Siebenundachtzigster Slam B

Ich habe es ja schon einmal geschrieben, am Freitag ist es immer eher knapp mit den Literaturprogrammen, ich bin ja öfter am Freitag in Harland, aber wenn ich so, wie dieses Wochenende in Wien bin, bleibt oft nichts anderes über, als ins Literaturhaus zum Slam B zu gehen und da habe ich auch geschrieben, daß ich da Annäherungsschwierigkeiten hatte, hinzugehen, weil ich dachte, ich bin nicht die richtige Zielgruppe mich unter die Zwanzigjährigen zu setzen und dann habe ich einmal auch fast keinen Platz bekommen, jetzt geh ich immer so hin, daß ich vor sieben vor der Tür stehe, seither klappt es mit den Plätzen und Christian Schreibmüller ist noch älter als ich und slamt eifrig mit, das tue ich nicht, weil ich fürchte, nicht den richtigen Sound darauf zu haben, obwohl ich mich früher vor zwanzig Jahren ja vergeblich im Cafe Stein bewarb und aus dem Schikadnederkino, wo ein solcher stattfand, nicht hineingetraut habe

Hier kann sich jeder anmelden, gibt es mehr als zwölf Bewerbungen wird gelost, diesmal waren es nur acht Kanditaten, so daß Diana Köhle extra fragte, ob noch jemand mittun wollte und ich hätte wahrscheinlich auch aus meinem Buch lesen können, einer der Bewerber hats getan, aber da hätte ich bestimmt nicht gewonnen und die Slam Bs haben zum Teil schon ihre Stammleser und natürlich zu Beginn das Opferlamm, diesmal nicht, weil offenbar haben sich nicht acht, sonder nur sieben Leute angemeldet, so war Theresa Wagner, die das letzte Mal gewonnen hat, eine Fixkanditatin und da kann ich gleich verraten, sie hatte einen tollen Text, einen Rap über die Geschichte von dem Hans, dem Psychologenkollegen, der in dem Haus wohnt und einmal vom Lärm angelockt, hinuntergekommen ist und gewonnen hat, die Diana Köhle immer erzählt, hat aber, was ich sehr schade fand, nicht gewonnen.

Sie war aber erst später daran, zuerst kam ein englischer Text, dann ein sehr schöner Text von der Französin, die auch das letzte Mal mitgemacht hat, über eine Klowerbung, beziehungsweise einen Markenschnösel.

Dann folgte eine Lea, die glaube ich, wie der Josef, der erste Slamer, das erste Mal mitmachte mit einem “Lobgesang an die Erde” und dann wurde abgestimmt oder preisgejubelt, die Französin von der ich mir den Namen nicht ganz gemerkt habe, hat gewonnen und den Bernie, der mit einer “Weihnachtsgeschichte” die zweite Vorrunde gewann, habe ich auch schon öfter gehört.

Die dritte Vorrunde hatte wieder drei Kanditaten, die schon erwähnte Theresa Wagner mit  dem tollen Poetry Slam Test, wo alle mitschreien mußte:

“Draußen liegt Schnee, ganz egal, ich geh zum Slam B”, etcetera.

Ein Mann mit dem Namen “Waldgigantenfee” oder so ähnlich, brachte einen sehr politschen Text, den er, wie er meinte, im Büro geschrieben hat und dann kam ein Chris Sokop, der wie schon erwähnt, seinen Text von einem grauen Wien, aus seinem Buch gelesen hat, die “Waldgigantenfee” hat gewonnen und in der Preisrunde, wo er wieder sehr politisch war, den dritten Platz gemacht.

Das Matsch zwischen der Französin und dem Bernie war nicht so leicht zu entscheiden, der Bernie brachte in seine leicht umgangssprachlichen Art, ich glaube, er kommt aus Oberösterreich, einen Rundgang durch den Sex der Tiere mit dem Titel “Warum ich lieber ein Mensch als ein Tier bin” und die Französin räumte mit lauter “A”s im Text, das Zimmer ihres Sohnes aus, das “Goethe nie betreten” hat.

Sie hat  gewonnen, es gab die üblichen Preise, Küßen, Umarmungen und Fotos und ich überlege wieder, ob ich vielleicht doch, wenn mir das jetzt schon so viele Leute sagen, einmal antreten soll, werde aber sicher nicht gewinnen, weil ich wahrscheinlich nicht so ausdrucksstark vortragen kann.

Die Athomsphäre ist aber immer sehr liebevoll und schön und Diana Köhle die, wenn jemand seine fünf Miinuten überzogen hat, wie immer mit Seifenblasen oder sogar einer Fliegenklatsche kam, wies, wie ebenfalls immer wieder auf ihre Tagebuchslams hin, die demnächst an anderen Orten stattfinden werden.

Barbara Zeman mit Gespräch und Musik

Heute hätte ich die Auswahl zwischen “Alte Schmiede” und Literaturhaus gehabt. In der “Alten Schmiede” ging es um die Krankheit und das Sterben, also um Daniel Wisser und Reinhard Wegerth und letzterer, der schon im Sommer bei den “Podium-Lesungen” aus seinem Buch um den Tod seiner Frau gelesen hat, hat mich auch extra zu der Lesung eingeladen. Da ich aber immer meinen Horizont erweitern und meinen Lesern die literarische Abwechslung bieten will, habe ich mir das Literaturhausprogramm durchgesehen und da hat die schlampige Leghasthenerseele in mir Dorothea Zeemann gelesen.  Dorothea Zemann, die letzte Lebensgefährtin des Heimito, fein, dann habe ich noch einmal in Programm nach geschaut und habe gesehen, die Dorothea ist eine Barbara und war ein bißchen enttäuscht, Barbara wie oder wer?

