Das Gute, Wahre, Schlechte, Schöne des Franz Schuh

Der Philosoph, Schriftsteller und Essayist Franz Schuh wurde am fünfzehnten März fünfundsiebzig Jahre alt und deshalb hat Bernhard Kraller zwei Bücher über ihn herausgebracht und zwei weitere sind noch in Planung und in der “Alten Schmiede” gabs eine Präsentation und ein Gespräch mit dem Autor und dem Rechtsanwalt Franz Noll und der Musiker, offenbar ein Freund, hat ein Stück für ihn geschrieben.

Eigentlich war ich der Meinung, ich bin rechtzeitig von zu Hause weggegangen, dann war, als ich die Stiegen hintergestiegen bin, schon alles voll oder die Plätze besetzt bzw. für die VOPS zu denen ich ja nicht gehöre, reserviert.

Ach scheiße, ich hätte zwar in den Schmiedesaal hinaufgehen können, um den Stream anzusehen, das tue ich nicht, habe ich früher mal gesagt, es jetzt die letzten zwei Jahre von zu Hause doch getan, bin aber stehen geblieben, mich von Stephan Eibel begrüßen lassen, eine Weile neben Ronald Pohl,i der ja mit mir gleichzeitg in die GAV aufgenommen wurde, gestanden, der hat dann einen Platz angeboten bekommen und ich habe mich schließlich, als es begonnen hat, auf einen der Sessel, die im Foyer aufgestellt sind, neben Kurt Neumann gesetzt. So habe ich den Einzug der Musiker beobachten können. Walter Famler hat begrüßt und Franz Schuh, von dem ich zuletzt das öst Buchpreisbuch gelesen habe, in dem er seine über seine überstandene Krankheit , beschrieben hat, hat ein auf Wienerisch übersetztes Gedichgt von Fernando Pessoa gelesen und das hatte es in sich. Es beginnt mit einem Trafikanten und dann mit dem gescheiterten Leben, ich habe mehr geschrieben als Goethe und Kant, das trifft, was den literarischen Teil betrifft, auf mich auch zu und Franz Schuh hat das auch brillant gelesen.

Das nächste Mal ein Hörbuch, hat, glaube ich Bernhard Kraller gesagt und dann kam das Gespräch mit Alfred Noll. Armin Thurnher, den ich ja schon einmal mit Franz Schuh im Schauspielhaus hörte, ist im Programm gestanden, war aber nicht da und das Gespräch begann mit der Frage, wie man im einundzwanzigsten Jahrhundert leben kann oder soll?

“Ich bin kein Ratgeber!”, hat Franz Schuh, der ja sehr intellektuell ist und für mich öfter unverständlich war, geantwortet und dann ist es zu der Frage des Krieges und wie man sich diesbezüglich verhalten kann, gehalten. Franz Schuh hat wieder brillant geantwortet und das ist eine sehr wichtige Frage, denn eigentlich kann man nichts dagegen tun. Ich, die im Hintergrund Bloggende und erfolglose Autorin nicht und auch nicht unser neuer Bundeskanzler, obwohl der das ja versucht hat und nach Moskau hingefahren ist.

Franz Schuh natürlich ebenfalls nicht, hat es aber in brillante Worte gekleidet und nachher konnte man sich die Bücher signieren lassen und da hat man diesmal glaube ich auch keine Maske gebraucht, obwohl die Leute, die vor mir die Stiegen hinuntergegangen sind, diese in der Hand hielt und danach fragten und die junge Frau, die die Programme und die neue “Sichel” austeilte, erklärte das, was man mir auch von der “Gesellschaft” mailte: “Wir empfehlen es sehr!”

Wieder Literatur und Wein

Zu der “Literatur und Wein” vom niederösterreichischen Lteraurhaus bzw. Sylvia Treudl organisiert, wo vier Tage in Krems und in Göttweig internationale Mainstreamliteratur bei Eintritt geboten und dazu Weine präsentiert werden, gibt es, glaube ich, schon seit über zwanzig Jahren.

Sylvia Treudl

Seit 2013 sind wir, glaube ich, dabei. 2019 mit Gips weil wir die Karten schon hatte, 2020 hätten wir ausgelassen, weil ich dachte, daß ich wegen meines Bloggens eigenlich dafür nicht zahlen will, wie es ja auch in Basel, bei der “Buch Wien” und auch in Leipzig Bei Literatur und Wein ging das aber eher nicht, das Festival hat aber Pandemie bedingt ohnehin nicht stattgefunden. Ich habe dann aus dem Programmheft darüber berichtet. Voriges Jahr gabs glaube ich auch keines oder man hätte mit 2 oder 3G oder Maske hingehen können und heuer war das auch sehr lang nicht klar.

Daß das Festival stattfinden wird schon. 3G war da glaube ich angesagt, aber dann gabs ja vor einer Woche den zweite sogenannte Freiheitsversuch, wo man jetzt zwar, wenn man in ein Einkaufszentrum will, eine Maske aufsetzen muß, die aber wenn man nur Bücher und Schuhe kaufen kann, wieder abnehmen kann, aber man kann wieder zum Friseur und zu Veranstaltungen gehen.

Taras Czubaj

Das habe ich mit einem etwas flauen Gefühl am Dienstag und am Mittwoch schon ausprobiert und beim ersten Freiheitsversuch im März habe ich ja noch gedacht, ich weiß nicht, ob ich mich da wirklich in den Brunnensaal setzen will? Dann bin ich am siebenen März, glaube ich, zu Ruths Vortrag, gegangen und am Freitag darauf hatte der Alfred Gliederschmerzen und dann, weil er unbedingt zu “Werners Tour” gehen wollte, einen positiven Test. Den hätte ich wahrscheinlich auch und am Mittwoch darauf einen Schwächeanfall, das heißt immer noch Gliederschmerzen und ein blaues Auge, aber sonst haben wir auch ungeimpft eigentlich nicht einmal einen milden Verlauf gehabt und wenn die Genesung laut Regierung sechs Monate anhält, brauche ich mir keine Sorgen machen oder kann das ausprobieren.

Klaus Zeyringer, Marc Elsberg

Also doch nach Krems und das war sehr interessant. Erstens im Gegensatz zum Literaturhaus gestern, wo man sich beim Signieren verhüllen sollte, habe ich kaum Masken gesehen. Niederösterreich ist da offenbar lockerer und das Programm dann auch, nämlich ein Thrillerautor im Gespräch mit Klaus Zeyringer. Hui, was ist das? Das ist doch keine hehre Literatur mit dem sich die hehren Literaturwissenschaftler beschäftigen. Aber der 1967 in Wien als Markus Rafelsberger geborene Marc Elsberg hat ja 2012 wahrscheinlich eher zufälig einen Roman geschrieben, der jetzt in aller Munde ist, nämlich “Blackout” ein Stromaufall, der ganz Europa oder die ganze Welt erfaßt und das war für das Literaturhaus offenbar ein Grund es mal anders zu beginnen und Sylvia Treudl hat in ihrer Einleiterung natürlich auch den Angriffskrieg auf die Ukraine erwähnt und, um Spenden gebeten, um einen Kastwagen voller Medikamente dorthin zu schicken und ein ukrainischer Sänger hat auch zuerst zwei Lieder, eines nach einem Text von Juri Andruchowytsch, dargebracht.

Klaus Zeyringer, Juan Gabriel Vásquez

Dann ging es ins Jahr 2012 und zu “Blackout” und hier hat Marc Elsberg ziemlich genau in seine Schreibwerkstatt schauen lassen. Er ist ein Planer, er recherchiert die Namen und erzählte über die Entstehungsgeschichte. Dann hat er ein Stück daraus gelesen und Kaus Zeyringer stellte anschließend die anderen Thriller vor.

bratfisch

Da gabs 2014 “Zero”, da wurde auch ein Stück gelesen. Bei “Helix” gehts um die Gentechnik. Dann gibts noch ein Buch mit dem Namen Gier” da gehts um die Wirtschaft und das letzte Buch heißt “Der Fall des Präsidenten”, da wird ein amerikanischer Präsident am Flughafen von Athen verhaftet und da gabs natürlich die Frage, ist das jetzt Donald Trump. G. W. Bush oder Barak Obama oder eine Mischung aus den dreien. So ist es natürlich aus rechtlichen Gründen und am Freitag ginges dann im Brunnensaal mit Kerstin Hensel weiter, die ich ich ja ein oder zweimal in der Linienstraße in Berlin Ost besucht habe und auch öfter in Leipzig traf und die aus einem Buch namens “Regenbeins Farben” las, wo sich drei Witwen immer auf einem Friedhof treffen und dort offenbar einen Witwer treffen. Ein Thema, das ich in meinen Büchern auch schon mal hatte und interessant ist auch, daß es da offenbar um alte Frauen in der Literatur geht und Monika Helfer, die als nächste ihr “Löwenherz” vorstellte ist auch nicht mehr so jung, nämlich schon 1947 geboren. Dazwischen gabs immer die Weinverkostungspausen, ein “Weinalphabet” hat es vorher auch gegeben und es traten wieder die Winzer auf, die ihre Weine und ihre Weingüter vorstellten.

