Texte – Preis für junge Literatur

In der “Alten Schmiede” hätte heute eine Grundbuch-Vorstellung Franz Schuhs “Krückenkaktus” stattfinden sollen. Aber höchstwahrscheinlich lockdownbedingt, es dürften ja keine Veranstaltungen live stattfinden, fand auch kein Livestream statt, dafür eine für mich, die ich mich ja schon sehr lang für Literatur interessiere und mich, wenn mir das mancnhe nicht glauben, recht gut darin auskenne, eine für mich bisher unbekannte Veranstaltung, obwohl da, wie ich herausgefunden habe, offenbar die ganze Wiener oder österreichische Literaturszene daran beteiligt ist, aber ich gehöre wohl nicht dazu, also “Texte – Preis für junge Literatur”, ein Wettbewerb, der sich an Schüler zwischen vierzehn und neunzehn wendet und den es schon seit einigen Jahren gibt.

Aber, wie geschrieben, bisher an mir vorbeigegangen, vielleicht auch weil die Veranstaltung bisher im Burgtheater stattfand, aber aus wahrscheinlich wieder Corona-Gründen, fand das Finale, eine Lesung aus den Texten der fünfundzwanzig Finalisten, die aus über dreihundert Einsendungen ausgewählt wurden und dann die Preisverleihung.

Spannend, spannend, auf den Tischen der “Alten Schmiede” einmal eine gelbe Rose stehen zu sehen und für mich ebenfalls überraschend Christoph Braendle am Podium, denn der ist der Intemdant des Preises, ein Autor von dem sich bei mir schon einige Bücher angesammelt haben und den ich auch einmal bei den “Wilden Worten” hörte.

Der begrüßte, sprach die Einleitung und stellte dann die drei Schauspieler vor, die die Textproben der fünfundzwanzig Finalisten vorlas nämlich Dorthee Hartinger, Alexandra Henkel und Cornelius Obonya der auch an führender Stelle im Team steht.

Von den Texten und den Finalisten kann man auf der “Texte-Seite” ziemlich viel finden. Da gibt es die Texte, die man, glaube ich, im Vorfeld auch bewerten konnte. Es gab auch schon Lesungen in Schulen oder an anderen Orten. Es gab Workshops und Bilder von den Finalisten, die waren zwischen den Textproben auch immer wieder kurz zu sehen und zu hören und nach einigen Minuten gab es einen Gong und man konnte die nächste Textstelle hören.

Dann gab es wieder eine kurze Erklärung oder Beschreibung von dem was bisher geschah, das Rainer- Gmnasium im fünften Bezirk hat die meisten Texte eingeschickt und deshalb auch einen Preis bekommen. Dann wurden die Texte der drei Gewinner ganz gelesen, die kann man auch im Netz finden und also vioila

Platz drei: Bernadette Sarmann “Wir, und mehr”

Platz zwei: Hannah Unterthiner “Also verliert man nichts ” und

Platz eins: Milena Dörfler “an selbst”

Das Thema des heurigen Wettbewerbs war übrigen “Mut/Unmut/Übermut” und nach den Lesungen, kam immer die Jurybegründung und die Jury bestand aus zehn Personen darunter Überraschung, Hanno Millesi, Karin Ivancsics und Judith Fischer und die Siegerin Milena Dörfler war auch anwesend und konnte ihren Preis, eine Reise nach Zürich mit einem Theaterbesuch, wenn das wieder möglich ist, direkt entgegennehmen. Die beiden anderen jungen Frauen bekamen Burgtheaterkarten und interessant für mich, ich habe wieder was gelernt und vielleicht ein, zwei Namen kennengelernt von denen ich später vielleicht beim FM4-Preis, vielleicht in Klagenfurt oder auf einer Buchpreisliste etwas lesen oder hören werde und in die Internetseite kann ich mich, wenn ich Lust und Zeit habe, auch noch vertiefen.

Clemens J. Setzs Sprachstudien

Der 1982 in Granz geborene Clemens J. Setz ist sicherlich ein sehr ungewöhnlicher Autor. 2007 debütierte er bei “Residenz” mit seinen “Söhne und Planeten”.

Da habe ich ihn durch das Radio, glaube ich, kennengelernt und als ich das Buch gelesen habe, ich habe es mir, glaube ich, auf dem Stattersdorfer-Flohmarkt gekauft, war ich erstaunt übe rseine Vielschichtigkeit. Die “Frequenzen” folgten, die ich nicht gelesen habe.

2011 erhielt er für mich überraschend für seinen Erzählband “Die Liebe zur zeit des Mahlstädterkindes” den “Preis der Leipzigermesse”, das Buch habe ich dann im Schrank gefunden und war überrascht, über die Ungewöhnlichkeit mancher Geschichten, ein etwas skurriler Autor mit einer überschießenden Phantasie könnte man vielleicht unken.

Bei der Präsentation in Leipzig hat Clemens J. Setz dann auch noch das Obertonsingen vorgeführt

2015 wurde der dann mit der “Stunde zwischen Frau und Gitarre” wieder für den deutschen Buchpreis nominiert, ein Monsterbuch mit, glaube ich, fünfzehnhundert Seiten, das in einer betreueten Wohngemeinschaft handelt, das mir sehr gefallen hat.

Mit dem für den öst Buchpreis nominierten Erzählband “Der Trost runder Dinge” hatte ich dann wieder meine Schwierigkeiten, weil nicht alles verstanden und ich auch nicht alles nachvollziehen konnte. Ich habe es ja mit der Realistik und der Struktur, an die ich mich anhalten und orienteiren will.

Auf der letzten “Buch-Wien” ist er dann, glaube ich, bei der “Langen Nacht” überraschend eingesprungen und hat sich mit Bart und Hut als Übersetzer präsentiert. Da konnte ich ihm auch nicht in allen folgen und einige seiner vielen Bücher sind auch an mir vorbei gegangen. Dabeiauch fast das neueste “Die Bienen und das Unsichtbare”

Die “Alte Schmiede” und der Lockdown beziehungsweise Corona machte es möglich, daß ich einen Eindruck von dem Buch bekam, wurde es doch dort vorgesgtellt und von Johanna Öttl mit dem Autor präsentiert.

Ich war natürlich nur per livestream anwesend und wäre in normalen Zeiten im Museumsquartier gewesen und hätte meine Laudatio auf den neuen “Ohrenschmaus-Preisträger” gehalten. Corona bedingt wurde der Preis aber verschoben und so konnte ich mich mit Clemens J. Setz neuem Buch beschäftigten und das, die lange Einleitung erklärt es vielleicht, war für mich eine Überraschung.

Denn es ist eine Beschäftigung mit den Plan- und Kunstsprachen, also Esperanto, von dem ich schon was gehört habe oder Volapük, von dem ich überhaupt nichts wußte und Clemens J. Setz, der interessanterweise auch mit Maske in der “Alten Schmiede” auftrat und die auch während des Gesprächs und seiner Lesung nicht ablegte, erzählte viel von den Kunstsprachen und gab auch Beispiele aus seinem neuen Buch. Las Gedichte auf Deutsch oder in Übersetzungen oder umgekehrt und ich habe wieder einmal nicht viel verstanden, obwohl ich mir die “Amazon-Leseprobe” herbeiholte, um ein bißchen mitzubekommen, um was es da geht.

Die wahrscheinlichste Antwort ist, Clemens J. Setz hat sich mit den Kunst-oder Plansprachen beschäftigt und ein Buch darüber herausgegeben, wo er auch als Übersetzer fungiert.

Er hat auch, steht im Programm selbst dieses “Volapük” gelernt und er erzählte auch viel von einem Charles Bliss, der die Bliss-Symbole entwickelte, die offenbar in der Behindertenpädagogik eingesetzt und verwendet werden. Es gibt ein Interview mit einem zerebralgeschädigten Dichter, der die Bliss-Symbolik erlernte. Es gibt ein Beispiel von Kafka und ist ein sicher interessantes Buch, in das man sich vertiefen kann. Esperanto und Volapük lernt man wahrscheinlich nicht dabei, aber möglicherweise einiges über Clemens J. Setz Denken.

Ein Buch, das mich, wie ich jetzt wahrscheinlich vorurteilsbehaftet denke, nicht so sehr interessiert, daß ich es lesen möchte.

Aber interessant war es doch eine neue Seite von Clemens J. Setz kennenzulernen und was der Titel des Buches mit dem Inhalt zu tun hat, habe ich nicht ganz verstanden, aber vielleicht ist es ein Zitat worauf sich Clemens J. Setz bezieht.