Vielleicht sollte ich mich doch in die “AS” begeben, dann habe ich aber nachgegooglet und bin daraufgekommen, daß ich die 1981 in Eisenstadt geborene Autorin, die 2010 in “Wartholz” gewonnen hat, schon einmal in der “Alten Schmiede” bei den berühmten “Textvorstellungen” der Angelika Reitzer hörte und als ich das Literaturhaus um dreiviertel sieben mit einer Büchertasche erreichte, war es schon sehr voll. Es waren im Vorraum Sessel aufgestellt und vor dem Eingang thronte eine weißgekleidetete große blonde Frau mit einer Bierflasche, um die Gäste zu begrüßen und ich hatte die Autorin gar nicht so groß in Erinnerung.

Barbara Zwiefelhofer betonte in ihrer Einleitung, daß sie einmal in derJury für den “Burgendländischen Literaturpreis” gewesen und von dem Text der jungen Autorin begeistert gewesen sei. Jetzt ist bei “Hoffmann und Campe” ihr Debut “Immerjahn” erschienen.

Das Literaturhaus war bummvoll, neben mir ist Ljuba Arnautovic gesessen und “Hoffmann und Campe” hat auch seine zwei Lektorinnen geschickt oder vielleicht auch nur eine, denn Barbara Zeman hat Angelika Klammer, die, wenn ich mich irre, früher bei “Residenz” gewesen ist, als ihre “Privatlektorin” bezeichnet und eine Musikbeilage, nämlich zwei junge Männer, die sich “Sweet sweet moon” nennen, gab es auch.

Das Literaturhaus bürgt immer für Überraschungen und ich kann die Größe der Veranstaltungen nie einschätzen, es war aber auch der Josef und Christl Greller da und Barbara Zwiefelhofer erwähnte in ihrer Einleitung etwas von Kapitalismus- und Kunstkritik in dem es in dem Buch gehen würde.

Die Autorin erwähnte, sie wäre aufgeregt und hätte das Lesen nicht genug geprobt, hat aber auch ein bißchen kokett gewirkt und so ist wahrscheinlich das ganze Buch, das mich ein wenig an Irene Diwiak Liebwies” erinnert hat.

Moderiert wurde die Veranstaltung von der Ö1-Moderatorin Christine Scheuchert und es geht darin um einen sehr reichen Mann, der in Eisenstadt auf einem Hetscherl genannten Berg lebt, eine riesige Privatsammlung an Gemälden hat, die er zu einem Museum machen will.

Um “schwitzende Brüste”, wo ich mir gedacht habe, “Uj, uj, ein bißcherl schwülstig!”, ging es auch. Das Publikum aber lachte. Die Coverversionen, die in dem  Buch auch vorkommen, wurden gespielt und gesungen und dazwschen Schnaps getrunken.

Dann gabs noch ein Gespräch mit den beiden Lektorinnen, die die tolle Sprache und die Zeitunanbhängigkeit des Buches lobten und nachher ein von der Familie gestiftetes Buffet mit AuFstrichbroten, wo ich während ich mich mit dem Josef unterhalten habe, sowohl Fritz Ostermayer, als auch Zitha Beyreuther und Gabriele Matelka gesehen habe und ich habe mir wieder gedacht “Uj uj, man erlebt im Literaturbetrieb immer seine Überraschungen, so gut man sich auch auszukennen glaubt.

Ein Stammbesucher wagte die Lektorin nach der Auflagenhöhe zu fragen.

“Das ist ein Geheimnis!”, sagte sie etwas herablassend. Die Bücher wurden aber gut verkauft. Die Autogrammschlange lang und ich kann jetzt spekulieren, ob ich die Autorin bei den O-Tönen hören und ihr Buch vielleicht bei den Bloggerdebuts zu beurteilen habe.

Literaturliteratur

JÜRGEN BERLAKOVICH

JÜRGEN BERLAKOVICH

Ein Abend über das Schreiben im Schreiben bei den “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede” ein Thema mit dem ich mich in meinen Schreiben auch schon lang und sehr vielfältig beschäftigt habe und so war es sehr interessant zu sehen, daß die anderen ihren Suppen auch mit dem gleichen Wasser kochen und sich die Ideen wiederholen können, obwohl Friedrich Hahn, der ebenfalls schreibende Moderator von dem ich die Idee übernommen habe, zu meinem sechzigsten Geburtstag sechzig Minuten aus meinen damals dreißig Büchern zu lesen, das wohl bewußt so ausgewählt hat und die Schreibstile der drei präsentierten Autoren auch sehr unterschiedlich waren, der des 1970 geborenen Jürgen Berlakovich, der auch Musiker ist, ist sehr experimentell, so ist sein Buch “Tobmann” auch bei “Klever” erschienen und der Held der Geschichte, ein Herr Tobmann spaziert einen Tag mit einer Smartwatsch, die er von seinem Therapeuten bekommen hat, in der Stadt herum und die schreibt seine Gedankenströme auf, formiert seine Träumen und seine Gedanken zum Roman und das war wohl der Bezug zu der Literatur im Text, die sonst eher experimentell musikalisch abgehandelt wurde, während der 1980 geborene Florian Gantner, der bei der letzten “Floriana” gewonnen hat und Komparatistik studierte, seinen  Helden im “O.M” sein Opus Magnum schreiben läßt, in dem er sich in den Kopf verschiedener großer Literaten, wie Marcel Proust, Jean Jaqcues Rousseau und Franz Kafka, um nur die bei der Lesung erwähnten, begibt und die in Bremen gebornene Corinna Antelmann, mit der ich mich schon durch eine Psychose und in die Spuren der Vergangenheit gegeben hat, läßt in “Drei Tage drei Nächte” ihre Schriftstellerin am Ende stehen, der Freund und der Mann hat sie verlassen, der Verleger will kein Buch mehr von ihr und so begibt sie sich in ihren Kopf und denkt über ihr Leben nach, das ist wahrscheinlich, das Gemeinsame an den drei Texte, denn die Literatur oder das Schreiben über das Schreiben kommt ja eher bei Florian Gantner vor, jedenfalls so, wie ich es in meinen Schreibweisen beschrieben habe, aber bei Corinna Antelmann beginnt es mit “Eine Frau steht am Fenster und schaut hinaus” und dann steht irgendwo in dem Buch, daß das einer der häufigsten Schreibanfänge sei und dieses Webinar der “Schreibdilettanten”, habe ich, glaube ich, unlängst auch gehört, als ich meine “Magdalena Kirchberg” wo es auch um das Schreiben im Schreiben geht, als ich noch Szene für Szene korrigiert habe.

