Werkstattgespräch in der AS und Bekanntgabe der heurigen Bachmannleser

Heute gab es in der “Alten Schmiede” in der ich nun schon länger nicht mehr war, die Vorstellung von zwei unveröffentlichten Texte, die von Daniel Terkl moderiert und vorgestellt wurden.

Und zwar stellte Stephan Eibel Erzberg, der mir ja manchmal liebe Mails schickt und mir einen sehr euphorischen Beschreibungstext für das “Literaturgeflǘster-Texte-Buch” schrieb, seine noch nicht erschienenes Manuskript über eine Arbeitersiedlung am Erzberg in den Siebzigerjahren vor.

“Ehern” heißt der Text und die Stellen, die der 1953 in Eisenerz Geborene las, drehen sich um das Weihnachtsfest und um die Kinder, die in dieser Siedlung lebten und obwohl Stephan Eibel Erzberg in den Neunzehnsiebzigerjahren kein Kind mehr war, vermute ich stark, daß es sich, um seine Jugenderinnerungen dabei handelt.

Der kleine Elisas geht mit seinem Vater in den Wald, um einen Christbaum zu suchen und der erzählt ihm, daß das Christkind am Tag unsichtbar und im Wohnzimmer bleibt das Fenster offen, damit es hineinfliegen kann. Die Kinder gehen Schlittenfahren. Elias geht nicht mit, weil er von den größeren Buben nicht hören will, daß es das Christkind nicht gibt und weil Bananen am Gabentisch liegen, ist er sich ganz sicher, daß doch eines existiert, weil Banananen waren in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren im örtlichen Konsum nicht zu kaufen.

Im anschließenden Gespräch verlautete Stephan Eibel Erzberg, daß es schon in den goldenen Siebzigerjahren, wie man sie heute nennt, mit einer absoluten SPÖ-Regierung erste Anzeichen von heute, Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, etcetera gegeben hat.

für mich waren diese Jahre, wo ich Psychologie studierte, trotzdem die besten meines Lebens und Stephan Eibel Erzberg, der eigentlich nur Eibel heißt, hat das Erzberg seinem Namen angehängt um zu zeigen woher er, der sehr früh nach Linz und später nach wien gegangen ist, kommt.

Eine Zeitlang wollte er sich auch Abenteuer Erzberg nennen. Das schien ihm aber zu lang, während der zweite Leser der Runde, den ich wegen seiner Namenskürze fast übersah, nur seine Initialen G.G.H publiziert. Er wurde 1961 in Stuttgart geboren, studierte Kunstgeschichte und heißt wahrscheinlich Georg G. Holländer, ob ich das richtig geschrieben habe, weiß ich jetzt nicht, wie aus dem Gespräch deutlich wurde und seine unveröffentliche Novelle “Totentanz” handelt von einem hundertjährigen Mann der nach Basel fährt, um  seine Verlassenschaft zu ordnen und dort kommt er mit zwei jüngeren Menschen, darunter mit einem Mädchen namens Lara in Berührung.

Zuerst las G.G. H aber ein Gedicht passend zu Stephan Eibel Erzbergs Textpassage, das vom Winter handelt und am Schluß fofrderte Daniel Terkl seine Gäste auf noch ein Gedicht zu lesen. Je drei sind es dann geworden und am Vormittag wurde die heurige Bachmannpreisleserunde bekanntgebeben von der ich gleich verlauten kann, daß da nur eine Österreicherin dabei ist, nämlich Raphaela Edelbauer, die den Rausiser Preis gewonnen hat und die ich auf der letzten “Buch Wien” hörte, sowie Tanja Maljartschuk, die ich schon auf einigen Lesungen hörte und auch schon was von ihr gelesen habe und von den deutschen Autoren kenne ich Jakob Nolte, da habe ich gerade die “Schrecklichen Gewalten”, das auf der letzten dBp- Longlist stand gelesen und bin also sehrgespannt, wer es heuer werden wird.

Aber vorher gibt es ja noch ein Jubiläum zu feiern und da wird man wahrscheinlich, kann ich schon verraten ein paar der “Literaturgeflüster-Bücher”, die zum fünften Jahrestag erschienen sind, gewinnen, wo man sich dann Stephan Eibel Erzbergs euphorische Beschreibung anschauen kann.

Zwei neue Kriegsbücher

Über den Worl War II, seinen Anfang und seine Auswirkungen habe und werde ich letzter Zeit ja einiges gelesen und heute hatte ich, da es sich mit meinen Stunden gerade ausgegangen ist, Frau Elisabeth  wird mich wieder rügen, weil zehn Minuten zu spät in der “Gesellschaft für Literatur”, die Qual der Wahl.

Island Poesie in der “Alten Schmiede”, ein “Exil-Literaturabend” im Literaturhaus, zu denen ich ja regelmäßig gehe und Dine Petrik und Ditha Brickwell in der “Gesellschaft” und die erstere hat mich ja zu ihren Veranstaltungen eingeladen, als ich sie das letzte Mal in der Herrengasse traf.

Trotzdem hätte ich eher zum Literaturhaus datiert, aber das Monatsende zahlt, ich muß die Betriebskosten für Juni zahlen und da ich am Freitg wahrscheinlich nicht aus dem Haus komme und es ja auf dem Weg zum Literaturhaus keine Bank Austria mehr gibt, auf den zur “Gesellschaft”, in die “AS” wäre ich zu spät gekommen und wollte eigentlich auch nicht hin, aber schon, war die Qual der Wahl entschieden und Manfred Müller leitete die Veranstaltung ein, daß beide Bücher der 1941 sowie 1942 geborenen Autorinnen vom Krieg handeln würden.

Dine Petrik, die 1942 im Burgenland geborene, die sich mit Hertha Kräftner beschäftigte und schon sehr viele Bücher, Lyrik, Prosa, Reiseberichte geschrieben hat, saß schon am Leseplt und ihr Buch ist, obwohl Manfred Müller es in seiner Einleitung nicht erwähnte, stark autobiografisch, obwohl man das, wie er später sagte, gar nicht merkt “Stahlrosen zur Nacht. Stophen eines Romans”, heißt das Buch sehr poetisch, bei “Flucht in die Nacht” war ich bei der Präsentation in der “Alten Schmiede”.

Worüber dieses Buches handelt weiß ich gar nicht mehr genau, vielleicht hat es ein ähnliches Thema, denn Dine Petrik hadert, glaube ich, sehr mit ihrem Schicksal, als eine Nachhzüglerin im Krieg geboren zu sein, der Vater und die Brüder waren eingezogen, die Mutter offenbar sehr streng und dieser Roman erzählt das Warten der Tochter auf den Vater und die Enttäuschung zu erkennen, daß er gar nicht der glorrreiche Held sondern ein Nazi war.

Im anschließenden Gespräche betonte Dine Petrik, wie schwer es ist, die Autobiografie auf das Papier zu bringen, daß das meistens gar nicht gelingt und, daß am Ende das, was dabei herausgekommen ist, Fiktion ist und vieles von dem, was sie erzählen wollte, noch nicht gesagt.

Ditha Brickwell, die 1941 in Wien geborene, die inzwischen in Berlin lebt, die ich meistens bei den GAV-GV sehe und die mich einmal zu ihrer Veranstaltungsreihe einladen wollte und das dann doch nicht tat, obwohl wir uns schon diesbezüglich im Cafe Hummel getroffen haben, hat für ihr neues Buch auch das Kriegsthema gewählt und ein bißchen ist auch dieses Buch “Fedjas Flucht”, das vom slowenischen Bürgerkrieg, der zwischen 1943 und 1945 stattfand, handelt, autobiografisch, zumindest hat Ditha Brickwell einen Teil der Geschichte, wie sie sagte, in eben diesem Cafe Hummel, offenbar ihrem Wiener Stammlokal, erzählt bekommen.

