Argentinischer Schachroman

Ariel Magnus in der “Alten Schmiede”, ein argentinischer Autor, der von Ilija Trojanow moderiert, seinen neuen Roman “Die Schac hspieler von Buenos Aires” vorstellt.2

“Wer ist das? Kenne ich den Autor?”

“Nein!”, habe ich gedacht, als ich mich heute mangels eines Alternativprogramm in die “AS” aufmachte. Morgen ist dort die Friederike Mayröcker, aber da habe ich wieder nicht geschaut und mir zwei Abendstunden eingeteilt und Ariel Magnus klingt interessant, habe ich vielleicht noch dazu gedacht, als ich die Stiegen in den Keller hinuntergestiegen bin.

Von oben ist mr ein mir unbekannter Mann entgegengekommen, in dem ich erst später den Autor erkannte und, daß ich diesen doch schon kannte, habe ich dann gleich durch Ilija Trojanows Einleitung mitbekommen.

Denn 2010 war ja Argentinien Gastland in Frankfurt und da bin ich kurz vorher zu einer Veranstaltung in die Hauptbüchereie gegangen, wo ein argentiniescher Autor seinen Roman “Ein Chinese auf dem Fahrrad” vorstellte.

Das hatte ich, ich habe in dieser Zeit die “Absturzgefahr” geschrieben oder korrigiert, inzwischen schon vergessen, aber Ilija Trojanow der auch damals schon moderiert hat, hielt das Buch in die Höhe, sagte: “Lesen Sie das, wenn Sie was lustigies  wollen!” und dann ist mir eingefallen, ich habe den gut deutschsprechenden, 1975 in Buenos Aires als Kind einer emigrierten jüdisch sprechenden Familie schon in der Hauptbücherei gehört und dann noch einmal, während meines Frankfurtsurfings und jetzt hat ihn Ilija Trojanow offenbar in die “As” eingeladen, sprach von den siebzehn Romanes des Autors.

Drei davon gibt es schon auf Deutsch, neben dem “Fahrrad” eines das seiner Großmutter gewidmet ist und das mit dem “Schachspielen” beschäftigt sich mit seinem Großvater, der 1937 dreiundzwanzigjährig von Hamburg nach Argentinien emigrierte.

Das Buch gebinnt aber mit einer Seite aus der berühmten “Schachnovelle”, denn da fährt ja auch ein Schiff nach Argetninien zu der dort stattfindenden Schachweltmeiterschaft und der Großvater hat dem Enkel ein Tagebuch hinterlassen und der hat beschlossen einen Roman darüber zu schreiben.

Ein Stück hat der Autor gemeimsam mit Ilija Trojanow gelesen und dann viel über seine Üübersetzungsarbeit und wie das mit dem argentinischen spanisch ist, gesprochen und das Tagebuch des Großvaters war ja auch auf Deutsch geschrieben. Die Fragen die sich daran renkten drehten sich darum, ob man das österreichische Deutsch ins argentinische Spanisch übersetzen kann und  lIija Trojanow empfahl die Lektüre aller drei auf Deutsch erschienenen Romane und kleines Detail am Rand, als ich die alte Schmiede wieder verließ, um nach <hause zu gehen, sprachen mich zwei junge Männer an: “Entschuldigen Sie, wer war der Moderator!”

“Ilija Trojanow, ein gebürtiger Bulgare und relativ berühmter Autor. Schlagen sie doch bei “Google” nach!”

“Wrden wir tun!”, versprachen sie und da kann man dann von “Macht und Widerstand” der “Deutschen Buchpreisliste von 2015″, etcetera, etcetera, nachlesen und ich habe zwar keinen neuen Autor kennengelernt, aber doch mein Wissen über einen von mir inzwischen schon vergessenen wieder aufgefrischt.

Wochenende bei den IG-Autoren und zehn Jahre andere Buchmesse

Büchertisch

Büchertisch

Dieses Wochenende ist wieder einmal GV der IG-Autoren, wo ich seit an die dreißig Jahren Delegierte der Einzelmitglieder bin und auch sehr regelmäßig zu den Sitzungen gehe, weil das ja ein Weg ist in Kontakt mit der Autorenschaft zu kommen, obwohl ich die meisten der anderen Teilnehmer, die ja auch aus den Bundesländern kommen nicht kenne und Gerhard Ruiss, der Geschäftsführer und, glaube ich, auch Gründer der IG seine Einzelmonologe hält.

Es gibt ein Programm und eine Tagesordnung, meistens wird zuerst das Budget besprochen. Die Subentionen bleiben gleich und die IG weiß zu sparen, beschickt die Messen in Leipzig, Wien und Frankfurt, hat das Llitradio und den Neuerscheinungskagtalog, bei beiden Aktivitäten, sind die Selfpublisher, die IG nennt es noch immer Eigenverlag und nein das geht doch nicht, ausgeschlosen.

Ludwig Laher hat von der “Enquette zur Zentralmatura” berichtet, die im Dezember war und um Sprache ging es auch.

Um die Haßpostings, die es im Netz zum Beispiel an die gegeben hat, die sich der Rücktrittsforderung an Kinister Kikl angeschlossen haben: “Super, jetzt haben wir eine Liste und wenn es dann so weit ist, wissen wir wer abgeholt werden muss”

Ebenfalls super oder eigentlich eine gefährliche Drohung und um die Zusendungen der “Kommentare zum Zeitgeschehen”, die einige bekommen haben und wo es um die “Linkesten von den Linken geht”, ist es auch gegangen.

Nun wir leben in rauhen Zeiten des Rechtsrucks und der Populisten und auch in denen der Datenschutzverordnung, wo sich dann keiner mehr auskennt, was man nun an wem schicken kann und wie man seine Adressen, Verlags- und Veranstaltungslisten noch gestalten kann und um die kürzlich verstorbenen Mitglieder ist es auch gegangen und um die Frage, was die IG machen kann, wenn sie davon nicht oder  zu spät erfährt und die Leute einfach verschwinden.

