Kühle Literaturmeile Zieglergasse

Während heute die zweite Ampelschaltungsphase vorgestellt, wo ab Montag eine generelle Maskenpflicht in allen Innenräumen und in Wien wegen der besonders hohen Corona-Zahlen besondere Verschärfungen diskutiert wurden, so daß ich mir die literarischen Veranstaltungen für das nächste halbe Jahr wohl abschminken kann, fanden in der Zieglergasse unter dem Motto “the word i not enough”, besondere Literaturbegegnungen statt.

Denn wir haben ja eine grüne Vizebürgermeisterin, die sich besonders bemüht, um den Klimaveränderungen vorzubeugen, Wien in Begegnungszonen umzuwandeln und so wollte ich vor einem Jahr zum Bücherschrank und habe ihn nicht gefunden.

Inzwischen gibt es ihn wieder und die zieglergasse ist in eine kühle Meile mit Baumbepflanzungen und Nebelduschen umgewandelt worden und sollte eigentlich im April eröffnet werden.

Das ging Corona bedingt aber nicht, obwohl Peter Clar den ich ja vom Volkssstimmefest, das es heuer auch nicht gab, ein spezielles Literaturfestival vorbereitet.

Das wurde heute am nachgeholt und so wurde die Zieglergasse, den ganzen Nachmittag in ein Literaturfest umgewandelt, was auf den ersten Blick gar nicht so idillisch wirkte, denn Absperrungen, Gitter, zäune und Securities.

Um eins wurde bei der Hauptbühne Ecke Zieglergasse Westbahnstraße eröffnet. Vorher gab es noch einen literarischen Spazierugng, aber der ist an mir vorbeigegangen und der Platz vor dem Bücherschrank oder auf der anderen Seite ist normalerweise auch ein sehr schöner. Jetzt war da sozusagen zwischen den Schanigärten, die es sonstdort gibt, eine Art Käfig errichtet worden, in den man nur konnte, wenn man seine Daten angab.

Ohne ausfüllen draußen bleiben und sich genau gegenüber auf die Sesseln des “Berlin Döners” setzen, vor dem lange Schlangen standen. Das klappte auch solange, bis der Alfred aus einem anderen Lokal ein Bier und einen Aperol brachte, aber da hatte Bürgermeisterin Hebein und der Bezirksvorsteher schon eröffnet und die erste Lesung, wo Tarek Leitner und Peter Coeln ihr Buch “Hilde & Gretl” vorgestellt, wo es um ein Haus in Gars am Kamp ging, das die beiden nach den Tod der beiden Frauen gekauft hatten und dort eine ganze Sammlung von Schuhen, Bilder, Dokumenten, Engeln, etcetera, fanden.

Dann ging es zu H C Artmann und Gerhard Rühm beziehungsweise zum “Requiem viennense”, nämlich Rühm und Artmann-Texte vertont und auf Türkisch übersetzt.

Der siebente Bezirk ist ein mulikultureller und während es auf der Hauptbühne weiterging, bin ich mit dem Alfred die Zieglergasse wieder ein Stück hinunter, nämlich bis zum Literaturhaus gegangen, wo es denselben Schlauch vis a vis von der Neubauschenke, wo man Bowle und Sturm trinken konnte, was man ab Montag, glaube ich, auch nicht mehr darf, weil dann die Getränke und die Speisen nur mehr im Sitzen und nicht mehr im Barausschank konsumiert werden dürfen.

Heute war das noch möglich, ich habe Robert Huez begrüßt, der mir erklärte, daß man die Literaturhausveranstaltungen auch im Stream ansehen kann.

Fein, fein, aber ich bin ohnehin im Lesestreß und bin noch in die Lesung der Exil-Edition zurechtgekommen, habe da ich da noch Thomas Perle und Julia Rabinowich gehört, die ja auch beim “Exilpreis” begonnen hat, bevor sie berühmt geworden ist, gehört. Jetzt las sie statt, wie geplant aus ihrem “Spaltkopf” aus einem Kinderbuch in dem es um ein selbsbewußten Flüchtlingsmädchen geht und Julia Rabinowich drückte ihren Unmut darüber aus, daß Österreich keine Kindern aus Griechenland aufnehmen will, obwohl dort ja ein Flüchtingslager abgebrannt ist.

Da nach kam Ottwald John mit einer Marianne Fritz-Lesung, denn die 1948 in der Steiermark geborene und 2007 in Wien gestorbene Autorin, hat jahrelang, glaube ich, in der Schottenfeldgasse gelebt.

Es gibt inzwischen einen Marianne Fritz-Park und Ottwald John führte im Schnellverfahren durch das Werk derAusnahmekünstlerin, dann habe ich mit meiner Hauptschulfreundin Christa U., Ottwald John, Marianne Fritzs Lebensgefährten und noch einigen anderen im Garten der Neubauschenke noch einen Sturm getrunken, bevor ich die Zieglergasse wieder hochgegangen bin, wo der “Beschwerdechor” gerade die aktuellen Themen, wie Flüchtlingskrise und Ampelschaltung thematisierte.

Eigentlich hätte da schon der von Mieze Medusa moderierten Slam sein sollen. Der hat aber als Slamshow mit vier Slamers ewas später angefangen. Dann gabs eine Literaturtombola, wo Bücher verlost wurden, ich aber keines gewonnen habe, dafür wurde ich von Udo Kawasser angesprochen, der an einem anderen Ort eine Lesung hatte und der mich auch zu einer Literaturveranstaltung einlud.

Am Schluß gab es noch ein Konzert beziehungsweise eine Lesung aus Martin Peichls beiden Büchern, nämlich “Wie man Dinge repariert”, das auf dem letzten “Alpha” sowie auf der letzten Bloggerdebutshortlist gestanden hat, beziehungsweise aus seinem neuen Buch, das noch in meinem Badezimmer liegt und von mir gelesen werden muß.