Es geht um drei Brüder, beziehungsweise drei Buben, die 1943 “herumballern” und dabei offenbar die Nazis auf die Spur nach Lubijana bringen und dann sollen die Soldaten denPartisanen übergeben werden. Die Mutter holt aber ihre Söhne vom Zug heraus und der kleine Fedja, der jüngste, ist es, der diese Geschichte erzählt, beziehungsweise Ditha Brickwell seine Stimme dazu lieh.

Eigentlich ist das Buch ein großes Plädoyer gegen den Krieg und Ditha Brickwell hat, wie sie sagte, zehn oder zwölf Jahre daran geschrieben.

Manfred Müller forderte wieder zum Kaufen und zum Weiterlesen auf. Aber auf mich warten nach Ruth Cerha und Mareike Fallwickl, endlich endlich habe ich das Buch bekommen, mal sehen, ob es mir auch so gut, wie die den anderen Bloggern gefällt, noch “Wien 1938” der dicken Schinken über den Anschluß an das Nazi Deutschland, so daß ich das wohl auslassen werde, denn man kann ja nicht alles lesen, obwohl das Frau Elisabeth wahrscheinlich nicht gefällt.

Doppelzüngige Kremser Pointen

InKrems gibt es nicht nur das NÖ-Literaturhaus  in Stein, wo ein Teil der “Literatur und Wein” stattfindet und die Kunstmeile mit der Minoritenkirche, wo eine zeitlang der “Kramer-Preis” vergeben wurde, es gibt auch die Galerie “Kultur Mitte” in der oberen Landstraße, wo ich höchstwahrscheinlich durch die Ruth hingekommen bin.

Jedenfalls hat sie dort eines ihrer Bücher vorgestellt, mit dem Robert Reisetexte gelesen und auch einmal eine Freundin hingebracht, die über die Mutter von Liszt referierte. Das letzte Mal war ich, glaube ich, anläßlich der Ausstellung zu “April in Stein” dort, bekomme aber regelmäßig die Einladungen, die gleich in Doppelpack zu mir kommen und und in zwei Wochen stellt die Ruth dort ihr neues Buch vor, da ist aber der Alfred in Amerika und ich in Wien beim “Augustin-Grillfest” höchstwahrscheinlich.

Aber heuer sind wir wieder mal am Freitag nach Harland gefahren, weil der Alfred vorher eine Vorlesung hatte und da habe ich eine Einladung zu einer Ausstellungseröffnung, kombiniert mit einer Buchpräsentation gekommen und weil ich ja in einem gewissen Rahmen sehr neugierig bin, habe ich dem Alfred vorgeschlagen,  hinzufahren und meine letzte Stunde so gestaltet, daß ich um fünf fertig war.

Denn der ehemalige Schuldirektor WilhelmMaria Lipp, 1955 in St. Pölten geboren, hat seinen ersten Gedichtband mit humoristischen Versen herausgegeben und das mit den Illustrationen des  1947 in Krems geborenen Zeichners Leo Leitner, der schon  2002 an Krebs verstorben ist, verbundern und da dessen Kinder jetzt einen Leo Leitner Förderverein gegründet und ein Werkverzeichnis herausgegeben haben oder werden, wurden seine Werke heute in der Galerie Wien Mitte präsentiert und die war sehr voll mit der Kremser Society.

Der Bürgermeister, der einmal Leo Leitners Arzt war, sowie die Tochter des Zeichners hielten einleitende Worte, Franz Kral der Galerie- Obmann, erzählte seine Schmankelrn zu dem Kremser Original, wie er ihn vorstellte und der Autor gab aus den vier Abteilungen seines Bandes jeweils Kostproben zum besten, die wie er es selbst bezeichnete, irgendwo zwischen Wilhelm Busch und Eugen Roth angesiedelt sind.

Also nicht unbedingt mein Literaturgechmack, aber ich schaue ja, wie ich immer schreibe, gerne über den Tellerrand. So hatte ich kein Problem damit und die Zeichnungen haben mir zum Teil auch sehr gut gefallen.

Es gab anschließend von der Tochter gestiftet, ein buffet mit großen Schinken und Bratenplatten, während es sonst ja eher Brötchen gibt und der Wein zur Selbstbezahlung ist. Diesmal war sogar ein Faß Bier aufgestellt, aber das ist nichts für mich, da ich mich ja fast auschließlich an Rotwein halte und während ich meine Bratenbrötchen gegessen habe, ist mir die KritLit und die Buchpräsenation von Robert Streibel zur Louis Mahrers “Bora” eingefallen und ich dachte, ich könnte  Franz Kral nach ihm fragen, denn der war oder ist ja  kommunistischer Gemeinderat und Louis Mahrer war Kommunst und als ich diese Namen aussprach, wurde mir gleich sein Sohn Wolfgang gezeigt, der mir sehr viel und freundlich von seinem Vater erzählte und als ich dann wieder zu meinem Platz gegangen bin, um meine Brötchen weiterzuessen, habe ich entdeckt, daß hinter mir ein Plakat hing, das auf die Buchpräsentation und Ausstellungseröffung zu Louis Mahrers “Bora” hinweis, die im April 2017 stattfand.

Da habe ich sicher auch die Einladung bekommen, aber nicht weiter beachtet. Man sieht die Stadt Krems ist eine kulturelles Fundgrube und wenn man aufmerksam genug ist, bekommt man auch die weniger bekannten Strömungen mit.

Zu Ruths Lesung werde ich wie schon erwähnt nichtbesuchen, bin aber gespannt, ob sie auch die Kremser  kulturelle Elite anzieht, aber wahrscheinlich muß sie da ihre Freunde mitbringen und ich habe ich Buch auch schon gelesen.

Haut, ein Stück

Oder ein Stück Haut oder eine trans-poetik-performance, die Marion Steinfellner, Herbert J. Wimmer und der experimentelle Musiker Michael Fischer nun schon zum fünften Mal im Literaturhaus aufführen.

Nach Wasser, Lich, Wald, Salz, war jetzt die Haut ein lebenswichtiges Element, wie Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erklärte, an der Reihe und die Sessel waren wieder an den Rand gestellt.

Herbert J. Wimmer und Marion Steinfellner in schwarz und die Performance wird offenbar immer professioneller, so lagen diesmal kleine rote Einladungskarten auf, so daß ich die Textschnipsel von da hoffentlich fehlerfrei übernehmen kann:

“haut ist eine tanzkonstante

haut ist eine augenblicksschlange

ein lippenhautkörper

ein lippenkörper

 

wo und wie stark: spüren

wo und wie stark: mitteilen

 

schlangenkörperhaut

ich bin ein augenblick

klangsamtschlängelnd

ich ist ein augeblick

 

my skin is your blanket

your skin is my blanket”

Aneinandergeschmiegt Körper an Körper, stehend oder sitzend mit ausgestreckten Beinen wurden diese Textpassagen und auch andere, obwohl es diesmal, glaube ich, etwas weniger Textlastig, als früher war, performiert.

Dann kam, das war, glaube ich, auch eher neu eine länger Tanzeinlage von Herbert J. Wimmer bevor sich Marion Steinfellner ihrer Hose und ihres Oberteils entledigte und sich von Herbert J. Wimmer mit Packpapier einhüllen und zukleben ließ.

Eine wilde Tanzperfomance, der Buthotänzerin folgte, die schon vorher das Publikum in Deutsch und Englisch zum Mittanzen aufgefordert hat.