Den 1973 in Bogota geborenen Juan Gabriel Vasquez offenbar ein sehr bekannter kolumbianischer Dichter habe ich nicht gekannt. Hier hat Klaus Zeyringer die deutschen Passageen aus seinem Roman, die “Gestalt der Ruinen” gelesen. Eva Menasse, mit ihrem “Dunkelblum” ein Roman den ich noch lesen muß, der aber in Harland schon über dem Bett liegt, folgte. Die musikalische Umrahmung kam diesmal vom Weltstadtquartett “Bratfisch”, die die Wienermusiktradition neu ummischt und auch sehr lebendig auftrat. Dann kam der Schweizer Poetryslammeister Christoph Simon, der lustig vor sich hinplaudernd seine zwei im Lockdown entstandenen Bücher vorstellte.

Am Samstag gings zwei Stöcke höher in der Artothek mit zwei “Blauen Stunden der Lyrik” weiter, am Vormittag stellten da die Slowenin Anja Golub, die Ungarin Kinga Toth und Gerhard Ruiss ihre neuen Gedichtbände vor, beziehungs switschte der letztere von seinen Oswald von Wolkenstein Übertragungen zu seinen Kanzlergedichte und seinen “Liebesgedichtband” hin und her und am Nachmittag trat wieder Kerstin Hensel mit ihren Gedichtband “Cinderella räumt auf”, vorher hat schon Julian Schutting aus seiner “Winterreise” gelesen und nachher stellte Christoph W. Bauervon dem ich schon einiges gelesen habe, seinen neuen Band “an den hunden erkennst du die zeiten” vor.

Dazwischen bin ich nach Krems gegangen, habe bei der “Nordsee” einen Champignonfisch gegessen und mir ein Shirt gekauft, sowie einen Kaffee getrunken und bevor es mit dem Bus wieder zum Brunnensaal ging, bin ich ein bißchen die Donau entlang spaziert, zur Frauenkirche hinaufgegangen und habe mich im Shop des Karikaturenmuseums umgeschaut. Mit Cornelia Stahl und Kerstin Hensel habe ich auch gesprochen und im Brunnensaal ging es nach der Begrüßung durch den Archivar des Klosters, der die Gemeinsamkeiten zwischen den Bücher und der Weinlese erwähnte, mit dem Schweizer Urs Mannhart weiter, der auch Bio Bauer ist und seinen neuen Roman “Gschwind oder Das mutmaßlich zweckfreie Zirpen der Grillen” vorstellte. Katja Oskamp von der ich schon “Halbschwimmer,” gelesen habe folgte mit ihren Erfahrungen einer Fußpflegerin und stellte da zwei Portraits ihrer Kunden vor. Alois Hotschnig las aus seinem Roman “Der Silberfuchs meiner Mutter”, das schon in der “Alten Schmiede”vorgestellt wurde, ein Kapitel vor.

Dann hätte Karl Markus Gauß folgen sollen, aber den hatte offensichtlich das Virus erwischt, wie auch die ausgewählte Musikgruppe. Karl Markus Gauß wurde durch Fiston Mwanza Mulija und seinen “Tanz der Teufel”, ersetzt. Die Musikgruppe durch ein Jazzduo, das den guten Wein bei dem Literaturfestival lobte und davon schon reichlich getrunken zu haben schien, was ihre Spielleistung ziemlich beeinträchtigt hat, so daß die meisten Leute und schließlich auch wir noch vor dem Ende weggegangen sind.

Vorher trat aber wieder, wie ich in der Artothek, Taras Chubay auf und Antonio Fian hat auch aus seinen “Wurstfragen” gelesen, das wurde auch schon vorgestellt. Ein paar der Dramulette waren aber neu für mich und die Weine wurden auch wieder vorgestellt und man aufgefordert sich seinen Lieblingswein auszuwählen, was für mich bei einem Rose Frizante zutraf und ein bißchen konnte man sich am Samstag auch auf die Terrasse stellen und auf das Land hinuntersehen, was ja auch eine Attraktion des Festival ist.

Am Sonntag gings dann zu der legendären Sektmatinee. Allerdings waren wir wegen des Wien-Marathons nicht sicher, rechtzeitig hinzukommen, denn bis Schönbrunn war alles abgesperrt und wir sind gekreist und gekreist und dann vom dreizehnten Bezirk in die Hadik-Gasse gekommen. Hat aber doch geklappt und einen guten Platz konnten wir uns auch sichern. Die Eva Riebler und eine Dame von der LitGes haben wir gesehen, Antonio Fian” hat mich begrüßt und dann gings zu “Dorothy Parkers Teufelkreis”.

Nora Gomringer

Das heißt Taras Chubay hat wieder ein paar Lieder gesungen und Christoph Maunz, der bei den Matineen immer auftritt, hat Texte von James Thurner gelesen, der zu dem zitierten Teufelskreis gehörte. Nach einer Pause trat Nora Gomringer mit zwei Musikern auf und hat Texte der 1893 in New Jersey geborenen und 1967 in New York verstorben Schriftstellerin und Literaturkriterin mit großer Leidenschaft performt.

Schön und auch ein bißchen anstrengend nach zwei Jahren live Veranstaltungsabstinenz wieder live in die Literaturwelt einzutauchen. Schade ist natürlich, daß ich da das “Luftsprung-Fest” des “Ohrenschmauses” versäumtes, zu man, für mich überraschend auch ohne Masken und sonstige Kontrollen teilnehmen konnte, aber das hat von zwei bis vier im Badeschaff stattgefunden und da waren wir noch in Krems.

Oberösterreichisches im Literaturhaus

Im Literaturhaus haben sie mir gestern ja als Erstes gesagt, daß man jetzt wieder maskenlos und ohne Anmeldung zu den Veranstaltungen kommen kann. Da bin ich mir ja schon fast ein wenig zwanghaft vorgekommen, daß ich soviel nachgefragt habe. Dann stand aber am Eingang ein Tisch mit einem sehr freundlichen jungen Mann fast so, wie bei den Slams, der mich und den Alfred irgendwie abzählte und uns dann einen schönen Abend wünschte. Die Sessel weit auseinander, diesmal haben die Leute die schon dort waren zumeist Masken getragen, die sich dann später lichteten. Ich habe niemanden außer Barbra Zwiefelhofer gekannt, die sich in ihrer Einleitung freute, daß man jetzt wieder ohne Maske kommen kann, aber selbst immer wieder eine aufsetzte und auch desinfizierte und dann die zwei Autoren und den Moderator vorstellte. Alles Oberösterreicher Christian Schacherreiter, Wilfried Steiner und Sebastian Fasthuber, der moderierte und die Themen der vorgestellten Romane waren auch sehr interessant und was mich ja freut sehr realisitsch.

Vor allem der 1954 in Linz geborene Christian Schacherreiter, der Lehrer und Schuldirektor war, hat mich angesprochen, sind es ja meine Themen, dieses links und rechts, da der sozialistische Politiker, der zum Landesparteiobmann der SPÖ aufsteigen will, dort der Burschenschaftler aus der Nazifamilie, der noch dazu schwul ist und der Sozialist wird verdächtig vor zwanzig Jahren eine Frau vergewaltigt zu haben. Es gibt dann eine Diskussion über Gewalt an Frauen, wo der tatsächliche oder abgelehnte Verteidtiger des Sozialisten diskutiert, der auch ein Burschenschaftler ist.

Interessant, interessant und den den1960 ebenfalls in Linz geborenen Wilfried Steiner, habe ich, glaube ich schon lesen gehört und ein Buch von ihm einmal gefunden. Sein neuer Roman “Schöne Ungeheuer” ist eine Mischung zwischen einem Krimi und einem Physiklehrbuch, denn es handelt von einem Wissenschaftsjournalisten, der einen Mord an einen Physiker aufklären soll, der ihn nach Genf und nach CERN führt und dort hat ja auch Mary Shelley ihren “Frankenstein” geschrieben, ist sicher auch sehr interessant und Sebastian Fasthuber befragte Wilfried Steiner auch nach seiner Lieber zur Astronomie und seinen Forschungen, die er bezüglich des Romans betrieben hat.

Nachher konnte man sich, aber bitte mit Maske, die Bücher signieren lassen und Wein hat es trotz der wieder fast normalen Normalität nicht gegeben. Aber vielleicht kommt das auch noch und im Bücherschrankc habe ich dann “Die Elenden von Lodz” von Steve Sem-Sandberg gefunden und darüber habe ich ja schon ein anderes Buch gelesen, beziehungsweise es mir einmal zum Geburtstag schenken lassen.