Da ist ja die Bruni am 22. Jänner gestorben, die hätte am vorigen Dienstag im Literaturhaus lesen sollen. Susanne Ayoub mit der sie, glaube ich, sehr befreundet war, hat das für sie getan und sie richtet auch eine Abschiedslesung am 11. März, wo die Bruni ihren achtzigsten Geburtstag gehabt hätte, eine Abschiedsveranstaltung, wo noch zwei Bücher von ihr vorgestellt werden, in der Buchhandlung “Tiempo Nuevo” in der Taborstraße aus.

Dann sind noch Elisabeth Wäger und Michael Amon im Dezember oder Jänner gestorben. Die IG gedachte ihren verstorbenen Kollegen, es gab zu Mittag, am Nachmittag und am Abend ein Buffet mit Gesprächen mit den Kollegen und am Sonntag es mit der Verabschiedung der Präambel zum gesellschaftliche  Bezug in Zeiten, wie diesen  und anderen aktuellen Themen bis Mittag weitergegangen.

Torsten Low

Torsten Low

Andreas Buchwald

Andreas Buchwald

Daran schloß sich jetzt schon zum zehnten Mal, die andere Buchmesse an, die es seit 2009 im Anschluß an die IG von Margit Kröll und anderen organisiert, gibt und die dort ihre zum Teil auch selbstgemachten Bücher präsentierten.

2009 bin ich das erste Mal mit dem Alfred im fünften Bezirk dort gewesen. Es hat die nächsten Jahre dort auch einen Literaturslam gegeben, bei dem ich immer mit meinen jeweiligen Texten mitmachte, aber leider nie etwas gewonnen habe, so daß ich ziemlich frustriert dort ausgestiegen bin, bin aber bis auf das letzte Jahr trotzdem regelmäßig nach der GV hingegangen.

Zweimal war es in einem Architekturbüro in der Seidengasse, dann zweimal am Yppenplatz, einmal unter den Stadtbahnbogen, da habe ich das letzte Mal gelesen, dann in einem Cafe in der Zieglergasse und jetzt schon zum vierten Mal im Festsaal des Bezirksamtes Döbling.

Es beginnt immer mit einem Kinderprogramm, wo Nicole Engbers von der ich einmal ein Buch gewonnen habe, meistens liest, Margit Kröll präsentiert sich dann mit einerZaubershow, es gibt meistens ein Theaterstück und später dann das Programm für Erwachsene, seit des den Literaturslam nicht mehr gibt.

Diesmal bin ich wieder mit dem Alfred nach unseren Sonntagsausflug auf die Mostalm hingekommen, wo es gerade eine humorvolle szenische Lesung gegeben hat.

Danach hat Andreas Buchmann, der Mann im Cowboystil mit Hut aus seinem Krimi “Das Blut der Ratte”, in dem es um drei Obdachlose geht, gelesen und dann präsentierte sich und das war neu, der Kulturverein “scribere  et legere” dem auch Margit Heumann angehört und mit dem sie auch im Dezember bei dieser Kleinverlagsmesse im MQ war. Da hat Doris Cipek eine Kurzgeschichte vorgestellt und dann kam wieder Thorsten Low mit seinen phantastischen Kurzgeschichten, hat von einem Klavierspieler, der später ein paar seiner <lieder gesungen hat, begleitet, Kostproben daraus gegeben und ich bin wieder von der IG in eine engagierte Kleinmesse hineingeraten, die ja auch einen Teil des österreichischen, beziehungsweise deutschsprachigen Literaturbetriebes darstellt, den ich sehr interessant finde und der sehr vielseitig ist und viele verschiedenen Facetten aufweisen kann.

Ö1 Hörspielgala per Livestream

Die “Ö1-Hörspielgala”, wo das Hörspiel des Jahres gekürt wird, gibt es schon sehr lange. Früher hat des “Lange Nacht des Hörspiels” geheißen, hat bis in die frühen Morgenstunden gedauert und es hat ein tolles Buffet gegeben.

Das wurde inzwischen abgespeckt beziehungsweise durchstrukturiert. Es wird und wurde in Ö1 übertragen, beginnt um sieben und endet um zehn und man kann es sich seit einiger Zeit auch im Lvestream ansehen, während man sonst ins Funkhaus hinpilgern muß, um sich um Zählkarten anstellen, die ab sechs ausgegeben werden, da war ich vor zwei Jahren zu spät daran, um dann vielleicht weit hinten einen Patz  zu bekommt und die VIPs schauen auch über mich hinweg.

Krank bin ich ein bißchen auch, so daß ich mich diesen Freitag entschlossen habe, zu Hause zu bleiben, mir das Radio und den Llivestream aufzudrehen, ein Glas Wein einzuschenken und meine Gala zu Hause zu feiern.

Das habe ich, glaube ich, auch schon mal gemacht, mir die Gala oder Nacht, wie es vielleicht noch geheißen hat, im Radio anzuhören, während da glaube ich in echt Polizei war, weil es eine Demo gegeben hat und Hanno Millesi hat später ein Hörspiel aus den O-Tönen gemacht.

Das war jetzt viel  geordneter sein und ich habe mich ganz ehrlich auch nicht sehr viel mit den prämierten Hörspielen beschäftigt, weil ich ja nicht so viele höre. Es ging aber wieder mit der Begrüßung von Doris Glaser und Andreas Jungwirth, die moderierten, los, die nach einem Ausschnitt aus einem Kurzhörspiel, die schöne Adrienne präsierten und erklärten, daß diese in fünf Kategoerien verliehen würde.

Das Trio Lepschi das ich schon einige Male hörte, war diesmal für die musikalische Begleitung zuständig, das mit dem Stück “Marie” begann.

Dann kam der Ö1 Chef Peter Klein, der bald in Pension geht, mit seiner Festrede, die es auch seit einigen Jahren gibt “Warum ich Kulturredakteur und nicht wie geplant Politiker geworden bin”, in der er seinen beruflichen Laufgang vom Landesstudio Vorarlberg bis ins Wiener Funkhaus schilderte.

