Augustin Hoffest

Beim “Augustin-Hoffest”, der Grillparty der Straßenzeitung “Augustin” in der Reinprechtsdorferstraße war ich schon vor einem Jahr.

Der Alfred hat, weil er da bei einer Veranstaltung war, eine Einladung bekommen, war aber zu dieser Zeit in Amerika, so bin ich hingegangen, habe ein Würstl gegessen und ein paar Stücke der Torte, die auch gegeben hat und einmal war ich bei einem “Augustin-Flohmarkt” und habe mir da ein paar Rezensionsexemplare gekauft, die ich langsam, langsam abgelesen habe.

Bei der “Augustin Schreibwerkstatt”, die der Herr Blaha abgehalten, war ich 2009 auch Gast und habe ein Stück aus meiner “Sophie Hungers” gelesen und den “Wunderschönen Tintentraum”, da war ich, glaube ich, das erste Ml in dem Quartier in der Reinprechtsorferstraße. Vorher waren sie, glaube ich, in der Mostgasse und Robert Sommer den langjährigen Herausgeber oder Chefredakteuer, habe ich kennengelernt, als ich im “Augustin” ein Plagiat entdeckt habe.

Die Straßenzeitung lese ich schon lang, habe selber, glaube ich, auch einmal ein Portrait oder ein paar Texte drinnen gehabt, habe meine Veranstaltungen, “Die Mittleren” und den “Tag der Freiheit des Wortes” beispielsweise im Veranstaltungsprogramm “Strawanzerin” angekündigt und seit einigen Jahren wird auch der “Hammer” die Zeitschrift der “Alten Schmiede”, in dem Ruth und ich ja unsere “Kunst im öffentlichen raum-Texte” drinnen hatten, beigelegt und heute bin ich wieder zum Hoffest gegangen, obwohl ich dachte, daß wir, weil der Alfred jetzt wieder aus Kuba zurück ist, nach Harland fahren.

Der Alfred, der wieder eine Einladung bekommen hatte, wollte aber hin und bei der “KritLit” sind auch Einladungen aufgelegen, so bin ich, da ich im Vorjahr eine sieben Uhr Stunde hatte und um acht, als ich dann dort war, nur mehr Würstln, aber keinen Senf dazu mehr bekommen habe, diesmal sehr pünktlich hingegangen, habe mich auf einen Tisch gesetzt, gewartet bis die Würstl fertig waren, mir einen Spritzer geholt, ein bißchen Konversation betrieben, um sieben gab es dann eine sogenannte Führung mit Lesung.

Das heißt, wir sind den ersten Stock gegangen, wo die Redaktionsräume liegen und es gab eine Lesung aus Robert Sommers “Erinnerungen”, ein Buch, das man nicht kaufen kann, wie die beiden Redaktionsmitglieder erzählten, da Robert Sommer jeden Tag ein Kapitel anfügt. Die Redaktionsfrauen erzählten etwas über die Gründung der Straßenzeitung, die 1995 erfolgt ist. Eine Sozialarbeiterin, Robert Sommers Lebensgefährtin, wollte darüber ihre Diplomarbeit schreiben und hat die Straßenzeitung gegründet, deren Ziel es war, wie einer der Zuhörer erklärte, die Obdachlosen Selbstvertrauen zu geben.

Das heißt, sie kaufen die Zeitung um einen Euro fünfundzwanzig und verkaufen ihn um zweifünfzig. Dazwischen gibt es einige Sozialprojekte, wie eben die Schreibwerkstatt, die es nicht mehr gibt, den Chor und inzwischen gibt es auch das “Radio Augustin” etcetera.

Danach gab es den Chor und Dj-Musik, eine Tombola gab es auch, wo man Lose in verschiedenen Farben kaufen konnte. Der Alfred kaufte vier. Zwei waren davon in blau und haben gewonnen. Der Gewinn bestand aus Eintrittskarten zu Kunstausstellungen, so daß wir demnächstst ins Kunshaus Wien und ins Jundertwasserhaus gehen können und wir haben wieder einen interessanten Abend, den man wohl der sogenannten Subkultur zurechnen könnte, gehabt und ein interessantes Stückchen Wien kennengelernt, beziehungsweise schon bekannte Beziehungen wieder aufgefrischt.

So habe ich die Ulli Fuchs dort gesehen und Anton Blitzstein, der ja seine Katzen und Mondkälber auch im “Augustin” veröffentlicht war auch anwesend.

Wieder Revolutionsworkshop, wieder Hauptbücherei

Jetzt bin ich in diesem Semester erst das zweite Mal in Stephan Teichgräbers Revolutionsworkshop gewesen, zuerst hinderte mich mein Gips und meine Veranstaltungspause daran.

Dann waren noch Osterferien, der erste Mai und Stephan Teichgräber hatte auch auswärtige Termine.

Ich bin aber nicht untätig gewesen, habe ich doch nicht nur Markus Liskes Buch über “Erich Mühsams Räterepublik” gelesen und in den letzten Tagen endlich Gerhard Loibelsberger “Schönbrunner Finale”, sondern auch  auf wundersame Weise am Sonntag als ich vom “Kramer-Fest” zurückgekommen bin, Alexej Tolstoi dritten Teil des “Leidenwegs” im “Wortschatz” gefunden, was mich daran erinnerte, daß ich im letzten Semester ja immer den ersten Teil “Die Schwestern”, die Stephan Teichgräber, im Oktober in einem Antiquariat in der Margareten oder Schönbrunnerstraße erstanden hat, zum Workshop und wieder zurück schleppte, das Buch aber nicht gelesen habe, denn meine Leseliste war ja so lang, aber deshalb ein schlechtes Gewissen entwickelt, denn beim Partisanenworkshop habe ich ja auch das “Engele” gelesen.

Jetzt bin ich mit meinen Rezensionsexemplaren zwar nicht ganz, aber fast durch, ist doch heue Jörg Fausers “Schlangenmaul” zu mir gekommen und Arif Anwars “Kreise ziehen” wartet auch noch auf das Lesen.

Aber dann habe ich mir vorgenommen, werde ich beide Bücher lesen und im Workshop meinem Privatissimum mit Stephan Teichgräber ist es heute wieder um Alfred Döblins “November 1918” gegangen.