Maskenlos schreiben lehren

Seit Karsamstag gibts ja die zweite Lockerungswelle dieses Jahres, nachdem der Freedomday am fünften März bald wieder zu einer Maskenpflicht im Inneren führte und jetzt wieder nur noch Maske im Supermarkt und in der Apotheke bzw. in den Öffis. Allerdings muß man sie auch im Einkaufszentrum aufsetzen und darf sie wenn man in den Baumarkt will, wieder abnehmen und wieder auf, wenn man in den Supermarkt geht.

Ganz schön verrückt und wie ist das jetzt beim Friseur und in der “Alten Schmiede”?, habe ich mich gefragt, denn nach mehr als zwei Jahren Vermeidungsverhalten Normalität gewöhnen, habe ich gemerkt und bin am Samstag dann einmal zum Frieur gegangen.

Der Alfred owollte unbedingt zur “Literatur und Wein”, die dieses Wochenende stattfindet und schimpfte da am Freitag, weil 3G noch angeschrieben war. Das wurde dann geändert und heute hieß es Maskenpflicht ist nur Empfehlung und ich habe bei der “Alten Schmiede” angefragt, mich aber schon darauf vorbereitet mit dem Alfred hinzugehen, da die Karten für “Literatur und Wein” schon bestellt und die bereits eingeteilten Stunden verschoben.

Die Antwort war sehr freundlich aber “Maskenpflicht bis auf Weiteres”. Nun ja, Stream ist auch ganz schon, bin ich schon gewöhntund muß dann auch nicht aus dem Haus. Dann habe ich beim Literaturhaus angefragt, weil da das Mittwochprogramm in Frage kommt, die schrieben mir dann auch von Empfehlung und das fand ich dann auch auf der “Schmiede-Seite”.

Also den Alfred angerufen, aber der hatte schon etwas ausgemacht, also allein hinmarschiert. Ein bißchen verunsichert nach zwei Jahren, aber dann kam mir gleich ein maskenloser Walter Famler entgegen. Der August hatte eine Maske auf, zuerst viel unmaskierte Zuhörer. Dann würde ich sagen, es war halb zu halb und das Thema sehr interessant, denn die “Schule für Dichtung” wird jetzt dreißig Jahre und da kann ich mich noch an eine GAV- GV erinern, wo der Christian Ide Hintze von seiner “Schule für Dichtung”, die er gründen wollte, erzählte und mich dann anrief, um sich über den “Arbeitskreis schreibender Frauen” zu erkundigen. Später habe ich dann die “Schule für Dichtung-Aufführungen” bei “Rund um die Burg” gehört, wo vieles nach Allen Ginsberg orientiert war.

2012 ist Ide Hintze gestorben. Fritz Ostermayer hat übernommen, da war ich einmal bei einem Fest im Rabenhof rund auf der Mariahilferstraße bei einem Gerstl to go und Einladungen zu den verschiedenen Klassen bekomme ich auch und dann gibt es ja noch das Institut oder den Hochschullehrgang für Sprachkunst 2009 von Robert Schindel, Sabine Scholl und wie ich glaubte auch Gustav Ernst gegründet.

“Zwei Schreiblehrgänge gibt es in Österreich!”, sagte Johannes Tröndle in seiner Einleitung und am Podium saßen Orhan Kipcan, den ich, glaube ich, von diesem “Symposium für Sprachkunst” vor wahrscheinlich auch schon zehn Jahren kenne, Bodo Hell, Ferdinand Schmatz, beide Lehrende der Sprachkunst der ersten Stunde und Teresa Präauer, die erst später dazustieß.

Fritz Ostermayer hätte eigentlich moderieren sollen, ist aber erkrankt, hat aber Orhan Kipcak, der das übernahm, einen Leitfaden geschickt. Also wurden zuerst Anekdoten zur SfD erzählt. Bodo Hell hatte da eine Almklasse, wo er mit seinen Schüler auf seine Alm gegangen ist und dort eine Leiche entdeckte oder darüber schreiben ließ und in das naturhistorische Museum, um den Hanf zu erforschen, ist er, glaube ich, auch gegangen.

Interessant, könnte da der naive Zuhörer fragen “Was hat denn das mit dem Schreiben zu tun?”

So naiv bin ich nach fast vierzehn Jahren Bloggen und fast fünfzig Jahren schreiben natürlich nicht und Ferdinand Schmatz, der bis 2020 nach Robert Schindel der Leiter der “Sprachkunst” war, erzählte dann von seinen Erfahrungen und auch, was mich ja immer interessiert, daß da jährlich fünfzehn Kanditaten aus dreihundert Bewerbern ausgesucht werden.

Ich denke da ja immer an die 285 übergebliebenen und frage mich, wo bleiben die? Aber Ferdinand Schmatz sagte, daß man schreiben natürlich nicht lernen kann, sondern die fünfzehn Ausgewählten haben schon das Talent.

Natürlich ja, aber da die “Sprachkunst” oder Ferdinand Schmatz ein bißchen experimentell sind, werden wahrscheinlich ebenso Schreibende ausgwählt und bei Johannes Tröndls Einleitung von den zwei Schreibschulen Österreichs habe ich natürlich an das “Writers Studio” gedacht, das sich ja auch sehr an das amerikanischen Vorbild orientiert und wo ich jahrelang bei den Probeworkshops war. Dann gibts ja noch den Lehrgang der “Wiener Schreibpädagogik” den die Petra Ganglbauer, glaube ich, mitbegründet oder lang geleitet hat und für Deutschland und über Online kurse gibts ja die Annika Bühnemann, die Jurenka Jurk mit ihrer “Romanschule” und die Julia K. Stein, aber die haben einen anderen Ansatz, lehren das Schreiben von spannenden Romanen und haben da, glaube ich, auch ihre interessenten.

Das Schreiben ist also sehr vielfältig und ich interessiere mich gerade dafür. Aber die “Schule für Dichtung” hat sich auch weiterentwickelt.

So hat Teresa Präauer eine Klasse “Schreiben und Comic” geleitet und die Diskussion über das Schreiben war sehr interessant. Ein Gedicht von H. C Artmann wurde auch im Duett verleseen und Orhan Kipcak fragte öfters, ob das Gespräch vielleicht schon zu lang ist und am Schluß ging es dann, glaube ich, noch auf ein Bier ins “Salzamt”, aber da bin ich schon nach Hause gegangen.

Osterspaziergänge und Ostereier

Die literarischen Osterspaziergänge haben bei mir ja irgendwie Tradition, so bin ich, glaube ich, 2000, das erste Mal mit der LitGes an der Traisen gegangen, da waren, glaube ich, der Alois Eder und die Doris Kloimstein dabei und ich habe meine Ostereiergeschichte aus der “Viertagebuchfrau” gelesen, dann gabs ein paar Jahre später einen Spaziergang im Kaiserwald und ab 2009 gings dann, um den Viehofnersee bis 2018 glaube ich, denn 2019 hatte ich einen Gips und außerdem war das die “Literatur und Wein”, und dann kam ja Corona und Osterruhe und Ausgangssperre etcetera, im Vorjahr bin ich dann alleine um den See marschiert, habe den Bücherschrank geplündert und mich schreibend und lesend auf die Bankerln gesetzt.

Heuer fand ich dann, wie beschrieben, die Information der Osterspaziergang ist schon am 2. 4., also zwei Wochen vor Ostern. War er aber nicht, weil verschoben, ein Irrtum oder Mißverständnis, sondern doch erst am Karsamstag und das war mir dann egal, weil wir zu Ostern sowieso in Harland sind und solange Rolf Schwendter ,noch lebte gab es ja den Osterspaziergang des Lesetheaters durch die verschiedenen Wiener Bezirke am Ostermontag.

Da waren wir auch auf einiges und heuer Ostern ,ein Fest der Freiheit und der Auferstehung trotz der immensen Teuerung wie man überall hören kann und den Angriffskrieg der Russen in die Ukraine, denn weil die Zahlen jetzt wieder hinuntergegangen sind, wurden am Karsamstag die Maskenplficht in den Innenräumen, die vor ein paar Wochen wieder eingeführt wurden, aufgehoben und jetzt haben wir bis achten Juli wieder alle Freiheiten. Aber in den Supermarkt muß man bis dahin immer noch die Maske tragen, wahrscheinlich damit die Leute daran gewöhnt sind, wenn im Herbst dann die neue viel viel gefährlichere neue Variante kommt…..

ich denke, ich habe es schon geschrieben, aber auch von anderen gehört. Man muß wohl lernen mit dem Virus zu leben und sich von den Horrormeldungen nicht mehr irritieren lassen. Das versuche ich auch zu tun. Trotzdem ist mir ein wenig mulmig, wenn ich daran denke, daß ich, da Wien jetzt endlich auch die 2Regel aufgehoben hat, nächste Woche in die “Alte Schmiede” gehen kann, wo ich schon zwei Jahre nicht mehr war und zum Friseur, das war wahrscheinlich schon notwendig oder auch nicht, denn ich habe vor einem Jahr angefangen mir die Haare selbst zu schneiden, schaute ganz gut aus, war aber natürlich verschnitten.