Drei Stücke wurden diesbezüglich ausgewählt und wenn ich mich nicht irre, war die Tanzbeigeisterung diesmal etwas verhaltener als im letzten Jjahr und nachher standen alle rauchend auf der Straße, wenn man sich nicht am Büchertisch die Wimmer Bücher anschaute, sich die “Kolik“kaufte in der die Texte der letzten vier Performances enthalten sind, die sicher eine spannende experimentelle Literaturvariante sind, beziehungsweise sich die Ausstellung von Alfred Goubran und dem Fotografen Gerhard Maurer “WO ICH WOHNE BIST DU NIEMAND”, die es im Literaturhaus derzeit gibt, anschaute und vorher war ich noch, damit ich es nicht vergesse, bei meinem zwei Personen Workshop in der Spengergasse und da sind wir mit dem George Orwell, bis zur Seite sieben gekommen, um alle im englischen Original enthaltennen Metaphern und poetischen Vergleiche aufzuspüren.

Elfter literarischer Lenz mit slowenischer Literatur

Den literarischen Lenz im Centrope, die Maiveranstaltung, die Stephan Teichgräber zur Literatur Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und Österreichs organisiert, gibt es nun schon zum elften Mal.

Ich war leider nur einmal vor drei Jahren dort. Vorher ist die Veranstaltung irgendwie an mir vorbei gegangen, obwohl ich Stephan Teichgräber schon seit der Zeit kenne, als er die Veranstaltungen der Szene Margareten organisierte und mich dazu eingeladen hat.

Vor zwei Jahren waren wir wohl in Kroatien und im Vorjahr ist der Alfred gerade aus Amerika zurückgekommen oder dorthin gefahren. Da habe ich aber das Centrop Workshop besucht und mit Stephan Teichgräber und Jakob Eder sozusagen ein Semester lang die dort vorgestellte Literatur diskutiert.

Jetzt gibt es den Utopie-Workshop und im vorigen Semester den zur Partisanenliteratur, dafür geht es sich diesmal aber wieder aus, das Theaterbrett in der Münzwardeingasse zu besuchen. Da heißt, ich habe mir das so organisert, daß wir erst Samstagfrüh nach Harland fahren, denn da ist ja Pfingsten und da will ich gerne wiedermal zum Pfingstmarkt nach Nussdorf an der Traisen.

Stephan Teichgräber ist ja wirklich ein unermüdliches Original und es verdient ihm großer Dank, daß er in der Dokumentationsstelle in der Spengergasse Vorträge und Wirkshops organiert, auch wenn da nur ein oder zwei Leute hinkommen und das kleine, aber feine Festival in der Münzwardeingasse, wo man ein paar bekannte Österreicher und dann meist für mich unbekannte Tschechen, Slowaken oder Ungarn in der Originalsprache und der Übersetzung hören kann.

So war es auch heuer. Es begann Anna Weidenholzer mit ihren “Herren, die die Seesterne” tragen, ein Buch, das ich ja schon gelsen habe und Anna Wiedenholzer, glaube ich, daraus auch einmal in Göttweig lesen hörte und das ist ja interessant, denn das “Literatur und Wein Festival” ist ja immer bummvoll und sauerteuer ist es auch. Während das kleine tschechische Theater meist ziemlich leer ist, es aber eine interessante Literatur dort zu hören gibt und meist ziemlich übersehen wird.

Stephan Teichgräber führte mit der Autorin ein Gespräch und fragte sie und das war für mich, die mittlerweile einzige Utopie-Workshopteilnehmerin, interessant, ob ihr Roman utopisch ist, weil ja der Karl seine Interviepartner die er zum Thema Glück befragt, M1-.. bzw. F2-… nennt und erwähnte, daß ja Jewegnij Samjatin in “Wir” seinen Personen auch Namen und Buchstaben gibt. Ich weiß nicht, ob Anna Weidenholzer, die Anspielung verstanden hat? Sie hat jedenfalls eifrig genickt. Dann kam der 1978 in Bratislava geborene Ondrej  Stefanik, der so, wie der tscheoslowakische Staatsgründer heißt und der las aus seinem Roman “Ich bin Paula” für den er, glaube ich, einen Buchpreis gewonnen hat, auf Tschechisch, während die deutschen Übersetzungen von Studenten einer Schauspielschule gelesen wurde.

Dann wurde es Ungarisch und Zoltan Lesi, der seit sieben Jahren in Wien lebt, habe ich, glaube ich, schon im Literaturhaus gehört. Der hatte einen Gedichtzyklus, der sich mit transgender Sportlern die in der Olympiade 1936 in Berlin aufgetreten oder nicht aufgetreten sind, beschäftigte. Das gab eine interessante Dikussion und Vratislav Manacks Text, der 1988 in Westböhmen geboren wurde, wurde nicht nur ins Deutsche sondern auch ins Ungarische übersetzt und am Schluß wurde es wieder österreichisch und bekannt, denn Franzobels “Floß der Medusa” mit dem er den bayrischen Literaturpreis gewonnen und auf der Shortlist des dBps gestanden ist, habe ich ja nicht nur bei den O-Tönen gehört sondern vor zwei Jahren in der “Alten Schmiede” auch in einer Vorschau, als das Buch noch nicht erschienen war.

Dann gabs wieder Brötchen und Gelegenheit zu Gesprächen in verschiedenen Sprachen, wie im Programm angekündigt war und am Freitag ging es am Nachmittag mit einem Vortrag zur slowenischen Literatur im “Doml” weiter, obwohl die eigentlich nicht zum “Centrope” gehört, Ivan Cankar aber, der große slowenische Dichter einige Zeit in Wien gelebt hat, so daß es für Stephan Teichgräber in Ordnung war Jana Vollmaier Lubej, die derzeit in Wien eine Gastprofessur hat, einzuladen, um über die “Multikultalität, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kontakte bei der modernen slowenischen Literatur zu sprechen. Ich war die einzige Zuhörerin und habe so wieder ein Privatissimum über die bedeutensten slowenischen Schriftsteller bekommen, die ja auch öfter in der “Alten Schmiede”, im Literaturhaus oder bei der “Buch-Wien” zu hören sind.

So habe ich Drago Jancar schon öfter in der “Alten Schmiede” gehört, von Boris Pahor die “Villa am See” gelesen und von Lojze Kovacic, das waren die Beispiele die Jana Vollmaier Lubej brachte, habe ich auch schon einiges in meinen Regalen. Sie erwähnte dann noch einen jungen, 1980 geborenen Dichter Goran Vojnovic, dessen Roman “Vaters Land” bei “Folio” erschienen ist und Gabriela Babnik, die, glaube ich, noch nicht auf Deutsch übersetzt wurde, sich aber in ihrem Werk viel mit Akfrika beschäftigt und auch einige Zeit dort gelebt hat.

Dann hatte ich noch eine Stunde, bevor es wieder in die Münzwardeingasse ging und hier eröffnete Mechthild Podzeit-Lütjen mit der ich eine Zeitlang in der “Frauen lesen Frauengruppe” des ersten Wiener Lesetheaters war, die sich inzwischen  Jonke nennt oder nannte. Sie stellte den Band “welch eine liebe der geheime grund”, vor, der, glaube ich, vor zwei Jahren erschienen ist, aber Gedichte enthielt, die ich noch von derZeit kannte, wo wir gemeinsam gelesen habe und las dann eine sehr poetische Geschichte, die von Blutrache und einem Mann, der seine Familie bei einem Flugzeugabsturz verlor, handelte.