FLORIAN GANTNER, FRIEDRICH HAHN

FLORIAN GANTNER, FRIEDRICH HAHN

Jetzt bin ich schon in der laut lese Phase, korrigiere konzentrierter und habe mir von diesem Abend mitgenommen, daß die anderen auch nur mit Wasser kochen oder mit der selben Tinte beziehungsweise Laptop schreiben, die einen tun es experimentell, die anderen realistisch und meine Maria Mattuschek, füge ich hinzu, versucht beides und der Schmiedesaal war wieder gut gefüllt und es waren, glaube ich, die eher experimentell orientierten Autoren, die dazu gekommen sind.

tCORINNA ANTELMANN

CORINNA ANTELMANN

Vor dem Erscheinen

In der “Alten Schmiede” hat Kurt Neumann, der ja seit Herbst nicht mehr das literarische Quartier leitet, aber noch Veranstaltungen macht, eine neue Reihe eingeführt, wo er und das ist sehr sehr interessant und kann ich nur ganz ohne Werbung sehr empfehlen, jeweils einen Autor sein noch nicht erschienenes Buch vorstellen läßt.

Das gab es schon einmal mit Franzobels “Floß der Medusa”, diesmal ist aber fast ein ganzes Symposium daraus geworden. Jedenfalls haben die “Gesellschaftsräume der Literatur” mit Marlene Streeruwitz schon um fünf angefangen und die ersten beiden Reihen waren für ein Literaturwissenschaftlerteam reserviert und die gesellschaftlichen Räume sind, glaube ich, auch für Marlene Streruwitz reserviert, ist sie ja eine politische gesellschaftspolitische Autorin, die sich kein Blatt vorm Mund nimmt und auch schon eine Reihe von Wahlkampfromane geschrieben hat, die sie auf ihrer Website veröffentlicht.

Der neue Roman soll “Flammenwand” heißen, im Mai bei “Fischer” erscheinen und die Vorpräsentation wurde, wie schon erwähnt literatur- und politikwissenschaftlich sehr genau eingeleitet.

Zuerst hat es aber mit den Lesererfahrungen der Kindheit begonnen und da hat sich die 1950 geborene den 1949 geborenen Sprachlehrer und Freund Kurt Freimüller eingeladen, der auch ein Vielleser ist, wie Kurt <neumann einleitete und der hat ein katholisches Kinderbuch mitgebracht, das auch Marlene Streeuwitz in ihrer Jugend gelesen hat, wo es, um arme fromme Knaben, die von bösen Türken ausgebeutet werden geht und um fromme Mädchen,  die mit einem oder für ein Röslein für den lieben Gott sterben.

Arg oder eigentlich schon fast lustig und mir dem sozialistischen Arbeiterkind, das  mit Vera Ferra Mikura aufgewachsen ist, eher unverständlich, aber so war wahrscheinlich die Kindheit auf dem Land und dann ging es weiter mit Konstanze Fliedl, der Professorin für Literatur, die gleich mit der literarischen Modernen weitermachte, dabei Hofmannsthal, Ödon von Horwath, Kraus und Doderer erwähnte und den letzten beiden oder auch dem ersten scheint Marlene Streeruwitz die kritische sehr kritisch gegenüberzustehen. Dann wurde es politisch, es kamen nämlich zwei Politwissenschaftler und denen hat Marlene Streerwitz offenbar ein Protokoll oder ein Tagebuch geschickt, wo sie genau die politischen Ereignisse des Jahres 2018, also da, wo die neue Regierung die Mindessicherung einsparen und den syrischen Flüchtlingen, die Lehrstellen, etcetera verweigern will, aufnotierte und das irgendwie in Fußnoten oder sonstwie in ihren Roman einbauen will.

Die vierte Strecke war dann wieder der Literaturwissenschaft gewidmet und da zog Mandy Dröscher Teille einen Bogen sämtlicher Frauengestalten der Marlene Streerwitz und stellte Verbindungen zu ihnen her, die neue ist eine zweiundfünzigjährige Lehrerin namens Adele, die in ein Sabbatical geht, dabei nach Stockholm fährt und dort den winter kennenlernt, wie Marlene Streerwitz beziehungsweise die Literaturwissenschaftler schon verraten haben.

Dann gab es eine Pause und dann ist es in den Keller gegangen, das heißt vorher konnte man dem Lektor Roland Spar und Daniela Strigl, die offenbar von Bremen schon wieder zurück ist, sagen was man noch diskutiert haben wollte, denn es gab dann eine Lesung und noch ein Gespräch aus oder über den Roman, wo sich aber, was eigentlich sehr schade ist, das Publikum nicht direkt beteiligen konnte.

Eigentlich sehr schade, denn Marlene Streerwitz ist ja eine begnadete Rednerin und hat viele Ideen, wo ich ihr gerne auch bei einigen widersprochen hätte, aber ich bin ja nicht so sprachgewandt und hätte wahrscheinlich auch keine Chance gehabt bei ihr durchzukommen. Denn die Veranstaltung über ein Buch mit dem Lektor und der Autorin ein viertel Jahr vor dem Erscheinen zu reden, ist ja sehr spannend und auch sehr ungewöhnlich, wenn ich an die Sperrfristen und die Spoilerdiskussionen denken und Marlene Streeruwitz eröffnete die Diskussion auch gleich in dem sie die Veranstaltung mit einem noch nicht eingefrorenen Steak oder Hendl verglich, denn wenn es erst in die Buchpreise geht, meinte sie ist es zu spät und man kann an dem Text nichts mehr ändern.