Jetzt sind sie wieder gleich und hoffe, daß das so bleibt und dann auf in das Osterwochenende. Die Osterwoche habe ich ja schon beschrieben. Die Osterdekorationen sind sowohl in Harland, als auch in Wien aufgestellt. Die Geschenke für die kleine Lia besorgt und am Donnerstag sind wir am Abend wieder nach Harland gefahren. Das war der vierzehnte und der achtunddreißigste Geburtstag der Anna. Da haben wir ihr am Abend eine Torte gebracht und der Alfred und die Anna haben mich auf die Osteraktionen aufmerksam gemacht.

Am Karfreitag verteilte die SPÖ vor dem Amtshaus Ostereier. Da sind wir mit der kleinen Lia hin, die irgendwie auf blau steht und auch eine blaue Torte wollte. Also ein blaues Osterei. Aber die SPÖ hatte natürlich nur rote. Da müssen wir zur FPÖ gehen. Aber wo finden wir die? Am Samstag am Markt war die Antwort. Da standen ein paar in blauen Jacken bei dem Tisch hinter uns. Einer netten Dame habe ich diese Geschichte erzählt, als ich mir das zweite Ei für die Lia abholte.

Dann bin ich zum Friseuer gegangen und danach zum Hammerpark gefahren. Denn da gabs die nächste Aktion. Nicht nur Streicheltiere sondern auch ein Ostereiersuchen und ein Ringelspiel für die Kinder. Der Bürgermeister teilte in einem Korb Süßigkeiten aus. Ein Osterhase versteckte die Eier und ließ sich mit den Kindern, die oft verschreckt schauten, fotografieren und dann auf zum Viehofnersee zum Osterspaziergang und diesmals hats geklappt. Die Eva Riebler ist schon mit dem Osterpicknick beim Parkplatz gestanden oder hat den Korb aus dem Auto geräumt. Ein paar bekannte und ein paar neue Gesichter. Die “Seedose” war noch immer zu, das Wetter kalt und dann waren noch die Tische, die man für die Lesestationen verwenden konnte, verschwunden. So habe ich meinen “Meister Hoppel” im Stehen gelesen.

“Kurz!”, hat die Eva Riebler gesagt. Aber die Geschichte hat ein paar Seiten. Sonst fehlt die Spannung, wenn man mitten drin aufhört. Dafür war die Frühlingsgeschichte einer Galeristin Bärlauch, Spargel und Rharbarber sehr kurz und beim See haben wir dann auch eine Bank gefunden. Goethes Osterspaziergang fehlte diesmal. Dafür hat ein “Harlekin” seine Geschichten gelesen. Eva Riebler hatte zwei Gedichte, die sie nach H. C. Artmann geschrieben hat, die neue Sekretärin der Gesellschaft, glaube ich ein Gedicht über die Löwen in Afrika und ein Herr hat ein Gedicht von einem ukrainischen Dichter aus dem Englischen übersetzt. Dann wurde auf der Bank das Tischtuch ausgebreitet, das Brot geschnitten, die Aufstriche aufgemacht, die Ostereier verteilt. Es gab grünen Vetliner und Gespräche und.

Beim Rückweg und das ist auch sehr spannend, habe ich in der Telefonzelle beim Bootshaus, wo wir ja bei meinem allerersten Osterspziergang Halt machten zwei “Etcetera” die Zeitschrift der LitGes gefunden.

Dreizehnte Wendelin Schmidt-Dengler-Lesung

Der 2008 verstorbene Wendelin Schmidt-Dengler war ein legendärer Wiener Germanistikprofessor, wahrscheinlich mit dem berühmten MRR vergleichbar, den ich im dritte oder fünften Semester einmal, als er noch Assistent war, bei einer Vorlesung über die neue österreichische Literatur hörte und mir da überlegte, ob nicht mit mein Studium wechseln und statt Psychologie Germanistik studieren soll? Das habe ich, zum Glück wahrscheinlich, nicht getan, weil ich ja von der Psychologie bzw Psychotherapie leben konnte, von der Germanistik wahrscheinlich nicht.

Es gibt aber inzwischen eine Wendelin Schmidt-Dengler-Lesung, die ihm Rahmen des Franz Werfel-n Stipediumsprogramm abgehalten wird und da werden immer, glaube ich, europäische Studenten ausgewählt, die sich für die österreichische Literatur interessieren und da gibt es offenbar auch immer eine Tagung im Literaturhaus und da bin ich auch auf einer gewesen und jetzt scheint es wieder eine solche Tagung zum Thema “Andere Wirklichkeiten- Pararealitäten in der österreichischen Literatur” zu geben. Da konnte man sich das Programm abrufen und im Literaturhaus wurde dann am Abend die Lesung gestreamt, die diesmal von dem 1982 in Graz geborenen Clemens J. Setz von dem ich schon einiges gehört und gelesen habe und der trotz seiner Jugend auch schon den “Büchner-Preis” bekommen hat, stammt.

Die heutige Veranstaltung war auch anders als die, an die ich mich erinnern kann.

Es war aber, glaube ich, der Sohn von Schmidt-Dengler anwesend, seine Frau Maria, die ich öfter bei literarischen Veranstaltungen getroffen habe, aber nicht und Clemens J. Setz hat und das war für mich überraschend, weil ich unter einer Lesung einen Vortrag erwartet hätte, aus seinem Buch “Die Bienen und das Unsichtbare” gelesen, das ich schon bei einer Lesung gehört habe und dazwischen sind dann die Stipendiaten aufgetreten und haben ein Stück aus seiner Lesung bzw. Buch übersetzt und da die meisten ein Gedicht, wo das Wort “bla bla” vorkommt.

Clemens J Setz hat dann noch die Twitter Poesie und da einen Star-Dichter, der zwar wahrscheinlich, den “Bücher-Preis” nie bekommt, aber viele viele Followers hat, zitiert.

Morgen geht die Tagung weiter, zu der man sich anmelden konnte und die, glaube ich, hybrid stattfindet. Aber ich befinde mich in Harland und mit Maske und mit Impfung, eh schon wissen, gehe ich immer noch nirgendwo hin.

Vladimir Vertlibs aktueller Kriegsroman

Der neue Roman des 1966 in Leningrad geborenen Vladimir Vertlib, der mit seiner Familie 1981 nach Österreich gekommen ist, ist erstaunlich aktuell, obwohl er schon im Februar bei “Residenz” erschienen ist und nach einer realen Begebenheit geschrieben wurde, die er 2014 oder 2015 während des ostukrainischen Krieg im Netz gefunden hat.

Da wurde ein ukrainischer Aktivist, der einen russischen Rebellenführer einmal beleidigte, vorgeführt wurde, was Vladimir Vertlib von dem ich schon einiges gelesen und gehört habe, zu einem Roman bewegte, um die Rolle der sozialen Medien in der modernen Kriegsführung darzustellen.

Da lebt ein Paul in einer heruntergekommenen nicht näher genannten, osteuropäischen Stadt, die von Rebellen übernommen wurde, der sich nach dem er arbeitslos wurde, in wilde Debatten in den sozialen Medien verstrickte und das Buch beginnt damit, daß sich Lena, die kleine Tochter, vor dem Krieg, der plötzlich begonnen hat, fürchtet und da, als die Schüsse fielen, mit dem Vater gemeinsam sterben will.

Der Vater beruhigt die Tochter. Am nächsten Tag kommt zuerst ein alter Jude, der ihn warnen will und dann zwei Rebellen, die Paul abführen und seltsamerweise, der kleinen Lena ein Bonbon in den Mund stecken, damit sie zu weinen aufhört. Paul wird dann dem Rebellenführer vorgeführt und wird, statt , wie er glaubt, erschoßen, gefilmt, wie er sich aus Angst anmacht.

Jetzt ist das Buch zum Kriegsausbruch gerade richtig gekommen und aktueller als geplant.

“Zebra im Krieg” heißt es und Vladimir Vertlib hat dann eine Stelle gelesen, in der er Pauls Internetsucht beschreibt und sprach mit Heidi Selbach, vom “Residenz-Verlag”, die für den angekündigten Manfred Müller eingesprungen ist, darüber.