Frieda Paris liest Meta März

Zum dritten Mal in dieser Woche in die “Alte Schmiede” gebeamt, das Leben im dystopische Raum beziehungsweise der Lockdown macht es möglich und da gab es eine Veranstaltung in der Reihe “Dichterin liest Dichterin”, ich weiß nicht, ob ich schon Mal bei einem solchen Abend war, jetzt war ich ja schon fast ein dreiviertel Jahr nicht mehr dort. Aber wie es der Zufall so will, als ich das letzte Mal dort war, da hingen schon am Klo Hinweise, wie man sich in Corona-Zeiten die Hände zu waschen hat, gab es dort die “Hörstücke”, Frieda Paris war dort und wurde aufgeführt und ich bin lange neben ihr mit wahrscheinlich nicht ganz intakten Sicherheitsabstand gestanden, um mich bei ihr nach Christel Fallenstein zu erkundigen, die sie ja als Studentin der Sprachkunst betreute. Kennengelernt habe ich sie, glaube ich, an einem Abend bei den O-Tönen, da hat sie mich angesprochen und wollte mir eine Publkation schicken, dann habe ich sie ein paarmal bei den Sprachkunst Lesungen gesehehen und gehört und das letzte Mal auch schon in Corona-Zeiten, aus Berlin bezw. wahrscheinlich doch aus ihrer Wohnung hergestreamt, beim “Open Mike”.

Halt, aufmerksame Leser wissen es, den “Open Mike” habe ich mir zwar in mein Zimmer gstreamt, die Frieda Paris-Lesung aber nicht, denn da kamen die Hilde Schmölzer und die Ruth zum Geburtstagsmittagessen und ich habe mir das Vdeo noch nicht nachgeschaut, aber jetzt in der “AS”.

Im Rathaus gibt es auch so was Ähnliches, das hat Julia Danielcyck eingeführt, als sie Literaturbeautragte der Stadt Wien wurde und heuer hätte da Bettina Balaka Eugenie Schwarzwald am dritten November vorstellen sollen, hat sie aber nicht. Denn am zweiten November hat ja der zweite Lockdown mit dem Veranstaltungsstop begonnen.

Meine Leser wissen es wahrscheinlich und mahnen mich deshalb auch immer, ich bin ein wenig legasthen oder schlampert, je nachdem wie man es nennen will und verwechsel öfter etwas. Namen beispielsweise, wie Mela Hartwig mit Meta Merz und Mela Hartwig war ja auch so eine Festrede im Rathaus gewidmet, da hat Julya Rabinowich, die 1893 geborene Mela Hartwig gefeiert und so war ich ziemlich sicher, daß es diese Autorin ist, die Frieda Paris lesen wird.

Die Lesung hat mit einem Text der “Im Zug” heißt, ziemlich abrupt begonnen. Da habe ich mir noch das Programm und das Notizbuch gesucht, um mich nach den Daten der Gelesenen zu erkundigen und stutzte, als ich den Namen Christine Haidegger hörte, die wie Frieda Paris erklärte, die Mutter der Gelesenen wäre und Texte zur Verfügung stellte, also wieder ein Irrtum und wieder so ein Schicksal, wie bei Monika Helfer und deren früh verstorbenen Tochter Paula, wo ich ja mal das Buch “Maramba” im “Wortschatz” fand.

Also Meta Merz wurde 1965 in Salzburg geboren und ist die Tochter der 1943 geborenen Christine Haidegger, die ich ja von der GAV kenne und die mich auch einmal nach Salzburg zu einem Symposium eingeladen hat und von Eberhard Haidegger und ist 1989 in Saluburg gestorben. Dazwischen hat sie Germanistik, Kunstgeschichte, Anglizistik und Philosophie studiert und seit 1996 “serioiusly addicted to poetry” geschrieben. Da war, wie Frieda Paris erklärte ihr Geburtsjahr, wie genau sie zu der früh verstorbenen Dichterin gekommen ist, hat sie nicht erklärt oder ich habe es überhört.

Es gibt jedenfalls zwei beim “Wiener Frauenverlag”, hat er noch so geheißen, 1990 und 1996 aus dem Nachlaß herausgegebene Bücher. Vorher gab es einen Förderpreis in Rauris und ein Stipedium und Meta Merz Sprachweise, an die ich mich glaube ich nicht erinnern kann oder nie persönlich gesehen oder etwas von ihr gehört habe, scheint sehr experimentell zu sein. Frieda Paris zitierte Schwitters und der name ist auch ein Künstlername, denn eigentlich hieß sie Christina-Maria Haidegger und Frieda Paris erwähnte auch oft den poetischen Vorgang, den sie in den Texten entdeckte.

Die zwei Bücher aus denen Frieda Paris Texte las, heißen “Erotik der Distanz” und “Metaphysik der Begierde” also sehr sinnlich und dann schienen mir dieTexte gar nicht so sehr konstruiert, die Sprache aber schön. Es ging um einen Gesang eines Delphins, das ist, glaube ich, ein Text aus einer Performance und Frieda Paris erwähnte, daß Meta Merz ihre texte sehr jazzartig vorgetragen hat, aber wahrscheinlich hat sie wahrscheinlich keine live erlebt, scheint von der vergessenen oder eher unbekannten Dichterin aber sehr fasziniert zu sein und hat, glaube ich, auch eine sehr poetische Art die Texte zu lesen und die Lesung einzuleiten oder zwischendurch immer wieder etwas über die Dichterin zu erzählen.

spannend, spannend eine neue Dichterin kennenzulernen. Sie zu lesen wird wahrscheinlich, schwierig sein, da die beiden Bücher wohl vergriffen und ob ich sie mal in den Schränken finde, ist eher unwahrscheinlich, also sehr interessant und vielen Dank an die “Alte Schmiede” und an Frieda Paris, lernt man doch immer etwas dazu und kann sich literarisch weiterbilden, auch wenn ich ja viel realistischer schreibe und gerade dabei bin meinen heurigen Adventkalender mit dem zweiten “Nika-Fenster” vorzubereiten. Ein anderes, sehr poetisches Buch habe ich heute morgen aber auch ausgelesen und wenn meine Leser erraten, welches das gewesen ist, dem stelle ich gerne mein zweites “Literaturgeflüster-“ oder ein anderes meiner Bücher dafür zur Verfügung, als eine kleines Vorweihnachtsgeschenk.

Corona-Dicht-Fest

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, kein besonderer Lyrik-Fan, zumindestens schreibe ich kaum Gedichte, gehe aber, weil ich ja allgemein an der Literatur interessiert bin und eigentlich alles erfassen will, gerne zu den Lyrikfestivals der “Alten Schmiede” der des Literaturhauses, der “Gesellschaft”, etcetera und eines dieser Festivals oder Feste ist das “Dicht-Fest”, das Christine Huber viermal im Jahr in der “Alten Schmiede” ausrichtet und dazu jeweils sechs Autoren oder Autorinnen einlädt.Nach drei gibt es immer eine Pause, vorher erzählt sie kurz etwas zu den Bänden und nachher Wein und Soletti und Gespräche, in Corona-Zeiten natürlich nicht, da muß man sich den Wein selber auf den Schreibtisch oder Nachtkasten stellten und wenn es eine Onlineveranstaltung ist, wie in Zeiten, wie diesen braucht man sich auch keine Maske aufsetzen

Die Zuseher im Homestatus jedenfalls nicht, die Autoren schon und nach jedem kommt August Bisinger mit dem Wischtuch, damit alles sauber ist und noch um vollständig zu sein, ich gehe ja seit jahren mehr oder weniger regelmäßig hin, einmal bin ich, weil ich vorher im Literaturmuseum war auch nur zum Wein zurechtgekommen und das letzte mal war ich mit dem Alfred knapp vor dem ersten Lockdown dort. Da haben wir noch geglaubt wir würde nächste Woche nach Leizig fahren “Fährt ihr?”, hat Monika Vasik uns gefragt.

“Wenn es stattfindet schon?”, als ich Monika Vasik zwei Tage später in der “Gesellschaft für Literatur” gesehen habe, war Leipzig schon abgesagt und als Monika Vasik im Sommer im Cafe Prückl gelesen hat, war Montag und da wollte ich meine Sommersfrische zur Gänze in Harland bei St. Pölten verbringen. Seither hat es, glaube ich, kein Dicht-Fest gegeben und jetzt alles digital und der Ton kann ich gleich vermelden, war wieder gut.