Da wollte Stephan Teichgräber, daß wir  nach den Motiven suchen und daraus Motivketten erstellen, die er für sein Skriptum braucht.

Damit habe ich zwar immer noch meine Schwierigkeiten und auch die Handlung beim ersten Teil zu erkennen, bin aber jetzt schon bis Seite einundzwanzig gekommen und dann wieder in die Hauptbücher gefahren. Das habe ich im März, als ich das letzte Mal im “Doml” war, auch getan, da hat es einen Film über Ivan Cancar gegeben. Diesmal hat wieder Armin Thurnher aus seiner “Fähre nach Manhattan” gelesen und Franz Schuh hat mit ihm gesprochen.

Ich habe zwar schon im Schauspielhaus und bei “Rund um die Burg” aus dem Buch gehört”, aber irgendwie hat es mich, obwohl ich Wiederholungen ja sonst vermeide,  hingetrieben, wahrscheinlich weil Armin Turnher, der Falter-Gründer, eine interessante Erscheinung ist und das bei “Zsolnay” erschienene Buch ist, wie ich heute erfuhr, der erste Teil einer Autobiografie. Zwei Weitere sollen noch folgen und Armin Thurnher sagte auch gleich, daß das “Ich”, um das es in dem Buch geht, nicht sein wirkliches wäre, weil ja alle Autobiografien gelogen wären, uns so weiter, aber es ist wahrscheinlich wirklich schwierig authentisch zu bleiben, wenn ein Siebzigjähriger über den Achtzehnjährigen, der er einmal war, schreibt, der mit einem Schnürrlsamtanzug aus Vorarlberg nach Amerika kommt, um dort in einem College ein Stipendium anzutreten.

Es war das Jahr 1967 und der Vietnamkrieg, die Bürgerbewegung und er wurde auch von der Selbstbedienungscafeteria in dem College erschlagen, hatte er sowas doch nur vorher in Wien in der “Billateria” in der Singerstraße, die ich auch gelegentlich besuchte, gesehen.

Die Stellen, die gelesen wurden, habe ich zum Teuil schon gehört und Franz Schuh breitete dann gleich ein ganzes Konstrukt darumherum auf, beginnend mit Fragen zur Autobiografie, kam er zu der “Utopie Amerikas” und  dem “Mythos Stadt”.

Darüber kann man natürlich herrlich philosphieren, die französische Revolution und den “Alexanderplatz” zitieren. Man kann aber auch einfach, wie ich es eher tun würde, von den Jugenderinnerungen des Achtzehnjährigen, der das erste Mal mit seinem Schnürrlsamtanzug und vielleicht ein bißchen ungeschickt, in das weite Land kommt und jetzt mit siebzig über seine Erinnerungen schreibt, sprechen.

Mal sehen, ob ich das Buch mal finde oder zu den Lesungen der beiden anderen  Bände komme, wenn sie erschienen sind.

Cafe Westend-Lesung

Erika Kronabitter

Erika Kronabitter

Ljuba Arnautovic

Ljuba Arnautovic

Als ich mich am Freitag bei der “KritLit” am “Perspektive-Stand” umschaute, hat mich Stefan Schmitzer angesprochen und mir gesagt, er wüßte, was ich am Dienstag machen würde.

“Ja?”, habe ich geantwortet, “Woher weißt du das?”, denn da hatte ich ja geplant, endlich zu der Lesereihe zu gehen, die Luis Stabauer und Erika Kronabitter seit Jahresanfang jedes Monat im Cafe Westend auf der Mariahilferstraße  beim Westbahnhof veranstalten.

Er meinte aber die “AS”, wo es derzeit das “Dichterloh Lyrikfestival” gibt und er und Dine Petrik am Dienstag gelesen habe.

Hätte mich natürlich auch sehr interessiert, aber da ich ja im Juli bei der Leserreihe ausnahmsweise mit meinen selbstgemachten Büchern lesen darf und ich ja eigentlich schon im März hinschauen wollte, durch meinen Gips aber behindert war, habe ich es mir für heute fest vorgenommen, obwohl mir das Programm gar nicht so unbekannt war, habe ich Ljuba Arnautovic, die damit ja auch für den letzten östBp nominiert war schon einige Male aus “Im Verborgenen” lesen gehört und  Stefan Kutzenberger habe ich vorige Woche auch zweimal aus “Friedinger” lesen gehört.

Die 1967 in Wien geborene Sascha Wittmann habe ich auch schon in Leipzig, glaube ich, gehört und bin mit ihr auch im Vorjahr durch den Augarten spaziert aus dem Roman “Wie ich berühmt wurde”, aus dem sie ein Kapitel, das in einem Cafehaus und vom Ober Franz handelte, der einen Schlaganfall bekam, weil ihn ein Gästepaar “Kellner” nannte, aber noch nicht.

Stefan Kutzenberger

Stefan Kutzenberger

Sascha Wittmann

Sascha Wittmann

Das war also ein Novum und die Lesereihe im Cafe Westend auch, haben da ja Erika Kronabitter und Luis Stabauer einen Verein gegründet, auch ein paar Bücher in das Cafe gestellt und die Cafehausecke, wo die Lesung stattfand, war auch gut gefüllt und ich bin auch gleich mit den Damen an deren Tisch ich einen Platz gefunden habe, ins Gespräch gekommen und bin da zufällig mit einer Ärztin und Psychotherapeutin, die nach ihrer Pensionierung zu schreiben anfgefangen hat und in Harland wohnt, ins Gespräch gekommen.

Sonst war Susanne Toth anwesend, die nächstes Monat gemeinsam mit Bettina Balaka und Herbert J. Wimmer lesen wird, gekommen und bin außerdem noch darauf gekommen, daß ich Stefan Kutzenberger, beziehungsweise seinen Debutroman schon länger, als, ich glaubte, kannte, hat ihn doch die Anna Lindner, der Anna einmal geschenkt, weil beide, glaube ich, Literaturwissenschaftskollegen sind. Die Anna hat ihn mir gezeigt und ich habe gesagt “Kenne ich nicht!”