Poetisch ist es dann auch geblieben, denn die 1947 slowakische Schauspielerin und Autorin Zusanna Ciganova beschäftige sich in ihrem Buch “Aksal oder Ebeil” mit der Liebe, während die 1968 geborene Ungarin Virag Erdös sehr schöne und auch sehr politische Gedichte vortrug, Balladen, die auch vertont sind, die ungefähr so klingen:

“He sagt schon ihr Klugscheißer, wie soll es sein, wen schmeißen wir raus, wen lassen wir rein?”, die sich, wie im Gespräch deutlich wurde, auch an Demostrationen in Budapest beteiligt oder solche organisiert.

Reinhard Kaiser-Mühleckers “Fremde Seele dunkler Wald” habe ich auch schon gelesen, weil es ja 2016 auf beiden Buchlisten stand und es bei der deutschen soar auf sie Shortlist schaffte und der wie Stephan Teichgräber zitierte von Peter Handke aos zwischen “Stifter und Hamsum” bezeichnet wurde. ich habe von ihm schon zwei andere Bücher gelesen und war auch auf mehreren  Lesungen und am Schluß wurde es audiovisuell, es ging nämlich um einen Comic des 1984 geborenen und in Prag lebenden Marek Sindelka “Heilige Barbbara”, wo es um Verwandlungen, Mißhandlungen, eine Sekte und Journalisten, die die Sache aufklären wollen, geht.

Sehr sehr spannend der elfte literarische Lenz mit sehr unterschiedlichen Texten jüngerer und auch älterer Autoren, die wahrscheinlich einen guten Einblick der mitteleuropäischen Gegenwartsliteratur gibt, so daß man sich, wie Stephan Teichgräber in seinem Schlußwort erwähnte, schon auf das nächste Festival freuen kann.

Wien 1938

2018 ist ja ein Gedenkjahr in jeder Hinsicht und zum Gedenken des März 1938, achtzig Jahre Anschluß, gibt es ja in der Wien Bibliothek eine große Ausstellung mit einem großen Begleitprogramm und im Zuge dessen wurde heute Manfred Flügges “Stadt ohne Seele -Wien 1938” vorgestellt.

Wegen meiner achtzehn Uhr Stunde, bin ich wieder zu spät gekommen. Es war aber glücklicherweise genug Platz. Suzie Wong hat gerade eröffnet und, daß die Herren am Podium andere waren, als im Programm angekündigt, habe ich erst nach und nach mitbekommen.

Denn der Autor des Buches, der 1946 geborene Manfred Flügge, der 1992 beim Bachmannpreis gelesen hat, war erkrankt und es war  offenbar der Historiker Gerhard Botz da, der mit dem Moderator ein Gespräch führte, während der dritte Herr ein Schauspieler war, der aus dem Buch las und die Frage an den Historiker, der ja auch ein Buch zu diesem Thema “Wien im “Nationalsohzialsmjus” geschrieben hat, das zu der Zeit in der “Wien Bibliothek” vorgestellt wurde, als ich in Würzburg, Essen oder Leipzig war, war, wie weit sich ein Zeitroman über den Nationalsozialmus, denn das Buch wurde als solcher betitelt, von einer historischen Studie zu dieser Zeit unterscheidet.

Und das ist ja eine Frage, die mich, die ich in letzter Zeit einige fiktive Biografien lese und jetzt gerade mit einer über Karl Marx, der vor kurzem zweihundert wurde, beschftigt bin, auch sehr interessiert.

Der Historiker hat naturgemäß einiges an der narrativen Erzählweise auszusetzen und hätte gerneä wie er sagte, mit dem Autor selber diskutiert.Er brachte auch einige Fakten, die mit meinem Wissen beziehungsweise dem was der Autor geschrieben hatte, nicht übereinstimmte.

So ging es um die Opferrolle. Österreich das erste Opfer oder in der Täterrolle, der Novemberprogrom ist ja in Österreich offenbar viel brutaler, als sonstwo im Reich ausgefallen und die Frage wurde auch erläutert, ob der Einmarsch der deutschen nur ein Scheinangriff war, der leicht überwältigt werden hätte können, wie der Autor offenbar behauptete, Gerhard Botz aber widerlegte.

Einige Stellen wurden vorgelesen und das Buch blättert den März 1938 offenbar an einigen exemplarischen Beispielen auf. So wurde eine Fluchtgeschichte von einem Buchhändler vorgelesen und die sehr spekulatäre Flucht von Sigmund Freud erwähnt. Egon Fridell hat sich aus dem Fenster gestürzt und vorher noch “Zurücktreten bitte!”, gerufen, die Frage weiviel Selbstmorde es am zwölften März und kurz darauf gegeben hat, wurde diskutiert.

Ich weiß von einigen, die danach ins Rothschild Spital eingeliefert und vom jungen Viktor Frankl, der das, als seine Pflicht ersah, gerettet wurden, das steht in einem Buch, das ich mir von einigen Jahren schenken ließ und der Tenor des Buches ist offenbar, daß das  Verschwinden der vielen Intellektuellen und Künstler, der Stadt an der Donau, die Seele geraubt hat.

Die Ankunft Adolf Hitlers und seine Rede vomHotel Imperial bez. dem Heldenplatz wurde erwähnt und der hat da ja, glaube ich, gesagt, das weiß ich noch von meiner Mutter, “daß Wien eine Perle sei, der er die richtige Fassung geben würde” und in Harland liegt ein Bildband, ich glaube von 1946 oder 47, der dann das Resultat dieser Fassung, nämlich das zerstörte Wien, zeigt.

Jetzt ist es aber um den Anschluß gegeangen und ein Original O-Tonzital von Manfred Flügge, das in Ö1 gesendet wurde, wurde auch gespielt. Dann gab es Brot und Wein. Ich habe mich mit dem Chemiker Manfred unterhalten und bin jetzt gespannt, ob das Buch, das bei “Aufbau” erschienen ist, zu mir kommen wird und, als ich beim Nachhause gehen in die Buchhandlung Jeller hineingesehen habe, habe ich gesehen, daß “Wagenbach” Vicki Baum “Hotel Berlin”, das ja in Berlin in oder nach dem Nationalsozialismus spielt, wiederaufgelegt wurde und das finde ich sehr interessant, weil ich mich  vor kurzem im Literaturhaus über Vicki Baum und diesen Roman, den ich sehr gerne lesen würde unterhalten habe und da die Auskunft bekommen habe, daß es nur mehr sehr wenige in Antiquariaten erhältliche Exemplare geben würde.

Drei neue Bücher aus dem Wortreich-Verlag

Karoline Cvancara, Volker Kaminski, Valeska Réon, Judith Gruber-Rizy

Karoline Cvancara, Volker Kaminski, Valeska Réon, Judith Gruber-Rizy

Vor ein paar Jahren habe ich ein Mail von einem österreichischen Verlag bekommen, der mir mitteilte, daß er sich bald gründen will und mich eingeladen ihn in Frankfurt zu treffen. Aber dort komme ich ja nicht hin, also habe ich zurückgeschrieben, daß ich an den Büchern interessiert bin, außer einer freundlichen Antwort nie mehr etwas davon gehört und darauf vergessen.

Der “Worttreich-Verlag” hat sich dann vor drei Jahren gegründet. Judith Gruber-Rizy, die eines ihrer Bücher dort verlegte, hat mich zu der Präsentation ins “Thalia” eingeladen, Hermann Knapp, den ich einmal mit in die GAV-aufgenommen habe, war der zweite Autor, dessen Buch ich mir inzwischen bei einem “Morawa-Abverkauf” gekauft habe und ein anderes Buch habe ich an einem Indie-Book-Day gewonnen.

Vor einem Jahr habe ich dann Karoline Cvancara, die Verlegerin, die auch Autorin ist, in Leipzig auf ihren Stand angesprochen, ob ihr Verlag das war?