Zuerst hat der 1953 in OÖ geborene Richard Wall, den ich meistens bei den GAV-GVs sehe, aus seinem “Löcker-Band” “Streumond und Nebelfeuer” gelesen. Der 1964 in der Tschechei geborene Stanislav Struhar mit dem ich schon einmal in der “AS” gelesen und den ich das letzte Mal beim Tschechien-Empfang auf der letzten “Buch-Wien” gesehen habe, folgte mit seinem “Stara zahadra – Der alte Garten” und hat eines seiner Gedichte auch auf Tschechisch gelesen. Kirstin Schwab folgte und las Gedichte ihrer Mutter Friederike 1941 geboren, in Graz lebend, die wahrscheinlich Lockdown bedingt nicht gekommen ist, aus dem ebenfalls bei “Löcker” erschienenen “Luftglück und Knisterpapier”, was, wie ich finde ein schöner Titel ist.

In der zweiten Session folgte die1966 geborene Eleonore Weber mit “gleitschaften seilschaften. slip-off-slope-rope-parties”. Dann kam und das war für mich die Überrschung, die mir bisher unbekannte 1985 geborene Daniela Chana mit ihrem Gedictband “Sagt die Dame”, ein überraschend frischer Ton, obwohl es mit einem König begann und dann folgte, die mir sehr bekannte Ilse Kilic, bin ich mit ihr und dem Fritz dessen Waffenrad auch in ihrem neuen Band “Die nacht ist dunkel damit die Sterne sich zeigen”, bis nach Regensburg geradelt, habe ihre Textentstehung sehr lange in unserer Schreibgruppe beoachten können und auch schon ihre Filme und Comics gesehen. Solche bezeungsweise Zeichnungen gibt es, wie Christine Huber in der Einleitung erwähnte auch in dem Band, leider wurden sie nicht projeziert und es gab, wie erwähnt auch keinen Wein und keine Kekse, jedenfalls nicht für alle auf einmal im Zeitschriftensaal. Dafür konnte man sich beim Chat begteiligen, was Susanne Toth, Jörg Piringer und noch andere auch sehr eifrig taten und noch etwas war neu im Kellerraum, da gab es jetzt ein großes “Alte Schmiede-Emblem” damit jeder gleicht sieht, wo er jetzt ist und angenehm war auch, daß jeder, der Autoren, der Autorinnen sich vorstellten, etwas, was ich ja sehr brauche und sie letzte Woche beim “Writers on Prison day” schmerzhaft vermißte. So wars angenehmer!

Doppelpack in der Alten Schmiede

Jetzt und wahrscheinlich auch den Rest der Woche geht es weiter mit der “Alten Schmiede”, die ja hofft, ab siebenten Dezember die Leute wieder persönlich begrüßen zu dürfen, mit Maske wahrscheinlich nicht, kann ich nur antworten und habe die erste Session den historischen Roman der slowenischen Autorin Mojca Kumerdej auch ziemlich versäumt und habe nur ungefähr mitbekommen, daß es um eine Art Hexenprozeß gegangen ist und, um eine Frau, die keinen Vater für ihr Kind aufzuweisen hat und deshal harten Verhören unterzogen wurden. Einen unverläßlichen Erzähler, der das alles aufgeschrieben hat, scheint es auch zu geben.

Mojca Kumerdej entnahm ich dem Programm und “Wikipedia” wurde 1964 in Lubljana geboren, Erwin Köstler, der slowenische Übesetzer hat das buch übertragen und in der “Schmiede” auch als Dolmetscher agiert, moderiert und eingeladen hat Sabine Scholl und wieder interessant eine mir bisher vollkommen unbekannte Autorin kennengelernt zu haben, ob mich ein Roman, der im Mittelalter oder in der Renaissance spielt, so unbedingt interessiert, weiß ich nicht. Mojca Kumerdej sagte aber gegen ende des Gspräch, daß sie während der Krise immer an ihren Roman erinnert wurde und sie Bezüge zu der aktuellen Situation sieht, weil eine Gesundheitskrise ja leicht ausgenützt werden kann und man, ehe man es sich versieht, Freiheitsrechte verloren hat, die man sich lange erkämpfte.

“Nicht nur in Slowenien muß man da aufpassen!”, sagte Johanna Ötl, die Moderatioin, glaube ich, am Schluß hin und wies auf die nächste Veranstaltung nach einer kurzen oder längeren Pause hin, wo Ilija Trojanow, den ich ja kürzlich sowohl hörte als auch gelesen habe, Britta Steinwendtner und ihr neues Buch, das ein bißchen näher zur Gegenwart angesiedelt ist, vorstellen wird und ich kann mich erinnern, daß ich, als ich noch live in der “Schmiede” war, diese langen Pausen, die oft eine Stunde dauerte, haßte, weil ich nicht wußte, was ich in ihren anfangen sollte, jetzt wars erstens nur eine halbe Stunde und zweitens konnte ich auch schon meinen Blog vorschreiben.

“Trojanow trifft”, heißt die neue Reihe, wo sich der1965 in Sofia geborene offenbar seine Gesprächspartner aussucht und ihre neuen Bücher vorstellt. Die Veranstaltung fand und das ist interessant im Schmiede Raum statt, wo noch die drei Fische, von der “Herbst-Veranstaltung” aufgestellt waren, die bisherigen Livestreamveranstaltungen, die ich gesehen habe, wurden alle vom Kellerraum übertragen.

Der Roman “Gesicht im blinden Spiegel”, der 1942 in Wien geborenen Britta Steinwendtner, die ich, glaube ich, schon einmal in der “Gesellschaft” hörte und auch einige Bücher von ihr habe und die lange die “Rauriser Literaturfestivals” organisierte, spielt von 1866 bis 1916, also zwischen der Schlacht von Königsgrätz und dem ersten Weltkrieg und die Hauptperson ein entsteller Musiker namens Johannes, der später Schmid wird, ist wie Britta Steinwendtner erzählte, die erste Figur, die sich sich gänzlich selbst ausgedacht hat und es geht darum, daß Leben auch unter widrigen Umständen gelingen kann.

Interessant und spannend auch, die Art wie Britta Steinwendtner mit begeisteter Stimme ihr Buch erkärte, dabei auf historische Ereignisse, interessante Orte und Figuren, die eine Rolle spielen, wie die Chemikerin Klara Immerwahr mit der Johannes korrespondierte hinwies und dabei auf das Buch neugierig machte, das auch die sozialen Probleme, die es in dieser Zeit gab, thematisiert.

30 Jahre Kraft der Literatur

Der Lockdown zwei hart, läßt sich, kann ich empfehlen sehr gut literarisch nützen und so bin ich an diesem Wochenende mit einem ganzen Programbündel auf meinen Zweitwohnsitz gefahren und da kam es wieder anders, als man denkt, hatte ich doch vor, neben dem Korrigeren, der “Mathilde”, da bin ich ja seit Montag mit den fünfzigtausend Worten und dem Rohtext fertig, habe die schon wieder hinunterkorrigiert und dem Lesen, da wollte ich ja meine E-Books, die ich habe auflesen, damit ich keine Bücher mitschleppen muß, werde aber, wie es scheint, wohl nicht einmal mit dem Lesen von Leander Fischers “Forelle” fertig werden, weil Literatur, Literatur und da habe ich am ersten November von einem leeren November geschrieben, die Livestreams machen es möglich, sich trotzdem ins literarische Geschehen zu stürzen. Sie ermöglichen sogar viel mehr als nur Literaturhaus, “Gesellschaft” und “Alte Schmiede”, wenn auch, was ich auch diese Woche merkte, die Tonqualität manchmal etwas schwierig ist.

Am Freitag habe ich also gesehen, werden im Literaturhaus die Sieger des “Fm4-Wortlaut” vorgestellt und das ist ja, kann man sagen, der österreichische Anfängerpreis der Autoren, wie beispielsweise Cornelia Travnicek in die Höhe geschwellt haben, auch andere, aber durch sie bin ich damit in Kontakt gekommen, war ein paar Mal im “Phil”, wo die Texte präsentiert wurden, habe mich da schon 2009, habe mir ein paarmal, die Anthologien schenken lassen, in der letzten Zeit mich aber wenig damit beschäftigt. Jetzt aber gesehen, die Veranstaltung gibts im Literaturhaus.

Fein, natürlich, obwohl da ja der Livestream der “Literatur im Herbst” nicht aus dem Odeon, wie gewohnt, sondern aus der “Alten Schmiede” mit der Eröffnung beginnt und dann habe ich noch auf der Hauptverbandseite gelesen, die “Europäischen Literaturtage”, die es auch schon zwölfmal oder zwölf Jahre in Krems gibt, kann man sich auch online geben.