Jetzt habe ich innerhalb von zehn Tagen dreimal eine Lesung daraus gehört und wem es interessiert, ich lese am 16. 7. fünfzehn Minuten zwei Szenen aus der “Unsichtbaren Frau”, die die gerade  in Zeiten der Regierungsumbildung, wo  Minister Basti vielleicht bald kein Bundeskanzler mehr ist, sich besonderer Akutalität erfreut, lesen werde und lade alle sich im Raum Wien befindlichen sehr herzlich dazu ein.

Wer meine zwei Co-Leser sind, weiß ich noch nicht, das wird nochmal besonders spannend werden, wer sie sind und ob ich sie kenne. Warten wir es ab.

Theodor Kramer Fest am Augartenspitz

Von der “KritLit” habe ich mich dann am Sonntagabend gleich zu der nächsten Veranstaltung aufgemacht, feierte doch die “Theodor Kramer-Gesellschaft” ihr fünfunddreißigjähriges Bestehen und ich kann mich erinnern, daß ich ungefähr zu dieser Zeit bei meiner Freundin Hansi Berger, die inzwischen schon lange gestorben ist und die ich als junge Studentin beim “Club der logischen Denker” kennenlernte, ein diesbezügliches Prospekt oder eine Broschüre liegengesehen habe und sie mir stolz erzählte, daß sie nun dort Mitglied ist, was mir damals noch nicht sehr viel sagte und wer Theoder Kramer war und welch beeindruckende Gedichte er geschrieben hat, habe ich damals nicht gewußt.

Dann habe ich 2001 das erste Mal den “Tag der Freiheit des Wortes” organisiert und bin da mit Konstantin Kaiser auneindergeraten, der die Veranstaltung für sich reklamieren wollte.

Ich habe ihn dazu eingeladen und mich inzwischen mit ihm versöhnt, besuche gerne die “Theodor KramerPreisverleihungen” und auch manche der diesbezüglichen Veranstaltungen, war auch einmal bei einem Fest in Grinzig in der Kreisky-Villa und jetzt gab es ein Fest im Augarten, wo im Vorjahr Luis Stabauer mit seiner Gruppe, eine schöne Lesung abgehalten hat, in einem schönen Garten mit einer Zirkuskulisse und einem sehr schönen Programm, zu dem ich allerdings wegen dem “Tarantl-Lesetheaters” etwas zu spät gekommen bin, so hat gerade eine Dame Brecht Chansons vorgetragen, als ich mir einen Platz suche, Angelika Kaufmann, Helene Hoffmann, Monika Vasik, Konstantin Kaiser begrüßte, mir am Buffet Eiaufstrichbrötchen und Rotwein holte und dann den Texten von der inPolen geborenen und in Wien verstorbenen Tamar Radiziner und den Liebesgedichgten von Theodor Kramer lauschte.

Dann hätte es noch ein interessantes Musikprogramm gegeben. Ich bin aber nach Hause gegangen, war das Wochenende doch sehr anstrengend und die politische Situation hat mich natürlich auch interessiert, die sich inzwischen zu einer “Staatskrise” auszuwachsen scheint und als ich am Nachhauseweg noch beim “Wortschatz” vorbeigeschaut habe, bin, habe ich doch Alexejs Tolstoj dritten Teil des “Leidenswegs” gefunden, was mich dazu veranlaßte, da ich jetzt mit meinen Frühjahrsrezensionsexemplaren so ziemlich fertig bin, es auf meine Leseliste zu setzen, zuerst aber den von Stephan Teichgräber erstandenen ersten Teil “Die Schwestern ” zu lesen und zum “Revolutionsworkshop” wird es am Mittwoch nach langer Zeit wahrscheinlich auch wieder gehen.

Von den kritische Literaturtagen zum Ballhausplatz

Eva Jancak ©2019 Peter Paul Wiplinger

Eva Jancak ©2019 Peter Paul Wiplinger

Die “Kritischen Literaturtage”, die alternative  Literaturmesse, der eher linken Kleinverlage, gibt es schon seit einigen Jahren. Sie wird von Ulli Fuchs jetzt in derr Brunnenpassage veranstaltet, einmal war ich auch im Gewerkschaftshaus an der Donau und habe sie nicht immer, aber einige Male besucht und heuer vor, mir mit Ausnahme der Abendveranstaltungen das ganze Programm zu geben, so bin ich , etwas zu spät, zu der  Eröffnung durch die Bildungssekretärin des ÖGBs Isabelle Ourny gekommen, die gerade etwas von der Wichtigkeit, in Zeiten, wie diesen, der kritischen Literatur erzählte und dann kam der Lokalmatador Uwe Mauch, der immer im “Augustin” schreibt und der jetzt seine Sozialreportagen in zwei Büchern herausgegeben hat.

Ulli Fuchs meinte, sie würde ihm den “Max Winter-Preis” verleihen, hat er doch über die “Armut von Wien” und das “Working pur” geschrieben und las einen Text über einen slowakischen vierundzwanzig Stunden-Betreuer mit Rückenschmerzen vor, der sich mit seiner Alzheimer-Patientin Valerie herumquält. Ein  interessanter Text, der zeigt, wie schwierig das Problem ist, denn die alte Frau, die in ihrer Verwirrung der Betreuer quält und beschimpft, braucht Betreuung. Herr Vlado ist aber nicht mehr arbeitsfähig, muß das aber, weil er nur ein paar hundert Euro Pension hat und in der Slowakei die Lebensmittel fast teurer, als in Österreich sind.

Der zweiten Text aus dem zweiten Buch, ein Portrait des “Augustin- Verkäufers ” Helmerl,  wurde dann von diesem selbst gelesen.

Dann kam wieder Christa Stippinger von der “Editon Exil” mit  Magdalena Diercks und Thomas Perle, die ich beide schon bei der Kleinverlagsmesse im Museumsquartier im Dezember gehört habe und außerdem auch noch ihre Bücher auf meinem Lesestapel habe.

So bin ich ein bißchen durch die Brunnenpassage geschlendert, um mir die ausstellenden Stände anzusehen und ein wenig zu plaudern, habe da Gernot Ragger vom “Der Wolf Verlag” getroffen und bin darauf gekommen, daß ich ihn 1989 in Klagenfurt kennengelernt habe, als ich dort mit meiner “Slavica” zum “Preis der Arbeit” eingeladen wurde.  Er hat dabei gewonnen, ich nicht und  inzwischen  viele Bücher herausgeben.