Sie wußte es, glaube ich, auch nicht genau, hat mir aber drei Bücher gegeben und heuer eines, denn Judith Gruber- Rizys neues Buch “Eines Tages verschwand Carola” war noch nicht fertig. Jetzt ist es es und wurde zusammen mit zwei anderen Neuerscheinungen in der Buchhandlung Kuppitsch vorgestellt und die war sehr voll.

Viele Bekannte Gesichter, Angela und  Josef, Elfriede Haslehner und Franz, die Erika Kronabitter die ja auch Verlagsautorin ist, Vera Albert hat mir zugewinkt, Hans Jörg Liebscher, Susanne Schneider und und und……

Eine Band namens S.O.D.A gab es auch und der Buchhändler, der eröffnete erklärte, daß noch nie so viele Leute auf einmal bei ihm aufgetreten wären.

Ich gehe ja manchmal in die Buchhandlung Kuppitsch lesen oder Bücher schauen und habe muß ich gestehen dort den gesamten “Der Fuchs und Dr. Shimamura “ während meines Buchpreislesens 2015 ausgelesen und bei einer Buchpräsentation von Susanne Ayoub war ich einmal auch und ich gehe, auch manchmal dort aufs Klo, das, wie ich heute entdeckte eine tolle Aufschrift hat oder hole mir Verlagsprospekte und nein “Amazon-Kundin” bin ich nicht, obwohl ich ihm entgegenhalten muß, daß er den Selbstpublishern Tor und Tür geöffnet hat, verlege ich trotzdem dort nicht und stelle meine Sachen dort auch nicht als E-Book ein.

Es war also sehr voll und die Verlegerin stellte kurz die Autoren und ihre Bücher vor, zwei Deutsche und eine Österreichicherin und zwei davon sind schon Wiederholungstäter und obwohl die Genres sehr verschieden sind, waren die Inhalte, glaube ich, gar nicht so unähnlich und eine Rosa als Ich- Erzählerin gibt es bei Judith Gruber-Rizy wieder auch. Das ist ja ihr Markenzeichen und die Frage, die man bei einem Literaturquizz stellen könnte, ansonsten ist in ihrem neuen Buch eine Frau namens Carola verschwunden, während bei Volker Kaminski eine Mutter stirbt und ein Sohn erkennen muß, daß er einen anderen Vater hat “Auf Probe” heißt das Buch und Valeska Reon, die mit einer Co-Lesererinauftrat, ist von Beruf Lektorin und hat in ihrem Krimi oder Thriller eine solche zu ihrer Heldin gemacht. Die wurde einmal als Schülerin von einem Mitschüler vergewaltigt und mißhandelt. Jetzt ist der ein berühmter Krimiautor geworden und sie seine Lektorin, was sie wegen seinem Pseudonyms nicht gleich erkennt, als sie das aber tut, beschließt sie sich zu rächen, zuerst will sie ihn ermorden. Dann fällt ihr aber etwas ein, was noch viel viel schlimmer ist, also sehr interessant und die gewiefte Autorin schloß ihre Lesung auch mit einem Cliffhanger.

Dann spielte die Band weiter und man ging nach hinten, wo es Brot und Wein und Gespräche gab. Ich habe mich mit der Co-Leserin Christine Unger ausgetauscht. Sie hat mir die Kärtchen zu ihrem Büchern gegeben und ich habe Volker Kaminski gesagt, daß ich es mir gerade noch verkneifen habe könne, sein Buch als  anzufragen, denn ich habe ja so viel zu lesen und man soll auch bescheiden sein, bei Judith Gruber-Rizy habe ich es aber getan und ihr ihr das auch schon bei der GAV-Vollversammlung so versprochen. Jetzt warte ich auf das Buch, bin sehr gespannt und habe wieder eine interessante Auswahl der neuen deutshsprachigen Literatur kennengelernt.

Wieder einmal kritische Literaturtage

Chor Gegenstimmen

Chor Gegenstimmen

Die KritLit die kritischen Literaturtage, die alternative eher linke Literaturmesse, gibt es ja schon lange, es ist aber sicher zu unrecht auch eine Veranstaltung, die ich meistens, der Harland Wochenenden wahrscheinlich, eher versäumt habe.

Das heißt stimmt nicht so ganz, in dem Gewerkschaftszentrum bei der Donau bin ich mal gewesen, das war auch der Tag wo sie mich beim “Alpha” hinausgeschmissen haben, also unvergeßlich.

Seither findet die Veranstaltung glaube ich eher am Yppenplatz in der Brunnenpassage statt, da ist Uli Fuchs die Organisatorin und da war ich vor einigen Jahren am Freitag, weil wir das Wochenende danach nach Harland gefahren sind. Ich habe mein paar Bücher erschnorrt, mit Andreas Pittler und Doris Nussbaumer kann ich mich erinnern geredet und Uli Fuchs eines meiner Bücher mit dem Zusatz gegeben, daß ich da auch gern mal lesen will.

Seither habe ich nichts mehr von der Veranstaltung gehört, bis auf den letzten ersten Mai, wo wir Uli Fuchs am Ring getroffen haben und sie uns das Programm in die hand drückte und weil wir dieses Wochenende in Wiens sind, passt es wieder einmal daran teilzunehmen.

Ottwald John

Ottwald John

Das heißt auch nicht so ganz, denn für den Freitag ist es sich meiner Stunden wegen nur für das Abendprogramm im Weinhaus Sittl ausgegangen und das war ein ganz besonderes, wäre Heinz R. Unger, der Autor des berühmten “Zwölfeläutens” heuer achtzig geworden.

Da hätte bei “Mandelbaum” ein Gedichtband erscheinen sollen und ist unter dem Titel “Die Freiheit des Vogels im Käfig zusingen” auch erschienen. Nur ist Heinz R. Unger am zwölften Februar gestorben, wo ich gleich die Frage stellen könnte, mit welch anderen berühmten Autor er sich den Todestag teilt und so ist das Buch posthum vorgestellt worden und die “Gegenstimmen” haben einige seiner Lieder gesungen. Ottwald John und Christina Zurbrügg sind auch mit Unger Gedichten aufgetreten und ich habe mich sozusagen von dem Dichter verabschieden können, den ich, glaube ich, als sehr freundlich in Erinnerung habe.

Er ist, glaube ich, einmal auch mit mir bei einer der Veranstaltungen der Ruth im Burgenland in Schloß Schlaining gemeinsam aufgetreten und seinen Griechenlandroman habe ich glaube ich auch einmal mit dem Alfred bei einer Lesung gehört.

Christina Zurbrügg erwähnte bei ihrer Lesung, das 1971 bei “Jugend und Volk” erschienene Bändchen “Die Stadt der Barbaren” und das habe ich mir, glaube ich, irgendwann und irgendwo gekauft und das Pelikanstüberl des Weinhaus Sittls, wo sonst immer Lesetheaterveranstaltungen stattfinden, war auch ziemlich voll.

Meine Hauptschulkollegin Christa U. die ich  meistens nur im Sommer bei Outdoorveranstaltungen oder im Literaturmuseum treffe war da und sie hat mir, wie sie mir sagte, auch ein Gechenk bebracht, weil sie mich irgendwie erwartet hat, nämlich vier Notizbücher, die ich  immer sehr gut brauchen kann, wofür ich ihr das “Bibliotheksgespenst” überreichte und da ist ja eine Szene darin, wozu sie mich inspirierte und ein interessantes Gespräch über seine Thomas Bernhard Erlebnisse, habe ich bei einem mir bekannten Polit-Aktivisten, den ich sonst meistens am ersten Mai oder auf Demonstrationen höre, auch mitgelauscht.