Trotz Corona-Zeiten eine tolle Literaturveranstaltung mit guter Stimmung und Begegnungen, obwohl ich eigentlich wieder nach Niederhollerbrunn fahren haben wollen, wo Erich Hackl den “Kramer-Preis” bekommen hat.

Beppo Beyerls Klogeschichten

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Heute hätte ich eigentlich zur Präsentation von Luis Stabauers neuem Buch “Brüchige Zeiten” gehen wollen und hatte mich auch schon dafür angemeldet, aber da man in Zeiten, wie diesen ja manchmal oder demnächst wahrscheinlich immer eine Maske braucht, habe ich mich wieder abgemeldet und war dann, als ich schon “Scheiße, keine Veranstaltungen, mehr!”, denken wollte, sehr froh über Richard Weihs Newsletter, der mich auch zu einer Buchpräsentation, nämlich zu Beppo Beiersl “Wiener Klosettbrevier”, ins Weinhaus Sittl einlud und dort braucht man, weil ja ein Lokal, keine Maske und den 1955 in Hadersdorf- Weidlingau geborenen habe ich ja erst am Sonntag im Little Stage, mein literarisches Leben scheint sich zunehmend in Wirthäusern statt im Literaturhaus, “Alte Schmiede” und “Gesellschaft” zu verlegen, gesehen, als dort Armin Baumgartner, den literarischen Sonntag wieder auferstehen ließ, ich kenne Beppo Beyerl schon lange, weiß gar nicht, wo und wann ich ihn kennengelernt habe, war jedenfalls bei einigen Lesungen, habe auch schon einige Bücher von ihm gefunden und die “Bekundungen Betrachtungen Benutzungen” über den Klogang sind bei “Löcker” erschienen.

Der Verleger machte die Einleitung und Begrüßung, Richard Weihs sang und spielte auf verschiedenen Instrumenten Klolieder und ein ganzes Buch über den Klogang ist wahrscheinlich sowohl interessant, als auch ungewöhnlich.

Ich weiß gar nicht, ob es so unbedingt literarisch ist, lehrreich ist es auf jedenfall und Beppo Beyerl hat auch einige Stücke daraus gelesen und immer wieder auch was dazu erzählt.

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Beppo Beyerl, Richard Weihs

So begann es mit der “Metaphisik – leider braucht man einen Überbau” und führte dann zu den Geschichterln, wo ein Türke einmal auf einen Ball mit Bonbons erschien, diese wurden ihm von seiner Kleidung entrissen, leider enthielten sie alle Abführpulver, so daß die Klos dann sehr besetzt waren und die feinen Damen in den feinen Ballkleidern sich mehr oder weniger angackten.

Es ging dann zu den Kindheitserinnerungen, die aus dem Pumpsklo, der Großmutter in Hadersdorf Weidlingau bestanden, später ist Peppo Beyerl dann in eine Basenawohnung gezogen, wo er sich das Gangklo mit dem großen Schlüßel mit einer alten Dame teilte und solche Erfahrungen hatte ich auch in meiner Studentenwohnung in der Otto Bauergasse und am Schluß gab es noch Auszüge aus dem “Klo ABC”, das dann, wie Beppo Beyerl noch erwähnte, nicht so unbedingt nur Wienerisch war.

Interessant, interessant, das Stabauer-Buch werde ich wahrscheinlich zugeschickt bekommen und am Rückweg ging es schon durch die “Kühle Meile Zieglergasse”, wo morgen auch ein großes Literaturfest stattfinden wird.

Man sieht der Literatur kommt man trotz einer vielleicht orangen Ampelschaltung nicht aus und darüber könnte man ja auch einen Text schreiben.

Letzte Corona-O-Töne?

Clemens Ruthner, Stephan Roiss

Clemens Ruthner, Stephan Roiss

Wieder einmal O-Töne, die letzten in diesen Sommer mit Maske, Absperrgitter und Sicherheitsdienst, die einen wegjagte, wenn man zu Nahe des Gitters stand und heute nicht so voll, weil ja keine so prominente Autoren, wie die skandalumwitterte Lisa Eckhart mit ihrer “Omama” angesagt war, dafür aber ein für die deutsche Ll nominierter Debutant, nämlich Stephan Roiss mit seinem “Triceratops”, der von einem ebenfalls Debutmoderator nämlich Clemens Ruthner vorgestellt wurde.

Der Büchertisch, der von “Thalia”, der ja die Buchhandlung Kuppitsch, die das früher machte, übernommen wurde, stand gleich vor der Bank auf der ich mit dem Alfred Platz genommen habe und Clemens Ruthner lobte in seiner Einleitung das Gemeinsame von beiden vorgestellten Büchern, in denen es, um eine Kindheit beziehungsweise, um eine Familiengeschichte geht und beide Autoren haben auch in Leipzig studiert.

Dann folgte die Lesung aus dem Buch, das mir ja sehr gut gefallen hat und das ich mir auf die deutsche Shortlist wünsche und dann kam die 1976 in Wien geborene serbisch stämmige Sandra Gugic mit ihrem neuen Roman “Zorn und Stille” und die kenne ich ja auch schon lang.

2008 hat sie bei dem “Exil-Preis- Schreiben zwischen den Kulturen” gewonnen, da habe ich sie wahrscheinlich auch kennengelernt. D Dann hat sie auf der Sprachkunst zu studieren begonnen, war bei einer der legendären von Angelika Reitzer moderierten “Textvorstellungen”, “Priessnitzpreisträgerin” ist sie auch, sie hat dann,, wie schon erwähnt auch in Leipzig studiert, ihren Roman “Astronauten” habe ich gelesen. Er hat mir, glaube ich, nicht so sehr gefallen und in dem neuen Roman geht es auch um eine Geschichte einer aus Serbien stammenden Familie und um eine Tochter, die Fotografin geworden ist, ihren Bruder und ihre Eltern. Sandra Gugic las ein paar Stellen vor. Die Mutter hat, als sie aus Ex- Jugoslawien gekommen ist,, in einer Küche gearbeitet Der Vater geht mit dem Bruder zu einem Würstelstand und füttert dort einen zugelaufenen Hund und als in den Neunzigerjahren der Jugowlawienkrieg ausbrach, läutete bei der Familie das Telefon und sie wurde gefragt, ob sie Serben oder Kroatien wären?