Zu Thomas Perles Lesung, wo er seine Kindheit im Rumänien Ceausescus beschreibt, bin ich aber zurechtgekommen und  von seinem klaren Stil mit denen er seine Erlebnisse, die Mutter wird inhaftiert, weil sie kritisch ist, er bekommt schlechte Noten und als er sich weigert, ein Gedicht auswendig zu lernen,  das seiner Mutter nicht gefallen würde, wird der Vater verhaftet und es wird ihm ein Zahn ausgeschlagen, sehr beeindruckt.

Dann folgte Alice Harmer, die nicht nur ein Stipendium bei der Stadt Wien bekommen hat, sondern als Burgenländerin auch bei der “Edition  Lex Liszt 12” verlegt mit ihrem sehr poetischen Buch “Die Farbe der Veränderung”.

Dann wurde die steirische Literaturzeitschrift “Perspektive” vorgestellt, beziehungsweise das Heft 96/97 “Bildtestbild – Bild – Störbild”, das offenbar auch eine deutsche Verbindung hatte, wurde es doch sowohl von Silvia Stecher, als auch von Ralf B. Korte vorgestellt und im Heft sind auch viele deutsche Autoren enthalten. Die Texte, die vorgestellt wurden, hatte aber einen starken Wien- Bezug, beziehungsweise beschäftigten sie sich, sowohl mit dem Rechts- und dem Linkspopulismus, als auch mit den Schulen des Schreibens, die es in Österreich gibt.

Dann wurde es politisch, kam doch Gerhard Senft der sich in der “Edition FZA” mit der ungarischen Räterepublik beschäftigte und als letzter am Freitag kam dann noch Georg Fingerlos und stellte sein bei “Bahoe-Books” erschienenens Buch “Verlottertes Blaublut. Entadelte Schwerverbrecher in Österreich 1912-1918” vor.

Dann hätte es noch im Kunstraum Ewigkeitsgasse  Ramona Kasheer ihre Lavant-Vertonungen vorgetragen, aber die habe ich schon bei der letzten Kritlit und vor einer Woche im Literaturhaus bei der Eröffnung der Lavant-Auwstellung gehört und am Donnerstag hat Eva Geber im Weinhaus Sittl über Rosa Mayreder gesprochen  und ihr Buch “Die Anarchistin und die Menschenfresser” szenisch vorgestellt.

Aber da war ich ja beim “Literarischen Lenz”, kann aber anmerken, daß ich die Buchvorstellung schon in der “Alten Schmiede” hörte und mir beim Mandelbaum-Stand aus der Abverkaufskiste “Das Haus in der Landskrongasse” gekauft habe, das ja ein Vorwort von Eva Geber hat.

Als ich am Samstagfrüh das Radio aufdrehte, hörte ich als erstes, daß am Freitagabend ein Video aufgetaucht ist, das Vizekanzler Strache im Sommer 2017 in einer Villa in Ibiza zeigte, wo er einem Lockvogel aufgesessen ist, der sich als Nichte eines russischen Oligarchen ausgab und es verfängliche Aussagen, wie die Übernahme der Kronenzeitung, etcetera, gab.

Bis cirka elf habe ich mir sämtliche Radiosendungen und Fernsehsendungen, die ich auftreiben konnte, angehört, hörte, daß ein Rücktritt und Neuwahlen wahrscheinlich seien und es auch eine Demo geben würde.

Ich hatte allerdings die “KritLlit”, die ja auch eine politische Veranstaltung ist, vor, dort war es aber, als ich um cirka halb eins in der Brunnenpassage eintraf, ziemlich ruhig, der angekündigte Frühschoppen des “Septime-Verlags” fand nicht statt und ich hörte, als, um eins Gernot Ragger mit einer Verlagsautorin auftauchte, daß sich die meisten am Ballhausplatz befanden, die Lesung vor allem der Text von Rhonda Lamberty, die einen Kärntner Nachwuchspreis gewollen hat und der von Meeresmenschen handelte, war aber sehr spannend.

Dann gab es wieder eine Pause, weil auch Dieter Bregg, der um vierzehn Uhr auftreten sollte, nicht anwesend war und den Hinweis auf den Ballhausplatz, so daß ich diese nutzte, mich auch dorthin zu begeben, meine erste Demo seit meinem Unfall, aber das Stehen macht mir ja keine Probleme und der Ballhausplatz war auch sehr voll.

Susanne Toth ist mir entgegen gekommen, Peter Clar, habe ich gesehen, “Widerstand!”, wurde geschrieeen, eine “Oma gegen Rechts” sang das “Omalied” und, als die politischen Reden beendet waren und nur mehr Partystimmung, bis es zu der Pressekonferenz oder der erwarteten Kanzlerrede, kommen würde, bin ich, da auch Uli Fuchs, die übertragen wollte, wieder in die Brunnengásse zurückgefahren, wo gerade Verena Mermer, die unter dem Psedonym Louise Werner erschienenen Lebenserinnerungen “Aber mir hat der  Marxismus besser gefallen” vorstellte, ein Buch, der zu diesem politischen Tag hervorragend passte, hat doch die 2018 verstorbene Autorin,  es für sich selbst geschrieben und berichtet hier vom “Lichtermeer” , dem Austeig der Rechten, die Plakate, der FPÖ aus den Neunzigerjahren “Lieben Sie, Scholten, Peymann, Jelinek oder Kunst und Kultur?”

Danach kam Thomas Griesel mit einem ähnlichen Buch, hat er doch in zweiunddreißig Bilder, das Leben und die Kriegserfahrungen seines Onkels, in dem Buch “Sehr geehrtes Fräulein Reli!”, beschrieben.

Dann kam der “Mandelbaum-Verlag” beziehungsweise Margit Appel und Martin Birkner mit dem Buch “Digitalisierung? Grundeinkommen!”, wo die Politikwissenschaftlerin vor allem die Rolle der Frauen herausarbeitete.