Man kann das zumindest was die E-Bookschiene betrifft, glaube ich, schon, bei Blogromanen kann man das auch und spannend ist auch die Frage, ob das Buch, wenn es dann erschienen ist, auf der öst oder dBp Liste stehen wird oder vielleicht gar den österreichischen wenn schon nicht den deutschen Buchpreis bekommt, nominiert wird es sicher werden, wenn sich Marlene Streeruwitz, die sich ja schon vorher sehr kritisch draüber äußerte, nicht verweigert, bestimmt und spannend ist ja auch, daß ich  fast ein ähnliches Projekt hinter mir haben, nämlich die politischen Ereignisse von 2017 in der “Unsichtbaren Frau” verarbeitet und da habe ich ja auch einige Male noch vor dem Erscheinen und natürlich mit viel kleineren Publikum und mit viel weniger Aufwand daraus gelesen. Mir ist also das noch nicht eingefrorene Lesen vertrauter als das andere und in dem Roman geht es was ja auch vielleicht ein Parallele zu meiner Amanda ist, auch um Stockholm und auch um eine Lehrerin für Deutsch als fremdsprache.

Ansonsten scheint es auch noch um vieles andere zu gehen, um Liebesverweigerungen, einen plötzlich auftauchenden Hermelin, ein Mann, der eine Frau nicht anruft oder vielleicht betrügt, um mehrmals wiederholte Sequenzen und wenn ich es richtig verstanden habe, vielleicht auch um eine Psychose.

Das versteht die Psychologin vielleicht so oder würde es so interpretieren, Marlene Streuwitz hat da eher von den Kränkungen der Frau gesprochen und jene Adele scheint, obwohl sie alle Chanzen hatte und im materiellen Wohlstand lebt, sehr gekränkt und da denke ich, die ich mir ja manchmal die Vedeos der Rechten anhöre, die ja  lautstark verkünden,  daßeine Frau nicht mehr alleine auf die Straße gehen kann, ohne gleich vergewaltigt zu werden und die sich ja auch über das dritte Geschlecht oder, daß die Stadt Hannover eine gendergerechte Sprache in den Ämtern einführen will, sehr mokieren, daß wir sehr aufpassen müßen, da nicht einen großen Rückschritt zu erleben.

Aber marlene Streeruwitz ist ja sehr emanzipiert und was die Austriazismen in ihren Büchern und wahrscheinlich auch ihre Arbeit mit den Lektoren betrifft sehr priveliegiert, ihre Frauengestalten haben sich schon sehr weiterentwickelt, sind vielleicht auch nicht so glücklich geworden und wenn ich es wieder richtig veranstanden habe, hat Marlene Streeruwitz auch von einer Schreibkrise gesprochen, in die sie gefallen ist, wo sie eigentlich nicht mehr schreiben wollte, das aber doch getan hat und im Mai wird das Buch, das sich vielleicht durch die  Diskussion noch ein bißchen verändert hat, erscheinen und das ist sehr interessant, wenn es auf die buchpreisliste kommt, werde ich es vielleicht lesen und dann bestimmt an den Diskussionsabend zurückdenken, der einen wirklich den Literaturbetrieb hautnah erleben ließ und das ist mir, die ich ja meine Schreibprozesse auch immer veröffentliche und die daran interessierten hautnah mitnaschen lassen, eigentlich auch sehr vertraut.

Kindheit, Krieg, Gewalt

Unter diesem Titel gab es zwei Veranstaltungen in der “Alten Schmiede”, wurde da am Montag doch um achtzehn Uhr in der Reihe “Dichter lesen Dchter” Robert Neumanns “Die Kinder von Wien” vorgestellt und die 1946 in Englisch geschriebenen “Kinder von Wien”, habe ich in den Siebziger- oder Achtzigerjahren in einer “Bastei Lübbe-Ausgabe” von 1974 gelesen, ansonsten sind die 1927 erschienenen Parodien “Mit fremden Federn” des 1897 geborenen Autors der ein Opfer der Bücherverbrennung wurde und 1934 nach London emigrierte, bekannt und ich habe  auch einige Bücher von ihm gefunden oder mir antiquarisch gekauft.

Der 1961 in Tel Aviv geborenene und seit 1994 in Wien lebende Doron Rabinovici der das Buch vorstellte, bekannte, daß er vorher noch nichts von dem Autor gehört hätte, beziehungsweise das Buch das in einem Keller zwischen der russischen und der amerikanischen Besatzungszone im Nachkriegswien spielt, nicht gelesen hätte, las dann das Vorwort und einige Kapitel und da fiel mir eine starke Beziehung zu Karin Peschkas “Watschenmamm” beziehungsweise dem “Wiener Kindl” auf, denn ein solches Kindl liegt ja auch in dem Keller, wird von den Kindern mit Zeitungspapier zugedeckt und bekommt von ihm Geschichten vorgelesen.

Johanna Ötl moderierte und diskutierte mit Dcoron Rabinovici über das Buch, das, glaube ich, bald nach Erscheinen auf Deutsch übersetzt wurde, aber in Wien von der Arbeiterzeitung und anderen Medien schlecht aufgenommen wurde und erst jetzt offenbar, es gibt eine Neuauflage, ein Come back erlebt.

Es wurde von Doron Rabinovici und Johanna Ötl auf jeden Fall sehr zum Lesen empfohlen und Johanna Ötl wies dann auf den zweiten Teil der Veranstaltung hin, wo es um zwei Bücher ging, die man in der Nachkriegsgenertation ansiedeln könnte, obwohl es von jüngeren Autoren geschrieben wurde und die aus der Kindheitsperspektive ihre Erfahrungen mit dem Krieg, der ihnen hauptsächlich von ihren Großeltern vermittelt wurde.