Clemens Ruthner, Sandra Gugic

Clemens Ruthner, Sandra Gugic

Darum rankte sich auch das Gespräch zwischen Moderator und Autorin und am Schluß bedankte sich die Organisatorin Gabriela Hegedüs bei allem für das gelungene Festival und wünschte sich, daß es im nächsten Jahr ohne Corona-Maßnahmen stattfinden wird.

Da bin ich mal gespannt, da und bis dahin lesen, lesen, um so mehr, da ja am Donnerstag die neue österreichische Buchpreisliste bekanntgegeben wurde und da stehen ja einige Bücher darauf, die bei den O-Tönen vorgestellt wurden.

Wieder ein Joe Berger Abend

Podium

Podium

Von den 1939 in Kaltenleutgeben geborenen und 1991 gestorbenen Joe Berger habe ich, glaube ich, in den Siebzigerjahren etwas gelesen und gehört, sein “Plädoyer für den Alkohol” einmal in einer Abverkaufkiste gefunden und dann wieder etwas von ihm gehört, als die Wien-Bibliothek eine Ausstellung und ein Symposium über ihn machte.

Da wurden dann auch ein paar neue Bände seiner Werke herausgegeben und dann bin ich im Zuge der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl des ersten Wiener Lesetheaters wieder auf ihn gestoßen, weil die ihm jedes Jahr eine ihrer Veranstaltungen widmen.

Der 2013 verstorbene Rolf Schwendter hat das, glaube ich, so eingeführt, jetzt hat Christian Katt die Organisation übernommen und ich bin bei einigen der Veranstaltungen gewesen, denn ich mag das urige Original, das er gewesen sein muß, eigentlich sehr.

Heuer hat es sich eigentlich zufällig ergeben, daß ich beim Joe Berger Abend war, denn ich wollte die Sommermontage eigentlich in Harland verbringen, aber manchmal will der Alfred früher zurückfahren, so bin ich Ende Juni beim ersten Abend gewesen, dann bei der Andreas Okopenko- Aufführung, den ich eigentlich auch gern mag, sonst nicht, weil im Juli ja alternierend die Podiumsommerlesereihe im Cafe Prückl war und morgen feiert der Alfred in der WU seinen Abschied, weil er sich ja Ende August in Pension begibt, da hat es sich gut getroffen und das Wetter war auch wieder schön.

Publikum

Publikum

Viele Leute, die sich nicht vor Corona fürchten und eigentlich viele mir unbekannte Gesichter, am Podium Eva Filip, Gabriele Stöger, Claudius Kölz, Ottwald John, den schon erwähnten Christian Katt, der die Einleitung hielt und das mit der jährlichen Veranstaltung erklärte und Richard Weihs mit seiner Gitarre.

Dann begann es mit dem “Plädoyer für den Alkohol”, Richard Weihs sang einen der von Ernst Kölz vertonten Texte, Claudius Kölz die “Wiener Depressionen” und Ottwald John improvisierte wieder in dem er eine einführung in seine Joe Berger Erinnerungen gab und schon spoilerte, daß er den Schweizer Jazzmusiker Mathias Rüegg dazu gewonnen hat, daß er im nächsten Jahr mit einigen Vertonungen auftritt.

Jetzt lobte Ottwald John die “Ironischen Zettel” als bestes Berger Werk und erzählte, wie er die Bücher in einer Salzburger Buchhandlung gefunden, aufgekauft und dann entweder verschenkt oder teuer weiter verkauft hat.

Ansonsten gibt es von Joe Berger noch “Die Märchen für Konsumkinder” “Die Märchen für die Satten und die Irren” und dann das von Julia Danielcyck, die früher in der Wien-Bibliothek war und Thomas Antonic herausgegebenen Irosatexte aus dem Nachlaß “Hirnhäusl”, die bei “Ritter” erschienen sind.

Ein interessanter schöner Sommerabend, eine gute Stimmung und auch viele Berger Fans, die ihre Erinnerungen austauschten.

Verregnete O-Töne

Gestern sind ja wieder die O-Töne gewesen, wo Hubert Achleitner also Hubert von Goisern seinen neuen oder ersten Roman “flüchtig” und der Debutant Benjamain Quaderer sein Debut “Für immer die Alpen” von dem ich schon einiges gehört habe und auf das ich schon neugierig war ,vorstellten.

Das letzte Mal wo Josef Haslinger und Lucia Leidenfrost dran waren, habe ich ausgelassen, weil beide Bücher in den Regalen und eines davon schon gelesen. Das nächste Mal am zwanzigsten ist ja die Grand Dame Friederike Mayröcker dran, die liest in der E-Halle, da kommt man sicher nicht ohne Maske hinein, umso mehr da ja jetzt schon fast dreihundert Leute pro Tag getestet wurden und dann kommt es zum Skandal dieser Woche nämlich zu der 1992 geborenen Kabarettistin Lisa Eckhart von der ich bisher nichts bestimmtes, nur daß sie sehr provokant sein soll, gehört habe und mich da wunderte, daß sie am 27. 8. auch ihr neues erstes Buch, das nicht unter der Debutantenschienen läuft, “Omama” vorstellen wird.