Am Ende des Samstag kam wieder die Redaktion von “PS”, also vier engagierten Frauen, die ihr neues Heft in Formen einer szenischen <lesung sehr engagiert und feministisch vor stellten und dabei Thomas Frechberger, der auch am Freitag seine Gedichte vortrug, und darüber diskutierten wollten, ignorieren beziehungsweise sich von ihm nicht stören ließen.

Das wars dann für den Samstag, obwohl es noch zwei Abendveranstaltungen gegeben hat, aber ich wollte nach Hause und bin da zu der Pressekonferenz zurechtgekommen, wo Sebastian Kurz, Neuwahlen ankündigte, etwas, was eine sehr postive Überraschung ist.

Am Sonntag ist es dann wieder um zwölf mit dem Buch von Gernot Trausmuth über Adelheid Popp weitergegangen. Da wurde eine theatralische Überraschung von Susita Fink angekündigt und so sang diese gerade auch “Ach, Adelheid, ach, Adelheid!” und hatte eine große Puppe, die offenbar die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene sozialistische Politikerin, darstellen sollte, aufgebaut, der sie nach jeder Strohe eine Tafel in die Hand drückte “Für Frauenrechte” oder “Gleiche Bildung” stand beispielsweise darauf. Dann kam der Autor des Buches, erzählte den Lebenslauf der Autorin und zitierte einige Texte, darunter dievon Alfons Petzold, die sich darauf bezogen.

Dnn kam die “fabrik transit”, das ist eine bosonderer Kleinverlag, wo auch Doris Nussbaumer ihreTexte hat. Außer ihr, die gar nicht im Programm angekündigt war, haben noch Martin Winter, Eleonore Weber und Sonja Gruber gelesen.

Die nächsten zwei Stunden warem dem Schwerpunkt Afrika gewidmet. Da las zuerst der ehemalige Botschafter von Marokko und Senegal, Gerhard Deiss, aus seinem bei der “Edition Atelier” erschienenes Buch “Rückkehr nach Europa” und dann kam Esperance  Bulayumi aus dem Kongo und stellte zwei Bücher vor, die sich sowohl mit der kolonialen Aufteilung Afrikas, als auch mit der Migrationsbewegung gbeschäftigen und zum Schluß kam Bekanntes, nämlich das Lesetheater “Tarantl” sprich Gerald Grassl, Christian Schreibmüller und Franz Blaha, stellten ihre Texte, die zum größten Teil aus Dialektgedichten bestanden vor und damit war die KritLit 2019 beendet und ein Erfolg geworden und ich auf dem Sprung zur nächsten Veranstaltung.

 

Literarischer Lenz statt Wildganspreis

Als mir Stephan Teichgräber vor ein paar Tagen die Einladung zum “Literarischen Lenz” schickte, habe ich kurz geflucht, denn das Programm begann am Mittwoch und da wurde auch der “Wildgans-Preis” an Daniel Kehlmann vergeben und da gehe ich immer gern hin.

Also nur am Donnerstag, da hätte ich sonst den Versuch zur Donnerstagsdemo zu gehen, geplant, obwohl ich das Mittwochprogramm attraktiver fand, dann machte mir wieder mein Körper einen Strich durch die Rechnung, denn ich habe mich in den letzten Wochen offenbar zu viel angestrengt oder verkrampft, so daß plötzlich meine Hämorrhoiden, die ich seit der Geburt der Anna habe, zu bluten anfingen, so daß ich, als das nicht aufhörte, doch zum Arzt, beziehungsweise zum Gesundheitszentrum in die Mariahilferstraße gegangen bin und dann ist sich das “Centrope” in der Münzwardeingasse in dem Theater das jetzt “Arche” heißt, ganz gut ausgegangen ist und ein Buffet, sprich Brötchen, hat es am Schluß immer auch gegeben.

Und das Programm war toll, obwohl dann doch wieder alte Bekannte, denn Radka Denemarkova habe ich schon im Vorjahr in der “Gesellschaft für Literatur” gehört, sie war auch in “Leipzig” prominent vertreten, jetzt aber nicht aus ihrem neuen Buch, sondern aus einem das noch nicht auf Deutsch erschienen ist, gelesen, sie auf tschechisch, die deutsche Übersetzung hat wieder ein Schauspielschüler übernommen, obwohl Radka Denemarkova sehr gut Deutsch spricht.

Dann kam das GAV-Mitglied Marian Hatala, das von Beppo Beyerl eingeführt wurde, der da die Verbindungsachse zwischen Deutschk Slowakisch und Tschechisch betonte, gelesen hat er aus seinen “Nonsense-Gedichten “Zwei Pottwale am Boden der Badewanne”, die von Stephan Teichgräber übersetzt wurden.

Thomas Raab “Walter muß weg” habe ich schon gelesen und mich ein bißchen über Thomas Raab geärgert, der ja bei seinen Lesungen mehr daherschwatzt, als er liest, so fragte er, wer unter den Besuchern Walter heißen würde und erzählte , daß der den Bundeskanzler Kurz schon mal am Klo getroffen habe, wohl um zu betonen, daß der dort auch menschlich ausgesehen hat und hielt am Schluß ein Plädoyer für den Satz “Wir schaffen es!”, ja wo ein Wille ist, ist ein Weg, schreibe ich den Uli in diesem Fall immer und Barbi Markovics hat das Centrope ein bißchen gesprengt, kommt sie ja ursprüglich aus Begrad, obwohl sie als Wiener Autorin gehandelt wurde, trotzdem hat sie ihre “Sette fontane” ein Stück auf Serbisch vorgestellt.

Ein Buch das ich auch schon gelesen habe, also hätte ich doch nicht soviel versäumt, den Ungar Karoly Mehes aber schon, denn den habe ich, glaube ich, noch nicht gekannt und er las mit einer Schauspielschülerin ein Stück aus einem auch noch nicht auf Deutsch erschienenen autobiografischen Roman oder einer Prosaarbeit, in dem es über Krankheit und Kindheit geht.

Am Donnerstag ging es dann mit der Präsentation der slowenischen Literaturzeitschrift “Fraktal” weiter, in der auch die 1970 geborene Slavka Liptakova Texte hat. Hier las sie aus ihren Text “Herz”, wo es um einen herzkranken Mann geht, der mit seinem Hund spazieren geht. Der Ungar Terey Janos wurde ebenfalls 1970 geboren, er las aus seinem Buch “Die Toten von Kali”, wo Hamlet in Klausenburg aufgeführt wird.