Das erste Buch “Eins zwei fittibaldi” stammt von dem 1973 in OÖ geborenen Helmut Neundlinger, das ich schon bei den O Tönen hörte, er ist in Efferding aufgewachsen und da gibt es offenbar eine Hochhaussieldung namens Bangladesh und als Ende 1970 muß das gewesen sein, die polnischen Flüchtlinge kamen, stellte sich die Großmutter des Ich-Erzählers ihnen mit einem Bildchen vom Papst und einem von der  von Teschenstochau, das sie schon bewallfahrt hatte, entgegen und kümmerte sich um sie und der Großvater hat den Kindern auch vom Krieg erzählt, genauso wie die Großmutter der Heldin Mimi in der 1974 geborenen Manja Praekels “Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß”, die eine Kindheit und ein aufwachsen in der DDR, als Tochter einer Parteifunktionärin beschreibt, die dann die Wende und den Rechtsradikalismus hautnah miterlebte.

Zwei interessante Bücher aus der Kindheitsperspektive und eine interessante Parallele zu Robert Neumanns Roman, der ja auch das Zusammenleben von sehr unterschiedlichen Kindern, die der Krieg übergelassen hat, schildert.

Auf Manja Praekels 2017 im “Verbrecherverlag” erschienenes Buch bin ich besonders neugierig geworden, Helmut Neudlingers Kindheitserinnerungen habe ich schon im MQ gehört und bin jetzt in einem anderen Zusammenhang noch einmal auf sie gestoßen und Robert Neumanns “Kinder von Wien” habe ich vor langer Zeit gelesen und finde sie in Zusammenhang mit Karin Peschkas “Watschenmann”, wo es auch um Kinder in einem Nachkriegswien geht, besonders interessant.

Rosegger Leseausgabe

Die Mangeln an Alternativen haben mich heute, das erste Mal in diesem Jahr, in die “Gesellschaft für Literatur” verschlagen, denn im Literaturhaus und in der “Alten Schmiede” kein Programm und in der “Gesellschaft” wurde die von Karl Wagner und Daniela Strigl herausgegebene vierbändige Werkausgabe zu Peter Roseggers hundertsten Todestag im Jahr 2018 vorgestellt und da war ich ja schon bei der Präsentation der “Buch Wien” und Rosegger ja der Erfinder des “Waldbauernbuben” und steirischer Heimatdichter, interessiert die urbane Stadtmenschin ja nicht, lautet das diesbezügliche Vorurteil, obwohl meine Großmutter hat mir eine 1913 erschienene Ausgabe von “Heimgärntners Tagebuch” vermacht, die glaube ich, nicht sehr gelesen in Harland steht, “Jakob der letzte” stand in einer “Büchergilde Gutenberg Ausgabe” in dem berühmten Bücherschrank meiner Eltern und als ich das Buch lange von vor Blogzeiten gelesen habe, war ich sehr sehr begeistert und ich habe auch noch einiges anderes von ihm in den Schränken gefunden.

Das Meiste wahrscheinlich aber stehengelassen, denn ich habe ja schon so viele Bücher, wann werde ich das alles lesen, etcetera und dann habe ich auch vor einigen Jahren diese von “Tag zu Tag-Sendung” in “Österreich 1” gelesen wo eine Literaturgeschichte vorgestellt wurde, wo Peter Rosegger und Stefan Zweig aus dem österreichischen Janon hinaus und der Felderer hineingenommen wurde.

Nun das Stefan Zweig ein großartiger Dichter ist, wenn ich mich auch nicht unbedingt für seine Biografien erwärmen kann, hat sich inzwischen erwiesen, Peter Rosegger scheint jetzt zu folgen, denn da ja der 1843 geborene steirische heimatdichter, der wie Manfred Müller, der bekannte, ihn auch nicht sehr gelesen zu haben, einen Großteil seines Lebens in Graz verbrachte, nach Wien ist er offenbar nicht gekommen und nach London oder New York wahrscheinlich sowieso nicht, obwohl er, glaube ich, auch für den Nobepreis vorgeschlagen war, von den Nazis vereinnahmt wurde, 2018 seinen hundertsten todestag hatte, ist der leiter des Krieglacher Heimatmuseums oder der Rosegger-Stiftung zu Daniela Strigl gekommen und hat gesagt, wollen sie nicht einmal, weil sich sich ja vor kurzem mit der Ebner Eschenbach beschäftigt haben

Die hat geantwortet, allein traue ich mir das nicht zu und ist zu Karl Wagner gegangen, der offenbar über Rosegger dissertiert oder habilitiert hat und dann auf Verlagssuche, “Residenz” zuerst, weil er ja ein Zeitgenoose der Ebner Eschenbach war, die hatten offenbar auch ihre Vorurtele und wollten nicht, “Zsolnay” dann, die möglicherweise nicht so uninteressiert waren, aber da war das mit der Verlagsförderung noch nicht so geklärt, “Styria”, was mir ja nicht so unlogisch erscheint ist es dann geworden und aus der vierzigbändigen Werkausgabe die 1918 oder 16 herausgegeben wurde, sind vier Bände entstanden  “Waldheimat”, “Jakob der Letzte”, “Die Schriften des Waldschulmeisters” und “Erdsegen” und die beiden Herausgeber sprachen darüber heute in der “Gesellschaft”, die erstaunlicherweise sehr sehr voll war, Dine Petrik, Franz Blaha und noch viele mehr, habe ich gesehen, mit Manfred Müller über den großen steirischen Heimatdichters, dessen Werk wie Manfred Müller meinte verkannt sind, obwohl er ja früher sehr gelesen wurde, aber die Literaturwissenschaftler wohl, wie die Verlage und auch das Publkum immer noch die Nase rümpft oder, wie geschehen vor sich hinkicherte.

Es gab aber Leseproben aus jedem der Werke und Franz Blaha erzählte mir auch, daß er und seine Frau Rossegger Spezialisten wären und fast alles zu Hause hätten.