Es kam eine Würdigung auf den, wie der Alfred immer sagte, Mister Hörspiel Götz Fristsch, den man immer bei den Galanächten gesehen hatte, der im August gestorben ist.

Danach kam die erste Preisverleihung, nämlich der Kurzhörspielwettbewerb “Track five” den es seit einigen Jahren gibt und der diesmal den Satz “Da ist jemand!”, enthalten sein mußte. Hunderteinundvierzig fünf Minuten Hörstücke wurden hochgeladen, die besten zehn daraus wurden in der “Alten Schmiede” vorstellt, was ich versäumte.

Platz drei  ging an die “O B O N G O – Combo” des Rainergymnasiums Wien, dann kam “Ni Reki  Tsuka Reh” von Bernhard Krisper, was umgekehrt “Hörakustikerin” bedeutet und der Sieger des Track Five Wettbewerb ging an “Maxl da ist jemand” von  Phillip Scheibelbrandner und Iskar <ludwig.

Dann kam Fritz Ostermeyer von der Schule für Dichtung, der mit Thomas Melle das künstlerische Kurzhörspiel aussuchte “Feminsmus im Dunkeln” von Fräulein On The Dark Side Of Bass, die das “Da ist jemand” sehr schön genderte und aus einem Trio bestand, das von einer jungen Frau im Leopardenanzug präsentiert wurde.

Dann ging es zu den Härspielproduktionen des Jahres 2018 und zwar zuerst zum “Preis der Kritik”, der  von Margareten Affenzeller präsentiert wurde, nämlich “Die Kochastronautin” von der 1961 geborenen Polin Mariola Brillowska wo eine Haubenköchin ins Weltall aufbricht, um die russischen Astronauten zu bekochen oder vom Kochen wegzubringen, was die Autorin sehr schön und launig präsentierte.

Dann kam ein Ausschnitt aus einer Fernsehserie die im März im ORF ausgestrahlt werden wird “Fake news blues”,damit ging es in die zwanzig minütige Pause, wo man im Funkraum im Foyer herumstehen kann und im Radio oder Live Stream Musik von Alma hören konnte.

Dann ging es weiter mit einem Ausschnitt aus “Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter”, wo Wolfram Berger alle Rolle spielte und es wurden Ausschnitte der dreiundzwanzig Hörspielproduktionen vorgestellt.

Zuerst wurde aber die Schauspielerin des Jahres, die 1961 in Bern  geborene Sylvie Rohrer mit Ausschnitten aus ihren Hörspielen vorgestellt. Hermann Beil hat dazu die Laudatio “Una voce” gehalten.

Auf Platz drei aus der dreiundzwanzigen Hörspielreihe, hat dann die Dramatisierung des “Armen Spielmannes” von Franz Grillparzer erhalten. Platz zwei war “Lexit” von Caroline Hofer. Gewonnen hat dann das Stück “Märzengrund”, das von einem Tiroler Aussteiger handelt, von Felix Mitterer, den ich ja vom “Ohrenschmaus” kenne.

Pünktlich vor zehn ging es dann mit einem Stück des Trio Lepschi zu Ende und die Preishörspiele kann man sich, wie immer in den nächsten Tagen im Radio anhören.

Hörspielgalaarchiv: 2011, 2012, 2016,  2017, 2018

Eine Kindheit zwischen Melk und Damaskus

Mittwoch habe ich eigentlich zu Hause bleiben und mich nach meiner sechs Uhr Stunde mit Helen Weinzweigs “Schwarzes Kleid mit Perlen” in die Badewanne legen wollen, aber dann habe ich doch die Programme durchgeschaut und entdeckt, in der Hauptbücherei wird das Buch einer offensichtlich syrischen Autorin vorgestellt und da ich mich ja nun schon zwei Jahre mit dem rechten Uli darum hakle, daß alle Syrier Gewalttäter und oder Analpbhabeten sind, habe ich umdisponiert, bin mit  Bus und Bim zun Urban Loritzplatz gefahren, bin ein bißchen zu spät gekommen und dann einer langen Einleitung zwischen dem Sprachkunstleiter und experimentellen Dichter Ferdinand Schmatz und der einer sehr lebhaften jungen Frau gefolgt und bin darauf gekommen, Luna al Mousli wurde 1990 in Melk geboren, ist dann offenbar in Damaskus aufgewachsen und nach Österreich zurückgekommen, hat hier Sprachkunst studiert und schon 2015 mit ihrer offensichtlichen Abschlußarbeit “Eine Träne ein Lächeln – meine Kindheit in Damaskus” den Kinderbuchpreis gewonnen.

Das Buch ist, wie auch das neue “Als Oma, Gott und Britney sich im Wohnzimmer trafen oder der Islam und Ich” bei “weissbooks  zweisprachig in Deutsch und Arabisch erschienen.

Das Erste, das Zweite gibt es nur auf Deutsch und wird jetzt auf Arabisch übersetzt und das lange Gespräch mit der jungen Autorin drehte sich darum, ob das jetzt ein Roman sei oder nicht Luna Al Mousli wehrte sich dabegen und sagte, sie sei noch lange nicht so weit. Es sei alle autobiographisch und ein Kunstmärchen, wie Ferdinand Schmatz vorschlug, aber zu hudertprotzentig erlebt, obwohl in dem Buch, das eine Erzählungsansammlung ist, zwar eine Luna vorkommt, die beiden Großmütter, der Opa und die sechs Tanten aber andere Namen hätten.

Da würde der Klang aber stimmen und die Farbe für das Buch sei ihr auch wichtig gewesen. Dann hat die lebhafte junge Frau, ein paar Stellen daraus gelesen. Es beginnt mit der Religion und der Oma, die das Beten für sehr wichtig hielt, weil es “Telefonieren mit Gott” darstellt.