Das hätte sie auch in Hamburg bei einem Debutantenwettbewerb tun sollen, wurden aber ausgeladen, weil sich Linke darüber erregten, daß sie rechtsradikal sei, was den lieben Uli zu einem neuerlichen Schimpfartikel animierte, aber auch Klaus Kastberger, der sie offenbar eingeladen hat, unverständlich fand.

Also seien wir gespannt auf den Siebenundzwanzigsten und hoffen wir nur, daß es da nicht regnet, denn das hat es gestern so ab sechs getan und da ich heuer ja schon einmal von den O- Tönen weggegangen bin, weil die Veranstaltung in der Oval-Halle stattfand und da dieSecurity “Masken aufsetzen!”, sagte, wollte ich das nicht noch einmal haben, umsomehr da der Gewitterdonner ziemlich lautstark zu hören war. Ich habe dann auf der Facebookseite nachgeschaut. Da stand zwar “Findet im Freien statt!”, war aber schon vor Regenbeginn gepostet worden und die Frage einer Userin, ob das wirklich so wäre, war noch nicht beantwortet, als ich nach sieben in die Badewanne ging, um weiter in Svenja Leibers “Letztes Land” zu lesen und nicht eine vielleicht unnötioge Runde ins MQ zu machen. Als ich von dort wieder herauskam, war es schon acht vorbei und zu regnen hatte es aufgehört. Die Frage der Userin war immer noch nicht beantwortet und ich weiß auch jetzt noch nicht so genau, hat es jetzt draußen oder drinnen stattgefunden? Was in Zeiten, wie diesen für eine Maskenverweigerin wie mich, ja nicht so unwichtig ist.

So kann ich nur hoffen, daß Benjamin Quaderer vielleicht auf einer der Debutlisten steht und Hubert von Goisern auf der öst oder dBp oder, daß mir einer das Buch in den Bücherkasten legt.

Kann mich aber über Lesestoff nicht beklagen, warten doch nicht nur etwa zehn Altlasten noch auf meiner Liste, dann ungefähr acht Neuerscheinungen und am Denstag wird es überhaupt spannend, denn da wird ja die Longlist bekanntgegeben und ich hatte in meiner Büchertasche, als ich heute mit dem Alfred nach Harland gefahren bin, zwei “Kremayr- Neuerscheinungen” , nämlich ein buch der Barbara Rieger und eines von Stephan Roiss, das ist ein Debut und wird auch auf den O-Tönen präsentiert zumsammen mit der Buchpremiere der Sandra Gugic, wäre es nur zu Hälfte schade, wenn es dann regnet und die beiden “Kremayr-Bücher” habe ich, wenn ich die Svenja Leiber ausgelesen habe, als Wochenendlektüre vor. Dann käme Sascha Rehs “Großes Kino”, dem ich irrtümlich eine “Bachmann-Teilnahme” von 2020 unterstellt habe. Da habe ich das Buch, das vorgestern mit einem anderen gekommen ist, zwar in Wien gelassen, weil ich nicht so sicher bin, ob ich so schnell lese. Ich tue das derzeit nämlich eher langsam. Habe aber auf jedenfall das PDF in meinem E- book Ordner und außerdem spielt sich dieses Wochenende, egal od das Wetter hält oder nicht, in Harland auch noch so einiges ab.

Alfreds fünfundsechziger Geburtstag ist zwar schon vorbei. Da waren wir ja am Sonntag beim “Vincent Pauli” und das, was ich dort erlebte, habe ich ein bißchen umgewandelt in meinem “Notizbuch” verewigt, der ist aber ein Festefreak und macht eine Grillparty.

Allerdings lädt er da die Leute immer sehr spät ein und die sind im August meistens auch auf Urlaub, so daß das eher weniger Leute kommen, Zum Sechzigsten war aber ein ganzer Haufe und sogar die Ute und der Andreas aus Leipzig da, da aber der Alfred Ende des Monats in Pension geht, gibt er am 25. im “Library Cafe”” auf der WU auch ein großes Fest und so werden wahrscheinlich nur die Kloimsteins, der Karl und dann natürlich die Anna und die kleine Lia kommen und da bin ich auf deren ersten Schritte ja schon sehr gespannt.

Die Ruth, die ich ja unlängst erst im St. Pölten getroffen habe und an deren Friseurbesuch ich mich angehängt habe, kommt nicht, denn die ist jetzt in Salzburg, finden ja die Salzburger Festspiele in reduzierter und Carona sicherer Form statt. Das heißt mit berühmten Schachbrettmuster. Man muß reservieren und am Eintritt seinen Ausweis zeigen, Fieber gemessen wird wahrscheinlich auch und ich whttp://www.jancak.at/auszug_mimi.htmlundere mich nur, daß die Leute da mitmachen, habe die Ruth aber gestern sogar angerufen, weil ich ein Mail von einer Professorin aus Amerika bekommen habe, die ein Buch über den Holcaust schreiben will und sich da für jüdische Frauen interessiert, die von berühmten Männern beschützt würden und dafür die Erika Brunngraber, die Tochter des berühmten ehemaligen Superstars mit dem “Zucker aus Cuba”, dessen Bücher ich ja im Bücherkasten meines Vaters fand, interviewen wollte und da ich darüber gebloggt habe, hat sie mich um den Kontakt gebeten und das ist ja etwas, was mir gelegentlich passiert, daß Studenten aus China oder Verlage aus Korea sich bei mir über Erwin Schwarz erkundigen oder solche aus Italien ihre diplomarbeit über Michaela König schreiben wollen und sich da für für die “Mimi” interessieren.

Für meine Werke interessieren sie sich weniger, aber vielleicht kommt das noch, habe ich ja vor, habe ich, vorgestern gebloggt, vielleicht eine Corona-Romanserie zu schreiben, um die diesbezügliche Entwicklung zu verfolgen. Mal sehen, das wäre wahrscheinlich erst für die über- oder überübernächste Germanistengeneration interessant, da ich aber mit meinen Büchern ja zumindest diesbezügliche Spuren hinterlassen, könnte es ja sein, daß in fünfzig Jahren jemand bei der Lia klingelt und sich für Großmutters Bücher interessiert.