Den 1971 in Linz geborenen Stefan Kutzenberger, dessen roman bei “Deuticke” nicht bei “Hanser” erschienen ist, habe ich schon am Montag kennengelernt. Glücklicherweise las er zum Großteil andere Stellen und zwar, die wo es um Linz geht, weil Kutzenberger dort Friedinger besucht.

Dann folgte noch ein Gast, bevor es zu Marie Luise Lehner und ihr feministes “Im Blick” ging, nämlich der 1976 geborene Tscheche Karel Vesely, in dessen Buch es um den Aufstieg oder Abstieg einer Band ging.

Sehr interessant die Literatur des Centropes könnte man so sagen, danach gab es wieder das sogenannte gesellige Treiben, wo es diesmal neben den schon bewährten Brötchen, auch eine Mehlspeisspende des slowakischen Kulturinstituts gab.

Wieder bei den Wilden Worten

Jetzt  war ich ja zweimal nicht bei den “Wilden Worten”. Am elften März war das nicht geplant, denn da hat ja im “Tiempo Nuovo”, die Abschiedslesung von der Bruni stattgefunden, bei der ich dann allerdings auch nicht war, weil abgestürzt und mit dem Gips im Krankenhaus und im April hatte ich noch meine Veranstaltungspause, allerdings Karin Ivancsiscs “Die Gastgeberin” inzwischen schon gelesen und jetzt habe ich mich, als ich Rchard Weihs Einladung bekommen habe, dafür entschieden, obwohl in der “AS” ja, glaube ich, gerade das Lyrikfestival  “Dichterloh” stattfrindet, aber Stefan Kutzenbergers Roman “Friedinger” klang interessant und von Stefan Kutzenberger hatte ich in der Vorwoche auch noch nichts gehört. Das hat sich zwar inzwischen geändert, da er nächste Woche auch im Cafe Westend lesen wird und am Donnerstag bei Stephan Teichgräbers Centrope-Festival”, also doch umdisponieren?

Ging nicht, weil schon eine sechs Uhr Stunde, also werde ich den 1971 in Linz geborenen Literaturswissenschaftler demnächst zum dritten Mal hören, was ich ja eigentlich zu vermeiden versuche, aber ein Roman, wo der Protagonist Stefan Kutzenberger heißt, klingt interessant, obwohl das ja nicht so neu ist.

Der macht dann noch einen Schreiburlaub in Griechenland, wo er den Herrn Friedinger trifft und der erzählt ihm etwas von einem “Noricum-Skandal” und verbotenen Waffenlieferungen, wie in der Ankündigung steht.

Dann kam es doch ein bißchen anders, denn der junge Mann, dessen Debut bei “Hanser” erschienen ist, erzählte etwas von  Bob Dylan und dann von einer Sexszene im einer Clelia und dann doch das oben erwähnte, aber um nicht zu spoilern konnte er nichts von der Krimihandlung lesen, weil er wollte doch die drei mitgebrachten Bücher verkaufen.

Also ging es um Sex statt, um Crime bei der Lesung und Richard Weihs bedauerte, daß er dann nicht das, sondern die “Noricum-Handlung” ins Programm geschrieben hat.

Dem Publikum hat es trotzdem gefallen und applaudierte heftig und bei den Wunschgedichte, die dann verlesen wurde, konnte ich erahnen, wer aller im April im Publikum war.

Die Mechthild Podzeit-Lütjen, die Ruth Aspöck, die Judith Gruber-Rizy, die Susanne Toth, das who ist who, der heimischen Literaturszene und wahrscheinlich der Freundeskreis von Karin Ivansciscs. Diesmal waren Margit Heumann da, ein Autor, der vor cirka einem Jahr gelesen hat und ein paar Freunde von Stefan Kutzenberger und ich kann gespannt sein, welche Szenen er am Donnerstag und Dienstag lesen wird und, wie er dann sein Publikum unterhält?

Freie Wildbahn hat es diesmal keine gegeben, beziehungsweise keinen Autor, der sich honorarlos in sie hineinbegeben wollte. So habe ich meine Wunschgedichtworte, auf das Wunschgedichtformular geschrieben, ein bißchen in dem Buch geblättert und mir auch von Margit Heumann versichern lassen, daß sie morgen in den “Republikanischen Club” kommen wird.

Und weil der Alfred ja in Kuba ist, gibt es diesmal kein Bildmaterial

Dacia Maraini in der Gesellschaft für Literatur

Die Grand dame der italienischen Literatur, wie ich sie genannt habe, als ich sie vor zwei Jahren in der Hauptbücherei hörte, die 1936 in Fiesole geborene Dacia Maraini, die unter anderen mit Alberto Moravia befreundet war, hat heute ihr neues, wieder bei “Folio” erschienenes Buch “Drei Frauen” in der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt und der Veranstaltungssaal oder die beiden Säle, es gibt ja auch einen Vorraum, wo bei Bedarf Sessel hingestellt werden und man dann nur wenig sieht, war sehr voll.

War ja nicht nur die “Gesellschaft” sondern auch das italienische Kulturinstitut und der Verlag die Veranstalter.

Ursula Ebel hat wieder eingeleitet, Andreas Pfeifer mit der Autorin gesprochen und übersetzt und Bettina Rossbacher die deutsche Übersetzung gelesen.

Es waren aber, glaube ich, viele  italienisch Sprechende  im Publikum. Gustav Ernst und seine Frau, die italienisch Übersetzerin Karin Fleischanderl habe ich auch gesehen und in den Buch geht es, wie bei meiner “Absturzgefahr”  und, ich glaube, auch in der “Miranda”,  um eine Mehrfrauen-Generation, die im selben Haushalt leben, bei mir sind es fünf, bei Dacia Maraini nur die Großmutter, die Mutter und die Tochter, sechzig, vierzig und siebzehn Jahre alt und die Großmutter, eine ehemalige Schauspielerin, die jetzt Spritzen gibt, weil das Theater keine Hauptrollen für sie hat, ist moderner, als die Tochter Maria, die Übersetzerin ist, sie übersetzt Madame Bovary, wurde das nicht schon längst ins Italienische übersetzt und schreibt Briefe an ihrem Freund Francois, weil sie das internet haßt, die Großmutter scheint es dagegen geläufig zu benützen und Lori, die siebzehnjährige, liegt mit ihrer Mutter in Clinch. Natürlich sie ist Mitten in der Pubertät und läßt sich einen Drachen auf den Rücken tätowieren, ist für Sex statt Liebe, während die Mutter für Romantik ist.