Aber wenn das jeder fünfmal am Tag tut und die Familie  aus vielen Tanten Cousins und Cousinen besteht, dann ist der liebe Gott sehr überfordert, wie Luna Al Mousli feststellte und hatte nicht für alle ihre Wünsche Platz und Zeit und ein solcher war es die Haare der Cousine wieder nachwachsen zu lassen.

Denn die war immer, wenn es ihre Eltern nach Mekka zog, bei der Großmutter und dann spielten Lunia und ihre Schwester Frisiersalon, rieben die Haare der Kundin mit Nivea Creme ein oder schnitten sie ihr in Zick Zack ab. Es ging aber auch um die Verheiratung der Tanten, die offenbar jünger, als die Mutter  und nie damit einverstanden waren, daß sie sie den jungen Männern und ihren Familien als Braut präsentiert werden sollte. So zogen sie sich schlampig an, schminkte sich und fingen zu stottern an.

Sie haben trotzdem einen Mann gefunden, wie Lunia erzählte und nachher gab es eine lebhafte Diskussion, denn die Hauptbücherei war gut gefüllt mit älteren Damen und jungen Leuten mit Migrationshintergrund und ich denke, es ist sehr wichtig solche Bücher zu lesen, um zu sehen, daß man mit dem Islam auch leicht und locker umgehen kann und er nicht nur so ist, wie ihn sich die Patroten vorstellen. Eine interessante Stimme, die ich da fast durch Zufall kennenlernte, wenn ich sie nicht schon vorher durch eine der Sprachkunstlesungen kennengelernt habe.

Jetzt müßte ich nur eines der beiden Büher zweimal finden, dann könnte ich es dem Uli schicken, damit er  nachlesen kann, daß man auch leicht und locker über den Islam und das Aufwachsen in einer syrischen Großfamilie schreiben kann.

Ö1 Buch des Monats

Ö1 hat seit kurzem eine Koooperation mit dem Hauptverband des Buchhandels und da gibt es neben der ORF-Bestenliste, die sich von der des “Spiegels” abheben soll, jetzt jedes Monat eine Buchempfehlung, künstlich ist ja der Programmdirektor der Buch-Wien gleichzeitig auch Ö1-Journalist und dieses Mal ist es die Anton Kuh Biografie von Walter Schübler geworden.

Anton Kuh ein Kaffeehausliterat neben Egon Fridell, Peter Altenberg, wie ich es in der Schule lernte, aber das habe ich heute gelernt, darf man nicht sagen, ich bin zwar, glaube ich, ganz gut in der Literatur, aber keine Germanistin und halte es, wie man wahrscheinlich sehen kann, mit meiner Rechtschreibung auch so wie ich es will und Anton Kuh, google ich kurz nach, wurde 1890 in Wien geboren und ist 1941 in New York gestorben.

Ach ja, interessant, so viel weiß ich noch und die Biografie um 35.90 Euro werde ich mir vermutlich nicht kaufen. Sie wurde aber heute in der Musiksammlung der Wien-Bibliothek vorgestellt und daher bin ich nachdem ich den ganzen Nachmittag über meine Steuererklärung gesessen bin und ich mich ein wenig über den Verein mit dem ich einen Vertrag habe geärgbert habe, dorthin gepilgert.

Die Musiksammlung der Wien Bibliothek in der Bartensteingasse ist ein langer dünner Schlauch, da war ich schon ein paar Mal beim H. C. Artmann-Symposium beispielsweise und wenn man nicht früh genug dran ist, sitzt man irgendwo weit hinten.

Ich war um dreiviertel Sieben da und habe einen Platz im Eck mit eingeschränkter Sicht ergattert, aber neben mir ist eine eher verbissen aussehende Dame gesessen und hat vor sich hin komponiert.

Suzie Wong, die Öffentlichkeitsreferentin, hat eingeleitet und den Herausgeber Walter Schübler vorgestellt, auch etwas über die Kuh-Sammlung der Wien-Bibliothek gesagt und dann Stephan Paryla und Bela Koreny vorgestellt, die offenbar Teile aus ihrem Kuh-Programm vorsteltlen.

Alfred Kuh, da habe ich wirklich wenig Ahnung, er hat sich aber mit Karl Kraus zerstritten und davon gibt es am  vierzehnten März, glaube ich, einen Vortrag in der Wien-Bibliothek im Rathaus und er war, glaube ich , auch Schauspieler, auf jeden Fall hat wer offenbar Kabarettprogramme geschrieben, die von Stephan Paryla dargestellt wurden und da ist es sehr oft, um den besoffenen grantelnden Wiener gegangen, der, der seinen Arsch nicht herzeigen wollte, oder “Leck mich am Arsch!” vor sich hingröhlte oder um den “Anschluß?”, der schon 1926 also lange vor dem echten, in Wien Grinzing stattgefunden hat.

Da sitzen zwei Wiener beim Heurigen und der große deutsche Bruder kommt dazu und will den laschen Ossis die Wadl voririchten. Der Mann läßt sich das recht lang gefallen, bis er den deutschen Recken dann doch “Wissens was, leckens mich am Arsch!” zuflüstert.

Ich habs ja nicht so sehr mit dem Humor, wie mir mein rechter Kritiker Uli immer vorwirft und es stimmt wahrscheinlich auch ein bißchen, daß es mir nicht so sehr, wie dem vollgefüllten Saal gefallen hat.

Nachher gab es wieder Wein und Brote und Gespräche und ich habe einige Bekannte getroffen, mit denen ich mich mehr oder weniger intensiv unterhalten habe.

Zweimal Schauspielhaus

Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh

Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh

Der “Falter-Herausgeber” Armin Thurnher feiert am einundzwanzigsten Februar seinen siebzigsten Geburtstag und das wurde am Sonntag mit einer Matinee im Schauspielhaus gefeiert.

Alfred, der das, glaube ich, durch Facebook erfahren hat, hat Karten bestellt und so sind wir heute in die Porzellangasse gefahren und waren so früh da, daß wir beobachten konnte, wie das Catering-Team, die Gläser in das Theater hineingetragen haben.