Also habe ich damit Donnerstagabend angefangen und hatte vor, mich am Abend ins Literaturhaus zu begeben, aber da gibt es derzeit keine Veranstaltungen, nur ein Video von den drei Siegertexten des “Fm4 Wettgewerbs” von Zita Bereuter vorgestellt, die da Elisabeth Etz, Johanna Hieblinger und Matthias Gruber waren und das Thema lautete passend zu Corona “Kontakt”.

Klingt interessant, aber Videos kann man sich ja immer anschauen, also doch zur Eröffnung, in den “Schmiedessal”, da waren drei große Metallfische aufgestellt, die offenbar die Kraft der Phantasie symbolisieren sollten. Walter Famler saß im Hintergrund und erklärte, was wahrscheinlich ohnehin jeder wußte, heuer ist alles anders und online. Obwohl es ja ein besonderes Fest zu feiern gäbe, nämlich dreißig Jahre “Literatur im Herbst” und da habe ich die Anfänge wahrscheinlich wegen meines Geburtstagsfestes, das oft gleichzeitig war, versäumtund bin glaube ich auch erst hingekommen, als das Gastland oder Thema Bulgarien war. Vorher hat es die “Literatur im März” gegeben, die wurde durch den “Herbst” im Odeon ersetzt und da waren einmal alle osteuropäischen Länder dran, dann wars mal den Frauen gewidmet, Angelika Reitzer hat da kuratiert und in den letzten Jahren ging es um den utopischen Raum, der sehr wichtig ist, die Kraft des Erzählen, was das heurige Thema ist, aber auch und das ist ja eines, das mich, ebenfalls sehr beschäftigt, denn ich erzähle, blogge, schreibe etcetera, ja auch in Zeiten von Corona besonders viel

Die Eröffnungsrede von Veronica Kaup-Hasler wurde von Walter Famler vorgelesen und dann kam der 1949 im Drautal geborene Alois Hotschnig auf die Bühne von dem ich “Leonardos Hände” gelesen und “Die Kinder berührte das nicht” einmal bei “Rund um die Burg” gewonnen habe, daber noch nichtgelesen habe, weil Erzählungen und Erzählungen interessieren mich ja nicht.

Er eröffnete eher leise und nicht so besonders gut zu verstehen über seine Lesegeschichte und die ist ja interessant und bei jedem Menschen wahrscheinlich anders. Da findet man Bücher, er hat, glaube ich, die Kinder geschichten von Peter Härtling erwähnt, die einem berühren, kam zu Viktor Frankl, der vielleicht nur deshalb das KZ überlebte, weil er dachte, daß er das muß, um nachher erzählen zu können, wie es war. Ein alter Mann kam vor, der sagte “Ich bin schon über achtzig, wann hört mir endlich mal wer zu?” und einer, der den Namen seiner in Hartheim ermordeten Verwandten Jahre später auf das Familiengrab einritzen ließ, die der tatsächch dort Liegenden waren schon verblichen und der in den Neunzehnvierzigerjahren Verstorbenen stach heraus.

“Das ist aber eine Geschichte, die erst geschrieben werden muß!”

Daran folgte dann das Gespräch mit dem Mitkurator Ilija Trojanow ,von dem ich ja erst sein Longlistbuch des heurigen “Österreichischen Buchpreises” glesen habe. Dann war eine kleine Pause “Laufen Sie nicht davon!”, stand, glaube ich, dann auf dem Bildschirm. Wahrscheinlich wurde wieder desinfiziert und dann kam wieder Walter Famler mit dem 1953 geborenen Dzevad Karahasan,der in Graz und Sarajevo lebt und einen Geschichtenband geschrieben hat “Ein Haus derMüden” mit fünf Erzählungen, wo die erste in Sarajevo 1914 beginnt, wo Briefe geschrieben werden, die nie oder wo anders ankommen.

Dann hätte noch Monika Helfer aus ihrer “Bagage” lesen sollen, zumindest stand das auf dem gedruckten Programm, wo noch das “Odeon” als Ort vermerkt ist. Aber diese Familiengeschichte kenne ich ja schon und die Soiree der europäpäischen Literaturtage mit Olga Grjasnova und Michael Staravic und, ich glaube, auch ein Konzert habe ich versäumt, aber alles kann man ja nicht haben.

Am Samstag ging es mit Marlene Streeruwitzs Covid-19 Roman “So ist die Welt” geworden”, aus dem sie schon vor kurzem in der “Alten Schmiede” mit Daniel Wisser diskutierte. Jetzt las sie ein Stück aus der dritten Season oder, wie das heißt und wie Marlene Streeruwitz erläuterte den Fernsehserien nachempfunden ist, eine Szene die zu Pfingsten spielt und da wird auf Marcel Reich Ranicki angespielt und ein Erlebnis das Marlene Streeruwitz offenbar einmal mit dem Literaturpapst hatte. In der Diskussion erkundige sich dann Walter Famler, ob die Betty Marlene Streeruwutzs Alter Ego wäre und die Diskussion war wieder sehr politisch und schwierig zu verstehen, ging sie ja bis in die 1960-Jahre zurück. Kanzler Kurz wurde aber auch thematisiert und die sehr entmenschtlichte Sprache, die in Covid-Zeiten angewandt wird und die mich auch sehr stört, das “Absondern”, das “Isolieren”,die “Massentests”, wo bleibt da das Individduum? Da führt wohl der zweite oder auch der erste Lockdown dazu, wo dann alle als “brav” gelobt werden, wenn sie zu Hause bleiben und bei “Oe 24” anfragen, ob sie ihre Freundin besuchen dürfen?

Körperliche Eingriffe, wie Zwangsimpfungen und Zwangstests dürfen nicht sein, sagte Marlene Streeruwitz “Da müssen wir eingreifen und wieder revolutionieren!” und erklärte auch, daß sie, wenn jetzt kein Lockdown wäre, gar nicht in Wien, sondern in New York wäre, um die Füllung für den Thanksgiving-Truthahn einzukaufen. Eine Häuslichkeit, die Walter Famler wieder sehr erstaunte. Marlene Streeuwitz aber nicht als Widerspruch gelten ließ.

Dann gings mit dem “Wespennest Nr 179 – Viele Sprachen -eine Sprache” weiter, wo die Wespennest- Mitarbeiterin Andrea Zederbauer ein vorlas.vorlas.Gespräch mit dem 1961 geborenen Jose F. A. Oliver, der als Gastarbeiterkind im Schwarzwald aufwuchs, über die die zweisprachigkeit und wie sein Deutsch seine spanische Sprache veränderte, führte und Texte aus dem Heft und seinen Büchern, darunter seine Lorca-Übersetzungen las.

Dann hätten Yvonne A. Owuor aus Nairobi und William T. Vollmann aus Sacramento USA kommen sollen und ich habe mir schon gedacht, wie das passiert?

Angekündigt wurde es und auch kein Bildschirm zu sehen, denn Ilija Trojanow saß mit einem Stoß Büchern allein am Vortragstisch und sagte “Leider, leider, da hätten Sie jetzt zwei wunderbare Autoren kennengelernt, aber so muß ich Ihnen ihre Bücher vorlesen!”, und stellte dann die 1968 kenianische Autorin und ihren Roman “Das Meer der Libellen” vor, das von einem Mädchen namens Ayaana handelt, das sich einen Matrosen als Vaterersatz aussucht und später nach China reist, weil sie chineschische Wurzeln hat.

Der 1959 in Los Angeles geborene William T. Vollmann, hat wie Ilija Trojanow erklärte schon genreübergeifend viele Bücher geschrieben, von denen nur wenige auf Deutsch übersetzt sind. Er hat ihn durch ein besonders Dickes kennengelert aus dem jetzt ein Auszug, ein Text über den Tod im “Wespennest” erschienen ist.

Dann stellte Ilija Trojanow auch die anderen Bücher, zum Beispiel das im Programm angekündigte “Arme Leute” vor vor und las ein paar Thesen aus dem Buch “Wie man schreiben soll?”

Nachdem die Matinee mit Jabbar Abdullah und Abbas Khider über “Literatur und Flucht” ausgefallen ist und ich mich zur Matinee und Preisverleihung nach Krems switschen konnte, ging es mit einem sehr verkürzten Programm am Sonntagnachmittag weiter und zwar sprach da der ehemalige ORF Journalist Friedrich Orter mit dem schon am Freitag aufgetreten Dzevad Karahasan, den ich, wie ich darauf gekommen bin, schon einmal in Göttweig aus seinem Buch lesen hörte, über Literatur und Krieg.