Diese drei Stellen wurden gelesen und immer wenn Andreas Pfeifer etwas mehr von der Handlung verraten wollte, hat eine Frau im Publikum auf Italienisch geschrieben, daß er das lassen soll.

Obwohl er nur verraten hat, was ohnehin im Programm steht, daß  im Buch dann ein Mann auftaucht, in dem sich alle drei verlieben und dadurch ihr Leben durcheinander kommt.

Das ist dann die Geschichte und der Spannungsaufbau und irgendeine, wahrscheinlich Maria würde ich vermuten, fällt ins Koma und kommt  dadurch wieder zu sich, weil ihr Madame Bovary vorgelesen wird.

Da hat die Stimme wieder geschrieen. Natürlich man soll lieber das Buch kaufen und signieren lassen, was auch sehr viele taten und um das Lesen ist es in dem Gespräch mit der Autorin, die eine sehr freundliche Frau ist, auch gegangen.

Warum man lesen soll? Damit die Verlage verdienen, ist wohl nicht die richtige Antwort und natürlich, wie es mit der italienischen Gesellschaft ausschaut?

Das war die erste Frage an die Autorin und da steht in der Zeitung und habe ich auch im Radio gehört, daß in Turin eine Buchmesse stattfindet und ein faschistischer Verlag daraus ausgeladen wurde.

Das hat mit dem neuen Roman von Dacia Maraini wohl nicht sehr viel zu tun, ist aber wahrscheinlich das, was die Leute interessiert und als ich in der U-Bahnstatin mein Buch aus der Handtasche genommen hatte, ich lese gerade, vielleicht ganz passend oder auch nicht, den Thilo Sarrazin, wurde ich von einer Dame unterbrochen, die mich auf die Lesung angesprochen hat, so daß ich mich eine Station lang mit ihr unterhalten habe.

Sie war sehr begeistert von der Grand dame der italienischen Literatur, der Feministin und Frauenrechtlerin, Alberto Moroavia hat dagegen ja eher traditionell geschrieben und hat nach österreichischen Vergleichsautorinnen gefragt? Da wäre mir nur die Jeannie Ebner eingefallen, weil die österreische Grand dame die Friederike Mayröcker und auch Elfriede Jelinek ganz anders schreiben und da wäre ich wieder bei meiner “Absturzgefahr” und meinen fünf Frauen gelandet, denn die sind ja der Roman im Roman und werden von einer Schreibtrainerin namens Fritzi Jelinek betreut.

Christine Lavant Ausstellung

Die 1905 geborene Christine Habernig, geborene Thonhauser,die sich nach dem fluß Lavant nannte und 1973 in Wolfsberg gestorbene ist, gehört sicher zu den österreichischen Ausnahmedichterinnen.

Krank und arm und möglicherweise sehr katholisch und sie ist auch eine der Dichterinnen, die Hilde Schmölzer in ihrem in den Siebzigerjahren erschienenen “Frau sein und schreiben” veröffentlicht hat.

Daher kenne ich auch den Namen, einen Gedichtband habe ich einmal in einem offenen Bücherschrank gefunden und im Literaturhaus hat es auch einmal eine Lesetheateraufführung gegeben. Jetzt gabs eine Ausstellung “Ich bin eine Verdammte, die von Engeln weiß”, die von Annemarie Türk kuratiert wurde.

Eine Lavant Gesellschaft gibt es auch und als ich so um dreiviertel das Literaturhaus erreichte war es schon sehr voll, obwohl ich extra beim Bücherschrank gewartet habe, um nicht zu früh zu kommen.

Den Kärntner Germanisten Klaus Amann, Leiter des “Musil Archivs” und Herausgeber der Lavath-Gesamtausgabe habe ich gesehen und Karin ,Ivancsiscs, Ljuba Arnautovic, Karin Peschka und und und lauter elegante Damen und Herren, die mir nicht viel sagten.

Die Ruth hat sich später zu mir gesetzt und mit den elften teil von ilse Kilic  und Fritz  Widhalms “Verwicklungsroman” übergeben. Robert Huez hat eröffnet, dann hat der Präsident der internationalen Lavant-Gesellschaft, Hans Gasser, ein paar Worte gesprochen und ein bißchen genauer hat dann Annemarie Türk in die Ausstellung eingeführt, die ich eigentlich von den zweisprachigen “Wieser-Ausgaben” und Kulturkontakt kenne.

Die Ausstellung, das hat schon Robert Huez in seiner Einleitung erwähnt, befaßt sich nicht so sehr mit dem Werk der Ausnahmedichterin, sondern mit den Zeichnungen, die sie selbst oder andere über sie angefertigt haben. Es gab aber in einer Vitrine ihre Schreibmaschine zu sehen und drei Filmbeispiele gibt es auch. Einer davon ist ein Schulfernsehfilm aus dem Jahr 1968, den Jeannie Ebner und Hermann Lein gestaltet haben.

Es gab nach der Einleitung ein Musikprogramm und zwar hat die Muskerin und Sängerin Ramona Kasheer, die ich, glaube ich, schon bei der letzten “Kritlit” im Weinhaus Sittl hörte, wieder vier ihrer Gedichtvertonungen gesungen und dazu erklärt, wie wichtig diese Texte für sie sind.

Es gab dann, wohl bei Ausstellungseröffnungen, zu denen ich ja nicht so oft gehe, üblich, ein Buffet, das heißt Gespräche mit der Ruth, dem Chemiker Manfred und einem Schulfreund vom Alfred.

Ein Begleitprogramm “Lavant Lesen I -III” wird es in den nächsten Monaten auch geben.