Yela Brodesseer mit Musikgruppe

Yela Brodesseer mit Musikgruppe

Am Samstag ist es dann ab zwölf in der Brunnenpassage weitergegangen und diesmal war das Programm im Außenbereich, Bänke und Sonnenschirme gegenüber den Abstellräumen, wo das immer die Händler ihre Wagen hineinrollten oder die Kinder mit ihren Rädern vorrüberrollten.

Eine ganze Reihe der eher kleinen kritischen Verlage, das “Fröhliche Wohnzimmer”, “Atelier”, “Tarantel”, die “Edition taschenspiel”, von der ich ja schon einmal zwei Bücher gelesen habe. Eine Kinderleseecke mit einer Kinderbuchausstellung “Mutige Mädchen – starke Frauen” gab es auch und dort hat der erste Programmpunkt zu dem ich zurechtgekommen bin, stattgefunden, nämlich ein Gespräch zum dreißigjährigen Bestehen des “Guthmann Peterson Verlag” und da hat der Verleger seinem Publikum jeweils eine Frage gestellt, die es beantworten mußte.

Die Letzte war Uli Fuchs, die heute Geburtstag hatte und die dem Publkum verriet, daß sie sich zwar nicht für Fußball interessiert, aber Fußballbücher gelesen hat und sie auch mit  Christine Nöstlinger und ihren Büchern aufgewachsen ist.

Dann ging es ins Freie zu Robert Streibel von dem ich ja schon “April in Stein” gelesen habe. Jetzt hat er sich weiter mit der Geschichte Krems beschäftigt und ist da auf einen Lehrer gestoßen, der mit zweiundzwanzig in den Krieg geschickt wurde und dort mit einem Freund leisen Widerstand betrieb. Der Freund wurde deshalb hingerichtet. Er hat ein Buch darüber geschrieben, daß 1947 erschienen ist, aber nicht sehr erfolgreich wurde, jetzt wurde es in der “Biblitohek der Provinz” wieder aufgelegt und Robert Streibel hat daraus gelesen.

Dann gings zu einer Gegenwartautorin nämlich Ulrike Kozeschnik, die bei “Taschenspiel” einen Erzähband verlegte, wo die Protogonistinnen offenbar keinen Namen haben, eine Geschichte mit Namen “Abschied”, wo es um das Sterben des Geliebten geht, wurde vorgelesen.

Dann ging zur “Edition Atelier”, wo ich mir schon vorher in der Pause zwei Bücher um je fünf Euro gekauft habe und war, was ich schon immer wollte, Hilde Spiels “Kathi auf der Brücke” und dann Wolfgang Popps “Wüste Welt” das ich ja einmal beim Bücherquizz der “Buch Wien” fast gewonnen hätte.

Bei der Präsentation ging es auch um eine Neuauflage und zwar präsentierte der Verleger Jorghi Poll Alfred Pratt die “Welt ohne Hunger”, das der Autor 1916 geschrieben hat, es wurde zu einem Welterfolg. Der autor ist aber leider schon ein paar Jahre später an der spanischen Grippe gestorben und deshalb fast vergessen und kann jetzt wieder entdeckt werden, da sich die “Edition Atelier ja sehr mit Wiederauflagen vergessener Dichter beschäftigte und ich aus diesem Verlag  noch Else Feldmanns “Travestie der Liebe” auf meiner heurigen Leseliste habe.

Weiter ging es mit den vergessenenen Dichter und zwar stellte da Dieter Braes  Jakob Haringer vor, der ein ziemliches Original gewesen sein mußte, Bettel- und Schnorrbriefe schrieb, sein Publkum beziehungsweise die anderen Dichter, wie Goethe oder Hofmannsthal beschimpfte, auch bei der Müncher Räterepublik beteiligt war, dann aber die Staatsbürgerschaft verlor, seinen eigenen Tod mehrmals bekanntgab, aber erst viel später gestorben ist.

Am schluß wurde es  besonders interessant, denn da kamen drei junge Frauen und stellten Namenschildchen vor sich in, auf einem stand El Awadalla, auf dem in der Mitte der einer offenbar jüngeren Dichterin und dann auf der anderen Seite Ulrike Dreasner.

Die jungen Frauen sind herausgeberinnen einer Literaturzeitschrift, die sich mit dem Literaturbetrieb aber auch mit dem Alter beschäftigten. So las die eine Aussagen von El Awadalla, die ich ja vor vierzig Jahren im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennenlernte vor und die meinte, daß sich im Literaturbetireb seit damals nicht viel positives verändert hat. Die Gagen und die Stipendien sind gleich, Verlage sind eingegangen, so gibt es ja auch den “Wiener Frauenverlag” nicht mehr und Widerstandslesungen sollte man wahrscheinlich auch wieder halten, das überläßt El Awadalla aber den jüngeren Frauen.

Dann wurde ein Text vorgelesen, der von zwei Schwestern und dem Tod ihrer Mutter handelte und es gab auch noch ein Interview mit der ebenfalls schon älteren Ulrike Draesner und Schokolade und das Buch samt Geburtstagswünsche gab es für Uli Fuchs von den Autorinnen auch, die dann allen empfahl das Buch zu kaufen.

Dann war die Messe noch eine Stunde geöffnet, wo ich mich sehr intensiv mit Wolfgang Helmhart beschäftigte, bevor es wieder ins Weinhaus Sittl ging, denn Uli fuchs hat sich da von Ramona Kasheer ein Solokonzert mit Christine Lavant Vertonungen gewünscht, denn die 1973 geborene Sängerin und Gitaristin hat sich schon lange mit der ebenfalls 1973 verstorbenen Kärntner Dichterin beschäftigt. Sie sang aber auch Beatles Songs erzählte von ihrer Großmutter, die in einer Wäscherei gearbeitet hat und amSchluß gab es noch ein Geburtstagsständchen für Uli fuchs, die sich, weil ja Sozialistin keine roten Rosen, sonder solche Nelken wünschte.

Am Sonntag, dem Muttertag, war es  im Lesebereich ziemlich heiß und die Bänke sowie die Sonnenschirme wurden verrückt, damit alle ein schattiges Plätzchen fanden und als Erstes wurde das Buch “Ausnahmezustand” von Thomas Aiginger vorgestellt, das auf dem Yppenplatz spielt und das sich der Alfred schon gekauft hat.

Dann sollte Eva Geber mit Rosa Mayreder folgen, weil sie aber einen Unfall hatte, folgten zwei Bücher über die Novemberrevolution, eines aus dem “Mandelbaum-Verlag”, der auch Eva Geber präsentiert hätte, das zweite wurde wieder von Dieter Braeg und der “Buchmacherei-Berlin”, dem Verlag für politische Bücher vorgestellt, der für sein wiederaufgegelegtes Buch von  Richard Müller “Vom Kaiserreich zur Republik”  sehr viel Werbung machte und meinte, daß es jeder kaufen sollte.

Dann wurde es wieder literarischer oder auch musikalisch, denn es folgte ein afrikanischer etnoglogischer Ppolitkrimi  “Rote Erde” von  Yela Brodesser aus der  “Edition Mocca”, die kam aber mit Verstärkung, so daß auch gesungen und afrikanisch getrommelt wurde und in demBuch geht es um eine Studentin, die in Afrika ihre Diplomarbeit fertig schreiben will, dort einen Musiker kennenlernt und in eine Demonstration gerät, bei der sie flüchten muß.

Am Scbluß ging es zu “Bahoe Books”, wo ich ja vor kurzem einen Comic über den 12. Februar im Schrank gefunden habe und da stellte Georg Fingerlos ein noch nicht erschienenes Buch vor, in es um den ersten Weltkrieg und die blutroten Kirschen von Graz soiwe dem Fenstersturz von St. Lorenzen von 1921″ geht.