Es hätte auch der syrische Autor Khaled Khalifa mitdiskutieren sollen, aber nur ein Duett und Friedrich Orter stellte an Dzevad Karahasan gleich die provokante Frage, ob der Autor vom Krieg gewinnen würde?

Wenn er darüber schreibt und das Buch ein Bestseller wird, ja wahrscheinlich, aber wahrscheinlich fängt er es nicht mit dieser Absicht an und wünscht sich den Krieg auch deshalb nicht herbei, sondern verarbeitet dadurch seine Traumen und der Nobelpreisträger aus Griffen wurde natürlich auch erwähnt und die Frage, ob er den zu Recht bekommen hat und wie kann man nur einseitig für die Serben sein?

Das müßte man ihn wahrscheinlich selber fragen. Aber ich kann mich erinnern, daß Handke schon einmal Gegenstand der “Literatur im Herbst” war, wahrscheinlich war das damals als “Jugoslawia revisited” das Thema war und da hat ihn Erich Kein, glaube ich, “Kasperl” genannt.

Es ging aber in der “Schmiede” weiter. Daß Devad Karahasan in Sarajewo einmal Büchners “Woitzek” inzenierte, was ein großer Erfolg gewesen war und die Leute Büchner für einen zeitgenößischen bosnischen Autor hielten, war er, glaube ich, nicht und Susan Sonntags “Warten auf Godot-Inszenierung” wurde als zynisch kritisiert.

Das kann ich nicht beurteilen, habe von Dzevad Karahasan auch noch nichts gelesen, aber vielleicht komme ich einmal an eines seiner Bücher, um mich in sein Werk einzulesen.

Dagegen habe ich in meinen Regalen zwei Bücher des 1973 in Bagdad geborenen Abbas Khider stehen, der jetzt, glaube ich, in Berlin lebt und auch nicht kommen konnte, der aber sein “Museum der Miserablen” schon beim Leipzig Online Tag vorstellte. Jetzt las Ilija Trojanow daraus und erwähnte lobend “Die Orangen des Präsidenten”, das war, glaube ich, einmal in einer “Thalia-Abverkaufkiste”und von “Deutsch für alle” habe ich irgendwann einmal eine Leseprobe bekommen.

Dann kam der ebenfalls schon aufgetretene Jose F. Oliver, natürlich auch wieder allein, beziehungsweise mit dem Debutroman der 1982 in Caracas geborenen Karina Sainz Borgo “Nacht in Caracas”, die heute in Madrid lebt und deren Buch schon in zweiundzwanzig Sprachen übersetzt wurde und, wie in der Beschreibung steht, ein virtuoses Portrait eines untergehendes Landes schildert.

Adelaida steht am Grab ihrer Mutter, beziehungsweise erzählt sie der toten Mutter von dem Tag, an dem sie Tomaten kaufen sollte, nicht nach Hause kommen wollte, weil sie von der dort zubereitenden Schildkrötenpastete nicht essen wollte.

Jose F. A. Oliver las mit sehr beindruckender Stimme ein Stück auf Spanisch und dann die Fragen, die er an Karina Sainz Borgo gestellt hätte, wenn sie hier gewesen wäre und ihre möglichen Antworten, wovon das Buch handelt, etcetera.

Das war sehr spannend, nur leider brach der Stream mittendrin ab, so daß ich Walter Famlers Schlußabsage, wo er sicher auf das Lesen der Bücher hingeweisen hätte, versäumte und nun, wie schon beschrieben ein sehr literaturintensives Wochenende, wenn auch ein, Corona bedingtes, sehr verkürztes “Literatur im Herbst- Festival” erlebte, was mich vielleicht wieder an das Wort skurril, das mich in den letzten Tagen ja sehr beschäftigt, denken und sich fragen, wie skurril abgespeckte Online-Festivals wahrscheinlich sind?

In Zeiten von Corona aber nicht anders möglich und natürlich gut, daß es sie gibt und während OE 24-TV, das ich während der Literatursessions immer wieder hörte, sich über die Leute ärgerte, die auf den Straßen spazieren gingen, statt brav zu Hause zu bleiben, damit nach dem sechsten Dezember der Lockdown wieder beendet und ein halbwegs normales Weihnachtsfest gäben, kann man sich damit beschäftigen, was wahrscheinlich ein wenig dystopisch und unvollkommen ist, man kann aber natürlich lesen und das wäre ja das traditonelle, was man ja im Winter auch gerne tat und da das Festival Corona bedingt, viel früher als erwartet endete, habe ich auch Zeit mich demnächst in eine “Zoom-Konferenz” zu begeben, wo die fünf Shortlist-Bücher des heurigen Bloggerdebutpreises bekannt gegeben werden und bin bis dahin gespannt, ob Leander Fischers “Forelle” darunter sein wird?

Herbert J. Wimmer und Peter Pessel in der AS, Peter Rosei in der Gesellschaft

Das Tolle an den kontaktlosen Literaturveranstaltungen ist ja, man kann sie gestalten, wie man will, kann hin- und her schwitschen und manchmal erwischt man auch ein Video, weil die Veranstaltung schon einen Tag früher als im Programm angekündigt stattgefunden hat, der Nachteil ist, daß die Ton und Bildqualität manchmal sehr schlecht sein kann, aber heute war der Ton der AS sehr gut, ich bin nur wieder zu spät gekommen, weil um sechs eine Stunde und in der Viertelstunde dazwischen, war ein Mail mit Anhang abzuschicken und ein Befund abzuholen, der nicht aufzubekommen war.

Herbert J. Wimmer und Peter Pessl in der “Alten Schmiede”, “Sonderzahl” und “Ritter-Verlag” moderiert von Annalena Stabauer, also sehr viel Experiment und Konstruktivismus und der1951in Melk geborene Herbert J. Wimmer, den ich ja seit meinen ersten Textvorstellungen in der “AS”, die der damals im zweiten Stock des Hauses in der Schönlaterngasse, moderierte und den ich auch als Veranstaltungsbescher oft traf, als es noch Live-Veranstatlungen gegeben hat, ist ja ein sehr experimenteller Künster aber auch ein sehr kreativer,wenn ich an seine Performances mit Marion Steinfellner denke.

Jetzt stellte er sein bei “Sonderzahl” erschienes “klärwerk. rezyklopäodie der gegenwart” vor und, wie schon beschrieben, ich bin zuspät hineingekommen, hörte ein paar Textstellen und dann schon das Gespräch mit derModeratorin, dann kam aber ein Text oder “MEMoires-meoretten”, wie der Buchuntertiel heißt oder aus 432 solcher Stücke besteht.

Herbert J. Wimmer las eines, wo erdurch den zweiten Bezirk, die sogenannte Mazzeinsel, wandelt und zeigte Fotos dabei . Am Karmelitermarkt, durch die Zirkusgasse, große Schiffgasse, etecetera, wäre ich wahrscheinlich in normalen Zeiten, wenn es die “Buch-Wien” gegeben hätte, auch gewandert wäre.

Jetzt wandelte ich mit Herbert J. Wimmer dorthin und er erinnerte auch an die Stolpersteine und an die Gedenktafeln, derer, die dort ab 1938 deportiert wurden, fragte was aus ihnen geworden ist, etecetera.