Interessant, daß Paul Sarinidis ein griechischer und kein russischer oder ukrainischer Name ist, die Tochter Lena und die Gattin Flora heißt und Vladimir Vertlib bei Facebook auch sehr aktiv zu sein scheint. Zumindest hat er vor einiger Zeit öfter mit dem Alfred über Corona debattiert und er sagte im Gespräch, daß er manchmal im Netz darüber streitet, ob es die Klimakrise gibt, aber nicht darüber, ob man Putin verstehen kann oder soll?

Dann kam noch einen Szene, wo Paul beim Spazierengehen beobachtet, wo eine offenbar auch rebellische Theaterregisseurin in den Müll geworfen wird und die jubelnde Menge Paul ebenfalls in den Müll schmeißt, der dann dort mit der Regisseurin über ihren “König Lear” diskutiert und die Frau vom Fernsehen und Internet, also auch von seinem Video keine Ahnung hat.

Wie ich finde eine mir fast zu starke Szene, die Vladimir Vertlib in dem Buch beschrieben hat, das eigentlich “Im Netz heißen sollte. Jetzt aber “Zebra im Krieg” heißt, weil einmal vor Pauls Haus ein Zebra steht, das offenbar aus dem zerstörten Zoo entkommen ist und spannend, daß es keiner der Passanten fotografierte, weil die Menschen offenbar schon zu sehr mit sich beschäftigt waren.

In der Beschreibung steht etwas von einer meisterlich ironischen Beschreibung, also etwas mit dem ich manchmal Schwierigkeiten habe.

Heidi Selbach wollte dann auch wissen, wie es Valdimir Vertlib gelingt so ironisch über so ernste Sachen zu schreiben und ich denke, daß man das Buch, wenn nicht jetzt der Krieg in der Ukraine ausgebrochen wärde, wahrscheinlich anders empfunden würde.

Der Auitor betonte auch, daß er nicht an den Ausbruch des Krieges geglaubt hatte und setzte dazu, daß er, als dann dazu gekommen ist, eine starke Scham empfand, weil er in Leningrad geboren wurde und es gibt auch eine Stelle in dem Buch, daß man den Krieg nicht so nennen darf, was jetzt in Russland tatsächlich so passierte und meinte auch, daß er das Buch jetzt schärfer schreiben würde.

Spannend also, wie die Phantasie manchmal von der Realität überholte werden kann. Jetzt wird es sich wahrscheinlich gut verkaufen, während es sonst vielleicht übersehen worden wäre.

Texte teilen in der “Alten Schmiede”

“Texte. Teilen” ist offenbar eine neue Reihe in der “Alten Schmiede” oder vielleicht die Nachfolgereihe der “Textvorstellungen”, wo ich auch schon gelesen habe und da stellte diesmal Mieze Medusa, drei Autoren, beziehungsweise drei neue Bücher vor.

Der erste Autor ist der 1970 geborene Autor und Musiker Jürgen Berlakovich und dessen frisch bei “Klever” erschienenes Buch “Nobot Twitter Noir”, das heute offenbar auch schon bei Ö1 vorgestellt wurde, in dem es in twittertauglichen Absätzen um Korruption und Freunderlwirtschaft, also ein sehr aktuelles Thema, aber auch soziale Medien und verändertes Erbgut und, was den Verlag betrifft, offenbar experimentell sein sollte, obwohl das Gelesene durchaus realistisch klang.

Dann folgte die in NÖ geborene Lisa Gollubich, die Biologie und Germanistik studiert und ihren bei “Mosaik” erschienenen ersten Erzählband “Die Sensationen eines Körpers”, vorstellte, bezihungsweise zwei Texte daraus “Den Körper gebrauchen” hieß glaube ich der Erste, der in einem Baumarkt spielt, wo die Erzählerin ein Ausstellungsstück kaufen will und dann ein Preisschild aufgedrückt bekommt und von einem Familienvater gekauft wird. Der zweite Text hieß “Der Hase”, wo es um eine Frau mit einem fehlenden Fingerglied ging, die der Erzählerin ihren Hasen zeigt, der schon geschlachtet ist und sie dann die Läufe geschenkt bekommt. Die Frage die Mieze Medusa dann an die Autorin stellte, war, an welchen Punkt die die Realität in ihren Texten kippen würde. Spannend, spannend, das Kippen von der Realität in die Phantastik würde ich sagen und Texte, die sehr auf mich stark wirkten und mich sogar erschreckten.

Der dritte Leser war dann der 1974 geborene Jan Kossdorff, von dem ich schon was gelesen habe und ihn auch auf einigen Lesungen hörte. Sein fünfter, bei “Milena” erschiene Roman heißt “Horak am Ende der Welt” und handelt von einem einmal erfolgreichen Autor, der ins Waldviertel auf eine Lesereise geht und dort seine Patschworkfamilie , einen Agenten und eine Bibliothekarin trifft.

Eine sehr interessante Textmischung, der Cybertext, die surrealen Kurzgeschichten und Jan Kossdorff Künstlergeschichte über das missglückte Leben oder, wie es im Text heißt “Es ist nicht die Zeit von mittelalten weißen Männern zu schreiben!”

Fürsprache und Widerworte

Das diesjährige Erich Fried Festival, das am Mittwoch mit einem Festvorttag von Herta Müller, der “Nobelpreis-Trägerin” von 2009 “Vor der Tür saß mal der Zufall”, begann, hätte eigentlich, wie Robert Huez in seiner Einleitung sagte, schon im Vorjahr stattfinden sollen. Die Pandemie hat es verhindert und auch die Preisverleihung an Frank Witzel wurde verschoben. Aber jetzt. Seltsamerweise fand der Festvortrag in der Bibliothek und nicht im Lesungssaal statt. Aber es gibt ja noch die Regeln. Man muß oder soll seinen Platz reservieren, muß Maske tragen und offenbar sind auch weniger Zuschauer zugelassen. Aber man kann streamen und Herta Müller hätte ja 2009 bei der “Literatur im Herbst” lesen sollen. Ihr “Nobelpreis” sollte das verhindern. Ich habe sie aber bei der “Buch Basel” ,gehört und es gab glaube ich, auch einmal ein Symposium über Elfriede Jelinek und Herta Müller, aber da wurde nur über die beiden “Nobelpreis-Trägerinnen” gesprochen.

Jetzt war die Autorin aber da. Robert Huez hat eingeleitet, die Kulturstadträtin eröffnet und sich über das hochkarätige Programm gefreut und Anne Zauner, die Organisatorin, hat dann Herta Müller vorgestellt. Da kann ich mich erinnern, daß ich einmal im Cinema Paradiso in St. Pölten saß, wo über Herta Müller gesprochen wurde. Das war vor dem “Nobelpreis” zugegeben.

“Herta Müller, wer ist das?”, wurde da gefragt und ich habe mich gewundert, denn ich habe sie für eine bekannte Autorin gehalten. Das Spiel wiederholte sich dann nach dem “Nobelpreis” und ich denke, das passt auch zum Veranstaltungsthema und der Vortrag “Vor der Tür saß mal der Zufall” war, wenn ich mich nicht irre, ihrer “Nobelpreis-Rede” ähnlich. Es ging wieder um den Vernehmer zu dem Herta Müller, bevor sie nach Deutschland emigrierte, immer antreten und auch etwas unterschreiben mußte. Zuerst nannte er sie “Gnädige Frau!” und küßte ihre Hand. Später “Hure” und fragte auch mit wievielen Schwänzen sie schon Kontakt gehabt hätte? Das war wahrscheinlich eine sehr traumatisierende Erfahrung, die Herta Müller, die inzwischen viele Collagen macht, immer noch sehr beschäftigt.Diesmal durch den russischen Präsidenten Putin bereichert. So bezeichnete Herta Müller sich und alle Leute aus dem Osten als “Putin-Versteherin”, dieses Schimpfwort, weil sie ja sehr genau wissen, wie der Diktator tickt.

Auch Robert Huez wies in seiner Einleitung auf den Angriff auf die Ukraine hin und verwies auch auf Zahlscheine mit denen man den ukrainischen Flüchtlingen helfen kann und morgen Nachmittag geht es dann bis Sonntagvormittag, wo dann Frank Witzel seinen Preis bekommt, weiter.

Seien wir gespannt und für alle Interessierte weise ich noch darauf hin, daß zeitgleich die “Rauriser- Lteraturtage”, die ich ja im Vorjahr per livestream verfolgte und auch die Festschrift gelesen habe, eröffnet wurde und da wird ja Anna Albinus, die mit “Revolver Christi” schon das Öst-Debut gewonnen hat, den Preis bekommen.

Am Donnerstag ging es dann um vier mit einem Jugendliteraturwettbewerb zum Thema “Eine Stadt von Morgen” weiter, wo Jugendliche ihre Texte unter der Jury von Robert Huez, Gustav Ernst und Zita Bereuter vorstellten. Meiner Stunden wegen habe ich das versäumt und so bin ich erst zum Buchdebut des 1993 in London geborenen Caleb Azumah Nelsen “Freischwimmen” gekommen, das eine Liebesgeschichte im rassischen London schildert und von Florian Baranyi, der wie Anne Zauner einleitete, ein leidenschaftlicher Leser mit einer aus allen Nähten platzenden Privatbibliothek ist, zurechtgekommen.