Damit kann ich nicht aufwarten, werde aber vermutlich in Zukunft genauer in den Schränken schauen und höchstwahrscheinlich weniger stehen lassen.

Wann ich das alles lesen werde, ist die Frage, aber spannend allemahl, wie sich der Kanongeschmack ändert kann. Peter Rossegger gehört ohne Zweifel hinein, obwohl ich den “Waldbauernbuben”, höchtwahscheinlich nicht in meinen Regalen suchen werde.

Ich habe aber in meinen Katalog nachgeschaut, ich besitze acht Rosegger-Bücher und da ist außer dem schon erwähnten “Heimgärtner-Tagebuch” und dem “Jakob”, auch noch die “Schriften des Waldschulmeisters”, das “Rosseger-Hausbuch” und der “Waldbauerbuch”. glaube ich. sogar zweimal vorhanden.

Franhz Blaha hat mir noch von einem Jesus-Roman namens “I.N.R.I” erzählt, der höchstwahrscheinlich vergriffen ist und nachher gab es Erfrischungen, wie es so schön im Programm steht. Also Wein und Knabbereien und ich habe mich lange mit Franz Blaha unterhalten, der mein Rosegger-Interesse wecken und meine Vorurteile ein wenig zum Verschwinden bringen konnte.

Mal sehen, wie es weitergeht, ich bin gespannt.

Drei Frauen lesen Andreas Tiefenbacher

Publikum

Publikum

Andreas TIEFENBACHER

Andreas TIEFENBACHER

Heute hätte ich eigentlich zu Ursula Krechel in die “Alte Schmiede” gehen wollen, da aber der Alfred am Montag Altersteilzeit hat und ich an seinen arbeitsfreien Tagen gerne etwas mit ihm unternehmen will, er aber nicht so gerne in die “Alte Schmiede” geht, habe ich ihn überredet mit ihm in den Republikanischen Club zu gehen da dort Judith Gruber- Rizy den oberösterreichischen Autor Andreas Tiefenbarer mit seinem “Möchtler” präsentierte und mit Gabriele Schmoll und Vera Albert, die ich von den KAV-Supervisionen kenne und die eine Zeitlang einen Verlag hatte aus den siebzig Teilstücken gelesen hat.

Eine “Frauen lesen Frauen Veranstaltung” wird es wohl nicht gewesen sein, da aber Judith Gruber-Rizy und Helmuth Rizy eine Reihe im Literaturhaus haben, wo am Mittwoch Christine Mack, Ines Oppitz und Herbert Christian Stöger vorgestellt werden, war das wohl eine Art Vorveranstaltung und ich habe den 1961 in Bad Ischl geborenen Andreas Tiefenbacher glaube ich schon einmal in der “Alten Schmiede” gehört und vor zwei Jahren seinen bei “Wortreich” erschienenen “Liebesdilettanten” gelesen, der wie Judith Gruber-Rizy, die Veranstalterin sagte, eine Art Fortsetzung seines 1995 erschienenen Debuts ist, der wie der anwesenden Autor später betonte, eigentlich kein Roman ist, sonder aus siebzig Notizen, beziehungsweise siebzig Plagen besteht und der “Möchtler” ist ein Jugendlicher, der stark an der Pollenallergie leidet, die damals in den sechziger und siebziger Jahren, wo er aufgewachsen ist, niemand erkannt hat und der auch immer unter seiner Schwäche litt, weil man im Salzkammergut, auch am Sonntag arbeiten, die Zimmer im Haus an die Fremden vermieten mußte und der kleine Hans wohl niemals so kräftig, wie sein Vater werden würde.

Er litt also unter den Sommer, wo er sich am liebsten in seinem Zimmer verkroch, während er im Winter aufblühte, dort am liebsten den ganzen Nachmittag im Freien und im Schnee verbrachte und sich auch gerne den Gletscher des Dachsteines ansah, wenn die Familie einen Sonntagsausflug machte und im Gasthaus zum Dachsteinblick einkehrte.

Gabriela SCHMOLL, Vera ALBERT, Judith GRUBER-RIZY

Gabriela SCHMOLL, Vera ALBERT, Judith GRUBER-RIZY

Der Autor erklärte dann einiges zu seinem Buch, das zwar der Verlag, aber nicht er selber, Roman nannte und meinte, daß, wie es erschienen ist, niemand erkannt hätte, daß es sich dabei, um einen parodistischen Antiheimatroman gehandelt hat. Da muß die Psychologin gestehen, daß sie das Ganze eigentlich  als eine sehr eindringliche autobiographisch Kindheitsschilderung gehalten hätte, was mir der Autor auf Nachfrage auch bestätigt hat.

Nachher gab es nicht nur Wein und die üblichen Knabbereien, sondern sogar belegte Weckerl und Kuchen, die offenbar von einem Buffet übergeblieben sind und Gespräche mit Vera Albert, Judith Gruber- Rizy, Elfriede Haslehner und einigen anderen. Bernhard Widder, Elfi Resch, Simon Kontas waren ebenfalls da.

Ich habe den “Möchtler” weil ich ja so wenige Bücher habe, jetzt auch auf meiner Leseliste und besonders erfreulich einen Termin für meine “Unsichtbare Frau” im Republikanischen Club am Dienstag den 14. Mai um 19 Uhr habe ich auch und lade jetzt schon alle daran interessierten sehr herzlich zur Lesung ein.

Fünfundachtzigster Slam-B

Wenn man Angst hat, daß die Jugend von heute ohne einem einzigen Buch bis zur Matura kommt und einen Hoffnungsschimmer haben will, dann muß man nur an die vielen Bloggerinnen und an diePoetry Slams denken, wo beim Slam B, den es, glaube ich, seit 2004 moderiert von Diana Köhle, ist sie mit dem Marukus verwandt, gibt, im Literaturhausprogramm steht, daß man rechtzeitig kommen soll, um einen Platz zu bekommen.