Wieder bei den O-Tönen

Sebastian Fasthuber, Gunther Neumann

Sebastian Fasthuber, Gunther Neumann

Wieder schönes Wetter, wieder O-Töne, diesmal mit Gunther Neumann und Birgit Birnbacher und diesmal habe ich meinen Platz in einen dieser grünen MQ-Sitzmöbel gefunden, die sind bequemer, als die Bänke, man würde auch besser hören, weil etwas näher am Geschehen, wenn sich nicht am Nebensessel eine Gruppe junger Leute eingefunden hätten, die sich laut unterhielten.

Aber eine gute Stimmung, abgesehen von dieser Eingangsmaskerade und der Seucrity-Überwachung und sehen tut man auch nicht sehr viel, weil ja weit hinter, aber Margit Heumann, die unermüdliche, habe ich wieder getroffen, die mit einer alten Dame, die ich früher immer in der “Alten Schmiede” gesehen habe und die einmal auch zu mir zu einer Lesung gekommen ist und nachher beim Weggehen, die Christa U. meine Hauptschulkollegin, die auch ein Corona-Opfer geworden ist, weil Hüft-Op leider verschoben.

Sebastian Fasthuber moderierte und stellte den späten Debutanten, den in Linz geborenen Gunther Neumann vor, der lange in leitenden Funktionen tätig war und offenbar in seiner Pension seinen ersten Roman “Über allem und nichts” geschrieben hat, in dem es um eine Flugbegleiterin geht, die Bauch beziehungen zu zwei Männern hat.

Dann folgte, die mir schon besser bekannte, 1985 geborene Birgit Birnbacher, der Debut “Wir ohne Wal” ich gelesen habe, die Soziologin, die im Vorjahr den “Bachmannpreis” bekommen hat und von Sebastian Fasthuber gebobt wurde, daß sie von einem Beruf und nicht nurvon einer Schreibschule hergekommen ist.

Sebastian Fasthuber, Birgit Birnbacher

Sebastian Fasthuber, Birgit Birnbacher

Nun die Schreibschulen-Autoren sind ja eher etwas Neues, denn als ich zu Schreiben begonnen habe, hat es noch kaum solche gegeben. Das Interessante an Birgit Birnhacher ist aber, daß sie in einer sehr schönen Sprache soziale Themen erzählt, die man bei den Schreibschulabsolventen vielleicht nichtmso einfach findet, geht es doch in “Ich an meiner Seite” um einen Arthur, der ein Straftäter ist und Birgit Birnhbacher erzählte in Gespräch auch, daß es dazu ein Vorbild gab, das sie lange suchte und das sie dann fiktionalisierte.

Interessant interessant, mit “Wir ohne Wal” habe ich ja nicht so viel anfangen können, der “Bachmannpreisrext” hat mich schon mehr angesprochen und auch die Textausschnitte, die sie gelesen hat, erscheinen mir sehr interessant.

Mal sehen ob das Buch einmal zu mir kommt oder ob es vielleicht auf einer der Buchpreislisten steht, schreibe ich wieder und Isabella Straubs “Im Schatten des Windrads”, die, glaube ich, 2015 bei den O-Tönen gelesen hat, wo ich wegen meiner Sommerfrische wegen auf meinem MQ-Möbel saß, den Einzug der Maskierten beobachtete und auf die Veranstaltung wartete.

O-Töne von hinten

Publikum

Publikum

Heute also schönes Wetter für die O-Töne und so bin ich, weil ich vorher noch mit dem Alfred zum Beziksamt gegangen bin, um die Unterstützungserklärungen für die KPÖ auszufüllen, kurz nach halb sieben im MQ eingetroffen.

Die Bank auf der ich letzte Woche kurz gewartet habe, war leer. Vor dem Eingang, die Sitzreihen sind jetzt ja mit Absperrbändern und Absperrgittern umrundet und davor maskierte junge Leute mit Security- Leiberl, standen schon ein paar Leute.

Ich stellte mich kurz dorthin, verschwand aber wieder auf die Bank, als ich sah, Eintritt nur mit Maske. Auf den Plakaten stand zwar immer noch “erwünscht”, neben den Hinweisen bezüglich Desinfektion und Abstand halte und begann weiter in Bernhard Schlinks “Abschiedsgeschichten” zu lesen.

Langsam füllten sich die Reihen, maskierte und unmaskierte Leute schwirrten herum, der Alfred kam und umrundete das Gelände, berichtete, Margit Heumann und Christa U. säßen schon drinnen, ein paar “Alte Schmiede-Stammbesucher” tauchten auch noch auf, dann begrüßteGabriela Hegedüs, erzählte etwas von Wohlfühlen und Bequemlichkeit und davon, daß man nun die Masken abnehmen dürfe.

Florian Baranyi, Dominik Barta

Florian Baranyi, Dominik Barta

Ich fand das ganze ein bißchen ein bißchen unwirklich,, wie den dystpischen Roman, an dem ich gerade schreibe oder die, die dort ja oft gelesen wurden, die Schlange der maskierten Menschen, die an der Security vorbei eingelassen wurden.

Daß die Sitze im Schachrettmuster geordnet waren, habe ich schon das letzte Mal gesehen und an den Sackerln, die ja wieder ausgeteilt wurden, hing, erkärte Gabriela Hegedüs das Tracing-Kontaktformular, das man diesmal, weil im Freien, nur freiwillig ausfüllen sollte. Dafür gab es eine Pause, dann erschien der mir unbekannte Moderator Florian Baranyi und stellte das Debut von Dominik Bartas “Vom Land” vor. Hinten auf der Bank und vor dem Restaurantgarten, sah und hörte man ein bißchen schlecht, so stellte mich vor das Absperrgitter und das Buch habe ich ja irgendwann im April gefunden, als ich noch mitten im Shutdown zum Bücherschrank, Briefkasten und Plastikflaschencontainer ging.