Annalena Stabauer stellte dann die Frage, wie Herbert J. Wimmer es mit der Gegenwart hält, weil seine Texte, die sich ja auf die Vergangenheit beziehen, etwas durchaus gegenwärtiges hat. Es kam dann noch so ein Erinnerungsstück und dann der 1963 geborene Peter Pessl, den ich ja durch die GAV kenne, der regelmäßig bei den von mir moderierten “Freiheit des Wortes-Veranstaltungen” gelesen hat, bei einigen seiner “Alten Schmiede-Lesungen” war ich und im Sommer im Burgenland im Künstlerdorf, da hat er vielleicht schon das neue Buch “Der Schwertkönig und die Bienen” erwähnt, das wieder höchst experimentell ist und aus einigen Teilen besteht, Zeichnungen oder Bilder vom Autor angefertig,, gibt es auch und Peter Pessl las ein Stück aus dem Mittelteil, wo es sowohl um die Bienen, aber auch um den Kanzler Kurz und den Innenminister. Das alles natürlich ein wenig retrospektiv auf schwarz blau bezogen und Peter Pessl erklärte im Gespräch dann noch, daß es für ihn keine Ggegenwart, Vergangenheit und Zukunft, sondern nur die Sprache gäbe, etwas was ich zwar nicht ganz nachvollziehen kann und eigentlich auch zu einer anderen Veranstaltung in die “Gesellschaft” switschen wollte, nämlich zu den “Essays von Peter Rosei über “Ich bin kein Felsen, ich bin ein Fluß, auch bei “Sonderzahl” erschienen, über Kunst und Politik, aber da es da ein Video und keinen Livestream gab, weil die Veranstaltung schon einen Tag vorher stattgefunden hat, konnte ich das Ende der”AS” abwarten und mir dann ganz gemütlich das Gespäch zwischen den 1946 geborenen Peter Rosei von dem ich schon einiges gelesen habe und Manfred Müller anhören und dabei ist es auch um sehr viel gegangen, denn Peter Rosei ist ein sehr politischer Mensch, auch ein Intellektueller, hat lange in Amerika gelebt und meinte auch, was ich auch nicht so ganz verstanden habe, daß er das Schreiben eher als Erforschen betrachte und auch, daß man durchaus bei einer Fahrt in der Straßenbahn mehr als in einer Vorlesung erleben oder erfahren kann. Das habe ich wieder verstanden, weil ich das auch glaube und erlebe und so habe ich, während ich heute ja mit dem Korrigieren meines achten “Nanos” und dritten Corona-Roman begonnen habe und dadurch die fünzigtausend Worte wieder verlassen habe, einen kleinen Rundgang durch die experimentelle Literatur und zwei literarischen Veranstaltungsorten gemacht, was in Zeiten des zweiten strengen Lockdowns, wo wir ja alle massengetestet werden sollen, ganz interessant war, um vom sprachlichen Experiment wieder in die gesellschaftspolitische Gegenwart zurückzukommen.

Zum writers in prison day

Der “Writers in prison day”, wo sich der Pen Club besonders, um die Anliegenr inhaftierter und verfolgter Schriftsteller annimmt, sich um sie kümmert, ihre Texte herausgibt und versucht sie bekannt zu machen, wird tradioneller Weise am fünfzehnten November begangen.

Ich glaube Veranstaltungen dazu haben im Presseclub Concordia, wo auch der Pen, sein Büro hat, stattgefunden oder in der “Gesellschaft für Literatur” oder im Literaturhaus. Die “Alte Schmiede” war neu für mich, aber da ist heute Helmuth A. Niederle, der Präsident, der sich ja sehr dafür engagiert, aufgetreten und hätte das neue Buch, “Löcker” gibt ja die Pen- Reihe heraus, da war einmal eine Ausstellung in St. Pöllten, die Doris Kloimstein veranstaltet hat, die ja einmal Frauenbeauftragte oder so was Ähnliches, dort war.

“Trotzdem siegen wir. Stimmen über Gewalt gegen Frauen”, das von der in Indien geborenen Sarita Jenamani, der Generalsekretärin des Pens, präsentieren sollte.

Das war, wenn ich es richtig verstanden habe, Corona bedingt, noch nicht erschienen und das war überhaupt mein Problem an der heutigen Livestreamveranstaltung, weil sehr sehr schlecht zu verstehen.

Interessant war aber auch, als ich mich etwas vorher hineinzoomte, daß ich Jana Volkmann, die Moderatorin, minutenlang einen der Tische putzen gesehen habe, die sich dabei mit mir unsichtbaren Personen unterhielt.

Dann trat Helmuth A. Niedere auf, den ich ja schon als ehemaligen Viezpräsidenten der “Gesellschaft” kenne, mit ihm einmal in einer Jury war und der mich immer freundlich grüßt, mich fragt, wie es mir geht, wenn ich ihn mal sehe.

Das fällt coronabedingt ja jetzt länger weg und die Einleitung habe ich leider, wie schon erwähnt, sehr schlecht verstanden.

Ein Wolfgang Martin Roth vom Beruf Psychoanaltiker, der als “Writers in Prison-Beauftragter fungiert, stand auch auf dem Programm, keine Ahnung ob das der Herr war, der Firas Shamsan, der dann auf das Podium kam, Texte in deutscher Übersetzung las und wieder keine Ahnung, wie, der in Jemen geborene und bis 2013 dort lebende in Verbindung zu dem angekündeten Buch steht, in dem es ja um Frauen geht?

Im Anschluß stellte, wie ich jetzt weiß, die mir unbekannte Henriette Schroeder, den Lyriker Zviad Ratiani vor, der 1971 in Tiflis geboren wurde und sprach mit ihm über seine Lyrik und ließ ihn Textproben lesen.

Mitra Stromeier, die nicht im Programm steht, las etwas über die Situationen iranischer Schriftsteller mit Textproben von Autoren, deren Namen ich auch nicht verstand, leider leider.

Jetzt weiß ich schon, ich könnte mir die “Löcker-Bücher” kaufen, habe auch noch die von der St. Pöltner Ausstellung in meinen Harlander Regalen, aber die sind wahrscheinlich früher erschienen.

Schade finde ich es schon, daß die Namen nicht bei dem You tube-Video zu finden waren, weil ja davon auszugehen ist, daß sie dem Durchschnittsliteraturkonsumenten vielleicht nicht so ein Begriff sind, was wohl auch der Sinn der Veranstaltung war, den Autoren eine Stimme zu geben und sie im deutschen Sprachraum bekannter zu machen.

Dann kam noch, die schon erwähnte Sarita Jenamani auf die Bühne und las Gedichte der 1940 geborenen Inderin Vavara Rao und dem 1961 geborenen Inder Nilim Kumar, der schon viele Gedichtbände hat, die von Helmuth A. Niederle übersetzt wurden von was nehme ich von der Veranstaltung mit?

Daß gestern “Writers of Prison-Tag war, daß es eine Reihe verfolgte Autoren mit schönen Gedichten gibt und die Hoffnung, daß mir Helmuth A. Niederle, den ich über den Pen angemailt habe, er sagte am Schluß der Veranstaltung noch, man solle das tun und meinte wohl, daß man die Bücher vielleicht bestellen soll, die mir entgangenen Namen schickt, was inzwischen auch geschehen ist, so daß sich meine Leser nicht beschweren können, daß ich ungenügend recherchiert habe oder mich vielleicht skurril finden, weil ich einen so unvollständigen Bericht widergebe, aber ich habe mich bemüht.

Abschließend merke ich noch an, daß es doch einen Qualitätsunterschied zwischen Livestream und Originalveranstaltungen gibt, so daß zu hoffen ist, daß ich bald wieder ohne Maske in die “Alte Schmiede” gehen kann, weil dort bekomme ich mit Sicherheit mehr mit und kann nachfragen, das wird aber wohl noch eine Weile ein unerfüllter Wunsch bleiben.

Literarische Praxis in Zeiten der Pandemie und zwölfter Nanotag

Das ist ja, meine Leser wissen es wahrscheinlich ein Thema das mich sehr interessiert, bin ich ja eine sehr gesellschaftsbewußte schreibende Frau, die sich von Anfang an mit dem Thema Corona auf sehr vielfältige Weise beschäftigt hat, in Form meines Blogs. Da gibt es inzwischen schon unzählige Artikel, in meinem Schreiben, der achte “Nanowrimo” ist meinen dritten Corona-Text gewidmet und ein paar kurze Texte sogar ein Gedicht gibt es auch und auch im Lesen, habe ich mich ja auch schon mit einigen CoronaBüchern beschäftigt, mit den sogenannten literarischen und den wissenschaftlichen, den Sachbüchern und der Literatur und da war ja Marlene Streeruwitz, die ja schon vier Wahlkampfromane geschrieben hat, eine der ersten, die einen Corona-Roman verfaßte und auf ihrer Website veröffentlichte.

Inzwischen ist “So ist die Welt geworden” auch bei “Bahoe Books” erschienen und sie sollte gemeinsam mit Daniel Wisser unter der Moderation von Norbert Christian Wolf am dritten November in der “Alten Schmiede”, sozusagen als erste Lockdown-Veranstaltung ohne Publikum auftreten und zu diesem Thema diskutieren. Die Veranstaltung wurde aber verschoben, was vielleicht auch zu den “Literarischen Praktiken in Zeiten der Pandemie” zählt und wurde heute nachgeholt und eher ich mich der Livestreamveranstaltung widme, merke ich vielleicht noch an, daß ich mich ja in meinem zweiten Corona-Text mit der Frage beschäftigt habe, ob man mit Corona schreiben kann und ob das als literarisch gilt?