Ich war dann einmal nach sieben da, um acht hat es begonnen, alles war leer, aber gleichzeitig mit Mäntel, Jacken, Taschen belegt, so daß ich sehr verärgert auf der Seite und dann auch noch weit hinten gesessen bin und mir sehr alt vorgekommen bin, so daß ich mit einem nicht so guten Gefühl, die nächsten Slams versäumte, bis ich einmal im Literaturhaus war und mir eine alte Dame erklärte, daß das eigentlich nicht so sein sollte und seither bin ich wenn es am Freitag keine andere Alternative gab und ich in Wien war,mit einem Buch in der Handtasche hingegangen, bin schon vor sieben vor der Tür gestanden und habe dann auch immer einen Platz bekommen, so daß ich allmählich die Slamer kenne und wenn ich richtig informiert bin, unterscheidet sich der Slam B von den anderen, wo es eine Jury mit Jurykarten gibt, daß das Publikum durch Schreien, Pfeifen, Klatschen entscheiden muß und Diana Köhle entscheidet dann meiner Meinung nach nicht immer eindeutig und es gibt auch ein Stammslamertum.

“Ich habe keinen Slam, sondern einen Slamtext!”, hat Diana Köhle erklärt, man kann aber sagen, ich slame, denke ich und ich habe ja damals im Cafe Stein versucht mit meinen Erzählungen lesen zu dürfen, da hat “Droschl” ausgesucht und mich nicht genommen, heute bewerbe ich mich nicht mehr, obwohl im Literaturhaus jeder der zwei Texte hat, sich anmelden darf.

Sind es mehr als zwölf, entscheidet das Los. Heute waren es zehn und schon viele Stammslamer, zwei neue Kanditatinnen waren auch dabei und wenn man da ein paar kurze Gedichte liest, oder sich hinsetzt oder auf und ab geht, hat man schon verloren denke ich, weil es auf den Slam Rhtymus ankommt, aber interessant, daß mich heute Christian Schreibmüller auch ein Stammslamer und ein Senior dabei fragte, warum ich nicht slame, ich würde nicht gewinnen und habe auch nicht die entsprechende Texte, habe ich gesagt oder gedacht, obwohl so ganz stimmt das auch nicht, denn sie sagen ja immer jede Textart ist erlaubt und heute waren auch einige sehr erzählende dabei.

Also zehn Kanditaten, in einer drei, einer Vier- und einer Dreierrunde. Theresa Wagner, die,  glaube ich schon gehört habe, war die Erste, das heißt, stimmt nicht, die erste war das Opferlamm, die Siegerin vom vormal und die brachte einen Text, der eine Rezension auf einen sehr schlechten Fantasyroman namens “Bibel” war, den zu lesen sie abriet.

Theresa Wagner brachte einen sehr starken Text gegen die Gewalt, die die Frauen betrifft. Dann kamen, glaube ich, zwei Debutanntinen und in Runde zwei, den mir schon bekannten Bernie, der den inneren Schweinehund, den er, glaube ich, Jonny nannte, den ewigen Einflüsterer “Du kannst es nicht!”, den ich ja auch sehr gut kenne, besang.

Vorher war ein englischer Text, der glaube, ich die Liebe zwischen Männern oder andere Geschlechter thematisierte, dann kam noch ein Bekannter und eine Französin, die lange in Istanbul gelebt hat und einen schönen Text, der mit “Denke ich an Istanbul” vortrug.

Runde drei waren waren eine Frau, die ihren Namen verändert hat und jetzt glaube ich, “Fröhliche Elfe”auf irisch hieß, ein Slamer namens “Darling” und Christian Schreibmüller, der Seniorpartner, der gewonnen hat und im Finale mit Theresa Wagner, der Französin, die wieder einen Text über ihren Türkeiaufenthalt und das Zahlen lernen hatte, dann war noch ein Text über das Geschichtenerzählen dabei und Christian Schreibmüllers Text “Hast du Sperma in den Ihren fühlst du dich wie neu geboren” habe ich, glaube ich, schon gehört, obwohl Diana Köhle erklärte, daß man neue Texte vortagen sollte.

Gewonnen hat Theresa Wagner mit einem Text, der von Erich Fried “Ich ist was es ist, sagt die Liebe” inspiriert war und den Diätwahn und  andere Zwänge denen man unterliegt, aufzeigte.

Es gab dann wieder Küßchen, die Preisverteilung, ein “Falter-Abo”, ein Notzibuch und ein Schreibgterät waren dabei zu gewinnen und das Siegerfoto und ich denke, wenn um dreiviertel Sieben schon eine Runde Leute vor dem Literaturhaus stehen, dann ist die Literatur nicht verloren, auch wenn ich die Slams nicht gewinnen würde, finde ich diese Literaturform trotzdem spannend.

Oleg Jurjew und Olga Martynova

Der  1959 in Leningrad geborene Oleg Jurjew von dem ich es, als es die “Fix Poetry- Gewinnspiele” noch gegeben hat “Von Orten ein Poem” gewonnen,  ich von ihm auch einen Roman von ihm auf meinem Stapel habe und ich ihm auch einmal in der “Alten Schmiede” hörte,  ist am 5. Juli 2018 gestorben.

Er war mit der  1962 geborenen Olga Martynova verheiratet, die ich, glaube ich, durch ihren Roman “Sogar Papgeien überleben uns” 2010 auf der Longlist des dBp gestanden ist, ich habe sie dann in der “Alten Schmiede” gesehen, als dort die “Manuskripte” geifert wurden, dann hat sie in Klagenfurt gelesen und Michael Hammerschmid hat sie auch zu seinen Lyrik Festivals eingeladen. Eine  Lesung gab es in der “Alten Schmiede” zu ihrem dritten Roman auch und beim letzten “Schamrock-Festival” habe ich sie auch gehört und heute sozusagen eine Gedenklesung.

Zuerst wurde aber Olga  Martynovas Essayband “Über die Dummheit der Stunde” vorgestellt und von Daniel Terkl eingeleitet.