Nach einer Pause kam dann der 1954 geborene ungarische Autor Laszlo Krasznahorkai mit seinem momentanen Roman “Herrscht 07769”, das aus einem einzigen Satz besteht und vom Fischer Lektor Hans-Jürgen Balmes moderiert wurde und glaube ich schon bei der letzten Lese.Auslese empfohlen wurde und der gut Deutsch sprechende Autor erzählte in der Einleitung, daß er vor fünfunddreißig Jahren in der “Alten Schmiede” gelesen habe, was sein erster Auslandsaufenthalt in der freien Welt war und er da zum ersten Mal auch Touristen gesehen hat, während sich die Ungarn nur für Kühlschränke und nicht für Kultur interessierten, woran ich mich auch erinnern kann, daß die Kärntner Boutiquenbesitzerin in der Otto Bauerbasse plötzlich Computer in ihr Geschäft stellte, weil das die Ungarn so haben wollten und toll, daß der weißhaarige Autor das Maskentragen im Literaturhaus auch für surreale Sache hält und trotzdem machen sie mit, setze ich hinzu.

Der Autor hat dann auf Ungarisch aus seinem Mammutroman gelesen und es gab, was im Stream besonders gut zu sehen war, eine auf eine Leinwand projezierte deutsche Übersetzung und im Gespräch danach, empfahl Laszlo Krasznahorkai seinem Publikum lieber Hölderlin, als seine Bücher zu lesen und kam dann, was eigentlich stimmt darauf zu sprechen, daß das deutsche Buch nicht von ihm, sondern von der Übersetzerin stammt.

Am Freitag Nachmittag ging es dann mit einem Lyrik-Schwerpunkt weiter und zwar führte da zuerst Teresa Präauer, die ja in letzter Zeit sehr aktiv ist, ein Gespräch mit dem 1987 in Ost-Berlin geborenen Max Czollek mit dem sie, glaube ich, den Schwerpunkt auch kuratiert hat und begann da mit dem Namensgeber Erich Fried “Die Jungen werfen zum Spaß mit Steinen nach Fröschen Und d Die Frösche sterben im Ernst”, obwohl Max Czollek wie er sagte, sich gar nicht so sehr mit Erich Fried beschäftigt hat und dann ging es wieder am Beispiel des Ukraine-Kriegs um den politischen Sinn der Lyrik oder wie wirksam sie sein kann. Dann ging es, um die Widersprüche von Traurigkeit zu Lachen und Lebenslust oder um die Frage, ob man sich wegen dem Krieg in der Ukraine freuen darf.

“Trauern für die Ukraine!”, habe ich ja schon irgendwo als Forderung gehört. ich denke, soll man nicht, aber wahrscheinlich lenken, die Zustände, die herrschen von der Fröhlichkeit ab und machen es auch schwer sich auf die Kunst zu konzentrieren.

Die erste Lesende war dann, die 1993 in München geborene und in Leipzig lebende Ronya Othmann, die ich beim “Bachmann-Preis” hörte und, die auch schon Romane und Gedichte, veröffentlicht hat. Sie begann mit einem Gedicht namens “Babylon”, kam dann zu einem von einem größenwahnsinnigen Diktator geplanten Staudamm, in dem man dann Zement schütten mußte, damit er nicht zerbarst und anderen politische Unsinnigkeiten, die aus ihrem bei “Hanser” erschienenen Gedichtband die “Verbrechen” stammen und Max Czollek wollte anschließend von ihr wissen, ob sie forensische Poesie schreibe? Keine Ahnung, was das ist und ob das möglich ist, ist aber wahrscheinlich die Absicht des Lyrik-Schwerpunktes.

Dann kam die aus Israel eingeflogene 1980 geborene Adi Keissar, die wie Max Czollek erwähnte, eine neue Art der Lyrikpräsentation gefunden hat, die sich von der üblichen und vielgeschmähten Wasserglaslesung abhebt.

Die Lesung erfolgte, was, wie ich erfahren habe, eine Spezialität des Festivals ist, in der Originalsprache, also Hebraäisch. Das offenbar nicht sehr zahlreiche Publikum, denn die ganze Veranstaltung findet offenbar in der Bibliothek statt, erhielt Handouts, für die Streamzuhörer las Max Czollek dann die Übersetzung “Ich weiß nicht, wie man Gedichte liest. Dann stand einer mit theatralischer Stimme, damit ich wüßte wie man Gedichte liest”, womit offenbar die neuen Darstellungsform gemeint ist und dann auch noch das andere Gedicht.

Dann kam die 1988 in Klagenfurt geborene Barbara Juch, dieren Gedichtdebut “Barbara” heißt, offenbar auch in der von Stefanie Sargnagel, gegründeten Burschenschaft Hysteria tätig ist und die mit einem Kärntner Volksslied begann, dann mit “Land der Berge viel zu viele” fortsetzte und auch von “Barbara, Babsi, Bärbl”, als Vertreterin Österreichs von diesem Lyrikschwerpunkt las und um das “Schnelle Schwimmen und Rennen” ging es auch.

Dann kam der gut Deutsch sprechende in San Paolo geborene und in Berlin als Übersetzer und Literaturvermittler lebende Ricardo Domeneck, der seine Gedichte auf Portugisisch, aber auch auf Deutsch las.

Nach einer Pause kam dann ein Gespräch zwischen der “Fried-Preisträgerin” von 2017, Teresa Präauer, von der auch der Titel des Symposiums stammt, mit Ronya Othmann, die ja einen kurdischen-jesidischen Vater hat und Ricardo Domeneck.

Teresa Präauer fragte Royja Othmann welche Bedeutung die Landschaft und die Herkunft ihres Vaters für sie hat? Und von Ricardo Domeneck, der vor zwanzig Jahren nach Berlin emigriert und auf Portugisisch schreibt, wollte Teresa Präauer wissen, inwiefern die Migration sein Leben und sein Schreiben verändert hat und die Körperlichkeit ist für ihn, wie sie betonte, auch sehr wichtig. So schreibt er homoerotische Liebesgedichte, die in Brasilien als sehr politisch interpretiert werden, was er gar nicht so empfindet.

Dann kam als Stargast wahrscheinlich der Belasrussische Autor Sasha Filipenko, von dem ich “Den ehemaligen Sohn” und die “Roten Kreuze” gelesen habe und der jetzt seinen ebenfalls bei “Diogenes” erschienenen Roman “Die Jagd” vorstellte.

“Der ehemalige Sohn” ist inzwischen in Weissrußland verboten und er mußte auch mit seiner Familie Belarus verlassen, weil er auf einer schwarzen Liste stand und lebt jetzt, glaube ich, in der Schweiz oder auch nicht so richtig, wie Sasha Filipenko auf Günther Kainderrlsdorfer, der moderierte, von Mascha Dabic übersetzt antwortete.

Sasha Filipenko schreibt auf Russisch und die “Jagd”, wo ein Journalist verfolgt wird, spielt auch dort. Günter Kaindlsdorfer wollte wissen, wie weit das Buch auch in Belarus spielen könnte und der Autor meinte, daß das nicht möglich wäre, weil man in Belarus wesentlich schneller gegen kritische Journalisten vorgehen würde, was aber seit dem Krieg nicht mehr stimmt. Er hat den Roman 2014 zu schreiben begonnen, der dann auch 2016 in Russland oder Belarus erschienen ist. Sasha Filipenko hatte , wie er sagte, schon seit 2010 Schwierigkeiten mit der Zensur.

Dann kam die Lesung aus dem Buch, das einen sehr musikalischen sonatenhaften Aufbau hat. Sasha Filipenko hat eine musikalische Ausbildung und das Buch ist auch mit sehr schnellen filmischen Schnitten aufgebaut. Es gibt den Hauptakt, und immer wieder Pausen, sowie anderen Tempoangaben. Es geht aber um einen Oligarchen, der mit seiner Familie viel in der Welt herumreist und um einen Journalisten, der sich mit ihm anlegt und dann auch um eine Gerichtsverhandlung, weil der Journalist einen leeren Artikel gebloggt hat und deshalb verhaftet wird.

Sasha Filipenko sagte, nach der der Lesung, daß er diese Stelle schon 2014 in Russland gelesen habe und hab haben die Zuhörer gelacht und nicht geglaubt, daß man eines leeren Plakates wegen verhaftet werden kann. <inzwischen passiert das oft, wenn man was postet oder teilt und da muß ich anfügen, daß das auch in Österreich passiert ist, daß Leute fünftausend Euro an einen Rechtsanwalt für einen geteilten Post zahlen sollten.