Das waren die kritischen Literaturtage 2018 und ich muß sagen sie waren sehr interessant und jetzt geht es gleich weiter mit der Literatur, denn es gibt ja noch viele andere kleinere oder größere Verlage, die ihre Bücher ebenso vorstellen.

So geht es morgen zu einer “Wortreich-Präsentation” in die Buchhandlung Kuppitsch und ein Buch zu 1938 wird in der Wien-Bibliothek am Dienstag  vorgestellt und das Centrope-Festival der “Dokumentationstelle für ost-und mitteleuropäische Literatur” naht  sich auch.

Zerissenheit und Spannung

Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier

Jetzt ist es sich doch noch für den dreizehnten Abend des heurigen Poliversale-Festival ausgegangen, zu zwei Drittel jedenfalls, das erste Drittel zu Hertha Kräftners neunzigsten Geburtstag habe ich versäumt, obwohl mich Dine Petrik, die ihre Gedichte gelesen hat, extra dazu eingeladen hat und meiner natürlich höchst unliteraturwissenschaftlichen Meinung nach, waren es höchstwahrscheinlich, die einzigen Gedichte dieses Abends.

Denn Petra Ganglbauers experimentelle Textmontagen würde ich eigentlich, die ich ja immer noch von Gerald Bisingers Gedichtvariantion “Ich sitze im Zug, trinke ein Glas Rotwein und denke an Karl August”, die ja eigentlich auch keines ist, begeistert bin, nicht für ein solches halten.

Sie hat aber bei “Art und Science”, wo ich wegen unserer “Kunst im öffentlichen Raum-Spontantete” jetzt auch hingeschrieben habe. Mal sehen ob eine Antwort kommt, einen Band “Zur Lage” herausgebracht und den hat Kurt Neumann sehr genau erkäutert. Es gehe um drei Zyklen, einen terristischen, einen sprachlichen und einen extratertrestrischen. Er erzählte noch etwas von zwei Erzählstimmen und  Listentexten und Petra Ganglbauer, deren “Wasser im Gespräch”, ich ja gelesen habe, begann mit ihten Wortlisten zum Thema Flucht, Vertreibung und Entgrenzung, ein Thema, das sie, wie sie im anschließenden Gespräch erläuterte, schon sehr lange verfolge und da setzte es dann die Listen in allen ihren Varianten und Widerholungsformen.

“Windel –  Wiege – Ursprung” – “Hautgrenze- Sprachgrenze, Bewegungsgrenze….”.- und so weiter und so fort, bis es zum zweiten Teil, der sprachlichen Begrenzung ging und im dritten extraterrestischen, ging es dann astronomisch zu und um ein Buch und dessen leeren Seiten mit dessen Inhalt sich der Leser auseinanderzusetzten hat, ging es in irgendeinen dieser Teile auch und schade, daß ich in das Bändchen nicht hineingeschaut habe, da es dort, wie Kurt <neumann um Großschreibung und graphische Gestaltung ging, die man beim Lesen natürlich nicht so hören konnte, obwohl Petra Ganglbauer deutliche Zeichen setzte, die  für mich aber nicht so leicht zu erkennen waren.

Dann ging es in den Keller zum Doyen, der österreichischen Gegenwartsliteratur, wie ich Michael Köhlmeier fast bezeichnen möchte und den, den großen habe ich schon heute morgen im “Leporello” gehört. Da ging es um ein Hörspiel und, daß “Ein Vorbild für die Tiere”, sein zweiter bei “Hanser” erschienenener Gedichtband ist, habe ich, wie ich gestehen muß, erst bei der Veranstaltung mitbekommen, bin aber immer noch der Meinung, daß es keine Gedichte sind, die Michael Köhlmeier da vortrug, obwohl Kurt Nneumann in seiner Einleitung von verschiedenen Textformen in Strophen und sogar in Sonettform sprach.

Da habe ich wohl etwas verschlafen oder überhört, denn für mich waren es Prosatexte, die die Erzählstimme Österreichs, Antonio Fian hat da, glaube ich, einmal ein Dramulett geschrieben, wo Michael Köhlmeier das Telfonbuch verliest, da vorgetragen hat und der Titel des Bandes, stammt aus einem Text namens “Der Idiot”.

Der Lektor hat dann fünf Kapitel, die alle Tiernamen tragen, daraus gemacht und interessant ist auch die Entstehungsweise, die Michael Köhlmeier im anschließenden Gespräch freimütig äußerte. Er setzt sich in den Zug oder in den Park, nimmt den Bleistift, übt  das freie Schreiben und da,s was dann herauskommt, bearbeitet er, solange bis ein Gedicht entsteht, während er bei seine Romanen und Erzählungen anders vorgeht.

Interessant, habe ich gedacht, da habe ich doch bisher immer gehört, daß Gedichte ganz anders entstehen, aber Michael Köhlmeier ist wahrscheinlich kein Lyriker und sprach auch selbst beim Vorlesen von “Prosagedichten”, mit denen er offenbar auch Schwierigkeiten hatte, denn nach einer Weile des Lesens hat er sich selber unterbrochen und sich fortan selber kommentiert.

Das Publikum das aus einer Reihe von älteren damen bestand, gefragt, ob er die Texte nicht zweimal lesen solle, die begeistert nickten, Rainer Kunze tut das auch, ist aber wahrscheinlich der reinere Lyriker und so schwer verständlich waren die Prosatextsammlungen meiner Meinung nach auch nicht, schienen Michael Köhlmeier aber teilweise, wie er sich kommentierte, selber zu beglücken uind er erzählte dann immer wieder etwas ihm faszinierendes dazu.

Für mich waren zwei Passagen besonders eindrucksvoll, das “Der Roman” genannte Gedicht, eigentlich eine Shortstory. wie Kurt Neumann erläuterte.

“Echt wahr!”, sagte der Dichter und Kurt Neumann verwies auch auf den Blues, etwas, das ich nicht nachvollziehen konnte.

Beindruckt hat mich aber der Text, da schickt ihm ein elfjähriges Mädchen den Roman seiner Mutter und bittet ihm, den berühmten Dichter, dafür einen guten Verlag zu suchen.

“Wow!”, hätte ich da gedacht.

“So eine Tochter müßte man haben, wo bekommt man eine solche Tochter her?”, vielleicht war das Erlebnis autobiografisch und heute habe ich auch eine Doko bei “You Tube” gesehen, wo zwei Hartz IV Empfänger gemobbt wurden, weil der ältere gerne mit den Kindern der Siedlung spielte und ihnen auch mal ein Eis einkaufte, Es wurde dann gleich eine Azeige wegen sexuellen Miußbrauc hdrauras und einen solchen Prosatext hat Michael Köhlmeier auch geschrieben.

Es folgten dann auch, noch zweimal gelesen, “Drei Eindrücke”, die der weißen Männerhaut auf weißen Laken, die der Knien der osteuropäischen Freuen und das Vogelschwingen bei Richard Ford kam dann auch noch vor.

Ein sehr interessanter Abend der lyrischen Kontraste, habe ich dann zu Petra Ganglbauer gesagt, die sich freute, daß ich doch kommen konnte.

Ein anderer hätte die Köhlmeier Lyrik vielleicht kitschig emfpunden, die Damen im Publikum waren aber, glaube ich, begeistert und Petra Ganlbauers Lyrik war mehr experimentell und Hertha Kräftner habe ich versäumt, obwohl sie Dine Petriksicherlich emphatisch vertreten hat, kann sie aber, da ich in Harland ein paar iherer Bände habe, jederzeit nachlesen.