Es handelt offenbar von einem Paar am Land und der 1982 in Grieskirchen geborene Autor las eine Stelle, wo es für achtzig Euro zu einem Wunderheiler geht, weil die Frau nicht schlafen kann, der Mann ist damt unzufrieden, die Frau packt aber ihre Koffer und geht auf seinen Rat auf Reisen.

Florian Baranyi, Valerie Fritsch

Florian Baranyi, Valerie Fritsch

Dann kam Valerie Fritsch, der Shootingstar aus Graz mit dem neuen Buch “Herzklappen von Johnson & Johnson”, das von einem Großvater und seinen Kriegserfahrungen, einer Alma und ihrem schmerzunempfindlichen Sohn Emil handelt und ich muß sagen, obwohl mir “Winters Garten” ja nicht so gefallen hat, daß die ja noch sehr junge Frau wirklich eine schöne Sprache hat. Ich habe mir viele Sätze in mein Notizbuch aufgeschrieben und dazwschen beobachtet, wie einige der Besucher ihre Plätze verließen. Ging man nur aufs Klo bekam man einen Stempel und die Security stand das ganze überwachend mit Maske herum. Sie ließen aber auch neue Leute herein und eine junge Frau sagte zu mir, ich könne das auch und das hat dann auch ohne Maske geklappt.

Valerie Fritsch las drei Stellen, dazwischen gab es ein Gespräch mit dem Moderator und neben der Schmerzunempfindlichkeit scheint ein Thema auch das Schweigen zu sein, das die Kriegsgeneration ihren Kindern und Enkel vererbte. Dazu fragte der Moderator, die 1989 Geborene, wie das denn sein könnte und ich dachte mir, wie kann sie dazu eine Antwort geben, war sie ja gerade drei Jahre alt, als die Waldheimdebatte losbrach und war befriedigt, daß sie genau das antwortete.

Security

Security

Manche Moderatoren denken offenbar nicht sehr nach und stellen sterotype Fragen. Ein thema scheinen aber auch die Fotos zu sein, Valerie Fritsch arbeitet ja auch als Fotografin und reist sehr viel herum, so hat sie Orte, wo der Großvater im Krieg war, bereist und in dem Buch scheinen offenbar auch Fotografien zu sein. Die habe ich mir nicht angeschaut, Gabriele Hegedüs wies aber nach der Lesung auf die Möglichkeit des Signierens hinter Plexiglas hin und da kann man wieder “Seltsam, seltsam!”, denken und die Frage, warum im Freien zu seinem Platz mit Maske gehen muß, während man sie drinnen nicht braucht und auch im Haupthof draußen nicht, ist wahrscheinlich nicht so leicht zu beantworten und morgen gibts es ja die Maske an allen öffentlichen Orten, wo man hingehen muß, also Lebensmittelhandel, Post und Bank, während man sich weiter in Lokale setzen und Kleider, Möbel, etcetera kaufen kann, damit die Wirtschaft nicht zusammenbricht.

Seltsam, seltsam und ich bin schon gespannt auf die nöchste Woche, wo Birgit Birnbacher, die “Bachmann-Preisträgerin” vom letzten Jahr und Günther Neumann ihre Bücher vorstellen.

Mal sehen, ob es regnet oder ob ich wieder der Veranstaltung von hinten beiwohne? Die letzten Jahre bin ich ja immer extra früh gekommen, um ganz vorne einen Platz zu haben, wo man bestimmt besser sieht, aber hören kann man, wenn man sich an das Absperrgitter stellt, ganz gut.

Noch einmal Nacht

Jetzt geht es gleich und wahrscheinlich für heuer das letzte Mal, weil ich am nächsten Montag in Harland bleiben will, weiter mit dem Cafe Prückl und da habe ich am letzten Montag ja geschrieben, daß mir die heute auftretende Nathalie Rounaet unbekannt ist. Stimmt aber nicht, denn ich habe sie schon ein paar Mal im Literaturhaus slamen gehört, jetzt las sie einen, wie sie betonte, ihren Lieblingsslamtext, den ich, glaube ich, schon hörte, “Sie nennen dich Flüchtling, Migrantin, dein Name ist Leyla und das bedeutet Nacht” und dann Ausschnitte aus einem Roman, an dem sie gerade schreibt, in dem es um die Resistance und ihren Großvater geht.

Dann ging es, wie Birgit Schwaner bedeutete, weiter mit dem Politischen, nämlich mit Gerald Jatzek, dem Liedermacher, Kinderbuchautor und Lyriker, der drei Texte vorbereitet hatte, den ersten hat er, wie er betonte letzte Nacht geschrieben und er handelt, was mich natürlich besonders interessiert, wo ich ja bevor ich ins Cafe Prückl gegangen bin, meine zehnte Szene geschrieben habe, wo die Lena Wünsche, die Eja Corona-Gedichte schickt und die Wiedereinführung der Maskenpflicht gerade in den Nachrichten durchgegeben wird, von einem “Vir” das die Welt verändert hat. Ob das eine Anspielung an das “Wir ist, habe ich nicht ganz herausbekommen. Der Satz “Wenn Konzerte ausfallen, macht die Polizei Musik”, hat sich mir aber besonders eingeprägt.

Dann kam eine ältere Geschichte von einem alten Tschecheranten, der am Zentralfriedhof Blumen aus Gräber aus und in andere für Geld eingräbt, mit den alten Witwen schäkert und dann auf einer Bank in Friedhofsnähe verstirbt. Dann kam noch ein Nachtstück oder ein Totengesang “Die Toten sind…”, in fünf Teilen. Gerald Jatzek hat E. T. Hofmann dabei erwähnt. Mich hat es eher an die Jelinek und “Die Kinder der Toten” erinnert.