Sasha Filipenko antwortet dann auf Günter Kaindlsdorfer Frage nach dem Aufbau, daß er wollte, daß der Leser begreift, daß der Weg die Handlung zu verstehen sehr mühevoll ist und nahm auch in Kauf, daß manche Leser das Lesen aufgeben, weil die Handlung immer wieder abreißt, er wollte sie aber zu Mittätern machen, die die Geschichte zusammenfügen.

Mühsam denke ich und das dachte ich auch beim Mitlesen des deutschen Textes, aber ich habe das Buch schon angefragt, mal sehen was ich nach dem Lesen dazu sage?

Günter Kaindlsdorfer meinte aber, daß der Deal, daß er das Buch wegwerfen könnte, bei ihm nicht aufgegangen ist. Er ist neugierig geworden und hat weitergelesen. Bei “Amazon” habe ich aber andere Meinungen gefunden, die damit nichts anfangen konnten.

Um acht kam dann der 1983 in den USA geborene Phil Klay, der schon 2015 bei den “Fried-Tagen” war und da sein Debut “Wir erschossen auch Hunde” präsentierte. Jetzt wurde unter der Moderation von Sebastian Fasthuber, der auch schon öfter auf den “Fried-Tagen” moderierte sein neues Buch “Den Sturm ernten” vorgestellt, wo es um vier Mitglieder der US Special Forces geht, die in einem kolumbianischen Dschungel gekommen sind, Phil Klay konnte hier seine Erfahrungen als US-Marine verwenden, um einen Krieg zu beschreiben und hat einige kurze Stellen daraus gelesen.

Und um zehn gab es noch ein Konzert “Best of Ernst Molden”, der Enkel der Paula von Preradovic und der Sohn von Ernst und Hanna Molden der ja bevor er zu singen angefangen hat, auch Bücher geschrieben hat und von dem ich schon einige Konzerte gehört habe.

Viele schöne Lieder “Und was i am liebsten mog is summer jeden Tag!” und “Alles könnt das letzte Mal sein, drum sollt man sich urdentlich geben, nimm das, da liegts dei Leben!”- “Wo san die Kollegen, wann i außa muß in Regen?”

Am Samstag ging es dann um zwei mit einer Jennifer Daniel weiter, aber da sind wir nach St. Pölten gefahren, weil ich der LITGES-Seite entnommen habe, daß da der Osterspaziergang der literarischen Gesellschaft stattfinden wird. Es ist zwar erst zwei Wochen vor Ostern und von daher ungewöhnllich früh und eigentlich würde ich normalerweise nicht von Wien aus hinfahren, aber weil derzeit ohnehin nichts los ist und ich schon über zwei Jahren keine Lesung mehr hatte und 2019 ist wegen der “Literatur & Wein” der Osterspaziergang auch ausgefallen und weil ja sonst außer streamen und zu Hause sein, weil ich derzeit auch auf keine Demos gehe, ohnehin nichts los ist, habe, ich gedacht, fahren wir hin und ich lese “Den Meister Hoppel” vor. Mein Ostertext, den ich im Vorjahr geschrieben habe. Das Wetter war kalt und regnerisch, beziehungsweise hat es sogar geschneit. Wir waren um halb drei schon bei der “Seedose”. Dort war nichts los, das Restaurant geschlossen, nur gelegentlich ist einer mit einem Hund vorbeigekommen und zwei Leute haben was ins Restaurant geräumt und das war noch um viertel vier so. Da habe wir nochmals auf der Seite nachgeschaut und dann die Eva Riebler angerufen. Osterspazierigang auf den Ostersamstag verschoben, was es ja auch passender ist. Also zurückgefahren und da konnte ich mich dann ins Festival zurückstreamen oder auch nicht, denn um vier sollte ja Deb Olin Unferth aus ihrer “Happy green familiy”, das mir “Wagenbuch” , als E-Pub zuschickte, lesen, aber die ist krank geworden, also ist es erst um sechs mit Nate Powell weitergegangen, der, wie auch Jennifer Daniel, ein Comiczeichner ist. Denn der Samstag gehört ja bei den “Fried-Tagen” seit einigen Jahren den Comiczeichnern und da war es, als ich dort noch anwesend war, immer sehr voll und anschließend stellten sich die Leute eine Stunde oder länger an, um sich ein Autogramm in ihr Buch signieren zu lassen und der Autor hat gezeichnet und gezeichnet.

Ob das diesmal auch so ist, habe ich keine Ahnung, der Saal sieht ja immer sehr leer aus und werde davon wohl auch nicht viel mitbekommen. Das vorgestellte Buch heißt jedenfalls “Safe ist for later” und Nate Powell entnehme ich dem Programm, wurde 1978 in den USA geboren und so wurde das Gespräch mit Mathias Wieland auch auf Englisch geführt und, um Donald Trump und seine Wahl ging es dabei auch.

Das Buch wurde dann auf Deutsch präsentiert, das heißt, die Zeichnungen gezeigt und Mathias Wieland hat den Text gelesen, der wie schon angedeutet, ein sehr politischer ist.

Und als Letztes für den Samstag kam dann der 1958 in Mexiko-City geborene Guillermo Arriaga, der wie Anne Zauner erklärte, aus kleinen Verhältnissen kommend, sich auf den roten Teppich Hollywoods hinaufgearbeitet hat und seinen Roman “Das Feuer retten”, das in einem Gefängnis zu spielen scheint, vorstellte. Wolfgang Popp, der Ö1-Moderator und Buchautor hat das Gespräch geführt und der freundliche Autor legte zuerst ein paar Münzen auf den Lesetisch, damit die die nach Mexiko wollen, schon einen Startschuß haben.

Dann erzählte er, daß es ihm beim Schreiben immer ums Geschichten erzählen und nicht um gesellschaftskritik geht und in seinem Roman spielen zwei Klassen, eine erfolgreiche und , die des Gefängnisinsassen zusammen.

Es geht um eine Choreografin, die auch Millionärin ist und mit ihrer Gruppe im Gefängnis auftritt und dort auf einen sehr gebildeten Mörder trifft und interessant ist, daß Guillermo Arriaga zu den Autoren gehört, die beim Beginn des Schreibens noch nicht das Ende ihrer Geschichte wissen, etwas was man in der Romanschreibschule trainiert, den Roman erst durchzuplanen, bevor man zum Schreiben beginnt, was offenbar, die Profis von den Autoren unterscheidet und der Autor auch betonte, daß er keine Recherchen und keine Planungen mache, sondern alles erfinde, so ist er beispielsweise, auch nie in einen Gefängnis gewesen, wie Karl May nie in der Gegend, wo seine Romane spielen und das Unperfekte macht nach Meinung des Autors, die Schönheit des Werkes aus, was ich wieder für einen interessanten Ansatz halte. Man schreibt, was man kann, nicht was man will, obwohl ein bißchen Planung und Recherche höchstwahrscheinlich auch nicht schaden kann und der Autor offenbar sehr selbstbewußt ist, daß er sich so darstellen kann. Spannend auch, daß der Autor mehr Englisch, als Spanisch redete, obwohl eine sehr freundliche Übersetzerin neben ihm saß.

Auf die Frage ob er fixe Schreibzeiten hatte, antwortete, daß er eigentlich immer schreibe, weil er immer wissen will, wie es weitergeht. So ist er auch jetzt in dieser wunderschönen Stadt Wien in seinem Hotelzimmer gesessen und hat geschrieben und das auch gestern, obwohl er eigentlich zu Phil Klays Lesung gehen wollte, er aber, wo es mir ein bißchen ähnlich geht, vom Schreiben abhängig ist. So geht es ihm aber auch beim Regieführen, was ja ebenfalls ein Teil seiner Tätigkeit ist.

Es gibt auch zwei Erzählweisen, der Gefangene spricht in der Ich-Form, die Choreografin wird in der Sie-Form erzählt, was Guillermo Arriaga damit begründete, daß er über eine Frau nicht in der Ich-Form schreiben könne. Bei weiblichen Autoren ist das oft umgekehrt und ich habe gleich eine Lösung für mein neues Werk gefunden, in dem ich den Roman im Roman “Die Gestohlenen Jahre” auch in der Ich-Form schreiben werde. Simon erzählt das als “ich”, während die anderen Protagonisten erzählt werden.

Und am Schluß ging es noch um die Frage, wie man gute Sexszenen schreibt, von denen in dem Buch einige enthalten sind.

Und am Sonntag ging es dann an die Preisverleihung an Frank Witzel, die, glaube ich, schon im November stattfinden hätte sollen, als Ingo Schulze im Literaturhaus war, um den Preis der Literaturhäuser entgegenzunehmen oder abzulesen. Zur Erinnerung, beim der “Fried Preis” gibt es nur einen einzigen Juror, der ist diesmal Ingo Schulze, von dem ich auch schon viel gelesen habeund den ich sehr interessant finde.