Es gab auch einen Büchertisch, denn statt einem Geburtstagsfrest hat Armin Thurnher, glaube ich, zu diesem Anlaß zwei Bücher geschrieben.

Das eine heißt “Seinesgleichen” und ist eine Zusammenfassung seiner “Falter-Kolumnen” von, glaube ich, 2000 bis heute, die er ja immer mit dem Satz “Und im übrigen bin ich der Meinung…”, schließt.

Armin Thurnher am Klavier und Annette Bik an der Geige

Armin Thurnher am Klavier und Annette Bik an der Geige

Das wurde in der Matinee vorgestellt, das andere bei “Zsolnay” erschienen, “Fähre nach Manhatten”, schildert seine Amerikaaufenthalte und langsam trudelten auch die Festgäste ein. Die “Falter-Redakteure” Doris Knecht, Klaus Nüchtern, Florian Klenk, der, glaube ich, sein Nachfolger wird, habe ich gesehen, aber auch Josef Haslinger, Doron Rabinovici und. ich glaube, auch Helmut Peschina.

Wir haben unsere Plätze am Balkon gehabt, so daß wir gut auf die Bühne und auch das Publikum hinuntersehen konnte.

Siegmar Schlager vom “Falter-Verlag” hat eröffnet und dann hat Armin Thurnher, bei dem ich schon bei einer seiner Preisverleihungen war, mit Franz Schuh vierzig Minuten lang über seine Kolumnen und auch das politische Geschehen diskutiert.

Und Detail am Rande, Siegmar Schlager hat zu Beginn den Bundenkanzler  mit Pause “Alfred Gusenbauer”, der das nach dem ersten Schwarz Blau eine Zeitlang war und in der ersten Reihe gesessen ist, begrüßt und davon handeln wohl auch die Kolumnen, von denen Armin Thurnher eine gelesen hat.

Armin Thurnher und Sigmar Schlager beim Anschneiden der Geburtstagstorte

Armin Thurnher und Sigmar Schlager beim Anschneiden der Geburtstagstorte

Falsch, die hat von “Mozart” und die Frage, ob er ein Deutscher war und ob die Deutschen ihn uns wegnehmen können, gehandelt und das leitet schon zu den Musikbeiträgen über, denn die hat es auch gegeben.

Die Geigerin Anette Bik hat zuerst Bach und Bernhard Gander gespielt und dann mit Armin Thurnher am Klavier  ein Stück aus einer Mozart-Sonate. Dann gab es noch einen Tango von Astor Piazolla gespielt von Anette Bik und Christian Heitler und dann wurde die Torte mit dem Cover des nächsten “Falters”, das seinen Chefredakteur mit seinem Bildnis feiert, auf die  Bühne getragen und Armin Thurnherr hat sich noch vorher bei den Menschen entschuldigt, die er in den letzten vierzig Jahren beleidigt, etcetera, hat.

Das betrifft mich nicht, aber ich habe früher öfter meine Texte an das Blatt geschickt, die nie genommen wurden. Das habe ich auch in der “Dora Faust” so thematisiert und ganz früher, bevor ich noch meine Kassenverträge hatte, im “Falter” öfter inseriert.

Es gab dann die  Brötchen, den Wein und den Sekt. Man konnte sich das Buch signieren lassen. Armin Thurnher, der in Vorarlberg geboren wurde, gratulieren und richtig “Happy Birthday, lieber Armin!”, wurde auch gesungen.

Anschließend haben wir wieder unseren Sonntagsspaziergang auf die Mostalm auf der Sophienalpe gemacht und da war interessant, daß ich, als ich im Auto das Radio und das “Ö1-Quiz” aufdrehte, Armin Thurnhers Stimme hörte und er und sein siebzigster Geburtstag Rategegenstand war.

Am Montag sind wir wieder in die Porzellandgasse gepilgert, da  die “Alte Schmiede” dort ihre “Schmieden-Debatten”, macht, einen gesellschaftlicher Diskurs, den Walter Famler schon bei der letzten “Literatur im Herbst” ankündigte und bei der ersten diesbezüglichen Veranstaltung, die  1950 in London geborene Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak mit dem 1960 geborenen Rechtsanwalt und Abgeordneten der ehemaligen Loste Pilz, Alfred J. Noll zum Thema “Sprache und Recht” miteinander diskutieren ließ.

Wir waren wiedermal, um zu unseren Zählkarten zu kommen, früh daran, so daß wir vorher bei einem Glas Wein und einem Bier in der Kantine saßen, wo früher, noch unter der alten Direktion Gustav Ernst seine Kolik-Lounges machte, die es jetzt nicht mehr gibt.

Aber die “Alte Schmiede” hat öfter ihre Programme im Schauspielhaus und dort wird nicht nur der “Subutex”, sondern auch Robert Menasses “Hauptstadt” aufgeführt und so sind wir zum zweiten Mal, diesmal im Parterre in der dritten Reihe, die ersten zwei waren für die Vips, wie beispielsweise Peter Rosei, die dann gar nicht erschienen sind, reserviert und so ein politischer Diskurs ist ja in Zeiten, wo die Rechten, die die Welt verdrehen wollen, über die Linksfaschisten schimpfen und Multikulti für gescheiterthalten, sehr interessant und wichtig und ich erhoffe mir dann immer Antworten auf meine Fragen, wie gehe ich mit der politischen Situation um? Sitze dann da, höre gebannt zwei Stunden den höchst fundierten Reden zu und frage mich am Ende, was weiß ich jetzt mehr?

Alfred J. Noll, Ruth Wodak, Walter Famler

Alfred J. Noll, Ruth Wodak, Walter Famler

Daß die Rechten das Internet erobert haben, wußte ich schon, daß man wahrscheinlich mehr und besseren Linkspopulismus braucht auch. Aber Peter Pilz wurde ja deshalb von den Grünen hinausgeschmissen und es war auch sehr interessant zu hören, daß Alfred Noll, die Grünen für nicht links hält. Das sehen der Blogger Uli und die Identitären, glaube ich, anders und, daß man sich selbst ermächtigen und seinen Weg in Zeiten, wie diesen weitergehen soll, ist wohl auch etwas dem ich mich anschließe und was ich gerne unterschreibe.