Irgendwo hatte ich da die These aufgeschnappt, daß das nicht so ist, ein Lektor oder Literatuwissenschaftler hat da irgendwo gesagt, daß er sich vor den vielen Corona-Romanen fürchten würde, die da im Herbst wahrscheinlich auf seinen Schreibtisch landen.

Denn nein, so etwas ist und kann nicht als literarisch gelten, weil höchst wahrscheinlich zu wenig abgehoben und das merke ich auch beim Schreiben meiner Texte, daß ich die Grenzen kenne, denn ich stecke mitten drin, wie kann ich da objektiv darüber schreiben? Kann es also nicht und tue es trotzdem, weil es mich ja interessiert und es sind schon im Frühling Corona-Texte und Gedichte entstanden, Thomas Gavinic hat, glaube ich, einen geschrieben, Marlene Streeruwitz, wie schon erwähnt und interessant ist auch, daß sich Andreas Unterweger, der neue “Manuskripte- Herausgeber” bei der Veranstaltung am Montag zu “Sechzig Jahre Manuskripte” auch ein wenig über die vielen Corona-Erlebnisberichte mokierte, die da täglich auf seinen Schreibtisch landen.

Aber es gab im Frühling ja auch die Corona-Tagebücher, wo Klaus Kastberger, der Leiter des Literaturhauses Graz eine Reihe von Autoren, mich natürlich nicht, eingeladen hat Corona-Tagebücher zu schreiben, für die er dann Honorar bezahlt hat. Daniel Wisser war einer dieser Autoren und er wurde auch in diesem Sinne von der “Alten Schmiede” für diesen Abend eingeladen und da kann ich nur anmerken, daß die “Alte Schmiede” ja mein “Frühlingserwachen” auch schon auf einem Schreibtisch oder Regal haben muß.

Nun gut, wurde wahrscheinlich nicht beachtet und ich gelte wahrscheinlich auch nicht als literarisch und Daniel Wisser war im Frühling in der “Gesellschaft zu Gast” und hat auch Online oder mit nur wenig Publikum über seine neuen Romanideen gesprochen und die Veranstaltung, die mich sehr interessierte und auf die ich mich schon freute, war ein wenig widersprüchig, beziehungsweise war mir lange nicht klar, worüber wird da jetzt gesprochen und das ist das Thema.

Interessant auch Marlene Streeruwitz, die ja manchmal etwas unverständliche Thesen hat, Behauptung, daß da im Frühling alle in den Status der Literatur gegangen wären und man diese Chance versäumt hat. Was meint sie da, daß sich da alle, wie die Autoren, wenn sie an einem Roman schreiben, in den sozialen Rückzug begeben haben müssen, aber jetzt waren sie inzwischen draußen und sind schon wieder drinnen und haben trotzdem nichts gelernt davon.

Interessant auch, daß sie meint, daß die Leute jetzt nichts mehr lesen würden, obwohl die Autoren ja viel schreiben, da habe ich schon anderes gehört, nämlich, daß die Verlage eine der wenigen Gewinner wären, denn was soll man in Zeiten der Ausgangssperre schon anderes machen als lesen? Die Autoren, die aber im Frühling oder auch jetzt auf Lesereise gehen wollten, haben es vermutlich schwer und ich stelle mir auch die Frage wieviel Zuhörer diese Onlineveranstaltungen haben. Ich würde meinen, die turnen eher ab und habe beobachet, daß in den Zeiten, wo man sie mit Maske noch besuchen konnte, eher vier oder fünf leute Online waren, heute waren es etwa zweiundzwanzig. Aaber irgendwie ist es schon eine komische Situation, da sitzen zwei drei leute in einem leeren Raum und reden über Literatur und eine Handvoll Leute schaut irgendwie zu und das gleiche betrifft ja den “digitalen Bachmannpreis” die “Digitale Buchmesse” etcetera.

Aber andererseits ist ja einiges auch gelaufen, Bücher sind erschienen, das der Ruth und des Beppo Beyerl, die die auf den Buchpreislisten stehen, Daniel Wisser hat erwähnt, daß sein neuer Roman, der offenbar über den er in der “Gesellschaft” gesprochen hat, vom Verlag veschoben wurde. Es hat sich also in den neuen Zeiten viel verändert und die Kultur heißt es ja gehört zu den Leidtragenden. Viele Künstler können nicht überleben und ich war auch auf einigen Demos, wo es hieß “Ohne kunst wird” still. Ich war auch auf einigen anderen, denn ich bin zwar keine Verschwörungsgegnerin oder, wie das so schön heißt, auch keine Rechte, stehe dem Ganzen was die Freiheitsrechte und die Entmüdigung betrifft aber schon sehr kritisch gegenüber und vor allem sehr viele Widersprüche.

Daniel Wisser scheint zu denen zu gehören, die das strikt negieren und meinte, daß es ihn sehr erstaunt, wenn sich jemand nicht impfen lassen will. Das denke ich, kann man aber bei einem sehr schnell hochgepushten Impfstoff, der noch dazu auf einer neuen Technoloige beruht schon sein und erinnere auch an Impf- oder Medikamentenschäden, die, wie bespielsweise bei den kindern aufgetreten sind, deren Mütter, die vor fünfzig Jahren Contergan nahmen.

Aber das gehört wahrscheinlich nicht zu der literarischen Praxis in Zeiten der Pandemie, da gehört eher dazu, ob die autoren jetzt durch die Krise am Schreiben behindert oder dadurch, weil man nichts anderes machen konnte und weil das thema einen eigentlich beschäftigt eher beschleunigt wurden.

Bei mir trifft, wie erwähnt das Zweitere zu und ich wundere mich auch, daß man das Leben in Filmen beispielsweise so maskenlos darstellt, denn das trifft ja nicht auf die derzeitge Realität zu. Alle müssen sie jetzt tragen, auf den Wahlplakaten aber sah man beispielsweise selten welche. Also würde ich das auch in den Romanen lesen wollen, Daniel Wisser wünscht sich, glaube ich, das Gegenteil und bezieht die Pandemie in seinen Corona- Tagebücher auch nichtsehr ein und war auch, wie ich merken konnte, in manchen der gegenteiligen Meinung, wie Marlene Streeruwitz und dann ging es auch, um die Frage, ob nun so ein Pandemieroman literarisch ist oder nicht? Das hat Marlen Streeruwitz angesprochen, die, das wohl schon öfter von Kritikern gehört hat und interessant ist auch, daß sie sagte, daß sie den Pandemie- und die Wahlkampfromane nicht überarbeitet, ihre literarischen Bücher aber schon, würde, wo Daniel Wisser wieder sagte, daß er das selbstverständlich täte.

Interessant, interessant und ein sehr vielschichtiges Thema, über das man sehr viel schreiben und diskutieren kann, was ich, wie ebenfalls erwähnt, hier auch viel tue und heute habe ich auch sehr viel, da ich nur am Vormittag Stunden, bei meinem achten “Nanowrio” und driten Corona- Roman weitergebracht und kann hier stolz vermelden, daß ich intzwischen 40 117 Worte und fünfundachtzig Seiten habe. Szenen gibt es da ja nicht und inzwischen beim zweiten oder dritten November, also der Nacht des Terroranschlages und Beginn des zweiten Lockdown light angekommen bin. Ich habe noch immer das Ganze nicht durchkorrigiert, sondern nach wie vor nur jede Szene einmal, bevor ich weiterschreibe und habe nicht jeden Tag geschrieben, sondern am letzten Samstag wo ich den “Openmike” verfolgte und am Montag, meinem Geburtstag nicht und wie es weitergeht finde ich auch sehr spannend, denn wir haben heute den zwölften November, also habe ich eigentlich nicht mehr sehr viel Material und müßte etwas erfinden, bis ich, ich glaube, da habe ich ja Ende 21 terminisiert, die Mathilde in das” Nichtgeimpfteghetto” schicken kann.

Wie ich das machen werde, finde ich sehr spannend und ist noch ein offenes Buch. Mein Ziel ist ja nach wie vor, daß ich jeden Tag etwas schreibe, also Material ansammle und dann versuche aus dem Ganzen etwas mache. Ob ich das schaffe ist fraglich, weil ich beim meinen sieben anderen “Nanowrimos” ja meistens so, um den Fünfzehnten fertig war. Hier hätte ich dann die Alternative, erstens durchkorrigieren und weil ich Zeitsprünge habe, da Szenen einzufügen, der Barbara, Hilde, Aloisia-Strang fehlt mir noch zur Gänze und die Mathilde will ich ja jetzt auch bald ihren dystopischen Roman schreiben lassen. Aber ob mir das gelingt?

