin Schmidt Dengler der ständige fellowship, wie er ihn nannte, in über dreißig Vorlesung referiert oder mitdiskutiert hat. Alexandra Millner stellte dann den Professor vor, der derzeit das italienische Kulturinstitut in Berlin leitet und der begann mit Dante und Vergil seine Ausführungen.

Daß man eine literarische Vorlesung zum Thema Flucht der “Odyssee” widmen kann, hattte ich schon im Gespräch mit Matrthias Fallenstein festgestellt, aber Professor Reitani zeigte auf, daß die ganze Menschengeschichte beginnend mit Adam und Eva und der Heiligen Familie, auf der Flucht vor Vertreibung war.

Man kann aber auch aus dem Leben in die Literatur fliehen, das hat Hölderin dann getan, dem ein großer Teil des Vortrags gewidmet war und manche Flüchtlingsgruppen haben sich am Abend hingesetzt und weil sie von der Flucht nichts mehr wissen wollen, sich der Literatur gewidmet und sich Geschichten vorlesen lassen oder die erfunden.

Das ist übrigens eine Idee für meine “Greif- und Wurfgeschichten”, denn die Frage tauchte in der Diskussion natürlich auf, ob man in Zeiten, wie diesen sich überhaupt mit Kunst und Kultur beschäftigen, ( beziehungsweise auf Weltreise) gehen kann?

Der Professor sagte ja und erzählte von Diskussionen in den Berliner Theatern, die derzeit darüber reden, ob man in Zeiten, wie diesen Schiller oder Goethe oder vielleicht nur Stücke über Flüchtlinge spielen darf und soll und vorher ist er noch die Geschichte  hinaufgegangen. 1927 hat Joseph Roth “Flucht ohne Ende” geschrieben, die er sehr ausführlich referierte. Er zitierte auch die “Todesfuge”, die dann eine Dame nicht im Zusammenhang mit dem Thema Flucht sehen wollte. Aber auch im ersten Weltkrieg gab es Flüchtlingsströme, im zweiten ebenfalls und Vertreibungen und jetzt schwappt die Flüchtlingswelle über das Mittelmeer zu uns her, bringt uns durcheinander und die Politiker dazu von Obergrenzen und geschlossennen Flüchtlingswegen zu diskutieren.

Hier endeten die Ausführungen von Professor Reitani, während ich da ja noch das LL-Buch von Jenny Erpenbeck  anführen kann oder meine Flüchtlingstrilogie, von der der zweite Teil wahrscheinlich nächste Woche kommen kann.

Im Internet gibt es Initiativen wie “Blogger für Flüchtlinge”, mit verschiedenen Anthologien, Literaturzeitschriften widmen sich diesen Thema, es gibt “Preise für Exilliteratur” und und ich fand es äußerst spannend, das Thema von ganz unten von Vergil, Dante und der Odyssee her zu diskutieren, denn das ganze Leben ist Flucht und natürlich kann man sich auch in die innere Emigration begeben, in die Literatur flüchten und, daß die das zu einem Teil auch ist, habe ich mir schon gedacht.

Eine sehr schöne “Wendelin Schmid Dengler Vorlesung” mit einem sehr wichtigen, allumfassenden Thema. Alexandra Millner hat noch Albert Drach angefügt und der Professor darüber referiert, daß man manchmal nicht oder nur mit sehr viel Distanz über seine Flucht sprechen kann.

Auch das ist psychologisch sehr verständlich und das Thema Flucht macht, wie man derzeit überall sehen und hören kann, auch sehr viel Angst und da kann es vielleicht durchaus hilfreich sein, die mit Literatur zu bewältigen, wobei es wahrscheinlich ganz egal ist, ob man das nun mit Jenny erpenbeck, Feridun Zaimoglu oder Dante und Vergil, etcetera tun, das ist wahrscheinlich Geschmack- und Bildungssache und weil der Professor Joseph Roth schon so intensiv  erwähnte, meine Fatma Challaki hat in der deutschen Schule in Damaskus mit ihrem österreichischen Deutschlehrer  den “Radetzkymarsch” gelesen und das dann  in der Wiener Nationalbibliothek wiederholt, wo sie Professor Eberhard kennenlernte und die Kreise schließen sich.

Und ich werde meine Anna Augusta Augenstern vielleicht ihrem Psychiater “Fluchtgeschichten” erzählen lassen, die meine “Berührungen” eventuell in neuen Schwung bringen, während Luigi Reitani noch erwähnte, daß es angesichts der derzeitigen Umstände wichtig ist, sich mit  Klassikern zu beschäftigen.

Wendelin Schmidt Dengler wäre aber wahrscheinlich ebenfalls mehr in der Gegenwartsliteratur verblieben.