Es wurde auch wieder ein Kleinverlag präsentiert, in denen die Bücher der zwei Diskutanten präsentiert wurden und das der Sprachwissenschaftlerin “Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse” erschien mir besonders interessant. Das des Rechtantwaltes “John Locke  und das Eigentum” vielleicht wenigher und beim Hinausgehen habe ich Thomas Northoff gesehen, von den anderen Debattenbesuchern habe ich nur wenige gekannt.

Literatur & Ethik

HANS AUGUSTIN, ELMAR MAYER-BALDASSERONI, MARGOT KOLLER, WOLFGANG KAUER, WALTER BACO

HANS AUGUSTIN, ELMAR MAYER-BALDASSERONI, MARGOT KOLLER, WOLFGANG KAUER, WALTER BACO

Unter diesen Motto veranstaltete heute Walter Baco im “Roten Salon” in der Wipplinger Straße, in dem ich schon einmal war, eine GAV-Veranstaltung zu der mich Margot Koller eingeladen hat.

Ein interessantes Thema, wie Walter Baco auch in der Einleitung erwähnte, die schriftstellerische Verantwortung.

Wie weit dieser politisch sein soll oder muß? Wie weit er Partei nehmen darf oder sich feige heraushalten kann und von Blumen und von Bienen schreiben, während draußen der dritte Weltkrieg oder die Ausländerhetze pur passiert, zu thematisieren.

Nur leider haben sich die eingeladenen Autoren nicht sehr an diese Vorgabe gehalten, ihre ethische Haltung zu erklären, sondern einfach ihre Texte ohne viel Diskussion, hinuntergelesen und so ist es ein bißchen wie Kraut und Rüben durch den literarischen Garten gegangen.

Am ehesten hat sich noch der 1957 in Linz geborene und in Salzburg lebende Wolfgang Kauer mit dem ich dort schon zweimal gelesen habe, an diese Vorgabe gehalten.

Zwar hat er auch die Gedichte aus seinem “Portrait-Heftchen” verlesen, dazu aber immer  den Zusatz “Schriftstellerische Ethik ist für mich…”, gehabt.

Dann kam die sehr rührige, vielseitige und umtriebige Margot Koller mit der ich einmal vor vielen Jahren die “Selbstmordanthologie der GAV” herausgegeben habe, die sich in letzter Zeit mit Philosophie beschäftigt und die mit ihren Text “70 Jahre Menschenrechte – ein nicht sehr beachtetes Jubiläums”, einen schnellen Streifzug durch die Philosophie vollzogen hat.

Dazwischen hat der 1952 in Wien geborene Walter Baco, der auch sehr vielseitig, Komponist, Autor, Verleger und noch vieles anderes ist, mit dem ich 1995 einmal bei der von der Ruth organisierten Textvorstellungen in der “AS” gelesen habe, immer wieder auf den bereitstehenden Bösendorfer improvisiert und dann selber, wie er schon sagte, ältere Texte gelesen, wo man die Verantwortlichkeit des Schriftsteller und seine Stellungnahme zur politischen Situation indrirekt finden konnte, während ich das bei dem 1949 geborenen Hans Augustin, den ich, glaube ich, schon einmal in der “Alten Schmiede” hörte, vollkommen vermißte, brachte er doch einen Textauszug über zwei Architekten die in Patagonien eine Siedlung aufbauen wollen und sich dabei mit einem Fischer unterhalten.

Der Text des mir bisher unbekannten Elmer Mayer-Baldasseroni, der 1977 in Mürzzuschlag geborenen wurde, brachte mich etwas in Schwierigkeiten, war er doch vom Thema her sehr politisch und beschäftigte sich mit der blau-türkisen Regierung, war aber in einem eher komplizierten Stil geschrieben und einige mich eher störende erotische Anspielungen gab es auch.

Trotzdem  ein interessanter GAV-Abend.  Walter Baco, der ja, glaube ich, parallel zur Buch-Wien auch einmal eine Buchmesse in Linz veranstalte, die aber vom Hauptverband eher ignoriert wurde, einen Kleinverlag und noch vieles andere hatte, macht in diesem Rahmen, glaube ich, regelmäßige Veranstaltungen.

Nachher sind wir noch mit Margot Koller und einer befreundeten Philosophin, bei der sie, glaube ich, schon einmal eine Veranstaltung machte, etwas trinken gegangen.

Das Leben der Elemente

Unter diesem Motto fand heute offensichtlich eine Veranstaltung des “Fröhlichen Wohnzimmers” beziehungsweise Ilse Kilic in der “Gesellschaft für Literatur” statt.

Eine Crossover Veranstaltung, denn Benjamin, der sohn der Rizys, ein Student der Verfahrenstechnik und Musiker, der auch schon Fotoausstellungen im Amerlinghaus veranstaltet hatm hielt einen Vortrag über das “Periodensystem der Elemente”, da habe ich nicht sehr viel verstanden, habe ich ja nicht Chemie studiert und interessiere mich auch nicht besonders dafür, auch von anschließenden Konzert “Aus dem Perdiodensystem” der Helmhart-Brüder, die dazu Buchstaben auf der Leinwand auf und abtanzen ließen nicht so viel, dafür wurde es schon konkreter bei dem Text den Ilse Kilic und Melamar für eine Anthologie gemeinsam geschrieben haben, denn der hieß “Elemente” und es ging, um einen Bücherwurm, dem sie seine Bibliothek gestohlen haben, so daß er sich nicht mehr durch die Bücher fressen und dafür die Bekanntschaft mit den Autorinnen Melamar und Ise Kilic machen konnte.

Das erinnert ein bißchen an Vladimir Sorokins “Manaraga”, war aber äußerst spannend und auch Michaela Hinterleitner auch eine bemüht fröhlichlich “Wohnzimmerfrau”, brachte mit auszügen aus ihrem “Im Element des Wassers” interessantes in die Zuhörerrunde, die aus so ziemlich der ” Fröhlichen Wohnzimmerrunde” bestand.