Die Ruth war wieder da, der Hansjörg Liebscher und noch eine Menge andere mir unbekannter Leute und interessant ist, denke ich, abschließend, wie unterschiedlich man die Nacht beschreiben kann.

Ich habe mich ja diesmal nicht beworben, da ich mir die GAV-Aussendung, die dazu aufforderte, nicht oder nicht so genau angeschaut habe, bei den Deutungshoheiten oder, daß Nacht ja auch vergessen bedeutet, wäre aber das Stück aus der “Magdalena Kirchberg”, das ich das letzte Jahr beim Volksstimmefest gelesen habe, passend gewesen und da gibt es heuer nicht nur keine Anthologie und kein “Linkes Wort”, sondern, wie ich gestern hörte, auch kein Volksstimmefest weil die Organisation und die Auflagen offenbar doch zu schwierig ist. Man sieht Corona schlägt wild herum und das gehört wahrscheinlich auch irgendwie zur Nacht, obwohl das Birgit Schwaner sicherlich nicht eingeplant hat, als sie dieses Thema wählte.

Viermal war ich heuer bei den Podiums-Lesungen. Früher hätte ich mir das eher ausgespart, aber heuer hat es dieser Juli literarisch auf sich und jetzt bin ich nur gespannt, ob ich morgen zu den O-Tönen komme oder nicht.

Hahnrei Wolf Käfers und Thomas Northoffs Nachtgeschichten

Nach dem verpatzten oder verpassten O-Tönen letzte Woche geht es, denn jetzt kann man ja noch maskenlos ein Lokal betreten, gleich weiter mit den Lesungen und diesmal war es in dem CafePrückl Hinterraum auch sehr voll. Die Ruth ist schon an einem Tisch gesessen, Hansjörg Liebscher, Susanne Schneider, die Nahid Bagheri-Goldschmid und und waren da und gelesen haben zwei Bekannte, die ich beide letzte Woche gehört und gesehen habe.

Nämlich als erster Hahnrei Wolf Käfer der hier nur als Wolf aufgetreten ist und den ich ja eigentlich mit der anderen Lesereihe im Weinhaus Sittl assoziiert hätte, in dem heute, glaube ich, Christa Kern einen Nestroy veranstaltete, Birgit Schwaner, die ja immer sehr abgehoben deutet, leitete mit einem Zitat ein, daß die Nacht, sowohl eine Metahpher für den Tod, als auch für ein schönes Erlebnis am Würstelstand dienen können.

Das hat es eigentlich in sich und Hahnrei Wolf Käfer, der von Birgit Schwaner, als wieder sehr genau und präzise Schreibender vorgestellt wurde, las in seinem Nachtportrait von einer Melanie Nacht, einer alten Lehrerin an einer Privatschule, die sich von ihrem Partner namens Sunrise, ebenfalls Lehrer, der zwei Schüler zum Selbstmord bringt, langsam verfremdet.

Interessant der Sprachstil, die Ruth hat ihn mit Thomas Mann verglichen und dann ging es gleich zu den Graffitis, einem alten Widerstandskämpfer und einer Liebesgeschichte von Thomas Northoff, die wie Birgit Schwaner erklärte im letzten “Podium” erschienen ist und da überraschte mich die Sprache, denn Thomas Northoff hat ja einen sehr speziellen experimentellen Stil, wie er auch am Dienstag in Strobl präsentierte, aber jetzt war es umgangsprachlich realistisch und las von einem alten Widerstandskämpfer, den er zu einem Graffitisymposium einladen wollte.

“Hör ma auf mit Graffitis, das sind doch Schmierereien!”, fuhr er ihn an, hat aber in Nazizeiten selber Widerstandsparaolen auf die Straße gemalt und dabei die Liebe seines Lebens kennengelernt, jetzt ist die eine alte Frau und sehr krank und ist dann zwei Wochen bevor er auf dem Symposium auftrat gestorben.

Interessant die Vielfalt der Nachgeschichten. Am Mittwoch kommt die mir unbekannte Nathalie Rouanet und der mir bekannte Gerald Jatzek, mal sehen, ob ich da noch gehen kann, aber in dem Hinterzimmer ist man ja schnell drinnen. Dann gäbe es noch einen Montag mit Monika Vasik und Stefan Schmitzer, aber da werden wir wahrscheinlich in Harland in der Sommerfrische sein.

O-Töne zu Corona-Zeiten

Die O-Töne, das Literaturfestival im Museumsquartier gibt es schon seit einigen Jahren im Sommer jeden Donnerstag, wo die heimischen Lieraturgrößen ihre Neuerscheinungen, die dann später oft auf den Buchpreislisten stehen, vorstellen. eine Debutschiene gibt es auch und ich gehe eigentlich erst regelmäßig hin seit dem der Alfred in Altersteilzeit ist, weil ich ja früher meine Sommerfrische von Mittwoch bis Sonntag machte.

Aber heuer ist ja Corona bedingt alles anders und da war ja lange überhaupt nicht klar, ob sie stattfinden werden. Als am fünfzehnten Mai, glaube ich, die Lokale wieder öffneten, hat der Alfred in seinem Stammlokal, die Veranstalter getroffen und sie sagte, sie wollen es machen, sind schon in Planung und hätten ein tolles Programm.

Auf der Website stand dann lange”Programm coming soon!”

Vor zwei Wochen war es dann so weit, daß es bekanntgegeben wurde und heute war der Anfang mit Xaver Bayers “Geschichten mit Marianne” da gibt es ja eine passende Stelle, die er auch kurz vor dem Knockdown im Literaturhaus gelesen hat und dem Debut der Helena Adler “Die Infantin trägt den Scheitel lins”, kuratiert und moderiert von Klaus Kastberger. Eröffnungsmusik war keine angekündigt.