Und etwas kann ich noch anmerken, was sehr interessant ist. Ich habe ja jetzt sehr viel Zeit, weil keine Veranstaltungen höchstens ein paar Livestreams, meine Bücher und meine Stunden, aber keine “Buch-Wien”, die mich ja normalerweise jetzt beschäftigen würde, also viel Zeit den Roman kommen zu lassen und da ich da ja auch noch die Struktur, Erstens wegen des zeitlichen, also realen Rahmens und dann die des “Nanorahmens” habe, merke ich da schon den Unterschied.

Ronny Rindlerm der ja wieder Videos über den “Nano” macht, merkte für seine Hörer, die er zum Schreiben gewinnen will ja an, daß man in der “Nanoform” schneller und mehr schreibt, weil man an den zeitlichen Rahmen gebunden ist und das kann ich bestätigen und der “Nanowrimo” gehört zwar nicht zu den literarischen Praktiken des Lockdown, aber einen “Naowrimo” in Zeiten der Pandemie, wo es keine “Buch-Wien” und andere Ablenkungen gibt, ist sicher sehr produktiv.

Literaturzeitschriften in der AS

Statt zum Festakt des österreichischen Buchpreises, wo ich ja ohne Corona wahrscheinlich gegangen wäre, habe ich mich an meinem Geburtstag in die “Alte Schmiede” gestreamt, denn da gab es zwei Veranstaltungen im Rahmen der “Literatur als Zeitschrift-Reihe” und zwar ist da zuerst Hanno Millesi unter den Titel “Wenn ich nicht krank wäre, wäre ich diplomatischer” gemeinsam mit Fermin Suter aufgetreten, der offenbar ein neuer AS-Mitarbeiter ist und der 1966 geborene Hanno Millesi gehört ja, wenn es so etwas gibt, zu meinen Lieblingsautoren.

Kennengelernt habe ich ihn wahrscheinlich in den Neunzigerjahren jedenfalls in der Zeit, als Ernst Kostal, ein Pschiatrie-Betroffener im Literaturhaus im Rahmen der GAV seine “Wahnsinn-Symposien abgehalten hat. Da habe ich gelesen und Hanno Millesi hat, wie ich mich erinnern kann, sehr beeindruckende Texgte gelesen, die mirsehr gefallen haben. Dann hat er mal beim “Bachmann-Preis” gelesen und, ich glaube, nichts gewonnen. Ich war bei mehreren seiner Lesungen, konnte auch einmal mithelfen, daß er eine “Buch-Prämie” bekommen hat, vor ein paar Jahren ist der auf der Öst gestanden und jetzt war ich bei bißchen irritert, weil ich mit dem Titel nichts angefangen konnte und auch Verständischwierigkeiten hatte, weil der Ton sehr leise war.

So viel ich mitbekommen habe ist es um eine Zeitschriften-Anthologie gegangen, die Milessi gemeinsam mit dem neuen österreichischen Buchpreisträger Xaver Bayer herausgegeben hat und da speziell mit der Frage Literatur und pschische Erkrankungen.

Das hat mich an Ernst Kostal und seine Symposien erinnert und auch Irene Halpern, die ja in der Zeitschrift “Kuckucksnest, die ich lange abonniert habe und die sich mit pschisch Erkrankten beschäftige oder von denen geschrieben wurde, publizierte und auch Pschiatrieerfahrungen hatte.

Die ist schon lang gestorben, ist aber zu Lebzeiten, wie ich meistens in der zweiten, in der ersten Reihe der damaligen “AS” gesessen. Das ist aber so lange her, daß ich schon fast darauf vergessen habe. Inzwischen hat sich das oder mein Verständnis der Psychiatrie auch sehr geändert.

Heute spricht man von Integration, damals in den Siebzigerjahren, wo ich auch Psyschologie studierte, war der Steinhof heute Otto Wagner Spital ein Schreckgespenst, es gab noch den Primar Gross und auch den Leo Navratil und von den hat Hanno Millesi gelesen, der hat sich ja mit der Kunst der Schizophrenen in Gugging im “Haus der Künstler” sehr beschäftigt und hat auch viele Künstler der Avantgarde, wie Ernst Jandl und Friederike Mayröcker beeinflußt.

Diese Namen wurden von den beiden Referenten, glaube ich, erwähnt und ich kann mich an die Gedichte der ersten “Ohrenschmaus Preisträgerin Renate Gradwohl “Küssen lernen”, beispielsweise erinnern, daß die mich sehr an Jandl erinnert haben, da hätte aber Jandl wenn er noch gelebt hätte, abgeschrieben und nicht umgekeht.

Es wurde noch ein anderer Name erwähnt, den ich aber nicht recht verstanden habe oder nicht viel anfangen konnte. Der Ton war, wie gesagt sehr schlecht und viele Literaturzeitschriften, wie das “Freibord”, das “Protokolle”,”Fettfleck und Löwenmaul”, etcetera, wo diese Texte publiziert wurden und das finde ich interessantt und besonders natürlich, daß ich Hanno Millesi ja bei den “Wahnsinn-Symposien” kennengelernt habe und wäre es kein Livestream sondern eine Realveransaltung gewesen, hätte ich ihn danach gefragt.

Dannn gab es eine kleine Pause und dann ging es mit den “Manuskripten”, die ja heuer ihren sechzigen Geburtstag feiern, weiter und das ist oder war ja Österreich größte oder bedeutenste Literaturzeitschift, herausgegeben Neunzehnhundert sechzig von Alfred Kolleritsch, der ja dieses Jahr gestorben ist und weil es vor einer Woche die “In Memorium-Veranstaltung” im Literaturhaus gegeben hat, habe ich mich da ja erst mit meinen “Manuskripte-Erfahrungen”, die ja sind, daß ich lange ein Abo von der Stadt Wien, aber nie einen Text drinnen hatte, obwohl ich sehr lange und sehr oft hingeschickt habe, auseinandergesetzt.

Aber damals war, wie das im Gespräch mit Lena Brandhauer, glaube ich, auch erwähnt wurde, eine sehr experimentelle avantgardische Zeitschrift, Handke, Jelinek, Frischmuth, Mayröcker etecetera, haben darin publiziert, heute ist sie, glaube ich, viel realsitscher, aber heute schicke ich nicht mehr hin und würde höchstwahrscheinlich auch heute nicht genommen, weil meine Sprache wahrscheinlich als nicht gut genug betrachtet werden würde.

Andreas Unterweger ist jetzt der alleinige Herausgeber und er hat nach Lena Brandhauers Einleitung, ein bißchen von der Geschichte erzählt und ein paar der Zeitschriften hochgehoben, die ersten und die letzten, das letzte ist Alfred Kolleritsch gewidmet und vier Lesungen von durchaus realistisch schreibenen Autoren bzw. Autorinnen gab es auch, nämlich als erstes Laura Freudenthaler, die heuer beim “Bachmann-Preis” gelesen und etw as gewonnen hat, dann die mir bisher unbekannte Sarah Kuratle, Angelika Reitzer, von der ich schon einiges gelesen habe und die ja auch lange ikn der as die mir sehr legendär erschienen Textvorstellungen moderierte, wo einige inzwischen bekannt gewordene Autoren, das erste Mal gelesen haben, ich glaube einer war Andreas Unterberger, aber der war mir schon von der Zeit, wo ich mit Andrea Stift kommentierte, bekannt und der letzte Leser war Hanno Millesi, die vier ausgewählten Autoren hatten einige Texte in den “Manuskripten”, am meisten wohl Angelika Reitzer und Andreas Unterberger erzählte im Anschluß noch, wie es mit der Zeitschrift weitergeht und, wie das Zeitschriftenmachen in Corona- Zeiten ist, wieviele Manuskriüte sie täglich bekommen und wieviele oder wie wenige sie nehmen und auch wieweit sich der Stil der Zeitschrift gewandelt hat, was ich sehr interessant fand, weil es mir auch schon aufgefallen ist.

Jetzt bekomme ich die Zeitschrift ja nicht mehr, habe mich aber jetzt doch zweimal in kurzer Zeit mit ihr beschäftigt und zu Literaturveranstaltungen gehe ich ja auch nicht mehr und weiß auch nicht wann und ob ich wieder dorthin kommen werde. Das Livestreamhören ist ein Ersatz und ich gehöre ja auch zu den autoren die sich sehr mit Corona beschäftigen und viel darüber schreiben und auch Andreas Unterberger erwähnte, daß viele der eingeangten Texte Corona-Erfahungsberichte sind, was ich sehr interessant fand.