Mal sehen, ob ich zu einem zwei oder drei Prommapunkten komme? Es war jedenfalls interessant und so kann auch ich die Ausstellung, die es noch bis September im Literaturhus zu sehen gibt, wärmstens empfehlen.

Friederike Manners Romanbericht

Heute fiel die Auswahl wieder schwer, denn drei sehr sehr interessante Veranstaltungen, wo ich eigentlich zu jeder gern gegangen wäre. So sprach Helmut Rizy im “Republikanischen Club”, wo ich ja nächste Woche die “Unsichtbare Frau” vorstellen werde, über Primo Levi, in der “AS” wurde in der Grundbuchreihe Reinhard Federmanns “Himmelreich der Lügner” vorgestellt und in der “Gesellschaft für Literatur” wo ich jetzt schon sehr lange nicht war, Friederike Manners “Die dunklen Jahre”

“Friederike Manner, who is she?”, werden meine Leser vielleicht fragen. Noch nie etwas gehört von der 1904 in Wien geborenen, die sich dort 1956 das Leben genommen hat. Das gilt aber wieder nicht für mich und vielleicht auch nicht für die, die regelmäßig die Bücherschränke freqentieren. Lag doch dort vor einiger Zeit ein kleines buntes Büchlein aus einem “Forum-Verlag” “Lesen aber was?”, 1955 erschienen und da mich Bücher über Bücher ja sehr interessieren, habe ich begierig danach gegriffen. Es auch auf meine Leseliste gesetzt,  inzwischen von dort wieder  hinuntergenommen.

Der Name hat sich aber eingeprägt und auch das Bild von der verhärmt aussehenden Autorin mit Brille, ist sehr prägnat.

Sie wäre Lektorin, würde Rezensionen schreiben, weil sie leben muß, steht am Buchrücken, würde am liebsten aber schreiben und hat 1948 unter dem Pseudonym Martha Florian, den Roman “Die dunklen Jahre” herausgebracht  und mit dem nie davon gehört, habe ich wohl ein wenig übertrieben.

Denn wenn man ins Netz geht, findet man schon einige Rezensionen über den seit 1948 erstmals bei “Atelier” neuaufgelegten Roman und Erich Hackl, der gemeinsam mit der Herausgeberin Evelyne-Polt Heinzl, das Buch vorstellte, hat im “Standard” auch einen recht langen Artikel darüber geschrieben. Denn die 1904 geborene, die als Lektorin arbeitete, Gedichte herausgegeben hat und mit dem jüdischen Arzt Hans Brauchbar, von dem sie sich eigentlich scheiden lassen wollte, verheiratet war, hat in dem Buch über ihr eigenes Leben geschrieben.

Romanbericht, keine Autobiografie sagten die Herausgeber. Der Unterschied ist mir nicht ganz klar. Aber ich ja keine Literaturwissenschaftlerin. Jedenfalls wird das Leben und die Fluchtgeschichte ziemlich eins zu eins nacherzählt, wenn auch die Protagonisten Ernst und Klara heißen. Das Buch 1934 beginnt und 1945 endet und das Paar mit den beiden Kindern 1928 und 1930 geboren, 1938 flüchten. Klara oder Friederike bringen die Kinder in die Schweiz, der Vater geht nach Belgrad, die Mutter kommt zuerst in die Schweiz nach und geht später, als sie aus der Schweiz, weil mittellos ausgewiesen wird, auch nach Jugolsawien. Der Mann wird ermordet.

Friederike Manner kommt 1045 wieder nach Wien schreibt dort Rezensionen und auch das Buch “Lesen aber was?” und bringt sich 1956 um, weil sie in diesem Nachkriegsösterreich nicht mehr leben will.

Evelyne Polt-Heinzl diskutierte mit Usula Ebel, die Rezensionsgeschichte. Sie hat das Buch, das es nur in einer Literaturhausausgabe und nicht mehr antiquarisch gab, schon lange gelesen. dann gabs  eine Enquette dazu und jetzt ist es neu erschienen. Der Enkel, der Chirurg in Chicago ist und nicht mehr Deutsch spricht, hat sich bei ihr gemeldet und will jetzt das Buch auf Englisch herausbringen, daß er es lesen kann und  Ursula Scheidl hat zwei Stellen daraus vorgetrgen, die zeigten, wie schonungslos offen Friederike Manner, die “dunklenJahre” beschreibt.

Es ist auch von Selbstmord die Rede und ich habe mich gewundert, daß sie so offen darüber schrieb. Das Buch ist aber unter einem Pseudonym erschienen und Evelye Polt-Heinzl erklärte auch, was ich sehr interessant fand, wie schonungslos offen Friederike Manner auch mit den Rezensionen umgegangen ist. Die Kriegsgegner lobte, die Mitläufer und Reichsschriftkammerpräsidenten aber anprangerte.

Es gibt in den verschienene Archiven und Bibliotheken Briefe an Hermann Hesse und Karl Kraus, denen Friederike Manner ihre Gedichte schickte. Sie hat auch welche an Josef Weinheber geschickt, der ja ein überzeugter Nazi war, dem sie auch gefallen haben und Evelyne Polt-Heinzl erwähnte auch den in den Fünzigerjahren erschienenen Leseführer und meinte, daß es, wenn auch kleingedruckt und auf schlechten Papier, interessant zu lesen wäre und ebenfalls interessant, daß außer mir noch zwei andere Besucher, das Büchlein mithatten. Darunter ein Herr, der erzählte, daß er in den Fünfzigerjahren Lehrling in der Buchhandlung Frick war, in dessen Haus sich auch der “Forum Verlag” befand und er daher Friederike Manner öfter hinaufgehen gesehen hat.

Der “Atelier Verlag” überlegt auch die Herausgabe des Leseführers, aber da habe ich, dank dem Bücherschrank ja das Original zu lesen und nochmals interessant, wer sich im Publikum befand. Ljuba Arnautovic und Luis Stabauer, die ja über ähnliche Themen schreiben und Margit Heumann, die ich auch vorigen Donnerstag in der “AS” getroffen habe. Da habe ich noch Erich Hackls “Im Leben mehr Glück” gelesen, ein Buch mit Reden und Schriften, in das auch die Schrift über Friederike Manners “Das dunkle Leben” sehr gut passen würde.