Darin gibt es, wie er erklärte, einige sehr erzählerische Texte, mit Gottfried Benn und seinen Gedichten fing es an und ging dann über das kollektive zum einsamen Denken und dann gab es ein Gespräch zwischen Olga Martynova, Daniel Terkl und Michael Hammerschmid, der zu Oleg Jurjew überleitete, von dem es inzwischen eine Poem-Reihe gibt und der dritte Band “Von Arten und Weisen” wurden dann von ihm vorgetragen und kommentiert und der ist sehr interessant beziehungsweise sehr erzählerisch oder sehr originell, “dicht am Absurden”, nannte es Michael Hammerschmid.

Es begann aber auch mit Orten, Leningrad war, glaube ich, der erste, der genannt wurde und zusätzlich wurde immer der Zeitpunkt des Schreibens angegeben, da verbindet ihn glaube ich mit Gerald Bisinger, der seine Gedichte auch oft: “Ich sitze im Zug, trinke Rotwein und denke an Karl August” begann, obwohl  da die Zeitangabe fehlt und Oleg Jurews Gedichte sind, zugegeben viel fantastischer, wurde da doch zum Beispiel ein Literaturpreis bedichtet, der nur an tote Dichter vergeben wird, Schiller hat ihn gewonnen und holt sich dann sein Preisgeld als Monument, mit dem Totenkopf in der Hand ab, dazu wird der Schlußakkord aus “Don Giovanni” gespielt.

Sehr absurd und auch sehr eindrucksvoll. Tauben, wie andere Tiere tauchen in den Poemen immer wieder auf und am Schluß gab es noch ein Video über eine Performance, die in Russland standfand, wo man Oleg Jurjew ein Gedicht lesen sieht.

Die “Alte Schmiede” war sehr voll, mit der dichterischen Prominenz des Landes, Thomas Stangl ist hinten gesessen und wurde von Olga Marytnova angesprochen, Peter Waterhouse neben und Richard Obermayr hinter mir, Christl Greller, deren neuen Gedichtband ich jetzt endlich lesen werde, Teresa Präauer, und und und

Es war ein interessanter Abend, weswegen ich die Donnerstagdemo versäumte, das politische Bewußtsein aber bleibt.

Literatur im MUSA zum letzten Mal?

Die Literatur im  MUSA, wo jeden ersten Mittwoch im Monat die Stipendiaten und Preisträger der Stadt Wien mit einer Lesung <prsentiert wurde, gibt es seit 2013, seit Julia Danielcyck Roul Blahacek als Kulturbeauftragte der Stadt Wien ablöste und ich war fast jedes Mal dort, weil es mich ja sehr interessiert, wer von der Stadt Wien gewürdigt wird und was der oder sie geschrieben hat?

Ab 2014 gab es dann die  Vergabe des “Veza Canetti-Preises”, eine Auszeichnung, da wird der Uli jetzt wieder laut aufschreien oder sprachlos verstummen, die ich ja eigentlich auch gern bekommen würde und dann habe ich erfahren, wer das Canetti Stipendium bekommt, habe Daniel Wisser den für mich sehr überraschenden österreichischen Buchpreisträger dort lesen gehört, Gabriele Petricek, die, glaube ich, auch dieses Stipendium bekam, fast jedes Mal im Publikum gesehen, mich mit dem Josef und der Angela dort getroffen und und……

Und als es im letzten Jahr wieder mit der Vergabe des “Veza Canetti-Preises” an an Petra Ganglbauer losging, habe ich mit Überraschung festgestellt, daß es erst wieder im Dezember und im Jänner Veranstaltungen gegeben hat, wo die “Preisträger der Stadt Wien” vorgestellt wurden.

Das waren Ines Blauensteiner und Christoph Ransmayer im Dezmber und heute  Murray G. Hall, der den “Preis für Kulturpublizistik” bekommen hat und Mascha Dabic, die mit ihren “Reibungsverlusten” 2017 auf der “Debutpreisliste” gestanden hat und 2018 den Förderpreis der Stadt Wien bekommen hat.

Sie hat auch heute wieder ein Stück aus diesem Buch gelesen, die Szene wo die Nora bei der Frau Roswitha dolmetscht, als die Tschetschenin Malika, die in ihrer Heimat vergewaltigt wurde, ihre Psychotherpaiestunde hat und der 1947 in Winnipeg geborene Murray G. Hall hat einen Vortrag über Hugo Bettauer, seine Skandalromane, die”Freudlose Gasse” und das “Entfesselte Wien” gehalten und ist dann auch sehr genau auf seine erotischen Zeitschriften eingegangen, die in den neunzehnhundertzwanziger Jahren Wien offenbar sehr erregte.

Interessant war für mich auch, daß der Preisträger fast nebenbei eingeworfen hat, die “Josephine Mutzenbacher” wäre nicht von Felix Salten, sondern von einem Ernst Klein geschrieben worden, was ich  im Netz nicht bestätigt gefunden habe und im Anschluß an das Referat verkündete Julia Danielczyk dann, daß das MUSA, beziehungsweise die Literatur, die dort präsentiert wird, in Pause gehen würde und die weitere Zukunft dieser für mich sehr wichtigen Veranstaltungsreihe offenbar überhaupt ungewiß sei, weil das MUSA ja jetzt seit einiger Zeit zum “Wien-Museum” gehört.

Schade, schade, habe ich bei Wein und Brot gedacht, wäre wirklich schade, aber der “Veza Canetti-Preis” wird, wie mir Ines Varga, die immer so freundlich den Wein ausschenkte, versicherte weitergehen, da hätte ich noch eine Chance, wenn mich jemand vorschlagen würde, habe aber erst heute wieder, was mich sehr getroffen hat, gehört, daß es mit selbstgemachten Büchern immer noch sehr schwer ist, irgendwo zu lesen, denn “Eigenverlag, nein, den wollen wir ja nicht!”