Fritz Widhalm, Jopa Joatkin, aber auch die Ruth, die Rizys und Waltraud Haas, etcetera und nachher gab es das Element des Wassers, wie Ursula Ebel die moderierte, fröhlich sagte, zu verkosten aber auch Wein und knabberein.

Ich führte interessante Gespräche mit einem Besucher und einer Besucherin und habe wieder einmal einen netten literarischen Abend erlebt.

Brunis Begräbnis und wilde Worte

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Vom Fest zum sechzigsten Geburtstag meiner Autorenkollegin Erika Kronabitter Sonntagnachmittag und Abend ist es am Montagvormittag gleich mit dem Begräbnis meiner Autorenkollegin Hilde Langthaler weitergegangen, die ich vom “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennen, die am 22. Jänner ihrem Krebs erlegen ist und demnächst im Literaturhaus lesen hätte sollen.

Um elf war das Begräbnis am Heiligenstätter Friedhof angesagt und weil ich nicht genau gewußt habe, wie ich dort hinkomme, am Grinzinger Friedhof bin ich schon einmal gewesen, da aber nicht und nicht zu spät kommen wollte, bin ich mit der U Bahn und dem D-Wagen nach Nußdorf gefahren, dort aber, weil ich vor noch Wäsche aufgehängt,  weggeräumt und Blumen gegossen habe, um eine Minute vor oder nach elf ausgestiegen und es war noch ein etwa zehnminütiger Weg den Beethoven Gang entlang, dort wo dieser angeblich immer spazierengegangen ist, zum Friedhof, so daß ich, als ich endlich beim Friedhof angekommen bin, in die Aufbahrungshalle gar nicht hineingekommen bin, weil so viele Menschen davorstanden, eine Bekannte hat mir zugenickt, als ich sie fragte, ob ich richtig bin, ich habe aber trotzdem eine Weile gedacht, hoffentlich bin ich nicht beim falschen Begräbnis, aber nach dem ein Mann “Aus dem Buch mit den sieben Siegeln” gesungen hat, hörte ich den Namen Hilde Langthaler.

Man mußte auch bald zur Seite treten, Richard Langthaler kam mit seinen Kindern und Enkelkindern heraus, die Ruth, Käthe Kratz, Elfriede Haslehner und und…

Es ist dann zum Grab gegangen, da habe ich noch die Rizys, die Erika Parovsky, die mich von ihrem Tod ja verständigt hat, Maria Lautischer, Susanne Ayoub und wieder und und und es ist dann in ein Lokal am Nußdorferplatz gegangen, wo es eine sehr gute Rindfleischsuppe mit Nudeln und Gemüse und Tafelspitz, Schnitzel, geröste Knödel, Spinat mit Rösti und den Tagesteller zur Auswahl gab.

Ich habe mich für den Tagesteller, das heißt Kartoffelpürree mit Prager Schinken entschieden und es waren auch hier soviele Leute, daß erst Tische und Sessel in den Extrasaal gebracht werden mußte.

Richard Langthaler hat nur kurz “Guten Appetit!”, gewünscht. Die Kinder, die Tochter Margarita und der Sohn Willi und Brunis Bruder haben aber noch aus dem Leben ihrer Mutter beziehungsweise Schwester erzählt und wieder wurde hier das “über die Grenzen gehen und das neue Wege suchen” erwähnt.

Richard Weihs

Richard Weihs

Der Sohn hat ein Fotoalbum zusammengestellt, daß er herumgehen ließ und da sieht man, die Bruni in Afrika auf einen Baum klettern, während die Kinder unten stehen und ängstlich nach oben schauen.

Es gibt auch ein Bild vom” Tag der Freiheit des Wortes” ich glaube 2007 oder 08, wo die Bruni mit mir am Lesetisch des Literaturhauses sitzt und viele andere schöne Fotos aus ihrem Leben.

Richard Langthaler hat einen Nachruf auf die Bruni geschrieben, den man sich mit einigen Texten von ihr als Erinnerung mitnehmen konnte. Wieder habe ich bereut, damals das Theaterstück “Nur keine Tochter” im Schrank liegen gelassen zu haben, weil ich gedacht habe, daß ich es schon hatte und außerdem Theaterstücke ja nicht so gerne lese.

Vielleicht finde ich es einmal. Das Lesetheater hat Judith Gruber Rizy mir erzählt, wird aber ihr eine Aufführung widmen und vielleicht gibt es auch ein “Podium Portrait- Heftchen” zum achtzigsten Geburtstag, der ja am elften März wäre.

Das war es. Zurück bin ich, wie ich es ja eigentlich auch am Morgen wollte, zu Fuß gegangen und am Abend ist es wieder zu den “Wilden Worten” ins Amerlinghaus gegangen, wo die 1977 in Horn geborene Daniela Meisel, die Biologie studierte und auch Schreibpädagogin ist, ihr 2018 bei “Picus” erschienenes Buch “Wovon Schwalben träumen” vor, wo es um eine Enkelin und ihre Großmutter, die Gegenwart und die Vergangenheit, sowie Vögeln als Metahpern geht. Frieda ist in den Dreißigerjahren im Waldviertel als uneheliches Kind aufgewachsen, weil der Vater die Mutter nicht heiratete, weil sie ein Mädchen ist und nachdem sie gestorben ist, scheint sich die Enkeltochter Marie mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen.

Nachher gab es eine wilde Diskussion, in der es um das Atmen, aber auch um die Fragen, ob man vom Schreiben leben kann und wieviele Bücher man verkaufen muß und kann, ging.

Mein Wunschgedicht vom letzten Mal, wo es um Goethes Farbenlehre ging, wurde verlesen und auch die der anderen. Diesmal waren nur eher wenige Leute da, aber dafür zwei freie Wildbahnkanditaten.