Sonst stand auf der Seite nur, daß die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden und da war ich gespannt, weil es am Rathausplatz jetzt ja ein Logensystem mit Contacttracing, etcetera, gibt auf das Bürgermeister Ludwig sehr stolz ist und ich dachte mißtrauisch, wie ich bin, schaue ich mir das alles an. Mit Maske gehe ich nirgends hinein und meine Daten gebe ich auch nur ungern bekannt.

Dann war das Wetter, wie auch schon früher an den Donnerstagen nicht so gut, es hat aber nicht direkt geregnet, trotzdem bin ich mit Regenjacke nach meiner fünf Uhr stunde losmarschiert und habe der Facebookseite noch entnommen, Einlaß ab halb sieben. Nun ja, klang nicht sehr gut, der Haupthof, wo heuer, alle Veranstaltungen, außer der der Frau Mayröcker stattfinden, ist ja öffentlich, aber vielleicht zäunen sie ihn ebenfalls ein?

Es stand dann schon beim Eingangstor auf der Mariahilferstraße ein Hinweis bezüglich des Sicherheitsabstandes mit eineinhalb Meter und Masken erwünscht, nun ja auf den Demonstrationen wo ich bisher war, stand das gelegentlich auch und ich habe keine getragen.

Vor den Sitzreihen waren dann Absperrgitter und Absperrbänder und wieder Sicherheitshinweise. Die wurden dann weggeräumt, so daß ich mich hinsetzte,

Dieser Platz soll frei bleiben!”, stand auch auf jeden zweiten Sessel. Dann kam einer der Veranstalter zu mir und sagte wegen des Wetters findet es in der “Arena”, also diesen langen Schlauch statt.

Ich erkundigte mich noch nach den Bedingungen, er sagte nur was von begrenzter Platzsahl “Aber Sie sind eh früh dran!” und von einem freiwillig auszufüllenden Formular. Das das relativ ist, habe ich schon herausgefunden und vor dem Eingangstor warteten auch schon ein paar Personen.

“Einlaß erst um sieben!”, sagten mir die Securities. Die Warteschlange füllte sich langsam. Ich habe mich mit einer Frau unterhalten, die mir sagte, daß sie auch keine Masken mag, aber eine solche in der Hand hielt, die Christa U. tauchte auf und die Security begannen vor sieben ihre Masken aufzusetzen.

Ich weiß nicht, ob ich “Uje dachte!”, wahrscheinlich eher, daß der volle Schlauch eher ungemütlich ist und ab hundert Personen besteht wohl auch eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, umsomehr da man bei oe-24 ohnehin den ganzen Tag schon seit zwei Wochen hört, daß sie wieder eingeführt werden soll, weil es jetzt immer mehr Cluster gibt und schon über tausend Infizierte.

Nun ja nun, “Bitte <maske aufsetzen!”, sagte der Maskierte zu mir freundlich, da habe ich also umsonst gewartet, war aber gut, weil ich es dann genau wußte und auch, wie das in der nächsten Woche bei Schönwetter eventuell sein wird und ging zurück. Blöd war nur, daß der Alfred mit dem vollgepackten Auto, um halb acht kommen wollte und ich zwar den Computer in der <handtasche trug, aber nicht das Kabel für die Stromversorgung.

Ich erwischte ihn dann aber gerade nach dem er weggefahren war und so fuhren wir ohne die literarische Erbauung nach Harland. Besonders enttäuscht bin ich nicht, denn ich richte mich ja ohnehin schon die ganze Zeit darauf ein, daß es heuer wegen den “Alpha” noch den “Buchpreis” noch die “Buch-Wien” geben wird. wie das mit “Alten Schmiede”, der “Gesellschaft” und dem Literaturhaus werden wird, ist noch nicht so klar. aber abgesehen von meiner Maskenmuffelphobie stelle ich es mir nicht sehr angenehm vor, da zwei Stunden vermummt in dem engen Schlauch zu sitzen. Da gibt es wahrscheinlich bessere Literaturbedingungen und die Bücher lassen sich ja lesen.

Bei den “Geschichten mit Marianne” war ich schon bei der Präsentation und das Debut der Helena Adler steht wahrscheinlich auf einer der Debutpreislisten,

Also nicht allzu sehr enttäuscht, da ich ja auch mit einer umfangreichen Neuerscheinungstasche nach Harland gefahren bin. In den nächsten Wochen werde ich versuchen herauszufinden, wie das bei Schönwetter ist und, wie da empfohlene Maskenpflicht aussehen wird?

Am zwanzigsten August liest die Friederike Mayröcker in der E-Halle, das werde ich also gar nicht erst versuchen und am sechsten August Josef Haslinger und Lucia Leidenfrusts “Wir verlassenen Kinder” habe ich schon gelesen.

“Mein Fall” noch nicht, das liegt dank Doris Kloimstein aber auf dem Wiener Badezimmerstapel und da habe ich vor, es zu diesem Kloster- Workshop mitzunehmen, falls etwas daraus wird und den sechsten August könnte ich also auch auslassen, um früher in Harland zu sein.

Bei den anderen Veranstaltungen, wo Birigt Birnbacher, Valerie Fritsch, etcetera, also die gesamte literarische Hautevolee lesen werden, würde ich mir Schönwetter wünschen.

Mal sehen, ich bin gespannt und wenn sich bezüglich Fallzahlen und Maskenpflicht nicht allzuviel verändert, würde ich es am sechsten November mit einem literarischen Geburtstagsfest versuchen und da halt weniger Leute einladen, damit es sich nicht so staut und ich könnte aus meinem Corona-Text, den neuen oder den alten lesen.