Zwei runde Geburtstage

Die “Autorinnen feiern Autorinnen-Reihe”, die Julia Danielcyck eingeführt hat, als sie Literaturbeauftragte der Stadt Wien wurde, gibt es jetzt zum fünften Mal.

Das erste Mal hat Marlene Streeruwitz Berta von Suttner gefeiert und es gab gleichzeitig, glaube ich, ein Fest der FPÖ, so daß die Besucher herumgeführt wurde, damit sie nicht vom Buffet mitnaschen konnten.

Danach hat Marlene Schachinger Betti Paoli gefeiert, Marie von Ebner Eschnenbach gefeiert von Ruth Klüger folgte und im letzten Jahr hat Julija Rabinowitsch Mela Hartwig vorgestellt und heuer war statt Else Feldmann zum Anschlußjahr, wie ich es mir eigentlich wünschen würde, Jeannie Ebner dran, weil die ihren hundertsten Geburtstag im November feiern würde und Peta Ganglbauer, die GAV-Präseidentin und experminetelle Autorin, die im April sechzig wurde, wurde zum Feiern ausgewählt, was ich eigentlich, als die einzige Gemeinsamkeit zwschen den beiden Autorinnen sehen würde und Petra Ganglbauer hat in den Archiven der Wien Bibliothek über die, wie sie meinte, inzwischen vergessene Autorin geforscht, aber sie, wie sie betonte, leider nicht persönlich gekannt, nur ein oder mehrmals gemeinsam publiziert hat.

Da ist sie wohl, wie ich motzen könnte, niemals in die “Gesellschaft der österreichischen Literatur” gegangen, denn da war die 2004 Gestorbene öfter zu Gast und ich habe mich auch öfter mit ihr unterhalten und mir ihre Angst, die sie hatte, weil sie in der Nähe der Justizstrafanstalt Mittersteig wohnte, vor den Insassen hatte, angehört, etwas, was ich damals, glaube ich, nicht wirklich verstanden habe, jetzt aber sehr wohl würde.

Dann gabs einmal einen literarischen Spaziergang durch Margareten mit der Frau Bezirksrat Steininger, glaube ich, hat sie geheißen, die mich auch in die Szene Margareten eingeladen, aber kein Honorar gezahlt hat, so daß die Lesung, 2002, glaube ich, nicht stattfand, obwohl die Einladungen schon gedruckt waren und wir sind durch den Durchgang, den es am Mittersteig gibt, in Richtung Zentagasse, Frage an alle, wer wohnt wohl da, gegangen und haben, die schon etwas hilflos wirkenden alte Dame mit einer Zigarrette zwischen den Fingern, auf einer Bank sitzen sehen.

“Das ist die Frau Ebner!”, habe ich gesagt, worauf sich alle auf sie stürzten und sie fotografierten und nein die Frau Mayröcker haben wir dann in der Zentagasse natürlich nicht getroffen, nur erwähnt, daß die Lebensmenschin von Ernst Jandl dort wohnen würde und ich bin in den Siebzigerjahren, als ich zzu Schreiben begonnen habe, auf das Buch “Die Wildnis früher Sommer” gestoßen, da meine schwester oder meine Mutter Mitglieder der “Buchgemeinschaft Donauland” waren und irgendwie habe ich wohl gehört, daß Jeannie Ebner, die große Mäzenin oder Literatenförderung ist und ich habe ihr, glaube ich, etwas geschickt, aber keine Antwort bekommen, dafür eines meiner früheren Werke, keine Ahnung mehr, was da war, mit einem ihrer Zitate “Die Liebe ist des Weibes ganzes Wesen, der Mann hat dazwischen zu tun!”, geschmückt.

Dann ist etwas später Thomas Bernhards “Holzfällen” erschienen und damals noch keine Ahnung, daß Jeannie Ebner, die Mitherausgeberin der Zeitschrift “Literatur und Kritik” wohin ich auch meine frühen Texte schicke, das Vorbild der, Jeannie Billroth war.

Dann sind die Jahre vergangen und die literaturbegeisterte Literaturgeflüsterin hat Jeannie Ebner in der “Gesellschaft für Literatur” angesprochen und, als sie dann pflegebedefürftig war, wurde sie, glaube ich, von Paul Wimmer, der ja auch in der Krongasse wohnte und inzwischen auch  schon verstorben ist, betreut.

So weit meine Jeannie Ebner Erinnerungen, als ich dann schon bloggte, bin ich auf dem Blog von Monika Bargmann gestoßen und war auch bei einem ihrer Vortrage über Jeannie Ebner in der Berggasse und inzwsichen habe ich wahrscheinlich auch auf Jeannie Ebner vergessen , so daß es sehr gut ist, daß Petra Ganglbauer, die experimentelle Autorin mein Gedächtnis auffrischte, aber erst hat wieder eine Frau Nowak, wie im letzten Jahr die Veranstaltung eröffnet und zum Glück vergessen, darauf hinzuweisen, daß ihr Maria Lassnigs Zilk-Porktrait nicht gefällt.

Dann kam Julia Danielczyk und erzählte schon was über die Autorin und ein O-Ton Beispiel aus dem Jahr 1976 gab es auch.

Brigitte Schwens-Harrant hat wieder einen Teil der Rede in der Wiener Zeitung angedruckt, die auf den Sitzen lag, obwohl sich Petra Ganglbauer eigentlich nicht an die Reihenfolge gehalten hat.

Sie hat in ihrer Rede, die Werke der Autorin zitiert, ihre Beziehung zu Thomas Bernhard erläutert, der damals bei dem literarischen Abendessen der Literaturmäzenin im Ohrensessel saß und über die fürchterliche Literaturszene resumierte. Das Buch habe ich mir, glaube ich, gleich nach Erscheinen, ich war damals Assistenin an der II HNO Klinik, gekauft und auf unsere Wochenendereise nach München, die wir damals öfter machten, mitgenommen und natürlich nichts verstanden obwohl ich mich ja schon damals sehr für die österreichische Literaturszene interessierte und bin darauf glaube ich erst später als Alexandra Miller ihr bei “Braumüller” erschienene Dissertation in einem Salon der Nationalbibliothek vorstellte.

Inzwischen ist Jeannie Ebner, wenn ich das richtig verstanden habe, vergriffen und ich müßte nachsehen, ob und was von ihr, ich in den Bücherschränken gefunden habe und nach der Rede konnte man sich am Büchertisch umsehen. Es gab  Wein und andere Getränke. Ich habe mich mit der Angela, dem Josef und noch einigen anderen Stammbesuchern unterhalten.

Gertraud Klemm war da, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und sicher noch eineige andere Autoren. Daniela Strigl und Monika Bargamnn auch und es war sehr interessant von einer Autorin zu hören, die auch ich inzwischen fast vegessen habe und das nächste Mal, schreibe ich wieder, würde ich mir Else Feldmann, als gefeierte Autorin wünschen, von der ich  einige Bücher gelesen habe und die 1942 in Sobibor umghekommen ist und ich würde mir sogar zutrauen, die Laudatio zu halten, werde aber höchstwahrscheinlich nicht gefragt.

Und es gibt zwischen Petra Ganglbauer und Jeannie Ebner, wie mir jetzt noch eingefallen ist, abgesehen von der Sprache, doch einige Gemeinsamkeiten, so engagieren sich beide ja sehr für die Autoren, die eine als GAV-Präsidentin, die andere war glaube ich bei den IG-Autoren aktiv und schreibpädagogische Interessen kann man bei beiden höchstwahrscheinlich auch orten, auch wenn sich Jeannie Ebner vielleicht nicht als sloche verstand.