Diesmal begann es, was ich für interessant halte und früher nicht so war, mit einer musikalischen Einlage und zwar sang da Cosima Büsing mit hoher schriller Stimme eine Komposition von Bernhard Lang. Es ist ja der Preis von 2021, den Sektionschef Meindl übergab. Ex Ministerin Havlicek, die ja einmal mit Jack Unterweger saß im Publikum. Es wurden wieder, was auch relativ neu ist, von Robert Huez die Namen aller Mitarbeiter des Organisationsteam verlesen.

Robert Schindel der Präsident der Fried-Gesellschaft glaube ich, hielt dann die Erföffnungsrede und sprach von den düsteren Zeiten, in denen wir momentan leben.

“Es ist Krieg , was soll ich machen und ich begehre nicht schuld daran zu sein” und gratulierte dann dem Preisträger ganz herzlich. Die Laudatio stammte dann von dem alleinige Juror, der 1962 in Dresden geboren wurde und in Berlin lebt und verlas, wie er die Laudatio während der Zugfahrt nach Wien verbesserte und dabei auch an den Präsidenten der Ukraine dachte und weil er die Laudtio schon im November geschrieben hat, mußte er sie insofern ändern, da Witzel inzwischen einen Erzählband veröffentlicht hat, die Erzählungen für ihn also genauso wichtig, wie die Romane sind und er seine Vorlesungen auch nach diesen Muster verfaßt und dann mit seinem schräg Gegenüber über die Laudatio diskutiert und um Masken geht es dabei natürlich auch, weil man die jetzt ja im Zug tragen muß.

“Weiter so, Applaus!”beschloß er dann seine Rede, die mir gut gefallen hat.

Dann kam der schon erwähnte Sektionschef Jürgen Mein, der die “Fried-Gesellschaft” sehr lobte und Laudator und Preisträger gratulierte und sich dann auch fragte, was Kunst und Kultur gegen den Krieg ausrichten kann? Viel meinte er, denn da gab es einmal eine Opernaufführung, die die Sänger so erregte, daß sie anschließend aufgestanden sind, zu den Waffen griffen, um ihre Heimat zu verteidigen. Das wird für jetzt wohl utopisch bleiben und ist vielleicht auch nicht wirklich zu empfehlen. So wurde der Preis an Frank Witzel übergeben, der dann nach einer neuerlichen Musikeinlage, mit seiner Dankeslesung begann, die sich auch mit der aktuellen Situation der seiner “eigenen Dummheit” beschäftigte, was wohl die Hilflosigkeit thematisierte, die einen wahrscheinlich erfaßt, wenn man mit der aktuellen Situation abstellen will und nicht recht weiß, wie das passieren kann und erwähnte auch dabei, daß im Vorjahr viele Nerve in Dänemark ermordet wurden, weil man an ihnen das Corona-Virus zu entdecken glaubte und die jetzt zum Himmel stinken, was wirklich sehr dumm ist, wie es das genauso ist, wenn man nicht versteht, wieso man für sein Geld auf der Bank keine Zinsen mehr erhält, sondern dafür zahlen muß und dumm füge ich jetzt noch etwas aufmüpfig an, sind ja angeblich auch die, die sich nicht impfen lassen wollen, wie eine etwas seltsame Studie festgestellt hat, aber das hat Frank Witzel nicht thematisiert, kam dann aber doch darauf zu sprechen, daß es nur eine Wissenschaft, der man zu folgen hat, nicht geben kann und hörte dann mit Zitaten von Robert Musil, Niklas Luhmann und einem Gedicht von Erich Fried auf.

Das war es dann und jetzt gehe ich, um etwas für meine Abwehrkräfte zu tun und meinen Vitamin D – Haushalt zu steigern, Radfahren um den Ring, es war aber sehr interessant mich, wenn auch nur per Stream mit den “Fried-Tagen” zu beschäftigen und gelernt habe ich auch sehr viel dabei.

Kommune, Kunst und Landarbeit in der Alten Schmiede

Drei Buchvorstellungen in der “Alten Schmiede”, die Johannes Tröndle mit den drei Begriffen “Kommune, Kunst und Landarbeit” einleitete und da begann der 1965 in Klagenfurt geborene Felix Kucher mit seinen vierten, wieder bei “Picus” erschienenen Roman “Vegetarianer” wo es um den Maler und Sozialreformer Karl Wilhelm Diefenbach 1851 bis1913 ging, der ein Urahn der Grünbewegung war, in München und dann in der Wiener <kommune am Hmmelhof, dem Vorläufer der berühmten Künstlerkolonie Monte Verita lebte, nackt oder mit wallenden Gewändern herumlief und Grundsatzreden gegen das Fleischessen und für die Heilung durch die Natur hielt. Das ist die Stelle mit der Felix Kucher seine Lesung begann. Dann kam noch eine Szene, wo Diefenbach sein neues Atelier bezog und hoffte, nun nicht mehr als “Kohlrabiapostel” bezeichnet zu werden und ein Buch mit dem er sehr berühmt geworden ist, hat er auch geschrieben.

Felix Kucher berichtete dann von Tagebüchern Diefenbachs, die aber nicht sehr ergiebig waren, so daß er den Alltag in der Kommune erfinden mußte und meinte auch, daß er für das Buch eine bewußt schwulstige Sprache gewählt hat. Der Vegetarianismus war damals sehr modern, es hat auch Impfgegner gegen die Pockenimpfung gegeben und der Vegetarianismus und die Naturheilkunde war von übertriebenen Idealismus geprägt, daß es damit keine Kriege und nur mehr ein gutes Leben geben würde, obwohl Diefenbach seine Frauen gar nicht gut behandelt und die Kirche abgelehnt hat. Die letzten dreizehn Jahre seines Lebens hat er dann auf Capri verbracht.

Als nächstes kam dann die 1983 in Maribor geborenen, in Berlin und Slowenien lebende Natasa Kramberger mit ihrem autofiktionalen Projekt “Verfluchte Misteln”, 2017 in Slowenisch erschienen, wo es um die Übernahme eines ökologischen Bauernhofes geht und der nicht chronologische Roman in Kapitel, die Monatsüberschriften haben, aus dem Leben der Protagonistin, den bürokratischen Hürden, die ihr in den Weg gelegt werden und ihrer Familie erzählt.

Natasa Kramberger begann ihre Lesung mit dem Monat März und interessant ist auch, daß sie, die ich, glaube ich, auf der Donauschifffahrten und dann auch im Literaturhaus hörte, eine große rote Blume in ihr Haar zu einem graukarierten Kostüm oder Kleid trug.

Das Gespräch drehte sich dann auch um den Idealismus mit der die Schriftstellerin ihre Landwirtschaft betreibt, was ihr niemand zutraut und von der Erzählerin auch mit viel Selbstironie erzählt wird um die Wahrheit ging es dann in der Diskussion auch.

Einblicke in einen landwirtschaftlichen Betrieb gab es dann auch bei Reinhard Kaiser-Mühlecker von dem ich schon einiges gelesen habe und ihn auch schon auf einigen Lesungen hörte.

“Wilderer” heißt der neue Roman, der wieder im besonderen Maß der Herkunftsgegend verpflichtet ist. “Der ange Hang durch die Stationen” hieß der erste Roman, “Magdalenenberg” spielte wieder in der Gegend und dem bäuerlichen Milieu, wie auch in seinen Romane “Roter und schwarzer Flieder”

Jakob heißt der junge Bauer in dem neuen Roman und die Vorgeschichte finden wir in dem Buchpreisbuch “Fremde Seele, dunkler Wald”.

Jakob ist jetzt zwanzig und lebt in dem Hof in dem sonst nur noch die Großmutter wohnt, die ihr Geld der rechten Partei vermachen will, obwohl Jakob es in den Hof investieren möchte. Dann gibt es Katja, eine bildende Künstlerin aus Salzburg, die sich an Jakobs Arbeit sehr interessiert zeigt, bei ihm als Praktikantin beginnt und dann den Hof nach ihren Vorstellungen auf Bio umsattelt und der Betrieb dann ausgezeichnet wird. Sie bekommen auch das Geld der Großmutter, obwohl trotzdem alles auf die Katastrophe zusteuert, wie Johannes Tröndle in seiner Einleitung zitierte und Reinhard Kaiser Mühlecker hat dann einige Stellen aus dem ersten Teil gelesen und am Schluß gab es wieder eine Diskussion darüber.

Ein interessanter Abend mit drei interessanten Büchern über einen Vegetarier im neunzehnten Jahrhundert und zwei Künstler, die sich auf einen Bauernhof zurückgezogen haben und dort Landwirtschaft betreiben.