Ein bildender Künstler las seine sehr visuellen konkreten Texte vor in den denen es um Glückskekse und gefundende Zahlscheine ging und dann kam Frantisek, der von 1977 bis 1996 in Wien kritischer Liedermacher war, dann nach Deutschland ging und jetzt wieder zurückgekommen ist und beispielsweise morgen im Cafe Anno auftritt.

Daniela Meisel

Daniela Meisel

Das schien er vorher bei Richard Weihs proben zu wollen und so sang er mit einfühlssamer eher leiser Stimme zur Gitarre ein Wienerlied von den Wunschträumen eines Mannes, der in seinem Stammcafe sitzt und sich dabei vorstellt, wie er die Kellnerin vernaschen wird, ein Text, der eher diamentral zu dem frauenbewegten  Text von Daniela Meissl steht, aber die Wildbahn ist ja frei und das literarische Spektrum  sehr weit und spannens zu sehen, was sich alles an einem Abend präsentieren läßt.

Erika Kronabitters Geburtstagsfest

Lesung

“An diesen Punkt werden wir nie mehr zurückkommen”, hat Wittgenstein gesagt

Anfang Jänner habe ich von  geborenen Erika Kronabitter ein Mail bekommen, in dem sie mich unter obigen Motto:  “Anfang Februar ist so ein Punkt, den ich gern mit euch feiern möchte. Ein Punkt der auch ein Wendepunkt ist” in der Galerie Nuu eingeladen hat, die ich schon kannte, weil dort die Ruth einige ihrer Veranstaltungen machte.

Und die 1959 in Hartberg geborene Erika Kronabitter kenne ich, glaube ich, seit 2000, zumindesten kann ich mich da in den tiefsten Zeiten der schwarz blauen Regierung und den heftigen Widerstand dagegen, an eine Auktion im Lieraturhaus erinnern, wo man einiges ersteigern konnte, so hat das Wolf Haas, glaube ich, mit einem Hut von Elfriede Gerstl getan und Erika Kronabitter hat, glaube ich, ein Nachthemd zur Verfügung gestellt, das ich zwar nicht ersteigert habe, aber an die “Friederikenbriefe” ein Buch, das sie für Friederike Mayröcker geschrieben hat kann ich mich erinnern, ich war dann mit ihr auch einmal in einer diesbezüglichen Veranstaltung im kunsthistorischen Museum, wo Friederike Mayröcker einen Text zu einem Bild las und als die grand dame neunzig wurde, hat Erika Kronatbitter auch eine Anthologie von Huldigungstexten zusammengestellt und ihr gewidmet.

Erine sehr freundliche rührige Person, die viele Ideen hat, vieles auf die Beine stellt, vieles organisiert und als Kind und Jugendliche mit ihrer Familie aus der Steiermark nach Vorarlberg gezogen ist und seither, glaube ich, mehrmals in der Woche von dort nach Wien pendelt, weil sie viele Funktionen und auch viele Lesungen hat.

Musik

2005 hat sie mich zu der “Text und Kritik-Werkstatt” auf die Silvrettahöhe eingeladen. Da gab es auch eine Llesung in einer Galerie in Bregenz und als wir in mit der Ruth um den Bodensee gefahren sind, haben wir einen Extratag in Bregenz Halt gemacht und sie besucht und als sie mich 2008 nicht mehr die “Mittleren” im Literaturhaus machen ließen, ich aber Erika Kronabitter dazu einladen wollte, hat sie es ermöglicht, daß die Lesung doch und zwar in Feldkirch, wo sie damals wohnte, stattfand.

Eine sehr bemühte Autorinnenkollegin also, die im Februar ihren sechzigsten Geburtstagfeierte, das auf eine sehr originelle Art und Weise veranstaltete und sich dazu auch Text – Musik – Tanz oder anderer Beiträge von den Eingeladenen wünschte und so habe ich wieder einmal die Szene vier, glaube ich, aus der “Unsichtbaren Frau”, die, wo die Amanda das erste Mal den Minister Basti besucht gelesen.

Aber zuerst gab es eine Begrüßung der Galeristin Denise Narick, die mit zwei Helferinnen das Buffet zusammengestellt hat, es gab Huhn, Thali, Reis und einen Salat, sowie Kaffee und Kuchen und Erika Kronabitters Mann, Hubert hat sozusagen eine Laudatio auf sie gehalten, Bilder projeziert und auch auf ihr Werk hingeweisen.

“La Leguna” habe ich  von ihren Büchern gelesen, sie im Amerlinghaus und sicher auch sonstwo ein paar Mal gehört und an die “Morgengesichter” kann ich mich auch erinnern, denn sie ist auch bildnerisch tätig und arbeitet grenzüberschreitet, worauf Hubert in seiner Einleitungsrede auch hinwies und dann gab es ein dichtes Programm, das ein bißchen unorganisert stattfand, das heißt man mußte selber mit einer Glocke läuten und für Ruhe sorgen.

Müde

es gab aber außer Musikbeiträgen, sehr viele Gedichte von der Ruth, der Irene Wondratsch, Gerald Nigl, Susanne Toth, Angelika Stallhofer, Richard Weihs, etcetera und einige Filmbeiträger von Anita C. Schaub und Sigrun Höllriegl, eine Bilderschleife von befreundete Autoren Kollegen wurde projeziert, dann darauf, auf, die Menschen, die sie durch ihr Leben begleitegt haben, wurden hingewiesen, Manfred Chobot und Herbert J. Wimmer haben gelesen, andere autoren wie Luis Stabauer, Margit Heumann, Günter Vallaster, Gerhard Ruiss, Patricia Brooks waren nur da – und haben zugehört, beziehungsweise hat Patricia Brooks das “Podium-Üortraitheftchen”, das zu Erika Kronabitters sechzigsten Geburtstag herausgegeben wurde, mitgebracht und  das Zeichnungen und Gedichte enthält, die ich mir noch durchlesen und studieren kann, habe ein schönes Fest und eine  schöne Privatlesung erlebt und wünsche Erika Kronabitter für ihr weiteres Leben alles Gute!